Kurznachrichten: Mini Carsharing, Gewalt bei Uber Protesten

Diese Wochenende haben wir zwei Nachrichten aus dem Mobilitätsbereich. Mini möchte ein Ausstattungspaket anbieten, damit Privatfahrzeuge einfacher als Mini Carsharing Fahrzeuge genutzt werden können. Die Proteste der Taxi-Fahrer in Frankreich gegen Uber sind in der letzten Woche in Gewalt umgeschlagen.

Carsharing Zusatzausstattung bei MINI

MINI hat die Tage den neuen Mini Clubman vorgestellt. Für das Fahrzeug soll ein Ausstattungspaket angeboten werden, das den Besitzern erlaubt, das Fahrzeug ohne Schlüsselübergabe zu vermieten, wenn sie es nicht selber nutzen. Die entsprechend ausgestatteten Mini Carsharing Fahrzeuge werden dann in das DriveNow Netz eingebunden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Fahrzeuge wieder zum ursprünglichen Standort zurück gebracht werden müssen und nicht irgendwo in Beitrittsgebiet stehen gelassen werden können. BMW versucht das free floating Carsharing mit dem stationsgebundenen Carsharing zu verbinden. Außerdem wird der Peer-2-Peer Gedanke mit dem einer separaten Flotte kombiniert. Das Mini Carsharing Ausstattungspaket soll ab 2016 in den USA verfügbar sein. Spannende Entwicklung, die hoffentlich auch in den deutschen DriveNow Städten umgesetzt wird. Wir sind davon ausgegangen, dass Opel ähnliches mit seinem CarUnity Carsharing Projekt anbieten wird. (via Motorauthority)

Taxi Proteste gegen Uber schlagen in Gewalt um

In Paris haben in der vergangenen Woche die Taxigewerkschaften zu Protesten gegen die Taxi-Alternative Uber aufgerufen. Die Proteste sind teilweise in Gewalt umgeschlagen. So wurden mehrere Fahrzeuge von Fahrern angezündet, die bei Uber unterwegs sind. Außerdem wurden Uber-Fahrer über die App ausfindig gemacht und von Taxifahrer gejagt und bedroht. Die Zufahrten zu den Flughäfen und Bahnhöfen wurden blockiert. Uber Fahrzeuge mit Fahrgästen wurde attackiert. Der Protest richtet sich vor allem gegen das Ridesharing Angebot UberPOP. Der Ridesharing-Service mit Fahrern ohne entsprechende Lizenzen und Versicherungen nUberPOP ist in Frankreich verbote, das Verbot wird aber nicht umgesetzt.

Die Autos, die in Brand gesetzt wurden, hatten teilweise ein deutsches Kennzeichen. So ist es auf Bilder zu sehen, die von den Medien verbreitet wurden. Das hat folgende Hintergrund: Die Chauffeure mieten sich hochwertige Fahrzeuge bei deutschen Autovermietungen an, um damit den Fahrservice in Paris anzubieten. Für die französischen Chauffeure und Unternehmen ist es günstiger, ein Fahrzeug der Ober- oder Luxusklasse bei Sixt, Europcar oder Herz in Deutschland anzumieten. Die Anmietung bei einer französischen Autovermietung oder das Leasing der Fahrzeuge wäre teurer.

Der französische Präsident Hollande will das Verbot von Uber nun durchsetzen. Bleibt Abzuwarten, wie sich die Situation in Frankreich weiterentwickelt. Uber dürfte sich auf der anderen Seite auch über kostenlose PR gefreut haben.

Bild: Sharing all over: Call a Bike & DriveNow von GriinBlog (bestimmte Rechte vorbehalten)

Opel Carsharing App CarUnity mit Privatautos gestartet

Die beiden Automobilkonzerne Opel und Ford steigen spät in den Carsharing Markt ein und setzten dabei auf Kooperationen. Opel arbeitet mit der Technologie von Tamyca und eine Integration von flinc soll später folgen. Der amerikanische Autobauer Ford hat ein Pilotprojekt mit Getaround gestartet. Ab heute ist das Peer-2-Peer Carsharing Angebot CarUnity von Opel für alle freigeschalten. Ford hat angekündigt, bis Ende des Jahres ein Pilotprojekt in einigen US Städten und London laufen zu lassen.

Peer-2-Peer statt free floating Carsharing

Mit ihren Ansätzen setzten beide Unternehmen auf den Peer-2-Peer Ansatz. Das heißt, dass die Fahrzeuge nicht extra von den Herstellern für die Carsharing-Zwecke bereitgestellt werden. Die Autos werden von Privatpersonen gestellt, die ihr Fahrzeug nicht dauerhaft benötigen. Jeder Fahrzeugbesitzer kann also sein Fahrzeug zur Verfügung stellen und damit Geld verdienen. Bei dem Angebot von Ford gibt es eine Einschränkung. Es dürfen nur Besitzer eines Fords ihr Auto zur Verfügung stellen, sofern es über den Ford Financial Service finanziert ist. Bei Opel Carsharing soll das Netzwerk für alle Fabrikate offen sein.

Geringe Kosten als Vorteil für Hersteller

Für die Automobilhersteller hat das Peer-2-Peer Modell den Vorteil, dass sie keine eigenen Fahrzeuge zur Verfügung stellen müssen. Das spart enorme Kosten. Konkurrenten BMW mit DriveNow und Daimler mit Car2Go setzen eigene Fahrzeuge ein und haben ganz schön mit den Kosten zu kämpfen. Das von Opel unterstützte free floating Konzept Spotcar hat vor ein paar Monate die Segel gestrichen. Die technologische Plattform von einem Unternehmen zu nutzten,  das bereits mehrere Jahre auf dem Markt ist, spart ebenfalls Kosten und ermöglicht eine schnelle Einführung der Dienstleistung. Im Fall von Opel wird die Plattform von Tamyca genutzt, Ford setzt auf Getaround.

Ein weitere Vorteil ist, dass schneller eine flächendeckende Abdeckung erreicht wird und Carsharing auch in kleineren Städten ermöglicht wird.

Peer-2-Peer ist weniger Flexibel

Dem gegenüber steht, dass die Flexibilität des Peer-2-Peer Modells eingeschränkt ist. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um ein Fahrzeug anmieten zu können, ist bei einem Peer-2-Peer Modell wesentlich höher, als bei einem free floating Carsharing Angebot. Die Organisation der Schlüsselübergabe bei Anmietung und Abgabe, die Kosten für das Tanken usw. benötigen Zeit. Das dürften die Hauptgründe sein, warum Peer-2-Peer Angebote weniger beliebt sind. Außerdem werden diese Angebote mehr für längere Strecken genutzt.

Spätere Integration von Ridesharing-Dienst flinc

Opel räumt den Mobilitätsdienstleistungen einen höheren Stellenwert ein. Neben Carsharing soll auch Ridesharing über die CarUnity App angeboten werden. Die bereits bestehende Kooperation mit flinc soll ab 2016 ausgebaut werden. Über die Technologie von flinc soll auch die Buchung von Ridesharing-Fahrten über die App möglich sein. Schon jetzt kooperieren die beiden Unternehmen, bisher nur am Standort Rüsselsheim.

Welchen Vorteil hat Opel?

Opel startet durch das Carsharing sein Portfolio an Mobilitätsdienstleistungen. Langfristig ist aber unklar, wie Opel davon profitieren möchte. Der Fokus sollte aus Herstellersicht darauf liegen, die eigenen Fahrzeuge zu vermarkten. Anzunehmen ist, das Opel die Fahrzeuge aus eigenem Hause technologisch so ausstattet, dass sie per App zu öffnen sind. Das hätte einen Vorteil gegenüber den anderen Fabrikaten und würde die Vermiet-Wahrscheinlichkeit der Opel Autos erhöhen. Eine ähnliche Dienstleistung wie CarUnity bietet das französische Startup Drivy an, das vor ein paar Wochen den deutschen Marktführer Autonetzer übernommen hat.

Bild: CarUnity von Opel (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Sixt investiert in Wudercar, Amazon mit eigener Transport App, Angestellte vs. Freelancer

Interessante Nachrichten aus der Welt der Mobilitäts- und Transport-Dienstleister. Sixt investiert in die Taxi Alternative Wundercar. Gericht in Kalifornien schätzt Fahrer der Ridesharing-Plattformen als Angestellte und nicht als unabhängige Vertragspartner ein. Der e-Commerce Anbieter Amazon will Privatleute als Kuriere einsetzen.

Sixt investiert in Wundercar

Vor einiger Zeit haben wir berichtet, dass die Taxialternative Wundercar nach weiterem Geld sucht und der Automobilkonzern BMW in dem Zuge einsteigen könnte. Wie jetzt vom Unternemen bestätigt wurde, ist unter anderem Sixt bei dem Hamburger Unternehmen eingestiegen. Ob BMW tatsächlich auch Teil der Finanzierungsrunde ist, wurde nicht kommuniziert. Getätigt wurde das Investment von Konstantin Sixt, über das den Investment-Fond Sixt e-Ventures.  Sixt e-Ventures ist an dem Carsharing Joint Venture DriveNow mit BMW beteiligt. Angeführt wurde die Runde von Blumberg Capital. Die genaue Summe ist nicht bekannt, dürfte sich aber im siebenstelligen Bereich bewegen.

Ähnlich wie Uber vermittelt die Wundercar App Fahrten innerhalb von Großstädten an Privatfahrer. In Deutschland wurde die App im vergangenen Jahr kurz nach dem Start verboten, da die Taxi-Lobby Druck ausgeübt hat. Mittlerweile fokussiert sich das Startup auf Osteuropa , das monatliche Wachstum liegt bei 40%. Sixt ist außerdem Hauptgesellschafter des Limousinen Fahrdienst-Vermittlers myDriver. Bleibt abzuwarten, ob es zwischen den beiden Beteiligungen eine Zusammenarbeit geben wird. (via Manager Magazin)

Amazon will auf Privatleute für Paketauslieferungen setzten

Der amerikanische Online-Händler Amazon scheint einen App-basierten Lieferservice zu entwickeln, der auf dem Einsatz von Privatpersonen als Fahrern beruht.

Dadurch sollen Lieferzeiten verkürzt und Lieferkosten gesenkt werden. Amazon hätte mehr Kontrolle über die Lieferkosten, die im letzten Jahr um 31% gestiegen sind. Lokale Einzelhändler sollen als Lagerfläche dienen, die dann von den Kurieren angefahren werden, um die Ware abzuholen und zwischenzulagern. Es ist unklar, ob sich die lokalen Händler auf eine Kooperation mit dem großen Rivalen einlassen.

Fraglich ist auch, ob die Kosten wirklich geringer sind, als die Zustellung per UPS. UPS kostet es im Schnitt 8$, um ein Paket innerhalb der USA zuzustellen. Im Schnitt stellt Amazon 3.5 Mio. Pakete am Tag zu. Für die Anzahl an Paketen ist ein großer Pool an Fahrer nötig. Mit einem ähnlichen Konzept sind schon Unternehmen, wie Uber, Deliv, Instacart, Google, Postmates und eBay am Markt. Im letzten Jahr hat Amazon schon die Zustellung mit Uber und Taxis getestet. (via Wall Street Journal)

Uber Fahrer wird als Angestellter eingestuft, nicht als unabhängiger Partner

Eine Arbeitskommission in Kalifornien hat eine klagende Uber-Fahrerin als Angestellte und nicht als unabhängige Vertragspartnerin eingestuft. Wir hatten vor ein paar Wochen bereits über die Auseinandersetzung berichtet. Für Uber bedeutet die Entscheidung einen Rückschritt. Als Folge der Entscheidung könnten bald alle Fahrer in Kalifornien und eventuell auch in anderen Staaten als Angestellte eingestuft werden.

Das würde die Kosten für Uber in die Höhe treiben. Uber müsste die Kosten für die Versicherungen der Fahrer übernehmen und Tankkosten erstatten. Uber wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Das Ridesharing Unternehmen bekräftigte, dass ausschließlich Fahrten per App vermittelt werden und alle Fahrer unabhängige Partner seien. Hauptgrund, warum sich Fahrer bei Uber engagieren, ist die Flexibilität und Unabhängigkeit.

Das Urteil könnte auch Auswirkungen auf das Geschäftsmodell anderer Sharing Economy Unternehmen wie z.B. AirBnB, Postmates,  Instacart, TaskRabbit usw. haben. (via Wall Street Journal)

Bild: Au volant / At the wheel von  Sarah Joy (bestimmte Rechte vorbehalten)

Didi Kuaidi Taxi App sammelt 1.5 Milliarden US$ ein

Die fusionierten Taxi Apps Didi und Kuaidi Dache sammeln in einer aktuellen Runde 1.5 Milliarden US$ bei einer Bewertung von 12 – 15 Milliarden US$ ein. Entsprechendes berichtet das Online-Magazin Bloomberg.

Bewertung verdoppelt sich

Die neue Finanzierung stammt von den bestehenden Investoren, u.a. Alibaba und Tencent. Neue Investoren, die namentlich nicht bekannt sind, beteiligen sich ebenfalls an der Runde. Bei der Fusion Anfang des Jahres wurde das Unternehmen noch mit ca. 7 Milliarden US$ bewertet. Der Wert hat sich also innerhalb weniger Monate verdoppelt. Mit einer Bewertung von 15 Milliarden US$ ist das Unternehmen eines der wertvollsten chinesischen Startups.

Konkurrent Uber hat angekündigt, ebenfalls 1 Milliarde in China zu investieren. Der chinesische Markt soll für das amerikanische Unternehmen Uber der wichtigste weltweit werden.

Didi Kuaidi Taxi App dominiert den Markt

Der chinesische Ridesharing und Taxi App Markt wird von Didi Kuaidi beherrscht. Die beiden Apps kommen auf einen Marktanteil von 78 %. Rivale Uber kommt auf einen Marktanteil von lediglich 11%. Die größten Teilhaber von Didi Kuaidi sind die chinesischen Internet- und Technologiekonzerne Alibaba und Tencent.

Bild: IMG_0217 von Eddie Awad (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Opel Carsharing startet, Strategie von UberChina

Kurznachrichten: Automobilhersteller startet Opel Carsharing Programm. Der amerikanische Fahrdienst-Anbieter Uber sammelt 1 Milliarde US$ für China ein.

CarUnity Peer-2-Peer Carsharing von Opel

Am 24. Juni will Opel sein Carsharing Angebot CarUnity vorstellen. Bei CarUnity soll es sich um eine Carsharing Plattform handeln, bei dem Privatleute ihre Autos an andere vermieten können. Bis zum 24. Juni dürfen die 20.000 Opel-Mitarbeiter das Angebot testen, danach ist es für jedermann offen. Anders als BMW und Car2Go setzt Opel Carsharing nicht auf eine eigene Fahrzeugflotte, die ausschließlich für Carsharing-Zwecke bereitsteht. Es entsteht eine Plattform, über die Privatleute ihre Fahrzeuge an andere vermieten können. Wahrscheinlich werden die neuen Opel-Fahrzeuge mit moderner Technik ausgestattet, damit sich die Fahrzeuge ohne persönliche Schlüsselübergabe anmieten lassen können. Somit würden Opel-Fahrzeuge einen Vorteil im Vergleich zu den anderen Marken haben, da sie sich einfach mit dem Smartphone öffnen lassen können.

Bisher wird der deutsche Markt von gewerblichen free-floating Angeboten dominiert. DriveNow von BMW und car2go von Daimler haben die größten Marktanteile in Deutschland. Peer-2-Peer Angebote existieren ebenfalls, haben aber noch nicht den großen Stellenwert. Das mag auch daran liegen, dass sich free-floating Angebote für spontane kurze Fahrten eignen und Peer-2-Peer Angebote eher für längeren Fahrten.

Mit einem ähnlichen Konzept wie Opel Carsharing ist der französische Anbieter Drivy auf dem Markt. Das Unternehmen hat sich erst vor wenigen Tagen mit der deutschen Carsharing Plattform autonetzer.de zusammengeschlossen und bietet einen Pool von 11.000 Fahrzeugen.
Opel hat in der Vergangenheit ein Carsharing Projekt in Berlin unterstützt. Spotcar, ein free-floating Angebot mit Opel Adam Autos war Teil der Umparken im Kopf Kampagne. Recht erfolgreich war das Angebot nicht. Nach etwa einem Jahr auf dem Markt wurde das Angebot wieder eingestellt. Grund dafür dürfte die kilometerbasierte Abrechnung gewesen sein. (via Spiegel Online)

Uber will Milliarde US$ in China investieren

Für Ridesharing-Anbieter Uber soll China bis Ende des Jahres das Land mit den meisten Fahrten sein. China soll dann größer als der Markt in USA sein. In einem Brief, der von CEO Travis Kalanick an die Investoren geschickt wurde, wir die Strategie dargelegt, wie das Ziel erreicht werden soll. Uber will 1 Milliarde US$ investieren und damit 50 neue Städte erschließen. Kalanick überwacht das Wachstum in China persönlich. Für das internationale Team von Uber hat China die höchste Priorität. Das einmalige Produkt und die Exzellenz in der operativen Umsetzung ermöglichen es Uber, schneller zu wachsen, als die Konkurrenz. Der Fokus soll auf dem Peer-2-Peer Modell liegen und nicht auf der Vermittlung von Taxi-Fahrten. Bei dem Peer-2-Peer Modell werden die Nutzer von Privatfahrern chauffiert, die meist keine Lizenzen für eine gewerbliche Beförderung besitzen und ihr Privatfahrzeug einsetzen. Mit diesem Modell ist Uber zum Marktführer in den USA und weiteren internationalen Märkten aufgestiegen.

Bisher ist das Unternehmen in 11 chinesischen Städten aktiv. Anscheinend werden über Uber täglich 1 Mio. Fahrten abgewickelt. Uber müsste demnach extrem gewachsen sein, denn im Dezember 2014 hat das Ridesharing Unternehmen 1 Mio. Fahrten weltweit abgewickelt. In den Städten Guangzhou, Hangzhou und Chengdu werden laut Unternehmensangaben mehr Fahrten pro Tag abgewickelt, als in New York. In Hangzhou werden jede Woche 200.000 neue Nutzer gewonnen. Die Fahrtanfragen sind seit Jahresbeginn monatlich um 100 % gewachsen. (via TechCrunch)

Bild: Opel von John Lloyd (bestimmte Rechte vorbehalten)

Flinkster und car2go legen Carsharing-Flotte zusammen

Die Carsharing-Angebote von Flinkster und car2go werden verknüpft. Den Nutzern stehen somit 7.000 Fahrzeuge deutschlandweit zur Verfügung. Die Deutsche Bahn betreibt mit Flinkster eine vorwiegend stationsgebundene Carsharing Plattform, car2go bietet hauptsächlich einen free-floating Carsharing Dienst an.

7.000 Flinkster und car2go Fahrzeuge in 100 Städten

Die fast  7.000 Fahrzeuge setzen sich aus 3550 Car2go Fahrzeugen und 3300 Flinkster Fahrzeugen zusammen. Das Angebot von Flinkster ist auf etwa 100 Städte verteilt, die Fahrzeuge von car2go auf sechs Städte. Über die Moovel Plattform von Daimler können die Fahrzeuge beider Anbieter angemietet werden. Für car2go Kunden ist keine Registrierung bei Flinkster notwendig, um die Fahrzeuge nutzen zu können. Für Flinkster-Nutzer gilt das selbe, wenn sie car2go Fahrzeuge anmieten möchten.

Die Kooperation wurde bereits Anfang 2014 angekündigt und sollte ursprünglich Mitte 2014 starten. Die Zusammenarbeit startet also mit einem Jahr Verspätung.

Kooperation für beide Seiten sinnvoll

Allgemein macht die Kooperation von Flinkster und car2go für beide Seiten Sinn. Die Flinkster Kunden haben ohne zusätzlichen Registrierungsaufwand eine Alternative für spontane Fahrten. Car2go Kunden können sich über eine preisgünstige Alternative für längere Anmietungen und auch über geräumigere Fahrzeuge freuen.

Wird car2go Black weiter ausgebaut?

Nach der Kooperation stellt sich die Frage, was mit dem stationsbasierten Carsharing Angebot car2go Black geschieht. Bei car2go black müssen die Carsharing Fahrzeuge ebenfalls an einer Station abgeholt und an der selbigen wieder zurückgebracht werden. Das Angebot dürfte auf die gleiche Kundengruppe wie Flinkster abzielen, ist aber deutlich teurer. Für Flinkster werden um die 6.00 € pro Stunde fällig, bei car2g black 14.90 € pro Stunde. Für car2go Kunden ist es also durchaus attraktiv auf Flinkster umzusteigen, wenn ein Fahrzeug für eine längere Strecke benötigt wird.

Auch Drivy und Autonetzer schließen sich zusammen

Die Kooperation von Flinkster und car2go ist nicht die einzige Bewegung im Carsharing Bereich. Vor ein paar Tagen hat das französische Startup Drivy angekündigt, dass der deutsche Mitbewerber Autonetzer übernommen wird. Beide Unternehmen betreiben eine Carsharing Plattform, auf der Autobesitzer privat ihre Fahrzeuge an registrierte Nutzer vermieten können. Drivy steigt damit zum europäischen Marktführer für Autovermietungen zwischen Privatpersonen auf. Insgesamt haben 500.000 registrierte Nutzer Zugriff auf 26.000 Fahrzeuge.

Bild: Car2Go Warm Up von Atomic Taco (bestimmte Rechte vorbehalten)

CleverShuttle will demnächst mit Mitfahr-Konzept starten

In den nächsten Monaten will laut Webseite das Startup CleverShuttle.de an den Start gehen. CleverShuttle will einen Fahrservice für günstige Fahrten von A nach B anbieten, in dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. Unterstütz wird das Ridesharing Startup anscheinend von der Deutschen Bahn.

Fahrgäste teilen sich das Fahrzeug

Das Konzept ist ähnlich wie bei UberPool, Lyft Line und Sidecar Shared Rides. Mehrere Fahrgäste, die mehr oder weniger auf der gleichen Strecke unterwegs sein wollen, werden gebündelt und teilen sich ein Auto. Die Bündelung der Fahrgäste soll dabei ein cleverer Optimierungsalgorithmus übernehmen. Die Fahrgäste werden nacheinander eingesammelt und entsprechend ihrem Zielort wieder abgeliefert. Die Fahrgäste nehmen dadurch einen kleinen Umweg in Kauf, sparen im Gegenzug aber bei den Fahrtkosten.

Fahren zum Festpreis

Laut CleverShuttle AGBs fahren die Fahrgäste zu einem Festpreis und der Fahrpreis orientiert sich an den Betriebskosten des Fahrzeugs. Die Kunden fahren also fast umsonst von A nach B. Der Fahrpreis gilt unabhängig davon, ob eine Fahrgemeinschaft zustande kommt, oder nicht. Bezahlt werden kann anscheinend direkt beim Fahrer oder über die hinterlegte Kreditkarte. Da sich der Fahrpreis an den Betriebskosten orientiert, handelt es sich bei dem Angebot um keine gewerbliche Personenbeförderung. Die Fahren benötigen also keinen Personenbeförderungsschein und die Fahrzeuge müssen nicht konzessioniert sein.

Nach einer Testphase soll sich das ändern und es sollen professionelle Fahrer mit P-Schein und konzessioniertem Fahrzeug zum Einsatz kommen. Unter den Voraussetzungen werden sich auch die Preise erhöhen. Die Preise müssen aber dauerhaft weit unter Taxi-Niveau bleiben, damit der Service attraktiv ist.

Genügend Fahrgäste für Bündelung?

Uber, Lyft und Sidecar haben den Pooling-Service erst nach ein paar Jahren nach Marktstart eingeführt. Grund dafür ist, dass viele registrierte und aktive Kunden nötig sind, um sinnvolle Bündelungen der Fahrgäste ohne lange Wartezeiten und Umwege realisieren zu können. Es wird auch eine hohe Zahl an Fahrern benötigt, um genügend Liquidität in der Stadt zu haben. Auch werden die amerikanischen Ridesharing-Unternehmen nicht von Anfang an in der Lage gewesen sein, die komplexen technischen Herausforderungen zu meistern, die bei einem Pooling-Service auftreten. Einen Artikel über die technischen und konzeptionellen Herausforderungen von einem Fahrservice wie CleverShuttle kann hier gelesen werden. Ein Fahrservice, bei dem  sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, wird als BHAG bezeichnet – also “big hairy audacious goal” oder auf Deutsch großes, schwieriges, ehrgeiziges Ziel.

100% Elektrofahrzeuge – ist das machbar?

Eingesetzt werden sollen elektrische Fahrzeuge, um einen umweltfreundlichen Service anbieten zu können. Welche Fahrzeuge zum Einsatz kommen, wird noch nicht verraten. Auf dem Markt sind zur Zeit auch noch keine preisgünstigen Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite verfügbar. Teslas werden auf Grund der hohen Anschaffungskosten nicht in Frage kommen. Günstige Elektrofahrzeuge wie ein Citroen C-Zero werden nicht in Frage kommen, da die Reichweite mit ca. 100 km pro Batterieladung viel zu gering ist, um wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können.

Es ist anzunehmen, dass CleverShuttle die Fahrzeuge besitzen wird. Diese  auf der einen Seite dauerhaft auszulasten und auf der anderen Seite Nachfrage-Peaks abzudecken, wird eine Herausforderung sein.

Fazit: Bei CleverShuttle handelt es sich um ein äußerst interessantes Projekt. Einige Details scheinen noch nicht ganz durchdacht zu sein. Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen, die marktführende Unternehmen wie Lyft und Uber noch nicht gemeistert haben.

Ob deutsche Städte ideal für einen Start des Services sind, wird sich herausstellen. Eventuell würde es mehr Sinn ergeben, Städte wie Paris, London, New York etc. zu nehmen, da dort der Bedarf höher ist und schneller Nutzer gewonnen werden können. Bleibt abzuwarten, wie sich CleverShuttle etabliert und wie lange das Konzept Bestand hat. Eventuell kann die Beziehung zur Deutschen Bahn von Vorteil sein, wenn es darum geht, in kurzer Zeit Reichweite zu erzeugen.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)