Google stellt Android Auto vor

Der amerikanische IT-Konzern hat auf der jährlichen I/O Entwicklerkonferenz Android Auto vorgestellt. Ähnlich wie bei CarPlay von Apple, wird das Android Smartphone mit dem Auto Verbunden und über das Display im Auto lassen sich dann die wichtigsten Funktionen abrufen und steuern.

So lässt sich Google Maps über Android Auto abrufen oder Google Play Music und Musik Streaming Dienste, wie Pandora oder Spotify. In einer ersten Übersicht an Apps, die von Android Auto unterstützt werden, sind auch Sport und Padcast Apps. Messaging und Telefonieren wird natürlich auch möglich sein. Gesteuert werden die Apps entweder über das Display selbst, über Sprachbefehle oder über die Knöpfe am Lenkrad.

Als erste Autohersteller sind unter anderem Audi, Volkswagen und Volvo mit dabei und bis Ende des Jahres sollen die ersten Modelle mit Android Auto unterwegs sein. Das Pendant von Apple, CarPlay, kann schon in neuen Modellen von Mercedes, Honda oder Ferrari bestellt werden. Sets zum Nachrüsten von Fahrzeugen werden aktuelle von Panasonic und Alpine entwickelt.

Bleibt spannend, ob es für Uber, Lyft und co. auch eine Möglichkeit geben wird, ihre Fahrerapps über das Autodisplay steuern zu lassen. Die Fahrer müssen dann nicht mehr ihr Smartphone im Blickfeld haben, sondern könnten einfach über das zentrale Display oder einen Knopf am Lenkrad eine Fahrt annehmen.

WunderCar ändert Modell und wird zur Mitfahrzentrale für kurze Strecken in der Stadt

Nach der Kritik und dem Druck der Taxiindustrie auf die Behörden in den letzten Wochen ändert das Startup Wundercar sein Geschäftsmodell und wird der Mitfahrzentrale flinc sehr ähnlich. Allerdings möchte man sich weiter auf kurze Fahrten innerhalb des Stadtbereichs fokussieren. Wie Netzwertig berichte, bedeutet das für die Nutzer, dass sie vor der Fahrt auch ihr Ziel angeben müssen, damit ein passender Fahrer zugewiesen werden kann.

Anstatt eines on-demand Transportdienstes bezeichnet sich Wundercar nun als soziale Mitfahrzentrale für Fahrten in der Innenstadt, im Gegensatz zu flinc soll der Fokus nicht auf Pendlern liegen, die gerne auch mal längere Strecken zurück legen..


UPDATE: Gestern wollte ich Wundercar in Berlin testen, am Anfang war kein Fahrer verfügbar, nach mehreren Versuchen wurde ein Fahrer gefunden, der 18 Minuten entfernt war. Ein Ziel musste ich bei der Buchung nicht angeben und der Fahrer schien auch nicht die Strecke ohne mich fahren zu wollen, da er mehr oder weniger dort angezeigt wurde, wo ich hin wollte.  Das Konzept der sozialen Mitfahrgelegenheit a la flinc wurde anscheinend noch nicht umgesetzt.


 

Zu beobachten bleibt, ob es sich dabei nur um eine Änderung in der Kommunikationsstrategie handelt oder ob wirklich nur Fahrer unterwegs sind, die auch die Strecke ohne Fahrgast gefahren wären. WunderCar könnte auch nur kommunizieren, dass es sich um Fahrer handelt, die jemanden auf ihrer eh schon satt findenden Fahrt mitnehmen.

Die Autobesitzer sollen die Wundercar App nutzen, wenn sie eh schon auf dem Weg zu einem Ziel sind und Fahrgäste mitnehmen, die in die selbe Richtung möchten. Der Fahrer soll nach der Fahrt maximal eine Spende in höhe der Betriebskosten erhalten, Wundercar möchte davon 20% Vermittlungsgebühr behalten. Die Vermittlungsgebühr kommen für die Fahrgäste wohl auf den Beitrag der Betriebskosten zusätzlich hinzu, den Fahrern die Kosten von den eh schon minimalen Beträgen abzuziehen, macht keinen Sinn.

Das Modell, dass man sich auf Fahrer konzentriert, die eh schon zu einem Ziel unterwegs sind und einfach jemanden mitnehmen, der sich über die App meldet, erfordert für einen flüssigen Betrieb eine hohe Anzahl an registrierten Fahrern, die in die gewünschten Richtungen unterwegs sind. Die durch den Taxi-Protest gewonnen Fahrgäste werden schnell verärgert sein, wenn sie keine Fahrt bekommen, um zur nächsten Party oder Verabredung zu kommen.

Laut Gründerszene reicht diese Änderung den Hamburger Behörden nicht. Wundercar hat das Verbot der Wirtschaftsbehörde bis jetzt ignoriert und weiterhin Fahrten vermittelt. Laut Gründer Gunnar Froh wird aber weiter mit der Hamburger Behörde zusammengearbeitet, um ein Kostenmodell zu entwickeln, das eine Abgrenzung von der gewerblichen Personenbeförderung ermöglicht. Was aus den angekündigten Expansionsplänen wird, ist fraglich. Es ist davon auszugehen, das WunderCar langfristig eine gerichtliche Lösung und Klarstellung bzw. Änderung der Rechtslange beabsichtigt und dann sein Geschäftsmodell wieder ändern wird. Bis es soweit ist, hat man sich erstmal Zeit erkauft.

Deutsche Post und ADAC weiten Fernbusangebot aus

Die Kooperation von Deutsche Post und ADAC scheint erfolgreich zu verlaufen, aber noch keine schwarzen Zahlen zu schreiben. Nach dem Start vor einem Jahr werden die angefahrenen Städte ab August verdoppelt, mit Zürich ist erstmal auch ein nicht deutsches Ziel buchbar.

An Anfang lief es nicht rund für den Postbus, da versucht wurde mit einer Hochpreis-Strategie in den Markt zu starten. Die höheren Preise sollten sich durch mehr Service  und Platz in den Bussen rechtfertigen.

Jetzt soll das Angebot an Haltestellen verdoppelt werden, ab August sollen insgesamt 60 Städte angefahren werden. Eine Verdoppelung der Fahrten heißt diese Erweiterung aber nicht, es wird einfach öfters gehalten, um auch kleiner Städte zu bedienen. Eine Expresslinie soll die Reisezeit auf den wichtigen Strecken verkürzen und es werden ausländische Städte, wie Zürich in den Routenplan mit aufgenommen. Die Anzahl der Busse bleibt mit 60 Fahrzeugen konstant. An den Wochenenden werde wahrscheinlich fast alle Busse auf den angebotenen Strecken unterwegs sein, unter der Woche sind weniger Fahrgäste unterwegs, deswegen werden einige Busse stehen gelassen oder anderweitig eingesetzt, z.B. bei  Veranstaltungen des ADACs oder der Post.

Schätzungen der Bahn zufolge beträgt das Geschäftsvolumen im Fernbusmarkt in diesem Jahr 160 Millionen Euro, 2015 soll es sich auf 350 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass sie in diesem Jahr durch das Fernbusangebot Umsatzeinbußen von 40 Mio. € hat. Der deutsche Fernbusanbieter MeinFernbus.de kooperiert mit DriveNow, um die Fahrgäste auf eine komfortable Möglichkeit aufmerksam zu machen, um vom Busbahnhof zur Zieladresse zu kommen.

Photo: ADAC Postbus 19-12-2013 von Hans-Jörg von Schroeter, Lizenz: CC BY-ND 2.0

Die scheinheiligen Taxifahrer – Beanstandete Fahrzeuge, Drogen und Steuerhinterziehung

Die Debatte um neue Ridesharing-Dienste, wie Uber, Wundercar und co. wurde von von der Taxiindustrie angestoßen. Ohne die erreichte einstweilige Verfügung, die aber nicht vollstreckt wurde und ohne den europaweiten Taxiprotest wäre das Thema bei der breiten Bevölkerung mehr oder weniger unbekannt.

Die Taxiindustrie bekräftigt in ihren Argumenten immer wieder, dass eine Taxifahrt sicherer sei, da die Autos jährlich kontrolliert werden und die Taxifahrer einen Überprüfungsprozess durchlaufen. Des weiteren werfen sie den Fahrern der Ridesharing-Dienste Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vor.

Es mag sein, dass für Taxis, Taxifahrer und Taxiunternehmer  eine Reihe von Regeln gelten, die Fahrgäste schützen und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung garantieren sollen. Häufig werden die Regeln aber umgangen, wie im folgenden verdeutlicht werden. Daneben gibt es einige Vorteile für Taxifahrer und Taxiunternehmer, die den Wettbewerb verziehen.

Schwarzarbeit bei Taxifahrern

Durch meine eigene Tätigkeit für Transport Networks wie Uber und Blacklane weiß ich, dass es genügend Taxifahrer in Berlin gibt, die über keinen Personenbeförderungsschein verfügen. Viele Taxifahrer, mit denen ich mich seit Anfang 2013 unterhalten habe, geben auch offen zu, dass sie die meisten Umsätze am Finanzamt vorbei führen und keine Steuern zahlen. Ein Modell ist z.B., dass ein Fahrer offiziell 800 – 1000 € im Monat bekommt und das 2-3 fache dann noch mal schwarz ausbezahlt wird. So werden Steuern hinterzogen und bei den Sozialabgaben betrogen. Ein anderes Modell ist, dass nur so viel offiziell ausgezahlt wird, dass die Sozialbehörden eine weitere Unterstützung zuschießen.

Bei einer Taxikontrolle im letzten August am Flughafen Tegel war der Warteplatz, auf dem sonst häufig mehrere hundert Taxis warten, innerhalb von Minuten leer. Nach dem die Taxifahrer von der bevorstehenden Kontrolle erfahren hatten, haben sie fluchtartig den Flughafen verlassen. Diese Verhalten der Taxifahrer legt nahe, dass der Großteil der Taxifahrer und Unternehmer etwas zu verbergen hat.  Boto Töpfer vom Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V. schätzt sogar, dass 70 Prozent der Taxifahrer in irgendeiner Form betrügen, das sie wie oben keine Steuern abführen oder Sozialabgaben kürzen.

Taxifahrer auf Drogen in Hamburg

In Hamburg wurde in den letzten Tagen von der Polizei eine Taxikontrolle durchgeführt. Von 40 Fahrzeugen wurden 20% beanstandet, fast 50% von den beanstandeten Fahrzeugen wurde auf Grund von technischen Mängeln sofort stillgelegt. Ein Fahrer mit Fahrgästen an Board hat sogar Ausfallerscheinungen gezeigt, ein Drogentest ist positiv ausgefallen.

Die Verkehrsuntersuchung in Hamburg zeigt also, dass die bestehenden Gesetze nicht viel bringen. Wäre so ein Ergebnis bei der Überprüfung von Wundercar oder Uber Fahrer zustande gekommen, wäre der Aufschrei in den Medien wahrscheinlich wieder entsprechend groß.

Geschäft mit dem Personenbeförderungsschein

In Berlin gibt es einige Taxischulen, die meistens auch einen angeschlossenen Taxi-Betrieb haben, die gute Geschäfte dank der Unterstützung der Arbeitsagenturen machen. Einige zukünftige Taxifahrer lassen sich ihren Personenbeförderungsschein inklusive Schulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Für die Schulung und die Prüfung fallen schon mal gerne Gebühren von 2-3.000 € an. Wenn die Taxischule auch dafür sorgt, dass der bereits geförderte Neu-Taxifahrer noch eine Anstellung als Taxifahrer erhält, fließt weitere finanzielle Unterstützung. Es ist also nicht verwunderlich, dass einige Taxiunternehmer ein Interesse daran haben, dass jeder Fahrer über einen Personenbeförderungsschein verfügt, da sich damit gute Geschäfte machen lassen.

Wettbewerbsverzug durch 12% weniger Mehrwertsteuer

Für Taxifahrer gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, Mietwagen-Unternehmer und Ridesharing Dienste müssen den vollen Satz von 19% bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das einen Vorteil für die Taxifahrer von mehreren tausend Euro.

Wettbewerbsverzug durch Rückkehrpflicht

Sofern Mietwagenunternehmer, also Chauffeure, keinen schon vor Abfahrt aus dem Betriebssitz festgelegten Auftrag haben, müssen sie zu ihrem Betriebssitz zurück kehren und schriftlich auf den nächsten Auftrag warten. Diese Regelung ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos und begünstigt ganz klar die Taxiindustrie.

Die Liste über die Wettbewerbsvorteile der Taxifahrer und die Verstöße der Taxifahrer lässt sich beliebig erweitern. Die Taxiindustrie ist aber bei weitem nicht so sauber, wie in den letzten Wochen immer im Kampf gegen die neuen Anbieter betont wurde.

Photo: Name: Taxi by night von Gary Tube Lizenz: CC BY-SA 2.0

Erstes Elektromotorrad von Harley-Davidson

Der bekannte amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson lässt die Vergangenheit zurück und stellt das Elektro-Bike Projekt LiveWire vor. Das Motorrad mit Elektroantrieb soll in den nächsten Monaten in 30 Städten getestet werden, bevor es dann in etwa einem Jahr in die Läden kommt.

Bisher wurden noch wenig Details über das neue Bike veröffentlicht, Harley-Davidson spricht werbewirksam von einer reifenzerstörenden Beschleunigung und einem unvergesslichen Sound.  Es wird angegeben, dass eine Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden möglich ist. Über Motor, Reichweite und Leistung der Batterie, Höchstgeschwindigkeit usw. wurden keine Angaben veröffentlicht.

Viele Tech-Blogs waren begeistert von dem neuen rein elektrisch angetriebenen Motorrad, in sozialen Netzwerken, wie Twitter kam neben Begeisterung auch einiges an Spott auf. Hauptsächlich  weil der typisch blubbernde Sound der bisherigen V-Motoren durch einen Sound ersetzt wurde, der eher an einen Düsen-Jet erinnert. Viele alt eingesessene Harley-Besitzer können sich mit dem Produkt vermutlich wenig anfreunden, dafür werden um so mehr neue Kunden gewonnen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=t6F8O5A__Ds#t=44

Das Motorrad steht noch nicht zum Verkauf, sondern soll Harley-Davidson dabei helfen, die Erwartungen der Motorradfahrer besser einschätzen zu können, wie sie sich ein Elektro-Motorrad vorstellen. Dafür wird das LiveWire durch 30 Städte in den USA touren und potentielle Kunden können es testen und ihre Meinung abgeben. Eine Tour durch Europa  soll im nächsten Jahr folgen.

Auch wenn es noch eine Weile dauern dürfte, bis das erste e-Bike von Harley-Davidson bei den Händlern steht, kann das Unternehmen die Vorstellung als Marketing-Erfolge verbuchen, da viel in Social Media, Blogs und Presse darüber diskutiert wird.

Ridesharing Dienste wie Lyft, UberX und Sidecar in Seattle vor Legalisierung

In der amerikanischen Großstadt gibt es seit mehr als einem Jahr Proteste und Debatten über Ridesharing Dienste, wie Uberx und Sidecar. Nun hat Bürgermeister Ed Murray angekündigt, dass sich die Taxiindustrie, die Stadt und die neuen Player im Transportgewerbe geeinigt haben. UberX, Lyft und co. wird damit auch nicht mehr vorgeschrieben, wie viele Fahrzeuge sie rund um die Uhr auf der Straße haben dürfen.

Erst vor ein paar Monate, Ende Februar 2014, hat Seattle eine Richtlinie erlassen, dass nur noch jeweils 150 Fahrzeuge gleichzeitig bei Lyft und co. unterwegs sein dürfen, um die Taxiindustrie zu schützen. Schätzungen zu folge waren davor ein Vielfaches an Fahrzeugen in der Stadt unterwegs und die Nachfrage für Alternativen zum Taxi entsprechend hoch.

Vor ein paar Tagen hat der US Staat Colorado bereits eine neue Richtlinie erlassen, um Ridesharing zu legalisieren. Mit Seattle folgt jetzt eine weitere Stadt in den USA, die Ridesharing legalisiert. Ed Murray geht davon aus, dass die Entwicklung in Seattle schule machen wird und sich andere Städte daran orientieren werden, einen stark regulierten Markt zu de-regulieren. Er sieht auch ein, dass die neuen Technologien nicht aufzuhalten sind und sehr schnell die Transportindustrie verändern. Ed Murray hat eingesehen, dass die Bevölkerung die Wahl haben möchte, wie sie sich durch die Städte bewegen.

Hier sind die wichtigsten Punkte aus der Vereinbarung zwischen der Stadt, den Diensten und der Taxiindustrie:

  • Uber, Sidecar, Lyft, ect. die als Transportation Network Companies bezeichnet werden und deren Fahrer müssen eine Lizenz erwerben und den Versicherungsanforderungen entsprechen. Jeder
  • Transportation Network Companies (Uber, Lyft, SideCar, etc.) and their drivers will be licensed and required to meet insurance requirements.
  • Mietwagenfahrer, also Chauffeure, die kein Taxifahren, haben zum ersten Mal das Recht, von Fahrgästen heran gewunken zu werden.
  • Die Stadt wird 200 neue Taxilizenzen in den nächsten 4 Jahre ausstellen. Taxi- und Mietwagen-Lizenzen werden durch eine Eigentumsrecht geschützt, ähnlich wie in anderen Städten.
  • Die Anzahl der Fahrzeuge pro Netzwerk wird nicht beschränkt.
  • Ein Fond für Barrierefreiheit wird aufgesetzt, für jede Fahrt muss der Fahrgast 10 US Cent Gebühr bezahlen, die in dem Fond landen.

Die Einigung muss erst noch von der Stadtregierung von Seattle verabschiedet werden, damit würde eine über ein Jahr dauernder Prozess ende. Wenn sich die Parteien nicht geeinigt hätten, dann hätte Murray die innovativen Dienste ohne Regulierung ganz einfach verboten.

Auch in Europa protestieren die Taxifahrer gegen Ridesharing Dienste von Uber, Wundercar und Co. In Deutschland wurde WunderCar in Hamburg untersagt, Fahrten zu vermitteln, das Unternehmen macht aber trotzdem weiter. Laut einem Bericht des Spiegels, wollen sich die Verkehrsminister der Deutschen Bundeslänger für ein Verbot der neuen Transport Network Companies aussprechen, wahrscheinlich weil viel Druck von der Taxiindustrie aufgebaut wird, um diese zu schützen. Den NRW-Verkehrsminister Michael Groschek von der SPD zitiert der Spielge mit folgenden Worten: “Wir müssen jede Form von möglicher Schwarzarbeit ächten und unsere Taxifahrer schützen”. Offener sieht es dagegen SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol: “Die Digitalisierung bietet Chancen für eine neue Mobilitätsform. Wichtig ist aber, dass es zwischen Taxis und neuen Angeboten fair zugeht”.

WunderCar mit weiterer Finanzierung – Expansion deutschlandweit

Wundercar hat angekündigt, dass weitere Finanzierung aufgenommen wurden. Die Abgeschlossene Finanzierungsrunde war bereits die zweite Runde seit Start im Herbst 2013. Damals wurde eine siebenstellige Summe aufgenommen, unter anderem von Partech Ventures, Michael Brehm, dem ehemaligen Geschäftsführer von Studi-VZ und weiteren Investoren. Laut Handelsregister Eintrag wurde schon am 12. Mai 2014 eine Anpassung der Gesellschafterliste eingereicht, gut möglich also, dass die Finanzierung schon vor einem Monat abgeschlossen wurde, aber erst jetzt publik gemacht wurde.

Bei der aktuellen rechtlichen Situation und der geplanten Expansion kann es nicht schaden, über ein dickeres Finanzierungspolster zu verfügen. Nach dem Taxiprotest, der Wundercar viele neue Nutzer und Fahrer zugespielt hat, werden in den kommenden zwei Wochen weitere Städte hinzu kommen. Zur Zeit können sich Fahrer anmelden, sobald der Registrierungsprozess mit Backgound-Check durchlaufen ist und genügend Fahrer in einer Stadt gefunden wurden, kann es los gehen.
Hamburg pocht weiter auf Einstellung des Betriebs

Die Hamburger Behörden pochen weiter darauf, dass Wundercar den Betrieb in Hamburg einstellt, obwohl das vorgegeben Trinkgeld pro Kilometer auf 35 ct. gesenkt wurde. Die Hamburger Behörden bezeichnen diese Anpassung als Kosmetik und haben nach einem Bericht des NDRs höhere Bußgelder in Höhe von 20.000 € für jeden Fahrer angedroht. Jedem Verstoß soll nachgegangen werden und ein Strafgeld in Höhe von 1.000 € gegen Wundercar verhängt werden.  Eine Sprecherin kündigte an, dass Wundercar die Möglichkeit hat, Widerspruch innerhalb von 4 Wochen einzulegen. Letztendlich muss ein Gericht entscheiden, ob das Angebot legal ist oder nicht und unter welchen Voraussetzungen.

Gemietete Fahrzeuge und für Verfügbarkeit bezahlen

In Berlin sind laut Wundercar-Fahrer angemietete Fahrzeuge von Enterprise unterwegs und die Fahrer erhalten einen fixen Betrag pro Stunde, um für Verfügbarkeit zu sorgen. Vorteil bei Mietwagen wird sein, dass die Fahrzeuge bereits gewerblich versichert sind, evtl. auch für die gewerblichen Personenbeförderung. Somit wird ein Kritikpunkt der Behörden und Taxiverbände ausgehebelt.

Die Fahrer für die Verfügbarkeit zu bezahlen, also für die Zeit, während der sie ohne Fahrauftrag im Fahrzeug sitzen und nicht für die Fahrten, könnte auch ein Weg sein, um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, wenn auch ein kostspieliger. Nicht bekannt ist, wie viel die Fahrer erhalten, bei Konkurrent Uber erhalten die UberPOP Fahrer anscheinend 15 € pro Stunde Verfügbarkeit.

Geschäftsmodell von WunderCar

Wundercar ist seit Anfang des Jahres in Berlin, Hamburg und seit ein paar Tagen auch in Dublin aktiv. Das Unternehmen hat das Geschäftsmodell des amerikanischen Unternehmens Lyft kopiert. Mit Hilfe einer Smartphone-App bringt Wundercar registrierte Nutzer und private Fahrer ohne P-Schein und Konzession zusammen. Um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, sind alle Fahrten kostenlos, es gibt aber die Möglichkeit ein Trinkgeld per App in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%, der Rest wird an die Fahrer ausbezahlt. Die Taxiunternehmer laufen Sturm gegen Wundercar, da die Fahrer sich nicht an das von der Taxi-Lobby mit verfasste Personenbeförderungsgesetz halten.

Vorbild Lyft, das mittlerweile mehr als 350 Mio. US $ Finanzierung eingesammelt hat, ist ebenfalls mit dem Trinkgeld oder Spendenmodell gestartet, nach dem die Behörden von dem Ridesharing Modell überzeugt waren oder nicht dagegen vorgegangen sind, wurde auf ein System mit einheitlichen Tarifen pro Stadt umgestellt.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Tesla gibt Patente für alle frei, um Elektromobilität anzukurbeln

Der Amerikanische Autohersteller Tesla, der sich auf Elektroautos spezialisiert hat, gibt all seine Patent frei.

Wie Tesla Gründer Elon Musk mitteilt, wurden alle Patente für die Open Source Bewegung freigegeben. Die normalerweise in der Lobby stehende Wand mit allen Tesla Patenten wurde entfernt.

Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com
Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com

Tesla wurde gegründet, um den Wechsel hin zum nachhaltigen Transport zu beschleunigen. Auf dem weg dorthin passt es nicht zusammen, auf der einen Seite wettbewerbsfähige Autos zu entwickeln und zu produzieren und auf der anderen Seite intellektuelle Mienen hinter sich zu lassen,  um andere Unternehmen davon abzuhalten, nachhaltige Fahrzeuge zu entwickeln. Elon Musk schreibt auf dem Tesla Blog, dass sie gegen keinen rechtliche Schritte einleiten werden, der die Tesla Patente mit einer guten Absicht benutzen. Tesla hat seit dem Start vor paar Jahren mehrere hundert Patente eingereicht und zugesprochen bekommen.

Normalerweise versucht Musk darauf zu verzichten, wenn es um Patente geht, seiner Meinung nach kauft man mit einem Patent einen Lotterieschein für Gerichtsverfahren. Bei Tesla wurde am Anfang gedacht, das Patente Tesla davor schützen, dass große Autohersteller die von Tesla entwickelten Technologien kopieren und ihre Produktions- und Vertriebspower nutzen und Tesla überrollen. Bisher war dem nicht so, die Entwicklungsprogramme für Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge, die kein CO2 Ausstoßen, sind bei den meisten Herstellern klein oder gar nicht existent.

Bei den etablierten Herstellern sind die nachhaltigen Fahrzeuge ohne CO2 für 1% oder weniger der Verkaufszahlen verantwortlich. Große Automobilhersteller, wie Daimler oder BMW produzieren Fahrzeuge mit geringer Reichweite, einige haben auch gar keine Fahrzeuge im Programm, die kein CO2 Ausstoßen.

Jedes Jahr werden 100 Mio. Fahrzeuge produziert und insgesamt gibt es etwa 2 Milliarden Fahrzeuge auf der Welt und für Tesla ist es unmöglich, genügend Fahrzeuge herzustellen und zu vertreiben, um gegen die steigende CO2 Emission anzukämpfen. Der größte Wettbewerb für Tesla sind nicht die wenigen Elektrofahrzeuge, die keine Teslas sind, sondern die vielen Fahrzeuge, die mit einem Benzin-Motor produziert werden.

Teslas Ziel ist es, eine Technologie Plattform auf die Beine zu stellen, die sich schnell entwickelt, damit darauf weitere Elektrofahrzeuge verschiedener Hersteller entstehen. Technologieführerschaft ist nicht durch Patente definiert, sondern durch die Fähigkeit des Unternehmens, die besten Ingenieure zu motivieren.

Bleibt abzuwarten, welche Unternehmen davon gebrauch machen und ob dadurch neue Unternehmen ermutigt werden, Elektrofahrzeuge zu entwickeln. In Deutschland arbeitet Tesla unter anderem mit Daimler zusammen, so wurde der Smart ForTwo Electric Drive bei Tesla mitentwickelt und die Elektroversion der Mercedes B-Klasse wird von Tesla mit einem elektrifizierten Antriebsstrang ausgerüstet. Daimler ist auch seit 2009 als Investor bei Tesla beteiligt.

Photos: The Tesla Patent Wall at HQ, now set free, von Steve Jurvetson, Lizenz: CC BY 2.0

Tesla Model S Battery Pack von Greencarreports.com

DriveNow mit schwarzen Zahlen und Kooperation mit MeinFernbus

Das Carsharing Unternehmen DriveNow, das gemeinsam von BMW und Sixt betrieben wird, fährt in die schwarzen Zahlen und will schneller expandieren.

Die Onlineausgabe der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert BMW-Vertriebschef mit den Worten, dass das Carsharing Joint-Venture die Gewinnschwelle erreicht hat und damit Geld verdient wird. In den kommenden Monaten soll das Angebot stark ausgeweitet werden. In Europa sind neben den bestehenden 5 Städten bis zu 15 weitere geplant, in den USA sollen weitere 10 Städte zu San Francisco hinzukommen.

Die Kundenzahl stieg auch kräftig, bis Ende März waren es 255.000 registrierte DriveNow Kunden, innerhalb eines Jahres wurde die Anzahl somit fast verdreifacht.

Das Carsharing Angebot von Daimler, car2go, schreibt noch rote Zahlen, ist aber auch schneller expandiert und in mehr als 20 Städten verfügbar. Weltweit sind um die 750.000 Kunden bei car2go registriert und letztens musste man einen Rückschlag in Großbritannien hinnehmen. Für die Expansion von DriveNow werden Investitionen nötig sein, so dass DriveNow vermutlich nicht lange in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Kooperation mit MeinFernbus

Ab sofort kooperiert DriveNow mit dem größten deutschen Fernbusanbieter MeinFernbus. DriveNow Kunden erhalten im Juni und Juli 20% Rabatt auf Buchungen bei MeinFernbus.de. Auf der anderen Seite können sich Kunden von MeinFernbus zu einem vergünstigten Preis von 4,99 € bei DriveNow anmelden und erhalten 15 Freiminuten, normalerweise werden 29€ für die Registrierung fällig. Voraussetzung für den Rabatt ist, dass die Busfahrt in einer Stadt beginnt oder endet, in der DriveNow aktiv ist.  Die Kooperation macht Sinn, da das CarSharing Fahrzeug für die letzte Meile zwischen Busbahnhof und Zieladresse genutzt werden kann.

Taxis protestieren und neue Herausforderer, wie Wundercar & Co. profitieren davon

Heute haben in mehreren Städten weltweit die Taxifahrer gegen innovative Taxi- und Transport-Apps, wie Uber, Wundercar oder Blacklane protestiert. Die Startups, gegen die protestiert wird, profitieren von dem Protest.

Besonders Uber hat die heutige Situation gut ausgenutzt. In London war eine der größten Protestbewegungen gegen Uber, gleichzeitig hat Uber angekündigt, dass sie Uber Taxi in London gestartet haben, also einen Service mit den bekannten Londoner schwarzen Taxis. Es scheint also nicht nur Taxifahrer zu geben, die etwas gegen die neuen Systeme haben, einige scheinen bereit zu sein, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. In einigen Medien wird fälschlicherweise berichtet, dass Uber das erste mal die Plattform in Europa für Taxifahrer öffnet und UberTaxi anbietet. Das ist nicht ganz richtig, in Paris wurde UberTaxi bereits angeboten und wieder eingestellt, wahrscheinlich wegen der schlechten Performance der Taxifahrer. Mit dem Problem kämpfen auch andere Taxi-Startups, wie myTaxi und co. Taxifahrer neigen dazu, eine über die Apps angenommene Fahrt abzubrechen, sobald jemand am Straßenrand winkt und eine Fahrt haben möchte. Die Anfahrt ist somit nämlich kürzer und es kann schneller Geld verdient werden.

In Berlin wurde verbreitet, dass den ganzen Tag keine Taxis verfügbar sind und ein 50% Voucher kommuniziert, der den ganzen Tag gültig ist. In Wahrheit hat sich der Taxi Protest in der Mittagszeit abgespielt, in der in der Regel die wenigsten Fahrten stattfinden.

Laut einer Analyse von Gründerszene ist der Erfolg für Uber sogar messbar. Von einem hohen dreistelligen Rang ging es für die Uber app im App Store auf den 132 Rang, nach dem die einstweilige Verfügung erlassen aber nicht vollstreckt wurde, in der Zeit danach ging es sogar in die Top-100 Charts des App Stores, aktuell ist die Uber App auf Platz 15 im deutschen App Store unter den kostenlosen Apps gelistet.
Laut Pierre-Dimitri Gore-Coty hat Uber Europaweit gestern 6-8 mal mehr Neuregistrierungen erhalten, als an gewöhnlichen Tagen davor, in Barcelona waren es sogar 11 mal so viele.

Wenig Verständnis für Taxifahrer

Zahlreiche Medien haben in Ausführlichen schriftlichen oder visuellen Beiträgen auf den heutigen internationalen Protesttag reagiert. Die meisten Kommentare fordern eine Öffnung des Taximarktes und freuen sich über mehr Wahlmöglichkeiten.

So fragt das Wirtschaftsmagazin Business Punk, ob das Taxigewerbe geschützt werden soll oder für Alternativen geöffnet werden soll. Viele Leser sind der Meinung, dass der Markt geöffnet werden soll und die Taxifahrer sich darauf einstellen sollen. Der Spiegel hat gleich mehrere Artikel zu dem Thema veröffentlicht, auch hier haben die Leser, die ihre Meinung kundtun, wenig Verständnis für die Proteste der Taxifahrer und wundern sich eher über deren Naivität.

Politische Unterstützung für Startups

Während  die Taxifahrer protestieren, feiert Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Uber-Brille und Frisbee auf der Eröffnung des Berliner Startup Hubs “Factory”.  Er scheint also nichts gegen die neuen Mobilitätsanbieter in Berlin zu haben.

Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken
Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken (Quelle: UberDeuschland)

Neben Wowereit bekommen die innovativen Unternehmen auch Unterstützung aus Brüssel. EU Vizepräsidentin Neelie Kroes fordert in einem Blog Beitrag dazu auf, mit den Taxi Apps zu arbeiten und nicht dagegen, denn diese seien hier, um zu bleiben.

Der deutsche Verkehrsminister Dobrindt weisst dagegen in einer Stellungnahme auf das geltende Personenbeförderungsgesetz hin und schiebt die Aufgabe der Überprüfung der Einhaltung den Ländern zu.

Welche Möglichkeit haben die Taxi-Unternehmer?

Die Taxifahrer und Unternehmer können weiter gegen Uber, Wundercar und co. protestieren, am Ende werden sie aber die Verlierer sein. Alternativ könnten sie sich öffnen und mit den neuen Apps arbeiten. Dazu zählt nicht nur die Arbeit mit myTaxi, die mittlerweile das Establishment verteidigen.

Viele Taxi-Fahrzeuge sind z.B. in Deutschland mit elfenbeinfarbener Folie beklebt, diese könnte abgezogen werden, das ehemalige Taxi kann als Mietwagen konzessioniert werden und damit kann dann bei Uber Black oder Blacklane gefahren werden und das für einen wahrscheinlich höheren Lohn. Jeden Unternehmer, den ich dazu bewegt habe, das Taxi gegen eine konzessionierte Mietwagen-Limousine zu tauschen, hat das nicht bereut. Wenn man mit Blacklane und Co. zusammenarbeitet, ist Steuerhinterziehung wie bei Taxifahrer natürlich nicht mehr möglich, da alle Geldflüsse dokumentiert sind.

Technologie wird noch viele Bereiche revolutionieren, daran werden auch die Taxifahrer nichts ändern können.