Take Eat Easy konnte keine Finanzierung einsammeln.

Lieferdienst Take Eat Easy ist insolvent

Der Essen-Lieferdienst Take Eat Easy ist pleite und stellt sofort den Betrieb ein. Das im Jahr 2013 gegründete Unternehmen hat es nicht geschafft, eine neue Finanzierungsrunde einzusammeln. Jetzt wurde Insolvenz angemeldet und es wird nach einem Käufer gesucht. In der letzten Woche wurde noch ein Meilenstein verkündet, die millionste Lieferung wurde ausgeliefert.

Das Unternehmen aus Brüssel hat somit im Wettbewerb mit Foodora und Deliverooo verloren. Die im letzten Jahr eingesammelten 16 Mio. US$ haben nicht gereicht, um im Wettbewerb mit Foodora und Deliveroo erfolgreich zu ein. Foodora verfügt über hohe finanzielle Mittel aus dem Rocket Umfeld und Deliveroo hat ebenfalls eine stattliche Finanzierung eingesammelt. Hinzu kommt, dass UberEATS in Europa gestartet ist und Amazon ebenfalls in den Markt für Restaurant Lieferservices einsteigen möchte.

Seit Oktober 2015 wurde versucht, die Series C einzusammeln. Laut Blog Post von Take Eat Easy Gründer Adrien Rosen hat das Unternehmen in der Zeit Ablehnungen von 114 VCs erhalten. Ein Deal über das Investment von  30 Mio. US$  durch ein staatseigenes französisches Logistikunternehmen ist gescheitert. Nach einer dreimonatigen Due Diligence  hat der Aufsichtsrat den Deal abgelehnt und das Investmentangebot wurde zurückgezogen. Die Verhandlungen unter einer Exklusivitätsvereinbarung, somit gab es keinen Plan B.

Starke Wettbewerber für Take Eat Easy 

Für die geplante Finanzierungsrunde war es nicht hilfreich, dass Deliveroo über 200 Mio. US$ eingesammelt hat. Fraglich ist auch die Rolle, die Rocket Internet in dem Zusammenhang gespielt hat.  Die Tatsache, dass Rocket Internet in Take Eat Easy investiert hat und die Anteile dann an Delivery Hero weiterverkauft hat, dürfte nich unterstützend gewesen sein. Zu Delivery Hero gehört auch Foodora (vormals Volo), in das vom Unternehme sehr viel Geld gesteckt wird, um mit Deliveroo mithalten zu können. Delivery Heros Interesse, einen zweiten starken Player aufzubauen, dürfte gering gewesen sein. Ebenso das Interesse an einer Fusion von Foodora und Take Eat Easy, die teuere geworden wäre. Investoren wird es abgeschreckt haben, dass ein starker Wettbewerber direkten Zugriff auf alle Planungen und Kennzahlen von Take Eat Easy hat.

Wer kommt als Käufer in Frage? 

Die hohen Fixkosten und die geringe Marge sind dem Unternehmen letztendlich auf die Füße gefallen. Fraglich ist, wer das Unternehmen in einem nächsten Schritt kaufen könnte. Die meisten der zuletzt 160 Mitarbeiter werden schnell das Unternehmen verlassen wollen, wenn sie nich schon weg sind. Somit würde es kein Team mehr geben, um das Geschäft am Leben zu halten. Die Kundenbasis dürfte sich mit der von Foodora und Deliveroo stark überschneiden, somit dürften diese beiden Unternehmen auch nicht als Käufer in Frage kommen. Unternehmen wie Amazon und Uber scheinen lieber auf eine eigenen Technologie und ein eigenes Sales Team zu setzten. Wer bleibt da noch?

Nach der Insolvenz von Food Express, der Entlassungswelle bei Moovinga und dem Aus von Take Eat Easy und Valk Fleet stellt sich die Frage, ob es der richtige Weg ist, ein Unternehmen schnell aufzublasen, ohne ein profitables Geschäftsmodell zu haben. Angemessenere wäre es, zuerst zu beweisen, dass das Geschäft auf einem kleinen Level profitabel funktioniert, bevor es dann hochskaliert wird.

Über Take Eat Easy konnten die Nutzer fertig zubereitete Gerichte von beliebten Restaurants bestellen. Es wurde entweder über die Smartphone App oder die Website bestellt. Wie Foodora, UberEats und Deliveroo verfügte auch Take Eat Easy über eine Flotte an Lieferfahren, die die Gerichte mit Fahrrädern oder Motorrollern ausgeliefert haben. Von den Restaurants wurde eine Gebühr von 30% einbehalten, die Nutzer mussten zusätzlich 2.50 Euro Liefergebühr bezahlen. Nach dem Start in Brüssel ist das Unternehmen in 20 europäische Städte expandiert. Take Eat Easy hatte am Ende 3.200 Restaurants auf der Plattform und 350.000 Kunden.

Bild: Screenshot Take Eat Easy Website (alle Rechte vorbehalten)