CASE ist die Unternehmensstrategie von Mercedes für die Zukunft.

CASE: Mercedes-Benz passt seine Unternehmensstrategie an

Auf dem Automobilsalon in Paris hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche mehr Details zur neuen Unternehmensstrategie CASE vorgestellt. Der Konzern will sich neu ausrichten, um auf die Herausforderungen aus neuen Mobilitätsbereichen zu reagieren. Dazu zählen unter anderem Fahrdienste, weitere Mobilitätsdienstleistugen und Elektromobilität. CASE steht für die vier Bereiche Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Alle vier Säulen stehen für die Zukunft von Mercedes-Benz und werden die strategische Ausrichtung prägen. Die Säulen werden konsequent vorangetrieben, außerdem sollen sie intelligent verbunden werden. Mercedes-Benz versucht damit auf die Bedrohungen zu reagieren, die die bisherigen Automobilkonzernen auf den Kopf stellen könnten. Startups und Technologieunternehmen, wie Uber oder Tesla treiben die Bereiche seit Unternehmensgründung voran und haben diese tief in der Unternehmensphilosophie verankert. Mercedes-Benz versucht mit der CASE Strategie aufzuholen.

C für Connectivity

Die Marke Mercedes me wird eine zentrale Rolle im Bereich Vernetzung (connectivity) spielen. Die Kunden haben per App, Website oder direkt im Auto Zugriff auf ein umfassendes und personalisiertes Dienstleistungsangebot. So kann direkt ein Termin bei einem Servicepartner vereinbart werden. In Zukunft soll auch die Suche nach einem Parkplatz dank „Community-based Parking“ vereinfacht werden, das zusammen mit Bosch vorangetrieben wird. Über Sensoren erkennen die Mercedes-Benz Fahrzeuge freie Parkplätze und übermitteln die Daten an andere Fahrzeuge in der Umgebung. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

A für Autonomes Fahren

Mercedes-Benz treibt seine Entwicklungen weiter voran, um in naher Zukunft ein selbstfahrendes Auto im Angebot zu haben. Bereits heute sind in manchen Modellen Technologien verbaut, die teil-autonome Fahrfunktionen ermöglichen. Heute wird dadurch der Fahrer unterstützt, spätestens 2021 soll der Fahrer danke Weiterentwicklungen komplett ersetzt werden können. Ermöglicht wird das durch die Verknüpfung und Auswertung von Daten unterschiedlicher Sensoren, wie Kameras, Ultraschall oder Radar. Hinzu kommt ein extrem genaues Kartenmaterial.

S für Sharing & Service

In dem Bereich siedelt Mercedes seine Tätigkeiten in den Bereichen Sharing und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Konzern betreibt bereits mit car2go ein eigenes Carsharing-Programm. Außerdem gehören die Taxi- und Fahrdienst Anbieter mytaxi, Hailo und Blacklane zum Portfolio. Mercedes will diesen Bereich weitere vorantreiben da in den nächsten Jahren die Nachfrage nach individuellem Fahrzeugbesitz vor allem in Städten weiter rückläufig sein wird. Bisher hat sich Daimler noch nicht dazu geäußert, wie es die Themen rund um autonomes Fahren mit den Fahrdienst-Plattformen verknüpfen wird. Da die Taxi-Fahrer im Moment noch zu einer nicht zu unterschätzenden Kundengruppe von Daimler zählen, wird sich der Konzern erwartungsgemäß mit konkreten Äußerungen zurückhalten.

E für Elektrifizierung

In Paris hat der Konzern die erste Studie der neuen Marke EQ vorgestellt. Unter dem Dach der neuen Marke soll ein umfassendes Angebot rund um Elektromobilität entwickelt werden. Neben Fahrzeugen sollen intelligente Lösungen für Energiespeicher und innovative Ladetechnologien sowie nachhaltige Recycling-Lösungen angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu einen sein. Bei der Studie “Generation GQ” handelt es sich um einen elektrisch angetriebenen SUV, der über eine Reichweite von 500 km verfügen soll.

Bleibt abzuwarten, wie schnell der Konzern seine Strategie umsetzt. Mercedes-Benz ist damit nicht allein. Auch der Volkswagen Chef Müller hat angekündigt, dass eine weitere Marke gegründet wird, unter der die neuen Mobilitätsangebote des Konzerns gebündelt werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Studie von einem Elektroauto präsentiert. Der Volkswagen I.D. soll bis zum Jahr 2021 zur Serienreife entwickelt werden.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)