Opel Carsharing App CarUnity mit Privatautos gestartet

Die beiden Automobilkonzerne Opel und Ford steigen spät in den Carsharing Markt ein und setzten dabei auf Kooperationen. Opel arbeitet mit der Technologie von Tamyca und eine Integration von flinc soll später folgen. Der amerikanische Autobauer Ford hat ein Pilotprojekt mit Getaround gestartet. Ab heute ist das Peer-2-Peer Carsharing Angebot CarUnity von Opel für alle freigeschalten. Ford hat angekündigt, bis Ende des Jahres ein Pilotprojekt in einigen US Städten und London laufen zu lassen.

Peer-2-Peer statt free floating Carsharing

Mit ihren Ansätzen setzten beide Unternehmen auf den Peer-2-Peer Ansatz. Das heißt, dass die Fahrzeuge nicht extra von den Herstellern für die Carsharing-Zwecke bereitgestellt werden. Die Autos werden von Privatpersonen gestellt, die ihr Fahrzeug nicht dauerhaft benötigen. Jeder Fahrzeugbesitzer kann also sein Fahrzeug zur Verfügung stellen und damit Geld verdienen. Bei dem Angebot von Ford gibt es eine Einschränkung. Es dürfen nur Besitzer eines Fords ihr Auto zur Verfügung stellen, sofern es über den Ford Financial Service finanziert ist. Bei Opel Carsharing soll das Netzwerk für alle Fabrikate offen sein.

Geringe Kosten als Vorteil für Hersteller

Für die Automobilhersteller hat das Peer-2-Peer Modell den Vorteil, dass sie keine eigenen Fahrzeuge zur Verfügung stellen müssen. Das spart enorme Kosten. Konkurrenten BMW mit DriveNow und Daimler mit Car2Go setzen eigene Fahrzeuge ein und haben ganz schön mit den Kosten zu kämpfen. Das von Opel unterstützte free floating Konzept Spotcar hat vor ein paar Monate die Segel gestrichen. Die technologische Plattform von einem Unternehmen zu nutzten,  das bereits mehrere Jahre auf dem Markt ist, spart ebenfalls Kosten und ermöglicht eine schnelle Einführung der Dienstleistung. Im Fall von Opel wird die Plattform von Tamyca genutzt, Ford setzt auf Getaround.

Ein weitere Vorteil ist, dass schneller eine flächendeckende Abdeckung erreicht wird und Carsharing auch in kleineren Städten ermöglicht wird.

Peer-2-Peer ist weniger Flexibel

Dem gegenüber steht, dass die Flexibilität des Peer-2-Peer Modells eingeschränkt ist. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um ein Fahrzeug anmieten zu können, ist bei einem Peer-2-Peer Modell wesentlich höher, als bei einem free floating Carsharing Angebot. Die Organisation der Schlüsselübergabe bei Anmietung und Abgabe, die Kosten für das Tanken usw. benötigen Zeit. Das dürften die Hauptgründe sein, warum Peer-2-Peer Angebote weniger beliebt sind. Außerdem werden diese Angebote mehr für längere Strecken genutzt.

Spätere Integration von Ridesharing-Dienst flinc

Opel räumt den Mobilitätsdienstleistungen einen höheren Stellenwert ein. Neben Carsharing soll auch Ridesharing über die CarUnity App angeboten werden. Die bereits bestehende Kooperation mit flinc soll ab 2016 ausgebaut werden. Über die Technologie von flinc soll auch die Buchung von Ridesharing-Fahrten über die App möglich sein. Schon jetzt kooperieren die beiden Unternehmen, bisher nur am Standort Rüsselsheim.

Welchen Vorteil hat Opel?

Opel startet durch das Carsharing sein Portfolio an Mobilitätsdienstleistungen. Langfristig ist aber unklar, wie Opel davon profitieren möchte. Der Fokus sollte aus Herstellersicht darauf liegen, die eigenen Fahrzeuge zu vermarkten. Anzunehmen ist, das Opel die Fahrzeuge aus eigenem Hause technologisch so ausstattet, dass sie per App zu öffnen sind. Das hätte einen Vorteil gegenüber den anderen Fabrikaten und würde die Vermiet-Wahrscheinlichkeit der Opel Autos erhöhen. Eine ähnliche Dienstleistung wie CarUnity bietet das französische Startup Drivy an, das vor ein paar Wochen den deutschen Marktführer Autonetzer übernommen hat.

Bild: CarUnity von Opel (bestimmte Rechte vorbehalten)