Spotcar Carsharing schließt abrupt die Pforten

Im letzten Jahr haben wir schon mal über den damaligen Neuling im Carsharing Markt Spotcar berichtet. In Berlin ist das Unternehmen mit einem kilometerbasiertem Tarif und der Unterstützung von Opel gestartet. Das Angebot war damals ein Teil der Umparken im Kopf Werbekampagne von Opel. Nun wird der Carsharing Dienst spontan beendet.

Sehr kurzfristiges Ende

Gestern Nachmittag wurde eine E-Mail an die registrierten Nutzer geschickt, dass der Service um 17:00 Uhr am gleichen Tag eingestellt wird. Über die Gründe für die Beendigung des Services wurde nichts mitgeteilt. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens wurde angekündigt, dass in den nächsten Tagen weitere Informationen veröffentlicht werden sollen, warum der Service geschlossen wurde. Das der Carsharing Service beendet wird, steht anscheinend schon länger fest. Auf Facebook lassen sich zumindest einige Kommentare dazu finden. Fraglich ist, warum das Unternehmen  erst so spät seinen Nutzern kommuniziert hat, das sie den Dienst nicht mehr nutzen können.

Günstiges Carsharing in Stoßzeiten, schlecht fürs Geschäft

Es ist anzunehmen, das Carsharing Angebote häufig in den täglichen Stoßzeiten genutzt wird, z.B. für den Weg zur Arbeit oder wieder zurück. In diesen Zeiten ist die kilometerbasierte Abrechnung von Vorteil für den Nutzer, da nicht für die Wartezeit im Berufsverkehr bezahlt wird. So kommen Mietpreise zustande, die mehr als 20% günstiger im Vergleich zu car2go oder DriveNow sind und das in der Zeit, in der die Nachfrage am größten sein wird. Das dürfte sich im Nachhinein als schlechte Idee herausgestellt haben.

Um schwarze Zahlen zu schreiben, hätten die Fahrzeuge 8-10 Mal pro Tag genutzt werden müssen. Dieses Ziel wurde anscheinend nicht erreicht.

Weitere Gründe fürs Scheitern

Es ist davon auszugehen, dass dem Unternehmen die finanziellen Mittel ausgegangen sind und das durch die kilometerbasierte Abrechnung nicht genügend Umsatz generiert wurde. Wahrscheinlich hatte das Unternehmen von Anfang an nicht genügend Finanzierung, um genügend Fahrzeuge anzuschaffen, um eine Stadt wie Berlin abzudecken. Das relativ kleine Gebiet und die geringe Fahrzeugdichte dürfte zu einem Nutzerwachstum geführt haben, das hinter den Erwartungen geblieben ist.

Über Spotcar Carsharing

Spotcar hat sein Carsharing Angebot im Frühsommer letzten Jahres gestartet. Als Fahrzeuge waren Opel Adams im Einsatz, teilweise bis zu 300 Stück. Der größte Unterschied zu den anderen free-floating Angeboten, wie DriveNow und Car2go war, dass die Fahrten nicht minutenweise, sondern kilometerbasiert abgerechnet wurden. Spotcar wurde von Michal Schmidt und Benjamin Krüger gegründet.

Bild von daniel zimmel (bestimmte Rechte vorbehalten)