Tesla testet autonome Autos und Waymo fährt davon

Der Elektroautobauer Tesla, der in diesem Jahr den Start der Produktion für das Massenmodel Model 3 plant, hat damit angefangen, autonome Autos auf den Straßen im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu testen. Tesla kommt damit seinem Ziel näher, bis Ende 2017 eine autonome Fahrt von Los Angeles nach New York durchzuführen.

Daten über autonome Autos an Behörden

Die Daten über Tests durch autonome Autos müssen in Kalifornien aufgezeichnet und an die Behörden übermittelt werden. Deswegen kann transparent nachverfolgt werden, welcher Hersteller selbstfahrende Autos testet und in welchem Umfang. Tesla kam im Oktober und November auf insgesamt 890 Testkilometer. Dabei wurden 182 Zwischenfälle aufgezeichnet, bei denen der menschliche Fahrer eingreifen musste. Bei den Test muss immer ein Fahrer mit an Board sein, um bei technischen Problemen oder in gefährlichen Situationen das Steuer übernehmen zu können. Im Schnitt gab es also 0.2 Vorfälle pro gefahrenen Kilometer.

Tests in unterschiedlichen Verkehrssituationen

Die Rate von Vorfällen pro Kilometer hängt stark davon ab, in welcher Umgebung die autonomen Fahrzeuge getestet werden. Fahrten auf Autobahnen werden schon recht gut beherrscht und deshalb ist das Verhältnis bei diesen Fahrten geringer. Hingegen sind Testfahrten im Stadtgebiet komplexer und es wird noch länger dauern, bis diese Situationen von autonomen Autos beherrscht werden. Das spiegelt sich auch in der Zahl der manuellen Eingriffe wieder. Mercedes-Benz hat zum Beispiel 336 Eingriffe bei 1080 Testkilometern dokumentiert, sagt aber dass nur im Stadtgebiet und nicht auf Autobahnen getestet wurde. Ford kam hingegen auf eine Quote von 0.003 Eingriffen pro Kilometer. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass nur auf Autobahnen getestet wurde.

Waymo von Google fährt allen davon

Die Google Tochter Waymo konnte die selbst entwickelte Technologie stark verbessern und kam im Vergangenen Jahr auf eine Quote von 0.13 Eingriffen pro Kilometer, im Jahr davor waren es noch 0.5 Eingriffe pro gefahrenen Kilometer, bei dem der Fahrer das Steuer übernommen hat. Waymo ist auch Spitzenreiter bei den gefahrenen Testkilometern, insgesamt wurden mehr als eine Millionen Testkilometer im vergangenen Jahr abgespult, alle anderen Hersteller zusammen kamen auf eine Strecke von ca. 35.000 Kilometern. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der auch zeigt, wie viele Tests nötig sind, um die Fähigkeiten der autonomen Fahrzeuge zu verbessern.

Tests von autonomen Autos nicht nur in Kalifornien

In Kalifornien Testen bisher 11 Unternehmen autonome Fahrzeuge, darunter auch BMW, Mercedes Benz und Waymo. Die meisten Autohersteller und Technologiekonzerne testen ihre Technologien für die Autos der Zukunft auch in anderen Bundesstaaten, Ländern oder auf den eigenen Teststrecken. Deswegen stellt der Bericht aus Kalifornien kein vollständiges Bild über alle Tests der Hersteller dar. Teslas Vorteil ist, dass die meisten Serienfahrzeuge schon mit Sensoren und weitere Hardware für autonomes Fahren ausgestattet sind. Damit sammelt Tesla fleißig Daten aus realen Situationen, die in die Weiterentwicklung mit einfließen.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren: Ford investiert eine Milliarde in Argo AI

Ford wird im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos wieder aktiv und investiert einen honen Betrag in ein Startup. Am Freitag hat der Automobilkonzern Ford bekanntgegeben, dass eine Milliarden US$ in das Startup Argo AI investiert wird. Argo AI entwickelt Software für autonome Fahrzeuge. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Uber und Google Mitarbeitern gegründet.

Ford will mit der Quasi-Übernahme eine Software Plattform entwickeln, die bei den autonomen Fahrzeuge des Konzerns zum Einsatz kommen soll. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auch eine Lizenzierung der Software an andere OEMs möglich sein. Argo AI wurde nicht komplett übernommen, damit das Unternehmen noch Top-Talente mit Unternehmensanteilen locken kann.

Argo AI von Google und Uber Experten gegründet

Argo AI wurde von zwei führenden Ingenieuren der Branche gegründet. Bryan Salesky war zuvor für die Entwicklung der selbstfahrenden Autos bei der Google Tochter Waymo zuständig. Bekanntlich wurden unter seiner Führung bei Waymo außerordentliche Verbesserungen auf Hardware- und Softwareseite erreicht. Der zweite Gründer, Peter Rander, war zuvor bei Uber für die Entwicklung der Roboter-Autos zuständig. Nach der Übernahme von Otto und der darauffolgenden Umstrukturierung bei Uber hat Rander das Unternehmen verlassen.

Ford wird die Summe in den kommenden fünf Jahren nach und nach freigeben. Mit dem Investment wird der OEM aber größter Anteilseigner von Argo AI. Der Sitz des Unternehmens wird weiterhin in Pittsburgh bleiben. Dort pflegt das Unternehmen gute Beziehungen zur Carnegie Mellon University, die zu den führenden Institutionen bei der Entwicklung von Technologien für autonome Autos zählt. Außerdem muss die Startup-Unternehmenskultur beibehalten werden, um die Technologie mit Experten in einer agilen Umgebung zur Serienreife entwickeln zu können.

Serie von Investitionen im Bereich autonomes Fahren

Mit dem Investment wird eine außerordentliche Serie an Investitionen und Übernahmen im Bereich künstlicher Intelligenz und Technologien für autonome Fahrzeuge fortgesetzt. Im vergangenen Jahr hat General Motors das Startup Cruise für 1 Milliarde US$ übernommen. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat die Ride-Hailing Plattform Uber das Startup Otto für 680 Mio. US$ gekauft.

Ford gibt Vollgas bei der Entwicklung von Roboter-Autos

Ford legt sich stark ins Zeug, um beim Wettlauf um das Auto der Zukunft nicht abgehängt zu werden. Zu diesem Zweck wurde der on-demand Shuttle Service Chariot aufgekauft. Außerdem wurde in Velodyne investiert, ein Unternehmen, das Laser-Radar-Sensoren (Lidar) entwickelt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Silicon Valley soll bis Ende des Jahres verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2021 will der Automobilkonzern die Technologien für autonome Fahrzeuge zur Serienreife entwickelt haben.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Der Alstom Konzern investiert in autonome Shuttle

Der französische Konzern Alstom beteiligt sich an dem Startup EasyMile, das autonome Shuttle entwickelt. Der Konzern aus dem Transportbereich investiert 14 Mio. Euro in das Unternehmen und gleichzeitig wurde eine Kooperation geschlossen, um eine gemeinsame Lösung für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln, die in das bestehende Angebot mit integriert werden kann. Bekannt ist Alstom vor allem für seine Schienenfahrzeuge. Bei der Deutschen Bahn werden von Alstom produzierte Züge eingesetzt, zum Beispiel bei der S-Bahn in München.

EasyMile wurde im Jahr 2014 gegründet und entwickelt kleine elektrisch angetriebene Shuttle Fahrzeuge, die ohne Fahrer auskommen. Die EZ10 genannten Minibusse sollen für den Transport auf der letzten Meile eingesetzt werden und die Route je nach Nachfrage anpassen. Nutzer sollen zum Beispiel von einem Bahnhof direkt bis vor die Haustür gefahren werden. Bis zu 12 Personen finden in den Shuttles Platz. Seit 2015 wurden die autonomen Fahrzeuge in mehreren Städten bereits getestet, um realitätsnahe Erfahrungen zu sammeln. Die Erkenntnisse aus den Tests fließen direkt in die Weiterentwicklung bei EasyMile mit ein. Die Finanzierung soll für die weitere Entwicklung der Fahrzeuge und für den Aufbau des Unternehmens genutzt werden. Die weltweiten Kontakte von Alstom können für EasyMile ein großer Vorteil sein.

Alstom hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Digitalisierung weiter voranzutreiben und sich an Unternemen zu beteiligen, die das bestehende Geschäft in diese Richtung erweitern können. Durch das Investment erhält Alstom wertvolles Wissen über die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren. Außerdem wird der Markt für Smart Mobility Angebote wachsen, Alstom beteiligt sich mit dem Investment an dieser Entwicklung.

Mehrere Startups setzten auf autonome Shuttle als Ergänzung oder Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr. In Berlin und Las Vegas finden bereits erste Tests statt. Langfristig gestehen werden auch Startups wie Via aus den USA oder Allygator Shuttle auf eine Plattform hinarbeiten, die selbstfahrende Shuttle an Fahrgäste vermitteln.

Bild: EasyMile (alle Rechte vorbehalten)

Lyft startet 40 Städte innerhalb einer Woche, mehr als 100 ist das Ziel für 2017

Der Ride Hailing Dienst Lyft startet eine groß angelegte Expansion, um wettbewerbsfähig in den USA zu bleiben. Innerhalb einer Woche werden 40 neue Städte in den USA gestartet. Bis zum Ende des Jahres will das Unternehmen insgesamt in weiteren 100 Städten seinen Fahrservice anbieten.

Im letzen Monat wurde bekannt, dass der kleinere Ridesharing Dinest schneller Wächst als der Konkurrent Uber. Gleichzeitig ist der Umsatz im Vergleich zu den Verlusten stärker gewachsen, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist. Trotzdem hat Lyft im vergangen Jahr einen Verlust von 600 Mio. US$ verbucht, was noch weit entfernt von der Profitabilität ist.

Die größten Hebel für den hohen Jahresverlust sind die Subventionen für Fahrer und Fahrgäste und die Expansion in neue Städte. Der Start einer neuen Stadt erfordert erstmal ein enormes Investment, um Nutzer und Fahrer von dem Service zu überzeugen. Es ist also davon auszugehen, dass Lyft auch für das Jahr 2017 einen hohen Verlust im dreistelligen Bereich ausweisen wird, da die Expansion im Fokus steht.

Gleichzeitig wird darüber spekuliert, ob Lyft in diesem Jahr international expandieren wird. Bisher war der Plan des Ridesharing-Unternehmes internationale Partnerschaften einzugehen. Die globale Ridesharing Allianz mit Ola, Grab und Didi kommt aber nicht bei der Entwicklung eines gemeinsamen Dienstes voran. Deswegen könnte Lyft einen Versuch starten und den Fahrdienst unter eigenem Namen in globalen Märkten starten.

Laut eigener Aussage will Lyft das Momentum aus dem letzten Jahr nutzen und schnell in weitere Städte expandieren. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Lyft das Fahrtvolumen verdreifachen. Die neuen Märkte sind in Staaten wie Kalifornien, Tennessee, Delaware, Pennsylvania, Virginia, Louisiana, Arizona, New Mexico, Utah, South Carolina, Indiana, Kansas, New Hampshire, North Carolina, Montana und Idaho. Die weiteren 60 geplanten Städte werden später im Jahr bekanntgeben.

Bis ende 2017 will Lyft in 300 Städten vertreten sein und theoretisch 231 Mio. Menschen erreichen, im Vergleich zu 177 Mio. heute. Im Schnitt hat eine Stadt, in der das Unternehmen heute aktiv ist ca. 900.000 Einwohner, die 100 zusätzlichen Städte kommen auf etwa 500.000 Einwohner. Das angesagte amerikanische Unternehmen scheint einen Weg gefunden zu haben, um auch in den kleinen Städten genügend Nachfrage erzeugen zu können.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Nächste Coup: Ex-Google-Suchmaschinenchef Singhal geht zu Uber

Der Ridesharing Dienst hat bekanntgegeben, dass der Google Veteran Amit Singhal als weiterer Experte von einem Einstieg bei Uber überzeugt werden konnte. Amit Singhal hat entscheidend zum Erfolg von Google beigetragen und dort für das wichtigste Produkt, die Google Suche verantwortet. Er hat die Web Suche beschleunigt, was sich zum Wettbewerbsvorteil für Google entwickelt hat.

In den letzten Monaten hat Singhal eine Pause eingelegt, davor war er 15 Jahre bei Google tätige und dort die Suche verantwortet und weiterentwickelt. Bei Uber wird der erfahrene Manager als VP Engineering einsteigen, direkt and den CEO Travis Kalanick berichten und die Software und Infrastruktur des Ridesharing Dienstes verantworten. Hinzu kommt die Verantwortung für die Abteilung, die die Kartendienste für den Service und die autonomen Fahrzeuge entwickelt. Anthony Levandowski, der die Abteilung der autonomen Fahrzeuge leitet, bekommt mit Singhal einen weiteren Berater. Außerdem wird der frühere Google Manager für den Bereich zuständig sein, der Marketing, Preisgestaltung und Dispatching der Fahrzeuge verantwortet.

Der Google Veteran schließt sich dem Ride Hailing Dienst an, da ihn die Herausforderung motiviert. Die Herausforderung, ein IT System zu entwicklen, das wirtschaftlich sinnvoll Fahrer und Beifahrer unter komplexen Bedingungen verbindet, sieht er als anspruchsvollste Herausforderung an, die er in den letzten 30 Jahren gesehen hat. Schon die Verknüpfung von Millionen Fahrern und Beifahrern in Echtzeit während die optimale Route für den Fahre berechnet wird, ist eine komplexe Herausforderung. Die Komplexität steigt, wenn zusätzlich Echtzeit Verkehrsdaten, Pooling-Aspekte und die wirtschaftliche Attraktivität für alle Beteiligten in Betracht gezogen werden.

Mit der Verpflichtung von Singhal ist dem Fahrdienst ein weiterer Coup gelungen. Uber und Google befinden sich im Wettbewerb bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. In der Vergangenheit konnte Uber schon weitere Experten von Google abwerben. Der Kartenexperte Brian McClendon ist zu dem Unternemen gewechselt, ebenso der bereits erwähnte Anthony Levandowski, der auch schon bei Google an autonomen Fahrzeugen gearbeitet hat.

Die Konkurrenz von Google und Uber hat sich in den letzten Jahre erst entwickelt. Über den Venture-Arm Google Ventures ist Google sogar an Uber beteiligt, das Unternehmen war der erste Fahrdienst, der bei Google Maps integriert wurde. Seit dem klar ist, dass Uber und Google autonome Fahrzeuge entwickeln, haben sich die Unternehmen auseinander bewegt. In Kalifornien testet Google sogar schon einen Fahrservice, der dem von Uber ähnlich ist und der Konzerntochter Waymo werden ebenfalls Ambitionen für einen Ridesharing Dienst nachgesagt.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

myTaxi, Blacklane und myDriver: Abgehängt beim Thema autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren wird zur Zeit viel diskutiert und als nächster großer Trend angesehen, der die Automobilindustrie grundlegend verändern wird. Mit autonomen Fahrzeugen  lässt sich ein günstiger und flexibler Fahrservice realisieren, so dass vor allem in Städten auf individuellen Fahrzeugbesitz verzichtet werden kann.

In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Menschen werden vermehrt auf Fahrdienste zurückgreifen, um von A nach B transportiert zu werden. Bis autonome Fahrzeuge serienreif sind, werden die Fahrdienste noch auf Autos mit Fahrer angewiesen sein. Vor allem in den USA beschäftigen sich die Fahrdienstplattformen mit der Entwicklung von Software und Hardware für autonome Autos. Hinzu kommen die eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung von hochauflösenden Karten, die für den Einsatz von fahrerlosen Autos erforderlich sind.

Wie weit beschäftigen sich die deutschen Plattformen myTaxi, Blacklane und MyDriver mit dem Thema? Festzustellen ist, dass das Thema autonomes Fahren bei keinem der drei großen deutschen Plattformen auf der Agenda steht.

Die Fahrdienst-Plattform Blacklane geht davon aus, dass auch mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen weiterhin ein Fahrer an Board sein wird, der sich dann um andere Dinge kümmert. Vorstellbar ist eine Art on-board Service, wie man es vom Flugzeug her kennt. Da der Trend zu günstigeren Fahrpreisen geht und ein Service auf kurzen Strecken nicht relevant sein wird, hört sich diese Version nicht glaubwürdig an. Zu den Investoren von Blacklane gehört der Automobilkonzern Daimler. Das sich Daimler bevorzugt mit Uber verbindet, kann auch als Indiz gewertet werden, dass Blacklane noch keine Strategie zu dem Thema hat.

Ähnlich wird es bei myTaxi sein, das ebenfalls finanziell von Daimler unterstützt wird. Sie dem  Jahr 2014 gehört myTaxi vollständig zu Daimler. Bisher hat sich myTaxi noch nicht zu dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Da Daimler und myTaxi nicht die Taxifahrer verunsichern möchte, kann es natürlich sein, dass intern an dem Thema gearbeitet wird aber erst  zu einem späteren Zeitpunkt damit an die Öffentlichkeit gegangen wird.

Das Unternehmen myDriver dürfte sich bisher am wenigsten mit dem Thema beschäftigt haben. Anders als bei Blacklane und myTaxi steht hinter myDriver keine Automobilkonzern. myDriver gehört zu dem Mietwagenunternehmen Sixt, das enge Verbindungen zu BMW unterhält. Langfristig könnte es sein, dass myDriver mit dem Carsharing Angebot DriveNow von Sixt und BMW zusammenwächst und autonome Fahrzeuge von BMW zum Einsatz kommen werden.

Alle drei Anbieter scheinen sich nicht mit der Entwicklung von Hardware und Software für autonome Fahrzeuge zu befassen. Auch das Erfassen von hochauflösenden Kartendaten scheint im Moment nicht auf der Agenda zu stehen. Die Anbieter sollten bestrebt sei, das zu ändern, um nicht vollständig den Anschluss zu verlieren.

In den USA und Asien beschäftigen sich Ride-Hailing Plattformen mit dem Thema der fahrerlosen Autos. Diese Ride-Hailing Plattformen eignen sich hervorragend, um autonome Fahrzeuge einzusetzen. Grab testet in Singapur einen Service mit Roboter Taxis, Lyft entwickelt mit General Motors autonome Fahrzeuge, die auf der Ridesharing Plattform eingesetzt werden sollen. Am aktivsten ist das Unternehmen Uber, das sich gleich auf mehreren Fronten mit autonomen Fahrzeugen beschäftigt. Auf der einen Seite wurde das Unternehmen Otto übernommen, das fahrerlose LKWs entwickelt. Auf der anderen Seite werden bereits autonome Volvos in einigen Städten getestet. Die Technologie und Software für die umgerüsteten Volvos wurde von Uber selbst entwickelt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Daimler Konzern mit Uber eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet hat. Daimler möchte autonome Fahrzeuge auf der Uber Plattform betreiben.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Plant Lyft doch die internationale Expansion?

Lyft, der zweitgrößte Ride Hailing Anbieter in den USA, könnte in diesem Jahr eine internationale Expansion unter eigenem Namen planen. Im laufe des Jahres sollen weitere Einzelheiten verkündet werden. Schon vor ein paar Jahren hat das Unternehmen verkündet, nach Europa expandieren zu wollen, sich dann aber vorerst auf die USA fokussiert.

In den USA ist Lyft im vergangen Jahr schneller als der große Konkurrent Uber gewachsen.Das Unternemen hat sich bisher auch nur auf den amerikanischen Markt fokussiert und Uber die weltweite Expansion überlassen. Der eigentliche Plan des Ride-Hailing Anbieters war der Aufbau eines internationalen Partnernetzwerks mit Anbietern wie Didi, Ola oder Grab. Bisher hat es die Allianz aber nicht geschafft, sich auf eine Lösung für die internationale Vermittlung von Fahrten zu verständigen.

Nur zwischen Didi und Lyft existiert eine engere Partnerschaft, die aber auch bald der Vergangenheit angehören wird. Lyft Nutzer konnten in China über die App die Fahrer und Fahrzeuge des Partners Didi buchen. Didi Nutzer konnten die über die Didi App in den USA einen Lyft Ridesharing Dienst buchen. Ein Sprecher des Unternehmens hat angekündigt, dass die Nutzer demnächst dazu aufgefordert werden, die App des jeweilige lokalen Anbieters zu installieren. Sprich Chinesen, die in China Didi nutzen und in die USA reisen, müssen die Lyft-App installieren, wenn sie eine Fahrt in den USA buchen möchten.

Dieser Schritt kann bedeuten, dass es zu komplex gewesen ist, ein gemeinsames Netzwerk an Ridesharing Diensten aufzubauen, das global über die Anwendungen der einzelnen Anbieter genutzt werden kann, ohne die App des lokalen Anbieters zu installieren. Die jeweiligen Anbieter setzen auf unterschiedliche Technologien bei der Fahrtvermittlung, eine Verknüpfung dürfte schwierig sein. Die Übernahem von Uber China durch den Netzwerkpartner Didi und die darauf folgende Beteiligung von Didi an Uber wird außerdem zu Spannungen in der globalen Allianz von Ola, Grab, Didi und Lyft gesorgt haben.

Daimler baut selbstfahrende Autos für Uber Plattform

Daimler und Uber haben heute bekanntgegeben, dass eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen unterschrieben wurde.

Selbstfahrende Autos der Marke Mercedes-Benz sollen in den kommenden Jahren auf der Uber Plattform global eingesetzt werden. Anders als bei der Kooperation von Uber und Volvo will Daimler den Betrieb der selbstfahrenden Autos selber übernehmen und Uber nur als Plattform für die Vermittlung nutzen. Daimler wird den Fahrpreis erhalten und eine Vermittlungsgebühr für jeden Fahrt an Uber bezahlen.

Von der Partnerschaft profitieren beide Unternehmen. Daimler sichert sich den Zutritt zur weltweit größten Plattform für Ridesharing-Dienste. Der Konzern ist nicht in der Lage, eine Plattform in ausreichender Geschwindigkeit und mit der enormen Reichweite von Uber aufzubauen. Uber setzt in Zukunft auf autonome Fahrzeuge, um eine sichere und günstige Transportmöglichkeit in den Städten anbieten zu können und gleichzeitig profitablen arbeiten zu können. Das Ride-Hailing Netzwerk hat aber nicht die Erfahrung, komplexe Produkte wir Autos in Serie zu produzieren. Dafür ist Uber auf die Partnerschaften mit Automobilherstellern angewiesen. Mit Daimler ist nun einer der führende Automobilkonzerne an Board.

Uber beschäftigt sich seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Mit seiner Advanced Technology Group hat das Unternehmen eine Engineering-Gruppe für autonomes Fahren aufgebaut, die selbstfahrende Fahrzeuge auf US-Straßen testet. Zusätzlich wurde das Unternehmen Otto übernommen, das an selbstfahrenden Lkws arbeitet.

An mehreren Standorten arbeiten Teams an der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit Ende letzen Jahres testet Uber bereits selbstfahrende SUVs in unterschiedlichen Städten. Die Basis für die Testfahrzeuge sind Volvo XC SUVs, die mit Technik von Uber ausgestattet wurden. Gleichzeitig investieren Uber und Volvo gemeinsam 300 Mio. US Dollar in die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die Summe ist etwa gleich zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Bei Daimler ist die Kooperation ein Teil der CASE Unternehmensstrategie. CASE steht für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht – damit definiert Mercedes-Benz Cars die vier wichtigsten Trends der Mobilität der Zukunft. Die Vereinbarung mit Uber markiert einen weiteren Schritt in Richtung „shared“ und „autonomous“.

Erstaunlich, dass der Autokonzern dieses Thema so offen kommuniziert. Die Taxifahrer gehören zu einer wichtigen Kundengruppe für Daimler, ein Großteil der Taxen sind in Deutschland immer noch Mercedes-Benz Fahrzeuge. Durch die Unterstützung von myTaxi hat Daimler schon viel Zorn der Taxifahrer auf sich gezogen. Die neuste Ankündigung wird dazu beitragen, dass sich noch mehr Taxibetriebe von Daimler abwenden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Daimler soll vor Übernahme von Taxibeat stehen

Der Autokonzern Daimler soll kurz vor der Übernahme von Taxibeat sein, einer Taxi-App aus Griechenland. Das Unternehmen hinter der Ride-Hailing App ist profitabel und soll für rund 40 Mio. Euro übernommen werden. Daimler würde durch die Übernahme im Bereich der Fahrdienstplattformen stärken.

Über die mögliche Übernahme hat zuerst das die Griechische Seite Naftenporiki berichtet. Bei Daimler würde Taxibeat ein Teil von Daimler Mobility Services werden. Unter dem Geschäftsbereich bündelt Daimler auch schon die Taxi-Apps Hailo und MyTaxi, sowie das Carsharing Angebot car2go und die App für multimodale Mobilität moovel. Vor kurzem wurde außerdem die peer-to-peer Carsharing Plattform Croove gestartet.

Taxibeat wurde im Jahr 2011 gegründet und hat bisher weniger als 7 Mio. Euro Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Openfund und Hummingbird Ventures. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen trotz Krise in Griechenland ein starkes Wachstum verzeichnen. Taxibeat konnte zuletzt eine Wachstumsrate von 180% über den Zeitraum von einem Jahr vorweisen. Bei dem griechischen Anbieter kann der Fahrgast den Fahrer direkt aussuchen, wenn er möchte.

Taxibeat gehört zu den kleineren Anbietern und ist nur in Griechenland und Peru aktiv. Durch den Fokus auf die zwei Märkte konnte das Unternehmen die Profitabilität erreichen, da keine hohen Kosten für einen Anlauf in neuen Städten anfallen. In Griechenland sind auf der Plattform 7000 Taxifahrer registriert und 850.000 Nutzer sind registriert. In Peru kommt Taxibeat auf 15.000 registrierte Fahrer und 800.000 Nutzer, die die App heruntergeladen haben.

In den letzten Monaten und Jahren hat sich einiges auf dem Markt der Mobilitätsdienstleister getan. Grundsätzlich wird sich das Mobilitätsverhalten vor allem Städten stark verändern. In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Nachfrage nach alternativen Moblitätsdiensten wird steigen. Zuerst werden Carsharing und Ridesharing Dienste diese Lücke ausfüllen, später werden autonome Ride-Hailing Dienste wichtiger werden.

Startups wie Uber, Didi und Lyft investieren Summen in Milliardenhöhe, um globale Fahrdienstplattformen aufzubauen. Kleinere Anbieter, wie eben Taxibeat, werden aufgekauft oder geben auf. Etablierte Automobilkonzerne beteiligen sich an Anbietern von Mobility Services oder übernehmen diese komplett. Der Volkswagenkonzern hat sich mit 300 Mio. Euro an Gett beteiligt, General Motors ist Investor bei Lyft. Renault hat die Fahrdienst Plattform Karhoo aus der Insolvenz übergenommen, Ford hat den Shuttle Dienst Chariot übernommen.

Daimler hat schon recht früh die Relevanz von Mobility as a Service Angebote erkannt. Bereits 2012 hat sich Daimler an myTaxi beteiligt und im Jahr 2014 komplett übernommen. Im gleichen Atemzug wurde die Übernahme von RideScout veröffentlicht Im letzten Jahr kam die Mehrheitsbeteiligung an der Taxi-App Hailo hinzu. Um in Zukunft unabhängiger vom Verkauf von Mercedes Fahrzeugen zu sein, hat der Konzern die Strategie CASE beschlossen. Mobilitätsdienstleistungen, wie Carsharing und Ride-Hailing sind elementarer Bestandteil von CASE.

Bild: Taxibeat (alle Rechte vorbehalten)

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