#ubergate Shitstorm nach nicht akzeptablen Äußerungen (gegen)über Journalisten

Das Unternehmen Uber, das über eine Smartphone App taxiähnliche Beförderungsdienstleistungen mit Limousinen, Taxis und Privatfahrzeugen vermittelt, ist im Moment einem Shitstorm ausgesetzt. Auf der einen Seite sorgen nicht akzeptable Äußerungen eines hohen Uber Managers für Aufsehen. Auf der anderen Seite steht der General Manager von Uber in New York City in der Kritik, interne Tracking-Tools genutzt zu haben, um eine Journalistin zu verfolgen.

Im Dreck wühlen, um Journalisten zu schädigen

Ausgelöst wurde der auf Twitter mit dem Hashtag #ubgergate betitelte Shitstorm nach den Äußerungen von Emil Michael. Emil Michael ist aktuell Senior Vice President bei Uber und gehört somit zur obersten Führungsebene des Startups.

Emil Michael hat während eines Abendessen in dem New Yorker Hotel Waverly Inn die Idee geäußert, ein Team an “Opposite Researchers” zu engagieren, um ungemütliche Details aus dem Privatleben von Journalisten zu recherchieren, die sich gegenüber Uber kritisch äußern. Laut BuzzFeed hat er die Idee geäußert, einen Millionen-Betrag zu investieren, um vier hochkarätige Forscher und vier Journalisten einzustellen, die sich z.B. die Familien und das Privatleben von Journalisten genau ansehen und unangenehme Details in den Medien verbreiten. Kritische Journalisten sollen so ruhig gestellt werden.

Die Maßnahme hat er konkret mit der PandoDaily Herausgeberin Sarah Lacy in Verbindung gebracht, die sich schon mehrmals negativ über Uber in einigen Artikeln geäußert hat. Emil Michael hat sich bei Sarah Lacy entschuldigt und der Uber CEO Travis Kalanick hat sich auf Twitter von den Aussagen seines Managers distanziert. Michael soll nicht gefeuert werden, da Kalanick der Meinung ist, dass jeder der Fehler macht, daraus lernt. Das Mitarbeiter nicht gefeuert werden, ist wohl den oberen Management Ebenen vorbehalten, Mitarbeiter auf unteren Ebenen werden schneller mal ausgetauscht und genießen weniger Kredit.

Verfolgung von Uber-Fahrten einer Journalisten in New York

In den letzten Tagen hat sich auch eine Geschichte aus New York City an die Oberfläche gespült, die für viel negative Presse für Uber sorgt. Wie das online Magazin The Verge schreibt, soll der dortige General Manager Josh Mohrer die Journalistin Johana Bhuiyan mit dem internen Tracking-Tool mit dem überheblichen Namen “GodView” ohne deren Einverständnis verfolgt haben. Als sie zu einem Termin ins Büro von Uber New York kam, hat Josh Mohrer auf sie gewartet und zur Begrüßung gesagt, dass er sie verfolgt hat.

Mit dem Tracking Tool können die meisten Uber-Mitarbeiter Fahrzeuge und Fahrgäste, die bei Uber online sind, live verfolgen. Den Partnern wird eine abgespeckte Version zur Verfügung gestellt, auf der sie ihre Fahrer und den Status verfolgen können, aber keine Kundendaten sehen können.

godview für Partner von Uber
Uber GodView für Partner heißt Live View

Mohrer hat mit der Überwachung der Journalistin gegen Ubers Datenschutz Richtlinien verstoßen, die es den Mitarbeitern untersagen, die Fahrtverläufe der Kunden zu verfolgen.

Im letzten Jahr ist es noch möglich gewesen, dass alle Fahrten und die meisten Kundendaten für Uber-Mitarbeiter einsehbar gewesen sind. Es kann natürlich sein, dass diese Daten mittlerweile unter Verschluss sind und nur von ausgewählten Mitarbeitern einzusehen sind. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass ein General Manager wie Josh Mohrer keinen Zugriff darauf haben sollte. Während meiner Zeit bei Uber ist mir öfters zu hören gekommen, dass die Fahrtverläufe von einigen Kunden verfolgt und getrackt wurden. Besonders interessant waren Journalisten und Prominenten, die als solche erkannt wurden.

Für ein Unternehmen macht es Sinn, die Fahrer und Fahrgäste zu tracken, gerade im Anfangsstadium in neuen Städten. Dieses System dazu zu nutzen, Journalisten zu bedrohen und die Konkurrenz zu sabotieren, geht eindeutig zu weit.

Bild: IMG_3696 von TechCrunch (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0