Zipcar Start, Tesla Rückruf, MyTaxi Rabatt und Fernbuslinien

Kurznachrichten: Tesla ruft alle verkauften Tesla Model S Fahrzeuge zur Überprüfung in die Werkstatt. Einstweilige Verfügung gegen MyTaxi abgelehnt, Unternehmen darf mit 50% Rabatt werben. ZipCar startet Carsharing in Deutschland. Das Streckennetz der Fernbuslinien in Deutschland wächst weiter.

Tesla ruft Fahrzeuge wegen Problem an Sicherheitsgurten zurück

Der amerikanische Elektroautobauer Tesla bestellt alle jemals ausgelieferten Tesla Model S Oberklasselimousinen in die Werkstätten. Grund für den Rückruf ist ein Problem mit den Sicherheitsgurten. Tesla berichtet von eine pro-aktiven Maßnahme. Bei dem Werkstattbesuch soll ein Bolzen überprüft werden, mit dem die Gurte von Fahrer- und Beifahrersitz fixiert werden. Anfang November sei ein Fall in Europa gemeldet worden, bei dem der Bolzen aus der Verankerung gesprungen ist, als sich der Beifahrer zum Rücksitz umgedreht hat. Zu Verletzten und einen Unfall sei es nicht gekommen, bei bisher mehr als 3000 überprüfen Fahrzeugen ist das Problem nicht aufgetreten. (via Engadget)

MyTaxi darf mit Rabatten werben

Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen MyTaxi aufgehoben, die dem Unternehmen untersagt hat, in Stuttgart und anderen Städten 50% vom Taxi-Fahrpreis zu übernehmen, wenn die Taxifahrt mit der MyTaxi-App gebucht und bezahlt wird. Die einstweilige Verfügung haben traditionelle Taxizentralen erwirkt, da sie das Vorgehen von MyTaxi als illegale Wettbewerbsverzerrung sehen. Da die Taxi-App nur als Vermittler auftrete und nicht unter das Personenbeförderungsgesetz falle, haben die Richter die einstweilige Verfügung aufgehoben. In der vorhergehenden Instanz hat das Landesgericht Stuttgart die Rabattaktion der Daimler-Tochter untersagt. Gegen MyTaxi laufen auch in weiteren Städten Gerichtsverfahren. Die Verhandlung der Klage von Taxi Deutschland startet am 24. November. Taxi Deutschland hat auch schon gegen Uber geklagt und dafür gesorgt, dass der Mitfahrservice UberPOP eingestellt werden muss. (via Handelsblatt)

ZipCar startet in Deutschland

Das amerikanische Carsharing Startup, das mittlerweile zum Avis Budget Konzern gehört, startet in Deutschland. In den USA ist ZipCar für sein Carsharing Netzwerk bekannt, das ähnlich wie Flinkster von der Deutschen Bahn funktioniert. Im Angebot sind Fahrzeuge unterschiedlicher Kategorien, vom Kleinwagen bis Transporter ist alles dabei. Die Kunden können die Fahrzeuge für Kurzfahrten buchen und müssen sie wieder zum Abholort zurück bringen. In Deutschland will sich das Unternehmen auf maßgeschneiderte Lösungen für Geschäftskunden fokussieren. In Deutschland ist das Unternehmen in Frankfurt gestartet. (via BizzTravel)

Streckennetz der Fernbuslinien wächst

Das Angebot an neuen Fernbus-Verbindungen ist nicht zu stoppen. Die Zahl der Fernbuslinien ist im vergangenen Jahr zwischen Oktober 2014 und Oktober 2015 um 74 auf 326 Fernbuslinien gewachsen, das entspricht einem Plus von 29 Prozent. Erhoben hat die Zahlen das Marktforschungsinstitut Iges. Auch die Zahl der Fahrten hat sich um mehr als 20 Prozent erhöht. Im Oktober 2014 wurden  7412 Fahrten pro Woche durchgeführt, im Oktober diesen Jahres lag die Zahl bei 9282 Fahrten pro Woche. Das entspricht im Durchschnitt 1326 Fahrten am Tag. Deutsche Unternehmen wachsen auch durch inländische Fahrten in europäischen Nachbarstaaten, so ist Flixbus dieses Jahr in Frankreich gestartet. Das Unternehmen MeinFernbus Flixbus ist gemessen an den Fahrplankilometern mit Abstand der größte Anbieter. Das Unternehmen kommt auf einen Marktanteil von 73 Prozent. Auf Platz zwei folg der Postbus mit 11 Prozent. Die Deutsche Bahn kommt mit ihrem Angebot BerlinLinienBus und IC Bus auf 6 Prozent Marktanteil.  (via Frankfurt Allgemeine Zeitung)

Bild: #113 zipcar von romana klee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lyft will 500 Mio. Dollar einsammeln und Umsatz-Milliarde knacken

Das amerikanische Ridesharing-Startup Lyft, das in den USA mit Uber konkurriert, will in einer aktuellen Finanzierungsrunde eine Summe von 500 Mio. US$ aufnehmen. Außerdem ist das Unternehmen auf dem Weg, die Umsatzmilliarde auf Jahresbasis zu knacken.

Lyft will die Summe von 500 Mio. US$ bei einer Bewertung von etwa 4 Milliarden US$ einsammeln. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde das Startup mit 2.5 Milliarden US$ bewertet.

Lyft bisher nur in den USA aktiv

Lyft wurde im Jahr 2012 gegründet und ist bisher nur in den USA aktiv. Vor kurzem wurde eine Kooperation mit der chinesischen Taxi-App Didi bekanntgegeben. So können die Nutzer der beiden Dienste den jeweils anderen Dienst nutzen, ohne sich nochmal registrieren zu müssen. In den USA ist die Taxi-Alternative in 190 Städten aktiv. Lyft bietet auch einen Car-Pooling Service an. Bei Lyft Line teilen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug und zahlen dafür einen geringeren Fahrpreis.

Im Oktober wurden auf der Lyft Plattform 7 Millionen Fahrten abgewickelt, das sind etwa 230.000 Fahrten pro Tag. Im kommenden Jahr soll die Umsatzmilliarde geknackt werden. Von dem Betrag wird der Großteil an die Fahrer ausbezahlt.

Umsatz mit Rabattaktionen erkauft

Laut Unternehmensgründer Zimmer hat Lyft in der San Francisco Bay Area einen Marktanteil von 40 %. In New York wurde der Marktanteil in den letzten vier Monaten verdreifacht. Die Marktanteile werden mit Rabattaktionen erkauft. In Los Angeles werden die Fahrten zum halben Preis angeboten, in New York werden Car-Pooling Fahrten für 5 US$ angeboten.

Liefer-Startup Food Express meldet Insolvenz an

Das Berliner Logistikunternehmen Food Express hat heute Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das on-demand Lieferstartup geht in die Insolvenz, da einer der wichtigen Gesellschafter nicht bereit war, zusätzliches Kapital zur Finanzierung des starken Wachstums zur Verfügung zu stellen. Diese Information hat Food Express über einen Blog-Eintrag mitgeteilt.

Food Express war als MyLorry gestartet und hat sich am Anfang auf on-demand Lieferungen von Waren fokussiert. Da das Geschäft schwierig ist, wurde zu einem späteren Zeitpunkt der Lieferservice Food Express gestartet, mit Unterstützung von Delivery Hero. Bei Delivery Hero handelt es sich auch um den Gesellschafter, der nicht bereit war, zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen. Nach dem Einstig von Delivery Hero hat sich das Unternehmen ausschließlich auf Food Express fokussiert, der on-demand Lieferservice wurde eingestellt.

Mehr als 1000 Angestellte bei Food Express

Für das Berliner Startup arbeiten 1300 Festangestellte, davon 350 in Berlin. Bei den Festangestellten handelt es sich hauptsächlich um Fahrer. Auf Grund der Gesetzeslage müssen die Fahrer in Deutschland festangestellt werden und können nicht auf Selbständigen-Basis arbeiten. Food Express arbeitet mit mehr als 600 Partnerrestaurants und namhaften Systemgastronomen in acht deutschen Städten zusammen. In den vergangenen Monaten ist der Umsatz im Schnitt über 30 Prozent pro Monat gewachsen. Laut Food Express soll das operative Geschäft weitergehen und die Angestellten weiter beschäftigt werden.

Neuer Investor + Neuer Auftraggeber

Die beiden Gründer Benjamin Pochhammer und Maximilian von Waldenfels sind zuversichtlich, einen neuen Gesellschafter zu finden, um das Unternehmen in eine profitable Zukunft zu führen. Ein Großteil der bisherigen Aufträge von Food Express dürfte von Delivery Hero stammen. Die Frage ist, ob Delivery Hero weiter Aufträge in das System von Food Express pumpt. Für die Gründer wird es also wichtig sein, nicht nur frisches Geld einzusammeln. Es muss auch ein neuer Auftraggeber her, um das System auszulasten. Die Gründer sprechen laut eigenen Angaben mit Namenhaften Unternehmen und Investoren, um einen strategischen Partner zu finden.

Delivery Hero mit eigenem Konkurrenten

Delivery Hero hat Anfang des Jahres damit begonnen, ein eigenes Startup mit dem Namen Valk Fleet aufzubauen, das Food Express gleicht. Das Startup stellt wie Food Express Restaurants ohne eigenen Lieferdienst die Fahrer und Technologie zur Verfügung. Restaurants können so ihre Gerichte ausliefern, ohne eine eigene Flotte betreiben zu müssen. Mit einem ähnlichen Konzept sind auch die Unternehmen Deliveroo und foodora aktiv. Foodora gehört mittlerweile ebenfalls zu Delivery Hero, nachdem Rocket Internet das Lieferstartup weitergegeben hat.

Bild: Christian Schnettelker via flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)