Autonomes Fahren: Lyft und Magna arbeiten zusammen

Dem amerikanischen Ride-Sharing Anbieter Lyft ist ein Deal mit dem Automobilzulieferer Magna gelungen. Beide Unternehmen arbeiten bei dem Thema autonomes Fahren zusammen, außerdem investiert Magna 200 Mio. Dollar in die Fahrdienst Plattform. Magna ist einer der führenden Automobilhersteller und Auftragsfertiger für die Automobilindustrie.

Entwicklung von Systemen für autonomes Fahren im Vordergrund

Gemeinsam wollen die Unternehmen Systeme für autonomes Fahren entwickeln, die in kleineren und mittleren Fahrzeugen verbaut werden können. Magna wird dafür verantwortlich sein, die Systeme in die Architektur der Fahrzeuge zu integrieren. Das Team von Lyft ist für die Entwicklung der Software und Algorithmen verantwortlich. Magna wird auch Technologie-Kits in die Partnerschaft mit einbringen, wahrscheinlich soll es sich dabei um Sensoren und Kameras handeln. Obwohl sich Magna beim Fahrzeugbau auskennt, wird das Unternehmen keine Autos im Rahmen der Partnerschaft bauen. Es wurde nicht bekanntgegeben, bis wann beide Unternehme erste Ergebnisse zur Serienreife entwickelt haben werden. Es ist aber davon auszugehen, dass es vor 2021 geschehen wird.

Rechte und Patente bei beiden Unternehmen

Die Rechte an der im Rahmen der Partnerschaft entwickelten Patente, bzw. An dem geistigen Eigentum wird beiden Unternehmen gehören. Magna sichert sich durch das Investment und die Partnerschaft das Exklusivrecht für die Belieferung mit Technologie-Kits. Magna setzt mit dem Deal auf die Zukunft und rechnet auch damit, dass es noch eine Weile dauern wird, bis mit den Ergebnissen Geld verdient wird.

Zulieferer für anderer Hersteller

Ähnlich wie bei Uber, Waymo oder BMW sieht die Strategie vor, dass Automobilkonzerne und andere Interessenten die Technologie-Kits einkaufen können. Lyft hat im vergangenen Sommer damit angefangen, an Technologien für selbstfahrende Autos zu arbeiten. Dabei setzt die Ride-Sharing Plattform auf Partnerschaften mit Automobilherstellern, Technologie-Unternehmen und Zulieferern. Unter anderem arbeitet Lyft mit Ford, Land Rover, Waymo und General Motors zusammen, die Unternehmen sollen die Lyft Plattform nutzen können, um die eigenen autonomen Fahrzeuge einzusetzen. Parallel werden eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Uber soll Systeme an Toyota verkaufen

Die Fahrdienstplattform Uber wird damit beginnen, die Systeme für autonome Autos an Interessenten wie Automobilhersteller zu verkaufen. Uber ist mit dem japanischen Konzerne Toyota im Gespräch, Toyota möchte die Systeme von Uber einkaufen. Es war abzusehen, dass Uber nicht nur Fahrzeuge für die eigene Plattform mit den Systeme ausstatten wird, sonder auch daran interessiert ist, als Zuliefere aufzutreten.

Toyota will Systeme in Minivans einsetzen

Toyota soll daran interessiert sein, die Systeme von Uber für MiniVans zu nutzen. Die hochrangigen Toyota Manager Shigeki Tomoyama und Gill Pratt sollen sich mit dem Uber CEO Dara Khosrowshahi in Pittsburgh getroffen haben, um den Deal zu besprechen. Fraglich ist, ob Toyota nach dem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-SUV an den Plänen festhält.

Autonome Autos werden in Pittsburgh entwickelt

In Pittsburgh betreibt Uber sein Forschungszentrum für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Toyota kann sich trotz eigener Forschung und Entwicklung im Bereich autonomes Fahren den Zukauf von passenden Systemen vorstellen. Erst kürzlich wurden Pläne bekannt, dass mehr als zwei Milliarden Dollar in ein Forschungszentrum investiert werden sollen.

Uber rüstet schon jetzt Fahrzeuge auf

Uber hat Erfahrung damit, die eigenen Systeme für autonomes Fahren in Serienfahrzeuge zu verbauen. Die Flotte von Uber besteht aus serienmäßigen Volvo SUVs, die von Uber aufgerüstet werden. Außerdem wurde eine Absichtserklärung mit Volvo unterzeichnet, um mehr als 24.000 XC90 SUVs zu für den Einsatz auf der Uber Plattform aufzurüsten.

Strategie erinnert an Waymo und Fiat Chrysler

Die Strategie von Toyota und Uber erinnert an das Vorgehen von Waymo in den USA. Das Schwesterunternehmen von Google bestückt Minivans des Herstellers Fiat Chrysler mit Sensoren, Rechnern und Software und setzt diese in Arizona und Kalifornien ein. Uber ist auch nicht das einzige Unternehmen, dass sich als Zulieferer für Systeme für autonome Fahrzeuge positionieren wird. Zu den Konkurrenten gehören Waymo, Aptiv und Aurora. Auch das Konsortium rund um BMW und Intel will später die Systeme für selbstfahrende Autos an andere Hersteller verkaufen.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Branchentreffen zur Zukunft der Mobilität: Wo Konstantin Sixt seine Mobilitätsplattform vorstellt

Das Hamburger Startup Wunder veranstaltet regelmäßig ein AutoTech Meetup, das nächste findet die dritte Ausführung statt.
Bei dem Branchentreffen stehen Vernetzung, strategische Kooperationen und die Zukunft der Mobilität im Fokus. 100 Entscheider von Automobilherstellern, Zulieferern, Transportunternehmen, Versicherungen, ÖPNV Anbietern, Startup Gründer und Forschungseinrichtungen folgen der persönlichen Einladung und diskutierten gemeinsam die Zukunft der Mobilität und wie Deutschland nicht nur dranbleibt, sondern vorweg geht.
Wunder Carpool, eines der unabhängigen Mobilitätsstartups in Deutschland, läd vierteljährlich zum Branchentreffen der etwas anderen Art im Unternehmenssitz in der Hamburger Hafencity. Statt Modellpräsentationen und Podiumsgespräche gibt es provokante Thesen und lebhafte Diskussionen über die Zukunft der Mobilität.
Zum dritten AutoTech Meetup gibt Konstantin Sixt Einblicke in die Mobilitätsstrategie der Sixt Gruppe. Es ist zu erwarten, dass sich die Strategie nach dem Ausstieg bei DriveNow verändern wird. Carlo Iacovini von Local Motors wird den Autonomen Bus Olli vorstellen und das Startup High Mobility erklärt seine Zukunftsvision der Connected Car API, die u.a. von Mercedes Benz benutzt wird.

Wunder vernetzt die Europäische AutoTech Szene

„Mit dem Meetup wollen wir einen zentralen Beitrag zur Vernetzung innerhalb der Branche leisten“, sagt Gunnar Froh, Gründer und CEO von Wunder Carpool. „Die Zukunft der deutschen Automobilindustrie liegt in der Zusammenarbeit, davon sind wir überzeugt –weder werden Technologie-Startups wie wir zu Autobauern, noch werden die Automobilkonzerne ohne weiteres zu Technologieunternehmen.“

Wunder Carpool arbeitet als Technologiepartner mit verschiedenen Automobilherstellern und Zulieferern zusammen. Zudem ist das Startup mit seiner Carpooling-Plattform in fünf Millionenstädten mit hohem Verkehrsaufkommen in Schwellenländern aktiv und mit bisher zwei Millionen durchgeführten Fahrten eine der weltweit führenden Plattformen für urbanes Carpooling.

Teilnehmer kommen aus Führungskreisen von Mobilitätsunternehmen und Startups


„Mobilität steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Es entstehen fast wöchentlich neue Produkte und Angebote. Als Deutsche Bahn stehen wir mit allen Chancen und Risiken im Zentrum dieser Entwicklung“, sagt Kalle Greven, Beauftragter der Geschäftsführung Neues Geschäftsmodell bei der Deutschen Bahn. „Der Austausch und die Vernetzung mit Startups und Corporates aus der Mobilitäts- und Tech-Branche ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor. Auf dem Wunder AutoTech Meetup habe ich spannende Impulse bekommen und es sind vielversprechende neue Kontakte entstanden.“„Die Veränderungen in der Mobilität sind tiefgreifender und komplexer als viele noch vor wenigen Jahren gedacht haben“, sagt Paulin Demethon von Drivy. „Es gibt schon heute ein breites Spektrum an neuen Produkten und Anbietern und wir gehen davon aus, dass dies nur der Anfang ist.“
Folgende Unternehmen und Startups haben sich bereits für das kommende Meetup angemeldet:

Big players: Audi, Moovel /Daimler Buses/ Daimler, Volkswagen / MOIA, Sixt/ MyDriver, ioki/ Deutsche Bahn, Allianz Automotive, Munich RE, MyTaxi, Hamburg Hochbahn, Röchling, Hafencity GmbH, Local Motors, Hamburg Logistik, Marubeni, Bosch, Hamburg Logistik, UBER, DriveNow, Liil Ventures, Paravan GmbH, Fraunhofer IAO

Startups:

Ubeeqo, Commodule, Gett, Drover, Unu Motors, TravelCar, Drivy, High Mobility, Cargonexx, Kroschke Digital, Clevershuttle, Better Taxi, MVMANT, re2you GmbH, 25ways GmbH, Less.com, Emmy Sharing, Best Mile, MLove, Carledo, TaxiStartup, Voltlines, Enway, GetAWay, Urban Elektric, Kabee, Teraki, Spring Mobility
Die letzten verbleibenden Plätze können sich Interessenten gerne über die Website sichern.
Bild: Wunder Carpool (alle Rechte vorbehalten)

Didi will mit CHJ Automotive eigene Elektroautos bauen

Die in China führende Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht den nächsten Schritt und steigt in die Produktion eigener E-Fahrzeuge ein. Dafür gründet Didi ein Joint Venture mit dem Startup CHJ Automotive.

Serienreife E-Fahrzeuge bis 2020

Bis die ersten gemeinsamen E-Fahrzeuge auf den Markt kommen, wird es noch ein paar Jahre dauern. Für das Jahr 2020 ist die Serienreife geplant. Die Fahrzeuge sollen auf die Bedürfnisse im Ride-Sharing ausgelegt sein und nach und nach automatisiert werden. Das erste Fahrzeug soll über Level 3 Fähigkeiten verfügen, vollautomatisiertes Fahren auf Level 5 soll später folgen.

Beide Unternehmen finanziell gut ausgestattet

An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Didi 51% Unternehmensanteile, der Rest liegt bei CHJ Automotive. Beide Unternehmen sind finanziell gut ausgestattet. Didi hat mehrere Milliarden Dollar eingesammelt. Das Startup CHJ hat vor kurzem eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 470 Mio. Dollar abgeschlossen und dürfte somit ein finanzielles Polster für die Entwicklung zur Verfügung haben.

Kooperation mit führenden Zulieferern

Auf der Website von CHJ Automotive sind wenig Details über ein zukünftiges Fahrzeug zu finden. Es soll bereits eine Produktionsstätte mit einer jährlichen Kapazität von 200.000 Fahrzeugen existieren. Zu den Partnern gehören führende Unternehmen wie Bosch, Valeo oder Magna. Andere Quellen berichten darüber, dass das Unternehmen sowohl ein kleines E-Fahrzeug zum Preis von weniger als 8000 Euro als auch einen größeren SUV plant.

Umweltfreundliche Fahrzeuge gehören zur Strategie

Für Didi gehören umweltfreundliche Fahrzeuge zur Strategie, die auch stark von der chinesischen Politik vorgegeben wird, um die Luftverschmutzung in den chinesischen Städten in den Griff zu bekommen. Im letzten Jahr waren mehr als 260.000 elektrifizierte Fahrzeuge auf der Didi Plattform registrierte, ein Teil davon mit reinem Elektroantrieb. Bis 2020 will Didi mehr als 1 Mio. Elektroautos auf der Plattform registriert haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Meituan und Didi: Der Krieg der Fahrdienste lebt in China wieder auf

Nach der Fusion von Uber China und Didi Chuxing war der Wettkampf um die Vorherrschaft bei den Mobilitätsplattformen erstmal vorbei. Beide Unternehmen haben vor der Fusion pro Jahr zusammen mehrere Milliarden Dollar verbrannt, um Fahrer und Nutzer zu gewinnen. Der Frieden wird durch den Einstieg der Lieferplattform Meituan Dianping erstmal wieder vorbei sein.Letzte Woche hat das Unternehmen durch die Übernahme der Bike-Sharing App Mobike für Aufsehen gesorgt.

Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet

Die App Meituan Dianping hat seinen Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet, ein Start in Peking wird in den kommenden Wochen erwartet. In Peking müssen erst noch die Behörden zustimmen. Das Unternehmen gehört zu den digitalen Schwergewichten in China. Das Unternehmen verfügt über 250 Mio. Nutzer, 30 Prozent davon haben Bedarf nach Mobilitätsdiensten. Damit kann das Unternehmen eine attraktive Nutzerbasis für einen Ride-Sharing Dienst vorweisen. Wie bei den Mega-Apps oder auch Networks of Networks genannten Playern üblich, wird das neue Angebot in die bestehende App integriert. So werden möglichst viele Nutzer erreicht und die Barriere für die Nutzung gering gehalten.

Garantiertes Einkommen für die Fahrer

Meituan wird viel Geld investieren, um Nutzer und Fahrer zu gewinnen. Um die Verfügbarkeit hoch zu halten, hantiert das Unternehmen mit Bonuszahlungen für die Fahrer. Die Fahrer erhalten mindestens umgerechnet 95 Dollar pro Tag, wenn sie 10 Stunden am Tag verfügbar sind und mehr als 10 Fahrten in den zu erwartenden Stoßzeiten zwischen 6:00 und 22:00 absolvieren. Die Plattform verzichtet in Shanghai für die ersten Wochen auch auf die Vermittlungsgebühr, die in der Branche normalerweise bei 20 bis 30% des Umsatzes beträgt. In den kleineren Städten Nanjing und Jiangsu zahlen die Fahrer nur 8 Prozent Vermittlungsgebühr an Meituan Dianping und damit viel weniger als bei Didi Chuxing.

Da Didi Chuxing weiter wachsen will, wird es sich geeignete und kostspielige Gegenmaßnahmen einfallen lassen, um Fahrer und Nutzer zu binden. Unterschiedliche Medien haben auch berichtet, dass Didi ins Liefergeschäft für Lebensmittel und warme Gerichte einsteigen wird. Zuerst in einer kleineren Stadt in der Nähe von Shanghai, ein Start in Shanghai wird dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Meituan führende Plattform für offline to online Dienste

Bisher war das Unternehmen Meituan Dianping in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs. Das Unternehmen ist als Schnäppchen- und Bewertungsportal gestartet und hat sich in den letzten Jahren in immer mehr Bereiche vorgearbeitet. Vor allem das Geschäft mit Service- und Logistik-Dienstleistungen wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Beliebt sind die Lieferdienste für warme Mahlzeiten und Lebensmittel. Die Nutzer können über die Plattform auch Services wie Friseure, Autowäsche oder Massagen on-demand buchen. Dabei kommt der Dienstleister zum Wunschort des Kundens. Zu den Investoren gehören neben dem Technologiekonzern Tencent  auch die Priceline und der VC Sequoia Capital. 

Bild: Meituan (alle Rechte vorbehalten)

BMW Group eröffnet Campus für autonomes Fahren

BMW hat in einer Rekordzeit eine in Unterschleißheim bei München bereits bestehende Immobilie zum Autonomous Driving Campus umgebaut, der heute offiziell eröffnet wird. Der neue Campus bietet auf 23.000 qm Bürofläche Platz für 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit dem Thema autonomes Fahren beschäftigen sollen.  Erst vor 15 Monaten wurde die Entscheidung getroffen, die Ressourcen, die an den Themen Fahrerassistenz und hoch- bzw. vollautomatisiertes Fahren arbeiten, an einem Standort zusammen zu führen.

“Wir wollen auch beim sicheren autonomen Fahren eine Führungsposition einnehmen. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent und schaffen systematisch die Rahmenbedingungen. Einer der Meilensteine ist unser Campus für autonomes Fahren“, so Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Entwicklung.

Unterstützung durch den Freistaat Bayern

Unterstützt wird BMW durch die Bayerische Landesregierung. Ministerpräsident Dr. Markus Söder äußert sich wie folgt zu dem neuen Kompetenzzentrum: „Wir sind für Mobilität und gegen Fahrverbote. Die Zukunft der Mobilität ist ein zentrales Thema im wachsenden Freistaat. Wir brauchen innovative Verkehrskonzepte – sicher, intelligent und umweltschonend. Autonomes Fahren ist dabei eine wesentliche Schlüsseltechnologie. Die Einrichtung des neuen Autonomous Driving Campus in Unterschleißheim ist ein klares Bekenntnis für den High-Tech-Standort Bayern und ein weiterer Beleg für die enge Partnerschaft zwischen BMW und dem Freistaat Bayern.“

Autonomes Fahren auf Level 3 und 4 bis 2021

Auf dem Campus arbeitet BMW mit den bestehenden Partnern zusammen, um bis spätestens 2021 den BMW iNext mit Level 3 Funktionalitäten auf die Straße zu bringen. Dabei handelt es sich vor allem um die Partner Here, Intel und Mobileye. Der Kartendienst Here, an dem BMW auch beteiligt ist, liefert die Karten für das hoch- bzw. vollautomatisierte Fahren, von Intel und Mobileye kommen wichtige Sensoren und die Rechen-Power. In dem iNext Fahrzeug sollen Level 4 Funktionalitäten technisch vorgehalten werden und nach und nach zum Einsatz kommen. Funktionalitäten auf Level 5 werden parallel entwickelt und in Pilotprojekten angewendet, die Einführung in die Serie wird erst nach 2021 erfolgen.

Agile Arbeitsmethoden sollen schneller ans Ziel führen

Die Mitarbeiter auf dem neuen Campus sollen nach agilen Methoden arbeiten, um schneller, flexibler und effizienter zum Ziel zu kommen. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit in kleinen, interdisziplinären Teams, die einzelne Features und Teilprozesse End-to-End verantworten. Durch eine hohe Flexibilität können die Teams schnell auf neue Anforderungen reagieren, der gesamte Entwicklungsprozess gewinnt so an Geschwindigkeit und die Komplexität lässt sich besser beherrschen. Ein Konzept, das bei Startups und kleineren Unternehmen bereits Standard ist – erfreulich, dass BMW das im Jahr 2018 auch erkannt hat.

Datengetriebene Entwicklung

BMW verfolgt mit den Partnern einen datengetriebenen Entwicklungskreislauf. Die über die im Fahrzeug verbaute Sensorik gesammelten Realdaten werden in einem Daten Center aufbereitet und verarbeitet. Die Aufbereitung der Daten geschieht in einem Daten Center, das sich in der Nähe des Campus befindet. Etwa 16 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum hochautomatisierten Fahren, rund 40 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum vollautomatisierten Fahren jeweils pro Arbeitstag. Die Fahrzeuge verfügen über Lidar, Radar, Ultraschall und Kamera Sensoren, um das nähere Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die Sensortypen und deren Platzierung in den Entwicklungsfahrzeugen entsprechen dem Zielsetup, wobei von Anfang an das Gesamtfahrzeug berücksichtigt wird.

Seit dem vergangenen Jahr betreibt BMW eine Testflotte mit 40 Fahrzeugen, die bis Ende 2018 auf 80 Fahrzeuge aufgestockt werden soll. Die Fahrzeuge kommen in Deutschland, USA, Israel und China zum Einsatz. Bei der Entwicklung der der Fahrzeuge ist BMW auf Partner angewiesen, vor allem bei dem Themen Software Entwicklung und Künstliche Intelligenz.

Nur mit Partnern möglich

Nicht nur beim agilen Arbeiten scheint BMW von Startups gelernt zu haben. Auch Partnerschaften sollen stärker im Fokus stehen. Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands bei BMW,  geht davon aus, dass erst die übernächste Chip Generation so klein sein wird, um den Kofferraum wieder als Kofferraum nutzen zu können. Zu diesem Ziel kommt BMW nur durch Partnerschaften. Fröhlich appelliert daran, zusammenzuarbeiten, um bis 2021 das scheinbar unmögliche möglich zu machen.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: BVG und ioki kooperieren in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ioki, der Geschäftszweig für smarte Mobilität der Deutschen Bahn, kooperieren zum Thema autonomes Fahren. Gestartet wird mit einem Pilotprojekt auf dem EUREF Campus, bei dem erstmalig in Deutschland autonomes Fahren und On-Demand Funktionalität zusammen kommen. Später ist auch der Einsatz auf öffentlicher Straße in Berlin angedacht.

Vorbestellen per App wird vorbereitet und getestet

Die erste Phase des Projekts wird auf dem EUREF-Campus zusammen mit dem InnoZ durchgeführt. In den kommenden Wochen wird das Vorbestellen per App vorbereitet und getestet. Zum Einsatz kommt ein EasyMile Fahrzeug der neuesten Generation. Die zweite Phase auf öffentlicher Straße ist bereits in Vorbereitung und wird eng in Abstimmung mit den Berliner Behörden und der Senatsverwaltung abgestimmt.

Für beide Unternehmen der nächste logische Schritt

Die Zusammenarbeit in Berlin ist für beide Unternehmen der nächste logische Schritt. Die bisherige Angebote waren als Linienverkehr mit festen Haltestellen und Taktzeiten konzipiert. Um das volle Potential zu heben, ist eine On-Demand-Funktion erforderlich, die jetzt gemeinsam erprobt wird. Auch der Einsatz eines autonomen Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen in einer Großstadt wurde bisher noch nicht erprobt. Dort besteht aber tendenziell die größte Nachfrage nach Mobilitätslösungen.

ioki und BVG bereits autonom unterwegs

Für beide Unternehmen ist es nicht das erste Projekt mit autonomen Fahrzeugen. Die BVG betreibt seit ein paar Wochen auf dem Gelände der Charité in Mitte und Virchow insgesamt vier autonome Kleinbusse im Linienverkehr. Man erwartet von dem Pilotprojekt auf der Charité wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik: etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken.

ioki fährt in Bad Birnbach autonom. Dort ist ein selbstfahrendes EasyMile Fahrzeug der ersten Generation auf öffentlicher Straße im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Die Marke ioki sieht autonomes Fahren als die Zukunft und realisiert deshalb schon heute Verkehre mit entsprechenden Fahrzeugen. Zeitgleich werden fahrerbasierte On-Demand Ride-Sharing Projekte aufgebaut. Das Projekt in Berlin ist jetzt der erste Schritt um beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Bild: ioki / Deutsche Bahn (alle Rechte vorbehalten)

Lyft testet in den USA ein monatliches Abo für Ride-Sharing

Die Ride-Sharing Plattform Lyft testet in den USA ein Abo-Modell, das vor allem regelmäßige Nutzer ansprechen soll. Die Tests können als Zeichen gewertet werden, dass sich Lyft gerne mit einem Monatsticket positionieren möchte, um Nutzer an sich zu binden. Das Prinzip von Monatstickets wird bisher stark im ÖPNV angewendet, aber noch nicht dauerhaft  bei den Ride-Sharing Anbietern. Lyft hat jetzt sein Angebot ausgebaut.

Preise abhängig von Nutzungsvolumen

Der Preis für das Abo scheint je nach Nutzer zu variieren. Die von Lyft per A/B-Test ausgespielten Angebote reichen von 199 Dollar für 30 Fahrten, bis hin zu 399 Dollar für 60 Fahrten im Monat. Bei den ausgespielten Angeboten sind Fahrten bis zu einem Fahrpreis von 15 Dollar inbegriffen. Wie Fahrten abgerechnet, die mehr als 15 Dollar kosten, wird nicht ganz klar.

Für Lyft CEO Logan Green sind die Abo-Modelle ein entscheidender Bestandteil der zukünftigen Ausrichtung. Die Angebote dürften dabei helfen, die Nutzer an Lyft zu binden und auch dazu bewegen, das eigene Auto stehen zu lassen.

Mehrere Tests bereits in den USA

Lyft und Uber haben schon häufiger Monatstickets getestet. Lyft hat Ende 2016 ein Abo für den Ride-Pooling Dienst Lyft Line getestet. Damals mussten die Nutzer 20 – 29 US Dollar zahlen und konnten Lyft Line vergünstigt oder umsonst nutzen. Uber hat im Sommer 2016 ein Monatsticket in New York getestet, das sogar günstiger war, als die Nutzung des ÖPNVs. Das Angebot wird auch dabei geholfen haben, die Fahrzeuge im Sommerloch zu füllen.

Der All Access Pass von Lyft geht definitiv in die richtige Richtung. Der Preis von mehreren hundert Dollar scheint erstmal hoch, dürfte aber dennoch unter den Kosten für ein eigenes Fahrzeug liegen. Die Kosten für ein eigenes Fahrzeug sind meistens nicht transparent und Fahrzeugbesitzer nehmen sie häufig einfach hin. Rechnet man Wertverlust, Verschleiß, Sprit, Versicherung, Parken uns sonstige Ausgaben zusammen, ergeben sich monatliche Kosten, die höher liegen dürften, als die Preise von dem Lyft-Abo.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Emmy erhält Geld aus dem mFund

Das Berliner Startup Emmy, das einen Scooter Sharing Dienst in mehreren Städten anbietet, wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastrukturen über das Förderprogramm mFund gefördert. Das Projektvolumen beläuft sich auf 484.638 Euro, davon werden 70% durch das BMVI gefördert. Das Projekt ist bereits im Sommer letzten Jahres gestartet und soll noch bis Ende 2019 laufen.

Relokalisierung der Roller und den Akkutausch-Prozess zu optimieren

Ziel des Projekts ist es, die Relokalisierung der Roller und den Akkutausch-Prozess zu optimieren. Eine Relokalisierung ist notwendig, um die Verfügbarkeit der Roller im Geschäftsgebiet zu gewährleisten. Ohne diesen Schritt würden sich die E-Scooter an beliebten Orten sammeln und nicht mehr in der Stadt verteilt sein. Das würde dazu führen, dass das ganze System aus Nutzersicht wenig interessant ist. Emmy will das Problem lösen, indem Nutzer durch eine dynamische Preisgestaltung dazu animiert werden, die Roller an geeigneten Orten im Betriebsgebiet abzustellen. Günstigere Preise sollen dafür sorgen, dass die Nutzer den Roller schon ein paar Straßenzüge vorher abstellen oder ein weiteres Verkehrsmittel nutzen, um zum Ziel zu kommen. Gleichzeitig ist geplant, den Akkutausch-Prozess datengetrieben zu optimieren. Erstaunlich, dass Emmy einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren dafür benötigt und das fast 500.000 Euro dafür benötigt werden.

Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage

Mit der Herausforderung der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage hat nicht nur das stationsunabhängige Scooter Sharing Konzept von Emmy zu kämpfen, sondern auch Car-Sharing Anbieter wie DriveNow oder car2go. Neben einer dynamischen Preisgestaltung basierend auf dem Abstellort, werden noch folgende Prinzipien getestet, um für eine Balance zwischen Nachfrage und Angebot zu sorgen. Alternativ zu einem dynamischen Pricing basierend auf dem Abstellort, kann auch eine dynamische Preisgestaltung abhängig von Abholort und Zeit eingeführt werden. Nutzer zahlen dabei weniger, wenn sie ein Fahrzeug an einem bestimmten Ort mit wenig Nachfrage abholen. In den USA wird auch ein Konzept mit Liefergebühren getestet, um das Problem in den Griff zu bekommen. In der Schweiz positionieren Stunden die Fahrzeuge neu und erhalten dafür Guthaben oder Rabatte für die Nutzung.

Bild: GetMobiltiy.de (alle Rechte vorbehalten)

Waymo baut mit Honda ein autonomes Fahrzeug

Die beiden Unternehmen Honda und Waymo sprechen schon seit Ende 2016 über eine mögliche Partnerschaft, jetzt scheinen die Gespräche kurz vor dem Abschluss zu stehen. Beide Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um ein Fahrzeug für den Personentransport und die Auslieferung von Waren auf die Straße zu bringen.

Eigenes Fahrzeug mit Fokus auf Logistik

Es ist nicht die einzige Besonderheit, dass sich beide Unternehmen mehr auf Logistik auf der letzten Meile fokussieren und weniger auf die Beförderung von Personen. Äußerungen von Waymo Chef Krafcik lassen auch vermuten, dass Waymo erstmals in den Design- und Entwicklungsprozess mit einsteigt. Bisher wurden bestehende Serienfahrzeuge aufgerüstet, mit Honda will Waymo ein neues Fahrzeug kreieren.

Waymo will nicht nur Zulieferer sein

Die Partnerschaft wäre ein Indiz dafür, dass Waymo nicht nur als Zulieferer für die Automobilindustrie und als Betreiber von Ride-Sharing Diensten auftreten möchte, sondern weitreichendere Ambitionen hat. Der Schritt, dass Waymo in die Entwicklung von neuen Fahrzeugen einteigt, ist ein weiteres alarmierendes Zeichen für die bestehende Automobilindustrie, dass sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren stark verändern wird.

Waymo arbeitet an autonomen LKWs für die Langstrecke. Kürzlich wurde verkündet, dass erste Fahrzeuge in der Gegend um Atlanta unterwegs sein werden, um Waren zwischen unterschiedlichen Google-Standorten zu transportieren. Die LKWs für die Langstrecke und der Service für die letzte Meile würden sich gut zu einer Komplettlösung zusammenfügen.

Kooperation mit Automobilherstellern

Waymo arbeitet schon mit den Herstellern Jaguar Land Rover und Fiat Chrysler zusammen. Mit Jaguar hat das Schwesterunternehmen von Google eine Vereinbarung über die Lieferung von 20.000 I-Pace Elektro-SUVs geschlossen, die mit der Technik von Waymo ausgestattet werden sollen. Ziel ist es, einen Fahrservice im Premium-Segment anbieten zu können. Von Fiat Chrysler bezieht Waymo Pacifica Minivans und stattet sie mit Technik für autonomes Fahren aus. Die Fahrzeuge sind bereits in Arizona im Einsatz und bilden die Grundlage für den Standard-Fahrservice, der demnächst kommerziell starten soll.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung