Hermes und Metro als Partner für Lieferroboter

Die Lieferroboter kommen – Mit Hermes und Metro

Demnächst wird es auf den Gehwegen in einigen europäischen Städten noch voller. Das Startup Starship Technologies aus Großbritannien hat verkündet, dass noch im Juli Lieferroboter in London und drei anderen europäischen unterwegs sein wird. In Deutschland soll der Roboter in Hamburg und Düsseldorf zum Einsatz kommen. Die Größe der Roboter ist überschaubar. Es können zwei volle Einkaufstüten im Laderaum untergebracht werden, für mehr ist nicht Platz. Die Ladung wird durch einen PIN geschützt, der dem Empfänger mitgeteilt wird.

Lieferung von Essen per Roboter

Die kleinen autonomen Fahrzeuge verfügen über sechs Räder und sind so ausgelegt, dass auch Steigungen und Hindernisse wie Bordsteinkanten überwindet werden können. Die Roboter sollen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden. Das heißt für Sendungen die zwischen dem letzten Hub und der Haustür des Kunden transportiert werden müssen. Der Essenlieferservice Just Eat wird einer der ersten Kunden von Starship sein. Bald werden also Pizzen und Sushi per Roboter zugestellt. Neben Just Eat wird auch der Essenlieferservice Pronto zu den ersten Kunden gehören. Die Fahrradkuriere und Kurierfahrer mit Roller sollen durch die Roboter ersetzt werden. In Deutschland gehören der Paketdienst Hermes und die Metro-Gruppe zu den Kunden.

Kostenreduktion durch Roboter

Im Moment kostet die Zustellung eines Pakets in London ca. 13 Euro. Das Ziel von Starship ist es, diese Kosten auf unter zwei Euro pro Paketzustellung zu drücken. Bisher wurde eine geringe Anzahl an Robotern produziert, bis ende des Jahres sollen es etwa 1000 produzierte Fahrzeuge sein. Die Kosten pro Roboter sind nicht öffentlich kommuniziert worden.

Der Businessplan des Unternehmens sieht vor, dass die Kunden für die Nutzung eine monatliche Gebühr bezahlen. Diese Gebühr beinhaltet den Transportservice und am Anfang auch einen Piloten, der die Steuerung übernimmt. Langfristiges Ziel ist, dass die Lieferroboter voll autonom durch die Stadt fahren. Am Anfang wird aber immer ein Disponent notwendig sein, der die Fahrzeuge aus der Ferne überwacht. Für die Umfeldüberwachung der Fahrzeuge stehen dem Piloten neun Kameras zur Verfügung. Über Lautsprecher und Mikrofon kann auch mit den Kunden kommuniziert werden. Bis zu 100 Roboter sollen von einem Piloten gleichzeitig überwacht werden können. Mit der Zeit lernen die Roboter die besten Fahrrouten und werden immer autonomer. Die Lieferroboter kommunizieren untereinander um von einander die besten Routen zu lernen. Mit den Kamera können auch potentielle Diebe abgeschreckt und im Notfall überführt werden. Sollte jemand versuchen, in den Laderaum einzubrechen, wird automatisch die Polizei verständig.

Lieferroboter statt Drone

Das Startup beschäftigt aktuell 55 Angestellte und wurde von den Skype-Gründern Ahti Heinla und Janus Friis ins Leben gerufen. Das Startup wurde im Jahr 2014 gestartet und in den letzten neun Monaten hatten 400.000 Passanten Kontakt mit den Robotern, ohne dass es zu einem Unfall während der Testphase gekommen ist. Zwei drittel der Passanten ignorierten die Roboter nachdem sie diese kurz wahrgenommen hatten, der Rest hat mit Begeisterung darauf reagiert. Die Startups Dispatch und Sidewalk entwickeln ebenfalls autonome Lieferfahrzeuge, die bald unser Straßenbild verändern können. Amazon hat vor ca. zwei Jahren für Aufsehen gesorgt, als Verkündet wurde, dass Dronen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden sollen. Strengere Richtlinien für den Betrieb von Lieferdrohnen haben dieses Vorhaben aber stark abgebremst. Für den Betrieb von Roboter gibt es weniger strenge Regeln, außerdem sind die Anschaffungs- und Betriebskosten wesentlich niedriger.  Mal sehen, wann sich Amazon auch für die kleinen Lieferroboter interessiert.

Bild: Starship (alle Rechte vorbehalten)