Maven: GM (Opel) startet Carsharing Plattform

Der amerikanische Automobilkonzern General Motors hat mit Maven eine Marke gestartet, unter der Mobilitätsdienstleistungen angeboten werden sollen. Zu erst werden unter der Marke Maven die Carsharing-Dienstleistungen von GM angeboten. Es arbeiten ca. 40 Experten für das neue Programm, die von Google, Zipcar, Sidecar und aus dem eigenen Unternehmen kommen. Das Team soll weitere Mobilitätsdienstleistungen entwickeln. Vor ein paar Tagen wurde auch bekannt, dass GM Teile des Ridesharing Dienstes Sidecar übernommen hat. Sidecar hat im Kampf gegen Uber aufgegeben und stand zum Verkauf.

Mobilitätsverhalten ändert sich

GM sieht laut Präsident Dan Ammann signifikante Veränderungen im Verhalten der Konsumenten, wie sie sich fortbewegen wollen. Viele Kunden wollen die Vorteile von Carsharing und Mitfahrgelegenheiten nutzen. GM will den Anschluss nicht verpassen und langfristig vorne mitmischen. Bis es soweit ist, muss GM auf vielen Fronten aufholen, um mit den Marktführern mithalten zu können.

Zu Beginn werden unter dem Maven Programm die Carsharing Services in Ann Arbor, New York und Chicago zusammengefasst. Auch das Peer-to-Peer Carsharing Programm CarUnity von Opel wird Teil von Maven. Außerdem wir ein Campus Programm an einigen Unternehmensstandorten in Amerika, Europa und China gestartet, um neue Ideen zu testen.

GM fokussiert sich dabei nicht nur auf die Mobilität, sondern auch auf Personalisierung und zusätzliche Services. Über das Connected Car System können die Kunden ihre eigene Musik ins Auto streamen, die GM OnStar Navigation und Notfalldienste nutzen. Auch Apple CarPlay und Android Auto werden unterstützt. Der Messaging-Dienst WhatsApp wird genutzt, um Fragen von Kunden zu beantworten.

Die Automobil- und Beförderungsindustrie befindet sich in einem Umbruch. Bei der Antriebstechnologie geht der Trend hin zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Traditionelle Verbrennungsmotoren geraten ins Hintertreffen. Ein weitere Trend geht in Richtung connected Cars und selbstfahrende Autos.

Außerdem ändert sich die Art und Weise, wie Autos genutzt werden. Unternehmen wie Uber und Lyft sorgen dafür, dass Kunden mehr gefahren werden anstatt selber zu fahren. Carsharing Unternehmen, wie Car2go und Flinkster stellen in Frage, ob man noch ein eigenen Auto besitzen muss, wenn man selber fahren möchte.

GM muss bei Carsharing aufholen

Für Autokonzerne ergeben sich aus den Veränderungen viele Herausforderungen aber auch Chancen. GM hat in den letzten Monaten viel unternommen, um bei innovativen Mobilitätsdienstleistungen aufzuholen. Auf der CES wurde das massentaugliche Elektroauto Chevrolet Bolt vorgesellt, das ab nächstem Jahr angeboten wird. Außerdem hat das Unternehmen 500 Mio. US$ in das Ridesharing Unternehmen Lyft gesteckt, das in den USA mit Uber konkurriert. GM und Lyft wollen einen Fahrservice mit selbstfahrenden Autos entwickeln. Die Beteiligung an Lyft steht laut GM nicht im Konflikt mit dem neu gestarteten Programm. Maven will sich vorerst auf Carsharing Dienste konzentrieren. Ob die Beteiligung von GM an dem deutschen Mitfahrservice für Kurzstrecken flinc unter die Fittiche von Maven kommt, ist nicht bekannt.

Folgende Programme sind bisher Teil des Maven Programms:

City: Ein stationsgebundenes Carsharing Programm. GM Fahrzeugen unterschiedlichere Kategorien können an 21 Stationen abgeholt und zurückgegeben werden. Bisher gibt es das Programm in der Universitätsstadt Ann Arbor, die Expansion in weitere amerikanische Großstädte erflogt dieses Jahr. Angemietet werden die Fahrzeuge über die Smartphone App.

Residential: In Chicago wird ein Carsharing Service für große Wohnhäuser eingeführt. Die Mieter der Wohnbocks haben exklusiven Zugriff auf Fahrzeuge, die von GM bereitgestellt werden. Das bereits bestehende Programm in New York wird erweitert.

Peer-to-Peer: Der in Deutschland angebotene Peer-to-Peer Carsharing Service CarUnity wird auch Teil von Maven. Über die CarUnity Plattform können Privatpersonen ihre Fahrzeuge an andere Privatpersonen vermieten und so die Auslastung erhöhen.

Campus: Unterschiedliche Programme entwickelt und testet GM an den eigenen Standorten in USA, China und Deutschland. Darunter fällt wahrscheinlich auch das Pilotprojekt von Opel und flinc. Opelmitarbeiter in Rüsselsheim können sich über flinc finden, um sich die Fahrt zum Arbeitsplatz und zurück zu teilen. In diesem Jahr soll flinc mit der Carsharing Plattform CarUnity verknüpft werden.

Photo: © General Motors (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Carsharing App CarJump mit Finanzierung

Kurznachrichten: Carsharing App Carjump sammelt siebenstellige Finanzierung ein. GM stellt die Serienversion des massentauglichen Elektroautos Bolt vor. Volkswagen kooperiert mit Mobileye, einem Zulieferer für Technologien für selbstfahrende Autos. MeinFernbus FlixBus will sich nur noch FlixBus nennen.

Carsharing App Carjump mit siebenstelliger Finanzierung

Die Carsharing-App Carjump erhält eine siebenstellige Finanzierung von der UnternehmerTUM, Axel Springer und Zimmermann Investments. Carjump ist eine Art Marktplatz und  aggregiert die Daten unterschiedlicher Carsharing-Anbieter. Die Nutzer sehen in der App die Fahrzeuge der jeweiligen Anbieter. Über die App können auch die Fahrzeuge reserviert werden. Das eingesammelte Geld soll in neue Features fließen. Unter anderem soll eine digitale Verifizierung von Führerscheinen Einzug erhalten, damit die Anmeldung bei Carsharing Diensten vereinfacht werden kann. Im letzten Jahr sind die Gründer bei Carjump ausgestiegen und das Unternehmen wurde verkauft. (via Wirtschaftswoche)

Strategische Partnerschaft zwischen Volkswagen und Mobileye

Auf der CES war autonomes Fahren ein angesagtes Thema. So haben unter anderem der Volkswagenkonzern und Mobileye eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Mobileye konzentriert sich auf die Entwicklung von Technologien für die kamerabasierte Echtzeit-Bildverarbeitung. Diese Technologie gilt in Verbindung mit hochpräzisen digitalisierten Karten als Schlüssel für das automatisierte Fahren. Volkswagen ist auch über Audi an der ehemaligen Nokia Sparte Here beteiligt, so  hat der Konzern eine weitere Quelle für hochpräzise Karten. Volkswagen will mit der Kooperation ein gutes Stück in der Entwicklung von fahrerlosen Fahrzeugen vorwärts kommen. Die von Mobileye entwickelten optischen Sensorsysteme sollen bei Volkswagen zum Einsatz kommen. (via Volkswagen)

GM stellt auf der CES die Serienversion des Bolt vor

Der Automobilkonzern GM, der kurz vor der CES ein Investment bei der e-hailing Plattform Lyft bekannt gegeben hat, hat auf der Messe sein erstes massentaugliches Elektroauto vorgestellt. Das Bolt getaufte Auto soll eine Reichweite von ca. 320 Kilometern erreichen. Angeboten werde soll das Fahrzeug für 38.000 US$. Käufer von Elektrofahrzeugen erhalten in den USA aber Steuerbegünstigungen in Höhe von 7.500 US$, so fällt der Preis auf 30.000 US$ (rund 27.000 €). Der Bolt ist das erste massentaugliche Elektrofahrzeug, das zu einem akzeptablen Preis angeboten wird und über ausreichend Reichweite verfügt. Tesla arbeitet auch an einem günstigen Elektroauto, ein erster Prototyp soll im März vorgestellt werden. Mit Lyft will GM einen App-basierten Ridesharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen in den nächsten Jahren entwickeln. (via WallStreetJournal)

FlixBus als einheitlicher Name für Expansion

Der schnell wachsende Fernbusanbieter MeinFernbus FlixBus denkt laut darüber nach, den Teil MeinFernbus komplett aus dem Markennamen zu streichen. Der Name MeinFernbus Flixbus ist aus dem Zusammenschluss beider Unternehmen entstanden. Gerade für die Expansion ins Ausland ist dieser lange und komplizierte Unternehmensname nicht nutzbar.  Das Unternehmen fährt im Ausland bereits ausschließlich unter der Marke FlixBus. Das Unternehmen wächst zur Zeit hautsächlich außerhalb der deutschen Grenzen. Nach der Liberalisierung des Fernbus-Markts in Frankreich im Sommer letzten Jahres ist FlixBus gestartet und hat sich als Marktführer etabliert. Auch in Deutschland ist das Unternehmen an der Spitze und kommt auf einen Marktanteil von 73 %. (via WirtschaftsWoche)

GM steckt 500 Mio. US$ in Lyft

General Motors, der Mutterkonzern von Opel, steckt 500 Mio. US$ in die Plattform mir Fahrtbuchungen Lyft. GM verknüpft mit dem Investment die Zukunft des autonomen Fahrens.

Der größte amerikanische Automobilhersteller investiert die Summe in einer Finanzierungsrunde, deren Summe sich insgesamt auf 1 Milliarde US$ beläuft. Neben GM investiert auch bestehende Investoren, wie Rakuten und Didi Kuaidi in der aktuellen Runde. Mit der Kingdom Holding Co. aus Saudi Arabien ist auch ein weitere neuer Investor mit an Board. Aus Saudi Arabien fließen insgesamt 100 Mio. US$ in das Unternehmen. Bleibt abzuwarten, ob Lyft demnächst nach Saudi Arabien expandiert. Lyft wird mit 5.5 Milliarden US$ bewertet. Damit hat sich die Bewertung im letzten Jahr verdoppelt. Vor kurzem hatten wir berichtet, dass Lyft “nur” 500 Mio. US$ einsammeln will.

Erste Kooperation zwischen Taxi-Alternative und Autokonzern

Mit GM verbündet sich das erste mal ein großer Automobilhersteller mit einer bedeutenden Plattform für Fahrservices. In der Vergangenheit gab es Gerüchte, dass sich BMW an der Plattform Wunder beteiligt hat. Bestätigt wurde das Investment aber nie, von Wunder (ehemals Wundercar) ist auch nicht viel zu hören. Uber hat es bisher nicht geschafft, einen großen westlichen Automobilkonzern als Investor zu gewinnen.

GM Fahrzeuge für die Lyft Fahrer

GM möchte mit Lyft einen Service entwickeln, mit dem die Nutzer über die App ein autonomes Fahrzeug ohne Fahrer bestellen können. In der Zukunft sollen also die jetzigen Fahrzeuge und Fahrer bei Lyft durch Fahrzeuge von GM ohne Fahrer ersetzt werden. GM President Dan Ammann ist der Meinung, dass fahrerlose Fahrzeuge als erstes im großen Maßstab in on-demand Ridesharing Plattformen zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, werden aber noch bis zu 10 Jahre vergehen. Kurzfristig werden Lyft und GM enger zusammen arbeiten, um den Fahrern GM Fahrzeuge zu besonderen Konditionen anbieten zu können.

Mehr Kapital im Kampf mit Uber

Lyft erhält durch das neue Investment mehr Kapital und einen starken Partner, um mit Uber zu konkurrieren. Uber hat aber immer noch eine viel größere Summe an Finanzierungen eingesammelt, insgesamt 12 Milliarden US$. Bei Lyft summiert sich das eingesammelte Kapital auf 2 Milliarden US$. Uber ist mit einer Bewertung von mehr als 60 Milliarden US$ auch höher bewertet, als GM und Lyft zusammen.

 

Ankündigung kurz vor der CES

Die Ankündigung von Lyft und GM wurde gut abgestimmt und kam kurz vor dem Start der wichtigen Technik-Messe CES in Las Vegas. Auf der CES wird GM auch die Serienversion des massentauglichen Elektroautos Bolt vorstellen. Auf der CES wird auch die Ankündigung einer Kooperation von Google und Ford erwartet. Bei der Kooperation dürfte es sich um den Einsatz der von Google entwickelten Technologien für selbstfahrende Autos in Fahrzeugen von Ford handeln.

Bild: Lyft Car by Tony Webster (bestimmte Rechte vorbehalten)