ArrivaClick kommt nach Liverpool

Der nationale Betreiber Arriva hat sich für Liverpool entschieden. Der On-Demand-Service für Busse wird in der Stadt im Nordwesten Englands zum ersten Mal auf die Straßen gebracht und kalkuliert die Routen abhängig davon, wohin die Fahrgäste gebracht werden möchten.

Die Services der App ”ArrivaClick”

Ähnlich wie zum Taxiservice von Uber, wird der neue On-Demand-Service Fahrgästen ermöglichen, einen Bus über eine App zu buchen. Das innovative System kombiniert Besonderheiten von einem Taxifahrdienst und dem Busverkehr. Passagiere können via ArrivaClick einen Bus bestellen und seine Route verfolgen. Den Nutzern wird der Name des Fahrers mitgeteilt und stellt ihnen zusätzlich die Option bereit, eine individuelle Haltestelle anzugeben sowie einen Sitzplatz im Bus zu reservieren.   

Durch die hochentwickelte Technologie von Via, ein weltweit tätiges Unternehmen für Mitfahrdienste, berechnen Algorithmen den bestmöglichen Fahrweg für die kombinierten Routen der Passagiere. Das Ergebnis gibt die kürzeste und die schnellste Route an. ArrivaClick garantiert einen festen Fahrpreis und Echt-Zeit-Informationen in Bezug auf Abfahrt und Ankunft. Die App kombiniert also die Kosteneffizienz von Bussen und die Bequemlichkeit einer Taxifahrt.

Es gibt keine festen Routen. Die Fahrten bedingen sich durch die Zielwünsche der Fahrgäste. Der Service vollstreckt sich in einem Gebiet vom Stadtzentrum bis zum Liverpool John Lennon Flughafen und verbindet die Einwohner, die sich zur Arbeit, zum Shopping oder aus sonstigen Transportgründen bewegen.  

Was ArrivaClick noch leistet

Mit der Einführung des innovativen Minibus-Services wird die Verbesserung der Luftqualität in Angriff genommen. Auch die Reduzierung von Autofahrten in den Städten wird damit bezweckt. ArrivaClick bietet freies Wi-Fi, Aufladestationen und Ledersitze an. Insgesamt komplettiert der Service von ArrivaClick das bestehende Busnetzwerk und ist bis dato der größter Service seiner Art in UK.

ArrivaClick hat das Potential tausende von Fahrten zu transformieren. Bereits während der Testphase in Kent nutzen 50% der Kunden den Service anstelle einer privaten Fahrt. 43% verwendeten ArrivaClick sogar für die tägliche Fahrten zwischen Arbeit und ihrem Zuhause.

Bis zum Sommer 2019 will Arriva den Service von sechs auf 25 Fahrzeuge ausweiten.

Bild: liverpoolecho.co.uk (Alle Rechte vorbehalten)

Cargo Bikes für die letzte Meile

Die sogenannte Lieferung der “letzte Meile” beschreibt das Phänomen, Waren von einem zentralen Lagerplatz zum finalen Bestimmungsort auszuliefern. Der Warentransport wird nach wie vor dominant von Diesel betriebenen Lieferwagen ausgeführt. Die Konsequenz: enorme Verkehrs- und Emissionsüberlastungen in den Städten sowie zusätzliche Verengungen der Straßen durch das typische Parken der Lieferfahrzeuge in der zweiten Reihe. Die Verwendung von emissionsfreien Fahrzeugen zur Überbrückung der letzten Auslieferungsstrecke wird nicht nur als effizienter angesehen, sondern auch als wichtiger Baustein in der städtischen Gestaltung zur Reduktion des Emissionsvolumens.

Hermes und Velove als Vorreiter in Berlin

Verschiedene Unternehmen haben bereits den Fokus auf die alternative Form der Auslieferung gesetzt. So kooperiert das Logistikunternehmen Hermes mit dem Schwedischen Start-Up Velove, um sich dem Modell “Cargo Bike” für innerstädtische Lieferungen zu zuwenden. Unter dem Namen “MyHermes” sollen die Armadillo e-Cargobikes des schwedischen Herstellers im Testgebiet Berlin an den Start gehen. Aktuell ist der Projektbeginn für Juli 2018 geplant. Neben einer Zeiteinsparungen zielt Hermes auch auf eine wirtschaftliche Ersparnis ab, die durch den neuen Service hervorgerufen werden sollen. Letzteres gilt insbesondere für flache Stadtgebiete.

Cargo Bikes bieten viele Vorteile

In einem Interview stellt Velvoe CEO Johan Erlandson weitere Vorteile der Lastenräder vor:

Produktivität

Alle Daten, die uns bislang dazu vorliegen, zeigen, dass sich mit Lastenfahrrädern mindestens dieselbe Produktivität erzielen lässt […] Ein Lastenrad bietet häufig Vorteile: Es kann immer direkt am Zielort abgestellt werden, es bleibt nicht im Stau stecken und es kann mehr Abkürzungen nehmen […]

Stressreduktion

Zusteller, die von einem Lieferwagen auf ein Armadillo umsteigen, sind sehr zufrieden. Wir vermuten, dass das mit dem niedrigeren Stresslevel zu tun hat, denn zum einen ist das Fahren eines Lieferwagens im Straßenverkehr anstrengender als das Fahrradfahren auf dem Radweg und zum anderen ist das Fahrrad bei starkem Verkehrsaufkommen einfach produktiver. Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass wir sehr viel Wert auf Fahreigenschaften und Ergonomie legen […]

Fest steht, die Popularität von Cargo Bikes nimmt zu, auch zu messen an den zunehmenden Subventionen, die insbesondere in den Ländern Frankreich und Deutschland geplant werden.   

 

Bild: Hermes (alle Rechte vorbehalten)

Ridecell sammelt Series B ein – Deutsche Bahn beteiligt sich

Das  Software-Unternehmen Ridecell, das eine Plattform für Carsharing oder Ridesharing Anbieter entwickelt, sammelt fast 30 Mio. Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein. In Zukunft soll der Fokus auch auf der Software für eine Flotte an autonomen Fahrzeugen sein. Die Runde wurde von Cox Automotive angeführt, mit Beteiligungen von DENSO, Penske, Mitsui und der Deutschen Bahn.

Ridecell als Software-Dienstleister

 

Bei den neuen Investoren handelt es sich auch um strategische Partner: Gemeinsam sollen neue Lösungen entwickelt werden, die einen Mehrwert für Kunden und Flottenbetreiber bieten. Bereiche wie Flottenmanagement, Pannenhilfe oder Fahrzeugkomponenten sollen gemeinsam adressiert werden.

Das Unternehmen betreibt keine Mobility Services in Eigenregie, sondern liefert die Software an Betreiber von entsprechenden Diensten. Automobilhersteller,  Autovermietungen, Verkehrsunternehmen oder Händler können die Software nutzen, um Carsharing oder Ridesharing Dienste anzubieten.

Die Deutsche Bahn ist nach BMW der zweite Investor aus Deutschland, der das Unternehmen unterstützt. Da die Pressemitteilung die anderen Investoren hervorhebt, ist davon auszugehen, dass von der Bahn ein kleines Ticket investiert wurde. Die Bahn ist bereits an der Ridesharing Plattform CleverShuttle beteiligt und baut mit ioki und Flinkster eigene Mobility Services auf.

Interessant ist auch, dass BMW nicht weiter investiert hat. Das könnte darauf hinweisen, dass für das Gemeinschaftsunternehmen mit car2go und moovel die Software-Lösung von Ridecell nicht zum Einsatz kommt.

Ridecell für Industriegelände vorteilhaft

 

Ridecell wurde bereits 2009 gegründet und seit dem Start wurden mehr als 20 Mio. Fahrten über die Plattform vermietet. Das Unternehmen ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein starker im Bereich Carsharing. Die Ridesharing Lösung des Unternehmens hat sich noch nicht richtig durchgesetzt. Unter anderem nutzt ReachNow, das Carsharing Angebot von BMW die Lösung von Ridecell in den USA. Außerdem vertrauen Anbieter wie Zity und GIG Carsharing auf die Lösung. Die Ridesharing Lösung kommt eher auf Uni- und Industriegeländen zum Einsatz. Georgia Tech, UC Berkley, UCSF oder 3M betreiben dynamische Shuttle Dienste.

 

Bild: www.roboticsandautomationnews.com/2018/05/31/
(Alle Rechte vorbehalten)

 

Toyota beteiligt sich mit einer Milliarde Dollar an Grab

Der Fahrdienst Grab aus Asien kann einen weitere Erfolg verbuchen. Nach der Übernahme des Geschäfts von Uber in der Region erfolgt ein Milliarden-Investment. Der Automobilkonzern Toyota steckt eine Milliarde Dollar in die aufstrebende Mobility Plattform.  Toyota und Grab arbeiten schon länger zusammen und für das Unternehmen ist es auch nicht das einzige Investment eines Automobilkonzerns. Auch der Autobauer Hyundai hat sich in einer der letzte Runden an Grab beteiligt.

Grab bietet nicht nur Fahrdienst

Grab ist vor Go-Jek der größte Anbieter von Mobilitäts- und Transportdiensten. Neben dem Fahrdienst bietet das Unternehmen auch Essens- und Paketdienste und ist im Bereich der Finanzservices und Bezahldienste aktiv. Nach der Übernahme von Uber in Südostasien ist die Plattform in 217 Städten in acht Ländern aktiv.

Toyota und Grab weiten Zusammenarbeit bei Versicherungsangeboten und Vernetzung aus

Bisher waren 100 Mietfahrzeuge auf der Grab-Plattform mit digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet. Der Daten-Rekorder soll auf die gesamte Mietwagenflotte von Grab ausweitete werden. Auf Basis der gesammelten Daten sollen individuelle Versicherungsangebote, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste angeboten werden. Auch bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen wollen beide Unternemen eng zusammen arbeiten. Autonome Fahrzeuge für Lieferdienste und die Personenbeförderung dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Toyota und Grab entwickeln seit August 2017 vernetzte Services und nutzen dafür Fahrdaten, die mit dem Toyota TransLog Fahrtenschreiber gesammelt werden. Der von Toyota für Unternehmensflotten entwickelte Rekorder befindet sich in 100 Mietfahrzeugen von Grab. Die gesammelten Daten werden auf der Toyota Mobilitätsplattform gespeichert, die als eine Art Informations-Infrastruktur für vernetzte Fahrzeuge dient. Aktuell bieten beide Unternehmen auf Basis gesammelter Fahrdaten beispielsweise Versicherungen für die Mietwagenflotte von Grab in Singapur an.

Weitere Zusammenarbeit möglich

Die jetzt angekündigte Ausweitung der Zusammenarbeit betrifft die Vernetzung der Mietwagenflotte von Grab in ganz Südostasien sowie die Einführung verschiedener vernetzter Dienste, die die in der Toyota Plattform gespeicherten Daten nutzen. Geplant sind außerdem Versicherungsangebote auf Basis von Fahrdaten, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste. Beide Partner prüfen auch eine Zusammenarbeit beim Aufbau effizienterer Fahrdienste und bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen.

 

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Uber setzt auf E-Bikes in der Hauptstadt

Uber hat seine Strategie überdacht. Mit einem zusätzlichen Angebot an Elektrofahrrädern möchte der Fahrdienstvermittler zukünftig den Markt für sich gewinnen. Dazu kaufte Uber im April 2018 das Start-Up Jump auf. Die orangefarbenen Elektroräder wurden bereits vor einigen Wochen in den USA lanciert. Im Sommer gehen die Fahrräder nun in Berlin an den Start. Im Zuge der NOAH Conference in Berlin verkündete CEO Dara Khosrowshahi, dass das Konzept auch auf weitere Städte in Europa ausgedehnt werden soll.

Uber forciert europäischen Markt

Der neue Service stößt auf Verwunderung. So hat er doch gar nichts mit dem ursprünglichen Angebot von Uber gemein. Doch mit Blick auf Ubers fehlgeschlagene Versuche, sich als Fahrdienstleister in Europa zu etablieren, verwundert die neue Strategie kaum noch. Uber geriet in den vergangenen Jahren in etliche Konflikte mit europäischen Verkehrsbehörden und störte sich speziell an den strikten Verordnungen für Personentransporte. Umgekehrt wurde Uber von Seiten der europäischen Kooperationspartner Mangel an Zusammenarbeit und Verantwortung vorgeworfen.

Ausweitung des Produktportfolios

Neu ist auch das Angebot an Elektrofahrzeugen, das Uber unter dem Projektnamen UberGreen vorantreibt. UberGreen befindet sich derzeit mit 30 Fahrzeugen in einer Testphase in München und soll bis spätestens Ende des Jahres auch in der Hauptstadt umgesetzt werden. Mit der nachhaltigen und klimafreundlichen Produktpolitik werden Bemühungen ersichtlich, mit denen Uber in Europa, insbesondere Deutschland, wieder Fuß fassen will. CEO Khosrowshahi setzt auf den Ausbau der App, die dem Nutzer in Zukunft unterschiedliche Verkehrsmittel empfiehlt: „Autos werden für uns die gleiche Rolle spielen, wie einst Bücher für Amazon.

Bildquelle: www.gruenderszene.de (alle Rechte vorbehalten)

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Waymo baut Partnerschaft mit Fiat aus

Die Waymo-Flotte wächst. Mit Beginn des Monats Juni vergibt die Google-Tochter Waymo einen weiteren Auftrag an Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Mit insgesamt 62.000 Modellen des Chrysler Pacifica Minivans vergrößert Waymo sein bestehendes Kontingent an selbstfahrenden Autos. Der Versuch: Dem Traum des komplett autonomen Fahrens weiter zu realisieren, um Emissionen, Unfälle und Überlastungen im Verkehr zu reduzieren.

Zusätzlich behält die Zusammenarbeit zwischen Waymo und FCA die Lizenzierung der Technologie für Konsumenten im Blick. FCA CEO Sergio Marchionne forciert dabei insbesondere Ansätze, die sich “sicher”, “effizient” und “realistisch” umsetzen lassen.

Im Blick: Autonomer Fahrdienst-Service bis Ende 2018

Aktuell sind 51 registrierte Waymo-Fahrzeuge (Stand: 18. Mai 2018) im Testfeld San Francisco unterwegs mit dem Ziel den selbstfahrenden Service weiter zu testen und zukünftig im kompletten Gebiet des Staates Kalifornien auszuweiten. Konkret plant Waymo den Launch eines voll entwickelten selbstfahrenden Transport-Service bis Ende des Jahres. Die Idee ist, für jeglichen Nutzer ein fahrerloses Auto über die Waymo-App zugänglich zu machen. In Zahlen überzeugt Waymo mit insgesamt 7 Millionen erprobten Meilen, die bisher auf öffentlichen Straßen zurückgelegt wurden sowie 5 Milliarden Meilen, die in einer simulierten Umgebung stattfanden. Hinzu kommen diverse Testfahrten, die über 20.000 Verkehrsszenarien abdecken und damit die Erfahrungswerte kontinuierlich spezifizieren. Waymo CEO John Krafcik sieht in FCA einen wertvollen Partner, um Waymos Vision, weltweite Nummer 1 im erfahrenen autonomen Fahrdienst-Service zu sein, weiter voranzutreiben.

Kooperation mit Uber geplant

Dass Waymo das Tempo ordentlich anzieht, zeigt sich zudem in Spekulationen um eine Kooperation mit dem Fahrtenvermittler Uber. Waymo sieht in Ubers Netzwerk an Smartphone-Nutzern einen strategischen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Für Uber hingegen spiegelt die mögliche Kooperation erste Anstrengungen in eigener Sache wieder. Erst vor wenigen Monate verursachte ein Uber-Fahrzeug einen tödlichen Unfall in Arizona.

Intel testet autonome Fahrzeuge in Jerusalem

Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Mobileye startet Intel einen Testprogramm mit 100 autonomen Fahrzeugen in Jerusalem. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, es soll gezeigt werden, dass selbstfahrende Autos 1.000 Mal sicherer sind, als menschliche Fahrer. In den kommenden Monaten soll die Flotte auch in den USA und in anderen Regionen getestet werden.

Keine LiDARs und Radars verbaut

In der ersten Phase werden die Fahrzeuge maßgeblich durch Kameras gesteuert. Die Fahrzeuge sind mit 12 Kameras ausgestattet, um eine 360 Grad Rundumsicht zu erzeugen. Vier der Kameras werden für die Parkvorgänge genutzt, die restlichen acht für die Erstellung der Weitsicht. Die Kameradaten werden im Fahrzeug ausgewertet, um die richtigen Fahrmanöver in extrem kurzer Zeit berechnen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben zu können. In einer späteren Phase sollen LiDAR und Radar-Sensoren hinzugefügt werden.

Beide Unternehmen wollen auch zeigen, dass ein System an Kameras ausreichen ist, um Fahrzeug autonom fahren zu lassen. Die Kameras sind so konfiguriert, dass mehrere redundanten Systeme entsteht, die jeweils für sich genügen Daten erzeugen, um das Fahrzeug autonom zu steuern. Solle eine Kamera ausfallen, können andere Kameras die Funktion des Fahrzeugs aufrecht erhalten und die Sicherheit gewährleisten.

 

Wer in Jerusalem fahren kann, schafft es überall auch

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye haben sich Jerusalem auf Grund der komplexen Verkehrs- und Infrastruktur-Verhältnisse ausgesucht. Die Fahrer in der israelischen Stadt sind für einen aggressiven Fahrstiel bekannt, außerdem ist die Straßenmarkierung nicht immer eindeutig. Hinzu kommt, dass die Fußgänger häufig die Straße anstatt vorhandener Gehwege nutzen. Autonome Fahrzeuge können nicht mit geringer Geschwindigkeit durch die Stadt schleichen, sondern müssen sich an den bestehenden Verkehr anpassen. Ansonsten würden Staus entsenden, im schlimmsten Fall würde es sogar zu Unfällen kommen.

Level 4 Fahrzeuge ab 2021

Bis 2021 sollen selbstfahrende Fahrzeuge auf Level 4 und 5, die mit Technik von Intel und Mobileye ausgerüstet sind, gemeinsam mit unterschiedlichen Herstellern ausgerollt werden. Die beiden Unternehmen arbeiten unter anderem mit BMW, General Motors, Nissan, Audi, Fiat Chrysler, Hyundai und Honda zusammen.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

Lyft geht von mehr als 1/3 Marktanteil in den USA aus

Das Ride-Sharing Startup Lyft, das bisher nur in Nordamerika aktiv ist, kann anscheinend Kapital aus den Verfehlungen des Konkurrenten Uber schlagen. Im letzten Jahr soll der Marktanteil in den USA auf 35 Prozent angewachsen zu sein. Das ist ein ordentliches Wachstum, 18 Monate zuvor soll der Anteil bei 18 Prozent gelegen haben. 

Postille Wahrnehmung der Marke gestiegen

Lyft behauptet, dass sich mehr Kunden für den Dienst angemeldet haben und dass die positive Wahrnehmung der Marke gestiegen ist. In einigen Städten soll der Marktanteil sogar bei mehr als 40 Prozent liegen, in wenigen Städten soll die Ride-Sharing Plattform Marktführer sein. Das Unternehmen ist in den letzten Monaten auch kräftig expandiert. In den USA kamen mehr als 100 Städte hinzu und die Expansion nach Kanada ist erfolgt. Die Expansion in den USA dürfte auch dazu beigetragen haben, dass der Marktanteil nach oben geschossen ist. 

Wettbewerb mit Uber kostet viel Geld

Seit dem Start von Lyft befindet sich das Unternehmen im Wettkampf mit Uber in den USA. Lyft hat dafür gesorgt, dass Uber auf Ride-Sharing mit Privatfahrern setzt und dafür, dass das ursprüngliche Produkt UberBlack an Attraktivität verloren hat. Bei der Einführung neuer Dienste wie den Ride-Pooling Diensten UberPool und Lyft Line, haben sich beide Unternehmen ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert. Der Wettbewerb der beiden Ride-Sharing Plattform kostet viel Geld. Fahrer und Nutzer müssen mit Bonus-Zahlungen und Rabatten bei Laune gehalten werden. Mehrere Milliarden Dollar wurden in den letzten Jahren ausgegeben, um Marktanteile zu erkaufen. Beide Unternehmen sollen in Richtung Börsengang schielen, bis dahin müssen die Kosten in den Griff bekommen werden.

Kreditkartendaten als Grundlage

Die Zahlen zu den Marktanteilen der großen Ride-Sharing Dienste in den USA schwanken. Das basiert darauf, dass unterschiedliche Quellen für die Berechnung verwendet werden. Second Measure nutzt Kreditkartendaten um die Marktanteile zu berechnen. Das Unternehmen hat Uber im März einen Marktanteil von 73 Prozent zugewiesen und Lyft soll bei 27 Prozent gelegen haben. Certify nutzt Daten von Reiseabrechnungen und schreibt nach Analyse Lyft einen Marktanteil von 19 Prozent zu und Uber soll bei 81 Prozent liegen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

MIT entwickelt autonomes Fahrzeug, das ohne 3D Karten auskommt

Die Forschungsgruppe CSAIL des MITs hat ein autonomes Fahrzeug entwickelt, das ohne eine große Menge an 3D Kartendaten auskommt. Die bisherigen autonomen Fahrzeuge von Waymo, Uber und co. benötigen Kartendaten mit einem hohen Detaillierungsgrad, Gebäude als Anhaltspunkte und Straßen mit eindeutiger Markierung, um sicher von A nach B zu kommen. Deswegen wurden von Technologiekonzernen und Startups bisher Städte für Testfahrten bevorzugt und ländlichen Gegenden nicht berücksichtigt.

Kombination von Google Maps und Sensor Daten

Das Forschungs-Lab CSAIL hat ein System entwickelt, mit dem Fahrzeuge auch autonom auf Landstraßen fahren können, für die keine detaillierten 3D Karten vorhanden sind. Um das zu ermöglichen, werden einfache Google Maps Daten mit Sensordaten aus dem Fahrzeug kombiniert. So ist es dem Team gelungen, vollautomatisch auf Landstraßen in Massachusetts zu fahren, die vorher nicht erfasst wurden. 

Fahrten mit geringer Geschwindigkeit

Ein Toyota Prius Fahrzeug, das mit LiDAR und Beschleunigungssensoren ausgestattet sind, wurden für die Tests verwendet. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, mehr als 30 Meter Strecke zuverlässig analysieren zu können. Auf den ersten Blick ist die Strecke recht kurz, die Leistung muss noch erhöht werden, um höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Im folgenden Video ist das Fahrzeug auch mit einer moderaten Geschwindigkeit unterwegs.

Das MapLite genannte System nutzt GPS Daten, um die grobe Position des Fahrzeugs zu definieren. Um zum Ziel zu kommen, wird die Strecke in kleine Zwischenziel unterteilt. Die Zwischenziele werden “Local Navigation Goal” genant und müssen sich in Sichtweite des Fahrzeugs beiden. Aus den Daten der LiDAR-Sensoren wird ein Pfad generiert, um zu den Zwischenzielen zu gelangen. 

Kartendaten als Grundlage für autonomes Fahren

Detaillierte Kartendaten sind bisher die essentielle Grundlage für autonomes Fahren. Es ist kostenintensiv, die Karten zu erstellen und aktuell zu halten. Ein System, das ohne aktuelle und genau Kartendaten auskommt, wäre ein großer Fortschritt. Es würde nicht nur der Aufwand verringert werden, um die Kartendaten zu erstellen, es würden sich auch neue Einsatzmöglichkeiten ergeben. Autonome Fahrzeuge könnten so auch im ländlichen Gebieten eingesetzt werden. Unterschiedliche Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Ressourcen in die Erstellung von Kartendaten investiert. Die Automobilkonzerne Audi, Daimler und BMW haben vor ein paar Jahren einen Milliardenbetrag investiert, um zu verhindern, dass der Kartendienst HERE von Neueinsteigern und zukünftigen Konkurrenten übernommen wird.

Bild: MIT CSAIL (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung