Taxis protestieren und neue Herausforderer, wie Wundercar & Co. profitieren davon

Heute haben in mehreren Städten weltweit die Taxifahrer gegen innovative Taxi- und Transport-Apps, wie Uber, Wundercar oder Blacklane protestiert. Die Startups, gegen die protestiert wird, profitieren von dem Protest.

Besonders Uber hat die heutige Situation gut ausgenutzt. In London war eine der größten Protestbewegungen gegen Uber, gleichzeitig hat Uber angekündigt, dass sie Uber Taxi in London gestartet haben, also einen Service mit den bekannten Londoner schwarzen Taxis. Es scheint also nicht nur Taxifahrer zu geben, die etwas gegen die neuen Systeme haben, einige scheinen bereit zu sein, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. In einigen Medien wird fälschlicherweise berichtet, dass Uber das erste mal die Plattform in Europa für Taxifahrer öffnet und UberTaxi anbietet. Das ist nicht ganz richtig, in Paris wurde UberTaxi bereits angeboten und wieder eingestellt, wahrscheinlich wegen der schlechten Performance der Taxifahrer. Mit dem Problem kämpfen auch andere Taxi-Startups, wie myTaxi und co. Taxifahrer neigen dazu, eine über die Apps angenommene Fahrt abzubrechen, sobald jemand am Straßenrand winkt und eine Fahrt haben möchte. Die Anfahrt ist somit nämlich kürzer und es kann schneller Geld verdient werden.

In Berlin wurde verbreitet, dass den ganzen Tag keine Taxis verfügbar sind und ein 50% Voucher kommuniziert, der den ganzen Tag gültig ist. In Wahrheit hat sich der Taxi Protest in der Mittagszeit abgespielt, in der in der Regel die wenigsten Fahrten stattfinden.

Laut einer Analyse von Gründerszene ist der Erfolg für Uber sogar messbar. Von einem hohen dreistelligen Rang ging es für die Uber app im App Store auf den 132 Rang, nach dem die einstweilige Verfügung erlassen aber nicht vollstreckt wurde, in der Zeit danach ging es sogar in die Top-100 Charts des App Stores, aktuell ist die Uber App auf Platz 15 im deutschen App Store unter den kostenlosen Apps gelistet.
Laut Pierre-Dimitri Gore-Coty hat Uber Europaweit gestern 6-8 mal mehr Neuregistrierungen erhalten, als an gewöhnlichen Tagen davor, in Barcelona waren es sogar 11 mal so viele.

Wenig Verständnis für Taxifahrer

Zahlreiche Medien haben in Ausführlichen schriftlichen oder visuellen Beiträgen auf den heutigen internationalen Protesttag reagiert. Die meisten Kommentare fordern eine Öffnung des Taximarktes und freuen sich über mehr Wahlmöglichkeiten.

So fragt das Wirtschaftsmagazin Business Punk, ob das Taxigewerbe geschützt werden soll oder für Alternativen geöffnet werden soll. Viele Leser sind der Meinung, dass der Markt geöffnet werden soll und die Taxifahrer sich darauf einstellen sollen. Der Spiegel hat gleich mehrere Artikel zu dem Thema veröffentlicht, auch hier haben die Leser, die ihre Meinung kundtun, wenig Verständnis für die Proteste der Taxifahrer und wundern sich eher über deren Naivität.

Politische Unterstützung für Startups

Während  die Taxifahrer protestieren, feiert Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Uber-Brille und Frisbee auf der Eröffnung des Berliner Startup Hubs “Factory”.  Er scheint also nichts gegen die neuen Mobilitätsanbieter in Berlin zu haben.

Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken
Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken (Quelle: UberDeuschland)

Neben Wowereit bekommen die innovativen Unternehmen auch Unterstützung aus Brüssel. EU Vizepräsidentin Neelie Kroes fordert in einem Blog Beitrag dazu auf, mit den Taxi Apps zu arbeiten und nicht dagegen, denn diese seien hier, um zu bleiben.

Der deutsche Verkehrsminister Dobrindt weisst dagegen in einer Stellungnahme auf das geltende Personenbeförderungsgesetz hin und schiebt die Aufgabe der Überprüfung der Einhaltung den Ländern zu.

Welche Möglichkeit haben die Taxi-Unternehmer?

Die Taxifahrer und Unternehmer können weiter gegen Uber, Wundercar und co. protestieren, am Ende werden sie aber die Verlierer sein. Alternativ könnten sie sich öffnen und mit den neuen Apps arbeiten. Dazu zählt nicht nur die Arbeit mit myTaxi, die mittlerweile das Establishment verteidigen.

Viele Taxi-Fahrzeuge sind z.B. in Deutschland mit elfenbeinfarbener Folie beklebt, diese könnte abgezogen werden, das ehemalige Taxi kann als Mietwagen konzessioniert werden und damit kann dann bei Uber Black oder Blacklane gefahren werden und das für einen wahrscheinlich höheren Lohn. Jeden Unternehmer, den ich dazu bewegt habe, das Taxi gegen eine konzessionierte Mietwagen-Limousine zu tauschen, hat das nicht bereut. Wenn man mit Blacklane und Co. zusammenarbeitet, ist Steuerhinterziehung wie bei Taxifahrer natürlich nicht mehr möglich, da alle Geldflüsse dokumentiert sind.

Technologie wird noch viele Bereiche revolutionieren, daran werden auch die Taxifahrer nichts ändern können.