Der Wettbewerb der Lieferdienste für Restaurants wird durch den Einstieg von Amazon Restaurants angeheizt.

Amazon Restaurants Lieferservice startet in London

Der Markt für Restaurant-Lieferdienste in Europa wird durch Amazon aufgemischt. Seit Juli wurde vermutet, dass Amazon einen Lieferservice für Gerichte von angesagten Restaurants startet, jetzt ist es soweit. Amazon Prime Nutzer können den Service über die Amazon Prime Now App in einigen Gebieten in London buchen. Mit Amazon Restaurants steigt der amerikanisch E-Commerce Riese in einen Markt ein, der bisher von UberEats und Deliveroo in London dominiert wird. Beide Anbieter erhalten eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Im Gegensatz zu Deliveroo verlangt Amazon keine Liefergebühr, dafür liegt der Mindestbestellwert bei 15 GBP. Bei Deliveroo lieg die Liefergebühr bei 2.49 GBP in London, der Mindestbestellwert bei 12.50 GBP. UberEats verlangt keine Liefergebühr und ein Mindestbestellwert fällt auch nicht an. Amazon sagt, dass die Preise für die Gerichte in der App nicht teurer sind, als in den Restaurants. Es soll also keine Aufschläge geben. Sollte ein Kunde im Restaurant einen günstigeren Preis sehen, erstattet Amazon die Kosten dafür.

Wettbewerb um Kunden und Fahrer wird härter

Der Einstieg von Amazon wird den Wettbewerb auf mehreren Fronten anheizen. Auf der einen Seite wird der Druck bei der Kundenakquisition erhöht. Bisher überbieten sich Deliveroo und UberEats bei Rabattaktionen, Amazon hat genügend finanzielle Mittel und Durchhaltevermögen, um diesen Preiskampf über eine lange Zeit mitzugehen. Auf der anderen Seite wird der Kampf um Fahrer härter. Auch hier versuchen die beiden Marktgrößen, sich gegenseitig die Fahrer abzuwerben bzw. zum Einsatz zu bewegen. Die meisten Kuriere sind bei beiden Plattformen registriert und wechseln zwischen beiden Plattformen hin und her. Entscheiden dafür sind die Verdienstmöglichkeiten, also Auftragslage und Bezahlung pro Auftrag.
Amazon Restaurants wird diesen Kampf weiter anheizen, auch wenn davon auszugehen ist, dass Amazon seine Kuriere weiter auslasten wird, die jetzt schon im Einsatz sind um die Prime Now Pakete zuzustellen.

Amazon Restaurants seit 2015 in den USA

Bisher war Amazon Restaurants nur in den USA verfügbar, mit London kommt die erste europäische Stadt dazu. In Seattle ist der Service im September 2015 gestartet, darauf folgten Manhattan, Dallas, San Francisco, Los Angeles, Chicago, San Diego, Austin, Atlanta, Miami, Baltimore und Portland. In Europa haben schon einige Restaurant-Lieferservice im Margen-schwachen Markt aufgegeben. Neben Take Eat Easy musste auch Porto das operative Geschäft einstellen. Rocket Internets Foodora hat sich schnell aus London wieder zurück gezogen und Valk Fleet hat den Betrieb auch eingestellt. Die finanzielle Power von Amazon dürfe einigen Gründer von ähnlichen Geschäftsideen schlaflose Nächte bereiten.

Bild: Amazon Webseite (alle Rechte vorbehalten)