Pronto Lieferservice gibt auf

Essenlieferdienst Pronto gibt auf

Pronto, der Lieferdienst für Gerichte gibt auf. Das Unternehmen hatte ein limitiertes Angebot an warmen gesunden Gerichte, Desserts und Getränken im Angebot. Die Gerichte wurden dabei selbst gekocht/aufgewärmt und kamen nicht von angesagten Restaurants wie bei Foodora oder Deliveroo. Das Ende von Pronto hat sich bereits in der letzten Woche angekündigt, damals wurde überraschend eine kurze Pause angekündigt. Der Kundenservice hat damals noch von ein paar Tagen gesprochen. Es ist nicht davon auszugehen, dass Pronto seinen Betrieb nochmal aufnimmt.

Gesunde Gerichte und eigene Küche

Das Startup hat im vergangenen Jahr eine Finanzierung von 1.6 Mio. US$ eigesammelt, unter anderem von Seedcamp, Planfair Capital, Business Angels und strategischen Investoren. Die Finanzierungssumme wurde hauptsächlich für den Aufbau der Küchen und die Bezahlung der Fahrer genutzt. Pronto hat sich auf gesunde Gerichte konzentriert. Pronto war bisher nur in London aktiv. Es wurden eigene Küchen an unterschiedlichen Orten in der Stadt eröffnet, um die Gerichte innerhalb von 20 Minuten zustellen zu können. Die Bestellungen wurden gruppiert, um eine höhere Auslastung der Fahrer zu erreichen. Die Zustellung erfolgte mit selbstständigen Fahrern, die meist mit Roller oder Fahrrad unterwegs waren.

Hohe Logistikkosten als Herausforderung

Dem Unternehmen sind die hohen Logistikkosten auf die Füße gefallen. Wie bei allen on-demand Lieferservices muss in den Peak-Zeiten genug Umsatz erzielt werden, um die Kosten außerhalb der Stoßzeiten zu decken. Pronto ist es in den letzten Monaten nicht gelungen, seine Unit-Economics so auszurichten, dass es für weitere Investoren interessant gewesen wäre, zu investieren. Wenig hilfreich dürfte auch das Aus von Take Eat Easy gewesen sein und die große Finanzierungsrunde von Deliveroo. Gerüchteweise war es für Deliveroo auch schwieriger Geld einzusammeln, als gedacht. Das Startup mit der schwarzen Fliege als Markenzeichen hat auch keinen Mindestbestellwert erhoben, die meisten Gerichte waren für etwa 9.50 Euro zu haben. Mit so einem geringen Bestellwert ist es schwierig, ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen.

Auch Rocket Internet ist mit Modell gescheitert

In der Vergangenheit hat Pronto auch durch die Partnerschaft mit dem Roboter-Startup Starship Technologies aufmerksam erzeugt. Starship Technologies entwickelt kleine autonome Lieferroboter, Pronto wollte diese für die Lieferung von Gerichten nutzen. Rocket Internet hat sich mit EatFirst mit einem ähnlichen Konzept versucht. EatFirst ist mittlerweile nur noch in London aktiv und liefert ausschließlich Gerichte, die in der Mikrowelle erwärmt werden müssen. Zuerst wurden auch warme Gerichte ausgeliefert, die in einer eigenen Küche zubereitet wurden.

Bild: Pronto (alle Rechte vorbehalten)