Apple überdenkt Projekt Titan: Wann kommt das selbstfahrende Apple Car?

Bisher wurde nie offiziell bestätigt, dass Apple an der Entwicklung von einem selbstfahrenden Fahrzeug arbeitet. Jetzt überdenkt Apple aber anscheinend seine Pläne für die Entwicklung und Produktion eines selbstfahrenden Fahrzeugs. In jüngster Vergangenheit wurden Teile des Projekts zur Entwicklung eines selbstfahrenden Autos eingestellt. Einige Angestellte und Experten wurden entlassen. Bisher soll es einige Prototypen geben, die auf abgeschotteten Straßen getestet werden.

Verzögerungen in der Entwicklung bei Apple

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass es beim dem Apple Titan Projekt nicht so voran geht, wie geplant. Das Projekt ist in den letzten Jahren auf mehr als 1000 Mitarbeitern angewachsen und es wurden führende Experten von Technologieunternehmen und Automobilkonzernen für das Projekt abgeworben. In den letzten Jahren ist der Projektfortschritt aber hinter den Erwartungen zurück geblieben und viele der Experten haben das Unternehmen wieder verlassen. Im Juli hat der Apple Veteran Bob Mansfield die Leitung des Projekts übernommen. Mansfield war davor für die Hardware-Entwicklung der Apple Watch und der MacBooks und iMacs verantwortlich.

Fokus auf Software und Sensoren

Unter der Leitung von Mansfield wurde das Projekt anscheinend neu gestartet. Apple arbeitet laut einem Bericht von Bloomberg nicht mehr vorwiegend daran, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Der Fokus liegt jetzt stärker auf der Entwicklung von Software und Hardwareelementen, die Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen. Es soll also eine Art Kit entwickelt werden, das dann von bestehenden Automobilkonzernen verbaut werden kann.

Apple ist nicht alleine, wenn es um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen geht. Eine ähnliche Strategie hat das Startup Cruise verfolgt, bevor es letztendlich von General Motors aufgekauft wurde. Auch das Startup Otto arbeitet an Software und Hardware für selbstfahrende Fahrzeuge. Otto wurde vor kurzem für 750 Mio. US$ von der Fahrdienst-Plattform Uber aufgekauft.

Die Zukunft der Fahrdienste

Autonome Fahrzeuge werden in mehreren Jahren die bestehenden Carsharing und Mitfahrdienste revolutionieren. Ridesharing Plattformen, wie Uber und Lyft werden durch die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen gewaltige Veränderungen erfahren. Uber had die Bedrohung erkannt und investierte deshalb viele Ressourcen in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Es wird damit gerechnet, dass die ersten serienreifen vollautonomen Fahrzeugen im Jahr 2021 verfügbar sein werden.

Die von Apple entlassenen Mitarbeiter dürften bei dem derzeitigen Wettrüsten der Automobilkonzerne und Technologieunternehmen leicht einen neuen Arbeitgeber finden.

Bild: Josh Allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford übernimmt on-demand Shuttle Service Chariot

Das Interesse der Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern steigt weiter. Ford Smart Mobility, ein Tochterunternehmen des Ford Konzerns, hat das on-demand Shuttle Startup Chariot übernommen. Ford Smart Mobiltiy wurde ins Leben gerufen, damit innerhalb des Ford Konzerns innovative Mobilitätsangebote entwickelt und betrieben werden können. In Kansas City testet Ford ein ähnliches Angebot in Kooperation mit Bridj.

Dynamischer Shuttle Service von Chariot

Chariot bietet einen dynamischen Shuttle Service, der über eine App gebucht werden kann. Die Routen und Stops werden je nach Nutzeranfragen erstellt. Ziel ist es, einen Fahrservice anzubieten, der sich kostentechnisch auf dem Niveau des öffentlichen Nahverkehrs bewegt. Gleichzeitig soll der Service die Fahrgäste aber schneller ans Ziel bringen. Bequemer ist der Bus-Ersatz auch noch, da der Weg zur “Haltestelle” kürzer ist.

Expansion mit Schlagkraft von Ford

Chariot wurde 2014 gegründet uns setzt seit Anfang an auf Minibusse von Ford. Es ist nicht bekannt, für welchen Preis das Unternehmen übernommen wurde. Bisher wurden lediglich 3 Mio. US$ in einer Seed-Finanzierung eingesammelt. Im Moment werden ca. 100 Ford Transit mit 15 Sitzplätzen eingesetzt. Die Fahrzeuge werden auf fast 30 Routen in San Francisco eingesetzt. Der Service soll weiterhin unverändert angeboten werden.

Die Schlagkraft von Ford soll genutzt werden, um den Fahrdienst schneller in weiteren Städten zu etablieren. Dabei soll der Service nicht nur in den USA angeboten werden, eine globale Expansion ist auch geplant. Chariot will jetzt aggressiv durchstarten und in den nächsten 18 Monaten mindestens fünf weitere Märkte starten. Der öffentliche Nahverkehr ist in den meisten Städten stark reguliert. Die guten Kontakten von Ford zu den Regierungen und Behörden in vielen Ländern und Städten weltweit sollen bei einer Expansion helfen.

Weitere Automobilkonzerne betreiben Mobilitätskonzepte

Ford ist nicht der einzige Autobauer, der im Bereich von Mobilitätsdienstleistungen aktiv ist. Volkswagen hat sich vor kurzem an dem Fahrdienst Gett beteiligt. Der Daimler-Konzern betreibt mit Hailo und myTaxi im Moment noch zwei Taxi-Apps. Außerdem wurde die Technologie des Carsharing-Anbieters FlightCar übernommen und mit car2go eine Carsharing-Plattform betrieben. Langfristig wollen die Hersteller eine Plattform für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen aufbauen.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Mercedes-Benz hat die Technik von FlightCar gekauft

Fast unbemerkt hat Mercedes-Benz die Technik des Startups FlightCar gekauft. Dieser Schritt wurde bereits im Juli 2016 von FlighCar verkündet. Das Carsharing Startup hat insgesamt 40 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt und war in 12 Städten in den USA aktiv. Bei Daimler ist die Übernahme nun Teil des “Mercedes-Benz Innovation Lab for Mobility Services”, das zu Mercedes-Benz Research & Development North America gehört.

Carsharing am Flughafen

FlightCar hatte einen Carsharing Service angeboten, der sich auf Flughäfen konzentriert hat. Registrierte Nutzer konnten sich die Fahrzeuge privater Fahrzeugbesitzer anmieten, währen die Fahrzeugbesitzer auf Reisen waren. Die Mieter haben sich so Geld im Vergleich zu den herkömmlichen Autovermietungen gesparrt. Die Fahrzeugbesitzer konnten ihr Auto kostenlos am Flughafen abstellen und damit sogar noch Geld verdienen.

Für welchen Betrag die Daimler Tochter das Unternehmen übernommen hat, ist nicht bekannt. Im September 2015 hat FlightCar die letzte Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US$ eingesammelt, damals wurde das Unternehmen anscheinend mit 100 Mio. US$ bewertet. Zuletzt hatte das Startup 90 Mitarbeiter, davon sollen einige mit zu Daimler wechseln, unter anderem auch der Mitgründer und CEO Rujul Zaparde. Laut unterschiedlichen Medienberichten könnte Zaparde auch der einzige Angestellte sein, der zu Mercedes-Benz gewechselt ist.

Prominenten Investoren

In den letzten Jahren wurde das Carsharing-Startup von bekannten Investoren und Business Angels unterstützt. Neben Andreessen Horowitz, GenrGGV Capital, First Round Capital, General Catalyst Partners und Comcast Ventures waren auch SoftBank, Priceline und Tencent beteiligt. Außerdem waren Brian Chesky (von Airbnb), Eduardo Severin (Facebook) und Ashton Kutcher als Business Angel mit an Board.

Das Carsharing Unternehmen wurde bereits 2012 gegründet und ist zu Hochzeiten auf 17 Städte und 150 Mitarbeiter angewachsen. Anscheinend konnte die Qualität des Services das schnelle Wachstum nicht mitgehen. Die Autobesitzer und Nutzer beschwerten sich über den schlechten Service. Bewertungen der Kunden waren häufig negativ.

Schlechte Kundenerfahrungen sorgen für Niedergang

Um dem negativen Trend entgegenzuwirken wurden zu erst fünf Städte geschlossen und danach alle Marketing Aktivitäten eingestellt. Um das ganze Produkt und den Service zu überarbeiten wurde ein Experte von Amazon verpflichtet. Im Mai diesen Jahres wurde eine überarbeitete Version mit neuem Branding, neuer App, neuem Backend und verbessertem Service gestartet. All die angestoßenen Änderungen waren aber zu wenig, um den bevorstehenden Untergang abzuwenden.

Operative Komplexität überschätzt

FlightCar ist nicht das einzige Unternehmen, dass an der operativen Komplexität der Sharing Economy Geschäftsmodelle scheitertet. Erst vor ein paar Tagen hat der on-demand Wäschedienst Wash.io bekannt gegeben, dass das Angebot sofort eingestellt wird. Auch Uber hat realisiert, dass sie die operativen Prozessen noch verbessern können. Deswegen wurde der ehemalige Target CMO Jeffrey Jones verpflichtet, der die Verantwortung für die operativen Prozesse weltweit übernimmt. Je mehr Interaktionen zwischen Unternehmen und Nutzer notwendig sind und desto mehr externe Partner eingebunden sind, desto schwieriger ist es, ein erfolgreiches Sharing Economy Geschäftsmodell aufzubauen.

Interesse der Automobilkonzerne

Daimler ist bereits seit längerem auf dem Markt der alternativen Mobilitätsdienstleistungen aktive. Dir free-floating Carsharing Plattform car2go wurde von dem Automobilkonzern gestartet. Die Taxi-Apps myTaxi und Hailo wurden von Daimler übernommen und mit Moovel wird eine Plattform für multimodale Mobilität entwickelt. Hinzu kommen weitere Beteiligungen, z.B. an dem Limousinendienst Blacklane. Auch andere Konzerne beteiligen sich den neuen Mobilitätsmodellen. General Motors ist an Lyft beteiligt und wollte das Unternehmen anscheinend komplett übernehmen. Volkswagen ist seit Anfang des Jahres an dem Fahrdienst Gett beteiligt.

Bild: Flightcar (alle Rechte vorbehalten)

Washio Wäschedienst schließt die Pforten

Der 2013 gestartete Wäsche-Lieferservice Washio hat in der vergangenen Woche angekündigt, dass der Betrieb sofort eingestellt wird. Die Gründer haben in einem offenen Brief an die Nutzer auf der Webseite veröffentlicht, dass ab sofort keine Aufträge mehr angenommen werden. Bestehende Aufträge werden noch abgearbeitet.

Washio hat keinen Käufer gefunden

Laut TechCrunch hat Washio vergeblich Versucht, einen Käufer zu finden. Aber anscheinend war kein Wettbewerber oder strategischer Investor daran interessiert, das Startup zu übernehmen. Bisher hatte das Unternehmen eine Summe von ca. 17 Mio. US$ in vier Runden eingesammelt.

Finanziert wurde Washio unter anderem von Canaan Partners, AME Venture Partners und bekannten Business Angels wie Ashton Kutcher oder der Rapper Nas.

Das Unternehmen ist zuerst mit einem on-order Modell gestartet, die Kunden mussten teilweise mit 24 Stunden Vorlaufzeit ein bestimmtes Zeitfenstern buchen. Im vergangenen Jahr hat das Startup das System auf on-demand Abholungen umgestellt. Innerhalb von einer Stunde nach Auftragseingang wurde die Wäsche abgeholt und innerhalb 24 Stunden wieder zurück geliefert.

Komplexität Überschätzt

Anscheinend hat die mobile Textilreinigung zu schnell zu viel Geld in den Städten Boston, Los Angeles, Chicago, San Francisco, Oakland und Washington D.C. verbrannt. Ein Großteil der Kosten wird auf die Bezahlung der Fahrer entfallen sein. Ein on-demand System lässt sich nur mit einer großen Flotte an Fahrern betreiben, was zu extrem hohen Kosten pro Bestellung führt, wenn keine Auslastung vorhanden ist. Das Aus von Washio zeigt, wie schwer es ist, ein nachhaltiges Unternehmen in einem Bereich mit niedrigen Margen aufzubauen. Hinzu kommt noch die Komplexität der operativen Prozesse, die das Geschäftsmodell von Washio mit bringt. Wenn man diese nicht im Griff hat, wird es schwierig. Washio ist nicht das erste on-demand Unternehmen, das in jüngster Zeit aufgeben musste. Vor ein paar Wochen hat bereits der Essenlieferdienst Take Eat Easy aufgegeben.

Neben Washio sind in den USA auch FlyCleaner order Cleanly mit einem vergleichbaren Modell auf dem Markt. In Berlin, London und Paris bietet ZipJet einen mobilen Reinigungs- und Wäscheservice an. Der Münchner Anbieter Wash Now wurde im Mai von Jonny Fresh übernommen.

Bild: Screenshot Washio Homepage (alle Rechte vorbehalten)

Essenlieferdienst Pronto gibt auf

Pronto, der Lieferdienst für Gerichte gibt auf. Das Unternehmen hatte ein limitiertes Angebot an warmen gesunden Gerichte, Desserts und Getränken im Angebot. Die Gerichte wurden dabei selbst gekocht/aufgewärmt und kamen nicht von angesagten Restaurants wie bei Foodora oder Deliveroo. Das Ende von Pronto hat sich bereits in der letzten Woche angekündigt, damals wurde überraschend eine kurze Pause angekündigt. Der Kundenservice hat damals noch von ein paar Tagen gesprochen. Es ist nicht davon auszugehen, dass Pronto seinen Betrieb nochmal aufnimmt.

Gesunde Gerichte und eigene Küche

Das Startup hat im vergangenen Jahr eine Finanzierung von 1.6 Mio. US$ eigesammelt, unter anderem von Seedcamp, Planfair Capital, Business Angels und strategischen Investoren. Die Finanzierungssumme wurde hauptsächlich für den Aufbau der Küchen und die Bezahlung der Fahrer genutzt. Pronto hat sich auf gesunde Gerichte konzentriert. Pronto war bisher nur in London aktiv. Es wurden eigene Küchen an unterschiedlichen Orten in der Stadt eröffnet, um die Gerichte innerhalb von 20 Minuten zustellen zu können. Die Bestellungen wurden gruppiert, um eine höhere Auslastung der Fahrer zu erreichen. Die Zustellung erfolgte mit selbstständigen Fahrern, die meist mit Roller oder Fahrrad unterwegs waren.

Hohe Logistikkosten als Herausforderung

Dem Unternehmen sind die hohen Logistikkosten auf die Füße gefallen. Wie bei allen on-demand Lieferservices muss in den Peak-Zeiten genug Umsatz erzielt werden, um die Kosten außerhalb der Stoßzeiten zu decken. Pronto ist es in den letzten Monaten nicht gelungen, seine Unit-Economics so auszurichten, dass es für weitere Investoren interessant gewesen wäre, zu investieren. Wenig hilfreich dürfte auch das Aus von Take Eat Easy gewesen sein und die große Finanzierungsrunde von Deliveroo. Gerüchteweise war es für Deliveroo auch schwieriger Geld einzusammeln, als gedacht. Das Startup mit der schwarzen Fliege als Markenzeichen hat auch keinen Mindestbestellwert erhoben, die meisten Gerichte waren für etwa 9.50 Euro zu haben. Mit so einem geringen Bestellwert ist es schwierig, ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen.

Auch Rocket Internet ist mit Modell gescheitert

In der Vergangenheit hat Pronto auch durch die Partnerschaft mit dem Roboter-Startup Starship Technologies aufmerksam erzeugt. Starship Technologies entwickelt kleine autonome Lieferroboter, Pronto wollte diese für die Lieferung von Gerichten nutzen. Rocket Internet hat sich mit EatFirst mit einem ähnlichen Konzept versucht. EatFirst ist mittlerweile nur noch in London aktiv und liefert ausschließlich Gerichte, die in der Mikrowelle erwärmt werden müssen. Zuerst wurden auch warme Gerichte ausgeliefert, die in einer eigenen Küche zubereitet wurden.

Bild: Pronto (alle Rechte vorbehalten)

Google startet Wettbewerb mit Uber: Eigener Mitfahrservice geplant

Google startet einen einen Mitfahrservice und tritt somit in Konkurrenz zum der Fahrdienst Uber. Früher haben beide Unternehmen eng zusammengearbeitet und Google ist sogar an Uber beteiligt. Der Mitfarservice startet in der Umgebung um San Francisco und soll die täglichen Pendler ansprechen.

Bereits im Mai diesen Jahres hat Google über das Tochterunternehmen Waze den Mitfahrservice testweise gestartet. Mitarbeiter bestimmter Unternehmen, darunter Google, Adobe und Walmart, konnten den Service testen. Die Testphase scheint bald beendet zu sein, im Herbst diesen Jahres soll der Service für alle Waze-Nutzer geöffnet werden. Waze ist mit einer Navi-App gestartet, die die Routen basierend auf Nutzerdaten in Echtzeit anpasst. Im Jahr 2013 wurde das israelische Startup für einen Milliardenbetrag von Google übernommen.

Richtiger Ridesharing Service

Der Mitfahrservice von Waze ähnelt dem Modell von flinc oder EasyPendler. Waze will Fahrer und Mitfahrer miteinander verbinden, die sowieso schon in die gleiche Richtung unterwegs sind. Der Fahrer fährt dabei die Strecke, weil er auch das Ziel erreichen musst und nicht weil er mit den Fahrten Geld verdienen muss. Ein Ähnliches Prinzip findet auch bei den Mitfahrzentralen für Langstrecken, wie zum Beispiel BlaBlaCar Anwendung. Die Fahrdienste wie Uber und Lyft setzten im Gegensatz dazu auf Fahrer, die nach dem Taxi-Prinzip unterwegs sind. Das heißt, sie halten sich bewusst bereit, um Aufträge zu bekommen, um damit Geld zu verdienen.

Betriebskosten werden gedeckt

Die Preise bei Waze sollen bewusst niedrig gehalten werden, um Fahrern nicht dazu zu motivieren, sich extra bereit zuhalten. Während der Testphase mussten die Nutzer nur 54 US$-Cents pro Meile bezahlen, das entspricht ca. 30 Euro Cent pro Kilometer. Damit fallen auf die Einnahen keine Steuern an, da es sich dabei um einen Betrag handelt, mit dem ausschließlich die Betriebskosten der Fahrt bezahlt werden.

Wettbewerb zwischen Google und Uber steigt

Mit dem Vorstoß von Google in den Fahrdienstbereich wird das Unternehmen zu einem Konkurrenten von Uber. Einst haben die beiden Unternehmen eng zusammen gearbeitet, im Jahr 2013 hat sich Google sogar mit 258 Mio. US$ an Uber beteiligt und dürften immer noch zu einem der größten Anteilseigner von Uber zählen. Auch das Ausscheiden von David Drummond aus dem Uber Aufsichtsrat ist ein Zeichen, dass die beiden Unternehmen immer mehr im Konkurrenzkampf zueinander stehen. Drummond ist einer der führenden Angestellten von Alphabet, dem Mutterunternehmen von Google.

Selbstfahrende Autos von Uber und Google

Sowohl Uber als auch Google entwickeln selbstfahrende Autos, die später einmal auf Fahrdienst-Plattformen zum Einsatz kommen sollen. Seit beginn hat Uber auf die Google Maps Technologie gesetzt, mittlerweile entwickelt das Unternehmen seine eigene Kartentechnik. Jetzt scheinen die beiden Unternehmen auf im Fahrdienstbereich im Wettbewerb zueinander zu stehen.

Der Fahrdienst von Waze wird bestimmt nicht der einzige Vorstoß von Uber im Mobilitäts- und Transportbereich sein. Wahrscheinlich ist, dass auf der Plattform auch der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für unterschiedliche Zwecke getestet wird. Auf dem Weg zum Erfolg müssen Google und Waze noch eine Hürden überwinden und Erfahrung mit dem operativen Betrieb sammeln.

Bild: Waze (alle Rechte vorbehalten)

Smart wird zum Paketfach

Die Automarke smart aus dem Daimler-Konzern startet eine innovative Dienstleistung mit dem Namen “smart ready to drop”. In Zusammenarbeit mit DHL Paket wird die Zustellung von Paketen im Kofferraum ermöglicht. Entwickelt wurde der Service vom smart lab, einem Think Tank von smart für innovative Zusatz- und Mobilitätsdienstleistungen.

Beta-Test ab Herbst

Im Herbst soll der Beta-Test in Stuttgart gestartet werden, danach ist auch der Start von ready to drop in Köln, Bonn und Berlin geplant. Insgesamt soll der Service in sieben Städten getestet werden. Um an der Pilotphase teilzunehmen, müssen die smart-Fahrzeuge mit einer Connectivity Box nachgerüstet werden. Für die Kunden, die an dem Beta-Test teilnehmen, übernimmt smart die Nachrüstung. Ein Sondermodell, das ab Herbst im Angebot ist, hat die notwendige Ausrüstung serienmäßig an Board.

Öffnung über Connectivity Box

Die Connectivity Box ermögliche eine schlüssellose Öffnung des Kofferraums der damit ausgerüsteten Fahrzeuge. Über eine Smartphone App erhält der DHL Paketbote eine Zugangsberechtigung für das entsprechende Fahrzeug. Nach Öffnung des Kofferraums kann das Paket ganz einfach abgelegt werden, danach wird das Fahrzeug durch den Boten wieder verschlossen.

Der smart Kunde generiert mittels einer weiteren Smartphone-App einen TAN, der bei der Bestellung im Adressfeld mit angegeben werden musst. Das Fahrzeug muss in der Nähe der angegebenen Lieferadresse abgestellt werden, damit der entsprechende DHL Fahrer auch in der Lage ist, das Fahrzeug zu finden.

Der DHL-Bote wird über seine App über den gewünschten Lieferort informiert und kann den smart in einem bestimmten Zeitraum mit dem vorher definierten TAN öffnen. Nachdem das Paket abgelegt wurde, muss der DHL Fahrer das Auto wieder verschließen. Nach Beendigung des Vorgangs wird der Kunde über die Zustellung informiert. Anscheinend ist eine Zustellung im smart nur in den Zeiten zwischen 21 Uhr und 6 Uhr möglich.

Nachrüstung für smarts möglich

Ab Herbst kann die Connectivity Box ab Werk bestellt werden. Bereits ausgelieferten smart Modelle der neusten Generation können mit der smarte Box nachgerüstet werden. Ob die Box für weitere Funktionen und Dienstleistungen genutzt werden kann, ist nicht bekannt.

Grundlage für weiteren Dienstleistungen

Interessant wäre zum Beispiel eine Eingliederung der privaten smart Fahrzeuge in die Carsharing Flotte von car2go. Ein ähnliches Konzept planen BMW, Mini für DriveNow und Tesla. Mit entsprechender Ausrüstung können Nutzer entscheiden, ob sie ihr Fahrzeuge für einen ausgewählten Nutzerkreis zugänglich machen wollen. Die definierte Verfügbarkeit wird dann auf den entsprechenden Plattformen angezeigt und kann über die jeweiligen Apps gebucht werden. Die Fahrzeugbesitzer werden am Umsatz der Fremdfahrten mit ihren Fahrzeugen beteiligt.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Lyft äußert sich zu Gerüchten: Verkauf nicht geplant

In den letzten Tagen haben sich die Gerüchte verdichtet, dass das Ridesharing Startup Lyft einen Verkauf anstrebt. Außerdem soll Uber dem Rivalen einen Milliarden-Exit verwehrt haben, in dem potentielle Käufer vor eine Akquisition gewarnt wurden. Uber würde für Lyft nicht mehr als 2 Milliarden US$ auf den Tisch legen, die von Lyft aufgerufenen 9 Milliarden US$ seien viel zu hoch.

Keine Suche nach Käufer

Jetzt hat sich Lyft erstmals zu Wort gemeldet. Der Präsident des Unternehmens John Zimmer hat bekräftigt, dass Lyft keinen Käufer sucht. Er widersprach den Veröffentlichungen, dass Lyft nicht erfolgreich bei der Suche nach einem Käufer war, nach dem es mit sechs Unternehmen gesprochen hat.

Zeitungen, wie Bloomberg oder New York Times haben berichtet, dass Lyft Verkaufsgespräche mit General Motors, Amazon, Apple, Didi Chuxing, Uber und anderen Unternehmen geführt hat, letztendlich aber nicht erfolgreich war. Es gab auch Berichte, dass GM Lyft übernehmen wollte, was letztendlich zu dem Investment von 500 Mio. US$ geführt hat. Zimmer hat nicht dementiert, dass sein Unternehmen Gespräche geführt hat, er deutet an, dass Lyft von Interessenten kontaktiert wurde.

Gerüchte über Verkauf seit Juni

Schon im Juni gab es Gerüchte darüber, das Lyft einen Verkauf anstrebt. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Boutique Qatalyst Partners beauftragt wurde, einen Käufer zu finden. Qatalyst Partners hat unter anderem den Verkauf von LikedIn an Microsoft eingefädelt. Lyft wollte sich nicht zu Qatalys äußern, bekräftigt aber, dass das Unternehmen nie aktiv auf der Suche nach einem Käufer war. Seit Gründung hat Lyft laut Zimmer schon mehrere Kaufangebote erhalten, die man sich auch angeschaut hat.

Gerüchte über Verkauf und Bewertung

In der letzten Woche haben die Gerüchte einen Höhepunkt erreicht. Die New York Times hat einen Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wurde, dass Lyft erfolglos versucht hat, sich an sechs Unternehmen zu verkaufen.

Bloomberg hat am Freitag berichtet, dass Uber nicht mehr als 2 Milliarden US$ für einen Kauf von Lyft zahlen würde. Das ist ein Bruchteil der Bewertung von 9 Milliarden US$, die von Recode aufgerufen wurde. Die Summe ist auch weit niedriger als die Bewertung von 5.5 Milliarden US$ aus der letzten Finanzierungsrunde.

Zimmer bezichtigt den Konkurrenten Uber für das Verbreiten der Gerüchte verantwortlich zu sein. Eigentlich wollte sich sein Unternehmen nicht zu den Gerüchten äußern. Am Freitag wurde aber eine Grenze überschritten, die Lyft dazu veranlasst hat, das Dementi zu veröffentlichen.

NuTonomy startet selbstfahrende Taxis

Das Unternehmen NuTonomy, ein Spin-Off der Eliteuniversität MIT testet selbstfahrende Taxis in Singpur. Seit heute sind einige autonome Fahrzeuge in der asiatischen Stadt unterwegs. Das Unternehmen kommt somit dem Fahrdienst Uber zuvor, der in der letzten Woche verkündet hat, dass noch vor Ende August selbstfahrende Autos in Pittsburgh getestet werden.

NuTonomy wurde vor drei Jahren gegründet und testet bereits seit längerem selbstfahrende Autos. Ähnlich wie Cruise und Otto entwickelt das Startup Kits, mit denen herkömmliche Autos aufgerüstet werden können.

Limitierter Test ins Singapur

Der Test ist Singapur startet mit limitiertem Umfange. Ausgewählte Nutzer können über eine Smartphone-App die Roboter Taxis bestellen. NuTonomy wird zu Beginn sechs Fahrzeuge betreiben, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 12 Fahrzeuge ansteigen. Bis zum Jahr 2018 soll eine voll autonome Taxi Flotte in Singapur unterwegs sein, um die Zahl der Fahrzeuge auf den verstopften Straßen zu reduzieren. Nicht nur Singapur hat Interesse den dem Modell, auch in anderen Städten könnte dieses Modell ausgerollt werden.

Selbstfahrende Taxis in One-North

Am Anfang sind selbstfahrende Taxis in einem kleinen Gebiet unterwegs sein, ca. 6.5 Quadratkilometer im Stadtteil One-North werden abgedeckt sein. Aus- und Einsteigen wird nur an definierten Adressen möglich sein, eine Nutzung ist erst nach einer Einladung durch nuTonomy möglich. Mehrere Tausend Nutzer sollen den Service testen können.

NuTonomy nutzt Elektrofahrzeuge

Als Fahrzeuge werden modifizierte Renault Zoe und Mitsubishi i-MIEV Modelle eingesetzt. Die Fahrzeuge wurden mit notwendiger Technik und Software aufgerüstet, damit diese autonom fahren können. Es wird immer ein Fahrer mit an Board sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Außerdem wird auf dem Rücksitz ein Forscher mitfahren, der die Computer überwacht. Dementsprechend können maximal zwei Fahrgäste gleichzeitig den Service nutzen, für mehr ist kein Platz. Jedes Fahrzeug ist mit sechs Lidar-Systemen ausgestattet. Bei Lidar handelt es sich um eine Art Radarsystem, das auf Lasern basiert. Mit den Lidar Systemen und weiteren Kameras wird die Umgebung überwacht und Hindernisse erkannt.

Die Testphase ist zeitlich nicht begrenzt. Am Anfang wird die Nutzung kostenlos sein, zu einem späteren Zeitpunkt werden die Nutzer dafür bezahlen müssen. Der Service soll in weiteren Städten in Asien, den USA und Europa getestet werden. Dafür gibt es aber noch keinen konkreten Zeitplan.

Großes Interesse der Städte

Autonome Fahrzeuge und smarte Mobilitätslösungen stoßen auf großes Interesse bei den Verkehrsbehörden und Verwaltungen großer Städte. Die meisten Großstädte kämpfen mit einer zu hohen Anzahl an Fahrzeugen, die nicht ausgelastet sind. Die Folge davon sind verstopfte Straßen, Luftverschmutzung und riesige Flächen, die durch Straßen und Parkplätze zugepflastert sind. NuTonomy schätzt, dass die Zahl der Fahrzeuge durch den Einsatz von autonomen Fahrzeugen um Zweidrittel reduziert werden kann. Außerdem sind die Städte an einer dynamischen Mobilitätslösung interessiert, um die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu reduzieren. Dabei soll gleichzeitig das Angebot und die Flexibilität aus Kundensicht erhöht werden.

NuTonomy hat als erstes Unternehmen die Genehmigung für den Betrieb von selbstfahrenden Taxi auf den Straßen Singapurs erhalten. Das Startup hat auch Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der lokalen Verkehrsbehörde geschlossen, um das Gebiet der autonomen Fahrzeuge weiter zu erforschen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Uber hat 87% Marktanteil in den USA & der Verlust steigt

Nach einem Bericht von Bloomberg ist Uber zwar weiter auf dem Vormarsch und wächst international kräftig. Gleichzeitig steigen aber auch der Verlust auf bisher 1.27 Milliarden US$ im ersten Halbjahr 2016.

Zurück in die Verlustzone in den USA

Auch wenn Uber noch nicht an der Börse gehandelt wird, werden jedes Quartal die Investoren über die finanzielle Situation aufgeklärt. Bei der letzten Informationsrunde wurde den Investoren mitgeteilt, dass im zweiten Quartal ein Verlust in Höhe von 750 Millionen US$ angefallen ist, inklusive einem Verlust von 100 Mio. US$ auf dem amerikanischen Markt. Im ersten Quartal 2016 ist ein Verlust von 520 Mio. US$ angefallen. Erstaunlich ist auch, dass ein hoher Verlust in den amerikanischen Städten angefallen ist. Erst zu Beginn des Jahres hat Uber verkündet, dass in den USA bereits Geld verdient wird, mit dem die weitere Expansion unterstützt wird.

Mehr als 4 Milliarden Verlust seit Gründung

Seit der Gründung vor mehr als vier Jahren hat Uber einen Verlust von mehr als 4 Milliarden US$ angehäuft. Allein im letzten Jahr sind 2 Milliarden US$ Verlust angefallen. Basierend auf den Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2016 besteht die Möglichkeit, dass diese Summe in diesem Jahr sogar überboten wird. Grund für die hohen Verluste sind die Preiskämpfe um Kunden mit Wettbewerbern wie Lyft. Hinzu kommen hohe Subventionen für die Fahrer, um diese auf der Plattform zu halten. Bleibt abzuwarten, wie sich der Verkauf von Uber China an Didi Chuxing auf die Verluste auswirkt. Alleine in China hat Uber in den letzten beiden Jahren mehr als 2 Milliarden US$ Verlust eingefahren. Der Zusammenschluss mit Didi dürfte sich positiv auf die Bilanz von Uber auswirken.

Klarer Marktführer in den USA

Uber behauptet auch, dass der Marktanteil in den USA zwischen 84 und 87% liegt. Dabei ist der Markt der alternativen Fahrdienstleiter und Ridesharing-Anbeiter gemeint, der Taximarkt wird dabei nicht mit einbezogen. Ein Großteil des verbleibenden Marktes wird auf den Mitbewerber Lyft entfallen.

Auch Lyft verzeichnet hohe Verluste, teilt aber mit, dass es sich dabei um weniger als 50 Mio. US$ pro Monat handelt. Das entspricht einem Verlust von 150 Mio. US$ pro Quartal. Lyft verzeichnet weit weniger Fahrten als Uber. Lyft kam um Juli auf etwa 13.9 Millionen Fahrten, Uber auf 62 Millionen Fahrten.

Große Technologieunternehmen sind dafür bekannt, dass sie in einer Wachstumsphase hohe Verluste anhäufen. Über mehrere Jahre hat zum Beispiel Amazon hohe Verluste verbucht, um auf die gigantische Größe zu wachsen, die das Unternehmen mittlerweile erreicht hat. Für Amazon hat sich die Strategie ausgezahlt, mittlerweile werden die Erwartungen der Börse übertroffen und Gewinne eingefahren. Laut Bloomberg lag der größte Jahresverlust von Amazon bei 1.4 Milliarden US$ im Jahr 2000. Uber hat diese Marke im letzten Jahr geknackt und wird sie voraussichtlich auch dieses Jahr wieder überschreiten.

Auf der anderen Seite kann Uber über ein Anstieg auf der Umsatzseite berichten. Im ersten Quartal lag der Außenumsatz bei 3.8 Milliarden US$, im zweiten Quartal ist dieser auf 5 Milliarden US$ gestiegen. Für Uber entspricht das einem Netto-Umsatz von 960 Mio. US$ im ersten Quartal, bzw. 1.1 Milliarden US$ im zweiten Quartal.

Bild: Uber Technologies (alle Rechte vorbehalten)

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