Tesla Carsharing Service

Elon Musk hat Details über den geplanten Tesla Carsharing Service kommuniziert. Fahrzeugbesitzer werden ein Set an Kriterien zur Verfügung haben, um den Nutzerkreis für ihr Auto zu kontrollieren. Unter anderem wird es in Bewertungssystem gegen, über das die Tesla-Besitzer die Nutzer bewerten können.

Nutzer für Tesla Carsharing definieren

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Wenn man als Tesla-Besitzer sein Fahrzeug nicht benötigt, kann man es über einen Klick in einer App für andere Nutzer auf der Tesla Carsharing Plattform zur Verfügung stellen. Davor kann einstellt werden, wer das Fahrzeug anmieten kann. Zum Beispiel kann definiert werden, dass nur Nutzer mit fünf Sternen den eigenen Tesla anmieten kann. Der Nutzerkreis kann aber auch ausschließlich auf bestimmte Nutzergruppen, wie die Familie eingegrenzt werden. Wird das Fahrzeug wieder benötigt, reicht ein Klick in der App und das Fahrzeug wird wieder zur Verfügung stellt.

Autonome Fahrt zu Besitzer

Geplant ist natürlich, dass das Fahrzeug autonom zum Besitzer zurück fährt. Es wird also noch ein paar Jahre dauern, bis wir das neue Angebot tatsächlich testen und nutzen können. Ein ähnliches Angebot plant die BMW Marke Mini. Die Käufer von Mini Fahrzeuge sollen auch entscheiden können, ob sie ihre Autos auf der DriveNow oder ReachNow Plattform fremden Nutzern zur Verfügung stellen. Bleibt immer noch die Frage, was passiert, wenn das Auto benötig wird, aber durch einen anderen Nutzern blockiert ist. Erhält der Besitzer dann die Möglichkeit, ein anderes Fahrzeug umsonst zu nutzen, oder muss er sich eins kostenpflichtig anmieten?

Das Tesla Carsharing-Programm ist Teil des neuen Master Plans, der von Musk vor ein paar Wochen vorgestellt wurde. Tesla wird es starten, wenn die Fahrzeuge voll autonom fahren können. Fahrzeuge werden die meiste Zeit nicht bewegt und stehen ungenutzt herum. Durch das Teilen der Flotte, soll die Auslastung der Fahrzeuge erhöht werden und die Anzahl der Fahrzeuge reduziert werden.

Bild:Jack Snell / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Deliveroo bekommt 275 Millionen US-Dollar

Deliveroo, der Essen-Lieferservice hat weitere 275 Millionen US$ an Finanzierung eingesammelt. Dabei soll das Unternehmen mit einer Summe von einer Milliarde US$ bewertet worden sein. Bridgepoint steigt als neuer Investor ein und hat auch die letzte Runde angeführt.

Das Unternehmen will mit dem Geld in weitere Märkte expandieren, ein Teil der Finanzierung wird auch in den Aufbau der bestehenden Städte fließen. Das Geschäft von Deliveroo in den 84 bestehenden Städten ist sehr kapitalintensiv. Auf der einen Seite müssen hohe Summen ins Marketing gesteckt werden, auf der anderen Seite ist die Flotte an Fahrern recht groß. Das Unternehmen wird auch in weiterer Konzepte investieren, wie z.B. in RooBox. Dabei handelt es sich um ausgestattete Küchen, die von Restaurants genutzt werden können, um die Kapazitäten zu steigern und die Präsenz in einigen Stadtteilen auszuweiten.

Biser 475 US$ für Deliveroo

Bisher wurden stolze 475 Millionen US$ in Deliveroo investiert. Das Investment kommt zu einer Zeit, in der auch andere gut finanzierte Unternehmen einen ähnlichen Essenlieferservice nach Europa bringen. Auf der einen Seite prescht Uber mit UberEATS vor, auf der anderen Seite halten sich die Gerüchte, dass auch Amazon mit einem Lieferservice für Gerichte von angesagten Restaurants starten wird. Dazu kommt Foodora, das von Delivery Hero finanziert wird.

Intensiver Wettbewerb

Vor kurzem musste Take Eat Easy aufgeben, da das Investment aufgebraucht war und die Investoren nicht bereit waren, weiteres Geld zu investieren. Wahrscheinlich waren die Take Eat Easy Investoren auch über die bevorstehende Runde von Deliveroo im Bilde. Auch für Deliveroo scheint es schwierig gewesen zu sein, die Finanzierungsrunde abzuschließen. Neun Monate hat es anscheinend gedauert, bis die Finanzierung abgeschlossen wurde. Einige Branchenkenner hatten schon die Befürchtung, dass es Deliveroo nicht schafft, weitere Investoren zu überzeugen, was ein fatales Signal für die ganze Branche gewesen wäre.

Unterschiedliche Quellen berichten auch, dass Morgan Stanley beauftragt wurde, bereits einen Käufer zu finden. Angesprochen wurden potentielle Partner, wie Uber, Delivery Hero, Just Eat oder Amazon. Bleibt abzuwarten, ob wir in den nächsten Monaten engere Partnerschaften zwischen den Lieferdiensten sehen. In London fahren viele der Kuriere schon mit UberEATS und Deliveroo Branding durch die Straßen, wahrscheinlich um schnell zwischen den Plattformen zu wechseln.

In Deutschland ist Deliveroo im vergangenen Jahr gestartet. Größter Konkurrent hier ist Foodora. Der Service UberEATS soll anscheinend in den nächsten Monaten in Berlin und München gestartet werden.

Bild: Claudio Fasciola (alle Rechte vorbehalten)

Flixbus übernimmt auch Postbus

Der Markt der Fernbusanbieter in Deutschland konsolidiert sich weiter. Erst vor ein paar Wochen hat der Anbieter Flixbus den Konkurrenten MegaBus aus Großbritannien übernommen. Jetzt erfolgte die nächste Übernahme. Die Post verkauft ihr Postbus Angebot an Flixbus. Flixbus hat nach der Übernahme einen Marktanteil von mehr als 80%. Einziger stärkere Konkurrent bleibt somit das Angebot von BerlinLinienBus, das zum DB Konzern gehört.

Flixbus will weiter zukaufen

Für Flixbus soll es nicht der letzte Kauf gewesen sein, das Unternehmen schaut sich nach weiteren Zukäufen in Europa um. Die Lage sei im Moment günstig und Flixbus scheint über genügend finanzielle Mittel zu verfügen, um die Zukäufe und damit verbundenen Kosten zu stemmen.

Billigtickets als Problem für Postbus

Die Deutsche Post hat das Fernbusangebot an Flixbus verkauft, da es sich bei dem hohen Kostendruck durch Billigtickets nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Ursprünglich wurde Postbus von der Deutschen Post und dem ADAC gegründet. Der ADAC ist nach kurzer Zeit ausgestiegen und die DeutschePost hat das Angebot alleine weiter betrieben. Flixbus ist aus der Fusion der beiden großen Anbieter MeinFernbus und Flixbus entstanden. Bisher fährt Flixbus noch keine Gewinne ein. Innerhalb diesen Jahres soll im Deutschsprachigen Raum die Profitabilität erreicht werden.

Steigen jetzt die Preise?

Es ist zu erwarten, dass durch die Übernahme auch die Ticketpreise für die Kunden ansteigen. Durch die neue Marktmacht von Flixbus fehlt der Wettbewerb und das sei schlecht für die Verbraucher. Die Strategie von Flixbus, mit günstigen Preisen die Wettbewerber aus dem Markt zu drängen, scheint vorerst aufzugehen.

Bild: Flixbus (alle Rechte vorbehalten)

Mobileye und Tesla gehen getrennte Wege

Die beiden Unternehmen Tesla und Mobileye werden ihre Kooperation beenden. Die Trennung beider Unternehmen folgt nach dem tödlichen Unfall eines Teslas, der mit der Autopilot Funktion unterwegs war. Mobileye stattet fast alle teil-autonomen Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller mit Sensoren und entsprechender Hardware aus. Unter anderem werden auch die Tesla S und Tesla X Modelle mit den Systemen von Mobileye ausgestattet, so dass diese Autos über teil-autonome Eigenschaften verfügen.

Kooperation endet im Herbst

Im Januar hat der CTO noch über Einzelheiten der Zusammenarbeit und die technischen Funktion der Mobileye Komponenten im Tesla referiert. Bei der Präsentation der letzten Quartalsergebnisse hat Shashua dann verkündet, dass die Kooperation beendet wird. Das System EyeQ3 wird weiterhin in den jetzigen Modellen verbaut und das Unternehmen wird weiterhin die Software-Verbesserungen für das bestehende System liefern. Die zukünftigen Systeme werden nicht in den nächsten Tesla Modellen verbaut werden. Chips, Sensoren, Kameras und Software muss sich Tesla demnächst bei einem anderem Lieferanten besorgen oder selbst entwicklen.

Partnerschaft mit BMW und Intel

Mobileye hat erst vor kurzem eine Partnerschaft mit BMW und Intel geschlossen, um Systeme für vollautonomer Fahrzeuge zu entwickeln. Diese sollen in fünf Jahren auf den Markt kommen. Ziel ist es, dass Systeme entwickelt werden, die ein hohes Level an Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten. In der Kooperation mit BMW und Intel ist Mobileye mit in die Entwicklung mit eingebunden und ist nicht nur ein Zulieferer.

Der Crash des Teslas hat auch negatives Licht auf das israelische Unternehmen geworfen. Es ist zu vermuten, dass sich Mobileye um seine Reputation Sorgen gemacht hat und deswegen die Partnerschaft beendet wurde. Dem Unternehmen ist die Strategie von Tesla zu risikofreudig. Der Aktienkurs des Unternehmens ist nach dem Bekanntwerden der Beendigung der Partnerschaft um 9% eingebrochen, Tesla verlor nur 0.9%. Es wird vermutet, dass Tesla eigene Sensoren und Systeme für vollautonome Fahrzeuge entwickelt oder auf einen anderen Zulieferer setzt.

Daimler stockt bei Blacklane auf

Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Blacklane schon seit längere Zeit versucht hat, eine Finanzierung einzusammeln. Dieses Vorhaben ist jetzt mit einem Millioneninvestment unter der Führung von Daimler geglückt. Daimler stockt damit seinen Anteil an Blacklane auf, die weitern Altinvestoren RI Digital Ventures, b-to-v und Alstin gehen die Runde auch mit. Mit der Finanzierung soll vor allem das Geschäft in Asien und im Mittleren Osten vorangetrieben werden.

In der Series C Finanzierung sollen insgesamt etwa. 24 Mio. Euro in das Unternehmen fließen. Von Daimler sollen 15 Mio. Euro Finanzierung kommen. Im Jahr 2014 hatte Blacklane die letzte kommunizierte Finanzierungsrunde. Damals ist die Japanische Recruit Holding mit einem Millionenbetrag bei einer Bewertung von 140 Mio. Euro eingestiegen. Seitdem scheint sich die Bewertung nicht wesentlich erhöht zu haben. Es ist eher davon auszugehen, dass die Bewertung reduziert wurde, es ist die Rede von mehr als 100 Mio. Euro.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2011 gegründet und bietet einen Limousinen Service mit professionellen Chauffeuren. Die Dienste von Blacklane müssen mit einer Vorlaufzeit über die App oder die Webseite gebucht werden. Es werden vor allem Geschäftsreisende angesprochen, die eine Fahrt zum Airport oder zu einem Geschäftstermin buchen. Blacklane beschäftigt keine eigenen Fahrer, sondern tritt als Vermittler an lokale Fahrdienstleister auf. Das Unternehmen arbeitet mit Reiseplattformen, wie Expedia und Booking.com zusammen. Über Amadeus soll der Service in den Buchungsprozess von Reisebüros und auf Webseiten von Fluggesellschaften integriert werden.

Der Service ist zur Zeit in mehr als 200 Städten in 50 Ländern aktiv. Für Blacklane arbeiten 200 Mitarbeiter.

Für Daimler ist das Investment in Blacklane ein teil der Strategie, um den Konzern fit für innovative Mobilitätsdienstleistugen zu machen. In der vergangenen Woche hat der Konzern angekündigt, dass bisher 500 Millionen Euro in den Aufbau von Mobilittsplattformen besteckt wurden. Erst in der vergangenen Woche wurde die Fusion von MyTaxi und Hailo verkündet. Neben Daimler interessieren sich auch andere Automobilkonzerne für die neuen Fahrdienste. Volkswagen hat 300 Mio. US$ in Gett investiert, GM ist mit 500 Mio. US$ bei Lyft eingestiegen.

Bild: Blacklane (alle Recht vorbehalten)

Didi Chuxing und Uber: Der Krieg in China ist beendet

Heute geht es Schlag auf Schlag. Blacklane verkündet, dass weiter Millionen von Daimler eingesammelt wurden (Bericht folgt), der Shuttle-Service Allygator Shuttle wird ab Freitag durch Berlin fahren und Uber verkauft sein China Geschäft an Didi Chuxing. In den vergangenen Wochen war schon mehrmals über eine Fusion berichtet worden.

Teurer Preiskampf endet

Mit dem Verkauf von Uber China and Didi Chuxing endet ein teurer Preiskampf im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Außerdem bietet der Verkauf die Chance, dass sich Uber auf andere Märte fokussieren und ein möglichen Börsengang vorbereiten kann. Der Wettbewerb in China hat jährlich mehr als eine Milliarde US$ an Verlust generiert.

Ich kann mich noch daran Erinnern, wie Uber China im Jahr 2013 gestartet wurde. In Shanghai waren die Fahrzeuge nur im Französischen Viertel unterwegs. Auf Werbung wurde verzichtet, da Uber Angst hatte, dass der Fahrservice sofort verboten wird, wenn zu viel Aufmerksamkeit bei den Behörden erzeugt wird.

Didi wird Uber Investor

Didi Übernimmt das China Geschäft von Uber und investiert gleichzeitig eine Milliarde US$ in das globale Geschäft von Uber. Uber Technologies und die anderen Anteilseigner von Uber China halte nach dem Zusammenschluss 20% an dem fusionierten Unternehmen. Uber Chef Travis Kalanick wir dem Aufsichtsrat von Didi beitreten und Didi Gründer Cheng Wei dem von Uber. Didi übernimmt die Marke von Uber, das operative Geschäft inklusive Angestellte und die Daten.

Uber ist profitabel in den USA und Kanada. In den meisten anderen Märkten verliert Uber weiterhin Geld, da diese Märkte noch aufgebaut werden müssen. Die großen Verluste in China sind auch ein Grund dafür dass Uber bisher keinen Börsengang gewagt hat. Laut dem Universitätsprofessor Arun Sundararajan waren die hohen Verluste in China eine existenzbedrohende Gefahr für das gesamte operative Geschäft für Uber. Kurzfristig scheint der Verkauf als Niederlage, langfristig wird es das Unternehmen aber stärken, da es sich auf die anderen Märkte konzentrieren kann.

Partnerschaft mit lokalen Uber Kontrahenten

Didi wird nach dem Deal mit 35 Milliarden US$ bewertet. Der 20% Anteil von Uber und den anderen Uber China Investoren wird somit mit 7 Milliarden US$ bewertet. Bei eine der letzten Finanzierungsrunden wurde das China Geschäft mit 8 Milliarden US$ bewertet. Uber Technologies wurde zuvor mit 68 Milliarden US$ bewertet. Didi hat sich in den letzten Jahren an Lyft, Ola und Grab Taxi beteiligt, um einen Fuß in den Markt anderer Länder und Regionen zu bekommen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Partnerschaften nach dem Investment in Uber entwickeln. Didi hat angekündigt, weiterhin mit den lokalen Partner zusammen zuarbeiten. Uber wird nach dem Zusammenschluss die Möglichkeit bekommen, weitere Details über die lokalen Wettbewerber in Erfahrung zu bringen.

Didi Chuxing ist aus der Fusion von Didi und Kuaidi hervorgegangen. Erst in diesem Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde an Didi Chuxing bei einer Bewertung von 28 Milliarden US$  beteiligt. Dem Unternehmen spielt auch in die Karten, dass die Chinesische Regierung ein neues Gesetz erlassen hat, das Fahrdienste erlaubt. Didi muss es jetzt schaffen, das Geschäft mit den Mitfahrgelegenheiten in die Gewinnzone zu bringen. Bisher wurden nur Verluste generiert, aber nur ein profitables Geschäft wird nachhaltig sein.

Bild: iphonedigital / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Take Eat Easy ist insolvent

Der Essen-Lieferdienst Take Eat Easy ist pleite und stellt sofort den Betrieb ein. Das im Jahr 2013 gegründete Unternehmen hat es nicht geschafft, eine neue Finanzierungsrunde einzusammeln. Jetzt wurde Insolvenz angemeldet und es wird nach einem Käufer gesucht. In der letzten Woche wurde noch ein Meilenstein verkündet, die millionste Lieferung wurde ausgeliefert.

Das Unternehmen aus Brüssel hat somit im Wettbewerb mit Foodora und Deliverooo verloren. Die im letzten Jahr eingesammelten 16 Mio. US$ haben nicht gereicht, um im Wettbewerb mit Foodora und Deliveroo erfolgreich zu ein. Foodora verfügt über hohe finanzielle Mittel aus dem Rocket Umfeld und Deliveroo hat ebenfalls eine stattliche Finanzierung eingesammelt. Hinzu kommt, dass UberEATS in Europa gestartet ist und Amazon ebenfalls in den Markt für Restaurant Lieferservices einsteigen möchte.

Seit Oktober 2015 wurde versucht, die Series C einzusammeln. Laut Blog Post von Take Eat Easy Gründer Adrien Rosen hat das Unternehmen in der Zeit Ablehnungen von 114 VCs erhalten. Ein Deal über das Investment von  30 Mio. US$  durch ein staatseigenes französisches Logistikunternehmen ist gescheitert. Nach einer dreimonatigen Due Diligence  hat der Aufsichtsrat den Deal abgelehnt und das Investmentangebot wurde zurückgezogen. Die Verhandlungen unter einer Exklusivitätsvereinbarung, somit gab es keinen Plan B.

Starke Wettbewerber für Take Eat Easy 

Für die geplante Finanzierungsrunde war es nicht hilfreich, dass Deliveroo über 200 Mio. US$ eingesammelt hat. Fraglich ist auch die Rolle, die Rocket Internet in dem Zusammenhang gespielt hat.  Die Tatsache, dass Rocket Internet in Take Eat Easy investiert hat und die Anteile dann an Delivery Hero weiterverkauft hat, dürfte nich unterstützend gewesen sein. Zu Delivery Hero gehört auch Foodora (vormals Volo), in das vom Unternehme sehr viel Geld gesteckt wird, um mit Deliveroo mithalten zu können. Delivery Heros Interesse, einen zweiten starken Player aufzubauen, dürfte gering gewesen sein. Ebenso das Interesse an einer Fusion von Foodora und Take Eat Easy, die teuere geworden wäre. Investoren wird es abgeschreckt haben, dass ein starker Wettbewerber direkten Zugriff auf alle Planungen und Kennzahlen von Take Eat Easy hat.

Wer kommt als Käufer in Frage? 

Die hohen Fixkosten und die geringe Marge sind dem Unternehmen letztendlich auf die Füße gefallen. Fraglich ist, wer das Unternehmen in einem nächsten Schritt kaufen könnte. Die meisten der zuletzt 160 Mitarbeiter werden schnell das Unternehmen verlassen wollen, wenn sie nich schon weg sind. Somit würde es kein Team mehr geben, um das Geschäft am Leben zu halten. Die Kundenbasis dürfte sich mit der von Foodora und Deliveroo stark überschneiden, somit dürften diese beiden Unternehmen auch nicht als Käufer in Frage kommen. Unternehmen wie Amazon und Uber scheinen lieber auf eine eigenen Technologie und ein eigenes Sales Team zu setzten. Wer bleibt da noch?

Nach der Insolvenz von Food Express, der Entlassungswelle bei Moovinga und dem Aus von Take Eat Easy und Valk Fleet stellt sich die Frage, ob es der richtige Weg ist, ein Unternehmen schnell aufzublasen, ohne ein profitables Geschäftsmodell zu haben. Angemessenere wäre es, zuerst zu beweisen, dass das Geschäft auf einem kleinen Level profitabel funktioniert, bevor es dann hochskaliert wird.

Über Take Eat Easy konnten die Nutzer fertig zubereitete Gerichte von beliebten Restaurants bestellen. Es wurde entweder über die Smartphone App oder die Website bestellt. Wie Foodora, UberEats und Deliveroo verfügte auch Take Eat Easy über eine Flotte an Lieferfahren, die die Gerichte mit Fahrrädern oder Motorrollern ausgeliefert haben. Von den Restaurants wurde eine Gebühr von 30% einbehalten, die Nutzer mussten zusätzlich 2.50 Euro Liefergebühr bezahlen. Nach dem Start in Brüssel ist das Unternehmen in 20 europäische Städte expandiert. Take Eat Easy hatte am Ende 3.200 Restaurants auf der Plattform und 350.000 Kunden.

Bild: Screenshot Take Eat Easy Website (alle Rechte vorbehalten)

Hailo und mytaxi schließen sich zusammen

Die beiden Taxi-Apps Hailo und mytaxi schließen sich zusammen. Zusammen werden laut eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Nutzer erreicht und in den mehr als 50 Städten in neun EU Ländern sind mehr als 100.000 Taxi-Fahrer registriert. Durch den Zusammenschluss entsteht Europas größte Taxi-Plattform mit 70 Millionen Fahrgästen. Nicht klar ist, welche Annahmen hintern der Anzahl an Fahrgästen steht um mit 3 Millionen Nutzer auf 70 Millionen Fahrgäste zu kommen.

Marke Hailo verschwindet

Der Deal muss noch durch die Kartellbehörden genehmigt werden. Erstmal wird die Marke Hailo weiterbestehen, im Jahr 2017 soll der Markenname dann verschwinden. Bis Mitte 2017 soll auch die Integration der beiden Technologieplattformen abgeschlossen sein. Unternehmenssitz ist nach dem Zusammenschluss in Hamburg, wahrscheinlich auch, weil die Kosten und Gehälter in Hamburg günstiger sind, als in London. Neuer CEO des Unternehmens wird  Andrew Pinnington, der besser CEO von Hailo war. Niclaus Mewes, Gründer und bisheriger CEO von mytaxi zieht in den Beirat ein und wird Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. Die Daimler Mobility Service GmbH ist unter anderem für das Carsharing Angebot Car2go und für die Plattform für multimodale Mobilität verantwortlich.

Daimler übernimmt ohne Cash in die Hand zu nehmen

Hailo wurde 2011 gegründet und hat bisher etwa 100 Mio. US$ an Finanzierung unter anderem von Richard Branson, Accel, Union Square Ventures oder Wellington Partners eingesammelt. Richard Branson hat sich auch an dem Fahrdienst SideCar beteiligt, das Unternehmen musste Anfang des Jahres die Segeln streichen. Dementsprechend scheint er nicht sehr erfolgreich mit seinen Investments im Mobilitätsbereich zu sein.

Bei dem Zusammenschluss von Hailo und der Daimler Tochter mytaxi soll kein Geld fließen. Die Transaktion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Danach soll Daimler 60% an der neuen Gesellschaft halten und die Hailo Investoren 40%. Die genaue Bewertung wurde nicht kommuniziert. Über einen Zusammenschluss beider Plattformen wurde schon 2013/2014 spekuliert. Jetzt war die Übernahme für Daimler anscheinend günstig. MyTaxi wurde von Daimler im Jahre 2014 übernommen.

Hailo hat auch versucht, in den USA durchzustarten. Auf Grund der starken Konkurrenz von Uber und Lyft hat das Unternehmen das Geschäft in New York aufgegeben, um sich auf Europa zu konzentrieren. Geld verdient das Unternehmen bisher noch nicht, im Jahr 2014 ist ein Verslust ca. 25 Mio. Euro angefallen.

Immer mehr etablierte Unternehmen und Automobilkonzerne interessieren sich für App-basierte Fahrdienstvermittler. Sie investieren, um den Trend nicht zu verpassen und um Zugang zu den Technologieplattformen zu gelangen. Volkswagen investierte vor kurzem 300 Mio. US$ in Gett, GM hat sich mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt.

Bild: Jon Russell (bestimmte Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.

Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber in New York günstiger als Nahverkehr

In New York kann es diesen Sommer günstiger sein, mit UberPool statt mit dem Nahverkehr durch die Stadt zu fahren. Über die Deal-Seite Gilt City können Nutzer die UberPool “Commute Card” kaufen. UberPool ist ein Angebot von Uber, bei dem sich mehrerer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie auf einer ähnlichen Route unterwegs sind.

Die Karte kann für beliebig viele Fahrten mit UberPool in den Stoßzeiten genutzt werden. Das Angebot ist gültig für Fahrten in den Monaten Juli und August. Das Gebiet begrenzt sich auf Manhattan unterhalb der 125th Street und kann nur in den Stoßzeiten (7:00 bis 10:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr) an den Werktagen Montag bis Freitag genutzt werden. Der Pass kostet zwischen 49 US$ (für zwei Wochen) und 159 US$ (für 8 Wochen)

Im Vergleich dazu, eine Wochenkarte für die U-Bahn kostet 31 US$, eine Monatskarte für 30 Tage kommt auf 116.50 US$. Wer also nur in den oben genannten Stunden unterwegs ist, zahlt also pro Fahrt mit UberPool weniger, als für eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Jemand, der zweimal täglich mit einem UberPool unterwegs ist und über den Pass für einen Monat verfügt, zahlt 1.98 US$ pro Fahrt. Bei Fahrten mit der U-Bahn auf einer Monatskarte würden sich die Kosten pro Fahrt auf 2.91 US$ belaufen.

Für Bewohner New Yorks, die unterhalb der 125th Street vorwiegend an den Werktagen unterwegs sind, lohnt sich das Angebote. Für Einwohner, die auch auch Wochenende unterwegs sind oder über die 125. Straße hinausmüssen, ist die Monatskarte für den Nahverkehr die günstigere Variante.

Uber wird mit dem Angebot wahrscheinlich kein Geld verdienen. Es sollen einerseits weitere Nutzer angelockt werden, außerdem soll so das Sommerloch überbrückt werden. In den letzten Jahren ging das Fahrtvolumen während der Sommermonate zurück. Uber muss den Fahrern genügend Fahrten ermöglichen, ansonsten ist das Risiko vorhanden, dass sie zu Konkurrenten Lyft oder dem Neueinsteiger Juno wechseln.

Bild: LWYang (bestimmte Rechte vorbehalten)

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