Easy Taxi mit weiterer Finanzierung von 40 Mio. US$ – Expansion in Asien

Easy Taxi, Die Taxi App, die auch von Rocket Internet finanziert wurde, hat weitere 40 Mio. US$ Finanzierung eingesammelt und kommt jetzt auf einen Gesamtbetrag von etwa 77 Mio. US$. Das Geld kommt von Phenomen Ventures und von Tengelmann Ventures. Tengelmann Ventures hat schon in mehrere von Rocket Internet unterstützte Startups investiert, unter anderem in Zalando, das bisher bekannteste Rocket Startup.

Weitere Expansion, Festigung der Marktführerschaft

Easy Taxi soll mit dem Betrag weiter in Märkte expandieren, die sich schnell entwickeln. Darunter fallen unter anderem Staaten in Latein-Amerika, Africa, Mittlerer Osten und Asien. Wobei auf Asien besonderer Fokus gelegt werden soll. Außerdem soll die Finanzierung genutzt werden, um die Marktführerschaft in Südamerika zu verteidigen und auszubauen.

Bisher ist Easy Taxi in 160 Städten in 30 Ländern verfügbar und hat mehr als 180.000 Fahrer, die sich angemeldet haben, um Aufträge zu erhalten.

Easy Taxi Konkurrenz

In Africa und im Mittleren Osten hat Easy Taxi bisher wenig Konkurrenz, hier sind vereinzelt Fährtenvermittler, wie Uber und Careem aktiv, die in den Gegenden aber eher noch das Geschäft mit Limousinen forcieren. In Süd-Ost-Asien dagegen muss sich Easy Taxi gegen mehr Konkurrenz durchsetzen. Unter anderem ist in der Region GrabTaxi unterwegs, die vor kurzem auch GrabCar gestartet haben, um eine breitere Produktpalette anbieten zu können. GrabTaxi sagt über sich, dass sie die Taxi-App mit den meisten registrierten Fahrern und Nutzern in der Region sind. Im April wurde eine Finanzierung von 15 Mio. US$ aufgenommen. Uber bietet in Süd-Ost-Asien in den meisten Städten UberBlack an, den luxuriösen Service mit schwarzen Limousinen. Der günstige UberX Service ist in einzelnen Städten, wie Singapur, Taipeh oder Shanghai live.

Über Easy Taxi

Die Easy Taxi App ist von der Funktionsweise mit dem deutschen Anbieter MyTaxi vergleichbar. Taxifahrer registrieren sich und sind in der Smartphone-App eingeloggt und online, um Aufträge zu erhalten. Die registrierten Nutzer buchen über die Kunden-App eine Fahrt, die von einem Taxi-Fahrer, der online ist, angenommen wird. Easy Taxi wurde im Jahr 2012 in Rio de Janeiro gegründet und hat sich schnell zum Marktführer in Latein Amerika entwickelt, von Anfang an ist der deutsche Company Builder Rocket Internet mit an Board.

Bild: Hong Kong Taxi – Tilt-Shift von Kevin Poh (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Roland Berger veröffentlicht Shared Mobility Studie und stellt 10 Prinzipien für erfolgreiche Etablierung auf

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat eine Studie mit Handlungsanweisungen über das Theme Shared Mobility veröffentlicht. In der Studie werden unter anderem die Themen Ride- und Carsharing behandelt.

Basierend auf eigenen Berechnungen geht Roland Berger davon aus, dass 2020 der Carsharing-Umsatz weltweit auf 3.7 bis 5.6 Milliarden € Umsatz steigt. Der Umsatz von  Ridesharing Diensten wird weltweit auf 3.5 – 5.2 Milliarden € steigen, bei jährlichen Wachstumsraten von 35%. Uber hat im letzten Jahr mehr als 1 Milliarde US$ umgesetzt und dürfte aktuell bei 45 Millionen US$ Umsatz pro Woche liegen. Basierend auf diesen Zahlen dürfte der von Roland Berger für 2020 prognostizierte Umsatz im Ridesharing Bereich eher konservativ ausgelegt sein.

Für existierende Unternehmen, die bisher in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs sind und neu im Shared Mobility Bereich starten möchten, werden in der Studie 10 Prinzipien genannt, die laut Roland Berger befolgt werden sollten, um die größten Herausforderung entlang der erfolgreichen Etablierung eines neuen Mobilitäts-Services zu meistern.

Ein wichtiges Prinzip, das am Anfang stehen sollte und in der Studie nicht genannt wird, ist der Hinweis an die Unternehmen, dass sie von Anfang an mit einer disruptiven Idee starten sollen und nicht mit einem Produkt in einen Seit Jahren bestehenden Markt eintreten sollen. Bei dem Vergleich von Lyft und MyDriver sieht man z.B., dass es viel schwieriger ist, in dem Markt von MyDriver erfolgreich Fuß zufassen, als in dem Markt von Lyft. Das liegt unter anderem daran, dass Lyft Personen an spricht, die sich davor mit anderen Verkehrsmittel fortbewegt haben, z.B. mit öffentlichem Nahverkehr oder eigenem Fahrzeug. Das grundlegende Mobilitäts-Verhalten der Nutzer wird so von Lyft geändert und gemeinsam neu geformt. MyDriver setzt hingegen hauptsächlich auf die Vermittlung von Limousinen an schon bestehende Limousinennutzer, die eine hohe Erwartungshaltung und ein bestehendes Verhalten haben und auf einen ihnen bereits bekannten Service nicht verzichten wollen.

Im Nachfolgenden sind die 10 Prinzipien zusammengefasst und teilweise Ergänzt, die Roland Berger in der Studie “Shared Mobility” Mitte Juli 2014 veröffentlicht hat.

1. Prinzip: “First think big, then think profits”

Die Autoren sind der Meinung, dass Startup- und Wachstumsphase von neugegründeten Unternehmen im Shared Mobility Bereich zusammenfallen. Startups, die behutsam daran arbeiten, ein Fundament ihrer Firma aufzubauen, gehen das Risiko ein, abgehängt zu werden. Im Bereich der Shared Mobility können Personen die selben guten Ideen haben und diese schnell umsetzen. Der kritische Faktor ist, sich schnell einen Namen bei den Kunden zu verschaffen, um seinen Bereich abzustecken. Die Finanzierung von Startups im Shared Mobility Bereich wird als einfach angesehen, was zu diskutieren wäre.

Erst später müssen die Firmen die Veränderung von extremen Wachstum zu stetigem Wachstum vollziehen, um dauerhaft Geld zu verdienen.

2. Prinzip: “Push Supply To Pull Demand”

Dieses Prinzip bedeutet nicht, dass neue Services sofort weltweit ausgerollt werden müssen. Es ist sinnvoll den neuen Shared Mobility Service auf regionalen oder lokalen Level zu starten, auch wenn geplant wird den Service weltweit zu skalieren. Es ist wichtig, dass in dem ersten Markt genügend Supply zur Verfügung steht und der Service buchbar ist. Sollte das nicht der Fall sein und Kunden somit Probleme haben, den neuen Service zu buchen, werden sie schnell das Interesse verlieren und den Service als unbrauchbar abstempeln. Es wird schwierig sein, dieses Image wieder los zu werden.

3. Prinzip: “Build Trust in Your Company”

Beim Teilen ist Vertrauen sehr wichtig. Erfolgreiche Shared Mobility Unternehmen haben es geschafft, eine Community um ihr Produkt aufzubauen. Beispiele sind zum Beispiel Lyft und Uber. Außerdem ist es wichtig, dass Shared Mobility Unternehmen transparent darlegen, wie sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Hilfreich ist auch, bestimmte Mechanismen einzuführen, um das Vertrauen zu fördern. Dazu gehören z.B. Bewertungsmöglichkeiten von Fahrer und Fahrgast, bei denen die Ergebnisse mit beiden Seiten geteilt werden. So kann der Fahrer den Fahrgast besser einschätzen und der Fahrgast den Fahrer. Von Unternehmensseite ist auch die Überwachung solcher Mechanismen nötig, um Frühzeitig handeln zu können.

4. Prinzip: “Interact, integrate and connect with other mobility modes!”

Das Ziel der meisten Personen ist,  so schnell, einfach und günstig wie möglich von A nach B zu kommen. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität steht dabei weiterhin im Vordergrund. Wer auf sein eigenes Fahrzeug verzichtet, möchte am Liebsten keine Einschränkungen bei der Fortbewegung haben. Deswegen ist es wichtig, dass die einzelnen Arten der Fortbewegung intelligent verknüpft werden, so dass ein umfassendes Netz aus Möglichkeiten für Fern- und Nahverkehr entsteht. Shared Mobility Anbieter sollten diese Kette aus verschiedenen Angeboten organisieren und nicht die Nutzer. Das heißt nicht, dass sie alles selber anbieten müssen, viel mehr kommt es darauf an, dass die Verknüpfungen aufgebaut werden.

Einerseits ist hier die technische Verknüpfung entscheidend, damit die Nutzer ohne Probleme die andockten Dienste buchen und bezahlen können. Andererseits ist es wichtig, dass unterschiedliche Arten von Mobilitäts-Services verbunden werden. Zum Beispiel würde es Sinn machen, Services für Langstrecken, wie Fernbusse oder Zugangebote mit Services für die innerstädtische Fortbewegung zu verbinden. Auch die Verknüpfung der Mobility Services im innerstädtischen Bereich würden Sinn machen.

5. Prinzip: “Study Your Customers – Then Study Them Some More!”

Wenn Shared Mobility Unternehmen ihre Kunden nicht kennen und sie nicht wissen, was die Nutzer wollen, dann werden sie es nicht schaffen, erfolgreich zu sein.

Grundsätzlich bringen Shared Mobility Unternehmen Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Absichten zusammen. Die eine Seite der Marktteilnehmer will den Service nutzen und dafür bezahlen, die andere Seite der Marktteilnehmer will die Ressourcen, die für die Erfüllung des Services nötig sind, zur Verfügung stellen und daran verdienen. Shared Mobility Unternehmen müssen die Interessen beider Seiten beachten, als Vermittler auftreten und die Kommunikation zwischen beiden Seiten betreuen.

Häufige Nutzer von den neuen Shared Mobility Services sind Personen aus der Generation Y oder Z, mit deren langanhaltender Loyalität nicht gerechnet werden sollte. Kleinste Änderungen im Geschäftsmodell oder verschlafene Weiterentwicklungen führen dazu, dass Nutzer auf nicht mehr wiedersehen verloren sind.

Letztendlich sind Anbieter im Shared Mobility Bereich Technologieunternehmen, die die gesammelten Daten über das Verhalten der Nutzer verwenden sollten, um noch bessere und individuellere Produkte anbieten zu können.

Hierbei ist wichtig, dass Unternehmen ihr Angebot schnell weiterentwickeln, regelmäßig testen und analysieren und laufend sinnvolle Anpassungen vornehmen.

6. Prinzip: “Keep It Simple And Convenient”

Nutzer wollen ein Produkt, dass einfach zu nutzen ist, keine Zeit bei Anmeldung und Nutzung verschwendet und bei dem sofort klar ist, was die Vorteile sind. Transparenz und Klarheit auf allen Ebenen sorgt für einen erfolgreichen Start. Die Hürden für Kunden, um sich für den Service zu registrieren und um den Service zu nutzen, müssen so minimal wie möglich sein. Der Buchungsprozess muss Transparent sein und alle Kosten sollten offen kommuniziert und ersichtlich sein. Zusätzlich sollten im Buchungsprozess keine Fehler möglich sein und die Anzahl an notwendigen Buchungsschritte sollte so gering wie möglich sein. Neben der Buchung ist auch die Abrechnung entscheidend, diese muss auch transparent sein und automatisch stattfinden.

7. Prinzip: “Build Your Own Ecosystem”

Für Shared Mobility Anbieter ist es wichtig, dass sie ein Ökosystem bestehend aus weiteren Services, Produkten und Funktionen rund um das eigene Produkt aufbauen und eine starke Marke entwickeln. Kunden freuen sich über gut integrierte Angebote, die häufig durch strategische Partnerschaften geschaffen werden können. Diese strategischen Partnerschaften finden häufig auf lokaler Ebene statt. Ein funktionierendes Ökosystem, von dem die Nutzer profitieren und an dem die Nutzer Spaß haben, steigert die Loyalität und erhöht die Hürden, dass ein Nutzer zur Konkurrenz wechselt.

8. Prinzip: “Lobby The Authorities Right From The Start”

Die existierenden Gesetze im Transportbereich wurde in den meisten Fällen verabschiedet oder zuletzt angepasst, als es die neuen Shared Mobility Services noch nicht geben hat. Häufig sind bestehende Mobilitäts-Angebote, wie der Taximarkt oder bis vor ein paar Jahren auch noch der Fernstrecken-Markt durch gesetzliche Regelungen geschützt. Hier ist es hilfreich, früh den Kontakt zu den regulierenden Behörden und Entscheidern zu suchen, um eine Anpassung der Regulierungen frühzeitig anzustreben.

Hinzu kommt, dass die bestehenden Mobilitätsangebote häufig von der öffentlichen Hand betrieben oder von öffentlicher Hand unterstützt werden. Hier sollten neue Anbieter versuchen, sich mit den lokalen Entscheidern an einen Tisch zu setzen, um sie auf ihre Seite zu bringen. In Deutschland ist das den Carsharing Anbietern gut gelungen, z.B. was das Parken im Free Floating Modell betrifft oder was durch Partnerschaften mit dem öffentlichen Nahverkehr in manchen Städten sichtbar wird.

9. Prinzip: “Think, Act And Recruit Like A Startup”

Dieses Prinzip spricht eingesessene Unternehmen an, die im Shared Mobility Bereich mit einem Produkt oder einem Unternehmen starten wollen. Wichtig ist, dass Personen an Board geholt werden, die für die Idee brennen und gemeinsam für die Idee kämpfen. Kreative Freiräume sind vorhanden und werden von den Mitarbeitern auch genutzt, Hierarchien sind flach und der Wille einen Markt aufzurollen, ist vorhanden.
Entscheidend ist, dass Unternehmen beweglich bleiben und wachsen aber gleichzeitig einen  Halt durch Struktur und Prozesse bieten.

10. Prinzip: “Harness A Jaw-Dropping Look And Feel”

Anbieter im Shared Mobility Bereich werben damit, dass ihre Angebote effizienter, Ressourcen schonender und vernetzter sind und die Gemeinschaft mehr betonen. Gemeinsam kreieren sie eine neue Era in der Personenbeförderung. Dieses Ambitionen sollten sich im jedem Aspekt des Images und der Marktpräsenz reflektieren. Wichtig ist, dass die Unternehmen auf neuste Technologien setzten, die auch fehlerlos umgesetzt werden und nutzbar sind. Neben den technologischen Aspekten spielt auch ein herausragendes und ansprechendes Design eine entscheidende Rolle, um den Unterschied zu den bestehenden Anbietern zu verdeutlichen.  Nutzer müssen begeistert und süchtig den neuen Shared Mobility Services sein.

Die Begeisterung darf nicht nur durch Design und Technik hervorgerufen werden, erfolgsentscheidend ist auch ein herausragender Kundenservice und ein super Erlebnis während der Benutzung des Services. Bei Carsharing-Anbietern wäre das die Begeisterung, die durch die Ausstattung, den Zustand und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs erzeugt wird. Bei Ridesharing-Angeboten wird die Begeisterung auch durch den Service und das Auftreten des Fahrers erzeugt, sowie durch den Zustand des Fahrzeugs.  Hier kann durch standardisierte Schulungen und einheitliche Vorgaben eine Kontinuität erreicht werden.

Insgesamt gibt die Studie einen guten Überblick über die Erfolgsfaktoren bei der Etablierung von Shared Mobility Angeboten, entscheidend ist aber die Umsetzung. Hier liegen im Moment die Anbieter wir Uber, Lyft oder BlaBlaCar vorne. Deutsche Anbieter, wie Mitfahrgelegenheit oder myTaxi haben gefühlt den Anschluss verpasst. Auf dem Roland Berger Blog Think-Act wurde zum Theme Shared Mobility eine Beitragsreihe gestartet.

Photo: mobility von Martin Abegglen, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Hamburg will UberPOP stoppen – UPDATE1&3 : Verwaltungsgericht hebt Verbote in Berlin und Hamburg auf – UPDATE2: Auch Berlin will Untersagungsvergütung durchsetzen

Wie erwartet, verbieten die Hamburger Behörden den Fahrdienst UberPOP. Zuvor ist die Wirtschaftsbehörde auch schon gegen Wundercar vorgegangen, die ein ähnliches Geschäftsmodell betreiben, das nur anders verkauft wird. Uber hat angekündigt, weiterhin aktiv zu bleiben.


UPDATE 1 (25.7.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Hamburg dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


UPDATE 2 (13.8.2014): Nun hat auch das LABO  Berlin in einer Pressemitteilung verkündet, dass Uber Berlin seinen Betrieb einstellen muss. Überschrieben ist die Pressemitteilung mit “Untersagungsverfügung zum Schutz des Fahrgastes”. Es ist davon auszugehen, dass Uber weiter aktiv bleibt, sich über weitere Presse freut und ähnlich agiert, wie in Hamburg und einen Widerspruch einlegt.


UPDATE 3 (18.8.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Berlin dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP und der Limousinendienst Uber Black bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


Die Hamburger Verkehrsbehörde hat Uber eine Untersagungsverfügung zugestellt. Laut der Einschätzung handelt es sich bei UberPOP um eine nicht genehmigte Personenbeförderung und damit sei der Service nicht legal. Fahrer, die erwischt werden, müssen mit Strafen in Höhe von 1.000 € pro Verstoß rechnen.

Uber hat angekündigt, den Service weiter anzubieten und wird den Fahrern vermutlich zugesichert haben, anfallende Strafen und Prozesskosten zu decken. Das Technologieunternehmen aus Kalifornien hat auch die Möglichkeit, gegen die Untersagung Widerspruch einzulegen. Pierre-Dimitri Gore Coty, Europa-Verantwortlicher bei Uber hat mitgeteilt, dass man letztendlich davon ausgehe, dass der Fall vor Gericht landet und das Verbot nicht zu der Stadt Hamburg passe, da es sich um eine “progressive und ambitionierte Stadt” handelt, “in der Innovationen blühen”

Seit einiger Zeit protestieren Taxifahrer gegen Transport Network Services, wie Uber, Lyft oder Wundercar.  Bisher hat Uber in jeder Stadt weitergemacht und teilweise auch Erfolge verzeichnet, wie kürzlich in London oder Seattle.

Es ist davon auszugehen, dass in Hamburg auch die Taxilobby um Clemens Grün und Jörn Napp die Behörden unter Druck gesetzt haben.  Wenn Regionen Innovationen fördern wollen, müssen sie deren Entfaltung auch unter schwierigen Bedingungen zulassen. Sie dürfen nicht in Panik dem Protest weichen. Schützenswert sind auch die Interessen derer, die durch die neuen Anbieter einen Job gefunden haben. Auch die Bedürfnisse  der Kunden dürfen nicht vernachlässigt werden. Wie der große Zuspruch zeigt, ist durchaus Bedarf für Taxialternativen vorhanden. Einige scheinen auch genug von schlechtem Service und dreisten Fahrern zu haben.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Opel kooperiert beim Carsharing mit spotcar – vorerst nur in Berlin – Im Idealfall günstiger als car2go

Der Automobilkonzern Opel startet ein Carsharing Angebot in Berlin mit spotcar. Offiziell startet das spotcar Angebot am 21. August 2014, zur Zeit befindet sich das Unternehmen in einer Testphase. Spotcar setzt ebenfalls auf ein sogenanntes free-floating Modell, was bedeutet, dass die Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt werden können und nicht bei Hot-Spots abgeholt oder zurückgebracht werden.

Auf der Opel Website Umparken im Kopf wird das Angebot als Opel Carsharing bezeichnet, auch in der Werbung, u.a. auf Facebook wird das Angebot als Opel Carsharing vermarktet.

Als Fahrzeuge sind Opel Adams im Einsatz, schätzungsweise um die 300 Stück. Der größte Unterschied zu car2go oder DriveNow ist, dass der Tarif auf Kilometer- und nicht auf Minutenpreisen basiert. Ausschließlich für die Parkzeit fallen bei spotcar pro Minute 15 ct. an, ansonsten sind 69 ct. pro Kilometer fällig.

Gerade in den Stoßzeiten kann das Angebot so günstiger sein, als die schon etablierteren Anbieter. Als Rechenbeispiel soll hier die Fahrt vom Helmholzplatz zum Kottbusser Tor genutzt werden. Die Strecke ist laut Google Masps 6.5 km lang, im Berufsverkehr in der Früh benötigt man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

Kosten Spotcar für 6,5 km: 4,49 €; Kosten Car2Go für 20 Minuten: 5,80 €, Kosten DriveNow für 20 Minuten: 6,20 €

Insider behaupten, dass car2go gerade so die Kosten deckt und DriveNow in den roten Zahlen ist. Da wird es interessant zu beobachten sein, wie sich spotcar mit noch günstigeren Preisen behaupten kann.  In der folgenden Tabelle ist basierend auf Annahmen für Fahrzeug-, Versicherungs- und Maintenance-Kosten ein durchschnittlicher Wert berechnet worden, wie viel Fahrten pro Tag und Fahrzeug durchgeführt werden müssen,  um alleine die Kosten für das Fahrzeug zu decken. Kosten für Marketing, Gehälter der Mitarbeiter uns sonstige Betriebskosten sind nicht berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen müssten pro Fahrzeug im Schnitt mehr als 5 Fahrten absolviert werden. Diese Zahl muss erst mal erreicht werden. Sollten die anderen genannten Kostenfaktoren mit eingerechnet werden, würde man auf einen Wert von 8-10 Fahrten pro Tag kommen – eine ganz schöne Hausnummer.

Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken.
Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken. (Quelle: GetMobility.de)

Die Fahrzeuge werden mit der spotcar App geöffnet, eine Karte oder RFID-Chip, wie bei DriveNow oder car2go ist nicht nötig. Eine Überprüfung des Führerscheins, wie bei den bestehenden großen Carsharing Anbietern ist ebenfalls nötig, der Kunde muss im Flagship Store vorbei schauen und die nötigen Dokumente, wie Führerschein, Ausweis und Kredit- oder EC-Karte vorzeigen.

In der App wird vor Fahrtantritt gefragt, ob der Nutzern seinen Führerschein dabei hat und ob das Fahrzeug verunreinigt oder beschädigt ist. Wenn der Nutzer keinen Führerschein dabei hat, öffnet sich das Fahrzeug erst gar nicht. Die Frage jedes Mal zu beantworten, die man auch falsch beantworten kann, wenn man keinen Führerschein dabei hat, könnte etwas anstrengend sein.

Im Schadensfall, für den der Nutzer haftet, fallen bis zu 1.000 € Selbstbeteiligung an, Angebote für die Reduzierung der Selbstbeteiligung sind noch nicht in den Geschäftsbedingungen oder auf der Website zu finden.

Im Moment befindet sich das Angebot noch in der Testphase, dem entsprechend ist das Geschäftsgebiet im Vergleich zu den anderen beiden Anbieter von Daimler und BMW noch recht klein. Im Moment soll spotcar innerhalb des Berliner S-Bahnrings verfügbar sein, wenn die App geöffnet wird, ist ein Fahrzeug sichtbar. Interessant ist die Frage,, warum Opel das Angebot schon jetzt in das Marketing mit einbindet, wenn es mehr oder weniger nicht existent ist.

Spotcar wurde von Michal Schmidt und Benjamin Krüger gegründet und sollte eigentlich bereits im Juni starten. spotcar hat bei der Entwicklung der App Unterstützung von CarJump erhalten. CarJump ist als Meta-Suchmaschine für Carsharing Angebote bekannt und vereinigt die besten Carsharing Anbieter in einer App.

Bild Carsharing News

Das dritte Modell von Tesla wird Model 3 heißen und wird ab 2017 für ca. 35.000 € angeboten

Tesla Gründer und CEO Elon Musk hat in einem Interview mit Auto Express angekündigt, dass das neue Modell Model 3 heißen wird und in Konkurrenz zum BMW 3er, Audi A4 und der Mercedes C-Klasse treten wird.

Eigentlich sollte das neue Fahrzeug Model E heißen, aber Ford hat angekündigt, dagegen gerichtlich vorzugehen, falls Tesla den Namen verwendet.

Das Model 3 wird ca. 20% kleiner als das Model S ausfallen und soll in den USA für 35.000 $ verkauft werden. Der günstigere Verkaufspreis ist hauptsächlich möglich, da die Kosten für die Batterien sinken, die Tesla in der entstehenden Tesla Gigafactory produzieren wird. Musk hat auch bestätigt, dass das neue Modell eine realistische Reichweite von etwa 320 km haben wird und ähnlich viel Fahrspaß wie das Model S verbreiten wird.

Das einzige Modell, welches Tesla zur Zeit in der Produktpalette hat, das Model S, wird in Deutschland zu Preisen ab 65.000 € angeboten. In den USA werden 63.600 US$ aufgerufen. Vergleicht man diese beiden Preise, kann man davon ausgehen, dass Tesla das neue Modell hierzulande für etwas mehr als 35.000 € (inkl. MwSt.) anbieten wird. Damit liegt das Fahrzeug preislich auf einem Niveau mit dem elektrischen BMW i3 und der elektrischen Version des VW Golfs. Ein BMW i3 schafft die Reichweite von 320 km nur mit Range Extender, rein elektrisch sind laut Norm 160 Kilometer drin, also realistisch um die 120 Kilometer.

Photo: Tesla Roadster-4 von ranychiu, Lizenz: CC BY 2.0

Lyft verschiebt Launch in New York City

Der amerikanische Ridesharing Service Lyft, wollte am Freitag in New York City starten, um Uber Konkurrenz zu machen. Nach dem die Auseinandersetzung mit der TLC eskalierte, hat Lyft nun angekündigt, den Start zu verschieben.


UPDATE (25.7.2014): Lyft hat sich mit den New Yorker Behörden verständigt und die Erlaubnis von der TLC erhalten, den Ridesharing Service auszurollen. Heute um 19 Uhr New Yorker Zeit, geht der Service in online. Lyft wird nur Fahrzeuge akzeptieren, die von der TLC lizensiert sind. 


Gestern hat Lyft co-founder John Zummer angekündigt, dass der Ridesharing Service den Start in New York City verschiebt. Zuvor hat der Generalstaatsanwalt von New York und das Department of Financial Services Klage gegen Lyft eingereicht. In der Klage geht es darum, dass Lyft bereits in Rochester und Buffalo ohne Genehmigung aktiv ist und dass der Service im offenen Widerspruch zu den lokalen Regulierungen steht.

In dem Statement, das Lyft veröffentlicht hat, heißt es, dass sich Lyft ab Montag mit der TLC zusammensetzt, um an einer neuen Version von Lyft zu arbeiten, die von der TLC akzeptiert wird. Der Start soll dann sofort danach erfolgen.

Der Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hofft, dass sich Lyft an die Gesetze anpassen kann und bald in New York starten kann. Scheidermann erwähnt auch, dass die Behörden eine gute Beziehung zum Lyft-Konkurrenten Uber haben. Uber hat sich kooperativ gezeigt und es wurde eine Lösung gefunden, die für alle Seiten funktioniert. Darunter zählt, dass alle Fahrzeuge lizenziert und versichert sind. Kürzlich hat sich der Staat New York und Uber auch darauf geeinigt, die Fahrpreise bei Notständen und Naturkatastrophen nicht zu erhöhen.

Photo: 2013.21.09_17.52_2858.jpg von Raido, Lizenz: CC BY 2.0

Monopolkommission will mehr Wettbewerb im Taxiverkehr & empfiehlt Anpassung der Regulierung im Taxi- und Mietwagenverkehr

Die Monopolkommission hat sich in ihrem Hauptgutachten dafür ausgesprochen, den Taxi-Markt freizugeben. Konkret wird die Anpassung der Regulierung des Mietwagenverkehrs empfohlen, sowie eine Konzessionsbeschränkung und Preisbindung im Taxiverkehr aufzuheben.

In einer zusammenfassenden Pressemitteilung gibt die Monopolkommission bekannt, dass sie einen zunehmenden Wettbewerb auf den Taximärkten begrüßt, diesen nach wie vor aber für unzureichend hält. Ausserdem wird die Aufhebung der Konzessionsbeschränkung im Taxiverkehr gefordert und die Ermöglichung eines Preiswettbewerbs, am Anfang in Form von Höchstpreisen. Was für die neuen Transport Network Anbieter, wie Blacklane und co. interessant ist, dass eine Anpassung der Regulierung  des Mietwagenverkehrs empfohlen wird, um eine Wettbewerbsverzerrung auszuschließen. Der Mietwagenverkehr ist zum Schutz des Taxiverkehrs reguliert. Der Start von Unternehmen, wie Uber, Blacklane und co. haben dafür gesorgt, dass sich der Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen intensiviert und eine weitere Angleichung stattfindet. Diese Entwicklung wird von der Monopolkommission als positiv angesehen und eine Anpassung der Regulierung wird empfohlen.  So spricht sich die Kommission dafür aus, die Rückkehrpflicht zu streichen, um unnötige Leerfahren, Wohlfahrtsverluste und unnötige Schadstoffemissionen zu vermeiden. Das Gleiche gilt für die Vorschrift, die besagt, dass der Beförderungsauftrag schriftlich am Betriebssitz eingehen muss. Diese Regelung sollte ebenfalls gestrichen werden, um für Gleichberechtigung und Rechtssicherheit bei der Vermittlung von Mietwagenaufträgen zu sorgen.

Zusammenfassend sind aus der Sicht der Monopolkommission einige der Regulierungsinstrumente unnötig und sollten aufgehoben werden.  Die Differenzierung der Umsatzsteuer bei Taxi- und Mietwagen soll auch entfallen. Bisher fällt im Taxiverkehr bei einer Strecke von bis zu 50 km ein reduzierter Umsatzsteuersatz von 7% an. Im Mietwagenverkehr sind es hingegen 19% fällig.

Zu der Frage, ob die Vermittlung von Mitfahrangeboten an Fahrer ohne Erlaubnis zu Personbeförderung mit dem PBefG vereinbar ist, bezieht die Monopolkommission keine Stellung. Die Kommission weist allerdings auch darauf hin, dass im Taxi- und Mietwagengewerbe gegen gesetzliche Auflagen verstoßen wird. Sei es gegen die kaum zu kontrollierende Rückkehrpflicht der Limousinen oder das Stehen von Taxis an nicht zugelassenen und gekennzeichneten Taxihalteplätzen.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Deutsche Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss dieses Gutachten auf die Entscheidungen der Politiker hat, die bereits angekündigt haben, den Taxiverkehr weiter zu schützen.

Photo: Das letzte Taxi von Emanuele, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Google steckt große Summe in Google Shopping Express

Google will eine große Summe, im Raum stehen 500 Mio. US$, in den seinen Lieferdienst Google Shopping Express stecken. Die Summe soll dafür verwendet werden, das Angebot, das es bis jetzt nur in Städten, wie New York City oder San Francisco gibt, auf ganz USA auszuweiten. Mit dem ausgeweiteten Angebot soll auch Amazon angegriffen werden.

Mittels Google Shopping Express lassen sich Waren, die bei lokalen Händlern über Google bestellt wurden, per Kurier am selben oder nächsten Tag nach hause liefern.

Google wollte die 500 Mio. US$ Spritze nicht kommentieren, gleichzeitig macht der Leiter von Google Shopping Express, Tom Fallows, keinen hehl aus seinen Ambitionen: ” Sie können sehr davon ausgehen, dass wir wir viel Geld in das investieren werden und wir begeistert sind, das Investment über die Zeit aufrecht zu halten.”

Bisher wurde in Marketing in jeder Stadt und in eine Flotte investiert.  Außerdem wurde für ein Netzwerk an Kurierfahrern und Packern investiert, die die Waren einpacken und zu den Kunden liefern.

Google möchte mit dem Service seine Suchanzeigen verbessern. Auf Amazon kann man nach Produkten suchen und sie gleich kaufen. Bei einer  Google Suche war das bis jetzt nicht der Fall, seit fünf Jahren wurde nur die Information angezeigt, ob ein Artikel um die Ecke verfügbar ist oder nicht. Den Google-Nutzern wurde nicht geholfen, die Artikel auch einfach zu beschaffen. Eventuelle wird Google in den Suchanzeigen einblenden, dass der gewünschte Artikel in einem Shop in der Nähe ist und per Shopping Express sofort geliefert werden kann.

Anders als bei Amazon verfügt Google nicht über riesige Lagerhallen, in denen die Artikel eingelagert und verschickt werden. Google nutzt die lokalen Geschäfte als Quelle und erfüllt die Wünsche der Kunden, in dem ein Kurier die Ware in einem lokalen Geschäft abholt, die dann zum Kunden gebracht werden.

Google erhält eine Provision für jede Transaktion, normalerweise einen einstelligen Prozentsatz, außerdem müssen die Einkäufer 4.99 US$ pro Geschäft zahlen, das von einem Kurier besucht werden muss, um die Bestellung abzuschließen.
Der Chef von Shopping Express kann sich auch vorstellen, dass sie eine Flatrate-Mitgliedschaft starten, ähnlich wie bei Amazon Prime.

Bleibt abzuwarten, ob die Technologie von Uber eine Rolle spielen wird, in die Google Ventures im letzten Jahr investiert hat. Bisher wurde der Service von Uber in Google Maps eingebunden. Uber hat mit UberRush in New York City ebenfalls einen Kurierservice gestartet.

Photo:

Uber erhält grünes Licht in London – Taxiverband verklagt 6 Uber Fahrer

Trotz Proteste der Taxifahrer wurde Uber in London laut Times für legal erklärt. Die lokalen Transportbehörden haben dem US-amerikanischen Startup grünes Licht gegeben. Im Gegenzug stellt der Taxiverband Strafanzeige gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, um die Erlaubnis zu verzögern.

Die Behörde Transport for London (Tfl) hat letzten Donnerstag verkündet, dass  Uber weiterhin in London operieren darf. Die Entscheidung kommt nur wenige Wochen, nach dem die Taxifahrer europaweit gegen die neuen Transport-Dienste, wie Wundercar, Blacklane oder Uber protestiert haben.  Viele Taxifahrer haben den neuen Transport Netzwerk Services vorgeworfen, dass sie ihnen das Geschäft streitig machen und gegen die lokalen Gesetzte verstoßen. Uber und die anderen Anbieter, bei denen man über eine Smartphone App ein Fahrzeug mit Fahrer per Knopfdruck bestellen kann, halten dagegen, dass sie mit innovativer Technologie eine eingestaubte und konservative Industrie durchdringen.

Die endgültige Entscheidung wir ein Gericht (High Court) treffen, die Tfl  möchte ihre Einschätzung, dass es sich bei Uber um einen “regulated taxi service” handelt, bestätigen lassen.  Die Entscheidung wird noch auf sich warten lassen, da der Taxiverband gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, einen Strafantrag gestellt haben. Diese Strafanträge müssen erst bis Ende Juli 2014 gehört werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der Chef des Taxiverbands, Steve McNamara begründet gegenüber Bloomberg, dass der Verband der Tfl-Vereinigung nicht trauen und die Tfl sei als Regulierer nicht geeignet.

Wie in den anderen Städten, in denen Fahrer aus dem Uber-Netzwerk verklagt wurden, hat Uber London die volle Unterstützung für die angeklagten Fahrer zugesichert. Alle Kosten für Verteidigung und möglichen Verdienstausfall werden wahrscheinlich übernommen.

In Berlin ist seit der einstweiligen Verfügung nichts weiter passiert, in Hamburg will sich die Wirtschaftsbehörde Anfang der kommenden Woche zu den Geschäften von Uber äußern. In Brüssel wurde Uber eigentlich auch verboten, Fahrzeuge sind aber weiterhin unterwegs.

Photo: Taxis on Oxford Street von  aimee rivers, Lizenz: CC BY-SA 2.0

BlaBlaCar mit 100 Mio. US$ Finanzierung

Die Französische Mitfahrplattform BlaBlaCar hat 100 Mio. US$ von namenhaften Investoren eingesammelt. Der Betrag soll für die weitere Expansion verwendet werden.

BlaBlaCar hat damit eine der größten Finanzierung für französische Startups eingesammelt, nur der Musik Streaming Dienst Deezer hat mit 130 Mio. US$ eine höhere Finanzierung erhalten. Mit beteiligt an der Finanzierung sind Index Ventures, die vor ein paar Wochen auch schon in den Pariser Carsharing Anbieter Drivy investiert haben, Accel Partners, ISAI und Lead Edge Partners.

Das Unternehmen hinter BlaBlaCar ist schon seit ein paar Jahren, nämlich seit 2006 aktiv und ähnelt vom Konzept her Mitfahrgelegenheit.de. Über die Website oder die App können sich Reisende und Fahrer mit dem gleichen Fahrziel verbinden und eine gemeinsame Fahrt vereinbaren.

BlaBlaCar ist in vielen europäischen Ländern aktiv, darunter Frankreich, Deutschland, Italien oder UK. Einige der beliebtesten Routen sind anscheinend grenzüberschreitend, die durchschnittliche Fahrt ist 320 km lang und pro Fahrt wird im Schnitt weniger als 20 € pro Platz bezahlt. Bisher hat BlaBlaCar 8 Mio. registrierte Nutzer, ca. 1 Mio. ist jeden Monat aktiv. In Deutschland hat BlaBlaCar etwa 1 Mio. Nutzer und hält gut mit dem von Daimler finanzierten Mitfahrgelegenheit.de mit.

Ähnlich wie bei anderen Anbietern schlägt BlaBlaCar einen Preis vor und Fahrgast und Fahrer einigen sich darauf. Im Preis sind alle anfallenden Kosten inklusive, unter anderem Benzinkosten oder Mautgebühr. Unterschied zu den viel diskutierten Angeboten, wie UberPop oder Lyft ist, dass die Fahrer kein Profit mit den Touren machen sollen. Die Taxialternativen Uber, Wundercar und co. werden auch ausschließlich für Kurzstreckenfahrten in den Innenstädten genutzt.

In Deutschland ist der Service noch kostenlos, in anderen Ländern, wie Frankreich fallen Gebühren an.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0