Juno will Uber das Wasser abgraben

Zwei Neuigkeiten aus dem Ridesharing und Carsharing Bereich: Peer-2-Peer Carsharing Startup TravelerCar sammelt 5 Mio. € ein, Juno plant in den USA eine neue Ridesharing Plattform und will Uber das Wasser abgraben.

Peer2Peer Carsharing Startup TravelerCar mit Finanzierung

Das französische Peer-2-Peer Carsharing Staruop TravelerCar hat eine Finanzierung in Höhe von 5 Mio. Euro eingesammelt. Im July 2014 hat das Unternehmen bereits 750.000 € an Seed-Finanzierung erhalten. Im letzten Jahr hat TravelerCar den Wettbewerber Carnomise übernommen, die Nutzerzahl ist durch die Übernahme auf 100.000 registrierte Nutzer gestiegen. Bis Ende des Jahres soll sich die Kundenzahl verfünffachen. TravelerCar fokussiert sich auf Fahrzeugbesitzer, die ihr Fahrzeug vermieten möchten, wenn sie auf Reisen sind. So sparen sie sich Parkgebühren am Flughafen oder an Bahnhöfen und können durch die Vermietung sogar Geld verdienen. Gemietet werden die Fahrzeuge von anderen Reisenden, die für ihren Aufenthalt ein Auto benötigen. TravelerCar tritt somit in Konkurrenz zu Autovermietern wie Sixt und Hertz. Peer-2-Peer Carsharing liegt in Frankreich im Trend. Der Anbieter Drivy ist ebenfalls in Frankreich gestartet und ist mittlerweile in mehreren europäischen Ländern aktiv. In Deutschland hat Drivy den lokalen Wettbewerber Autonetzer übernommen. In den USA ist FlightCar mit einem vergleichbaren Konzept wie TravelerCar unterwegs. (via Tech.eu)

Neues Ridesharing Startup Juno

Bisher agiert das Ridesharing Unternehmen Juno noch im Stealth-Mode. Anscheinend beschäftigt es aber schon mehr als 100 Mitarbeiter. Im Laufe des Frühjahrs soll in New York City der Ridesharing Service des Unternehmens gestartet werden.

Gegründet wurde Juno von Talmon Marco. Talmon Marco hat davor die Messaging-App Viber gegründet und für 900 Mio. US$ verkauft. Bisher finanziert Marco das Unternehmen anscheinend aus eigenen Mitteln. Das Unternehmen ist aber Anscheinend in Gesprächen mit weiteren Investoren, um 30 Mio. US$ aufzunehmen.

Juno soll im Vergleich zu Uber besser für die Fahrer sein. Das Unternehmen will nur 10% Gebühr vom Fahrpreis abziehen und die Fahrer am Unternehmen beteiligen. Die Fahrer, die ausschließlich für Juno arbeiten, werden festangestellt. Fahrer, die auch für andere Netzwerke arbeiten, sind als unabhängige Partner vertraglich gebunden. Beim Fahrerrecruiting konzentriert sich Juno auf die besten Uber und Lyft Fahrer. Nur Fahrer die bei der Konkurrenz eine Bewertung von mindestens 4.7 aus 5 Sternen haben, haben eine Chance bei dem neuen Ridesharing Dienst. Juno möchte sich über die Fahrerqualität von Unternehmen wie Uber und Lyft distanzieren.

Um an Daten zu gelangen, zahlt Juno im Moment 25 bis 50 US$ an Lyft und Uber Fahrer pro Woche, wenn sie die App installieren und während ihren normalen Touren laufen lassen. So erhält Juno wertvolle Informationen über Location, Verkehr und Geschwindigkeit der Fahrer. Ob diese Datenerhebung im Einklang mit den AGBs der von Uber und Lyft ist, ist fraglich. Juno möchte so weitere Fahrer gewinnen und bei Laune halten.

Talmon Marco hat keine Angst davor, in einen Markt einzusteigen, der schon jetzt gut besetzt ist. Die beiden Riesen Uber und Lyft teilen sich den größten Teil des amerikanischen Marktes. Außerdem sind noch Unternehmen wie Gett, Via, Flywheel, Arro, Way2Ride oder Curb aktiv. Ridesharing Startup Sidecar hat bereits die Segel gestrichen und die Taxi-App Hailo hat New York recht schnell wieder verlassen.

Bild: Juno (gojuno.com) (alle Rechte vorbehalten)