Mega-Deal: Intel beteiligt sich mit 15% am Kartendienst HERE

Bereits im Jahr 2015 haben die Autokonzerne BMW, Daimler und die Volkswagentochter Audi den Kartendienst HERE von Nokia übernommen. Nokia wollte damals den HERE unbedingt verkaufen. Da alle drei Anbieter die HERE Daten für ihre Fahrzeuge nutzen und es nicht gewünscht war, dass diese in Hände anderer Unternehmen fallen, wurde der Kartendienst gemeinsam übernommen. Damals waren als Käufer auch Unternehmen wie Baidu aus China oder Uber im Gespräch. Hochauflösende Kartendaten werden als Basis für autonome Fahrzeuge benötigt, deswegen ist das Interesse daran so hoch. Auch Daimler, Audi und BMW arbeiten mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos.

Intel will sich mit der Beteiligung weiter als Anbieter von Systemen für selbstfahrende Fahrzeuge positionieren und greift dafür tief in die Tasche. Die Beteiligung dürfte Intel etwa 375 Mio. Euro kosten. BMW, Daimler und Audi haben HERE damals für 2.6 Milliarden Euro von Nokia übernommen.

In Kooperation zwischen HERE und Intel sollen Systeme für die Echtzeiterfassung von Verkehrsbedingungen und Fahrbahnbeschaffenheiten entwickelt werden. Diese System sind notwendig, um die Sicherheit der selbstfahrenden Autos zu gewährleisten. Darüberhinaus sollen weitere Dienste entwickelt werden, die die Geodaten der Nutzer und Fahrzeuge sinnvoll nutzen.

Intel sieht in autonomen und vernetzten Fahrzeugen eine große Marktchance für die Zukunft. Neben Intel will sich auch der Chiphersteller Nvidia als Zulieferer für die Automobilindustrie positionieren. Diese Entwicklung zeigt, wie sich die klaren Grenzen zwischen Automobilhersteller und Technologieunternehmen verwischen.

Automobilhersteller setzen nicht mehr ausschließlich auf den Verkauf von Fahrzeugen, sondern bringen Mobilitätsdienstleistungen, wie Carsharing oder Ridesahring Dienste auf den Markt, die auf der Nutzung der Fahrzeuge der jeweiligen Hersteller beruhen. Autokonzerne und Technologieunternehmen kooperieren, um die zukünftigen Mobilitätsangebote zu kontrollieren.

Für Automobilhersteller sind Mobilitätsdienste ein weiterer Umsatzkanal, der in den nächsten Jahren stark wachsen wird. In absehbarer Zeit wird sich damit mehr Geld verdienen lassen als mit dem Verkauf von Fahrzeugen.

Fahrdienste wie Uber und Lyft sind stark am wachsen und Technologieunternehmen wie Apple oder Google mit Waymo fordern die etablierten Autokonzerne heraus. Das Auto der Zukunft wird sich auf Technologieseite erheblich von den jetzigen Modellen unterscheiden. Autonome Fahrzeuge werden eine enorme Rolle in ca. 5 bis 10 Jahren spielen und die Nachfrage nach Individualverkehr mit eigenem Auto wird stark sinken. Daten, Informationstechnologie, Sensoren und Software werden eine entscheidende Rolle bei den Fahrzeugen der Zukunft spielen.

Seit der Übernahme hat das Konsortium die Ausrichtung von HERE strategisch vorangetrieben. Das Unternehmen führt Gespräche mit mehreren Autokonzernen und Zulieferer um sie von einer Beteiligung zu überzeugen. In der letzten Woche wurden bekanntgegeben, dass sch die chinesischen Unternehmen Tencent und NavInfo an dem Kartendienst beteiligt haben. Außerdem ist ein Staatsfond aus Singapur mit eingestiegen. Alle drei Beteiligten sollen zusammen auf 10% Unternehmensanteile kommen. Jetzt folgt als nächster Schritt Beteiligung von Intel mit 15%. Daimler, Audi und BMW verfügen danach noch über 75% der Anteile und haben gleichzeitig starke Partner an Board.

Bild: Here (alle Rechte vorbehalten)

Starke Allianz für autonomes Fahren: BMW, Mobileye und Intel wollen 2017 erste Fahrzeuge testen

Dieser Test war absehbar, da der bayerische Automobilkonzern BMW im vergangenen Jahr sowohl eine Kooperation mit Intel, als auch mit Mobileye eingegangen ist. Ziel der jeweiligen Kooperation ist es, so schnell wie möglich autonome Fahrzeuge zur Serienreife zu entwickeln.

Test Ende 2017 – Serienversion 2021

In der zweiten Jahreshälfte 2017 will BMW 40 Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen, um wichtige Daten für die Serienfahrzeuge zu sammeln. Unter realen Bedingungen sollen die Daten gesammelt werden und die Fahrzeuge hinzulernen. Die Serienfahrzeuge sollen in der Kooperation bis zum Jahr 2021 entwickelt werden.

Bei den Testfahrzeugen wird es sich um Modelle der 7er Baureihe handeln, die mit den neusten Sensoren, Software und Rechenpower von Intel und Mobileye ausgestattet sind. Die tests sollen in den USA und in Europa stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, dass BMW bis zu 40 autonome Fahrzeuge in München testen möchte.

White-Label Lösung für andere Hersteller

Auf der Technikmesse CES 2017 in Las Vegas haben die drei Partner ein einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass ein System entwickelt wurde, dass sich auch für andere Fahrzeugmodelle skalieren lässt. Die skalierbare Architektur für autonome Autos könnte  auch als White-Label Lösung angeboten werden, die von anderen Autokonzernen genutzt werden kann.

BWM lädt andere Hersteller und Zulieferer zur Kooperation ein. Das kann auch als Zeichen gedeutet werden, dass BMW eingesehen hat, dass sie bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schnell aufholen müssen und diese Aufholjagd nicht alleine schaffen können.

Neben den Ankündigungen im Dezember, hat BMW bereits im Mai 2016 seine Pläne für autonome Fahrzeuge präsentiert. Im Rahmen den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum wurden futuristische Modelle der unterschiedlichen Konzernmarken unter dem Namen iNext präsentiert. Unter iNext will BMW bis 2021 ein voll autonomes Fahrzeug zur Serienreife bringen.

Kooperationen zwischen Auto- und Technologiekonzernen

Da Technologiekonzerne nicht über das Wissen der Fahrzeugfertigung verfügen und Automobilkonzerne nicht in der Lage sind, die technologischen Bauteile für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, schließen sich beide Parteien zusammen. Es ist davon auszugehen, dass wir Kooperationen, wie die zwischen BMW, Intel und Mobileye in Zukunft häufiger sehen werden. BMW produziert die Fahrzeuge, Intel die leistungsstarken Computer-Chips und Mobileye die Sensoren und Kameras.

Letztendlich müssen die autonomen Fahrzeuge noch den Nutzern über eine Plattform zugänglich gemacht werden. Bleibt abzuwarten, ob BMW seine Carsharing Plattformen DriveNow und ReachNow weiter ausbauen wird, oder ob in Zukunft Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Uber oder Didi zu erwarten sind.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Chris Urmson, Kopf hinter Google Car, entwickelt eigenes autonomes Fahrzeug

Google scheint seine Ausrichtung bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos zu verändern. Anstatt eines kompletten Fahrzeugs sollen nur noch Komponenten entwickelt werden, die von anderen Herstellern verbaut werden können. In der letzten Woche wurde das ganze Vorhaben unter der neuen Marke Waymo ausgegliedert. Auch bei den Mitarbeitern gibt es Veränderungen. Chris Urmson, der Kopf hinter dem selbstfahrenden Google Auto ist schon im August gegangen.

Urmson treibende Kraft hinter Google Fahrzeug

Mit vorangetrieben wurde das Projekt für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen bei Google X von Anfang an von Chris Urmson. Er gilt als einer der führenden Experten für die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Im August diesen Jahres hat Urmson Google verlassen, um neuen Aktivitäten nachzugehen. Jetzt wird bekannt, dass er ein eigenes Unternehmen gegründet hat, das sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt.

Technologien für selbstfahrende Autos

Bisher ist noch wenig über das Startup bekannt, Anfang des kommenden Jahres soll mehr darüber veröffentlicht werden. So wie es aussieht, will das Unternehmen keine kompletten Fahrzeuge entwickeln. Der Fokus soll auf der Entwicklung von Komponenten liegen, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden. Das Paket an Software, Hardware und Datenauswertung kann an Autohersteller verkauft werden.

Apple mit ähnlicher Strategie

Eine ähnliche Strategie verfolgen Google und Apple. Das Startup Cruise hat ebenfalls Komponenten für autonome Fahrzeuge entwickelt und wurde für ca. eine Milliarde US$ von General Motors aufgekauft. Ein weitere ehemaliger Google Mitarbeiter hat das Unternehmen Otto gegründet. Otto hat sich mit der Entwicklung von autonomen Lastwagen befasst und wurde im August von Uber übernommen.

Urmson soll mit weiteren Experten und Ingenieure Uber, Apple und Tesla gesprochen haben, um sie von dem Projekt zu überzeugen und um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Externe Finanzierung wurde bisher anscheinend noch nicht eingesammelt. Bei der erfolgreichen Vita von Chris Urmson dürfte das aber kein Problem sein, eine höhere Runde erfolgreich abzuschließen.

Bild: Jean-Pierre Dalbéra (bestimmte Rechte vorbehalten)

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Careem sammelt 350 Mio. US$ ein

Unter den Fahrdienst-Unternehmen gibt es win weiteres Unicorn. Das Startup Careem aus dem Mittleren Osten sammelt 350 Mio. US$ bei einer Bewegung von einer Milliarde US$ ein. Die Finanzierung kommt von dem japanischen Rakuten-Konzern und Saudi Telecom Company (STC). Die Careem-Konkurrenten Uber, Lyft oder Grab werden ebenfalls mit mehreren Milliarden US$ bewertet.

150.000 Fahrer auf der Plattform

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und hat seinen Sitz in Dubai. Vor der jetzigen Runde wurden bereits 72 Mio. US$ eingesammelt. Aktiv ist Careem in 47 Städten, die meisten davon befinden sich im Mittleren Osten. Des Weiteren ist der Fahrservice in Städten der Türkei, Pakistan und auch in nordafrikanischen Städten aktiv. Laut eigenen Angaben sind mehr als 150.000 Fahrer auf der Plattform registriert. Auf der anderen Seite kann Careem über sechs Millionen Nutzer verzeichnen.

Unterstützung von Credit Swiss

Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen von der Credit Swiss unterstützt. Mit der Hilfe sollen auch die fehlenden 150 Mio. US$ eingesammelt werden, um die geplanten 500 Mio. US$ zu erreichen. Es ist nicht bekannt, bis wann das Unternehmen die verbleibende Summe einsammeln möchte. Rakuten ist schon an Lyft und dem Anbieter aus Südamerika Cabify beteiligt. STC ist einer der größten Telekommunikationsanbieter im Mittleren Osten.

Careem Expandiert im Mittleren Osten

Die finanziellen Mittel sollen vorwiegend für die weitere Expansion genutzt werden. Vor kurzem hat Careem die ersten Städte in der Türkei gestartet. Im Dezember sollen 15 neue Städte in Pakistan, Studie Arabien und Ägypten gestartet werden. Bis 2018 soll der Fahrerpool auf eine Millionen Chauffeure ansteigen. Die Expansion und der Wettbewerb mit anderen Fahrdiensten wird einiges kosten. Auf Kundenseite muss investiert werden, aber auch auf Fahrerseite.

Uber als starker Konkurrent

Zu den größten Konkurrenten von Careem gehört Uber, das in mehr als 400 Städten aktiv ist. Darunter befinden sich auch einige arabische Städte. Im Juni hat Uber eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden US$ vom Staatsfond Public Investment Fund aus Saudi Arabien erhalten. Uber gibt an, dass im Mittleren Osten 395.000 Fahrer auf der Fahrdienst-Plattform aktiv sind.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)

Amazon soll App für Frachtvermittlung entwickeln

Amazon entwickelt eine Plattform, die Warenversender und Kraftfahrer verbindet. Damit wagt sich Amazon in einen weiteren Geschäftsbereich vor. Das Marktvolumen wird alleine in den USA auf 800 Milliarden US$ pro Jahr geschätzt.

Frachtvermittler sollen überflüssig werden

Die Plattform soll App-basiert sein und im kommenden Sommer starten. Über eine App soll der Lastwagenfahrer die Anfragen von Warenversendern sehen und diese auf effiziente Weise annehmen können. Vom Prinzip ist das mit dem Uber Service vergleichbar, der Fahrgäste und Fahrer verbindet. Der neue Service würde Frachtvermittler überflüssig machen, die normalerweise bis zu 15% Vermittlungsgebühr verlangen.

Die App soll die Preise in Echtzeit anzeigen, sowie als Navigationsgerät dienen und ganze Toure vorschlagen. Die Abwicklung der Zahlungen soll auch möglich sein, um den ganzen Versandprozess zu beschleunigen.

Amazon wird zum Logistikanbieter

Amazon wird damit immer mehr zum Logistikanbieter. In letzter Zeit hat der Konzern tausende Lastkraftwagen und einige Frachtflieger gekauft. Auch auf der letzten Meile setzt Amazon immer mehr auf eigene Dienstleistungen. Damit will das Unternehmen unabhängiger von Unternehmen wie UPS oder DHL werden und außerdem Kosten sparen. Das Frachtvolumen von Amazon ist enorm, deswegen macht es durchaus Sinn, tiefer in die Logistikprozesse involviert zu sein. Laut RBC Capital Markets wird das Frachtvolumen in drei Jahren das Volumen von FedEx überschreiten und in sieben Jahren das von UPS.

Kostensenkungen für Warentransport im Fokus

In erster Linie will Amazon die Vermittler von Frachtaufträgen ersetzen und somit Geld sparen oder mehr Flexibilität für günstigere Versandkosten schaffen. Diese Frachtvermittler verlangen eine erhebliche Gebühr, um Auftragnehmer an Auftraggeber mit Transportanforderung zu vermitteln. Diese Vermittlung mit Brokern uns nicht nur teuer, sondern auch langsam. Viele Frachtvermittler arbeiten noch mit Papierdokumenten und Telefon.

Das Potential bei der Frachtvermittlung vorhanden ist, haben mehrere Unternehmen erkannt. Uber hat vor kurzem Uber Freight gestartet, das ein ähnliches Ziel wie Amazon verfolgt. Die Startups Convoy und Trucker Path entwickeln ein vergleichbares Angebot. Deutsche Startups sind Cargonexx, FreightHub oder Instafreight.

Bild: Rusty Clark (bestimmte Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing Anbieter Turo expandiert nach Europa

Das amerikanische Startup Turo, das einen privaten Carsharing Service anbietet, expandiert nach Europa. Mitte Dezember ist das Unternehmen mit seinem peer-to-peer Carsharing Dienst in Großbritannien gestartet.

Umbenennung in Turo

Turo ist ursprünglich unter dem Namen RelayRides in Boston gestartet, gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2009. Kurze Zeit später wurde der Sitz nach San Francisco verlegt. Insgesamt kommt das Netzwerk auf eine Finanzierung von 101 Mio. US$. Die Finanzierung kommt unter anderem von Google Ventures und Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Auf der Plattform können Fahrzeugbesitzer ihre Autos einstellen und an Privatpersonen vermieten. Die Vermietung wird mit einer Ad-hoc Versicherung abgesichert.

Flächendeckend in den USA

Das Netzwerk ist seit 2012 flächendeckend in den USA aktiv, vor acht Monaten erfolgte die Expansion nach Kanada. Heute hat die Carsharing Plattform zwei Millionen Nutzer und es sind 111.000 Fahrzeuge in 4500 Städten gelistet. Vermieter erlösen im Durchschnitt um die 720 US Dollar pro Monat mit der Vermietung der Fahrzeuge. Bleibt die offenen Frage, welche Fahrzeuge und Nutzer für die Durchschnittsberechnung genutzt werden. Wenn für die Durchschnittsberechnung alle 111.000 Fahrzeuge verwendet wurden, dann würde das einem monatlichen Umsatz von ca. 100 Mio. US$ entsprechen. Das scheint sehr hoch gegriffen. Für die Nutzer sind die Kosten laut Turo um 35% niedriger, als bei einer herkömmlichen Autovermietung, wie Sixt oder Europcar.

Weitere Expansion geplant

Turo hat Großbritannien als ersten Markt in Europa gewählt, da die meisten internationalen Nutzer in den USA aus Großbritannien kommen. Außerdem suchen die Turo Nutzer häufig nach Fahrzeugen in Großbritannien. Beides kann dem Unternehmen bei dem Markteintritt helfen. In England will Turo mit lokalen Autovermietungen kooperieren, um von Anfang an eine umfassende Auswahl an Fahrzeugen anbieten zu können.

Model auch in Deutschland aber wenig beliebt

In Deutschland sind zeitgleich mit dem gleichen Geschäftsmodell gestartet. Zu den bekanntesten gehören Tamyca, Autonetzer oder Nachbarschaftsauto. Autonetzer und Nachbarschaftsauto haben sich erst zusammengetan, später wurde das fusionierte Unternehmen vom dem französischen Anbieter Drivy übernommen. Im letzten Jahr ins Opel mit einer Plattform für privates Carsharing gestartet, im Dezember diesen Jahres folgte Daimler mit der Plattform Croove. Es ist nicht bekannt, wie viel ein Vermieter durchschnittlich in Deutschland erlöst. Es dürften aber weitaus weniger, als die 720 US$ bei Turo sein.

Bild: Turo (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrende Autos: Honda will mit Waymo von Google zusammenarbeiten

Anfang des Monats hat Google angekündigt, dass die Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos in die Tochtermarke Waymo ausgegliedert werden. Bei der Ankündigung wurden auch weitere Details über die Kooperation mit Fiat Chrysler bekanntgegeben. Fiat Chrysler ist der erste Autobauer, der die Technologie für autonome Autos von Google verbaut. Wie jetzt bekannt wurde, ist Fiat Chrysler nicht der einzige Autokonzern, der mit Waymo von Google zusammenarbeitet. Der japanische Autobauer Honda befindet sich in Gesprächen mit Waymo, um Honda Fahrzeuge mit den Komponenten für selbstfahrende Autos auszustatten. Fiat Chrysler und Google haben bereits im May ihre Kooperation bekanntgegeben.

In der Automobilindustrie zeichnen sich zur Zeit zwei Trends ab. Einige Automobilhersteller wie Ford und General Motors entwickeln die Technologien für selbstfahrende Autos intern und tragen auch die Kosten für die Entwicklung. General Motors hat auch bereits fast eine Milliarde für die Übernahme von Cruise ausgegeben. Eine andere Gruppe von Autokonzernen, darunter Fiat Chrylser, Honda oder BMW gehen Kooperationen mit Zulieferern und Technologieunternehmen ein, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Die Kooperationen dürften den Autokonzernen auch dabei helfen, die Innovationen rund um das autonome Fahren schneller zur Marktreife zu entwickeln. Google beschäftigt sich schon mit Hochdruck seit mehreren Jahren mit dem Thema voll-autonome Fahrzeuge und zählt zu einem der Anbieter mit dem besten Fachwissen. Durch die Kooperation erhalten die Konzerne einen Einblick in eine der besten Lösungen, die ständig weiterentwickelt wird.

Der japanische Automobilkonzern hat sich in der Vergangenheit schon mit der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge beschäftigt und wird auch in Zukunft eigene Entwicklungsprojekte rund um das Thema vorantreiben. Im Jahr 2020 will der Konzern teilautonome Fahrzeuge auf den Markt bringen, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Steuer sitzen muss.

Die Kooperation zwischen Honda und Waymo wird zunähst ähnlich aussehen, wie zwischen Fiat und Waymo. Honda wird Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die mit der Software und Hardware von dem Google Unternehmen ausgestattet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Honda- und Waymo-Ingenieure und Experten enger zusammenarbeiten.

Honda hat sich zuletzt auch in den Bereich der Fahrdienste vorgewagt. Mit einem strategischen Investment hat sich der Automobilkonzern an der Mitfahrplattform Grab beteiligt. In einem ersten Schritt sollen Fahrer mit günstigen Angeboten für Motorräder und Autos versorgt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte Honda das Netzwerk von Grab auch für Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos nutzen.

Bild: Honda (alle Rechte vorbehalten)

Honda investiert in Grab – der Fahrdienst in Südost-Asien

Immer mehr Automobilkonzerne beteiligen sich an Ridesharing und Fahrdienst-Plattformen. Der japanische Konzern Honda hat sich mit einem strategischen Investment an der Plattform Grab beteiligt. Die Investmentsumme von Honda in Grab is nicht bekannt. Das Unternehmen Grab ist der führende Fahrdienstvermittler in Südostasien.

Finanzierung von SoftBank

Grab hat zuletzt 750 Mio. US$ eigesammelt und wurde im September mit mehr als drei Milliarden Dollar bewertet. Die damalige Runde wurde von SoftBank angeführt. Das Investment von Honda ist eine Erweiterung der letzten Finanzierungsrunde. Zuvor hat sich schon das Unternehmen Tokyo Century mit einer unbekannten Summe an Grab beteiligt.

Honda Motorräder für GrabBike

Es ist noch unklar, wie Honda und Grab zusammenarbeiten werden. Es gibt auf jeden Fall mehrere Anknüpfungspunkte. Grab bietet zum Beispiel mit GrabBike einen Fahrservice mit Motorrädern an. Mit der Unterstützung von Honda kann dieser Service weiter ausgebaut werden, in dem vergünstigte Motorräder an Fahrer verkauft werden. Auch Honda und Grab müssen sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen befassen, denn diese werden das jetzige Geschäftsmodell von beiden Unternehmen angreifen. Es könnte sein, dass beide Unternehmen auch bei diesem Thema zusammenarbeiten.

Fahrservice mit Motorrad in Asien

Grab will mit dem Service GrabBike im Wettbewerb mit Go-Jek aufholen. Go-Jek bietet einen Fahrservice mit Motorrädern in Indonesien an. In Städten wie Jakarta sind Motorräder ein beliebtes Verkehrsmittel. Mit Motorrädern kommt man schneller durch die verstopften Megametropolen mit schlechter Infrastruktur. Grab ist in 34 Städten in sechs Ländern aktiv. Die App soll mehr als 24 Millionen mal heruntergeladen worden sein. Der Fahrerpool soll mehr als 500.000 Fahrer und Chauffeure umfassen.

Autokonzerne beteiligen sich an Startups

Neben Honda beteiligen sich auch etliche andere Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern. Der Volkswagenkonzern hat sich mit einer hohen Summe an Gett beteiligt und kürzlich seine eigene Mobilitätsmarke Moia gestartet. Toyota kooperiert mit Uber und ist bei Getaround als Investor mit an Board. General Motors investierte in Lyft und hat Sidecar und Cruise geschluckt.  Das sind nur einige Beispiele mit denen etablierte Konzerne versuchen, sich für die Zukunft abzusichern.

Bild: Mike Mozart (bestimmte Rechte vorbehalten)

NuTonomy testet in Boston autonome Fahrzeuge

Das amerikanische Startup nuTonomy, das selbstfahrende Autos entwickelt, weitet sein Testprogramm aus. Bisher wurden die autonomen Taxis in Singapur getestet, jetzt kommt Boston hinzu. nuTonomy hat die Genehmigung erhalten, die Prototypen der autonomen Fahrzeuge in Boston zu testen.

Renault Zoe mit mehr Technik

Die Fahrzeuge von dem Startup, das eine Ausgründung der Elite-Universität MIT ist, sind modifizierte Renault Zoe Modelle. Die Fahrzeuge wurden mit Sensoren und Kameras ausgestattet, um autonom agieren zu können.

Wie auch in Singapur ist das Testgebiet eingeschränkt. In Boston werden die Fahrzeuge in einem Industriegebiet in South Boston getestet. Dort ist der Verkehr eingeschränkt und die Zahl der Fußgänger ist auch überschaubar. Auch in Singapur werden die Fahrzeuge nur in einem kleinen Gebiet getestet, das wenige Quadratkilometer groß ist.

Boston: Unterstützung von lokalen Behörden

Auch in Boston wird der Test von den Behörden unterstützt. Auf der einen Seite zeigt dies, dass Startups und Konzerne, die selbstfahrende Autos testen wollen, einen engen Kontakt zu den politischen Entscheidungsträgern haben müssen. Auf der anderen Seite sehen die lokalen Entscheidungsträger auch, dass autonome Fahrzeuge die Zukunft sein werden und dass es sinnvoll ist, sich frühzeitig zu positionieren, um den Trend nicht zu verschlafen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass so eine hohe Anzahl and Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn sich die neue Industrie positiv entwickelt.

nuTonomy wurde 2013 gegründet und ist in Boston angesiedelt. Bis Ende des Jahres sollen in Singapur ein Dutzend Autos unterwegs sein. Im kommenden Jahr soll eine Flotte vollautonomer Fahrzeuge etabliert werden. Im Moment sitzt noch ein Fahrer hinterm Steuer, um im Notfall eingreifen zu können. Ein Experte fährt auf der Rückbank mit und überwacht die operativen Systeme permanent.

Fähigkeiten weiterentwickeln

Mit dem Test in Boston sollen vorwiegend die Fähigkeiten der Fahrzeuge weiterentwickelt werden, um Markierung und Straßenschilder erkennen zu können. Die Software soll Außerdem für die Erkennung von Fahrradfahrern, Fußgängern und komplexen Situationen im urbanen Umfeld optimiert werden. Eine Kooperation wie in Singapur ist anscheinend nicht geplant. Dort arbeitet nuTonomy mit der Taxi-App Grab zusammen. Grab Nutzer können sich so ein autonomes Taxi buchen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

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