BMW arbeitet mit Intel und Mobileye am autonomen Fahrzeug

BMW will bis zum Jahr 2021 ein voll autonomes Fahrzeug in Serie produzieren. Um dieses Ziel in den kommenden fünf Jahren zu erreichen, schließt der Automobilkonzern aus München Partnerschaften mit Intel und Mobileye. Intel wird die benötigte Rechenpower liefern, von dem israelischen Unternehmen Mobileye kommen die Sensoren und Fahrerassistenzsysteme.

BMW arbeitet seit einiger Zeit an selbstfahrenden Autos und hat im Rahmen des hundertsten Firmenjubiläums mehrere Prototypen von selbstfahrenden Autos präsentiert. Zuerst wurde der BMW Next 100 präsentiert, gefolgt von einem Rolls Royce und einem Mini Next 100. Bei allen Prototypen standen die selbstfahrenden Eigenschaften prominent im Vordergrund.

Vollautonome Fahrzeuge 2021

BMW setzt den Fokus auf die Entwicklung von voll autonomen Fahrzeugen. Wahrscheinlich auch, weil das Unternehmen im Moment wenige Features für teilautonomes Fahren im Programm hat. Automobilkonzerne wie GM und Daimler sind da schon weiter. Der Elektroautobauer Tesla bietet ebenfalls einen Autopiloten an, der sich noch in der Beta-Phase befindet. Die Version 2.0 soll aber noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Auch Tesla arbeitet mit Mobileye zusammen.

Im Vergleich zu den bisher angebotenen Fahrzeugen mit teilweiser Automatisierung ist ein voll autonomes ein enormer Unterschied. Das Level der Komplexität und der Eigenschaften ist weitaus höher. Bei einem voll autonomen Fahrzeug wird kein Fahrer mehr benötigt. Das Auto wird über entsprechenden Plattformen gerufen, die Fahrgäste steigen ein und müssen sich um keine Fahrtätigkeiten kümmern. Zur Zeit sind immer wieder Namen wie Lyft, Gett und Uber als Plattformen für das Rufen von autonomen Fahrzeugen im Gespräch.

Rechtlicher Rahmen muss geschaffen werden

Bis zum Jahr 2021 muss auch der regulatorische Rahmen angepasst werden. Unterschiedliche Behörden arbeiten im Moment an der Erstellung von übergreifenden Regeln für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Die Autohersteller erhalten im Moment Test-Lizenzen, um die neu entwickelten Features für teilweise autonomes Fahren zu testen. Voraussetzung im Moment ist auch, dass ein Fahrer immer an Board ist, der im Notfall eingreifen kann. BMW möchte die selbstfahrenden Autos bereits im kommenden Jahr testen.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Reinigung mit System – Die letzte Meile muss durch Daten gelöst werden

Berlin, 7. Juli 2016 – Das Unternehmen ZipJet ist bekannt als ein Service für frische Wäsche und gebügelte Hemden: abholen, reinigen und wieder zurückbringen – bei voller Flexibilität. Um einen Service wie diesen sicherstellen zu können, ist jedoch weit mehr nötig, als das Wissen über Waschmittel und Textilien. Denn wie bei nahezu allen Liefer- und Abholdiensten ist es wichtig, das Problem der so genannten “Letzten Meile” zu lösen. Das bedeutet, dass die Kunden ihre Waren natürlich auch an ihrer Haustür abgeben und entgegen nehmen möchten, zu einem vorher festgelegten, fixen Zeitpunkt. Für die Tourenplanung ist das jedoch eine enorme Herausforderung, da stündlich mehrere Kundenkontakte stattfinden und die Touren trotzdem oder vor allem deshalb effizient und zuverlässig geplant werden müssen.
Um diese Aufgabe zu meistern, hat sich ZipJet einen Algorithmus entwickelt, der schon seit den Anfängen die Datenauswertung und Tourenplanung übernimmt. Florian Färber, CEO und Mitgründer von ZipJet, betont, dass die Nutzung von Datenmengen und Algorithmen ab einer gewissen Nutzerzahl obligatorisch ist: “Wenn man die Zeit, die ein Fahrer auf der Straße und beim Kunden verbringt sinnvoll nutzen möchte, kommt man an einer computergesteuerten Planung nicht vorbei. Wir können einem Fahrer bis zu 10 Interaktionen mit Kunden pro Stunde ermöglichen, das ist bei unserer Nutzerzahl nicht mehr von Hand zu bewältigen.”
Es ist daher wichtig, die Routen sinnvoll zu planen, um nicht immer nur den kürzesten, sondern vielmehr auch den klügsten Weg zu wählen. Dabei steht natürlich zuerst die Planung des Bedarfs aus. Dafür clustert ZipJet auf Basis der Google S2 Datenbank alle Städte in denen der Service angeboten wird – zurzeit mit einem Index der Stufe 14, der jeweils 10k Quadratmeter zu einer Einheit zusammenfügt. Darüber hinaus ist es jedoch auch notwendig den Verkehr mit in die Berechnung einzubeziehen, wofür sich ZipJet historische Verkehrsdaten zunutze macht, die für jeweils 15-Minütige Zeitfenster die Durchschnittsgeschwindigkeit definieren. Somit ist es zum Beispiel möglich, in die Berechnungen der Routen einzubeziehen, dass in der Ritterstraße in Berlin an einem Montag Morgen zwischen 9:00 Uhr und 9:15 Uhr die durchschnittliche Geschwindigkeit gerade einmal 15 km/h beträgt. Nur auf diese Weise lässt sich in so verkehrsreichen Städten wie Berlin oder aber auch London und Paris eine Pünktlichkeit von durchschnittlich 95 Prozent erzielen.

Das Waschen unserer Wäsche überlassen wir schon lange den Maschinen, welche vom Menschen nur noch bedient werden. Denjenigen, der uns die Wäsche liefert und wieder nach Hause bringt, kann und will niemand ersetzen, doch bei der Planung von Routen sollten wir uns definitiv auf die Technik verlassen.

Über ZipJet

ZipJet ist ein Unternehmen von Rocket Internet, das von Florian Färber und Lorenzo Franzi 2014 gegründet wurde. Das Unternehmen hat über 50 feste Mitarbeiter und bietet seinen Service seit November 2014 in London und seit Januar 2015 in Berlin an. Der Auftrag von ZipJet ist einfach: Die Welt des Waschens & Reinigens revolutionieren, die Kunden von lästiger Hausarbeit zu befreien und ihnen mehr Freizeit zu schenken. Und das Konzept kommt an: Das Unternehmen hat schon mehr als 40.000 Kunden überzeugt und verzeichnet einen monatlichen Wachstum von etwa 30 Prozent.

Faraday Future arbeitet auch an autonomen Fahrzeug

Das Unternehmen Faraday Future, das von chinesischen Investoren finanziert wird, war bisher für seine Pläne bekannt, ein Elektroauto zu entwickeln, das gegen die Modelle von Tesla antreten soll. Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen auch ein selbstfahrendes Auto entwickeln möchte. Das Unternehmen schließt sich somit einer Reihe von Unternehmen an, die alle ein autonomes Fahrzeug entwickeln wollen. Die Unternehmen Google, Apple, Tesla, Mercedes, General Motors und weitere verfolgen ebenfalls Pläne für ein selbstfahrendes Auto.

Faraday Future mit schrägem Konzeptfahrzeug

Faraday Future hat das erste Konzeptfahrzeug FFZERO1 auf der CES Anfang des Jahres vorgestellt. Dabei handelte es sich um ein seltsam aussehendes Fahrzeug, das wie ein ein Spielzeug-Auto von Hot Wheels aussieht. Das Fahrzeug soll auf einer variablen Plattform Architektur aufbauen. Technische Details über FFZERO1 und das tatsächliche Serienauto wurden bisher nicht veröffentlicht.

Genehmigung in Kalifornien erhalten

Über das selbstfahrende Auto ist bisher auch wenig bekannt. Dem Unternehmen wurde aber eine Lizenz für das Testen von selbstfahrenden Autos in Kalifornien erteilt. Bisher haben 14 Unternehmen die Lizenz für das Testen von autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen erhalten. Darunter befinden sich Volkswagen, Google, Daraday und das von GM übernommene Startup Cruise Automation.

Neben Kalifornien will Faraday auch selbstfahrende Autos in Detroit, Michigan testen. Bis der fahrtüchtige Prototyp entwickelt wird, wird das Unternehmen die Software, Sensoren, Hardware und das User Interface testen. Die Teile werden dabei in andere Fahrzeuge verbaut. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Google und Uber. Serienfahrzeuge unterschiedlicher Hersteller werden mit der entsprechenden Technologie ausgestattet, um Daten und Erfahrungswerte zu sammeln. Während der Tests muss immer ein Fahrer an Board sein, der in Notfällen eingreifen kann.

Bild: Maurizio Pesce (Bestimmte Rechte Vorbehalten)

Carsharing App Carjump expandiert in 3 Länder

Die App Carjump, die mehrere Carsharing Angebot in einer Smartphone App vereint, expandiert nach Österreich. Die App ist außerdem in Schweden, Italien und Deutschland nutzbar. Durch die Expansion werden die beiden Carsharing Angebote Enjoy und Share’Ngo mit eingebunden. Die Zahl der Fahrzeuge steigt somit auf 28.000.

In den Städten Rom, Mailand, Turin und Florenz können die Carsharing Nutzer auf die beiden oben genannten Carsharing Angebote zugreifen. Enjoy ist ein gemeinschaftliches Mobilitätsangebot von Fiat und dem italienischen Energieunternehmen Eni. Bei Enjoy können Nutzer neben den roten Fiat 500-Flitzern auf Scooter zurückgreifen. Der Anbieter Share’Ngo bietet ausschließlich umweltfreundliche Elektrofahrzeuge an, um emissionsfrei und leise durch die Stadt zu fahren.

In Österreich und Schweden aggregiert die Carsharing App die Angebote von Car2Go und DriveNow. Beide Unternehmen setzen auf ein Freefloating-Angebot. Das heißt, die Nutzer können die Fahrzeuge an beliebigen Orten anmieten und wieder abstellen. Die Fahrzeuge sind nicht an eine Station gebunden.

In den nächsten Monaten soll die Expansion vorangetrieben werden und die App in weiteren europäischen Märkten an den Start gehen. Die Vision von Carjump ist laut Geshäftsführer Michel Stumpe, denNutzern jedes gewünschte Fahrzeug in der App zugänglich zu machen, egal ob shared, connected oder autonomous.

Anbieterübergreifender Anmeldeprozess und digitale Führerscheinverifizierung

Seit kurzem bietet die App auch einen anbieterübergreifenden Anmeldeprozess und eine digitale Führerscheinverifizierung an. Das heißt, dass eine einmalige Registrierung bei Carjump einen übergreifenden Anmeldeprozess bei allen Anbietern ermöglicht. Durch die digitale Führerscheinverifizierung entfällt die persönliche Vor-Ort-Registrierung, die bei den meisten Anbietern notwendig ist. Diese Vor-Ort-Registrierung dürfte in der Vergangenheit einige potentiellen Nutzer abgeschreckt haben, sich zu registrieren. Durch das neue Feature ist auch eine spontane Anmeldung und Nutzung möglich. Dazu trägt es auch bei, dass die meisten Anbieter es ermöglichen, dass die Fahrzeuge per App geöffnet und verriegelt werden können. Es müssen also keine Kundenkarten mehr verschickt werden.

Nach Eingabe der relevanten Daten findet eine Verifizierung von Ausweis und Führerschein über einen Servicemitarbeiter per Videocall statt. Sind alle Daten eingepflegt und erfolgreich verifiziert, bekommt der Nutzer eine Bestätigungsmail und schon kann es losgehen. Um die Anmeldung zu ermöglichen, werden sämtliche Daten des Nutzers verschlüsselt aufgenommen und im Anschluss sicher an die entsprechenden Anbieter übermittelt. Alternativ besteht weiterhin die Möglichkeit, sich bei den einzelnen Anbietern vor Ort zu registrieren. Ist der Nutzer bereits bei einem Anbieter registriert, kann er sich mit seinen bestehenden Daten direkt in der Carjump-App anmelden.

Die Verifizierung per Videocall erhält somit in immer mehr Bereichen Einzug. Einen ähnlichen Prozess gibt es auch bei den Anbietern von Smartphone-basierten Finanzprodukten. Die mobile Banking App Number26 verifiziert zum Beispiel seine Nutzer ebenfalls über Videocalls.

Über Carjump

Carjump bündelt alle Carsharing-Angebote in einer App. Die Nutzer erhalten so die Möglichkeit, alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge entsprechend ihrer individuellen Ansprüche spontan zu buchen – schnell, flexibel, immer in der Nähe und auf einen Blick. Ab sofort gilt dieses Angebot auch international – und zwar für die meistgenutzten Carsharing-Anbieter in Deutschland, Österreich, Italien und Schweden. Carjump vereint Freefloating-Anbieter wie car2go, Multicity und DriveNow mit stationsgebundenen Anbietern wie Cambio und stadtmobil Berlin sowie Fahrzeugen der Peer2Peer- Communities CarUnity und Tamyca. Auch alternative Transportmittel, wie Elektroroller von eMio sowie Fahrräder von nextbike, sind in der Meta-App eingebunden. Die Carjump-App gibt es kostenfrei für iOS, Android und das Windows Phone.

Bild: carjump/GHM Mobile Development GmbH (Alle Rechte vorbehalten)

UberEats auch in Deutschland? – Konkurrenz für Deliveroo und Foodora

Uber scheint auch in Deutschland in den Markt der Essenlieferdienste einzusteigen. Bisher liefern sich die beiden Unternehmen Foodora und Deliveroo einen Kampf um Marktanteile. Beide Unternehmen verteilen jede Menge Gutscheine, um Kunden zu gewinnen. Aktuelle Stellenausschreibungen von Uber legen nahe, dass das gut finanzierte Unternehmen den Lieferservice UberEats in München und Berlin starten will.

Eigene App für UberEats

UberEats wird bisher in etwa zehn amerikanischen Städten und in London angeboten. Mit UberEats können sich Kunden Essen von einer Reihe beteiligter Restaurants aussuchen und gegen Zahlung einer Gebühr nach Hause liefern lassen. In einigen Stadtgebieten gibt es auch die Option der Sofortlieferung, die eine Lieferung innerhalb von rund zehn Minuten garantiert. UberEats ist das erste Angebot von Uber, das in eine separate App ausgegliedert wurde.

Christian Freese, General Manager für Deutschland, hatte schon mit einem früheren Start geliebäugelt. Ein Start Ende 2015 wurde sogar mal in Aussicht gestellt. Zu den aktuellen Stellenausschreibungen will sich Uber nicht äußern. Auch ein Starttermin wird nicht kommuniziert. Die offizielle Äußerung lautet, dass man sich die Stadt Berlin ansehe.

Mit Fahrdienst ausgebremst

Bisher ist Uber mit dem Fahrdienst UberX in München und Berlin aktiv, hinzu kommt noch der Service UberTaxi. In den letzten Monaten musst Uber einige Rückschläge einstecken. Der Mitfahrservice UberPOP wurde verboten, UberX kann nur unter Auflagen angeboten, die ein schnelles Wachstum verhindern. Mit den Fahrdiensten ist Uber nur noch in Berlin und München aktiv, aus Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf hat sich das Unternehmen zurückgezogen.

Bild: Shima Aji Sushi at Troquet by Beautiful Cuisine von Dale Cruse (bestimmte Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle vor Start in Berlin

Neben Ally nun auch Allygator Shuttle? Bisher ist die Door2Door GmbH durch die angebotene App Ally bekannt. Ally ist eine Nahverkehrs-App, die verschiedene Transportmöglichkeiten in einer App vereint. Es werden Zeiten und Preise von Carsharing, Bikesharing, öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi und mehr verglichen.

Allygator Shuttle startet in Berlin

In Kürze soll ein weiterer Service gestartet werden. Unter dem Namen Allygator Shuttle soll wohl ein on-demand Shuttle-Service in Berlin an den Start gehen. Der Text auf der Facebook-Seite sagt, der neue Dienst ist so günstig wie ein Bus aber so flexibel wie ein Taxi. Weitere Details sind bisher nicht über das neue Angebot bekannt. Auf der Karriereseite sind zwei entsprechende Stellenanzeigen veröffentlicht. Es werden Teilzeitfahrer gesucht, die über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Die Fahrzeuge für den Fahrdienst werden wohl von Door2Door gestellt. Für die Betreuung des Projects wird ein Operations Manager gesucht, der sich um Fahrzeuge und Fahrer kümmert und den Dienst weiter voranbringt. Wahrscheinlich ist, dass der Service zu den Peak-Zeiten angeboten werden soll. Die Daten wann die Shuttles fahren sollen und von wo nach wo, sollte das Unternehmen besitzen. Über die Ally-App werden die Daten über Verkehrsströme seit mehreren Jahren erhoben.

Clevershuttle mit ähnlichem Konzept

Einen ähnlichen Dienst bietet Clevershuttle bisher in München und Leipzig an, der Start in Berlin soll im August erfolgen. Clevershuttle setzt auf Elektroautos und Plug-in-Hybride. Kooperationspartner sind Audi und die Deutsche Bahn. In den USA bietet unter anderem Ford einen on-demand Shuttle Service mit Bussen.

Mit Waymate gestartet

Ursprünglich ist Door2Door mit dem Reiseportal Waymate gestartet. Nach ausbleibendem Erfolg wurde die Waymate Smartphone-App zu Ally. Nach und nach wurden Mobility-as-a-Service Produkte angeboten. Im Rahmen des Lufthansa Innovation Labs wurde die App Time2Gate getestet.  Geld verdient das Unternehmen bisher auf zwei Wegen. Auf der einen Seite werden Verkehrsdaten aggregiert und ausgewertet. Diese Daten werden dann an Städteverwaltungen und Regierungsorganisationen verkauft. Das White-Labeling der Ally-App ist ein weiterer Umsatzkanal. Auch Door2Door listet die Deutsche Bahn als Kooperationspartner. Zu den weiteren Partnern gehören Uber, Volkswagen und Here.

Bild: Door2Door GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Flixbus übernimmt das Netzwerk von Megabus

Flixbus, der Anbieter von Fernbusfahrten wird das Angebot von Megabus übernehmen. Trotz Brexit-Entscheidung vertraut das deutsche Unternehmen auf das Marktpotential in Großbritannien. Somit konsolidiert sich der Markt der Fernbusanbieter in Europa weiter. Flixbus hat bereits den Wettbewerber MeinFernBus übernommen und sich erst kürzlich von MeinFernBus-Flixbus in Flixbus umbenannt.

Megabus ist erst spät in den Deutschen Markt eingestiegen und hat versucht, mit niedrigen Fahrpreisen ab 1.50 € fußzufassen. Megabus wurde von dem britischen Konzern Stagecoach gegründet und hat vor der Expansion nach Deutschland Buslinien in Großbritannien angeboten.

Mehr Verbindungen nach London

Im Zuge der Übernahme wird sich auch das Streckenangebot zwischen London und dem europäischen Festland erhöhen. Die Megabus-Fahrten von Köln, Amsterdam und Paris nach London lassen sich ab Juli über die Flixbus-Seite buchen. Die übrigen Strecken sollen bis Ende des Sommers in das Netz von Flixbus integriert werden. Im Zuge der Zusammenlegung werden auch die Netzplanung, Technologie und Buchungsplattform von Megabus übernommen. Das Servicelevel beider Angebote soll vereinheitlicht werden, so dass Megabus-Kunden z.B. auch bis 15 Minuten vor Abfahrt kostenlos stornieren oder umbuchen können. Die Marke Megabus bleibt erstmal erhalten. Mittelfristig sollen die blau-gelben Busse aber auch umgestaltet werden und in den grün-orangenen Flixbus Farben fahren.

Kaufpreis unbekannt

Wie viel Flixbus für die Übernahme bezahlt hat, ist nicht bekannt. Anscheinend wird Flixbus von Stagecoach einen Kredit erhalten, der bis Ende 2017 abgezahlt werden muss. Der Deal soll zusätzliche 30 Mio. Euro an Umsatz für Flixbus bringen, die Anzahl der Fahrgäste wird sich um 50 Prozent auf 30 Mio. Fahrgäste im laufenden Jahr erhöhen.

Flixbus ist weiterhin Marktführer auf dem Deutschen Markt. Mit 68 Prozent der angebotenen Fahrplan-Kilometern liegt Flixbus vor den Anbietern der Post und der Bahn. Zuletzt ist der Anteil aber geschrumpft, da die Deutsche Bahn ihr Angebot BerlinLinienBus ausgebaut hat. Megabus kam in Deutschland auf einen Anteil von 2%. Seit der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2013 hat der Fernbusmarkt zuerst ein rasantes Wachstum hingelegt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres, ist der Fernbusmarkt in Deutschland das erste Mal seit der Liberalisierung geschrumpft. Die Anzahl der Angebotenen Linien und auch die durchgeführten Fahrten gingen in den ersten 6 Monaten zurück.

Bild: DZ-655-YQ (F) FLIXBUS von EDDIE (bestimmte Rechte vorbehalten)

Sucht Fahrdienst-Anbieter Lyft einen Käufer?

Es gibt erste Anzeichen, dass das Ridesharing Unternehmen Lyft einen Käufer sucht. Anscheinend hat der amerikanische Fahrdienst das Unternehmen Qatalyst Partners engagiert. Qatalyst Partners konzentriert sich auf den Verkauf und den Zusammenschluss von Technologieunternehmen. Unter anderem soll Quatalyst Partners den Verakuf von LinkedIn and Microsoft in die Wege geleitet haben. Lyft wollte sich zu diesen Gerüchten nicht äußern.

Käufer für Lyft gesucht?

Unterschiedliche Quellen haben der Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass der Qatalyst Gründer Frank Quattrone in Kontakt getreten ist, um sie von einem Einstieg oder eine Übernahme von Lyft zu überzeugen. Darunter sollen sich auch einige etablierte Automobilkonzerne befinden. Bisher hat der Ridesharing-Dienst Lyft finanzielle Mittel in Höhe von 2 Milliarden US$ eingesammelt und wird mit 5 Milliarden US$ bewertet. Mit diesen finanziellen Mitteln hat Lyft den Kampf um Wachstum mit Uber aufgenommen. Beide Unternehmen leisten sich in den USA einen erbitterten Wettbewerb um Fahrer und Kunden. Durch subventionierte Fahrpreise und Bonuszahlungen an Fahrer werden immer mehr Kunden gewonnen.  Sollte Lyft aufgekauft werden, kann das als Zeichen gewertet werden, dass Uber den Kampf der Fahrdienstvermittler in den USA gewonnen hat.

Es wäre nicht die erste Aufgabe

Sollte Lyft aufgekauft und der Service eingestellt werden, wäre Uber der einzige verbleibende große Anbieter. Sidecar, ebenfalls ein Anbieter von Fahrdienstleistungen hat bereits im Januar aufgegeben. Die Reste von Sidecar wurden von GM aufgekauft. Schon damals hat der Sidecar CEO Sunil Paul prognostiziert, dass Uber um jeden Preis gewinnen wird. Das Lyft eigestellt wird, wäre eine Option. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein potentieller Käufer das Geschäft weiter betreibt. Letztendlich sind mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen geflossen und Lyft verfügt über einige Millionen Kunden.

Plattform für autonomes Fahren

Ein Autokonzern könnte Lyft übernehmen, um einen Starken Player in dem wachsenden Markt von Mobilitätsdienstleistungen vorweisen zu können. Viele Konzerne haben die Entwicklung im Mobilitätsbereich lange vernachlässigt, durch den Kauf wäre ein schneller Aufschluss möglich. Lyft eignet sich auch als Plattform für das Buchen von selbstfahrenden Autos. Das könnte auch auf Interesse bei einigen Herstellern stoßen. Das war unter anderem ein Grund für das Investment von GM in Lyft. GM geht davon aus, dass sich mit den Bemühungen von Lyft schneller ein Netzwerk von selbstfahrenden Autos aufbauen lässt. Die autonomen Fahrzeuge werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, die Ridesharing-Anbieter kümmern sich um den Betrieb der Flotte und um die Technologie für das Buchen der Fahrten.

Der Automobilkonzern General Motors hat 10% an Lyft erworben und könnte auch als Käufer in Frage kommen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickeln, außerdem werden GM Fahrzeuge zu Sonderkonditionen an Lyft-Fahrer vermietet. Das Investment von Volkswagen in Gett und die Beteiligung von Apple an Didi zeigen aber auch, dass weitere Konzerne Interesse am Einstieg bei Anbietern von Ridesharing-Diensten haben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Lieferservice Favor schließt in einigen Städten

Der on-demand Lieferservice Favor hat angekündigt, dass der Service in fünf amerikanischen Städten eingestellt wird. Favor betreibt eine Plattform über die on-demand Transportdienste gebucht werden können. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt das Unternehmen Postmates, das unter anderem von dem Deutschen Sebastian Lehmann gegründet wurde.

Der Lieferservice von Favor wird in den Städten Chicago, Philadelphia, Atlanta, Miami und Washington DC geschlossen. Vor der Ankündigung war das Unternehmen in 23 Städten aktiv, die Zahl hat sich jetzt auf 18 Städte reduziert.

Herausforderndes Geschäftsmodell

Es ist extrem schwierig, ein on-demand Lieferstartup mit sinnvollen Unit Economics aufzubauen. Nicht nur Favor hat damit zu kämpfen. Vor ein paar Monate hat Delivery Hero sein Tochterunternehmen Valk Fleet geschlossen, das sich auch ausschließlich auf on-demand Zustellungen fokussiert hat. Häufig gehören Restaurants ohne eigen Flotte zu den Kunden der Lieferdienste. Deren Nachfrage ist sehr dynamisch und ermögliche keine gleichmäßige Auslastung der Lieferservices. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb im Feld der on-demand Lieferdienste hoch ist. Einige gut finanzierte Startups kämpfen um Markanteile und drücken die Preise. In Deutschland sind das unter anderem Deliveroo und Foodora.

Fokus auf Städte mit geringerer Einwohnerdichte

Favor will sich nun auf Märkte mit geringerer Einwohnerdichte fokussieren. Diese Städte verfügen über ein gesünderes Marktumfeld und das on-demand Lieferstartup kann dort effizienter wachsen. Das Unternehmen Hinzu kommt, dass in diesen Städten der Verkehr geringer ist und schneller Parkplätze gefunden werden können. Die Wartezeiten bei den Restaurants sind auch kürzer. Das führt dazu, dass die Kunden eine bessere Erfahrung mit dem Service machen und diesen gut bewerten und weiterempfehlen. Entscheidender Punkt ist auch, dass in diesen Städten der Wettbewerb geringer ist. Favor muss auch erst in diesen Städten beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Entscheidend hierfür sind die Auslastung und der Durchsatz an Aufträgen pro Fahrer.

Das Unternehmen will seinen Lieferservice in weiteren Städten mit geringer Einwohnerdichte starten und schließt auch nicht aus, dass der Service wieder in den Städten mit hoher Dichte eingeführt wird.

Didi Chuxing schließt seine 6.4 Milliarden € Runde, an der auch Apple beteiligt ist

Die größte Fahrdienst- und Taxi-App in China, Didi Chuxing hat bekanntgegeben, dass die letzte Finanzierungsrunde in Höhe von 7.3 Milliarden US$ (ca. 6.4 Milliarden Euro) abgeschlossen wurde. An der Runde haben sich unter anderem der Technologiekonzern Apple und die Versicherung China Life beteiligt. Das Unternehmen wird dabei mit mehr als 25 Milliarden US$ bewertet.

Neben den neuen Investoren haben auch die früheren Investoren Tencent, SoftBank und Alibaba weiter investiert. Die Investments von Apple und China Life wurden bereits vor ein paar Wochen in separaten Meldungen bekanntgegeben.

Apple unter den Investoren

Gerade das Investment von Apple hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Didi Chuxing befindet sich in China in einem Wettstreit mit dem amerikanischen Fahrdienst Uber. Uber hat kurz nach dem Apple Investment in den Ridehailing-Dienst ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden US$ durch den Staatsfond aus Saudi-Arabien veröffentlicht.

Beide Unternehmen verfügen aktuelle über mehrere Milliarden US$ auf dem Konto, mit denen der Preiskampf der beiden Unternehmen finanziert wird. Didi Chuxing ist in China unangefochtener Marktführer auf dem Markt der Taxi- und Fahrdienst-Apps. In den letzten Wochen kamen auch Gerüchte darüber auf, dass sich Uber und Didi zusammenschließen wollen. Beide Unternehmen haben diese Vermutungen zurückgewiesen.

14 Mio. Fahrten am Tag

Nach Recherche des China Internet Network Information Center kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von 82.2 Prozent. Es haben sich bereits 300 Mio. Nutzer und 15 Mio. Fahrer registriert. Pro Tag werden 14 Mio. Fahrten absolviert.

Uber will innerhalb kürzester Zeit um Marktführer in China aufsteigen. Vor ein paar Wochen hat ein Uber Manager prognostiziert, dass Didi innerhalb von 12 Monaten überholt wird. Im März hat CEO Travis Kalanick prognostiziert, dass das China Geschäft innerhalb von zwei Jahren profitabel wird. Im Juli will das Unternehmen in 60 chinesischen Städten aktiv sein. Im Vergleich dazu, Didi kommt auf ein Vielfaches. Uber absolviert bereits 30 Mio. UberPool Fahrten in China pro Monat. Bei UberPool handelt es sich um den Mitfahrservice bei dem sich mehrere unabhängige Fahrgäste ein Fahrzeug teilen.

Bild: Marianna (bestimmte Rechte vorbehalten)

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