Der beste Deal für Fahrer/Chauffeure – Wo verdiene ich am meisten?

Für Fahrer und Chauffeure tun sich in letzter Zeit mehr und mehr Alternativen auf, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Außerordentlich gute und motivierte Taxifahrer haben die Möglichkeit, Limousinenfahrer bzw. Chauffeur zu werden. Für Taxiunternehmen besteht die Möglichkeit, schwarze Limousinen zum Fuhrpark hinzu zu fügen, oder komplett auf einen Fahrservice mit hochwertigen Fahrzeugen umzusteigen.

Die folgenden Absätze stellen eine kurze Übersicht der Möglichkeiten aus Sicht von Fahrern dar.

Ohne Fahrzeug aber mit P-Schein

Fahrer, die über einen Personenbeförderungsschein mit Ortskunde verfügen, aber kein konzessioniertes Fahrzeug besitzen. haben mehrere Möglichkeiten. Einerseits können sie als Freelancer bei unterschiedlichen Mietwagenbetrieben arbeiten oder sich fest anstellen lassen.

Festanstellung als Chauffeur

Einige Unternehmen bieten die Festanstellung als Chauffeur an. Deutschlandweit in den größeren Städten ist das z.B. bei MyDriver möglich. Vorteil ist, dass vom Unternehmen Sozialabgaben übernommen werden und Urlaubstage gewährt werden. Der Verdienst ist auf der anderen Seite festgelegt und fällt eher gering aus. Bei MyDriver kommen wohl zu einem niedrigen Grundgehalt Zuschläge hinzu, die je nach Anzahl der absolvierten Fahrten, Qualität und Spritverbrauch variieren. Auf Monatsbasis sind laut angestellten Fahrern wohl um die 1.200 – 1.500 € Verdienst möglich.

Arbeiten als Freelancer / auf selbstständiger Basis


 

Update: Mittlerweile ist es schwierig, als Freelancer für unterschiedliche Unternehmer zu arbeiten. Weitere Informationen und eine Einschätzung hierzu gibt es beim BCD.


Viele kleine Chauffeurservices und Limousienenunternehmer stellen Fahrer je nach Auftragslage auf selbstständiger Basis ein. D.h. der Fahrer wird für mehrere Stunden gebucht und erhält dafür eine Vergütung. Üblicherweise handelt es sich bei der Vergütung und einen vorher festgelegten Betrag pro Stunde (in Berlin werden im Schnitt etwa 12 € pro Stunde bezahlt, in München und Hamburg um die 18 € pro Stunde). Teilweise hat sich auch schon eine Umsatzbeteiligung als Vergütung durchgesetzt, dabei erhält der Fahrer z.B. 40 – 50 % der durch Fahrten generierten Umsätze.

Voraussetzung für die Arbeit als selbstständiger Fahrer ist, dass der Fahrer sein eigenes Gewerbe angemeldet hat, außerdem ist er für die Sozial- und Krankenversicherungsabgaben, sowie für die Altersvorsorge selbst verantwortlich. Als Chauffeur auf selbständiger Basis war es in der Vergangenheit stressig, immer neue Einsatzmöglichkeiten zu finden. Durch die neuen Vermittlungsplattformen, wie Blacklane, Uber und MyDriver hat sich die Situation aus Fahrersicht deutlich verbessert, da es mehr dauerhafte Einsatzmöglichkeiten gibt. In Berlin kann ein selbstständiger Fahrer ein jährliches Einkommen um die 35 – 40.000 € (brutto) erzielen.

Nachteil in dieser Konstellation ist, dass der Fahrer nicht sein volles Verdienstpotential ausnutzt, da es immer einen Fahrzeughalter/Mietwagenunternehmer gibt, der mitverdienen möchte. Vorteil auf Fahrerseite ist das geringe finanzielle Risiko, da kein eigenes Fahrzeug angeschafft werden muss.

Mit eigenem Fahrzeug und P-Schein

Der höchste Verdienst ist als professioneller Fahrer mit eigenem konzessionierten Fahrzeug möglich. Voraussetzung ist, dass man über einen Personenbeförderungsschein und ein konzessioniertes Fahrzeug der gehobenen Kategorie zur Verfügung hat.

In dieser Konstellation behält der Fahrer, der gleichzeitig auch Fahrzeughalter ist, die kompletten eingefahrenen Einnahmen. Von den Einnahmen werden die Kosten für das Fahrzeug beglichen, der Rest wander nach Abzug der Steuern und der Sozial- und Versicherungsbeiträge als netto Einkommen auf das Konto des Fahrers.

Für Mietwagenunternehmer gibt es mittlerweile sehr attraktive Fahrzeugangebote, so ist ein Fahrzeug der Luxusklasse schon ab 500 € pro Monat zu haben, hinzu kommen noch etwa 180 € für die gewerbliche Versicherung und die monatlichen Ausgaben fürs Tanken. Den Kosten stehen auf der Umsatzseite etwa 5.000 € – 6.000 € Einnahmen pro Monat gegenüber.

Vorteil für einen Fahrer, der gleichzeitig Mietwagenunternehmer mit seinem eigenen Fahrzeug ist, ist ein möglicherweise hohes Einkommen bei optimierter Kostenstruktur. Allerdings geht der Unternehmer ein größeres finanzielles Risiko ein, da ein eigenes Fahrzeug gekauft oder finanziert werden muss.

Ohne P-Schein bei UberPOP

Fast jede Person, die über ein ordentliches polizeiliches Führungszeugnis verfügt und ein viertüriges Auto zur Verfügung hat, kann sich bei Uber als Fahrer registrieren. Die Fahrten sind durch eine Versicherung von Uber gedeckt, genaue Versicherungsbedingungen sind jedoch unbekannt. Auf Grund von gerichtlichen Auseinandersetzungen zahlt der Fahrgast in einigen Städten nur 35 ct. pro Kilometer. Um das Angebot für Fahrer attraktiv zu machen, erhöht Uber den stündlichen Umsatz auf bis zu 10 € (netto), teilweise wurden sogar bis zu 15 € die Stunde bezahlt. Einschätzung: So lange Uber die Umsätze aufstockt, ist es für Fahrer ein guter Deal, wobei sich der Fahrservice durch Privatpersonen rechtlich und versicherungstechnisch in einem Graubereich bewegt.

Fazit

Den höchsten Verdienst erzielt man als Fahrer mit eigenem Fahrzeug. Als selbstständiger professioneller Fahrer kann auch ein ordentliches Einkommen pro Monat erzielt werden. Als Fahrer ohne Personenbeförderungsschein sind die Verdienstmöglichkeiten am geringsten, dafür ist auch der Aufwand minimal. Beim Privatfahrer mit Privatfahrzeug sind die rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen noch nicht geklärt, was ein schwer zu kalkulierendes Risiko darstellt.
Es empfiehlt sich, dass man sich bei allen verfügbaren Vermittlungsplattformen anmeldet, um für eine hohe Auslastung der Fahrzeuge zu sorgen, um seine Umsätze zu maximieren.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wie Sie Ihr Unternehmen für Limousinen & Chauffeurservice starten oder wenn Sie wissen möchten, wo Sie als professioneller Fahrer anfangen können, dann melden Sie sich am besten per E-Mail.

Bild: Man with Car von Mendolus Shank (bestimmte Rechte vorbehalten)