Hailo und mytaxi schließen sich zusammen

Die beiden Taxi-Apps Hailo und mytaxi schließen sich zusammen. Zusammen werden laut eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Nutzer erreicht und in den mehr als 50 Städten in neun EU Ländern sind mehr als 100.000 Taxi-Fahrer registriert. Durch den Zusammenschluss entsteht Europas größte Taxi-Plattform mit 70 Millionen Fahrgästen. Nicht klar ist, welche Annahmen hintern der Anzahl an Fahrgästen steht um mit 3 Millionen Nutzer auf 70 Millionen Fahrgäste zu kommen.

Marke Hailo verschwindet

Der Deal muss noch durch die Kartellbehörden genehmigt werden. Erstmal wird die Marke Hailo weiterbestehen, im Jahr 2017 soll der Markenname dann verschwinden. Bis Mitte 2017 soll auch die Integration der beiden Technologieplattformen abgeschlossen sein. Unternehmenssitz ist nach dem Zusammenschluss in Hamburg, wahrscheinlich auch, weil die Kosten und Gehälter in Hamburg günstiger sind, als in London. Neuer CEO des Unternehmens wird  Andrew Pinnington, der besser CEO von Hailo war. Niclaus Mewes, Gründer und bisheriger CEO von mytaxi zieht in den Beirat ein und wird Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. Die Daimler Mobility Service GmbH ist unter anderem für das Carsharing Angebot Car2go und für die Plattform für multimodale Mobilität verantwortlich.

Daimler übernimmt ohne Cash in die Hand zu nehmen

Hailo wurde 2011 gegründet und hat bisher etwa 100 Mio. US$ an Finanzierung unter anderem von Richard Branson, Accel, Union Square Ventures oder Wellington Partners eingesammelt. Richard Branson hat sich auch an dem Fahrdienst SideCar beteiligt, das Unternehmen musste Anfang des Jahres die Segeln streichen. Dementsprechend scheint er nicht sehr erfolgreich mit seinen Investments im Mobilitätsbereich zu sein.

Bei dem Zusammenschluss von Hailo und der Daimler Tochter mytaxi soll kein Geld fließen. Die Transaktion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Danach soll Daimler 60% an der neuen Gesellschaft halten und die Hailo Investoren 40%. Die genaue Bewertung wurde nicht kommuniziert. Über einen Zusammenschluss beider Plattformen wurde schon 2013/2014 spekuliert. Jetzt war die Übernahme für Daimler anscheinend günstig. MyTaxi wurde von Daimler im Jahre 2014 übernommen.

Hailo hat auch versucht, in den USA durchzustarten. Auf Grund der starken Konkurrenz von Uber und Lyft hat das Unternehmen das Geschäft in New York aufgegeben, um sich auf Europa zu konzentrieren. Geld verdient das Unternehmen bisher noch nicht, im Jahr 2014 ist ein Verslust ca. 25 Mio. Euro angefallen.

Immer mehr etablierte Unternehmen und Automobilkonzerne interessieren sich für App-basierte Fahrdienstvermittler. Sie investieren, um den Trend nicht zu verpassen und um Zugang zu den Technologieplattformen zu gelangen. Volkswagen investierte vor kurzem 300 Mio. US$ in Gett, GM hat sich mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt.

Bild: Jon Russell (bestimmte Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.


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Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber in New York günstiger als Nahverkehr

In New York kann es diesen Sommer günstiger sein, mit UberPool statt mit dem Nahverkehr durch die Stadt zu fahren. Über die Deal-Seite Gilt City können Nutzer die UberPool “Commute Card” kaufen. UberPool ist ein Angebot von Uber, bei dem sich mehrerer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie auf einer ähnlichen Route unterwegs sind.

Die Karte kann für beliebig viele Fahrten mit UberPool in den Stoßzeiten genutzt werden. Das Angebot ist gültig für Fahrten in den Monaten Juli und August. Das Gebiet begrenzt sich auf Manhattan unterhalb der 125th Street und kann nur in den Stoßzeiten (7:00 bis 10:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr) an den Werktagen Montag bis Freitag genutzt werden. Der Pass kostet zwischen 49 US$ (für zwei Wochen) und 159 US$ (für 8 Wochen)

Im Vergleich dazu, eine Wochenkarte für die U-Bahn kostet 31 US$, eine Monatskarte für 30 Tage kommt auf 116.50 US$. Wer also nur in den oben genannten Stunden unterwegs ist, zahlt also pro Fahrt mit UberPool weniger, als für eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Jemand, der zweimal täglich mit einem UberPool unterwegs ist und über den Pass für einen Monat verfügt, zahlt 1.98 US$ pro Fahrt. Bei Fahrten mit der U-Bahn auf einer Monatskarte würden sich die Kosten pro Fahrt auf 2.91 US$ belaufen.

Für Bewohner New Yorks, die unterhalb der 125th Street vorwiegend an den Werktagen unterwegs sind, lohnt sich das Angebote. Für Einwohner, die auch auch Wochenende unterwegs sind oder über die 125. Straße hinausmüssen, ist die Monatskarte für den Nahverkehr die günstigere Variante.

Uber wird mit dem Angebot wahrscheinlich kein Geld verdienen. Es sollen einerseits weitere Nutzer angelockt werden, außerdem soll so das Sommerloch überbrückt werden. In den letzten Jahren ging das Fahrtvolumen während der Sommermonate zurück. Uber muss den Fahrern genügend Fahrten ermöglichen, ansonsten ist das Risiko vorhanden, dass sie zu Konkurrenten Lyft oder dem Neueinsteiger Juno wechseln.

Bild: LWYang (bestimmte Rechte vorbehalten)

Foodora erreicht 150 Mio. Euro Umsatz pro Jahr

Der Essenlieferservice Foodora befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Erst vor drei Monaten wurde der Service in weiteren 10 Städten gestartet. In den nächsten 60 Tagen sollen weitere neue Städte in Deutschland, Schweden, Niederlanden und Frankreich hinzukommen. Auch der Umsatz ist stark gestiegen. Seit Mai 2015 ist der Außenumsatz von Foodora um das 100-fache gewachsen.

Im letzten Jahr hat das Startup viel dazu gelernt, vor allem, was Kunden, Partnern und Investoren wichtig ist. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass das Unternehmen dieses schnelle Wachstum hinlegen konnte und nun eine Runrate auf Jahresbasis von 150 Mio. Euro aufweisen kann. In den letzten 12 Monaten wurden über 4 Millionen Gerichte ausgeliefert. Dabei arbeitet Foodora vor allem mit Restaurants zusammen, die vorher keinen eigenen Lieferservice angeboten haben.

Verdoppelung alle zwei Monate

Laut der Pressemitteilung werden die meisten Bestellungen in weniger als 35 Minuten zugestellt. Diese Leistung ist dank einer effizienten und produktiven Logistik möglich. Während der letzten 12 Monate wurde das Bestellvolumen alle zwei Monate verdoppelt. Dieses Wachstum wurde durch ein Expansion in 30 Städte in Europa, Kanada und Australien erreicht. In Deutschland konkurriert Foodora mit Deliveroo, bezeichnet sich aber als Marktführer auf dem Deutschen Markt. Einige Rückschläger gab es auch in den letzten Monaten. Aus London hat sich Foodora zurückgezogen, da Deliveroo zu stark ist. Auch in Hong-Kong wurde das Angebot wieder eingestellt.

Foodora ist stolz auf seinen pinkfarbenen Marktauftritt, den Kundenservice und die Auswahl an Restaurants. Eine Kombination aus den drei Kriterien führt zu loyalen Kunden, die immer wieder bestellen. Bis vor kurzem konnte man sich auch beliebig viele Konten bei Foodora erstellen um immer wieder Neukundengutscheine nutzen zu können. Diese Lücke wurde mittlerweile erschwert, da jede Handynummer nur noch einmal registriert werden kann.

Von Rocket Internet finanziert

Foodora wurde 2014 gestartet und von Rocket Internet unterstützt. Im letzten Jahr fand der Zusammenschluss mit Delivery Hero statt. Das Unternehmen betreibt eine Logistikplattfom für die “Letzte Meile”, die für Lieferungen von in Restaurants fertig zubereiteten Gerichten perfektioniert ist. Die Nutzer können über eine Smartphone-App oder über die Website bei gelisteten Restaurants in der Umgebung bestellen. Delivery Hero betreibt in Deutschland unter anderem die Plattformen Lieferheld und pizza.de. Ursprünglich hat Delivery Hero auch Food Express unterstützt. Dort dann aber die Reisleine gezogen, um sich auf Foodora konzentrieren zu können. Food Express musst daraufhin Insolvenz anmelden und wurde letztendlich von Lieferando geschluckt.

Bild: Guilhem Vellut (bestimmte Rechte vorbehalten)

New York: Taxis noch mit doppelt so vielen Fahrten wie Uber

Die Taxi and Limousine Commission hat aktuelle Daten über die Zahl der Taxifahrten in New York veröffentlich. Im April diesen Jahres wurden 11.1 Millionen Taxifahrten in New York durchgeführt, das sind etwa 400.000 Fahrten am Tag. Im Vergleich zum April 2015 ist das Volumen an Taxifahrten um 9% zurück gegangen. Eine Analyse von Morgan Stanley hat ergeben, dass Uber im April diesen Jahres die Hälfte an Fahrten durchgeführt hat.

Uber holt auf

Uber befindet sich damit weiter auf Wachstumskurs. Das Ridesharing-Unternehmen kann ein Wachstum von 121% vorweisen. Im April diesen Jahres wurden 4.7 Millionen Fahrten durchgeführt, im April letzten Jahres belief sich das Volumen auf ca. 2.2 Millionen Fahrten pro Monat in New York City. Anscheinend sind bei Uber aber genau so viele Fahrer unterwegs, wie in den Taxi-Netzwerken. Das deutet darauf hin, dass die Taxi-Unternehmen viel effizienter als Uber arbeiten. New Yorker Taxifahrer führen pro Woche also doppelt so viele Fahrten durch, als Uber Fahrer. Laut Morgan Stanley kommen Uber Fahrer auf 44 Fahrten pro Woche, also sechs bis sieben pro Tag. Taxi Fahrer kommen auf 91 Fahrten pro Woche, oder 13 pro Tag .

Man muss auch hinzufügen, dass die meisten Taxifahrer auch erst die Mietkosten für das Taxi abbezahlen müssen, bevor sie Geld verdienen. Eine Taxilizenz in New York ist extrem teuer, deswegen sind auch die Mietkosten für ein Taxi hoch. Diese Kosten führen dazu, dass Taxifahrer einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Die Morgan Stanley Analyse zählt jeden UberPool Fahrgast als Einzelfahrt. Wenn sich z.B. zwei unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, zählt das als eine Fahrt. Das Taxinetzwerk in New York verfügt über kein Anbot, bei dem sich mehrere unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Ein Taxifahrer führt also tatsächlich im Schnitt 91 Fahrten pro Woche durch, während ein Uber-Fahrer im Schnitt auch auf weniger als 44 Fahrten pro Woche kommen kann.

Auch Lyft mit starkem Wachstum

Lyft, ein weiterer Fahrdienst, der in den USA den Taxifahrern das Leben schwer machen will, kam im April auf 750.000 Fahrten. Das entspricht einem Wachstum von 871% im Vergleich zum Vorjahr. Lyft Kommt damit auf 4 Prozent Marktanteil in New York City. Uber liegt bei einem Drittel.

Wenn es um die Auslastung geht, liegt die Shuttle-App Via vorne. Bei Via sind pro Woche im Schnitt 1023 Fahrer aktiv. Jeder dieser Fahrer führt pro Woche 108 Fahrten durch. Ein Via Fahrer kann bis zu 5 Fahrgäste einsammeln, jeder einzelne Fahrgast zählt als eine Tour.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)

 

Autopilot 2.0 von Tesla soll noch dieses Jahr kommen

Mehrerer Quellen berichten, dass Tesla bald die Version 2.0 des Autopiloten mit teilautonomen Fahreigenschaften vorstellen wird. Die neue Version der Soft- und Hardware für autonomes Fahren wird über neue Features verfügen. Es wird vermutet, dass Autopilot 2.0 Teil der neuen Tesla Software 8.0 sein wird.

Verbesserter Autopilot 2.0

Laut TechnoBuffalo sollen neue duale Kameras verbaut werden, die es unter anderem ermöglichen werden, dass ein Tesla automatisch an Stoppschildern und Ampeln anhält und wieder losfährt. Bisher bleibt ein Tesla nur stehen, wenn sich ein Auto oder ein anderes Objekt in Fahrtrichtung befindet. Bisher konnte ein Tesla S vor allem auf Autobahnen zwischen Auf- und Abfahrt selbstständig fahren. Die neue Version des Autopiloten soll auch das Auf- und Abfahren ohne Eingriff des Fahrers ermöglichen. Der Blog Elektrek geht davon aus, dass ein neues Set an Sensoren verbaut wird, das die neuen Eigenschaften ermöglichen wird. Die neuen Kameras und erweiterte Sensoren lassen darauf schließen, dass die meisten der neuen Eigenschaften nicht für bereits produzierte Fahrzeuge in Frage kommen werden. Eine Rückwertskompatibilität ist also nicht zu erwarten.

Mehr Aufmerksamkeit nach Unfällen

Nach den Unfällen mit der ersten Version des Autopiloten wird die neue Version mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die Behörden werden den Autopiloten 2.0 kritisch begutachten und die Öffentlichkeit wird ach eine andere Wahrnehmung haben. In den letzten Wochen wurden zwei Unfälle bekannt, die sich ereignet haben, als die Tesla-Fahrzeuge mit Autopiloten unterwegs waren. Ein Unfall endete tödlich, über einen weiteren Unfall mit einem Tesla Model X ist noch wenig bekannt.

Die Verbesserungen sind auch ein weiterer Schritt in der Entwicklung von voll selbstfahrenden Autos. Tesla hat sich dafür entschieden, mit einem teilautonomen Fahrzeug zu starten und dann über Zeit weitere autonome Fahreigenschaften hinzuzufügen. Andere Unternehmen, wie z.B. Google, BMW oder Ford verfolgen eine andere Strategie. Sie wollen Fahrzeuge auf den Markt bringen, die von Anfang an vollautonom fahren.  Wahrscheinlich ist, dass diese Modelle im Jahr 2021 auf den Markt kommen werden.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Die Lieferroboter kommen – Mit Hermes und Metro

Demnächst wird es auf den Gehwegen in einigen europäischen Städten noch voller. Das Startup Starship Technologies aus Großbritannien hat verkündet, dass noch im Juli Lieferroboter in London und drei anderen europäischen unterwegs sein wird. In Deutschland soll der Roboter in Hamburg und Düsseldorf zum Einsatz kommen. Die Größe der Roboter ist überschaubar. Es können zwei volle Einkaufstüten im Laderaum untergebracht werden, für mehr ist nicht Platz. Die Ladung wird durch einen PIN geschützt, der dem Empfänger mitgeteilt wird.

Lieferung von Essen per Roboter

Die kleinen autonomen Fahrzeuge verfügen über sechs Räder und sind so ausgelegt, dass auch Steigungen und Hindernisse wie Bordsteinkanten überwindet werden können. Die Roboter sollen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden. Das heißt für Sendungen die zwischen dem letzten Hub und der Haustür des Kunden transportiert werden müssen. Der Essenlieferservice Just Eat wird einer der ersten Kunden von Starship sein. Bald werden also Pizzen und Sushi per Roboter zugestellt. Neben Just Eat wird auch der Essenlieferservice Pronto zu den ersten Kunden gehören. Die Fahrradkuriere und Kurierfahrer mit Roller sollen durch die Roboter ersetzt werden. In Deutschland gehören der Paketdienst Hermes und die Metro-Gruppe zu den Kunden.

Kostenreduktion durch Roboter

Im Moment kostet die Zustellung eines Pakets in London ca. 13 Euro. Das Ziel von Starship ist es, diese Kosten auf unter zwei Euro pro Paketzustellung zu drücken. Bisher wurde eine geringe Anzahl an Robotern produziert, bis ende des Jahres sollen es etwa 1000 produzierte Fahrzeuge sein. Die Kosten pro Roboter sind nicht öffentlich kommuniziert worden.

Der Businessplan des Unternehmens sieht vor, dass die Kunden für die Nutzung eine monatliche Gebühr bezahlen. Diese Gebühr beinhaltet den Transportservice und am Anfang auch einen Piloten, der die Steuerung übernimmt. Langfristiges Ziel ist, dass die Lieferroboter voll autonom durch die Stadt fahren. Am Anfang wird aber immer ein Disponent notwendig sein, der die Fahrzeuge aus der Ferne überwacht. Für die Umfeldüberwachung der Fahrzeuge stehen dem Piloten neun Kameras zur Verfügung. Über Lautsprecher und Mikrofon kann auch mit den Kunden kommuniziert werden. Bis zu 100 Roboter sollen von einem Piloten gleichzeitig überwacht werden können. Mit der Zeit lernen die Roboter die besten Fahrrouten und werden immer autonomer. Die Lieferroboter kommunizieren untereinander um von einander die besten Routen zu lernen. Mit den Kamera können auch potentielle Diebe abgeschreckt und im Notfall überführt werden. Sollte jemand versuchen, in den Laderaum einzubrechen, wird automatisch die Polizei verständig.

Lieferroboter statt Drone

Das Startup beschäftigt aktuell 55 Angestellte und wurde von den Skype-Gründern Ahti Heinla und Janus Friis ins Leben gerufen. Das Startup wurde im Jahr 2014 gestartet und in den letzten neun Monaten hatten 400.000 Passanten Kontakt mit den Robotern, ohne dass es zu einem Unfall während der Testphase gekommen ist. Zwei drittel der Passanten ignorierten die Roboter nachdem sie diese kurz wahrgenommen hatten, der Rest hat mit Begeisterung darauf reagiert. Die Startups Dispatch und Sidewalk entwickeln ebenfalls autonome Lieferfahrzeuge, die bald unser Straßenbild verändern können. Amazon hat vor ca. zwei Jahren für Aufsehen gesorgt, als Verkündet wurde, dass Dronen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden sollen. Strengere Richtlinien für den Betrieb von Lieferdrohnen haben dieses Vorhaben aber stark abgebremst. Für den Betrieb von Roboter gibt es weniger strenge Regeln, außerdem sind die Anschaffungs- und Betriebskosten wesentlich niedriger.  Mal sehen, wann sich Amazon auch für die kleinen Lieferroboter interessiert.

Bild: Starship (alle Rechte vorbehalten)

BMW arbeitet mit Intel und Mobileye am autonomen Fahrzeug

BMW will bis zum Jahr 2021 ein voll autonomes Fahrzeug in Serie produzieren. Um dieses Ziel in den kommenden fünf Jahren zu erreichen, schließt der Automobilkonzern aus München Partnerschaften mit Intel und Mobileye. Intel wird die benötigte Rechenpower liefern, von dem israelischen Unternehmen Mobileye kommen die Sensoren und Fahrerassistenzsysteme.

BMW arbeitet seit einiger Zeit an selbstfahrenden Autos und hat im Rahmen des hundertsten Firmenjubiläums mehrere Prototypen von selbstfahrenden Autos präsentiert. Zuerst wurde der BMW Next 100 präsentiert, gefolgt von einem Rolls Royce und einem Mini Next 100. Bei allen Prototypen standen die selbstfahrenden Eigenschaften prominent im Vordergrund.

Vollautonome Fahrzeuge 2021

BMW setzt den Fokus auf die Entwicklung von voll autonomen Fahrzeugen. Wahrscheinlich auch, weil das Unternehmen im Moment wenige Features für teilautonomes Fahren im Programm hat. Automobilkonzerne wie GM und Daimler sind da schon weiter. Der Elektroautobauer Tesla bietet ebenfalls einen Autopiloten an, der sich noch in der Beta-Phase befindet. Die Version 2.0 soll aber noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Auch Tesla arbeitet mit Mobileye zusammen.

Im Vergleich zu den bisher angebotenen Fahrzeugen mit teilweiser Automatisierung ist ein voll autonomes ein enormer Unterschied. Das Level der Komplexität und der Eigenschaften ist weitaus höher. Bei einem voll autonomen Fahrzeug wird kein Fahrer mehr benötigt. Das Auto wird über entsprechenden Plattformen gerufen, die Fahrgäste steigen ein und müssen sich um keine Fahrtätigkeiten kümmern. Zur Zeit sind immer wieder Namen wie Lyft, Gett und Uber als Plattformen für das Rufen von autonomen Fahrzeugen im Gespräch.

Rechtlicher Rahmen muss geschaffen werden

Bis zum Jahr 2021 muss auch der regulatorische Rahmen angepasst werden. Unterschiedliche Behörden arbeiten im Moment an der Erstellung von übergreifenden Regeln für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Die Autohersteller erhalten im Moment Test-Lizenzen, um die neu entwickelten Features für teilweise autonomes Fahren zu testen. Voraussetzung im Moment ist auch, dass ein Fahrer immer an Board ist, der im Notfall eingreifen kann. BMW möchte die selbstfahrenden Autos bereits im kommenden Jahr testen.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Reinigung mit System – Die letzte Meile muss durch Daten gelöst werden

Berlin, 7. Juli 2016 – Das Unternehmen ZipJet ist bekannt als ein Service für frische Wäsche und gebügelte Hemden: abholen, reinigen und wieder zurückbringen – bei voller Flexibilität. Um einen Service wie diesen sicherstellen zu können, ist jedoch weit mehr nötig, als das Wissen über Waschmittel und Textilien. Denn wie bei nahezu allen Liefer- und Abholdiensten ist es wichtig, das Problem der so genannten “Letzten Meile” zu lösen. Das bedeutet, dass die Kunden ihre Waren natürlich auch an ihrer Haustür abgeben und entgegen nehmen möchten, zu einem vorher festgelegten, fixen Zeitpunkt. Für die Tourenplanung ist das jedoch eine enorme Herausforderung, da stündlich mehrere Kundenkontakte stattfinden und die Touren trotzdem oder vor allem deshalb effizient und zuverlässig geplant werden müssen.
Um diese Aufgabe zu meistern, hat sich ZipJet einen Algorithmus entwickelt, der schon seit den Anfängen die Datenauswertung und Tourenplanung übernimmt. Florian Färber, CEO und Mitgründer von ZipJet, betont, dass die Nutzung von Datenmengen und Algorithmen ab einer gewissen Nutzerzahl obligatorisch ist: “Wenn man die Zeit, die ein Fahrer auf der Straße und beim Kunden verbringt sinnvoll nutzen möchte, kommt man an einer computergesteuerten Planung nicht vorbei. Wir können einem Fahrer bis zu 10 Interaktionen mit Kunden pro Stunde ermöglichen, das ist bei unserer Nutzerzahl nicht mehr von Hand zu bewältigen.”
Es ist daher wichtig, die Routen sinnvoll zu planen, um nicht immer nur den kürzesten, sondern vielmehr auch den klügsten Weg zu wählen. Dabei steht natürlich zuerst die Planung des Bedarfs aus. Dafür clustert ZipJet auf Basis der Google S2 Datenbank alle Städte in denen der Service angeboten wird – zurzeit mit einem Index der Stufe 14, der jeweils 10k Quadratmeter zu einer Einheit zusammenfügt. Darüber hinaus ist es jedoch auch notwendig den Verkehr mit in die Berechnung einzubeziehen, wofür sich ZipJet historische Verkehrsdaten zunutze macht, die für jeweils 15-Minütige Zeitfenster die Durchschnittsgeschwindigkeit definieren. Somit ist es zum Beispiel möglich, in die Berechnungen der Routen einzubeziehen, dass in der Ritterstraße in Berlin an einem Montag Morgen zwischen 9:00 Uhr und 9:15 Uhr die durchschnittliche Geschwindigkeit gerade einmal 15 km/h beträgt. Nur auf diese Weise lässt sich in so verkehrsreichen Städten wie Berlin oder aber auch London und Paris eine Pünktlichkeit von durchschnittlich 95 Prozent erzielen.

Das Waschen unserer Wäsche überlassen wir schon lange den Maschinen, welche vom Menschen nur noch bedient werden. Denjenigen, der uns die Wäsche liefert und wieder nach Hause bringt, kann und will niemand ersetzen, doch bei der Planung von Routen sollten wir uns definitiv auf die Technik verlassen.

Über ZipJet

ZipJet ist ein Unternehmen von Rocket Internet, das von Florian Färber und Lorenzo Franzi 2014 gegründet wurde. Das Unternehmen hat über 50 feste Mitarbeiter und bietet seinen Service seit November 2014 in London und seit Januar 2015 in Berlin an. Der Auftrag von ZipJet ist einfach: Die Welt des Waschens & Reinigens revolutionieren, die Kunden von lästiger Hausarbeit zu befreien und ihnen mehr Freizeit zu schenken. Und das Konzept kommt an: Das Unternehmen hat schon mehr als 40.000 Kunden überzeugt und verzeichnet einen monatlichen Wachstum von etwa 30 Prozent.

Faraday Future arbeitet auch an autonomen Fahrzeug

Das Unternehmen Faraday Future, das von chinesischen Investoren finanziert wird, war bisher für seine Pläne bekannt, ein Elektroauto zu entwickeln, das gegen die Modelle von Tesla antreten soll. Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen auch ein selbstfahrendes Auto entwickeln möchte. Das Unternehmen schließt sich somit einer Reihe von Unternehmen an, die alle ein autonomes Fahrzeug entwickeln wollen. Die Unternehmen Google, Apple, Tesla, Mercedes, General Motors und weitere verfolgen ebenfalls Pläne für ein selbstfahrendes Auto.

Faraday Future mit schrägem Konzeptfahrzeug

Faraday Future hat das erste Konzeptfahrzeug FFZERO1 auf der CES Anfang des Jahres vorgestellt. Dabei handelte es sich um ein seltsam aussehendes Fahrzeug, das wie ein ein Spielzeug-Auto von Hot Wheels aussieht. Das Fahrzeug soll auf einer variablen Plattform Architektur aufbauen. Technische Details über FFZERO1 und das tatsächliche Serienauto wurden bisher nicht veröffentlicht.

Genehmigung in Kalifornien erhalten

Über das selbstfahrende Auto ist bisher auch wenig bekannt. Dem Unternehmen wurde aber eine Lizenz für das Testen von selbstfahrenden Autos in Kalifornien erteilt. Bisher haben 14 Unternehmen die Lizenz für das Testen von autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen erhalten. Darunter befinden sich Volkswagen, Google, Daraday und das von GM übernommene Startup Cruise Automation.

Neben Kalifornien will Faraday auch selbstfahrende Autos in Detroit, Michigan testen. Bis der fahrtüchtige Prototyp entwickelt wird, wird das Unternehmen die Software, Sensoren, Hardware und das User Interface testen. Die Teile werden dabei in andere Fahrzeuge verbaut. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Google und Uber. Serienfahrzeuge unterschiedlicher Hersteller werden mit der entsprechenden Technologie ausgestattet, um Daten und Erfahrungswerte zu sammeln. Während der Tests muss immer ein Fahrer an Board sein, der in Notfällen eingreifen kann.

Bild: Maurizio Pesce (Bestimmte Rechte Vorbehalten)