Bosch wird mit Nvidia System für autonome Autos vertreiben

Der Automobilzulieferer Bosch kooperiert mit Nvidia und wird das von dem Chip-Hersteller entwickelte System für autonomes Fahren an Automobilhersteller verkaufen. Neben Bosch wird das System auch über ZF vertrieben. Nvidia erschließt sich dadurch eine Markteintrittsstrategie, um sein Drive PX 2 System an Automobilhersteller verkaufen zu können. Das Drive PX 2 System umfasst sowohl Hardware als auch Softwarekomponenten.

Selbstlernender Nvidia Rechner

Kern des Systems ist ein Hochleistungscomputer, der mittels künstlicher Intelligenz selbstlernenden Eigenschaften vorweisen soll. Die entsprechenden Algorithmen lernen von selbst, wie das Fahrzeuge in unterschiedlichen Situationen reagieren muss. Eine vorherige Programmierung für die jeweiligen Verkehrssituationen ist nicht nötig. Die Vernetzung der Fahrzeuge wird dafür sorgen, dass die Autos mit entsprechender Hardware auch voneinander lernen.

Bosch und Nvidia bündeln Fähigkeiten

Die Hersteller bündeln dabei die jeweiligen Fähigkeiten, zusammen werden serienreife Systeme für autonomes Fahren entwickelt. Das Ziel ist ein massentaugliches Systems, das den Straßenverkehr sicherer macht und gleichzeitig ein flexibles und günstiges Transportsystem ermöglicht. Nvidia soll Rechnerhardware und Software beisteuern, Bosch konzentriert sich auf die Entwicklung der Sensoren. Vertrieben werden die Komplett-Systeme von Bosch. Der Bosch-Konzern ist einer der führenden Zulieferer für die Automobilindustrie und verfügt über beste Verbindungen in die Entwicklungsabteilungen der großen Automobilkonzerne. Dieses Netzwerk soll bei einem erfolgreichen Vertrieb helfen. In den nächsten 2-3 Jahren soll das System auf den Markt kommen.

Bosch will auch noch eine Mobilitätsplattform mit weiteren smarten Diensten rund um das Auto anbieten. Dadurch soll das Leben der Autobesitzer einfacher werden, in dem das Auto den Kalender kennt.

Automobilhersteller kooperieren mit Zulieferern und Startups

Automobilhersteller sind bisher nicht in der Lage, eigene System für autonome Autos zu entwickeln, deswegen ist die Bereitschaft für eine Zusammenarbeit mit einem erfahrenen und zuverlässigen Zulieferer hoch. BMW arbeitet mit Mobileye und Intel zusammen, der GM Konzern hat das Unternehmen Cruise Automation übernommen. Intel hat vor ein paar Wochen angekündigt, dass es Mobileye für 15 Milliarden Dollar übernehme wird.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

Interview mit Dirk Evenson: Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt

Im folgenden Interview gibt Dirk Evenson Einblicke über die bevorstehenden Veränderungen im Mobilitätssektor. Dirk Evenson ist Direktor der Mobility World – dem Event auf der IAA PKW in Frankfurt, welches sich mit der Mobilität von morgen beschäftigt. Autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge, E-Mobilität, urbane Mobilität und Mobilitätsservices werden hier gedacht, gelebt und veranschaulicht.

Dirk bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Automobilbereich und Mobilitätssektor mit sich. Bevor er die New Mobility World als Direktor führte, bildete er viele Jahre lang die strategische Spitze des Kommunikationsteams innerhalb des VDA, war Partner und Geschäftsführer bei Scholz & Friends und beriet Kunden wie Daimler und (ehemals VW) gedas.

“Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt –  und erwartet eine leuchtende Zukunft noch nie dagewesener Effizienz, Inklusivität, Sicherheit und Nachhaltigkeit.“

Im Laufe der Jahre erlebte Dirk die komplette Transformation der Industrie von Anfang bis heute und erlebte hautnah, wie Digitalisierung, Technologie und politische Entscheidungen auf eben jene Unternehmen und Visionäre einwirken, die die Zukunft der Mobilität maßgeblich beeinflussen und formen.

Fortbewegung in 20 Jahren – Wie sehen deine Zukunftsszenarien aus?

In Megacities werden die Grenzen zwischen motorisiertem Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr zunehmend aufgehoben sein: mit einem integrierten, hocheffizienten und verlässlichen System kommen wir schneller und bequemer ans Ziel.

Gleichzeitig gewinnen wir Lebensraum zurück: weniger stehender Verkehr, weniger Lärm, kaum Emissionen und, last but not least: Verkehrstote gehören dann bald der Vergangenheit an. Wir gehen mehr zu Fuß und fahren mehr Fahrrad.

Spoiler alert: Auch 2037 werden wir uns noch nicht von A nach B beamen.

Welches Ziel verfolgt ihr mit der New Mobility World?

Die Mobilität von morgen entsteht nicht auf der grünen Wiese oder durch Erfindergeist allein: bestehende Infrastruktur (gebaut, rechtlich, digital) bedeutet asset und lock-in gleichermaßen. Wir brauchen die Vision und den Mut, Mobilität radikal neu zu denken. Wir brauchen aber auch die Weitsicht, neue Lösungen abwärtskompatibel zu denken. Sonst schaffen wir nur Insellösungen: hübsch, aber am Ziel vorbei.

Die New Mobility World ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: einerseits die Macht der Idee, der Wille und die Ungeduld, welche dem Status quo den Kampf ansagen, andererseits die Kraft, die Erfahrung, der Markt, die Entscheider und Wegbereiter, die das Heute zum Asset und nicht zum Verhinderer von Morgen werden lassen. Die New Mobility World ist der Ort für das Ökosystem der Mobilität von morgen.

Wenn du 3 Wünsche frei hättest…

1. Ausbau und Schutz der Infrastruktur: nichts schafft mehr Wohlstand, nichts ist besser in öffentlichen Händen aufgehoben. Der digitale Reichtum fußt auf dem Gemeingut Internet.

2. Digitale Bildung für alle: Daten sind nicht nur Rohöl der Wirtschaft, sondern zunehmend auch Grundlage unseres Zusammenlebens, unserer Gesellschaft und Entscheidungsprozesse.

3. Zukunft statt Besitzstandswahrung: sichert nicht den Status quo, sondern ermöglicht den Fortschritt. Nur mit Fortschritt wird das Morgen besser als das Heute sein. Keiner will die Welt in Aspik. 

Welche ist –  in deinen Augen – die „bahnbrechendste“ Entwicklung im Bereich Mobilität?

Für einen Veteran der neuen Mobilität halte ich noch heute die Fahne hoch: Free Floating Carsharing ist schon acht Jahre alt, aber es hat aus einer Nische eine valide Alternative zum eigenen Fahrzeug und gleichzeitig eine sehr willkommene Ergänzung zum ÖPNV geschaffen.

Die New Mobility World positioniert sich klar „beyond automotive“ – Wie wichtig ist dir der interdisziplinäre Austausch?

“Beyond automotive” heißt: über das Auto hinaus, als Gleiche unter Gleichen. Nur so schaffen wir eine Plattform für das neue Ökosystem der Mobilität. Wenn wir Mobilität von morgen innerhalb der Koordinaten von heute denken, haben wir schon verloren. Unser background in der Automobilindustrie – welche selbst “beyond automotive” geht – gibt uns dabei Stärke, da wir einen wichtigen Player gleich an Bord haben.

Welches Unternehmen nimmt in deinen Augen die klare Vorreiterrolle im Bereich Future Mobility ein?

Den einen klaren Vorreiter sehe ich nicht. Das liegt auch in der Natur der Sache: die Mobilität von morgen braucht ein Ökosystem, bei dem öffentliche Hand und unternehmerische Initiative gemeinsam gedacht werden. In diesem Punkt unterscheidet sich die digitale Transformation der Mobilitätsbranche von der im Einzelhandel oder der Musikindustrie: letztere sind weitgehend privatwirtschaftliche Veranstaltungen.

Bild: New Mobility World / Marcus Höhn (alle Rechte vorbehalten)

Intelligenter Beifahrer Chris von German Autolabs auf Kickstarter

Das Unternehmen German Autolabs will das Autofahren mit einem intelligenten Sprachassistenten sicherer gestalten. Es ist verboten und gefährlich, während der Autofahrt das Smartphone zu nutzen. Trotzdem halten sich die meisten Autofahrer aber nicht daran, nicht auf das Smartphone während der Fahrt zurückzugreifen. Auf Kickstarter soll jetzt auf das erste intelligente Produkt Chris aufmerksam gemacht werden.

Chris ist ein Assistent, der über eine intelligente Spracherkennung sowie Gestensteuerung den Zugriff aufs Smartphone auch während der Fahrt einfach und bequem ermöglicht. Vom Design her ähnelt Chris den smarten Thermostaten von der Google Tochter Nest. Da Chris über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist und über einen eingebauten Lautsprecher verfügt, lässt sich das Gerät in jedes Fahrzeug integrieren, unabhängig von Baujahr und Modell.

Proaktiv, einfach und effektiv – Chris kommuniziert wie ein echter menschlicher Beifahrer 

Ob Pendler oder Gelegenheitsfahrer – Chris ist als vielseitiger Assistent für jeden konzipiert, der am Steuer weiter mit seinem digitalen Leben verbunden sein will. Die Künstliche Intelligenz von Chris wurde speziell für den Gebrauch im Auto entwickelt. Chris kommuniziert mit dem Fahrer wie ein echter Beifahrer und informiert ihn aktiv beispielsweise über Nachrichten, E-Mails oder Verkehrsinformationen. Autofahrer hingegen kommunizieren mit Chris über Sprache und Gesten, ein Blick auf das Display bietet jederzeit schnelle Orientierung.

Einfache Installation sowie konzentrierte Funktionalität macht Chris zum idealen digitalen Beifahrer

In der ersten Version, die auch auf Kickstarter beworben wird, bietet Chris folgende Funktionen: Messaging (WhatsApp, FB Messenger, E-Mail, SMS), Telefonie (Anrufe tätigen & annehmen, Zugriff auf Adressbuch + letzte Anrufe über Sprache steuerbar), Musik (Spotify, Apple Music, Google Music und lokal gespeicherte Musikdateien sowie FM Radio) sowie Navigation (Turn-by-Turn-Navigation, Verkehrs-Updates sowie Orte von Interesse in Echtzeit).
In Zukunft ist die Verknüpfung mit weiteren Apps für Messaging oder Musikdienste geplant. Die Software soll automatisch und regelmäßig kostenlos mittels Smartphone- Verknüpfung aktualisiert werden. Chris spricht und versteht zur Markteinführung Deutsch und Englisch, das Sprachangebot wächst kontinuierlich.

Aufmerksamkeit durch Crowdfunding

Die Crowdfunding-Aktion bei Kickstarter dürfte eher dazu dienen, auf das Produkt aufmerksam zu machen. Um die Entwicklung und später die Produktion zu finanzieren, werden weitere finanzielle Mittel nötig sein. German Autolabs wird dafür wahrscheinlich Geld von VC-Investoren aufnehmen.

Drivemode geht in ähnliche Richtung

In eine ähnliche Richtung geht die App Drivemode. Mittels intelligentem Interface soll die Bedienung des Smartphones extrem vereinfacht werden. Drivemode kann auf jedem Android Smartphone installiert werden und ist kostenlos. In der letzten Woche wurde bekannt, dass das Startup hinter der App 6.5 Mio. US$ von Panasonic und anderen Investoren eingesammelt hat.

Auch im gewerblichen Umfeld kann der Einsatz nützlich sein. Kurierfahrer erhalten häufig Anweisungen per Nachricht oder Anruf direkt ins Auto. Im Moment greifen die meisten auf Grund von fehlenden Alternativen direkt auf das Smartphone zurück.

Bild: German Autolabs (alle Rechte vorbehalten)

Indien: Uber kooperiert mit ÖPNV in Bangalore 

Uber hat bekanntgegeben, dass die Ride-Hailing Plattform mit dem öffentlichen Nahverkehr in Bangalore zusammenarbeiten wird. An einigen der Haltestellen der Metro können über in kleinen Kiosken Uber-Fahrten gebucht werden. So soll die letzte Meile einfacher zu bewältigen sein. Indien wird zum wichtigen Markt für Uber.

Pendler als Zielgruppe

Uber möchte mit dem Angebot einfacher Kunden erreichen, die jeden Tag den beschwerlichen Weg zwischen Zuhause und Metro-Station oder Arbeitsplatz und Metro-Station zurücklegen. Die Metro in Bangalore ist gut ausgebaut, aber der Weg für auf der letzten Meile kann häufig zur Herausforderung werden. Die Zusammenarbeit ist ein gutes Beispiel, wie Behörden und private Unternehmen zusammenarbeiten können. Dadurch wird ein Problem gemeinschaftlich gelöst, das viele Einwohner haben.

Neue Wege für Kunden ohne Smartphone

Für die Kunden, die kein Smartphone haben oder keinen Zugriff auf die App haben, wird Uber bis Ende März Buchungsbüros an den Haltestellen aufbauen. In Länden wir Indien steht Uber vor der Herausforderung, dass die Verbreitung von Kreditkarten und Smartphones mit Datentarif teilweise gering ist. Uber lässt sich immer wieder neue Wege einfallen, um Kunden die Nutzung von Uber zu ermöglichen.

Die Partnerschaft in Indien ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Uber und lokalen Behörden. In mehreren Ländern arbeitet die Ridesharing Plattform mit Verkehrsbetrieben und Behörden zusammen. In einer amerikanischen Stadt werden zum Beispiel Uber-Fahrten bezuschusst, was dazu führt, dass kein weiterer Parkplatz an der Bahnstation für Pendler errichtet werden muss.

Indien als wichtiger Markt für Uber

Nachdem sich Uber aus China zurückgesogen hat, in dem das eigene Geschäft an den Konkurrenten Didi Chuxing verkauft wurde, hat das Unternehmen Indien als einen der nächsten interessanten Märkte auserkoren. Seit Beginn des Jahres wurden mehrere neue Mobilitätsdienstleistungen gestartet. In Indien bietet Uber günstige Mobilitätsdienste mit kleineren Fahrzeugen oder teilweise auch Motorrollern und Rikschas an. Vor kurzem wurde der Dienst UberHire gestartet, ein Service, bei dem der Fahrer für den Tag anstatt für eine Fahrt gemietet wird. Der Lieferservice UberEATS soll anscheinend demnächst auch in Indien starten. Der größte Konkurrent von Uber in Indien ist die Taxi Ola Cab.

Renault und Nissan arbeiten mit dem Transdev-Konzern an autonomen Autos

Die Autobauer Renault und Nissan haben mit dem Transdev-Konzern eine Kooperation geschlossen, um einen on-demand Shuttle Service mit autonomen Elektrofahrzeugen zu entwickeln. Transdev ist auch in Deutschland aktiv und betreibt hierzulande mehrere öffentliche Verkehrsangebote.

Projekt hat Forschungscharakter

Das Projekt hat vorerst einen Forschungscharakter, die Ergebnisse sollen aber später in eine operative Anwendung übergehen. In Paris werden in einer ersten Stufe umgerüstete Renault ZOE Fahrzeuge auf der Transdev on-demand dispatch Plattform getestet. Die Elektrofahrzeuge sind mit Technologien für autonomes Fahrer ausgestattet. Über die Plattform von Transdev werden die Fahrzeuge den Aufträgen zugewiesen, überwacht und zum Ziel navigiert.

Autonome Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV

Transdev sieht in dem Angebot an autonomen Shuttle Services eine Chance für weitere Umsatzmöglichkeiten. Bisher ist der Konzern also Betreiber von Lösungen im öffentlichen Nahverkehr bekannt. In Europa, Asien und Nord-Amerika werden Buslinien, on-demand Flughafenfahrten, Zuglinien und weitere Angebote betrieben.
Die Transdev ist nicht der erste Konzern, der sich für autonome Shuttle Dienste interessiert. In Berlin testet zur Zeit die Deutsche Bahn einen autonomen Fahrdienst mit Minibussen in Zusammenarbeit mit dem Startup Local Motors. Auch der Alstom Konzern, der normalerweise Schienenfahrzeuge entwickelt, hat sich an einem Startup für autonome Shuttle beteiligt.

Auch Buchungsplattform soll entwickelt werden

Die Allianz aus Renault und Nissan will nicht nur die autonomen Fahrzeuge entwickeln, sondern auch die Technologie, um die Fahrzeuge buchen zu können und um die Fahrzeuge effizient betreiben zu können. Die Software und Schnittstellen für die Fahrtbuchung und Management der Fahrzeuge sind essentiell für eine erfolgreiche Etablierung des Dienstes. Der Automobilkonzern Daimler hat bereits eingesehen, dass es mehr Sinn macht, sich auf die Produktion und den Betrieb der Fahrzeuge zu konzentrieren, das Management der Buchungen wird Uber überlassen.

Autonome Fahrzeuge im Jahr 2020

Wie auch die anderen Hersteller wollen Renault und Nissan bis zum Jahr 2020 mehrere Fahrzeuge produktionsreif haben, die vollständig autonom fahren können. In einer früheren Iterationsstufe sollen Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen verkauft werden, die in gefährlichen Situationen eingreifen können oder komplexerer Spurwechsel-Maneuver selbstständig durchführen können.

Bild: Nissan (alle Rechte vorbehalten)

Didi Chuxing will weitere Finanzierung einsammeln

Die chinesische Ride-Hailing Plattform Didi Chuxing, die im vergangenen Jahr das Geschäft von Uber China übernommen hat, befindet sich in Gesprächen mit Investoren, um eine weitere Finanzierungsrunde in Milliardenhöhe aufzunehmen. Das Unternehmen möchte sich mehr Zeit erkaufen, bis es ein profitables Geschäftsmodell entwickelt hat.

Investoren uneinig über Strategie

Die bisherigen Investoren sind sich uneinig, ob das der Marktführer in China weiteres Kapital aufnehmen soll. Auf der einen Seite könnte das Unternehmen mit weiterem Kapital schneller Erfolge im Bereich autonomer Technologien für selbstfahrende Autos erreichen und seine Ride-Hailing Plattform weiter ausbauen. Auf der anderen Seite dürfte die Plattform über genügend finanzielle Mittel verfügen, die im letzten Jahr eingesammelt wurden. Eine weitere Finanzierungsrunde würde die Anteile der bestehenden Investoren verwässern, sofern sie die neue Runde nicht mitgehen können. In der neuen Runde wird eine Summe von drei Milliarden US$ angestrebt. Didi wird diese Summe nur aufnehmen, wenn die letzte Bewertung von 34 Milliarden US$ weiter steigen wird.

Internationale Expansion von Didi könnte folgen

In den letzten Tagen wurde auch darüber berichtet, dass Didi international expandieren könnte. Eine englische Version der App befindet sich in Vorbereitung und internationale Zahl-Methoden werden getestet. Beides wird als Zeichen für eine mögliche Expansion gesehen. Eigentlich wollte der chinesische Marktführer gemeinsam mit Lyft, Ola und Grab ein internationales Ridesharing Netzwerk aufbauen. Bei diesem Vorhaben scheinen die unterschiedlichen Anbietern nicht voran zu kommen. Auf Lyft erwägt eine Internationalisierung auf eigene Faust.

Vorschriften in China erschweren das Geschäft

In den letzten Monaten wurden neue Regeln für Fahrdienste in China erlassen. Diese Regeln schreiben unter anderem vor, dass Fahrer und Fahrzeuge lokal registriert sein müssen. Bisher kamen die Fahrer häufig aus ärmeren Gebieten in die Städte und haben dort für einen niedrigeren Lohn gearbeitet. Diese Verschärfung der Vorschriften erschwert und verteuert das Geschäft für Didi. Autonome Fahrzeuge wären eine Lösung für das Problem. Bis diese serienreif sind, benötigt Didi weiteres Geld.

Apple als Didi Investor

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen für Aufmerksamkeit auch außerhalb Chinas gesorgt. Auf der einen Seite wurde das China Geschäft von Uber übernommen und auf der anderen Seite konnte Apple als Investor gewonnen werden. Apple hat ca. 1 Milliarde Dollar in die Fahrdienstplattform investiert. Uber und Didi haben sich zuvor einen erbitterten Kampf um Fahrer und Fahrgäste geliefert, bei dem Uber pro Jahr einen Milliardenbetrag verbrannt hat. Die Verluste von Didi dürften ebenfalls im Milliardenbereich liegen. Insgesamt soll Didi über 300 Mio. registrierte Nutzer in 400 chinesischen Städten verfügen.

Bild: Andrej Iliev (bestimmte Rechte vorbehalten)

Same Day Delivery: Französischer Paketdienst GeoPost übernimmt Stuart

Das Tochterunternehmen GeoPost, das zur französischen La Poste Gruppe gehört, hat das Startup Stuart übernommen. Stuart bietet einen Same Day Deliver Service an und ist in mehreren Städten aktiv. Die Übernahme ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Bereich der taggleichen Lieferungen diese Woche. Die deutschen Anbieter Tiramizo und Liefery konnten weitere Finanzierungsrunden verkünden.

Hohes Investment bereits vor dem Start 

Stuart wurde schon vor dem Start mit einer Summe von 22 Mio. Euro im Jahre 2015 finanziert. Bei der früheren Finanzierungsrunde hat sich GeoPost bereits an dem Startup beteiligt und Unternehmensanteile in Höhe von 22% gehalten.

Ähnlich wie auch die deutschen Anbieter Liefery und Tiramizo hat sich Stuart das Ziel gesetzt, den Markt der Kuriere für Same Day Deliveries zu revolutionieren. Mit einer Flotte an Kurieren und dem Einsatz effizienter Technologie, soll ein hoch effizientes Liefernetzwerk für die letzte Meile entwickelt werden.

Taggleiche Zustellung für Einzelhandel

Stuart setzt auf eine Mischung an B2B und B2C Angeboten. Das Unternehmen hat eine API entwickelt, mit der Shops eine Same Day Delivery Option in ihre Webshops und Apps integrieren können. Außerdem kann der Service über eine App oder die Website gebucht werden. Stuart betreibt keine eigenen Hubs oder Lager sondern fokussiert sich auf Express Lieferungen von bestehenden Ladengeschäften und Filialen zu den Endkunden. Stuart hat Zugriff auf einen Pool an Fahrern, die mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen unterwegs sind. Von Fahrradkurier bis zu Fahrer mit Vans ist alles mit dabei.

Mehrere Tausend Stuart Lieferungen täglich

Auf der einen Seite arbeitet Stuart mit großen Ketten, wie Burger King oder Carrefour zusammen. Auf der anderen Seite stehen die Kooperationen mit kleineren Shops und Einzelunternehmern. Im verengenden Jahr hat Stuart auch eine Kooperation mit Just Eat getestet, Restaurants sollten mit dem Stuart die Möglichkeit bekommen, die Logistik auszulagern- Jeden Tag werden laut Unternehmensangaben tausende Lieferungen von mehr als 500 Unternehmenspartnern zugestellt. Das Same Day Delivery Startup ist bisher in Frankreich, Spanien und Großbritannien aktiv.

GeoPost will mit der Übernahme weiteres Wachstumspotential erschließen. Für den Postkonzern ist die Stärkung des Bereich der taggleichen Lieferungen auf der letzten Meile eine strategische Entscheidung. In den nächsten Jahren wird die Nachfrage nach Express Lieferungen zunehmen.

GeoPost über DPD an Same Day Delivery Startup Tiramizoo beteiligt

Stuart wurde vor mehr als zwei Jahren gegründet und hat zuletzt mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Übernahme will das ehemalige Startup die Vorzüge der GeoPost nutzen und die Plattform zu einem führenden Anbieter für Same Day Delivery auf der letzten Meile in Europa etablieren. Zur GeoPost gehört auch DPD, über die Unternehmenstochter ist der Konzern auch an dem deutschen Anbieter Tiramizoo beteiligt. Bleibt abzuwarten, ob Stuart deswegen in Deutschland starten wird.

Bild: Stuart (alle Rechte vorbehalten)

Coup vervielfacht seine Gogoro Flotte in Berlin

Der Scooter Sharing Dienst Coup is im letzten Sommer mit 200 Gogoro Rollern in Berlin gestartet. Das Angebot wurde so gut angenommen, so dass die Zahl der Roller für die neue Saison verfünffacht wird. Insgesamt werden weitere 1.000 Roller zu der Flotte des Roller Sharing Dienstes hinzugefügt.

Verfügbarkeit wird stark steigen

Die hohe Anzahl der Roller wird die Attraktivität des Angebots erhöhen, da die Laufwege für die Nutzer auf Grund der höheren Dichte geringer sein werden. Im letzten Jahr kam es doch häufig vor, dass die Nutzer mehr als 800 Meter zum Roller laufen mussten. Das wird viele Kunden von einer Buchung abgehalten haben, da der Weg nicht in Relation zu dem anschließenden Nutzen ist.

Gogoro Roller aus Taiwan

Das Startup Coup setzt ausschließlich auf die Roller des taiwanischen Herstellers Gogoro. Diese Scooter wurden von Grund auf für ein Sharing Netzwerk konzipiert. Die Batterien der elektrisch angetriebenen Roller lassen sich schnell tauschen. Die Elektronik ist auch so konzipiert, dass die Vernetzung mit der technischen Plattform von Coup und den Smartphones effizient zu realisieren ist.

Im Heimatland Taiwan erweisen sich die Roller hoher Beliebtheit. In einem offenen System werden laut Gogoro pro Tag 12.000 Batterien and 300 Ladestationen gewechselt. Seit dem Start 2015 wurden fast Dreimillionen Batteriewechsel durch geführt. Mit den 18.000 Scootern in Taiwan wurden mehr als 70 Mio. Kilometer zurückgelegt. In Berlin übernimmt Coup den Tausch der Batterien und betreibt auch die Ladestationen.

Coup ist ein Tochterunternehmen von Bosch. Das Unternehmen wurde zusammen mit BCG Digital Ventures gestartet. Um schnell starten zu können, wurden am Anfang die meisten Positionen mit Beratern aus dem BCG Digital Ventures Netzwerk besetzt. Mittlerweile wurden die meisten BCG Mitarbeiter durch feste Angestellte ausgetauscht.

Konkurrenz für emmy

Vor kurzem hat auch emmy, der zweite Scooter Sharing Dienst in Berlin, angekündigt, dass die Flotte vergrößert wird. Ermöglicht wird das durch eine weitere erfolgreiche Finanzierungsrunde durch die IBB Bet. Emmy plant den Einsatz von hochwertigeren Scootern, um mit den Gogoro Rollern mithalten zu können. Gerade in den Sommermonaten kann sich das Scooter Sharing als attraktive Alternative zum ÖPNV und Carsharing erweisen.

Bild: Coup (alle Rechte vorbehalten)

Factory1: Kapsch startet im Mai Accelerator für Mobility-Startups

Der Wiener Traditionskonzern Kapsch startet im Mai mit Factory1 ein eigenes, sechs Monate dauerndes, Accelerator-Programm. Aufgenommen werden fünf Later Stage Startups aus sechs Bereichen. Konkret such man Innovationen in den Gebieten “Connected & Autonomous Driving”, “Big Data Analytics & Deep Learning”, “Smart Mobility”, “Security & Privacy”, “Infrastructure” und “Payment & Transaction Processes”. Alle sechs Themen sind dabei jeweils mit dem Kerngeschäft des Konzerns im Mobilitätsbereich verknüpft. Aktuell läuft die Bewerbungsphase, noch bis zum 10. April können sich Later Stage Startups bewerben. Fünf davon werden in das sechs Monate dauernde Programm aufgenommen.

Innovative Lösungen aus Mobility Bereich gesucht

Kapsch sucht Startups aus allen Ecken der Welt, die mit ihrer innovativen Lösung im Mobility Bereich, gemeinsam mit Kapsch internationale Erfolge feiern wollen. Bislang erreichte man schon Bewerbungen aus über 25 verschiedenen Ländern. Nach der Bewerbungsphase werden 15 Startups nach Wien eingeladen, wo sie sich noch einmal vor Kapsch Mitarbeitern, Mentoren und dem Vorstand der Kapsch TrafficCom beweisen müssen.

Im Laufe des sechsmonatigen Factory1 Accelerators arbeiten die fünf Gewinner-Startups mit Industrieexperten gemeinsam an Proof of Concept-Projekten, die dann anschließend realisiert werden. Die Startups erwarten unter anderem Highlights wie die Teilnahme am ITS Europe Congress in Straßburg und Acceleration Weeks im Kapsch Headquarter. Angesiedelt ist der Accelerator in der österreichischen Hauptstadt Wien.

Vorstellung der Ergebnisse beim International Demo Day in Montréal

Abschluss und Highlight des Factory1 Programms ist die Vorstellung der Ergebnisse beim International Demo Day in Montréal im Rahmen des ITS World Congress von 29. Oktober bis 2. November. Kapsch nimmt für den Accelerator 150.000 Euro in die Hand, die während des Programms Equity free in die Entwicklung der Lösungen der Startups fließen werden. Außerdem sind alle Reisekosten während des sechsmonatigen Programms von Kapsch gedeckt.

Über Kapsch

Kapsch zählt zu den erfolgreichsten Technologieunternehmen Österreichs mit globaler Bedeutung in den Zukunftsmärkten Intelligente Verkehrssysteme (IVS) und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Zur Kapsch Group zählen die drei Schlüsselgesellschaften Kapsch TrafficCom, Kapsch CarrierCom und Kapsch BusinessCom. Als Familienunternehmen mit Sitz in Wien, steht Kapsch seit 1892 für die konsequente Entwicklung und Implementierung neuer Technologien zum Nutzen seiner Kunden. Mit einer Vielfalt an innovativen Dienstleistungen und Lösungen leistet Kapsch einen wesentlichen Beitrag zur verantwortungsbewussten Gestaltung einer mobilen und vernetzten Welt. Die Unternehmen der Kapsch Group beschäftigen in ihren weltweiten Niederlassungen und Repräsentanzen 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bild: Kapsch TrafficCom AG /GettyImages  (alle Rechte vorbehalten)

Audi gründet Sparte für autonomes Fahren

Aktuell hat die Marke aus dem Volkswagenkonzern Probleme, die aus Entscheidungen in der Vergangenheit entstanden sind – Audi ist vermutlich tief in den Dieselskandal verwickelt. Um sich auf die Zukunft vorzubereiten und um auch von dem Thema Dieselskandal abzulenken, hat Audi bekanntgegeben, dass eine neue Einheit für autonomes Fahrern gestartet wird.

Autonomous Intelligent Driving in München

Die neue Einheit heißt Autonomous Intelligent Driving und wird in München angesiedelt. München wurde wahrscheinlich wegen der Nähe zur Technischen Universität Manchen gewählt. Die TUM gehört zur führenden Universität im Bereich Fahrzeugtechnik und dort arbeiten mehrere Forschungsgruppen an Themen rund um autonomes Fahren. Audi CEO Stadler hat auf der Jahrespressekonferenz verlauten lassen, dass die Kooperation mit weiteren Automobilherstellern und IT-Konzernen denkbar ist. Die Ergebnisse der neuen Sparte sollen in die Entwicklungen aller Marken des Volkswagen-Konzerns einfließen.

Auch Audi sieht in Roboter-Autos die Zukunft

Auch Audi sieht in Roboter-Autos die Zukunft. Der innerstädtische Verkehr und die Fortbewegungsmöglichkeiten werden sich durch den Einsatz selbstfahrender Autos grundlegend ändern. Das Verkehrsaufkommen wird sich reduzieren und die Transportmöglichkeiten werden günstiger und flexibler. Audi wird neben der Entwicklung autonomer Fahrzeuge auch die Weiterentwicklung der Assistenzsysteme vorantreiben. Die Assistenzsysteme werden vor allem in den luxuriöseren Modellen, wie A8, A6 oder Q7 verbaut und sollten zum Beispiel das Fahren in Stausituationen übernehmen.

Bisher lief das Thema autonomes Fahren bei Audi eher unter dem Radar. Seit 2005 beschäftigt sich der Autobauer mit dem Thema. Unter anderem wurde mit der Stanford University kooperiert, im einen Prototype für die DARPA Grand Challenge zu entwickeln. Das Team hat letztendlich die Wettfahrt über 250 Kilometer gewonnen.

Konzernmutter Volkswagen stellt Sedric in Genf vor

Nicht nur Audi versucht mit Ankündigungen über innovative Entwicklungen vom Dieselskandal abzulenken. Auch die Marke VW hat in Genf ein innovatives Konzeptfahrzeug mit dem Namen Sedric präsentiert, um den Fokus auf andere Themen zu lenken. Sedric ist ein autonomer Mini-Shuttle, der auf Ride-Hailing Plattformen zum Einsatz kommen soll.

Der Automobilhersteller aus Ingolstadt folgt damit dem Trend anderer Automobilhersteller. Immer mehr Player starten Aktivitäten, um autonome Fahrzeuge in den nächsten zwei bis vier Jahren zur Serienreife zu entwickeln. Die meisten Autobauer Partnern dabei mit Startups oder IT-Konzernen. Audi Konkurrent BMW kooperiert zum Beispiel mit Intel und Mobileye. Der General Motors Konzern hat Startups wie Cruise Automation aufgekauft und sich an der Ride-Hailing Plattform Lyft beteiligt, um für die Zukunft vorbereitet zu sein.

Bild: Audi (alle Rechte vorbehalte)