Kurznachrichten: Tesla überarbeitet Roadster, Google mit selbstfahrendem Auto

Kurznachrichten, was in den letzten Tagen unter anderem im Mobilitätsbereich geschehen ist. Tesla überarbeitet den Roadster, Google stellt Version des selbstfahrenden Autos vor. Die Konzerne LG und Daimler kooperieren, um Technologie für selbstfahrende Autos voran zu bringen.

Tesla überarbeitet Roadster

Wie der amerikanische Hersteller von Elektroautos auf seinem Blog angekündigt hat, wird der Roadster mit einem neuen Batterie-Paket ausgestattet, ausserdem wurde die Aerodynamik und der Rollwiderstand optimiert. Mit dem neuen Batterie-Paket soll eine Reichweite von 400 Meilen möglich sein, das entspricht etwa 650 km. Der Roadster war das erste Fahrzeug, das Tesla auf den Markt gebracht hat, seit dem wird für die Fahrzeuge Upgrade Pakete entwickelt und angeboten. Mit dem neuen Paket erreicht der Roadster eine um 40-50% höhere Reichweite, als das erste Roadster Modell. Für den Tesla Model S wird es in absehbarer Zeit kein überarbeitetes Batteriepaket geben (via Tesla Blog)

Selbstfahrendes Auto von Google

Vor ein paar Monate hat Google bereits ein paar Informationen über das selbstfahrende Auto veröffentlicht, kurz vor Weihnachten wurden Bilder einer seriennahen Version des Fahrzeugs veröffentlicht. Der Prototyp soll vollfunktionsfähig sein und die Entwicklung weit fortgeschritten. Das finale Modell sieht fast so aus, wie das Mockup, das im Mai vorgestellt wurde. Das jetzige Modell verfügt über Scheinwerfer, auch wenn es diese nicht benötigen würde, um in der Nacht fahren zu können. Die größte Veränderung im Erscheinungsbild ist, dass die Technik auf dem Dach zusammengeschrumpft ist und unter einer Kuppel verschwindet. Für die weitere Umsetzung wird jetzt ein Industriepartner gesucht, der das Fahrzeug produzieren kann.

LG und Mercedes-Benz entwicklen Kamerasystem für selbstfahrendes Auto

Der koreanische Konzern hat angekündigt, dass zusammen mit Mercedes-Benz an einem Kamera-System der nächsten Generation gearbeitet wird, mit dem es Computern und Algorithmen möglich sein wird, das Fahrgeschehen ganz oder teilweise zu steuern. Ein Kamera-System, mit mehreren Kameras ist für selbstfahrende Fahrzeuge notwendig, um zu sehen welche Gegenstände sich vor einem Fahrzeug befinden und wie weit diese weg sind.  Das gemeinsame System wird auf dem bereits existierenden ADAS (Advanced Drive Assistance System) aufbauen, das schon Straßenschilder und Spurwechsel erkennen und den Gesundheitsstatus des Fahrers überprüfen kann. LG erhält auch eine Lizenz für die 6D Vision Technologie von Mercedes. (Via LG Newsroom)

Bild: Selbstfahrendes Auto von Google, via Google +

Jahresrückblick, was 2014 im Mobilitätsbereich geschah

In den letzten 12 Monaten ist einiges im Mobilitätsbereich geschehen. MyTaxi wurde von Daimler übernommen, das neue Taxikonzept Ridesharing wurde in den meisten Städten verboten und der Fernbusmarkt hat ein starkes Wachstum erfahren. Klicken Sie durch die Präsentation, um weiteres zu erfahren.

Die beliebtesten deutschen Mobilitäts- bzw. Travel Unternehmen

Seit einigen Jahren etablieren sich neue Mobilitätsanbieter, die den deutschen Markt aufmischen. Die folgende Liste stell einen Überblick der in Deutschland beliebtesten bzw. bekanntesten Vertreter mit lokalen Wurzeln dar.

Taxi/Limousine 

1. MyTaxi

Hinter MyTaxi steht das Hamburger Unternehmen Intelligent Apps GmbH, das mittlerweile zu Moovel (Daimler) gehört. Mit der MyTaxi App können Smartphone Nutzer über die entsprechende App ein normales Taxi bestellten. Das Unternehmen wurde bereits 2009 gegründet und ist in etwa 40 Städten verfügbar. Eine marktbeherrschende Stellung konnte leider nicht erreicht werden, was letztendlich auch zu der Übernahme durch Moovel geführt haben dürfte. Weitere Details zu MyTaxi.

2. Blacklane

Blacklane ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von hochwertigen Fahrzeugen inkl. Chauffeur in unterschiedlichen Klassen. Der Limousinendienst-Vermittler ist in mehr als 150 Städten und mehr als 45 Ländern weltweit unterwegs. Recht früh wurde Blacklane von Carsten Maschmeyer unterstützt, der als Seed-Investor in Blacklane investiert hat. Blacklane wird häufig mit Uber verglichen. Dieser Vergleich ist nicht ganz richtig, da Blacklane Limousinenfahrten mit Vorbestellung an Kunden vermittelt. Uber setzt ausschließlich auf einen on-demand Service. Vor kurzem wurde das Unternehmen mit etwa 140 Mio. Euro bewertet. Mehr Details zu Blacklane.

3. MyDriver

MyDriver ist ein Unternehmen im Sixt Konzern, das Geschäftsmodell von MyDriver ist mit dem von Blacklane vergleichbar.  Kunden bestellten über die Webseite oder die Smartphone App eine hochwertige Limousine mit Chauffeur, die dann automatisch an einen Fahrer vermittelt wird. Die Buchung findet bei MyDriver im Schnitt mehrere Tage im Voraus statt und wird mit Vorlauf vermittelt. Zum Einsatz kommen konzessionierte Fahrzeuge und professionelle Chauffeur mit Personenbeförderungsschein. Das Konzept ist also konform mit PBefG. Im Unterschied zu Blacklane setzt MyDriver auch eigene Fahrzeuge ein und beschäftigt Fahrer im Angestelltenverhältnis. Dank der Beziehungen von Sixt zu BMW wird MyDriver die Fahrzeuge zu besonders guten Konditionen beziehen können.


Carsharing/Ridesharing

1. Car2go

Car2Go ist ein Carsharing Angebot, das von Daimler und Europcar vorangetrieben wird. Bei Car2Go werden hauptsächlich smarts als Fahrzeuge eingesetzt. Eine Ausnahme ist Car2Go Black, hier kommen schwarze Mercedes B-Klassen Fahrzeuge zum Einsatz. Das normale Car2Go Carsharing funktioniert nach dem Free-Floating Modell. Free Floating bedeutet, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden können, die Fahrzeuge müssen nicht, wie bei stationsgebundenem Carsharing zu einer Station zurück gebracht werden. Mittlerweile ist car2go in mehr als 25 Städten aktiv, weitere sollen folgen. In einigen Städten werden vorwiegend Elektro-Smarts eingesetzt, so in Stuttgart oder Amsterdam.

2. Flinc

flinc ist ein Ridesharing Unternehmen mit Fokus auf Pendler im Kurz- und Mittelstreckenbereich. Gegenüber anderen Mitfahrzentralen, wie Mitfahrgelegenheit.de grenzt sich flinc durch die spontane und dynamische Vermittlung von Fahrten ab, sowie durch den Fokus auf regionale Strecken. Im Vergleich zu Lyft und UberPOP halten sich die Fahrer nicht bereit und warten auf einen Fahrauftrag. Die Fahrer bei flinc würden auch ohne Fahrgast die Strecke fahren, durch flinc können sie einen Teil der Betriebskosten sparen. Flinc bezeichnet sich als echtes Ridesharing im Vergleich zu Uber und Lyft. Bei flinc können auch Fahrer aktiv werden und potentielle Mitfahrer anfragen. Mehr Details zu flinc.


Fernverkehr

1. MeinFernbus

MeinFernbus.de ist ein deutsches Fernbusunternehmen. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat den Sitz in Berlin. Seit Mitte 2012 bietet das Unternehmen unterschiedliche Busverbindungen zwischen Europäischen Metropolen an. Weitere Details zu MeinFernbus.

Bild: Travel von Sean MacEntee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Carpooling.com (hier bekannt als Mitfahrgelegenheit.de) startet in USA

Der Ableger vom Mitfahrgelegenheit.de, der international unter Carpooling.com vermarktete wird, startet in den USA. Ein Start in den USA war schon vor ein paar Jahren im Gespräch, wurde aber immer wieder nach hinten geschoben. Aßerdem integriert Carpooling.com die Uber API, um damit Mitfahrer eine Fahrt zum Treffpunkt buchen können.


UPDATE, 17.01.2015: Uber wird nicht nur in den USA in die Carpooling-App integriert, auch in Deutschland soll die Schnittstelle zu Uber über die App verfügbar sein. Carpooling-Kunden können für die Fahrt zum Treffpunkt der Mitfahrgelegenheit eine Fahrt mit Uber buchen. Das soll nun auch in den fünf Städten in Deutschland möglich sein, in denen Uber bisher aktiv ist, teilte Carpooling am Donnerstag in München mit. Interessant ist, dass sich Carpooling für Uber und nicht für den deutschen Anbieter Blacklane entschieden hat, der wie Carpooling ebenfalls von Daimler finanziert wird. (via Handelsblatt)


In Deutschland hat sich Mitfahrgelegenheit.de als günstiger Alternative zur Deutschen Bahn und als sozialere Alternative zum Fernbus etabliert. In den USA soll jetzt ähnliches geschafft werden. Auf Carpooling.com sollen Langstreckenfahrten einfach und günstig gebucht werden können, der soziale Kontakt zwischen Fahrer und Mitfahrer steht dabei im Mittelpunkt. Die durchschnittliche Strecke liegt dabei laut Carpooling CEO Markus Barnikel bei 125 Meilen, was etwa 200 km entspricht. (Carpooling.com Pressemitteilung)

Fahrer und Mitfahrer finden und verabreden sich über die Smartphone Apps. Der Fahrer gibt dabei seine Route mit Start und Ziel ein und legt fest, wie viele Plätze verfügbar sind. Die Fahrt wird dann möglichen Fahrgästen angezeigt, die in die selbe Richtung fahren möchten. Kommerzielle Absichten für den Fahrer stehen dabei nicht im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Kosten für die Fahrt auf alle Fahrgäste umgelegt werden, dem entsprechend wird je nach Strecke ein Fahrpreis vom System vorgeschlagen. Fahrer und Beifahrer absolvieren häufig nicht exakt die selbe Strecke. Basierend auf persönlichen Erfahrungen, kommt es häufiger vor, dass der Fahrer einen Passagier nur auf einer Teilstrecke seiner eigentlichen Strecke mitnimmt.

Uber wird integriert

Obwohl Daimler zu den Investoren von Carpooling gehört, wird nicht mit Blacklane oder MyTaxi (an beiden Startups ist Daimler beteiligt), sondern mit Uber zusammen gearbeitet, um eine Transportmöglichkeit für die letzten Meter (von Haustür zum Treffpunkt) anbieten zu können. Da in den meisten US Städten der öffentliche Nahverkehr überschaubar ist, ist das eine interessante Möglichkeit und ein Alleinstellungsmerkmal für Carpooling. Das Carpooling nicht mit Blacklane und MyTaxi kooperiert, dürfte an der geringen Verfügbarkeit, am hohen Fahrpreis von Blacklane und an den fehlenden technischen APIs von beiden Services liegen.

Der Nutzer muss nicht zwischen der Uber und Carpooling App wechseln. Wenn man bereits bei Uber registriert ist, werden die verfügbaren Fahrzeuge gleich in der Karte angezeigt und der entsprechende Fahrzeugtyp kann ausgewählt und gebucht werden. Nutzer, die bei Uber noch nicht registriert sind, wird ein Banner angezeigt, der zu einer Registrierung anspornen soll, 20 US$ Guthaben sollen für eine höhere Conversion Rate sorgen.

Das Unternehmen BlaBlaCar, das vor kurzem sagenhafte 100 Mio. US$ eingesammelt hat und ebenfalls einen Marktplatz für Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken anbietet, will vorerst nicht nach USA expandieren. Das Unternehmen ist der Meinung, dass die niedrigen Benzinkosten in den USA keinen Anreiz geben, der groß genug ist, um sich eine Fahrt auf der Langstrecke mit Fremden zu teilen.

Erfolgreich an Ost- und Westküste?

Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass Carpooling mit seinem Service in wenigen Regionen erfolgreich seien wird. Dazu zählen die Westküste, New England (rund um Boston), die Region rund um Chicago und die Region im Süden der USA, rund um Alabama und Charlotte. Florida könnte mit den Städten Miami, Orlando, Jacksonville oder Tampa auch interessant für das Unternehmen sein. In diesen Regionen gibt es einige Städte, die groß genug, nah genug zusammen und europäisch genug sind, damit Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken angenommen werden könnten.

Über Carpooling.com/Mitfahrgelegeneheit.de

Das Unternehmen wurde 2001 unter dem Namen Mitfahrgelegenheit.de gegründet und hat seinen Unternehmenssitz in München. Die Plattform ist in Europa schnell gewachsen, heute sind weltweit mehr als 3.5 Mio. Mitfahrgelegenheiten täglich zugänglich. In Deutschland dürfte das Unternehmen vor allem auf Grund des Wettbewerbsschutzes für die Deutsche Bahn schnell gewachsen sein, der erst 2013 weggefallen ist. Eine wachsende Konkurrenz durch Fernbusse im Heimatmarkt dürfte für mehr Druck bezüglich einer schnelleren Expansion gesorgt haben. Ein Launch in den USA steht schon seit 2011 auf dem Plan. Zu den Investoren gehören unter anderem Daimler, die etwa 8 Mio. € in das Unternehmen investiert haben.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)

1 Mio. car2go Nutzer, Abgang bei MyTaxi, Baidu will bei Uber rein

Eine Übersicht an Kurznachrichten der letzten Woche: Das Carsharing Unternehmen car2go heißt seinen millionsten Kunden willkommen, der Chinesische Such-Riese Baidu will in Uber investieren. Sven Külpers nimmt bei MyTaxi seinen Hut und Sidecar führt Sicherheitsgebühr ein.

Car2Go mit 1 Mio. Nutzern

Das Carsharing Unternehmen car2go aus dem Daimler Konzern hat am Mittwoch den millionsten Nutzer begrüßt.  Insgesamt sind um die 12.500 Smarts weltweit an 30 Standorten unterwegs. Seit beginn wurden etwa 32 Millionen Mietvorgänge absolviert, aktuell sind es 400.000 Mietvorgänge die Woche. Auch wenn die Zahlen nichg ganz realistisch erscheinen, ist das eine ordentliche Leistung. Car2go will auch im kommenden Jahr stark wachsen, um sein Marktführerschaft auszubauen. (Via Mittelstand Nachrichten)

Sven Külpers geht bei MyTaxi

Der MyTaxi Mitgründer Sven Külpers verlässt das Unternehmen nach der Übernahme durch Daimler. Sven Külpers hat zusammen mit Nicolaus Mewes MyTaxi gegründet, Mewes gilt als starker Mann im Hintergrund, Külpers hat das Unternehmen nach außen vertreten. Ob die Idee mit dem Preiskampf mit Uber in Hamburg noch unter seiner Verantwortung entstanden ist oder schon durch Daimler bzw. Moovel initiiert wurde und ob sein Abgang damit etwas zu tun hat, ist unklar. Insider sagen, dass private Gründe für den Abgang verantwortlich sind. Külpers soll das Unternehmen weiterhin beraten. (via Manager Magazin)

Baidu will 600 Mio. US$ in Uber investieren

Der Chinesische Internetriese Baidu will einen hohen Betrag in Uber investieren, im Raum stehen 600 Mio. US$. Bereits in der Ankündigung zur letzten Finanzierung wurde von Uber bekräftigt, dass die Runde von den kommunizierten 1.2 Milliarden US$ auf 1.8 Milliarden US$ anwachsen könnte. Nun scheint klar zu sein, von dem die zusätzlichen 600 Mio. US$ kommen sollen. Das Geld soll für den Ausbau in China verwendet werden. Die Allianz wäre für beide Unternehmen mit Vorteilen verbunden. Uber hätte einen starken Partner im Land. Baidu könnte Uber helfen, den lokalen Markt besser zu verstehen, damit sich das Unternehmen schneller ausbreiten kann. Baidu würde im Vergleich mit Alibaba und Tencent an Boden gewinnen. Beide Unternehmen haben in letzten Zeit hohe Summen in Mobilitäts-Startups investiert. Die Tencent Gruppe ist unter anderem an Lyft beteiligt, Alibaba an Kuaidi Dache. Interessanterweise hat Qunar, eine Reise-Suchmaschine aus dem Baidu Konzern, vor wenigen Tagen eine Kooperation mit der Buchungsplattform für Limousinenfahrten Blacklane bekannt gegeben. Bleibt abzuwarten, ob Baidu auch bei Blacklane einsteigt, oder ob diese Kooperation nach dem Einstieg bei Uber vorzeitig beendet wird. Die Seite für Fahrzeugbuchungen auf Qunar sieht bereits heute dem Design der Uber-Seite ähnlich. (via Bloomberg)

Sidecar verlangt 1 US$ pro Fahrt für Sicherheit

Das amerikanische Ridesharing-Startup Sidecar zieht nach und verlangt eine Sicherheits-Gebühr von 1 US$ pro Fahrt. Die Konkurrenten Uber und Lyft verlangen schon seit einer geraumen Zeit eine “Safe Ride” oder “Trust and safety” Gebühr, um die Kosten für die Versicherung und die Überprüfung der Fahrer und Fahrzeuge zu decken. Sidecar zieht jetzt mit der “RideSafe” Gebühr nach. Laut Sidecar sollen damit die Versicherungspolice (1 Mio. US$ Deckungsbeitrag pro Vorfall), die Überprüfung der Fahrer (Background checks) und die Überprüfung der Fahrzeuge finanziert werden. Sidecar unterscheidet sich von Uber und Lyft dahingehend, dass der Fahrer den Fahrpreis festsetzt. Der Fahrgast kann dann den Fahrer nach unterschiedlichen Kriterien auswählen, z.B. dem günstigsten Fahrpreis, dem Fahrzeug oder der Ankunftszeit. (via Techcrunch)

Bild: Car2Go Austin 2011 von Denis Bocquet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ridesharing Startup Lyft will nach Europa

Wie das Magazin Wirtschaftswoche auf der Le Web Konferenz in Paris erfahren hat, will das Unternehmen Lyft, das in den USA zu einem der größten Konkurrenten von Uber zählt, demnächst in Europa starten.

Lyft etwa 1/5 so groß wie Uber

Lyft betreibt einen ähnlichen Service, wie Uber. Privatpersonen bieten mit ihrem Privatfahrzeug einen Taxi-Service an, der über eine Smartphone App gebucht werden kann. Der Fahrgast bezahlt dafür einen Betrag je nach Dauer und Distanz der Fahrt, davon gehen üblicherweise 20% an das Unternehmen und 80% an den Fahrer. Im Gegensatz zu Uber wird der Service von Lyft bisher nur in USA angeboten und über eine Internationalisierung wird schon seit längerem spekuliert. Die Fahrzeuge, die bei Lyft im Einsatz sind, lassen sich durch die pinkfarbenen Schnurrbärte identifizieren. Um ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen, versucht sich Lyft erfolgreich als das gute Laune Taxi zu verkaufen.

In den USA werden über die Plattform monatlich 2 Mio. Fahrten vermittelt. Die Plattform verfügt über etwa 100.000 registrierte Fahrer. Damit dürfte das Unternehmen etwa 1/5 der Größe von Uber erreicht haben, was Anzahl der Fahrer und Fahrten betrifft.

Rechtliche Herausforderungen in den westlichen Städten

Da Uber in vielen westeuropäischen Städten zuletzt mit rechtlichen Auseinandersetzungen zu kämpfen hat, bleibt abzuwarten, wie und wo Lyft starten möchte. Das Geschäftskonzept von Lyft und auch von Uber verstößt in den meisten europäischen Ländern gegen das bestehende Recht. Auch wenn es mit den lokalen Gesetzten vereinbar ist, gehen die Taxifahrer gegen die neue Konkurrenz vor. Lyft schaut sich laut WiWo Städte wie Paris oder London an. Vorstellbar ist, dass das Unternehmen erstmal den deutschen Raum meiden wird, auf Grund der starken Konkurrenz durch das Taxigewerbe.

Wundercar mit ähnlichem Modell in Osteuropa

Ein ähnliches Geschäfts-Konzept betreibt auch das Startup Wundercar, das sich mittlerweile aus den deutschen Städten zurückgezogen hat und die Arbeit auf den Osteuropäischen Raum fokussiert. Aus Deutschland hat sich das Unternehmen auf Grund der Proteste der Taxiindustrie und der verhängten Verbote zurückgezogen. In Städten wie Prag, Budapest oder Istanbul scheint das Angebot besser angenommen zu werden und dem Unternehmen scheinen weniger Steine in den der gelegt zu werden.

Bild: Lyft von SPUR (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber in Indien und den Niederlanden geblockt, Blacklane kooperiert mit Qunar, Instacart mit 100 Mio. $ Runde

Nachrichtenübersicht – Der Berliner Vermittler von Limousinenfahrten Blacklane arbeitet mit Chinesischer Plattform Qunar zusammen, Uber in Neu Delhi und den Niederlanden verboten und Instacart sammelt hohe Finanzierung ein.

Blacklane kooperiert mit Qunar

Qunar Buchungsseite mit gewisser Ähnlichkeit zur Uber-Seite, Netz als Hintergrund, ähnliche Farbgebung, freigestellte Fahrzeuge (Quelle: Screenshot Qunar.com)
Qunar Buchungsseite mit gewisser Ähnlichkeit zur Uber-Seite, Netz als Hintergrund, ähnliche Farbgebung, freigestellte Fahrzeuge (Quelle: Screenshot Qunar.com)

Das Berliner Limousinen-Startup Blacklane, das auch von Daimler finanziell unterstützt wird, hat eine Kooperation mit der chinesischen Reise-Suchmaschine Qunar abgeschlossen. Die Fahrten werden dabei zu Festpreisen verkauft und in lokaler Währung abgerechnet.Die Kooperation startet vorerst für 30 Städte, darunter Bangkok, London, Los Angeles, Paris, New York, Sydney, Tokio und Toronto. Weitere Städte sollen folgen. Interessanterweise sieht das Design der Qunar-Website dem der amerikanischem Uber ähnlich. (via Blacklane Blog)

Lebensmittel-Lieferdienst Instacart sammelt mehr als 100 Mio. US$ ein

Das amerikanische Lebensmittel on-demand Startup Instacart soll in einer Series C Finanzierungsrunde mehr als 100 Mio. US$ eingesammelt haben, die Bewertung soll bei mehr als 2 Milliarden US$ gelegen haben. Erst im Juni hat das Unternehmen 44 Mio. US$ bei einer Bewertung von 400 Mio. US$ eingesammelt. Die Bewertung ist also in kurzer Zeit um das fünffache gestiegen. Bei Instacart können Lebensmittel bestellt werden, die dann innerhalb einer Stunde zugestellt werden. Das Unternehmen ist in 10 Städten, die Lieferkosten liegen zwischen 3.99 und 5.99 US$. (via The Wall Street Journal)

Uber in Neu Delhi und den Niederlande verboten

Das amerikanische Unternehmen Uber ist in Neu Delhi und den Niederlanden verboten worden.

In Neu Delhi kam das Verbot nach einem schwerwiegenden Vorfall, eine Kundin wurde anscheinend von einem Uber-Fahrer vergewaltigt. Der Fahrer war wohl der Polizei bekannt und saß bereits wegen Vergewaltigung im Gefängnis. Bleibt die Frage, warum Uber keine ausführliche Überprüfung der Fahrer vornimmt. Als Folge hat die Regierung in Delhi dem Unternehmen untersagt, den Service weiter anzubieten. (via The Economic Times)

In den Niederlanden wurde dem Unternehmen untersagt, den UberPOP Ridesharing-Service durch Privatpersonen weiter anzubieten. Ähnlich ist es dem Fahrservice schon in Deutschland ergangen, hier wird der Ridesharing-Service mittlerweile in einigen Städten auf non-profit Basis angeboten und die Fahrer werden subventioniert. Laut Gericht verstößt das Angebot gegen niederländisches Recht, das lizensierte Fahrer für die gewerbliche Personenbeförderung vorschreibt. Uber hat angekündigt, gegen die Entscheidung vorzugehen und der Service wird weiter angeboten. Uber beruft sich auf ein Gesetzt, das erlassen wurde, als es noch keine Smartphones gab. (via Reuters)

Beide Vorfälle zeigen, wie wichtig es ist, dass sich Unternehmen im Mobilitätsbereich an lokale Begebenheiten anpassen und mit den lokalen Behörden zusammen arbeiten.

Bild: Screenshot Qunar.com

Der beste Deal für Fahrer/Chauffeure – Wo verdiene ich am meisten?

Für Fahrer und Chauffeure tun sich in letzter Zeit mehr und mehr Alternativen auf, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Außerordentlich gute und motivierte Taxifahrer haben die Möglichkeit, Limousinenfahrer bzw. Chauffeur zu werden. Für Taxiunternehmen besteht die Möglichkeit, schwarze Limousinen zum Fuhrpark hinzu zu fügen, oder komplett auf einen Fahrservice mit hochwertigen Fahrzeugen umzusteigen.

Die folgenden Absätze stellen eine kurze Übersicht der Möglichkeiten aus Sicht von Fahrern dar.

Ohne Fahrzeug aber mit P-Schein

Fahrer, die über einen Personenbeförderungsschein mit Ortskunde verfügen, aber kein konzessioniertes Fahrzeug besitzen. haben mehrere Möglichkeiten. Einerseits können sie als Freelancer bei unterschiedlichen Mietwagenbetrieben arbeiten oder sich fest anstellen lassen.

Festanstellung als Chauffeur

Einige Unternehmen bieten die Festanstellung als Chauffeur an. Deutschlandweit in den größeren Städten ist das z.B. bei MyDriver möglich. Vorteil ist, dass vom Unternehmen Sozialabgaben übernommen werden und Urlaubstage gewährt werden. Der Verdienst ist auf der anderen Seite festgelegt und fällt eher gering aus. Bei MyDriver kommen wohl zu einem niedrigen Grundgehalt Zuschläge hinzu, die je nach Anzahl der absolvierten Fahrten, Qualität und Spritverbrauch variieren. Auf Monatsbasis sind laut angestellten Fahrern wohl um die 1.200 – 1.500 € Verdienst möglich.

Arbeiten als Freelancer / auf selbstständiger Basis


 

Update: Mittlerweile ist es schwierig, als Freelancer für unterschiedliche Unternehmer zu arbeiten. Weitere Informationen und eine Einschätzung hierzu gibt es beim BCD.


Viele kleine Chauffeurservices und Limousienenunternehmer stellen Fahrer je nach Auftragslage auf selbstständiger Basis ein. D.h. der Fahrer wird für mehrere Stunden gebucht und erhält dafür eine Vergütung. Üblicherweise handelt es sich bei der Vergütung und einen vorher festgelegten Betrag pro Stunde (in Berlin werden im Schnitt etwa 12 € pro Stunde bezahlt, in München und Hamburg um die 18 € pro Stunde). Teilweise hat sich auch schon eine Umsatzbeteiligung als Vergütung durchgesetzt, dabei erhält der Fahrer z.B. 40 – 50 % der durch Fahrten generierten Umsätze.

Voraussetzung für die Arbeit als selbstständiger Fahrer ist, dass der Fahrer sein eigenes Gewerbe angemeldet hat, außerdem ist er für die Sozial- und Krankenversicherungsabgaben, sowie für die Altersvorsorge selbst verantwortlich. Als Chauffeur auf selbständiger Basis war es in der Vergangenheit stressig, immer neue Einsatzmöglichkeiten zu finden. Durch die neuen Vermittlungsplattformen, wie Blacklane, Uber und MyDriver hat sich die Situation aus Fahrersicht deutlich verbessert, da es mehr dauerhafte Einsatzmöglichkeiten gibt. In Berlin kann ein selbstständiger Fahrer ein jährliches Einkommen um die 35 – 40.000 € (brutto) erzielen.

Nachteil in dieser Konstellation ist, dass der Fahrer nicht sein volles Verdienstpotential ausnutzt, da es immer einen Fahrzeughalter/Mietwagenunternehmer gibt, der mitverdienen möchte. Vorteil auf Fahrerseite ist das geringe finanzielle Risiko, da kein eigenes Fahrzeug angeschafft werden muss.

Mit eigenem Fahrzeug und P-Schein

Der höchste Verdienst ist als professioneller Fahrer mit eigenem konzessionierten Fahrzeug möglich. Voraussetzung ist, dass man über einen Personenbeförderungsschein und ein konzessioniertes Fahrzeug der gehobenen Kategorie zur Verfügung hat.

In dieser Konstellation behält der Fahrer, der gleichzeitig auch Fahrzeughalter ist, die kompletten eingefahrenen Einnahmen. Von den Einnahmen werden die Kosten für das Fahrzeug beglichen, der Rest wander nach Abzug der Steuern und der Sozial- und Versicherungsbeiträge als netto Einkommen auf das Konto des Fahrers.

Für Mietwagenunternehmer gibt es mittlerweile sehr attraktive Fahrzeugangebote, so ist ein Fahrzeug der Luxusklasse schon ab 500 € pro Monat zu haben, hinzu kommen noch etwa 180 € für die gewerbliche Versicherung und die monatlichen Ausgaben fürs Tanken. Den Kosten stehen auf der Umsatzseite etwa 5.000 € – 6.000 € Einnahmen pro Monat gegenüber.

Vorteil für einen Fahrer, der gleichzeitig Mietwagenunternehmer mit seinem eigenen Fahrzeug ist, ist ein möglicherweise hohes Einkommen bei optimierter Kostenstruktur. Allerdings geht der Unternehmer ein größeres finanzielles Risiko ein, da ein eigenes Fahrzeug gekauft oder finanziert werden muss.

Ohne P-Schein bei UberPOP

Fast jede Person, die über ein ordentliches polizeiliches Führungszeugnis verfügt und ein viertüriges Auto zur Verfügung hat, kann sich bei Uber als Fahrer registrieren. Die Fahrten sind durch eine Versicherung von Uber gedeckt, genaue Versicherungsbedingungen sind jedoch unbekannt. Auf Grund von gerichtlichen Auseinandersetzungen zahlt der Fahrgast in einigen Städten nur 35 ct. pro Kilometer. Um das Angebot für Fahrer attraktiv zu machen, erhöht Uber den stündlichen Umsatz auf bis zu 10 € (netto), teilweise wurden sogar bis zu 15 € die Stunde bezahlt. Einschätzung: So lange Uber die Umsätze aufstockt, ist es für Fahrer ein guter Deal, wobei sich der Fahrservice durch Privatpersonen rechtlich und versicherungstechnisch in einem Graubereich bewegt.

Fazit

Den höchsten Verdienst erzielt man als Fahrer mit eigenem Fahrzeug. Als selbstständiger professioneller Fahrer kann auch ein ordentliches Einkommen pro Monat erzielt werden. Als Fahrer ohne Personenbeförderungsschein sind die Verdienstmöglichkeiten am geringsten, dafür ist auch der Aufwand minimal. Beim Privatfahrer mit Privatfahrzeug sind die rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen noch nicht geklärt, was ein schwer zu kalkulierendes Risiko darstellt.
Es empfiehlt sich, dass man sich bei allen verfügbaren Vermittlungsplattformen anmeldet, um für eine hohe Auslastung der Fahrzeuge zu sorgen, um seine Umsätze zu maximieren.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wie Sie Ihr Unternehmen für Limousinen & Chauffeurservice starten oder wenn Sie wissen möchten, wo Sie als professioneller Fahrer anfangen können, dann melden Sie sich am besten per E-Mail.

Bild: Man with Car von Mendolus Shank (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: GrabTaxi erhält 250 Mio. $, Kampf zwischen MyTaxi und Uber, DriveNow geht nach London

Neben der Nachricht über die neue Finanzierung für Uber gab es weitere interessante Neuigkeiten aus dem Mobiliätsbereich. Das Carsharing Unternehmen DriveNow geht nach London, in Hamburg können bis zu 60% der Taxikosten gespart werden und das asiatische MyTaxi mit den Namen GrabTaxi sammelt 250 Mio. US$ ein.

GrabTaxi mit 250 Mio. US$ Finanzierung

Die in Asien verbreitete Taxi-App GrabTaxi hat eine Finanzierung in höhe von 250 Mio. US$ bekannt gegeben, das Geld stammt unter anderem vom japanischen Telefonkonzern SoftBank. Die Bewertung des Taxi-Startups soll bei mehr als einer Milliarde US$ gelegen haben. GrabTaxi hat in diesem Jahr schon zum vierten Mal eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben, in der letzten Runde im Oktober wurden 65 Mio. US$ eingesammelt, in den Runden davor sind auch Millionenbeträge geflossen. Das Unternehmen verkündet, dass es 500.000 aktive Nutzer im Monat hat und dass die App 2.5 Mio. Downloads verzeichnet. Insgesamt sind 60.000 Fahrer auf der Plattform registriert. (via TechCrunch)

DriveNow geht nach London

Wie das Tochterunternehmen von BMW und Sixt mitteilt, ist der Carsharing Service in London gestartet. Car2go, das Konkurrenzunternehmen aus dem Daimler-Konzern hat sich vor ein paar Monaten aus dem englischen Markt zurückgezogen. Die Begründung hieß damals, dass es nicht möglich war, eine übergreifende Regelung für die Parkraumnutzung zu schaffen. Bleibt abzuwarten, ob DriveNow das gleiche Schicksal ereilen wird, oder ob somit auch ein neuer Versuch für car2go in London geebnet wird. Das Angebot startet mit BMW 1er und Mini Modellen, im nächsten Jahr sollen auch BMW i3 Elektrofahrzeuge hinzu kommen. Zu Beginn wird das Geschäftsgebiet eher eingeschränkt sein. (via DriveNow Pressemitteilung)

MyTaxi und UberTaxi liefern sich einen Preiskampf

Am Wochenende wurde bekannt, dass MyTaxi einen Rabatt von 50% auf den Taxi-Fahrpreis gewährt, wenn per App bezahlt wird. Wie zu erwarten war, hat der Konkurrent Uber schnell reagiert und räumt seinen Nutzern einen Rabatt von 60% bis Weihnachten ein. Wenn man die Marketing-Aktionen von Uber kennt, ist einem klar, dass das Unternehmen sofort reagiert und notfalls sogar alle Kosten für eine Fahrt übernimmt. MyTaxi dürfte im Vorteil sein, was die Anzahl der registrierten Fahrzeuge betrifft. Die Nachfrage war bisher anscheinend geringer als erwartet. UberTaxi wurde in Hamburg in Folge des Verbots von UberBlack und UberPOP eingeführt, mittlerweile wendet das Unternehmen die Taktik mit der Einführung eines Taxi-Services auch in Asien an. (via Die Welt)

Bild: Chaplin on Broadway and the Taxi von drpavloff (bestimmte Rechte vorbehalten)