Autopilot:Tesla stellt neue Hardware für selbstfahrende Autos vor - GetMobility.de

Autopilot 2.0: Teslas neues System für selbstfahrende Autos

Tesla hat angekündigt, dass alle zukünftigen Fahrzeuge mit Hardwarekomponenten ausgestattet sind, die vollautonomes Fahren ermöglichen. Auch alle Fahrzeuge der Model S und Model X Reihe, die sich bereits in der Produktion befinden, werden mit der neuen Autopilot Hardware ausgestattet, das zukünftige günstigere Model 3 auch.

Die Änderungen wurden auf einem Tesla Event am letzten Mittwoch vorgestellt. Tesla Chef Elon Musk ist der Meinung, dass dadurch die Grundlage für vollautonome Teslas gelegt ist, die doppelt so sicher sein werden, wie von Menschen gefahrene Fahrzeuge.

Bis die Teslas autonom fahren können, wird es aber noch etwas dauern. Die nächsten Monate sollen genutzt werden, um Daten zu sammeln. Die Funktionen werden erst nach und nach freigeschalten, wenn die Sicherheit bewiesen ist. Es scheint, als hätte Tesla aus der Vergangenheit gelernt.

Was genau hat sich geändert?

Das neue Angebot von Tesla wird zwei unterschiedliche Modi beinhalten. Kunden können später zwischen einem erweiterten Autopiloten oder einem vollautonomen System wählen. Der verbesserte Autopilot fügt weitere Eigenschaften zu dem besehenen Autopiloten hinzu. Mit der neuen Version können die Fahrzeuge automatisch die Autobahn verlassen, die Geschwindigkeit an die Verkehrsbedingungen anpassen und die Fahrspuren ohne Eingreifen wechseln.

Das vollautonome System soll der Stufe 5 entsprechen. Das heißt, dass kein menschlicher Fahrer mehr eingreifen muss, sobald die Software fertig entwickelt ist und das System von den Behörden abgesegnet ist.

Was sind die Unterschiede der beiden Varianten?

Alle Tesla Fahrzeuge, die ab jetzt produziert werden, werden mit der Hardware ausgestattet sein, die vollautonomes Fahren ermöglicht. Dieses Set beinhaltet acht Kameras, 12 Ultraschall-Sensoren, ein vorwärtsgerichtetes Radar-System und einen onboard Computer, der 40 mal so schnell ist, wie der Computer, der bei der ersten Generation verbaut wurde. Die Sensoren und Kameras ermöglichen es, dass eine Distanz von 250 Metern überwacht und analysiert werden kann. Nach hinten kann nur eine Distanz von 100 Metern überwacht werden, was auf deutschen Autobahnen zu wenig sein dürfte. Schließlich muss das System in der Lage sein, ein Fahrzeug zu erkennen, das mit einer Geschwindigkeiten von bis zu 300 Km/h überholt. Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den unterschiedlichen Fahrspuren können in Deutschland verhältnismäßig hoch sein.

Die Kunden können entscheiden, ob sie nur den Preis für den verbesserten  Autopiloten bezahlen oder ob sie für die vollautonomen Eigenschaften tiefer in die Tasche greifen. Je nach bezahlten Paket werden dann die unterschiedlichen Eigenschaften freigeschalten.

Für den Fahrgast hört sich die Nutzung des Autopiloten mit vollautonomen Eigenschaften einfach an. Entweder gibt man bei Fahrtantritt das Ziel ein oder das Fahrzeug fragt den Kalender des Nutzers ab und navigiert zur hinterlegen Adresse des nächsten Termins. Nach dem Aussteigen park der Tesla mit vollautonomen System selbstständig und lässt sich per Knopfdruck wieder vorfahren.

Was kostet der neue Autopilot? 

Tesla hat bereits bekanntgegeben, was das neue System kostet. Findet die Aktivierung beim Kauf statt, kostet der erweiterte Autopilot 5000 US$ und das System für vollautonomes Fahren 8000 US$. Beide Systeme können auch zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert werden, aber zu erhöhten Kosten. Bei einer nachträglichen Aktivierung werden 6000 US$ bzw. 10000 US$ fällig.

Auch wenn die Hardware schon in jedem neuen Tesla verbaut wird, können die neuen Funktionen noch nicht sofort genutzt werden. Es wird erwartet, dass die Funktionen des erweiterten Autopiloten im Dezember verfügbar sind. Die Käufer des Pakets für vollautonomes Fahren müssen sich zuerst auch mit den Features des verbesserten Autopiloten zufriedengeben. Bisher ist noch völlig unklar, wann das System für vollautonomes Fahren freigeschalten wird. Zuerst müssen noch Hürden in der Entwicklung und Zulassung überwunden werden. Es ist davon auszugehen, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis das vollautonome System genutzt wird.

Teslas Carsharing Plattform

Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Käufer des vollautonomen Systems ihre Fahrzeuge auch anderen Fahrgästen mittels geplantem Carsharing-Service von Tesla zur Verfügung stellen können.

Tesla wird eine Fahrdienst-Plattform starten, wenn die selbstfahrenden Autos auf der Straße unterwegs sind. Tesla Käufer können dann mit ihren Fahrzeugen auf dieser Plattform Geld verdienen, wenn sie ihr Fahrzeug nicht benötigen.

Mit der Ankündigung am Mittwoch hat Tesla verkündet, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge nur auf der eigenen Plattform Tesla-Network vermittelt werden können. Vermittlungen von Fahrten auf externen Ridesharing-Plattformen, wie Uber und Lyft sollen nicht möglich sein. Tesla wird im kommenden Jahr weitere Informationen über den eigenen Carsharing-Dienst veröffentlichen.

Anders als Volvo will Tesla keine Haftung dafür übernehmen, wenn ein vollautonomes Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist. Dafür ist die individuelle Versicherung eines jeden Fahrzeugbesitzers zuständig.

Bild: Tesla Motors (alle Rechte vorbehalten)

  • sonnenstrom

    Niederschmetternd für die gesamte DEUTSCHE Autoindustrie!

    Der Versicherungsschutz erlischt in Deutschland bei 250km/h.
    Bei 300km/h ist man auch nicht gerade ungefährlich unterwegs, da gibt es bestimmt
    auch viele andere Autos die bei NUR 200km/h ausscheren und jemanden
    überholen wollen. Tesla hat nachgewiesenermaßen derzeit auch den
    weltweit „Besten“ Autopiloten, man stelle sich mal vor, wie weit
    da sogenannte Assistenz-System von Mercedes, BMW und VW in den
    nächsten 24 Monaten zurückfallen werden?

    Teslas Autos sind derzeit bei 250km/h abgeregelt, vielleicht kann man im wirklich günstigen Autopilot-Modus dann auch mit den deutschen 300km/h Autos mitschwimmen:-)

    Sehen wir nicht einer tollen NAHEN Zukunft entgegen,…
    .

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