Automobilhersteller und Startups: Zwei Welten auf der IAA

Zur Zeit findet in den Messehallen in Frankfurt die IAA 2017 statt. Auch wenn sich die Automobilhersteller um Digitalisierung und Mobilitätsdienste bemühen, liegt der Fokus und das Interesse noch sehr stark auf den ausgestellten Fahrzeugen der Automobilhersteller. Themen, wie Shared Mobility und vollautomatisiertes Fahren, die die Zukunft der urbanen Mobilität sein werden, sind auf der IAA wenig präsent.

Fokus auf Serienfahrzeugen und Show Cars

Auf den Ständen der meisten Automobilkonzerne ist ein Mix aus aktuellen Serienfahrzeugen und futuristischen Show Cars zu finden. Die Show Cars ziehen unter anderem die Besucher an, werden aber so nie auf der Straße zusehen sein. Auch die in Szene gesetzten aktuellen Versionen der Serienfahrzeuge sind ein Magnet für Zuschauer.

Was auffällt, auf den Ausstellungsflächen der meisten Hersteller wird sehr wenig auf die Mobilitätsdienste eingegangen, die in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen werden. Der Automobilkonzern Daimler hat in den letzten Wochen eine Beteiligung an Mobility Startups nach der anderen verkündet, auf der IAA geht das Thema aber so gut wie unter. Daimler hat es gerade einmal geschafft, ein Wand mit Tafeln zu installieren, auf denen die unterschiedlichen Mobility Services, wie Blacklane oder mytaxi Beschrieben werden. Mercedes S-Klassen und aufgemotzte AMG Modelle scheinen immer noch mehr zu begeistern. Ford hat ein Fiesta Modell mit dem Schriftzug Ford Carsharing versehen und auf ein Podest gestellt, die Promoter vor Ort konnten wenige darüber sagen.

New Mobility World mit Fokus auf Zukunft der Mobilität

Im Rahmen der IAA 2017 wird auch wieder die New Mobility World (NMW) veranstaltet, bei der der Fokus auf der Zukunft der Mobilität liegt. Geht man über die Flächen der NMW, bekommt man schnell einen Eindruck, wie stiefmütterlich die Zukunft der Mobilität von den Automobilherstellern behandelt wird. Die Messehalle von Mercedes-Benz ist bis ins letzte Detail aufgemotzt, die Mobility Tochter Movel muss sich mit einem bunten Stand auf der NMW begnügen, der die ganze Zeit so gut wie leer war. Die neue Volkswagen Vorzeigemarke Moia begnügt sich mit einem unspektakulären Stand, während ein Stockwerk tiefer die Serienfahrzeuge und Show Cars in Szene gesetzt werden. Der Kontrast ist mehr als Deutlich, das macht sich auch in den Besucherzahlen bemerkbar.

Insgesamt ist die New Mobility World der spannendste Bereich der IAA 2017 und die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben, internationale Startups und Speaker nach Frankfurt zu holen. Auf den beiden Bühnen der New Mobility World geben sich die Vertreter von Facebook, Uber, Wunder, Via und co. die Klinke in die Hand und schaffen es immerhin, ihre Messages vor gut gefüllten Reihen zu kommunizieren.

Eine vergebene Chance – vielleicht wachsen beide Welten bis zur IAA 2019 zu einem harmonischen Bild zusammen. Sinn würde es machen, die Automobilhersteller haben noch viel zu tun, um sich für die Zukunft fit zumachen, das geht schneller in Zusammenarbeit mit innovativen und dynamischen Startups.

Bilder: GetMobility.de

Volvo übernimmt die Reste von Valet-Parking Startup Luxe

Es ist schon seit mehreren Monaten klar, dass das Startup Luxe nicht weiter überleben kann. Jetzt hat das Unternehmen, das einen Park-Service angeboten hat, einen Käufer gefunden. Der Automobilhersteller Volvo übernimmt unteranderem die Technologie, Plattform und Mitarbeiter von Luxe, um seine eigene Digital-Strategie zu beschleunigen.

Luxe Absturz nach Hype

Das Startup Luxe hat in den letzten Monaten eine herbe Bruchlandung hingelegt. Noch im letzten Jahr wurde das Unternehmen mit mehr als 110 Mio. US$ bewertet und die Autovermietung Herz ist als Investor eingestiegen. In den darauffolgenden Monaten wurde viel Geld verbrannt und das Startup hat es nicht geschafft, weitere Investoren zu überzeugen. Der angebotene Park-Service wurde daraufhin eingestellt und ein Pivot wurde angekündigt. Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, dass die Fahrdienstplattform Uber das Startup übernehmen werde. Zu dem Deal kam es letztlich nicht und Volvo hat zugeschlagen. Volvo Cars würd für die Akquisition nicht viel Geld auf den Tisch gelegt haben, es dürfte sich her um einen Acqui-Hire handeln.

On-demand Valet-Parking für amerikanische Großstädte

Luxe Nutzer konnten ihr Fahrzeug überall in der Stadt an einen professionellen Valet Fahrer übergeben. Der Fahrer hat einen Parkplatz für das Auto gefunden, zusätzlich konnten Dienstleistungen wie Tanken oder Waschen gebucht werden. Zu dem gewünschten Zeitpunkt wurde das Auto wieder an den Fahrer übergeben.

Volvo will digitale Dienste ausbauen

Mit dem Kauf will Volvo die eigene Plattform für digitale Dienste ausbauen. Unteranderem soll ein Hol- und Bringservice mehr Bequemlichkeit für Volvo Fahrer bieten. Die Technologie von Luxe soll dabei helfen, den Service zu verbessern. Volvo erhält einen leistungsfähigen Algorithmus für die Routenplanung, die Planung der Logistik und die Abschätzung der Ankunftszeiten.

Volvo und andere Automobilhersteller investieren zur Zeit enorm in Technologie-Startups, die sich auf den Automotive-Sektor spezialisiert haben. Teilweise werden die Unternehmen auch komplett übernommen. Die Automobilkonzerne wollen sich durch das externe Know-How fit für das veränderte Mobilitätsverhalten und Verständnis für Fahrzeugbesitz machen. Autokonzerne schließen Partnerschaften, um gemeinsam autonome Autos zu entwickeln oder beteiligen sich an Ride Sharing und Shuttle Plattformen.

Bild: Volvo Car Group (alle Rechte vorbehalten)

mytaxi match: Ride Sharing fürs Taxi

Die Taxi-App mytaxi testet in Warschau ein neues Angebot. Mit mytaxi match wir ein neues Pooling-Produkt auf den Markt gebracht, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen können. Der neue Dienst wird zuerst in Warschau verfügbar sein, dort steht den Nutzern eine Flotte von etwa 1000 Taxifahrern zur Verfügung. Später soll mytaxi match in weitere europäische Städte ausgerollt werden.

Neue Routentechnologie für effizientes Teilen

Für mytaxi match hat das Unternehmen in den letzten Monaten eine neue Routentechnologie entwickelt und umfangreich in unterschiedlichen europäischen Städten getestet. Wenn sich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen, ist es aus Sicht der Fahrgäste wichtig, dass die Anfahrtszeit nicht wesentlich länger ist und dass sich auch die Umwege in Grenzen halten. Auch bei dem neuen Ride Sharing Produkt setzt mytaxi auf lizensierte Taxifahrer, die auf der Platform registriert sind.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Verknüpfung von Fahrgästen, die in dieselbe Richtung reisen

Die mytaxi App wurde so konzipiert, dass sie für den Benutzer so einfach wie möglich zu bedienen ist. Mit nur wenigen Klicks findet und verknüpft mytaxi mach zwei Fahrgäste, die in dieselbe Richtung reisen und ermöglicht es ihnen so die anfallenden Fahrtkosten entsprechend der gefahrenen Strecke aufzuteilen. Bis zu 40% Ersparnis verspricht mytaxi, wenn die Fahrt geteilt wird. Sollte sich kein passender Match finden, erhält der Kunde einen kleinen Rabatt. Umweltbewusste Fahrgäste können sicher in dem Wissen reisen, dass Fahrgemeinschaften in den Städten zur Verringerung von Umweltbelastungen und hohen Verkehrsaufkommen beitragen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sondergenehmigung für Deutschland nötig

Für einen Start von mytaxi match in Deutschland wären Sondergenehmigungen von den jeweiligen Behörden erforderlich, da das Personenbeförderungsgesetz ein Pooling vom mehreren Fahrgästen im selben Auto untersagt. Startups, wie CleverShuttle, haben gezeigt, dass es möglich ist, diese Genehmigungen zu erhalten.

Nicht nur mytaxi bietet ein Pooling-Produkt für Taxifahrer an. Auch das amerikanische Startup via, das vor kurzem ein Investment von Daimler/Mercedes-Benz erhalten hat, hat in New York City die Yellow Cabs an die Pooling-Plattform angeschlossen.

Mit den jüngsten Übernahmen von Clever Taxi, Rumäniens führender Taxi-App sowie Taxibeat in Griechenland setzt mytaxi den eingeschlagenen Wachstumskurs weiter fort, festigt seine Präsenz im internationalen Mobilitäsdienstleistungsmarkt und stärkt gleichzeitig seine Position als Europas führendes Taxiunternehmen für den digital vernetzten Personenbeförderungsverkehr.

Bild: mytaxi (alle Rechte vorbehalten)

Roadmap E: Volkswagen startet Elektrifizierungsoffensive

Der Volkswagenkonzern startet unter dem Namen Roadmap E die größte Offensive, um die Modellpalette bis 2025 zu Elektrifizieren. Bis dahin sollen 80 Modelle der Konzernmarken mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Insgesamt 50 Modelle sollen über einen reinen Elektroantrieb verfügen, die übrigen 30 Modelle werden Hybrid Fahrzeuge sein. Mit der Offensive will Volkswagen eine führende Rolle in der Transformation der Automobilindustrie einnehmen.

Volle Elektrifizierung bei Volkswagen bis 2030

Der Konzern geht langfristig sogar weiter und will bis zum Jahr 2030 die komplette Modellpalette elektrifizieren. Das heißt, dass es von jedem der 300 Fahrzeugmodelle, die von den unterschiedlichen VW Marken produziert werden, eine Version mit Elektromotor geben wird. Dabei sind alle Marken und Märkte mit eingeschlossen.

20 Milliarden Euro für Elektrifizierung

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Um dieses Ziel zu erreichen, werden die unterschiedlichen Konzernmarken über die kommenden Jahre mehr als 20 Milliarden Euro in die Elektrifizierung investieren. Das Geld fließt vor allem in die Entwicklung von zwei neuen Plattformen für die Elektrofahrzeuge. Auch die Produktionsstätten müssen neu ausrichtet werden und die Mitarbeiter für die neuen Herausforderungen geschult werden. Volkswagen will auch in die Ladeinfrastruktur investieren.

Mit der ,Roadmap E‘ schlägt der Konzern ein neues Kapitel in der Geschichte von Volkswagen auf und schafft zugleich die Voraussetzungen für den endgültigen Durchbruch der Elektromobilität. Dann entscheiden nur noch die Kunden, wie schnell sie sich flächendeckend durchsetzen wird.

Batterien für 50 Milliarden ausgeschrieben

Das Thema „Batterie” besetzt Volkswagen mit einer mehrstufigen mittel- bis langfristigen Strategie: Zunächst wurde die Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung aller Batteriezellen und -module für den Konzern im „Center of Excellence” Salzgitter gebündelt. Dort baut die Marke Volkswagen auch eine erste Pilotfertigung auf, um Produktions-Know-how zu sammeln.

Allein für die Ausstattung der eigenen E-Flotte mit Li-Ionen Batterien benötigt der Konzern bis 2025 eine Batteriekapazität in einer Größenordnung von mehr als 150 GWh pro Jahr.

Um diesen enormen Bedarf zu decken, wurde eine Ausschreibung für langfristige strategische Partnerschaften für China, Europa und Nordamerika initiiert. Mit einem Auftragsvolumen in Höhe von insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro allein für die Volumenfahrzeuge des Konzerns auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens handelt es sich dabei eines der größten Beschaffungsvorhaben in der Geschichte der Automobilindustrie.

Sedric und I.D. Crozz auf IAA 2017 im Fokus

Auf der IAA 2017 präsentiert Volkswagen weitere Show Cars mit Elektroantrieb, die in den kommenden Jahren in einer abgewandelten Form in Serie gehen dürften. Im Fokus stehen die beiden Modelle Sedric und I.D. Crozz.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bei dem Show Car Sedric handelt es sich um einen markenübergreifenden Ideenträger für Zukunftsthemen autonomes Fahren, Elektrifizierung und digitale Vernetzung, der konsequent weiterentwickelt wird. Später soll Sedric einfache, komfortable, nachhaltige und sichere Mobilität für jedermann auf Knopfdruck ermöglichen – dabei steht der Mensch im Mittelpunkt.

Der I.D. Crozz ist ein sportlicher SUV mit Elektroantrieb, der 2020 in Serie gehen soll.

Bilder: Volkswagen AG (Allre Rechte vorbehalten)

SaaS Anbieter Vulog sammelt 20 Mio. US$ ein

Vulog, ein Anbieter einer SaaS Lösung für Mobilitätsdienstleistungen hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US$ eingesammelt. Das Investment kommt von den Investoren Frog Captial, Innen Capital, Bpifrance und ETF. Das neue Investment soll dazu genutzt werden, das Produkt technologisch weiter auszubauen. Gleichzeitig sollen Marketing und Sales weiter gestärkt werden, um schnelle wachsen zu können.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Flexible SaaS Lösung für Carsharing und co.

Das französische Unternehmen bietet eine SaaS Lösung and, die auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann. Zu den Kunden gehören Autovermietungen, Autokonzerne und Startups, die einen Carsharing bzw. RideSharing Dienst betreiben oder betreiben wollen. Die Lösung unterstützt unterschiedliche Setups, wie zum Beispiel ein free-floating System oder auch ein stationsgebundenes Carsharing Setup.

Die Lösung von Vulog verbindet entweder die vom Hersteller verbaute Lösung oder eine von Vulog nachgerüstete in-car Technologie mit einer Mobilitätsplattform, entsprechenden Analytics Tools und einem Backend-System, das für das operative Management der Services notwendig ist. Im Moment werden über die Technologie von Vulog 10 Millionen Fahrten pro Jahr abgewickelt.

Vulog ist international aktiv

Das Unternehmen gehört fast schon zu den alten Eisen unter den Anbietern im Mobility Bereich. Das Unternehmen wurde bereits 2006 gegründete und entwickelt seitdem Technologien für Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Demnächst soll ein Büro in San Francisco eröffnet werden, bisher arbeiten Teams in Paris, Nizza, Vancouver und Toronto. Zu den Kunden von Vulog gehören Carsharing Anbieter, wie Eva Car Share aus Vancouver, emov in Madrid oder GreenMobility in Kopenhagen.

RideCell mit ähnlichem Ansatz

In den letzten Jahren konnte das Unternehmen stark wachsen und die technische Lösung weiterentwickeln. Wie die Eröffnung des Außenpostens in San Francisco nahelegt, soll der Fokus in Zukunft verstärkt auf dem Nordamerikanischen Markt. Gleichzeitig soll der Service nach Asien expandiert werden. Mehrere Projekte, unter anderem ein Scooter Sharing Dienst sind bereits in der Planung.

Mit dem Angebot positioniert sich Vulog als Mitbewerber zu RideCell aus den USA. Das von BMW finanzierte Unternehmen wird unter anderem für den ReachNow Carsharing und Ridesharing Dienst in den USA genutzt oder von Skoda in Polen.

Bild: Vulog (alle Rechte vorbehalten)

Elektromobilität auf der IAA – aktueller Wegweiser

In den kommenden Tagen startet wieder die IAA in Frankfurt. Trotz der digitalen Transformation und der anderen Veränderungen und Krisen in der  Automobilindustrie ist die Fachmesse in Frankfurt ein Pflichttermin für viele Experten und Unternehmen im Mobilitätsbereich.  Mit der New Mobility World wurde ein Bereich geschaffen, der die aktuellen und zukünftigen Trendthemen, wie connected Car, vollautomatisiertes Fahren, Shuttle Dienste und Carsharing beheimatet. Auch der Zukunftstrend Elektromobilität kommt auf der IAA nicht zu kurz, viele Hersteller werde Serien- oder Konzeptfahrzeuge in Frankfurt präsentieren.

Wegweiser von Electrive

Um eine bessere Übersicht zu bekommen, hat der Branchendienst für Elektromobilität Electrive einen Wegweiser mit den Highlights der unterschiedlichen Hersteller erstellt. Die Experten von Electrive haben sich durch die Hallenpläne und das Programm der IAA gewühlt, um die Highlights in einem übersichtlichen Dokument zusammenstellen zu können. Der aktuelle Wegweiser für die IAA 2017 kann hier geladen werden (externe Seite von Electrive).

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Elektromobilität wird die Zukunft bestimmen

Elektromobilität ist schon heute ein angesagtes Thema und wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Einige Städte und Länder haben bereits Maßnahmen in die Weg geleitet, um Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Ein Verbot von Autos mit Benzin- und Dieselmotoren wird dazu führen, dass Elektromobilität boomen wird. Neueinsteiger, wie Tesla, haben im Moment die Nase vorn – die deutschen Hersteller versuchen jetzt mit aller Kraft aufzuholen.

Neuheiten schon vor der IAA

Auffällig in diesem Jahr ist, dass schon einige Hersteller vorab Informationen über neue Modelle veröffentlicht haben. So hat der Japanische Hersteller Nissan die neue Version des Elektroautos Leaf  präsentiert. Der Automobilhersteller BMW hat den neuen Luxus-SUV BMW Concept X7 iPerformance ausführlich präsentiert. Auch die Konzeptstudie von smart wurde vorab und nicht auf der IAA der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Zukunft der geteilten urbanen Mobilität: Deutsches Startup Wunder Carpool kooperiert mit Toyota

Die klassischen Unternehmen der Automobilindustrie – OEMs und Zulieferer – suchen zunehmend die Nähe zu Startups, um die Digitalisierung voranzutreiben. Auch deutsche Player mischen hier mit. So hat das Hamburger Unternehmen Wunder Carpool, das größte unabhängige Mobilitäts-Startup in Deutschland, vor kurzem die Zusammenarbeit mit Toyota für ein Carpooling-Researchprojekt vereinbart.

Wie sollen Carpooling-Fahrzeuge der Zukunft aussehen

Nicht jeder kann sich vorstellen, gemeinsam mit Fremden in einem Auto zur Arbeit zu fahren. Dennoch ist shared mobility eines der Zukunftsthemen, sowohl für Städte und Gemeinden, als auch Automobilhersteller und Zulieferer. Wunder und Toyota führen daher ein Realtime-Experiment in mehreren hunderttausend Carpool-Fahrzeugen in Emerging Markets durch, bei denen die Reaktionen der Insassen durch biometrische Sitzmatten und Kameras aufgezeichnet und analysiert werden. Wunder Carpool steuert die Softwarelösung für das Projekt bei und kümmert sich um die Datenauswertung. Ziel ist es, herauszufinden wie Carpooling-Fahrzeuge in Zukunft von innen aussehen sollten, um die Fahrt angenehmer zu gestalten – sowohl für Fahrer und Mitfahrer heutzutage, also auch zukünftig in autonom gesteuerten Fahrzeugen. So soll Carpooling als ein Konzept für geteilte urbane Mobilität zukunftsfähiger werden.

Mehr als 700.000 Nutzer fahren mit Wunder

Die Software basiert auf den Erfahrungen und Technologien der Wunder Carpooling-App. Die Plattform vermittelt Mitfahrgelegenheiten mit Privatpersonen in Millionenstädten in Schwellenländern, wo der Verkehr besonders intensiv ist. Durch die inzwischen mehr als zwei Millionen Fahrten und 700.000 Nutzer sammeln die Softwareingenieure und Entwickler von Wunder laufend Praxiserfahrung und können die eigene Technologie schnell weiterentwickeln. Das Unternehmen ist damit inzwischen ein gefragter Technologiepartner der europäischen und asiatischen Automobilindustrie. Ende des Jahres soll das Projekt losgehen.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Erfolg nach schwierigem Start in Deutschland

Ursprünglich ist das Unternehmen als WunderCar in Hamburg und Berlin als privater Taxidienst gestartet. Auf Grund der strikten Vorgaben im Personenbeförderungsgesetz, wurde der Dienst recht schell wieder in den beiden genannten Städten eingestellt. Nach einer ersten Phase in Osteuropa ist das Startup unter dem einprägsamen Namen Wunder nach Asien expandiert. Dort funktioniert der Service vor allem in den wachsenden Riesenstädten sehr gut.

Bild: Wunder Carpool (alle Rechte vorbehalten)

Krieg der Sterne: Uber bekommt in London Konkurrenz durch Via und Taxify

Bisher war Uber mehr oder weniger der einzige große on-demand Fahrdienst in London. Die traditionellen schwarzen Cabbies sind durch den Erfolg von Uber stark unter Druck geraten.  Die amerikanische Ridesharing Plattform bekommt jetzt Konkurrenz von zwei Anbietern. Die App Taxify wird in London starten und das von Mercedes-Benz Vans finanzierte Unternehmen Via ebenso.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Taxify startet mit Problemen

Die Taxi App Taxify aus Estland wurde als erstes aktiv. Bereits letzte Woche wurde der Service gestartet, musste wegen Lizenzproblemen nach drei Tagen pausiert werden. Es wird nicht lange dauern, bis Taxify wieder los legt. Seit ein paar Jahren ist der Fahrdienst in Osteuropa und in Afrika aktiv. Das Setup ist mit Uber vergleichbar und unterscheidet sich in wenigen Punkten. Unter anderem können die Fahrgäste auch mit Bargeld bezahlen und nicht nur über die registrierten Kreditkarten. Der Fahrpreis für die Nutzer soll geringer sein und auch die Fahrer müssen weniger an die Plattform abdrücken. Bei Uber zahlen die Fahrer bis zu 30% Vermittlungsgebühr, bei Taxify lediglich 15% des Fahrpreises. Das ist eine attraktive Alternative für die Fahrer, die sie in Betracht ziehen werden, wenn die Nachfrage da ist.

Mercedes Benz bring Via nach London

Via wird in London demnächst mit einem dynamischen Shuttle Dienst unterwegs sein, nachdem die Genehmigungen eingeholt sind. Ähnlich wie bei Uber Pool werden sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie in die gleiche Richtung unterwegs sind. Via gibt an, dass der entwickelte Algorithmus effizienter arbeitet, als der der Konkurrenten Uber und Lyft. Das führt dazu, dass die Auslastung der Fahrzeuge höher ist und die Nutzer weniger warten müssen und ohne größere Umwege von A nach B kommen. Transportiert werden die Fahrgäste in Minivans aus dem Hause Mercedes-Benz.

Mehr Konkurrenz um Fahrer

Die neuen Konkurrenten werden gut für die Fahrgäste sein, da sie so mehr Auswahl haben. Die Anbieter werden sich mit Rabatten und Angeboten überbieten, um die Fahrgastzahlen wachsen zu lassen. Auf der anderen Seite wird der Wettbewerb um Fahrer höher – schon jetzt zahlt Uber teilweise hohe Summen, um die Fahrer auf die Straße zu bringen. Darauf werden sich sich die Neueinsteiger auch einstellen müssen. Uber hat eine starke Marktposition und auch schon viel in London investiert. Die beiden Neueinsteiger müssen aggressiv auftreten, um ausreichend Nutzer zu finden. Taxify hat zuletzt viel Geld von Didi Chuxing aus China erhalten. Didi hat Uber aus China verdrängt und gibt hoffentlich nicht nur Geld, sondern auch die Erfahrungen weiter.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)

Konferenz mit den führenden Köpfen der Mobilitätswelt auf der New Mobility World

“Beam mich hoch, Scotty!” Auch in Zeiten des Mobilitätswandels bleibt der unverzügliche ‘Personentransport’ der Crew des Raumschiff Enterprise Science Fiction. Ganz anders verhält es sich mit fliegenden Autos, autonomen Fahrzeugen und intelligenten Maschinen. Alles schon Wirklichkeit oder auf dem besten Wege zur Marktreife. Auf der New Mobility World treffen sich nun die Vordenker unserer Zeit während der IAA in Frankfurt (14. – 17. September). So unterschiedlich ihre Standpunkte, sind sich die Experten in einer Sache einig: So rasant wie aktuell ging es mit der Mobilität seit Jahrzehnten nicht voran.

Wer in der schönen neuen Mobilitätswelt mitmischen möchte, der darf auf der New Mobility World nicht fehlen. Denn hier, das ist klar, sind diejenigen vor Ort, die die Mobilität von morgen und übermorgen gestalten. Die gute Nachricht für alle Teilnehmer:
Die Innovatoren halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Vier Tage lang debattieren und diskutieren Koryphäen wie Steve Mollenkopf von Qualcomm, Christoph Stadeler von Facebook oder Helmut Matschi von Continental auf der großen FORUM Bühne und der Speakers’ Corner über den Status Quo und die Disruption unserer Mobilität.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Am Donnerstag und Freitag, den 14. und 15. September, treffen sich Fachbesucher aus ganz unterschiedlichen Branchen. 110 Sprecher debattieren in 100 Programmpunkten auf der großen FORUM-Stage und in der Speakers’ Corner. Die Keynotes und Panels starten jeweils um 10 Uhr. Zu den Höhepunkten des Programms zählen Panels:

  • Die Rolle von Big Data zur Gestaltung der urbanen Mobilität (mit IBM, McKinsey, SAP und Moovit)
  • Konnektivität zwischen Fahrzeugen und der Umgebung (mit Qualcomm und OSR Enterprises)
  • Der städtische Transport der Zukunft (mit der BVG, CLEPA, Uber, Continental und EIT Digital)
  • Intermodale Verkehrsnetze und das Auto im Alltag (mit Audi, IBM, Ernst & Young, BlaBlaCar, moovel, Gett, Ridecell)
  • Individualisierung des Luftverkehrs (mit Airbus, e-volo, PAL-V, Bauhaus Luftfahrt, DroneMasters)
  • Plattformen in der Mobilitätswelt (mit Bundesministerin Brigitte Zypries, Facebook und Accenture).

Wer ein IAA-Ticket besitzt, kann sich kostenlos für das FORUM registrieren.

Am Wochenende öffnet die New Mobility World dann ihre Türen für Publikumsbesucher. Der Samstag startet um zehn Uhr gleich mit einer Frage, die zur Zeit ganz Deutschland bewegt: Elke Temme, Senior Vice President Elektromobilität bei Innogy, Schauspieler Peter Lohmeyer, Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Zentraleuropa, Tina Müller, Marketingchefin bei Opel und Ex-Formel-1-Rennfahrer Heinz-Harald Frentzen debattieren gemeinsam mit den Journalisten Lothar Kuhn und Franz Rother darüber, wie es hierzulande um die Elektromobilität steht. Außerdem geht es am Samstag in den anschließenden Panels um autonome und vernetzte Fahrzeuge, um die Disruption der Mobilitätswelt und die Bedeutung der Datensicherheit für vernetzte Autos.

Die Debatten am Sonntag beginnen um elf Uhr mit der Frage, wie ethische Gesichtspunkte die Mobilität der Zukunft tangieren. Es folgt ein Ausblick auf die israelische Mobilitätswelt und eine weitere Runde zur e-Mobilität. Die Konferenz rund um die Mobilität der Zukunft endet am zweiten Publikumstag mit einem Panel über die Rolle der Autos für unseren täglichen Transport.

Bild: New Mobility World (alle Rechte vorbehalten)

Fliegende Taxis: Mega Finanzierung für Lilium aus München

Kürzlich erst hat das Unternehmen eine Series-A Finanzierung von 10 Mio. US$ abgeschlossen, jetzt folgt schon die Series-B. Insgesamt fließen 90 Mio. US$ in der Finanzierungsrunde in das Unternehmen Lilium. Für das deutsche Startup Ökosystem ist das eine enorme Summe. Insgesamt beläuft sich die in das Unternehmen investierte Summe auf über 100 Mio. US-Dollar.

Tencent aus China als Lead-Investor

Das Geld kommt von Investoren, wie Tencent, der Privatbank LGT, dem VC Atomico von Skype-Gründer Niklas Zennström oder dem VC Obvious Ventures von Twitter Mitgründer Ev Williams. Atomico hatter bereits in der Series A in Lilium investiert, das Investment-Vehicle Freigeist (einst e42) von Höhle der Löwen Juror Frank Thelen in einer Seed Runde. Der Technologiekonzern Tencent kommt aus China und hat in den letzten Jahren hohe Summen in Ride-Sharing und andere Technologie-Unternehmen investiert, z.B. Tesla.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Kompliziertes Manöver im Frühling geglückt

Das Münchner Unternehmen entwickelt einen eVTOL, also einen rein elektrischen Jet, der vertikal starten und landen kann. Anfang des Jahres wurde ein weltweit beachteter Testflug erfolgreich durchgeführt. Dabei kam eine zweisitzige Maschine zum Einsatz, die später autonom fliegen soll. Das besondere an dem Testflug war ein kompliziertes Manöver. Erstmals hat ein Unternehmen den Übergang vom Schwebemodus in den horizontalen Flug erfolgreich gemeistert. Mit Volocopter entwickelt ein weiteres Deutsches Startup ein eVTOL, das demnächst in Dubai getestet werden soll. Volocopter hat kürzlich erst 25 Mio. Euro eingesammelt, unteranderem von Daimler.

Lilium Maschine mit fünf Sitzen geplant

Mit den neuen finanziellen Mitten soll die Entwicklung der Fünfsitzer-Maschine schneller vorangetrieben werden. Unter anderm soll das Team an aktuell 70 Mitarbeitern stark ausgebaut werden. In den letzten Wochen konnte das Unternehmen schon erfolgreiche Führungskräfte engagieren.

Die Maschine mit fünf Sitzen ist besser für Sharing Modelle in Großstädten geeignet, da mehr Fangäste aufgenommen und abgeladen werden können. Das Unternehmen strebt an, dass mit den entwickelten Flugzeugen Höchstgeschwindigkeiten von 300 Kilometer pro Stunde erreicht werden. Die Passagiere sollen zu einem erschwinglichen Preis schnell von A nach B transportiert werden. Die hoch effizienten elektrischen Motoren verursachen dabei kaum Lärm. Da zudem keine besondere Infrastruktur erforderlich ist, kann der Jet sowohl in kleinen Städten und Dörfern als auch in großen Stadtzentren und dicht bewohnten städtischen Gebieten zum Einsatz kommen. Auch kürzere Reisen im urbanen Raum sind möglich. Beispielsweise könnte man vom Berliner Hauptbahnhof den Flughafen Berlin Schönefeld (gut 20 Kilometer) in etwas mehr als fünf Minuten erreichen. Der Jet ist so wirtschaftlich und effizient, dass Flüge voraussichtlich weniger kosten als die gleiche Fahrt in einem normalen Taxi auf der Straße.

Bild: Lilium (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität und Logistik: Digitale Transformation und Automatisierung