Chauffeur: Technologie verändert den Alltag

Chauffeur – ein Beruf im Wandel?

Ein Chauffeur ist weit mehr als nur ein Fahrer: Zu dem Beruf gehören Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und absolute Kundenorientierung. Auch dieser Beruf verändert sich im Zeitalter der Digitalisierung, allerdings nicht im Kern.

Schwarzer Anzug, elegantes Auto, Diskretion: Das Wort Chauffeur ruft Assoziationen von hochwertigen, eleganten Fahrdiensten hervor, wie sie oft bei Staatsempfängen oder Filmfestspielen in Erscheinung treten. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Service an sich stellt hohe Ansprüche an den Dienstleister: Diskretion, Formvollendung und absolute Servicementalität.

Was einen Chauffeur für seinen Beruf qualifiziert, ist an unterschiedlichen Stellen definiert. Etwa werden von vielen Ausbildern als Voraussetzungen nicht nur ein Mindestalter von 21 Jahren vorgegeben, Führerschein Klasse B und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, sondern auch beste Gesundheit sowie ein Minimum an Punkten im Verkehrszentralregister genannt. Der Academy zufolge stehen Berufschauffeuren mehrere Wege offen: Für ein Limousinenunternehmen zu arbeiten, für eine Einzelperson zu fahren oder in einem Pool als Fahrer für eine Behörde im Einsatz zu sein. Das, was ein Chauffeur können muss, geht weit über das Steuern des Fahrzeugs hinaus. Ein gutes Training hierfür geht dementsprechend sogar so weit, zu vermitteln, wie man dem Gast die Tür öffnet, die genaue Reihenfolge der Abläufe des Empfangs oder wie man sich verhält, wenn der Gast telefoniert. Dass das Erscheinungsbild des Chauffeurs makellos sein muss, versteht sich von selbst. Zu einem perfekten Service gehört ebenfalls, mitzudenken und sich Vorlieben und Wünsche einzelner Kunden zu merken.

Technologie verändert den Alltag eines Chauffeurs   

„Der Beruf des Chauffeurs hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“, sagt Herr Karsten. Er ist ein Profi, der seit über 20 Jahren Kunden aus allen Ländern chauffiert, überwiegend in Deutschland. „Der Wettbewerb ist größer geworden, da sich die Zahl von Akteuren im Markt vergrößert hat“, so Karsten. Auch spiele Technologie eine große Rolle und verändere den Alltag: Einerseits schaffe das Eintreten digitaler Unternehmen und Startups in den Markt mehr Konkurrenz und neue Services, andererseits verändere Technologie die Art der Kommunikation mit den Fahrgästen und die Erreichbarkeit internationaler Kunden. „Wenn ich zum Beispiel für Blacklane Fahrten durchführe, nehme ich die über eine App an, bestätige wenn der Fahrgast im Wagen sitzt“, so Karsten. Diese Schritte veränderten die Arbeitsabläufe für ihn zwar im Alltag, jedoch der Kern der Dienstleistung sei aus seiner Sicht unverändert geblieben: Große Kundenorientierung, ein mit Eleganz und Vollendung angebotener Service und auch die Bereitschaft, sich auf sehr verschiedene Kunden sowie deren Wünsche einzustellen.

Kundenorientierung, Anpassungsfähigkeit – auch in Zukunft

Auch die Vereinigung der Chauffeur & Limousine Service Unternehmen (VLD e.V.) debattierte den Wandel des Berufsbilds jüngst auf einer Zusammenkunft in Berlin. Die Zunft der Chauffeure, der laut VLD in Deutschland etwa halb so viele Unternehmen angehören wie es Taxiunternehmen gibt, sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die letztendlich für ihre Existenz entscheidend sind: Von infrastruktureller Benachteiligung bei Haltemöglichkeiten im Vergleich zu Taxis, der fehlenden offiziellen Kennzeichnung der Limousinen als Dienstfahrzeuge bis hin zur Bedrohung der Branche durch neue Marktteilnehmer oder autonom fahrenden Autos. Die Branche geht davon aus, dass der Bedarf an Premiumfahrdiensten grundsätzlich fortbestehen wird und sieht klar, wie sich Chauffeure hier durch ihre Professionalität und den hohen Qualitätsstandard weiterhin beweisen und behaupten können. Es ist jedoch offensichtlich, dass Veränderung allgegenwärtig und die Bereitschaft zur Anpassung daran wichtiger denn je ist.

„Für mich bedeutet der Beruf des Chauffeurs konstant aufmerksam zu sein – ob das nun die Wünsche meiner Kunden oder Veränderungen in der Branche sind“, sagt Herr Karsten. Mit dieser Einstellung dürfte er gut gerüstet sein, um in einer sich rasant wandelnden Branche zu bestehen und weiter Kunden mit Komfort und Qualität zu überzeugen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)