Favor Lieferdienst strauchelt in einigen Städten

Lieferservice Favor schließt in einigen Städten

Der on-demand Lieferservice Favor hat angekündigt, dass der Service in fünf amerikanischen Städten eingestellt wird. Favor betreibt eine Plattform über die on-demand Transportdienste gebucht werden können. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt das Unternehmen Postmates, das unter anderem von dem Deutschen Sebastian Lehmann gegründet wurde.

Der Lieferservice von Favor wird in den Städten Chicago, Philadelphia, Atlanta, Miami und Washington DC geschlossen. Vor der Ankündigung war das Unternehmen in 23 Städten aktiv, die Zahl hat sich jetzt auf 18 Städte reduziert.

Herausforderndes Geschäftsmodell

Es ist extrem schwierig, ein on-demand Lieferstartup mit sinnvollen Unit Economics aufzubauen. Nicht nur Favor hat damit zu kämpfen. Vor ein paar Monate hat Delivery Hero sein Tochterunternehmen Valk Fleet geschlossen, das sich auch ausschließlich auf on-demand Zustellungen fokussiert hat. Häufig gehören Restaurants ohne eigen Flotte zu den Kunden der Lieferdienste. Deren Nachfrage ist sehr dynamisch und ermögliche keine gleichmäßige Auslastung der Lieferservices. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb im Feld der on-demand Lieferdienste hoch ist. Einige gut finanzierte Startups kämpfen um Markanteile und drücken die Preise. In Deutschland sind das unter anderem Deliveroo und Foodora.

Fokus auf Städte mit geringerer Einwohnerdichte

Favor will sich nun auf Märkte mit geringerer Einwohnerdichte fokussieren. Diese Städte verfügen über ein gesünderes Marktumfeld und das on-demand Lieferstartup kann dort effizienter wachsen. Das Unternehmen Hinzu kommt, dass in diesen Städten der Verkehr geringer ist und schneller Parkplätze gefunden werden können. Die Wartezeiten bei den Restaurants sind auch kürzer. Das führt dazu, dass die Kunden eine bessere Erfahrung mit dem Service machen und diesen gut bewerten und weiterempfehlen. Entscheidender Punkt ist auch, dass in diesen Städten der Wettbewerb geringer ist. Favor muss auch erst in diesen Städten beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Entscheidend hierfür sind die Auslastung und der Durchsatz an Aufträgen pro Fahrer.

Das Unternehmen will seinen Lieferservice in weiteren Städten mit geringer Einwohnerdichte starten und schließt auch nicht aus, dass der Service wieder in den Städten mit hoher Dichte eingeführt wird.