Nach drei Jahren am Markt gibt der on-demand Wäschedienst Washio auf.

Washio Wäschedienst schließt die Pforten

Der 2013 gestartete Wäsche-Lieferservice Washio hat in der vergangenen Woche angekündigt, dass der Betrieb sofort eingestellt wird. Die Gründer haben in einem offenen Brief an die Nutzer auf der Webseite veröffentlicht, dass ab sofort keine Aufträge mehr angenommen werden. Bestehende Aufträge werden noch abgearbeitet.

Washio hat keinen Käufer gefunden

Laut TechCrunch hat Washio vergeblich Versucht, einen Käufer zu finden. Aber anscheinend war kein Wettbewerber oder strategischer Investor daran interessiert, das Startup zu übernehmen. Bisher hatte das Unternehmen eine Summe von ca. 17 Mio. US$ in vier Runden eingesammelt.

Finanziert wurde Washio unter anderem von Canaan Partners, AME Venture Partners und bekannten Business Angels wie Ashton Kutcher oder der Rapper Nas.

Das Unternehmen ist zuerst mit einem on-order Modell gestartet, die Kunden mussten teilweise mit 24 Stunden Vorlaufzeit ein bestimmtes Zeitfenstern buchen. Im vergangenen Jahr hat das Startup das System auf on-demand Abholungen umgestellt. Innerhalb von einer Stunde nach Auftragseingang wurde die Wäsche abgeholt und innerhalb 24 Stunden wieder zurück geliefert.

Komplexität Überschätzt

Anscheinend hat die mobile Textilreinigung zu schnell zu viel Geld in den Städten Boston, Los Angeles, Chicago, San Francisco, Oakland und Washington D.C. verbrannt. Ein Großteil der Kosten wird auf die Bezahlung der Fahrer entfallen sein. Ein on-demand System lässt sich nur mit einer großen Flotte an Fahrern betreiben, was zu extrem hohen Kosten pro Bestellung führt, wenn keine Auslastung vorhanden ist. Das Aus von Washio zeigt, wie schwer es ist, ein nachhaltiges Unternehmen in einem Bereich mit niedrigen Margen aufzubauen. Hinzu kommt noch die Komplexität der operativen Prozesse, die das Geschäftsmodell von Washio mit bringt. Wenn man diese nicht im Griff hat, wird es schwierig. Washio ist nicht das erste on-demand Unternehmen, das in jüngster Zeit aufgeben musste. Vor ein paar Wochen hat bereits der Essenlieferdienst Take Eat Easy aufgegeben.

Neben Washio sind in den USA auch FlyCleaner order Cleanly mit einem vergleichbaren Modell auf dem Markt. In Berlin, London und Paris bietet ZipJet einen mobilen Reinigungs- und Wäscheservice an. Der Münchner Anbieter Wash Now wurde im Mai von Jonny Fresh übernommen.

Bild: Screenshot Washio Homepage (alle Rechte vorbehalten)