Hyundai startet werbefinanziertes Carsharing

Mit Hyundai wird der nächste Automobilhersteller auf dem Carsharing Markt aktiv. Hyundai kooperiert dabei mit dem Startup WaiveCar. Die Besonderheit an dem Angebot ist, dass das es werbefinanziert ist.

Elektrofahrzeuge mit Werbung

Hyundai setzt dabei auf elektrische IONIQ Fahrzeuge, die mit Werbung beklebt sind und eine Wertetafel auf dem Dach haben. Dank der Werbung können Kunden das Carsharing Angebot bis zu zwei Stunden kostenlos nutzen. Die Werbebanner auf dem Dach sind mit einer Datenverbindung ausgestattet, damit die Werbung der Umgebung angepasst werden kann. Die Werbung wird lokal ausgespielt und ändert sich auch im Tagesverlauf. So soll die Werbung attraktiver für Betrachter sein und zu höheren Conversions führen.

Sollten die Kunden den Carsharing Service länger als zwei Stunden nutzen, werden 5.99 US$ pro Stunde fällig. Bei dem Angebot handelt es sich um einen stationsgebunden Carsharing Service. Das heißt, die Autos müssen an festgelegten Stationen abgeholt und wieder zurückgebracht werden.

150 Hyundai Fahrzeuge geplant

Hyundai wird mit WaiveCar ab Anfang 2017 eine Flotte mit 150 Fahrzeugen auf die Straßen von Santa Monica in Kalifornien bringen. Hyundai wird sich von dem Versuch auch erhoffen, dass potentielle Kunden das Carsharing-Angebot für eine Testfahrt nutzen und schließlich ein Fahrzeug der Marke kaufen. Die Flotte ist überschaubar. DriveNow und Car2go haben in Städten wie Berlin jeweils mehr als 1000 Fahrzeuge auf der Straße, um einen flächendeckenden und attraktiven Service anbieten zu können.

Car2Go hat Werbung getestet

Daimlers Car2go hat vor mehr als 2Jahren Werbung auf Smarts in Berlin getestet. Das Pilotprojekt wurde aber bereits nach einer Kampagne wieder eingestellt. Dabei wurde die Werbung mit einer gelochten Folie auf der Heckscheibe platziert, so dass die Sicht nicht beeinträchtigt ist. Der Test dürfte nicht erfolgreich gewesen sein, da die Werbefläche zu klein war und die Werbung wenig auffällig war. Bei Car2go haben die Kunden nicht von der Werbung profitiert.

Bild: Hyundai (alle Rechte vorbehalten)

Hamburg: on-demand Shuttle – flinc simuliert den Stadtverkehr von morgen

Im Schnitt bleibt ein Auto in Deutschland am Tag 23 Stunden ungenutzt – und erzeugt damit im parkenden Zustand immense Kosten. Und egal, ob Carsharing oder Privatfahrzeug: pro Fahrt sind bis heute im Schnitt nur 1,5 Personen an Bord. Gleichzeitig führt der motorisierte Individualverkehr zu überlasteten Innenstädten, zahlreichen Verkehrsunfällen, extremen Umwelt- und Klimabelastungen und Krankheiten durch Stress. Einen Beitrag zur Lösung des Verkehrsproblems können On-Demand Shuttle Services darstellen.

Im Rahmen der Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität“ untersucht die flinc GmbH die Auswirkungen eines haltestellenbasierten Shuttle-Systems auf den motorisierten Individualverkehr in Hamburg. Das Shuttle-System kombiniert die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den Vorzügen des eigenen Autos und egalisiert gleichzeitig deren Nachteile. Das System berechnet auf Basis der Nachfrage die günstigste Route und bringt mehrere Passagiere mittels Pooling schnell und bequem ans Ziel. Das Shuttle-System ersetzt in diesem Szenario als Mischung aus UberPool und ÖPNV alle Privat-PKW. Via On-Demand-Pooling steuern die mit jeweils bis zu 8 Personen besetzten Fahrzeuge feste Haltestellen an.

Die Studie zeigt mehrere Vorteile von On-Demand-Shuttles gegenüber dem privaten PKW auf: 97% weniger Autos, 61% weniger gefahrene Kilometer sowie erhebliche Reduktion von CO2, Lärm- und Feinstaubemissionen. Stau wird durch ein Shuttle-System nahezu vollständig eliminiert, da der Wegfall von Privatfahrzeugen mit ei- nem deutlich besseren Verkehrsfluss und weniger gefahrenen Kilometern einhergeht – bei höherer Flexibilität.

Erstmals wurden mit Hilfe anonymisierter Daten über 35 Millionen Fahrten in Hamburg simuliert. flinc ist hierfür eine Partnerschaft mit Telefónica NEXT eingegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bereits 100 Shuttles positiv auf das Verkehrsbild auswirken können.

Erst vor wenigen Wochen hat flinc den Start der neuen Shuttle-Plattform „flott“ verkündet. flott soll als Software-Plattform etabliert werden, die von Verkehrsbetrieben genutzt werden kann, um einen dynamischen Shuttle anbieten zu können. Das Unternehmen will dabei nicht das operative Geschäft betreiben, sondern nur die technische Lösung zur Verfügung stellen. Idealerweise lässt sich die Shuttle Plattform mit den bereits bestehenden Verkehrsmitteln in einer Stadt verknüpfen. Ein Shuttle-System ermöglicht Städten und Verkehrsbetrieben schon heute, einen Teil der für selbstfahrende Autos notwendigen Infrastruktur zu entwickeln und wertvolles Know-how für zukünftige Mobilitätsangebote zu generieren.

Die Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität: Wie kann ein Shuttle-System den kompletten motorisierten Individualverkehr in Hamburg ersetzen?“ ist ab sofort als Download verfügbar.

Bild: flinc GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lyft Amp erfindet das Taxizeichen neu

Die Taxi-Alternative Lyft gibt sein bisheriges Erkennungszeichen, einen pinken Schnurrbart auf und setzt zukünftig auf eine Leuchtanzeige. Als Lyft vor ein paar Jahren mit seinem Ridesharing Dienst in San Francisco gestartet ist, wurde jedes Auto mit einem riesigen Plüsch-Schnurrbart ausgestattet, der am Kühlergrill befestigt wurde. Später folgte eine dezentere Version, die vom Fahrer auf dem Armaturenbrett befestigt wurde. Jetzt kommt das farbige “Taxizeichen”.

Markenzeichen wird aufgegeben 

Das Markenzeichen wird jetzt aufgegeben und anstelle des kleinen leuchtenden Schnurrbarts bekommen die Lyft-Fahrer eine Leuchtschild ins Auto. Das Leuchtzeichen erstrahlt in unterschiedlichen Farben und soll so das Suchen und Finden von Fahrer und Mitfahrer erleichtern. Der Fahrgast sieht die Leuchtfarbe des Schildes in seiner App und kann so den Fahrer leichter finden. Auf der Rückseite des Schildes kann der Fahrer eine individualisierte Nachricht erscheinen lassen, vielleicht erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt auch Werbung.

Bessere Kundenerfahrung als Ziel

Lyft erwartet sich durch das neue Taxischild eine bessere Kundenerfahrung. Fahrer und Fahrgäste sollen sich durch die unterschiedlichen Farben leichter finden. Gerade nachts soll die Suche durch das neue Schild vereinfacht werden. Außerdem will sich Lyft durch das Amp genannten Taxizeichen von den Mitbewerbern abheben.

Zentrale Steuerung des Taxizeichen möglich

Die Farbe wird übrigens von Lyft vorgegeben, damit nicht alle Fahrer mit der gleichen Farbe durch die Gegend fahren. Das Unternehmen kann das neue Feature zentral steuern und so später auch für Werbung nutzen oder für besondere Umstände anpassen. Aus Sicht des Unternehmens können die Schilder auch in autonomen Fahrzeugen angebracht werden, um Fahrzeug und Mitfahrer zu verknüpfen.

Lyft scheint weiter gut zu wachsen und hat im Oktober über 17 Mio. Fahrten vermittelt. Das ist mehr als doppelt soviel, als vor einem Jahr. In den nächsten Monaten wird die Fahrdienstplattform auch vermehrt im Fernsehen um weitere Fahrgäste werben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: BMW und Baidu beenden Zusammenarbeit

Die beiden Konzerne BMW und Baidu haben sich zusammengetan, um gemeinsam an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos zu arbeiten. Damit ist jetzt Schluss. Beide Kooperationspartner haben bekanntgegeben, dass die Zusammenarbeit beendet wird. Der chinesische Technologiekonzern Baidu sucht neue Entwicklungspartner.

BMW 3er als Testträger für Baidu

In den USA testet das chinesische Unternehmen seine Technology nun mit Lincoln Fahrzeugen. Die Marke Lincoln gehört zum Ford-Konzern. Bisher wurden dafür 3er BMWs genutzt. Nach Aussagen von Baidu ist das Unternehmen für verschiedene Partner offen und spricht mit einigen Automobilkonzernen über die Zusammenarbeit. In China arbeitet das Unternehmen mit dem lokalen Herstellern Chery und BAIC zusammen. Auf einer Konferenz in China wurden erste Prototypen der selbstfahrenden Chery Autos präsentiert und konnten auf einem abgesperrten Gelände getestet werden.

Unterschiedlich Ansichten bei Ausrichtung

BMW und Baidu haben die Zusammenarbeit auf Grund von Meinungsverschiedenheiten beendet. Eigentlich wollen  beide Unternehmen zusammen die Technologien für die Fahrzeuge der Zukunft entwickeln und in den USA und China testen. Die Kooperationspartner waren über die Ausrichtung der Forschungsschwerpunkte und die Geschwindigkeit uneinig. Bei der Entwicklung von hochauflösendem Kartenmaterial wollen beide Unternehmen weiterhin zusammenarbeiten. BMW will auch weiterhin in die Entwicklung von autonome Fahrzeugen in China investieren.

Serienreife bis 2021

Baidu und BMW erachten es für realistisch, dass vollautonome Fahrzeuge bis 2021 serienreif sind. Auch andere Konzerne planen einen ähnlichen Zeitraum für die Einführung. Weitere Technologie- und Autokonzerne und auch einige Startups sind davon überzeugt, dass in selbstfahrenden Autos die Zukunft liegt. Autonome Fahrzeuge werden die bisherige Automobilindustrie und das Mobilitätsverhalten der Menschen revolutionieren. Etablierte Konzerne, wie Google, Daimler, General Motors investieren hohe Summen in Forschung und Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Baidu hat sich auch an Zulieferern beteiligt, die sich mit der Entwicklung von Technologien und Komponenten für autonome Fahrzeuge befassen.

Bild: RoadOver (bestimmte Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

Connected Cars: Samsung kauft Harman

Der Technologiekonzern Samsung hat bekanntgegeben, dass der Hersteller von Infotainment und Audiokomponenten Harman für 8 Milliarden US$ übernommen wird. Harman ist einer der führenden Zulieferer von Infotainment und Audio-Komponenten für die Automobilindustrie.

Größte Übernahme für Samsung

Für Samsung ist es die bisher größte Übernahme im Ausland. Bisher ist der Konzern vor allem für seine Smartphones und Elektronikprodukte bekannt. Der südkoreanische Konzern ist auch ein führender Zulieferer von anderen Technologiekonzernen, wie Apple.

Immer mehr Elektronik in Fahrzeugen

Die on-board Elektronik und Infotainment-Ausstattung in Fahrzeugen hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und somit auch das Interesse von Technologiekonzernen geweckt. Samsung möchte mit den Kauf von Harman einen Fuß in die Automobilindustrie bekommen. Für das übernommene Unternehmen sollen sich durch die Expertise von Samsung neue Wachstumsmöglichkeiten ergeben. Samsung verfügt über wertvolle Erfahrungen bei Displays, Benutzeroberflächen und Halbleitern. All diese Bereiche spielen in den aktuellen und auch zukünftigen Fahrzeuggeneration eine immer wichtigere Rolle.

Umsatz soll verdoppelt werden

Harman will in den nächsten fünf Jahren seinen Umsatz verdoppeln. Zu dem Konzern gehören auch die Marken AKG und JBL und die high-end Marke Harman Karton. Zu den Kunden von Harman gehören fast alle Automobilkonzerne, vor kurzem wurden neue Deals mit Fiat Chrysler und General Motors abgeschlossen.

Die Autos der nächsten Generation werden noch mehr auf Digitalisierung setzen, als bestehende Modelle. Dafür werden noch mehr Bildschirme, Software und Prozessoren benötigt. Das sind alles Bereiche, in denen Samsung eine starke Position vorweisen kann. Harman hat eine starke Marktposition unter den Infotainment-Zulieferern in der Automobilindustrie. Somit passt die Übernahme gut in das Portfolio des Technologiekonzerns und Samsung erhält sofort eine starke Basis in der Automobilindustrie, die in den nächsten Jahren ausgebaut werden soll. Bis zum Jahr 2025 soll der Markt für Autoelektronik auf mehr als 100 Milliarden US$ anwachsen. Trends wie Connected Cars und autonomes Fahren werden dabei entscheidende Rollen spielen. Auch Apple will dabei eine Rolle spielen.

Bild: Harman (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Zoox jetzt 1.5 Milliarden US$ wert

Das Startup Zoox arbeitet im Stealth Mode an einem selbstfahrendem Auto, das in den nächsten fünf Jahren zur Marktreife entwickelt werden soll. Bisher ist noch nicht viel über das Fahrzeug an die Öffentlichkeit gelangt, trotzdem scheint das Interesse von Investoren an dem Startup groß zu sein. In einer letzten Finanzierungsrunde sind weitere 50 Mio. US$ in Zoox geflossen, die Bewertung stieg auf 1.55 Milliarden US$. Das Geld kommt diesmal von Composite Capital, einem Fond aus Hongkong.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2014 von dem Australier Tim Kentley-Klay und Jesse Levinson. Tim Kentley-Klay ist Unternehmer und Designer. Jesse Levinson war zuvor an der Stanford University. Dort war er Teil der Forschungsgruppe, die sich mit selbstfahrenden Autos beschäftigt hat. Insgesamt sind zuvor 240 Mio. US$ in Zoox investiert worden, die Bewertung lag dabei bei einer Milliarde US$.

Mehr als ein Roboter Taxi

Das Startup möchte viel mehr entwickeln, als ein selbstfahrendes Auto, das auf Vermittlungsnplattfomen eingesetzt wird. Um dieses Ziel zu erfüllen, wurden Experten von Tesla, Apple, Alphabet und weiteren Technologie- und Autokonzernen abgeworben. Das Fahrzeug soll die Umgebung verstehen und von sich aus wissen, wohin der Fahrgast möchte, was er während der Fahrt machen möchte und wie er sich durch die Stadt bewegen will.

Starke Konkurrenz für Zoox

Zoox ist nicht das einzige gut finanzierte Unternehmen, dass sich mit selbstfahrenden Autos entwickelt. Google beschäftigt sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen. General Motors hat Cruise übernommen, um schneller in der Entwicklung zu sein. Uber hat erkannt, dass autonome Fahrzeuge eine Bedrohung für das jetzige Geschäftsmodell darstellen und investiert deshalb selbst kräftig. Seit kurzem werden die ersten autonomen Fahrzeuge in Pittsburgh getestet. Nutonomy ist in Singapur mit einem Pilotprojekt gestartet. In den nächsten fünf Jahren werden wir die ersten Flotten vollautonomer Fahrzeuge auf den Straßen sehen, Zoox will mit dabei sein.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

Lyft testet Monatsticket mit vergünstigten Fahrpreisen

Die Fahrdienst-Plattform Lyft testet im November in einigen amerikanischen Städten ein Monatsticket für beliebig viele Fahrten mit dem Ridesharing Angebot. Im Sommer hat Uber in New York ein ähnliches Angebot getestet, um das Sommerloch auf der Nachfrageseite abzuschwächen.

Monatsticket im November gültig

Lyft testet das Angebot in Los Angeles, Miami, San Diego, Chicago, Atlanta und Washington, D.C.. Das Monatsticket gilt für das Ridesharing Angebot Lyft Line, bei dem sich mehrere Fahrgäste, die in die selbe Richtung unterwegs sind, das selbe Fahrzeug teilen. Das amerikanische Startup beschränkt das Angebot auf den Monat November, die Monatstickets müssen im Oktober gekauft worden sein.

Kein Surge Pricing mit Monatsticket

Die Nutzer können mit dem Lyft Line Pass einiges im Vergleich zu dem normalen Fahrpreisen sparen. Bei dem Angebot gibt es keine Kilometerbegrenzung und auch die erhöhen Fahrpreise (Surge Pricing) während den Stoßzeiten sind bereits inbegriffen.

Es stehen zwei Varianten zur Verfügung. In der einen Version zahlt der Nutzer 29 US$ pro Monat und kann den Lyft Line Service unbegrenzt ohne Zuzahlung nutzen. In der zweiten Varianten zahlt der Kunde 20 US$ pro Monat und dann weitere 2 US$ pro Fahrt.

Teil des langfristigen Plans von Lyft

Für Lyft sind es die ersten Test, es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen die Monatstickets in weiteren Märkten testen wird. Lyft President John Zimmer hat in einem Blog Post über autonomes Fahren angekündigt, dass das Unternehmen vie Potential in Abonnements sieht, um Nutzer an den Service mit einem günstigen Angebot zu binden. Uber und Lyft testen häufig vergleichbare Angebote, um das Volumen an Fahrten zu erhöhen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Transportvermittlung Uber Freight geht an den Start

Fast unbemerkt ist Uber Freight an den Start gegangen. Mit dem neuen Angebot will das Ridesharing-Unternehmen in den Markt der Transportvermittler und Speditionen einsteigen. Über eine neue Plattform sollen Speditionen und Warenversender vernetzt werden.

Auf der einen Seite hat Uber das Startup Otto übernommen. Otto entwickelt selbstfahrende LKWs. In der letzten Woche fand eine erste Demonstration statt. Ein von Otto umgerüsteter Truck hat eine Ladung Budweiser Bier über eine Strecke von ca. 200 Kilometern autonom transportiert. Uber will nicht nur selbstfahrende LKWs entwickeln, sondern auch eine Plattform starten, auf der Speditionen und Versender verknüpft werden.

Die Plattform heißt Uber Freight, der Soft-Lauch fand mit der ersten Fahrt des Otto LKWs statt.

Der Markt der Frachtvermittlung ist im Moment noch wenig digitalisiert und langsam. Genau hier will Uber Freight ansetzten. Das Ziel von Uber wird sein, die Vernetzung der Unternehmen so einfach zu gestalten, wie es mit der Uber App für Fahrer und Passagiere vorgemacht wurde. Bisher stellt eine Vermittler den Auftrag zwischen dem Versender und den Transportunternehmen her. Die Vermittler verlangen eine Gebühr für ihre Arbeit und nutzen meistens veraltete Technologien. Uber will die Vermittler ersetzen und die Vermittlung schneller und günstiger durchführen.

Neben Uber sind auch weitere Startups an dem Markt interessiert. In Deutschland sind die beiden Startups FreightHub  und Instafreight vor kurzem mit einem ähnlichen Ziel gestartet. Sie wollen sich aber nicht nur auf den Güterverkehr mit LKWs beschränken. Auch See- und Luftfracht soll mit dem Angebot von FreightHub und Instafreight digitalisiert werden. Instafreight wird von Rocket Internet unterstützt.

Uber will damit in den nächsten Milliardenmarkt und sich und den teilnehmen Partner durch Digitalisierung einen Vorteil verschaffen. Die Frachtvermittler dürften über den Vorstoß wenig begeistert sein. Bis die Otto Trucks serienreif sind, wird es noch mehrere Jahre dauern. Die Zeit kann Uber nutzen, um schon mal den Markt für die Frachtvermittlung aufzubauen.