Wer verdient im Taximarkt

Der Prozess des Erwerbs der Berechtigung ein Taxi zu führen und zu betreiben, wird von mehreren teilnehmenden Organisationen geprägt. Jede Prozessteilnehmer möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben und teilweise fallen dafür Beträge im vierstelligen Bereich an. Eine erste Auflistung der Organisationen, die bestimmt nicht vollständig ist, ist im folgenden zu finden. Bei den hohen Summen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Organisationen wie Taxi Innung, Verband oder Funkzentralen gegen mehr Wettbewerb wehren. Die Leittragenden sind meistens die Taxifahrern und vor allem die Fahrgäste.

Funkgesellschaften

Taxi-Funkgesellschaften wie TaxiFunk verlang bis zu 103 € netto pro Monat und Fahrzeug für die Nutzung des Funk-Services, egal ob das Fahrzeug eingesetzt wird oder nicht. Die meisten Taxiunternehmer werden auf mehrere Taxifunkzentralen setzen und somit werden die monatlichen Kosten pro Fahrzeug höher sein. Bei c.a. 5.500 angeschlossenen Taxen entsteht ein Jährlicher Umsatz von bis zu 7 Mio. €. Bevor ein Fahrer die Funktechnik nutzen kann, müssen zwei Kurse belegt werden, die insgesamt 35 € pro Fahrer kosten. Für die Bearbeitung von EC-Zahlungen kommen noch mal 42 ct. netto pro Fahrt hinzu.

Bis sich Uber über Provisionen im siebenstelligen Bereich freuen kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dafür müssen Fahrten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Woche in Berlin vermittelt werden, im Moment sind es schätzungsweise Fahrern im unteren vierstelligen Bereich.

Taxiinnung

Die Taxiinnung verdient zur Zeit an der Durchführung der Ortskundeprüfung für den Personenbeförderungsschein. Für die Prüfung, die 15-30 Minuten dauert, muss der Prüfling 55 € bezahlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mehrere 1000 Ortskundeprüfungen pro Jahr durchgeführt werden und somit leicht ein mittlerer sechsstelliger Betrag entsteht, der an die Innung fließt.

Außerdem Erhebt die Taxiinnung Mitgliedsgebühren von 92€ für das erste Fahrzeug und 49€ für jedes weitere Fahrzeug. Es sind leider keine Angaben zu finden, wie viele Mitglieder der Taxiinnung beigetreten sind. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte der ca. 3.000 Berliner Taxiunternehmer Mitglied der Innung ist, dann fallen Mitgliedsbeiträge bis zu 250.000 € an.

Verband, Innung und Taxi-Zentrale zusammen

Alle drei Organisationen bieten zusammen eine Service-Schulung für Taxifahrer an. Für die zweitägige Schulung fallen Gebühren von 40 € pro Teilnehmer an. Bei 18.000 Taxifahrern in Berlin und bei einer Erfolgsquote von 80% ergibt sich ein möglicher Umsatz im hohen sechsstelligen Bereich. Das Vermitteln von Selbstverständlichkeiten, wie Türe aufhalten, Auto sauber halten oder bargeldlose Zahlungen akzeptieren zum Geschäft zu machen, ist eine interessante Methode. Bei Unternehmen, wie Blacklane und Uber gehört diese Schulung zum Standardprozess, es werden keine Kosten erhoben.

Taxischulen

Die Taxischulen bieten Kurse für die Vorbereitung auf die Ortskundeprüfung an. Für die Mehrwöchigen Kurse fallen Kursgebühren von bis zu 2.000 € an, hinzu kommen noch Kosten für Schulungsunterlagen. Bei mehreren tausend “Taxischülern” pro Jahr fließt schätzungsweise ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Jahr an die Taxischulen. Teilweise werden die Kosten vom Staat übernommen, wenn die Schulung mit einem Bildungsgutschein erfolgt.

Taxischulen bieten häufig auch Kurse für die Fach- und Sachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagenunternehmer an, dafür können Kosten von bis zu 300 € pro Teilnehmer anfallen. Bei mehreren tausend “Schülern” pro Jahr fließen pro Jahr Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist für die Ausstellung des Personenbeförderungsscheins zuständig. Für die Erstausstellung werden 220 € fällig, für die Erweiterung und Verlängerung 42.60 €. Außerdem ist das LABO für die Vergabe der Konzessionen für Taxis und Mietwagen zuständig, für die Erteilung, Änderung oder Verlängerung der Konzessionen fallen ebenfalls Gebühren an.

Ein zukünftiger Taxifahrer muss also im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen, bevor er das erste mal Fahrgäste befördern darf. Das Risiko, dass man mit Personenbeförderungsschein trotzdem kein Taxi zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch gegeben. Wenn man alle einmaligen und laufenden Kosten addiert, die ein Taxifahrer für die Vermittlung pro Fahrt vom Fahrpreis abziehen muss, wird man auf eine ähnlich hohe Abgabe wie bei Uber und Blacklane kommen.

Bild: Taxi! von GörlitzPhotography via Flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0

  • Ich fange mal oben an. Allerdings muß ich zunächst feststellen, daß ich nur für das Hamburger Gewerbe reden kann, weniger für das Berliner. Allerdings sind mir schon einige Fakten auch aus B durchaus bekannt. Zunächst einmal ist das Ganze wie früher bei den Goldgräbern: Geld verdienen tun NICHT die eigentlich vor Ort Schuftenden, sondern die ZULIEFERTER. Vom Schaufelverkäufer, über Restaurants bis zum Puff! DIE verdienen GARANTIERT! Die VOR ORT Kämpfenden sind natürlich die kleinen Kutscher, die sich für 4,50 bis vielleicht 6 Tacken Stunde um Stunde den Arsch aufreißen! DIE verlieren IMMER! Auch wenn die Funktionäre des Gewerbes, gerade im Zeichen des Mindestlohnes, versuchen, denen das Gegenteil zu erzählen! Und viele sind dann auch dumm genug und glauben das!

    DIE TAXIFAHRER (Angestellte oder Einzel-Unternehmer) sind IMMER die Verlierer dieses Systems! Zu viele Konzessionen und ebenso zuviele Fahrer auf jedem Wagen nagen am Umsatz. Dazu kommt eine geringere Kaufkraft der Kunden, aus diversen Gründen. Ein Lichtblick ist die Tatsache, daß es unattraktiv wird, ein eigenes Auto zu haben, weshalb der Trend zum Car-Sharing geht. Und diese Kundschaft fährt auch mehr Taxi!

    Nun die PROFITEURE: Zumindest GLAUBEN die MWUs (Mehrwagenunternehmer), daß sie auf der Siegerstraße fahren und nutzen die geringen Voraussetzungen, immer neue Taxen und Mietwagen auf die Straße zu stellen, auch wenn diese nicht gebraucht werden und man sich gegenseitig die Suppe dünner macht. Diese Rechnung geht aber in aller Regel nicht auf, so daß man zu immer mehr Schindluder greifen muß, um sich und seine Wagen zu erhalten, wozu eine drastische Ausbeutung der Fahrer, gefördert durch deren Unwissenheit, ausnutzt, indem man zB keine Lohnfortzahlung im Urlaubs- oder Krankheitsfalle zahlt! Dazu drastische Vorfälle an Versicherungsbetrug, wo eine unheilige Allianz aus Unternehmern, Sachverständigen und Werkstätten davon profitiert! Und dann kommen ja auch noch (siehe AA-Beitrag) wunderbare Lohnzuschüsse hinzu, die man ebenfalls gerne einstreicht.

    Die FUNKGESELLSCHAFTEN: Diese profitieren in jeder Hinsicht, da sie ihre Beiträge IMMER einziehen, egal, ob die Taxe fährt oder auch nicht! Die Beiträge, die in Hamburg zwischen 250 und 700 Euro pro Monat betragen, laufen immer ein. Dazu kommen auch bemerkenswerte Allianzen zwischen diesen und den Herstellern von der genutzten Hard- oder Software. Gerade in Berlin profitiert da eigentlich NUR EIN EINZIGER davon: Hermann Waldner. Dieser kontrolliert nicht nur inzwischen 5 Zentralen dort, sondern auch noch die entsprechende technische Versorgung der Zentralen über seine App ‘Taxi.eu’ und die FMS/Austrosoft-Firma. Über Letztere kontrolliert er auch noch viele Zentralen in ganz Europa! DIESER MANN ist der derzeit am besten verdienenden Mann im Taxigewerbe! Sein Beiname in Berlin ist nicht ohne Grund ‘Don Waldi’!

    Die VERBÄNDE: Die haben bisher immer recht gut vor allem an den sogenannten Schulungen verdient, was aber natürlich auch für die ‘Taxischulen’ gilt, die aber oft unternehmermäßig irgendwie in einem engen Zusammenhang stehen. Dazu die Mitgliedsbeiträge, die allerdings weniger ins Gesamtgewicht fallen. Wichtig sind für diese auch die Einnahmen über die Werbung in ihren monatlichen Druckwerken! Die Funktionäre leben nicht schlecht von ihren ‘Aufwandsentschädigungen’! Die Zusammenarbeit aus allen Verbänden mit den Zentralen ist selbstverständlich, da in diesen Organisationen DIESELBEN Herrschaften sitzen! Oft sogar, wie vor allem in Hamburg, sogar noch von den gleichen Herren geleitet!

    Das LABO (oder die entsprechenden Ämter und Behörden anderweitig): Hier wird vergleichsweise wenig verdient, denn die Kosten sind überschaubar. Die machen ihre Arbeit meist nicht prickelnd, aber halbwegs korrekt, wenn sie auch ihrer KONTROLLTÄTIG bisher nur ungenügend nachgekommen sind.

    Das ARBEITSAMT: Dieses hat über viele Jahre hinweg sehr gut profitiert und tut es in Berlin immer noch. In Hamburg inzwischen nicht mehr, weil die eingesehen haben, daß wir keine weiteren unqualifizierten Fahrer mehr brauchen. Lange Jahre war man froh, so viele Arbeitslose wie möglich, ob geeignet oder nicht, im Gewerbe unterbringen zu können! Wer über 21 war und mindestens 2 Jahre Fahrpraxis hatte, wurde in einen Taxilehrgang geschickt, der auch vom AA bezahlt wurde. Und die einstellenden Unternehmer verdienten glänzend an ‘Lohnzuschüssen’, die aber nie an die Fahrer weitergeleitet wurden! Für’s AA galt nur: Hauptsache wieder Einer aus der Statistik! Auch die ex-orbitanten Schulungspreise in Berlin sind ein Resultat dieser Politik, denn normalerweise sind das nur wenige 100 Euro!

    Und Last but not Least sind es die neu auf den Markt drängender APP-KONSTRUKTEURE, die versuchen, sich aus unserem Gewerbe ein ordentliches Stück herauszuschneiden. Einige versuchen es mit legalen Mitteln, wie zB MyTaxi, andere mit illegalen, wie derzeit besonders drastisch UBER und seine Derivate!