Mit UberTaxi und Briefkasten-Betriebssitzen gegen Verbot in Hamburg und Berlin?

Ende letzter Woche wurde das Verbot von UberBlack und UberPOP in Berlin und Hamburg vorläufig bestätigt. Als Antwort darauf startet Uber den Service UberTaxi.


 

UPDATE: Uber zahlt den Taxifahrern anscheinend einen Bonus. Bei UberTaxi verdienen die Taxifahrer 5€ zusätzlich zum Tarif als Bonus hinzu. Ausserdem has sich Uber anscheinend auch dahingehend geäussert, dass UberTaxi nur vorübergehend angeboten werden soll, bis sich die Auseinandersetzung mit dem Taxigewerbe und den Behörden beruhigt hat. Dementsprechend werden auch nicht viele Ressourcen in das Onboarding von Fahrern gesteckt. Bisher sind wohl ca. um die 10 Taxis an Board.


 

Bei UberTaxi sind normale Taxis unterwegs, der Fahrpreis wird über das Taxameter des Taxis berechnet und auch in bar an den Fahrer gezahlt. Nun können die Taxifahrer, die in den letzten Wochen und Monaten gegen Uber protestiert haben, selber von der Technologieplattform profitieren. Es ist auch davon auszugehen, dass sich einige registrieren werden.

UberTaxi als Konkurrenz zu MyTaxi

Bei UberTaxi können sich ab sofort Taxifahrer und Taxiunternehmer auf der Technologieplattform registrieren und nach erfolgreicher Freischaltung Aufträge über die Uber Driver App entgegennehmen. Zuerst soll der Service in Berlin und Hamburg angeboten werden, weitere Städte sollen folgen. Damit tritt Uber in direkte Konkurrenz zu MyTaxi, das vor kurzem von Daimler übernommen wurde. Im Vergleich zu den anderen Services von Uber, wird sich UberTaxi wahrscheinlich durch eine geringere Zuverlässigkeit auszeichnen. Taxifahrer neigen dazu, den nächsten Fahrgast aufzunehmen. Da wird ein weiter entfernter Auftrag schon mal abgebrochen, wenn ein Fahrgast am Straßenrand winkt, oder wenn über eine andere App oder die Funkzentralen ein Auftrag rein komm, bei dem die Anfahrt geringer ist.

UberBlack soll an Gesetze angepasst werden

UberBlack wurde in Berlin vorerst untersagt, da die konzessionierten Fahrzeuge nicht wie im PBefG vorgeschrieben, nach jeder Fahrt zurück zum Betriebssitz fahren, sondern sich im Betriebsgebiet bereithalten. Würde jedes Fahrzeug zum Betriebssitz zurückkehren, der sich häufig ausserhalb oder am Rand der Stadt befindet, dann würde das System von Uber nicht funktionieren. Die Fahrzeuge wären nicht innerhalb von paar Minuten am Abhlort und die Kosten für eine Fahrt würden auch die Einnahmen bei weitem übersteigen.

Uber hat bereits angekündigt, das der UberBlack Service in Berlin so modifiziert wird, dass das Angebot mit den lokalen Richtlinien vereinbar ist. Eine Lösung könnte sein, dass Uber alle Partner in einer Organisation vereint (z.B. Uber Partner Club) und verschiedene Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt im Namen der Organisation betrieben werden. So könnten sich die Fahrer nach jeder Fahrt zu einem der Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt begeben und auf weitere Aufträge warten. Uber wird sich die beschriebene oder eine ähnlich kreative Lösung einfallen lassen, um  den Anforderungen des PBefG vorübergehend und bis zu einer Änderung zu entsprechen.

Bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiter entwickelt, da Uber Beschwerde gegen die Urteile in Berlin und Hamburg einlegen will. UberPOP bleibt laut Webseite weiterhin in Berlin und Hamburg aktiv, obwohl der Service verboten wurde.

Bild: Taxi nach Paris von renee.hawk (Lizenz: CC BY-ND 2.0)

Carsharing Anbieter Autonetzer und Nachbarschaftsauto schliessen sich zusammen

Nachbarschaftsauto und Autonetzer, die beiden Communities für privates Carsharing schließen sich zusammen. Die Plattform Nachbarschaftsauto wird in Autonetzer aufgehen. Somit entsteht nach eigenen Angaben die größte private Carsharing-Community in Deutschland.

Durch die Fusion soll die Vision, dass in jedem Straßenzug ein privates Carsharing Fahrzeug stehen soll, das über Autonetzer gebucht werden kann, erreicht werden. Autonetzer ist seit 2010 aktiv und hatte vor der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa 5.000 Fahrzeug und 35.000 Nutzer. Die gleiche Anzahl an Fahrzeugen und Nutzern kam durch die Fusion hinzu. Autonetzer spricht nun von 10.000 verfügbaren Fahrzeugen und 70.000 Nutzern. Interessant zu wissen wäre, wie groß die Schnittmenge der Fahrzeuge und Nutzer beider Plattformen ist.

Fahrzeuganzahl als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den Erfolg von Carsharing Netzwerken dürfte sein, dass der Nutzer direkt vor der Tür ein Carsharing-Fahrzeug stehen hat, das er anmieten kann. Mit 10.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland wird das noch nicht der Fall sein, aber es geht in die richtige Richtung. Ausserdem ist entscheidend, dass die Fahrzeuge einfach und schnell übernommen und übergeben werden können. Bei den privaten Carsharing Anbietern muss meistens noch ein persönliches Treffen zwischen Nutzer und Autobesitzer arrangiert werden, um das Fahrzeug samt Übergabeprotokoll zu übergeben. Die gewerblichen Anbieter, wie Car2Go und DriveNow bieten hier mit ihrer Schlüssellosen Fahrzeugöffnung und -verriegelung per Handy oder RFID-Karte eine bessere Alternative.

Wettbewerb

Neben Autonetzer und Nachbarschaftsauto ist auch noch das Startup Tamyca in Deutschland aktiv. Das französische Startup Drivy steht auch kurz davor, in Deutschland zu starten. Drivy wurde vor kurzem mit weiteren Millionen finanziert. In Frankreich scheint das private Carsharing besser angenommen zu werden. Das ebenfalls 2010 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Nutzer und 17.000 registrierte Fahrzeuge. Für Kurzstrecken und spontane Fahrten sind die kommerziellen Anbieter, wie DriveNow und Car2Go die bessere Wahl. Auf Grund des komplexen Mietprozesses für private Carsharing Fahrzeuge, ist das Anbot eher als Ersatz für einen gewerblichen Mietwagen zu sehen.

Über Autonetzer und Nachbarschaftsauto

Die Carsharging Netzwerke Autonetzer und Nachbarschaftsauto wurden 2010 in Stuttgart und Berlin gegründet. Autonetzer ist von Business Angels mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Das Prinzip und Geschäftsmodell der beiden Plattformen ist das gleiche: Privatpersonen stellen ihr Fahrzeug auf der Plattform ein und reduzieren mit jeder Vermietung die Unterhaltskosten. Potenziellen Mieter haben unterschiedliche Fahrzeuge in der direkten Nachbarschaft zur Verfügung, die sie günstiger als bei gewerblichen Autovermietern anmieten können. Während der Vermietung greift eine Zusatzversicherung, die eventuelle Schadensfälle abdeckt. Nach dem Zusammenschluss ist das Netzwerk in 800 deutschen Städten verfügbar.

Bild: Screenshot Autonetzer.de

Lyft schnappt sich Mitfahrgelegenheit Hitch

Lyft kauft den amerikanischen Mitfahrdienst Hitch, um das eigene Produkt Lyft Line zu stärken. Bei der Akquisition handelt es sich wohl um eine Talent-Akquisition. Die beiden Gründer werden an Lyft Line arbeiten und Hitch wird eingestellt. Die bisherigen Hitch-Fahrer werden zu Lyft-Fahrern.

Hitch wurde vor UberPool, Lyft Line und Sidecar Shared Rides gestartet und ist mit dem deutschen Anbieter flinc vergleichbar. Flinc vermittelt Mitfahrer an Fahrer, die auch ohne Mitfahrer auf einer Kurzstrecke unterwegs sind. Es werden Fahrer angesprochen, die andere ohne rein gewerblichen Gedanken mitfahren lassen.

Die beiden Hitch Gründer Snir Kodesh und Noam Szpiro haben zuerst versucht, einen Aggregator für on-demand Fahrservices mit dem Namen Coral aufzubauen. Services wie Uber, Lyft, Sidecar wurden mit den Abfahrtzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel in einer App verknüpft. Es hat aber nicht lange gedauert, bis die sich gegenseitig bekämpfenden Unternehmen Lyft und Uber den Zugang zu ihren Daten unterbunden haben.

Die fehlende operative Kompetenz war wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum sich Hitch dafür entschieden hat, in Lyft aufzugehen. Hitch hätte schnell in andere Märkte expandieren müssen, um mit den großen Fahrservice-Anbietern mithalten zu können. Lyft ist wie Uber in vielen Märkten in Nordamerika aktiv und der Fahrservice wird von vielen Kunden genutzt. Eine kritische Masse an Passagieren ist erforderlich, um möglichst viele Nutzer für eine gemeinsame Fahrt zu matchen.

Hitch hat bisher 600.000 US$ Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Winlkevoss Capital. Hitch ist bisher die dritte Akquisition von Lyft. Davor wurden das on-demand Autowäsche Startup Cherry und Rover gekauft. Rover hat versucht, einen Mitfahrservice auf Basis einer Lyft-API aufzubauen.

Mit City2City gibt erster Anbieter für Fernbusverbindungen auf

Das Fernbusunternehmen City2City gibt im Oktober 2014 auf und zieht sich von dem deutschen Markt zurück. Hinter City2City steht das britische Unternehmen National Express, das unter anderem auch Bahnlinien in NRW Betreibt.

Als Grund wurden “andauernd herausfordernde Marktbedingungen” genannt. Damit sind die Kampfpreise im Fernbusmarkt gemeint, für die die Fahrten den Kunden angeboten werden. City2City sieht durch die niedrigen Ticketpreise keine Möglichkeit, in Deutschland ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Das Unternehmen geht davon aus, dass City2City das erste, aber sicher nicht das letzte Fernbus-Unternehmen ist, das den Betrieb einstellen wird.

Laut Branchenverband BDO war City2City bisher die Nummer 5 auf dem deutschen Markt, abgeschlagen hinter MeinFernbus.de, Berlinienbus, Flixbus und ADAC Postbus.

Bei dem deutschen Fernbuslinien-Unternehmen sind laut Bericht der FAZ im Geschäftsjahr 2013 knapp 3 Mio. € Verlust aufgelaufen. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sind um die 1.7 Mio. € Verlust aufgelaufen. Da das Unternehmen in Deutschland nur 7 Mitarbeiter beschäftigt ist anzunehmen, dass viel Geld ins Marketing und in die Subventionierung der Sub-Unternehmer geflossen ist, die die Busse und Fahrer für die Touren stellen. Laut Experten ist es unwahrscheinlich, dass bereits einer der Anbieter Gewinne erzielt.

Auf über ADAC Postbus kursierten Gerüchte, dass das Unternehmen plane, den Betrieb einzustellen. Daraufhin hat das Unternehmen angekündigt, dass das Fernbusliniennetz stark ausgebaut wird.

Der Fernbusmarkt in Deutschland ist seit 2013 liberalisiert. Davor war der Markt zum Schutz der Deutschen Bahn (DB) stark eingeschränkt. Seit der Öffnung des Marktes sind in Deutschland etwa 40 Anbieter aktiv und es werden rund 170 Strecken bedient. Marktführer in Deutschland ist das Unternehmen MeinFernbus.de. Flixbus, ein weiterer Anbieter auf dem deutschen Markt, wird unter anderem von Moovel, eine Tochtergesellschaft des Automobilkonzerns Daimler finanziert.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 8 Mio. Tickets Verkauft, im laufenden Jahr werden es deutlich mehr sein. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 50 Mio. € Umsatz durch den wachsenden Fernbusmarkt abhanden gekommen sind.

Bild: city2city.de

Landgericht Frankfurt verhandelt über das Uber-Verbot

Am heutigen Dienstag wird das Landgericht Frankfurt über das Verbot von UberPOP, dem Ridesharing Dienst von Uber verhandelt.  UberPOP wurde per einstweiliger Verfügung vom 25.08.2014 in ganz Deutschland untersagt. In den letzten Tagen haben sowohl einige Politiker, als auch Rechtsanwälte Unterstützung für Uber bekundet.


UPDATE 16.9.2014, 15:00 Uhr: Das Landgericht Frankfurt laut FAZ hat dem Einspruch von Uber stattgegeben und die einstweilige Verfügung aufgehoben. Taxi Deutschland kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen, der Fall würde dann vor dem Oberlandesgericht verhandelt werden.


 

Uber selbst hat laut einem Bericht im Handelsblatt (Ausgabe vom 16.9.2014) den ehemaligen Verteidigungsminister und Staatsrechtler Rupert Scholz engagiert, der ein Gutachten für das amerikanische Unternehmen verfasst hat.  In dem Gutachten hält Herr Scholz das Geschäftsmodell von Uber für legal, denn Uber sei kein Beförderungsunternehmen nach Personenbeförderungsgesetz, sondern Technologieanbieter für die Vermittlung der Fahrten. Fahrer und Fahrgast vereinbaren die jeweilige Beförderungsleistung untereinander und der Fahrer ist dafür verantwortlich, die nötigen Genehmigungen zu besitzen. Interessant an dem Argument ist aber, dass Uber kommuniziert, dass Fahrer bei UberPOP keinen Personenbeförderungsschein und keine Konzession benötigen.

Rechtsprofessor Scholz sieht bei den bisherigen Verboten einen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Berufsfreiheit schützt. Eine Einschränkung dieses Grundsatzes sei nur zulässig, wenn eine “unmittelbare Gefährdung des Gemeinschaftsgutes” drohe. Uber stellt laut Scholz keine Gefährdung des Gemeinschaftsgutes dar, das Verbot von Uber ist vielmehr als Konkurrenzschutz für das Taxigewerbe zu sehen.

Bereits am Samstag hat das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche einen Bericht veröffentlicht, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Änderung des Personenbeförderungsgesetztes (PBefG) fordere. In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums heisst es: “Aus wettbewerblicher Sicht halten wir generell eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung bestehender Regelungen an die Anforderungen der digitalen Welt und den veränderten Mobilitätsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher für erforderlich” Auch das Justizministerium unterstützt eine Liberalisierung des Taximarkts, der Staatssekretär für Verbraucherschutz wird mit den Worten zitiert: “Mehr Wettbewerb kann zu mehr Angeboten, höherer Qualität und besseren Preisen führen”. Laut verkehrspolitischem Sprecher der Grünen sollten die Regeln der Neuzeit angepasst werd und CDU-Fraktionsvize Michael  Fuchs unterstützt einen frischen Wind in der Taxibranche. Das Bundesverkehrsministerium kommuniziert noch, dass im Moment keine Anpassungen des Personenbeförderungsgesetzes anstehen.

Am morgigen Mittwoch veranstaltet das Berliner Limousinen-Startup Blacklane eine Konferenz zu dem Thema “Mobilität im Wandel – Fortschritt oder Stillstand?”. Bei der Konferenz werden sowohl Vertreter von Uber anwesend sein, als auch Vertreter aus der Politik und aus dem Taxigewerbe. Das drohende Uber-Verbot und die aktuellen Ergebnisse aus der Verhandlung in Frankfurt werden bestimmt Bestandteil der Konferenz sein.

Bild: verbot von Martin Abegglen (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0

FlightCar, Anbieter für Peer-to-Peer Carsharing & kostenloses Parken an Flughäfen sammelt 13.5 Mio. US$ ein

Das amerikanische Mobilitäts-Startup FlightCar hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 13.5 Mio. US$ (ca. 10 Mio. €) eingesammelt. Über FlightCar können Autobesitzer ihre Fahrzeuge an Flughäfen vermieten, solange sie unterwegs sind. Dadurch sparen sie sich die Parkgebühren und verdienen sogar noch dabei, wenn sie verreist sind. Die Finanzierung kommt von GGV Capital.

Die Fahrzeuge können auf den Parkplätzen von FlightCar, die sich in der Nähe von Flughäfen befinden, umsonst abgestellt werden. Die Fahrzeuge können dann von Besuchern gemietet werden, dabei ist der Mietpreis für die Fahrzeuge wesentlich geringer, als für einen Mietwagen, der bei den traditionellen Autovermietern, wie Sixt oder Europcar angemietet wird.

Die Fahrzeuge werden vor und nach der Vermietung gereinigt und die Autobesitzer und Fahrzeugmieter werden zwischen den Flughäfen und den Parkplätzen ohne Mehrkosten hin und her gefahren.

Bisher haben sich in den letzten 18 Monaten seit Start 30.000 Nutzer angemeldet und 10.000 Fahrzeuge befinden sich auf der Plattform. Bisher ist FlightCar in San Francisco International Airport, Boston Logan Airport, Los Angeles International Airport verfügbar und bald wird der Service am Seattle-Tacoma International Airport gestartet.

Die Preiste starten bei 25 US$ (ca. 19 €), wenn der Wagen für einen Tag gemietet wird und reduziert sich auf 19 US$ (ca. 14 €) pro Tag, wenn das Fahrzeug für fünf oder mehr Tage gemietet wird. Inklusive sind 100 Meilen am Tag, jede weitere Meile kostet 0.45 US$ (ca. 0.34 €).

Der Fahrzeugbesitzer erhält je nach Fahrzeug und Alter des Fahrzeugs einen Betrag von 0.05 bis 0.20 US$ (ca. 0.04 bis 0.15 €) pro Meile bis 75 Meilen und 40 ct. pro Meile, für jede Meile darüber. Außerdem wird sein Fahrzeug gereinigt und er wird kostenlos zwischen Flughafen und Parkplatz hin und her gefahren. Mit den meisten Fahrzeugen werden weniger als 40 Meilen pro Tag gefahren. Die Fahrzeuge und Fahrten sind mit einer Versicherungssumme von 1 Mio. US$ (ca. 760.000 €) abgedeckt.

GGV hat bereits in GrabTaxi investiert und verfügt über Erfahrung mit Logistikunternehmen, FlighCar hofft, dass das Unternehmen bei der weiteren Expansion davon profitiert. Bisher hat FlighCar 6.5 Mio. US$ (ca. 4.9 Mio. €) eingesammelt, unter anderem von General Catalyst, SoftBank Capital oder First Round Capital. Neben GGV und den genannten VCs sind auch Comcast Ventures und Eduardo Severin, Co-Founder von Facebook, Ashton Kutcher und Brian Chesky mit an Board. FlightCar wurde von Kevin Petrovic und Rujul Zaparde gegründet, Petrovic ist 20 Jahre alt, Zaparde erst 19.

Einen ähnlichen Service in Deutschland bietet Tamyca, das französische Startup Drivy ist ebenfalls mit einem ähnlichen Konzept vor kurzem in Deutschland gestartet. In den USA ist außerdem noch RelayRides aktiv, das Startup hat vor kurzem eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. US$ abgeschlossen.

Wer verdient im Taximarkt

Der Prozess des Erwerbs der Berechtigung ein Taxi zu führen und zu betreiben, wird von mehreren teilnehmenden Organisationen geprägt. Jede Prozessteilnehmer möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben und teilweise fallen dafür Beträge im vierstelligen Bereich an. Eine erste Auflistung der Organisationen, die bestimmt nicht vollständig ist, ist im folgenden zu finden. Bei den hohen Summen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Organisationen wie Taxi Innung, Verband oder Funkzentralen gegen mehr Wettbewerb wehren. Die Leittragenden sind meistens die Taxifahrern und vor allem die Fahrgäste.

Funkgesellschaften

Taxi-Funkgesellschaften wie TaxiFunk verlang bis zu 103 € netto pro Monat und Fahrzeug für die Nutzung des Funk-Services, egal ob das Fahrzeug eingesetzt wird oder nicht. Die meisten Taxiunternehmer werden auf mehrere Taxifunkzentralen setzen und somit werden die monatlichen Kosten pro Fahrzeug höher sein. Bei c.a. 5.500 angeschlossenen Taxen entsteht ein Jährlicher Umsatz von bis zu 7 Mio. €. Bevor ein Fahrer die Funktechnik nutzen kann, müssen zwei Kurse belegt werden, die insgesamt 35 € pro Fahrer kosten. Für die Bearbeitung von EC-Zahlungen kommen noch mal 42 ct. netto pro Fahrt hinzu.

Bis sich Uber über Provisionen im siebenstelligen Bereich freuen kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dafür müssen Fahrten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Woche in Berlin vermittelt werden, im Moment sind es schätzungsweise Fahrern im unteren vierstelligen Bereich.

Taxiinnung

Die Taxiinnung verdient zur Zeit an der Durchführung der Ortskundeprüfung für den Personenbeförderungsschein. Für die Prüfung, die 15-30 Minuten dauert, muss der Prüfling 55 € bezahlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mehrere 1000 Ortskundeprüfungen pro Jahr durchgeführt werden und somit leicht ein mittlerer sechsstelliger Betrag entsteht, der an die Innung fließt.

Außerdem Erhebt die Taxiinnung Mitgliedsgebühren von 92€ für das erste Fahrzeug und 49€ für jedes weitere Fahrzeug. Es sind leider keine Angaben zu finden, wie viele Mitglieder der Taxiinnung beigetreten sind. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte der ca. 3.000 Berliner Taxiunternehmer Mitglied der Innung ist, dann fallen Mitgliedsbeiträge bis zu 250.000 € an.

Verband, Innung und Taxi-Zentrale zusammen

Alle drei Organisationen bieten zusammen eine Service-Schulung für Taxifahrer an. Für die zweitägige Schulung fallen Gebühren von 40 € pro Teilnehmer an. Bei 18.000 Taxifahrern in Berlin und bei einer Erfolgsquote von 80% ergibt sich ein möglicher Umsatz im hohen sechsstelligen Bereich. Das Vermitteln von Selbstverständlichkeiten, wie Türe aufhalten, Auto sauber halten oder bargeldlose Zahlungen akzeptieren zum Geschäft zu machen, ist eine interessante Methode. Bei Unternehmen, wie Blacklane und Uber gehört diese Schulung zum Standardprozess, es werden keine Kosten erhoben.

Taxischulen

Die Taxischulen bieten Kurse für die Vorbereitung auf die Ortskundeprüfung an. Für die Mehrwöchigen Kurse fallen Kursgebühren von bis zu 2.000 € an, hinzu kommen noch Kosten für Schulungsunterlagen. Bei mehreren tausend “Taxischülern” pro Jahr fließt schätzungsweise ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Jahr an die Taxischulen. Teilweise werden die Kosten vom Staat übernommen, wenn die Schulung mit einem Bildungsgutschein erfolgt.

Taxischulen bieten häufig auch Kurse für die Fach- und Sachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagenunternehmer an, dafür können Kosten von bis zu 300 € pro Teilnehmer anfallen. Bei mehreren tausend “Schülern” pro Jahr fließen pro Jahr Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist für die Ausstellung des Personenbeförderungsscheins zuständig. Für die Erstausstellung werden 220 € fällig, für die Erweiterung und Verlängerung 42.60 €. Außerdem ist das LABO für die Vergabe der Konzessionen für Taxis und Mietwagen zuständig, für die Erteilung, Änderung oder Verlängerung der Konzessionen fallen ebenfalls Gebühren an.

Ein zukünftiger Taxifahrer muss also im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen, bevor er das erste mal Fahrgäste befördern darf. Das Risiko, dass man mit Personenbeförderungsschein trotzdem kein Taxi zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch gegeben. Wenn man alle einmaligen und laufenden Kosten addiert, die ein Taxifahrer für die Vermittlung pro Fahrt vom Fahrpreis abziehen muss, wird man auf eine ähnlich hohe Abgabe wie bei Uber und Blacklane kommen.

Bild: Taxi! von GörlitzPhotography via Flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0

Gigafactory von Tesla wird in Nevada gebaut

Der amerikanische Elektroauto Pionier Tesla wird die Gigafactory  in Nevada aufbauen. Tesla CEO Elon Musk und der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval  haben die Pläne auf einer Pressekonferenz am Donnerstag veröffentlicht.

Die Gigafactory wird zur weltweit größten und modernsten Fabrik für Batterien, die in den Elektrofahrzeugen von Tesla verbaut werden sollen. Tesla wird die Produktionsstätte mit dem japanischen Panasonic-Konzern aufbauen, beide Unternehmen arbeiten schon längere zusammen.

Die Fabrik wird Kapazitäten für die jährliche Produktion von Batterien mit 50 GWh Energie haben. 50 GWh reichen, um etwa 500.000 Elektrofahrzeuge auszustatten. Die Gleiche Energiemenge würde ausreichen, um ca. 9 Milliarde iPhones mit Batterien auszustatten. Durch die Massenproduktion sollen die Kosten für ein Batteriepack um ca. 30 % sinken, nur durch geringere Kosten für die Stromspeicher wäre Tesla in der Lage, das Angekündigte Model 3 für 35.000 US$ gewinnbringend zu verkaufen.

Die Gigafactory soll ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden.  Dafür werden extra ein Solar- und ein Windpark errichtet. Die Fabrik soll 2017 eröffnet werden und bis 2020 sollen bis zu 6.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bild: Tesla Motors (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Daimler Tochter Moovel übernimmt MyTaxi komplett und kauf auch RideScout

Die Taxivermittlungs-App MyTaxi wird komplett von Daimler übernommen (Blogbeitrag von MyTaxi). Daimler ist seit 2012 Gesellschafter von MyTaxi und hat damals 10 Millionen € für 15 % bezahlt, was einer Bewertung 2012 von ca. 63 Mio. € entspricht. Über den Verkaufspreis wurde noch nichts bekannt, aber es ist davon auszugehen, dass der Verkaufspreis im zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte. Das Unternehmen hinter MyTaxi hat auch die mobile Apps für car2go, moovel selbst und car2go black entwickelt.

Moovel-CEO Robert Henrich wird vom Manager Magazin mit den Worten zitiert man wolle „das Taxigewerbe einladen, mit Moovel und MyTaxi eng und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, um gemeinsam die Chance des mobilen Internets zu nutzen“. Daimler wird auch einen Einfluss darauf gehabt habe, dass sich MyTaxi zum Verfechter der Taxiindustrie entwickelt hat, was das internationale Wachstum und die Einführung weiterer Produkte gebremst haben könnte. Bleibt abzuwarten, was der Aufkauf von MyTaxi für Blacklane zu bedeuten hat, die sich in manchen Märkten als Taxi-Alternative positionieren möchten.

Neben MyTaxi übernimmt Moovle auch das amerikanische Startup RideScout. RideScout wurde im November 2013 gelauncht und verknüpft ähnlich wie auch Moovel unterschiedliche Verkehrsmitte in einer Smartphone-App. RideScout hat laut Angel List im Juni 2014 einen Betrag von 2.8 Mio. US$ in einer Seed-Finanzierung eingesammelt. Der Kaufpreis für RideScout wurde auch nicht kommuniziert.

Bild: “Das letzte Taxi” von Emanuele Lizenz: CC BY-SA 2.0

UberPop deutschlandweit per einstweiliger Verfügung untersagt – Uber Black nicht

Das Landgericht Frankfurt verbietet per einstweiliger Verfügung den Ridesharing-Dienst UberPop in allen Deutschen Städten, in denen Uber bis jetzt aktiv ist. Bleibt abzuwarten, ob das Verbot dieses mal Bestand hat oder durch einen Einspruch von Uber so schnell aufgehoben wird, wie in Hamburg oder Berlin.

Für Zuwiderhandlung in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und München kann ein Ordnungsgeld von 250.000 € pro durchgeführter Fahrt fällig werden. Die einstweilige Verfügung wird sofort vollstreckt.

Das Produkt UberBlack, bei dem konzessionierte Fahrzeuge und Fahrer mit Personenbeförderungsschein im Einsatz sind, darf laut Verfügung und Nachfrage von GründerSzene weiter angeboten werden, auch wenn es von Medien wie Spiegel Online anders verbreitet wurde.

Begründet wird das Verbot damit, dass die Fahrer keine erforderliche Genehmigung nach dem PBefG besitzen und auch die Fahrzeuge nicht konzessioniert sind.

Uber kann gegen das Urteil Widerspruch einlegen, was laut Aussage von Uber Deutschland auch gemacht wird. Uber will mit allen Mitteln gegen das Verbot vorgehen. Bisher hatte Uber schon in Berlin und Hamburg rechtliche Probleme. Eine einstweilige Verfügung in Berlin wurde aus Angst vor Schadensersatzansprüchen nicht vollstreckt. Weiter Verbote wurden nach Einspruch durch Uber von den Verwaltungsgerichten in Hamburg und Berlin bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung aufgehoben.

UberPop kann über die Uber-App bestellt werden, bei dem Service bringen einem meist Fahrer ohne Personenbeförderungsschein und in nicht konzessionierten Fahrzeugen von A nach B. Der Fahrer erhält dafür ein Entgelt, das von der Kreditkarte des registrierten Fahrgastes abgebucht wird. Das Entgelt übersteigt die Betriebskosten des Fahrzeugs für die gefahrene Strecke, somit greift das Personenbeförderungsgesetz. Das Personenbeförderungsgesetzt schreibt vor, dass jeder Fahrer, der gewerblich Fahrgäste befördert, über einen Personenbeförderungsschein verfügen muss, jedes Auto, das für die gewerbliche Personenbeförderung eingesetzt wird, muss laut PBefG über eine Konzession verfügen. Das Personenbeförderungsgesetz ist so ausgelegt, dass es die Taxiindustrie schützt. Außerdem ist das Gesetzt zu einer Zeit erlassen worden, in dem es noch keine moderne Navigations- und Vermittlungstechnologien gab.

Bild: Flashing red light von Chris Phan Lizenz: CC BY 2.0