Ubers Strafen im Überblick.

Seit 2009 musste Uber 61.9 US$ Strafe zahlen

Seit dem Start im Jahr 2009 musste Uber hohe Summen an Strafe bezahlen. Die Summe von fast 62 Mio. US$ (ca. 54 Mio. Euro) übertrifft die Finanzierung, die einige Uber Konkurrenten bisher erhalten haben. Uber hat bisher mehrere Milliarden US$ eingesammelt und wird aktuell mit 62 Milliarden US$ bewertet. Bisher wurde Uber allein in den USA mehr als 170-mal angeklagt.

„Safe ride fee“ Urteil: 25 Mio. US%$ (22 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Im vor kurzem beigelegten Verfahren in Kalifornien hat Uber eingewilligt, seine Marketingstrategie zu ändern. Eine Uber Fahrt wird nicht mehr als sicherste Alternative bezeichnet. Die Fahrerüberprüfung wird nicht mehr als „der Goldstandard“ bezeichnet. Die 1 US$ „Safe ride fee“ wird in Buchungsgebühr umbenannte. Uber wurde vorgeworfen, dass es nicht richtig ist, dass Uber führend bei der Überprüfung der Fahrer ist. Uber hat eingewilligt, 10 Mio. US$ an Strafe zu zahlen. Weitere 15 Mio. US$ werden fällig, wenn sich Uber in den nächsten 2 Jahren nicht an die Vereinbarung hält.

Sammelklage wegen Sicherheitsbedenken: 28.5 Mio. US$ (25 Mio. Euro)

Status: beigelegt

In zwei Sammelklagen, die sich beide mit dem Thema Sicherheit beschäftigt haben, hat Uber eingewilligt, 25 Mio. Euro zu zahlen, um zu einer Einigung zu gelangen. Uber-Nutzer haben gegen Uber geklagt, da sie ihre Sicherheitsgebühr “Safe ride fee” zurück haben wollten. Begründet wurde es mit den missverständlichen Informationen, die Uber über die Sicherheitsgebühr verbreitet hat. Jeder der Kläger hat das Anrecht auf einen kleinen Teil der Summe von 25 Mio. Euro. Uber hat einige PR-Desaster im Bezug auf die Sicherheit erlebt.

Verstöße in Frankreich: 1.3 Mio. US$ (1.2 Mio. €)

Status: beigelegt

Im Januar 2016 wurde Uber in Frankreich zu einer Strafe von 1.2 Mio. Euro verurteilt. Uber wurde verklagt, da die Uber-Fahrer gegen die Regeln des französischen Transportgesetztes verstoßen haben. Wie bei Uber üblich haben sich die Fahrer in den Straßen bereitgehalten, um auf Aufträge zu warten. Dieses Vorgehen ist aber nur für lizensierte Taxi Fahrer zulässig, die für ihre Lizenz bezahlen. Ein vergleichbares Gesetz existiert in Deutschland. Nur Taxis dürfen sich bereithalten, um Fahrgäste aufzunehmen. Mietwagenfahrer müssen zu ihrem Betriebssitz zurück kehren, wenn sie keine im Voraus gebuchte Fahrt haben.

Datenfehler: 7 Mio. US$ (6 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Uber hat in Kalifornien gegen die Berichtspflicht der Transportbehörde California Public Utilities Commission verstoßen. Im Januar 2016 haben sich die Behörde und Uber darauf geeinigt, dass Uber 5 Mio. Euro Strafe zahlen muss. Hätte sich Uber geweigert, die Gebühr zu zahlen, wäre es Gefahr gelaufen, die Betriebslizenz zu verlieren. Uber wurde vorgeworfen, nicht genügend Daten über das operative Geschäft geliefert zu haben. Unter anderem wurde Zahlen über Kunden zurückgehalten, die eine Anfrage bezüglich der Beförderung von körperlich eingeschränkten Personen gestellt haben. Über Unfallursachen von Uber-Fahrern wurden auch nicht ausreichend Daten geliefert. Vor ein paar Tagen hat Uber den ersten Transparency-Bericht an die Behörden übermittelt.

Fahrer übernachten in Fahrzeug: 15.000 US$ (13.000 Euro)

Status: beigelegt

Eine bei Uber registrierte Fahrerin hat Uber auf mehr als 13.000 Euro verklagt. Sie hat im ihren Auto gelebt und hat von Uber eine Entschädigung für nicht gezahlten Verdienst, nicht gezahlte Auslagen und fälschlicherweise abgezogene Beträge verlangt. Uber war zwar anderer Meinung, hat sich aber dazu entschlossen, den Fall beizulegen.

Einigung in New York: 20.000 US$ (17.000 Euro)

Status: beigelegt

Im Jahr 2014 hat ein Fall für Aufregung gesorgt. Der General Manger von Uber in New York soll eine Journalistin damit verunsichert haben, dass Uber im God Mode nachverfolgen kann, wohin sie sich bewegt. Daraufhin wurden die Datenschutzregeln bei Uber in einer 14-monatigen Untersuchung unter die Lupe genommen. Als Folge musste Uber die Geo-Daten der Fahrten verschlüsseln.

Auseinandersetzung in Alaska: 78.000 US$ (68.000 Euro)

Status: beigelegt

In Alaska musste Uber 68.000 € Strafe zahlen, da Fahrer fälschlicherweise als unabhängige Vertragspartner und nicht als angestellte Fahrer eingestuft wurden. Die Behörden haben Uber vorgeworfen, dass sich das Unternehmen so Arbeitslosenversicherung, Steuern und Zuschläge spart. Uber war in Anchorage für sechs Monate aktiv. Da keine Einigung mit den Behörden gefunden wurde, wurde der Fahrservice wieder eingestellt.

Tragischer Unfall mit Todesfolge: unbekannte Summe

Status: beigelegt

Silvester 2013 wurde in San Francisco ein Kind von einem Fahrer überfahren und getötet, der zwar keinen Fahrgast an Board hatte, aber in der Uber Fahrer-App online gewesen ist. Uber wollte sich erst darauf berufen, dass der Fahrer keinen Auftrag am Unfallzeitpunkt hatte. In Kalifornien wurde daraufhin ein Gesetz erlassen, das besagt, dass Ridesharing Dienste auch eine Versicherung abschließen müssen, die Fahrer auch zwischen Fahrten versichert.

Massenklage der Fahrer

Status: noch offen

Diese Massenklage könnte weitreichende Folgen für die gesamte Sharing Economy in den USA haben. Uber wurde von Fahrer verklagt, die fordern, dass sie als Angestellte und nicht als unabhängige Partner anerkannt werden. Sie fordern die Rückerstattung von Auslagen, inklusive Benzingeld und Reparaturkosten.

Wenn Uber die Fahrer als Angestellte beschäftigen muss, dann verliert das Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil. Die Fahrerkosten würden steigen, da Beiträge für Arbeitslosenversicherung und Sozialversicherung fällig wären. Außerdem hätten die Fahrer Anspruch auf die Rückerstattung von Benzingeld.

Insgesamt musste Uber bisher mehr als 60 Mio. US$ Strafe zahlen. Da viele Fällen nach offen sind, wird diese Summe in den nächsten Monaten und Jahren steigen.

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