HERE bietet jetzt auch Echtzeit Verkehrsdaten an

Das Karten Unternehmen HERE, das vor etwa zwei Jahren von den deutschen Automobilherstellern übernommen wurde, bietet ein neues Produkt an. Ein Dienst für Echtzeit Verkehrsdaten wird gestartet. Die Verkehrsdaten für den Service kommen von Sensoren, die in Fahrzeugen von Audi, BMW und Mercedes-Benz verbaut sind.

Echtzeit Verkehrsdaten durch Sensoren in Fahrzeugen

Es ist geplant, dass weitere Fahrzeuge andere Hersteller hinzugeschaltet werden, um eine bessere Datenbasis zu erhalten. Der Service soll in 60 Ländern verfügbar sein und ist außerdem nutzbar für alle interessierten Kunden aus unterschiedlichen Industrien. In 30 Ländern werden auch Verkehrswarnungen angeboten, also Warnungen vor Staus und Unfällen zum Beispiel. Hierfür werden die Daten über die Bremsvorgänge ausgewertet – wenn mehrere Autos an der selben Stelle stark abbremsen, werden Warnungen generiert.

Interessant für Lieferdienste und Ride Sharing Angebote

Vor allem Logistik Unternehmen und Fahrdienste dürften Interesse an den Real Time Traffic Daten haben, um Routen optimieren zu können und um Fahrern und Fahrgästen ein besseres Erlebnis bieten zu können. Auch für Stadtplaner und Behörden können die Daten interessant sein. Diese nutzen wahrscheinlich schon die historischen Verkehrsdaten, die von HERE angeboten werden.

Der Kartendienst bietet mit dem Service ein Konkurrenzprodukt zu Google Maps. Google Maps nutzt die über Smartphones gesammelten Daten, um die Verkehrsströme in Echtzeit darzustellen. Plattform wie Uber oder Lyft setzten vor allem auf Daten aus Google Maps.

HERE von Automobilkonzernen übernommen

HERE hat ursprünglich zu Nokia gehört, wurde aber 2015 von einem Konsortium deutscher Automobilhersteller übernommen. Die Konzerne Daimler, BMW und Volkswagen haben den Dienst gekauft, um die Kontrolle über die Daten zu behalten, die über die produzierten Fahrzeuge eingesammelt und ausgespielt werden. Mittlerweile hat sich auch Intel an HERE beteiligt und Continental steht kurz vor einem Einstieg. Des weiteren sollen Ford, Toyota und Nissan-Renault Interesse an einem Einstieg bei HERE haben. Die Automobilhersteller und Zuliefere haben erkannt, wie wichtig es sein wird, Mitsprache bei und Zugang zu hochauflösenden Kartendaten zu haben.

Bild: HERE (alle Rechte vorbehalten)

Lucid soll mit Ford über Übernahme verhandeln

Das Unternehmen Lucid Motors, das ein Elektroauto entwickelt, das es mit den Modellen von Tesla aufnehmen will, sucht weitere Finanzierung oder strebt sogar einen Verkauf an. Anscheinend befindet sich das Unternehmen in anfänglichen Übernahmeverhandlungen mit dem Automobilkonzern Ford.

Das Unternehmen benötigt weiteres Geld, um das Fahrzeug weiter zu entwickeln und um die Produktionsstätte in Arizona aufzubauen. Der Elektroautobauer Lucid hat die Investment Bank Morgan Stanley engagiert, um weiteres Geld aufzutreiben.

Lucid Deal mit Ford noch nicht in trockenen Tüchern

Ob der Deal mit Ford zustande kommt, ist mehr als offen. Der Konzern hat erst vor kurzem den CEO ausgetauscht und befindet sich in einer Art Findungsphase. Der neue CEO Jim Hackett will die ersten 100 Tage nutzen, um die Pläne und Prioritäten des Autobauers zu überprüfen. Der Konzern muss sich auf jeden Fall bei den Themen Elektromobilität und autonomes Fahren weiterentwickeln, um langfristig eine Rolle zu spielen.

Das Unternehmen Lucid wurde bereits vor 10 Jahren gegründet. Zuerst wurden Batterie-Packs für Elektrobusse in China entwickelt, dann wurde die Fahrzeugentwicklung gestartet. Das erste Model Lucid Air soll ab 2019 produziert werden, der Verkaufspreis soll bei 60.000 US$ starten. Bisher wurden mehr als 100 Mio. US$ von unterschiedlichen Investoren eingesammelt.

Hohe Summe für Produktion benötigt

Bisher hat das Unternehmen nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, um eine stabile Produktion und den nötigen Vertrieb aufzubauen. Es ist davon auszugehen, dass bis 2022 eine Summe von mehr als 700 Mio. US$ benötigt wird, um die Produktion aufzubauen. Das ist ein Vielfaches der bisherigen erhaltenen Finanzierung. Das Interesse von Investoren soll hoch sein, um die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen.

Ford muss aufholen

Beim Thema Elektromobilität hinkt Ford noch hinterher. Bisher befindet sich noch kein richtiges Elektroauto im Produkt-Portfolio. Andere Konzerne, wie General Motors oder BMW sind bei dem Thema schon weiter. Ford hat immerhin angekündigt, eine Summe von 4.5 Milliarden US$ in die Entwicklung von Autos mit alternativen Antrieben zu investieren. Bis zum Jahr 2020 sollen 40% der Fahrzeugmodelle elektrifiziert werden. Ein Jahr später sollen autonome Fahrzeuge von Ford serienreif sein, auch diese sollen von einem Elektromotor angerieben werden. Um dem Ziel näher zu kommen, wurden von dem Automobilhersteller eine Milliarde US$ in das Startup Argo AI investiert.

Bild: Lucid Motors (alle Rechte vorbehalten)

Exoten: Careem beteiligt sich an Ridesharing Plattform Swvl aus Ägypten

Die Ridesharing Plattform Careem, die vor kurzem einen hohen Millionenbetrag an Funding eingesammelt hat, beteiligt sich an dem Startup Swvl aus Ägypten. Das Shuttle Startup verbindet über die App Fahrgäste mit privaten Bussen.

Swvl erst im April gegründet

Die investierte Summe ist überschaubar, Careem investiert 500.000 US$ in das Unternehmen und erhält im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung. Swvl wurde west im April diesen Jahres gegründet und zwar von einem ehemaligen Careem Manager.

Vermittlung von Sitzplätzen in Bussen

Über die App des Unternehmens können interessierte Fahrgäste einen Sitzplatz in Shuttle Bussen reservieren und auch über die App den Fahrpreis bezahlen. Die Busse fahren dabei entlang festgelegter Routen und Abfahrtszeiten. Mittlerweile nutzen 50.000 Kunden die App und 200 Busse sind registriert. Bis Ende des Jahres sollen 300.000 Fahrten pro Monat über die App gebucht werden.

Das Investment soll dazu genutzt werden, die App weiter zu entwickeln. Außerdem soll dass Team vergrößert werden. Bisher ist das Angebot nur in Kairo verfügbar, aber eine Expansion scheint schon in Planung zu sein. Zuerst sollen weitere ägyptische Städte, wie Alexandria hinzukommen. Später soll eine Expansion in weitere Städte im mittleren Osten und in Asien erfolgen.

Daimler bei Careem investiert

Careem ist vor allem im Mittleren Osten aktiv und konkurriert dort mit dem Fahrdienst-Unternehmen Uber. Erst kürzlich wurde eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, bei der 500 Mio. US$ in das Unternehmen geflossen sind. Unter anderem hat sich der deutsche Automobilhersteller Daimler in der letzten Runde an Careem beteiligt. Die Ridesharing Plattform ist in 12 Ländern aktiv.

Bild: Swvl (alle Rechte vorbehalten)

Grab soll Summe von 2 Milliarden US$ einsammeln wollen

Das Unternehmen Grab betreibt in Südost Asien eine Ridesharing Plattform in sieben Ländern, die jetzt mit mehr als fünf Milliarden US$ wert sein soll. Damit wäre Grab das am höchsten bewertete Startup un Südost Asien. Die hohe Bewertung soll Grundlage der kommenden Finanzierungsrunde sein, bei der bis zu zwei Milliarden US$ in das Unternehmen investiert werden sollen. Das Geld kommt dabei von SoftBank und dem chinesischem Ride-Sharing Anbieter Didi Chuxing.

SoftBank und Didi stockten auf

SoftBank und Didi sind bereits seit längerem als Investoren an Bord. SoftBank hat sich in den vergangenen Jahren an mehreren Ride Hailing Plattformen beteiligt. Unter anderem ist der japanische Investor Anteilseigner von Lyft und der indischen Ride Sharing Plattform Ola. Kürzlich stand auch ein Szenario im Raum, bei dem SoftBank Uber-Anteile von bestehenden Investoren übernehmen soll. Auch an der brasilianischen Taxi App 99 hat sich SoftBank beteiligt.

Zusammenarbeit zwischen Grab und Didi mit Spannungen

Dass Grab weiterhin mit Didi zusammenarbeitet, ist verwunderlich. Nach der Übernahme von Uber China durch Didi Chuxing ist es zu Spannungen zwischen Grab und Didi gekommen. Im Zuge der Übernahme hat sind Uber und Didi enger zusammengerückt, da Didi eine Milliarde in Uber investiert hat. Das hat das Unternehmen aus Südost Asien nicht begeistert, da Uber in der Region der größte Konkurrent von Grab ist.

Uber setzt sich nicht überall durch

Das Ride Hailing Geschäft hat sich seit einiger Zeit verändert. Der Platzhirsch Uber geht nicht mehr davon aus, dass alle Märkte der Welt beherrscht werden können. So folgte zuerst die Veräußerung des Geschäfts in China an den lokale Anbieter Didi Chuxing. In den letzten Wochen hat das Unternehmen angekündigt, dass das Russlandgeschäft mit Yandex Taxi verschmolzen wird. Lokale Player und Investoren, wie Grab und Softbank fürchten sich nicht mehr unbedingt vor Uber und sehen deshalb durchaus die Möglichkeit, eine lokale Marktführerschaft aufzubauen. Eventuell erfolg ja bald eine Veräußerung des Deutschlandgeschäfts an MyTaxi und Daimler. Auch hierzulande kann sich Uber nicht durchsetzen.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Lyft entwickelt nun doch eigene autonome Autos

Bisher hat sich das Ride-Sharing Unternehmen nicht aktiv mit der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren beschäftigt, sondern mit Konzernen und Startups Partnerschaften zu dem Thema geschlossen. Jetzt ändert Lyft die Strategie und investiert in den kommenden Jahren viel in die Entwicklung eigener Technologien für vollautomatisierte Autos. Das ganze soll in eine offene Plattform einfließen.

Neue Abteilung soll wachsen

Die Fahrdienstplattform hat eine neue Abteilung gegründet, die bis Ende des kommenden Jahres auf mehrere Hundert Mitarbeiter anwachsen. Das Team soll alle Technologien, also Hardware und Software entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Ein eigenes Fahrzeug soll dabei nicht entstehen, sondern Systeme, die dann von anderen Herstellern verbaut werden können.


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Konkurrent Uber mit ähnlichem Programm 

Lyfts Vorhaben gleicht dem des Konkurrenten Uber. Der größere Rivale entwickelt seit längerem Systeme für vollautomatisiertes Fahren, die in Volvo XC90 SUVs getestet werden.  Außerdem arbeitet Uber mit dem Daimler Konzern zusammen, der angekündigt hat, autonome Shuttle Fahrzeuge für die Uber Plattform betreiben zu wollen.

Hybrid Setup bei Lyft geplant

Sofern es der Entwicklungsstand der Technologie zulässt, sollen autonome Autos zur Plattform hinzugefügt werden. Dann sind sowohl Fahrzeuge mit Fahrer als auch vollautomatisierte Fahrzeuge im System. Der Algorithmus entscheidet, ob der Fahrgast ein Auto mit Fahrer oder ein vollautomatisiertes Fahrzeug zugewiesen bekommt. Entscheidungskriterien für den Algorithmus sind unter anderem Wetterbedingungen, Distanz und Route.

Strategie Schwenk nach Partnerschaften

Lyft hat schon mehrmals bekräftig, dass vollautomatisierte Fahrzeuge auf der Plattform in Zukunft eingesetzt werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Plattform mit unterschiedlichen Partner kooperiert. Auf der einen Seite gehört der Automobilhersteller General Motors zu den Investoren von Lyft, der Konzern entwickelt eigene autonome Fahrzeuge. Auf der anderen Seite wurden Partnerschaften mit nuTonomy und der Google Tochter Waymo abgeschlossen. Die anderen Player haben bis zu acht Jahre Erfahrung bei dem Thema – es ist fraglich, ob die Ride Hailing Plattform diese Lücke schließen kann.

Die deutschen Anbieter, wie Blacklane oder myTaxi haben sich noch nicht zum Thema autonomes Fahren geäußert. Sie sollten aktiv werden, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

On-demand Reinigung: Zipjet sichert sich weitere Investition von Henkel

Das Online-Reinigungs-Start-up Zipjet mit Sitz in Berlin, London und Paris gab heute bekannt, dass Henkel seine bestehende Beteiligung am Unternehmen erhöht hat. Der Unternehmensbereich Laundry & Home Care von Henkel hält seit August 2016 eine strategische Minderheitsbeteiligung an Zipjet.

Zipjet seit 2014 in London aktiv

Zipjet wurde im November 2014 in London gestartet. Im Januar 2015 folgte Berlin und im Mai 2016 Paris. Finanziert durch Rocket Internet, der Beteiligungsgesellschaft Btov and einer Reihe anderer strategischer Investoren, möchte das Unternehmen nun seine Marktführerschaft in Europa weiter ausbauen.

Position in Europa soll gefestigt werden

„Wir freuen uns über die Entscheidung von Henkel, das bestehende Investment zu erhöhen“, sagt Zipjet’s Co-Founder & Managing Director, Florian Färber. „Es zeigt, dass unsere Investoren an das Geschäftsmodell glauben und genau wie wir, zuversichtlich sind, dass wir unsere ambitionierten Wachstumspläne für dieses Jahres erreichen. Das neue Investment ermöglicht es uns, unsere Position in Europa weiter zu festigen, unsere Logistik weiterzuentwickeln sowie mehr in Marketing und Produktinnovationen zu investieren.“

Henkel an digitalen Serviceangeboten interessiert

„Digitale Serviceangebote werden immer wichtiger, mehr und mehr Verbraucher nutzen On- Demand-Services“, sagt Thomas Schuffenhauer, Head of Corporate Venturing bei Henkel Laundry & Home Care. „Daher investieren wir, neben der Weiterentwicklung unserer eigenen Angebote, in das erfolgversprechende Geschäftsmodell von Zipjet.“

Zipjet verfügt über eine ausgereifte technische Lösung, um die Herausforderung der Lieferung auf der letzten Meile effizient zu gestalten. So wird sichergestellt, dass die Pünktlichkeit auch bei gewählten 30 Minuten Slots eingehalten werden und gleichzeitig eine hohe Auslastung der Fahrer ermöglicht wird.

Bild: Zipjet Screenshot (alle Rechte vorbehalten)

Clever Taxi: MyTaxi schluckt Mitbewerber aus Rumänien

Die Daimler Tochter MyTaxi kauft wieder zu, diesmal in Rumänien. Der lokale Anbieter Clever Taxi wird übernommen, um die Präsenz in Europa zu erhöhen. Mit der Übernahme in Rumänien, sei MyTaxi jetzt in 11 europäischen Ländern aktiv. Die Taxi-App ist einst als eigenständiges Startup gestartet und wurde letztendlich komplett von Daimler übernommen.

Kaufpreis für Clever Taxi unbekannt

Wie viel die Übernahme gekostet hat, wurde von der Daimler-Tochter nicht kommuniziert. Erwartungsgemäß dürfte dieser nicht besonders hoch ausgefallen sein. Der Markt in Rumänien dürfte auf Grund der schwachen Wirtschaft wenig attraktiv für Daimler sein. Gleichzeitig ist die Zahl der registrierten Nutzer überschaubar. Die Clever Taxi App kann in den größten 20 Städten in Rumänien genutzt werden. Die Plattform verfügt über 600.000 registrierte Nutzer und 17.000 angemeldete Taxifahrer.

Dritte Übernahme in den letzten Monaten

Schon in der Vergangenheit hat MyTaxi hinzugekauft, um die Plattform zu stärken. Die Größte Übernahme war der Kauf der Taxi App Hailo aus Großbritannien. Mittlerweile wurde die Hailo App durch die MyTaxi App ersetzt und der Markenname Hailo soll mit der Zeit verschwinden. Anfang des Jahres erfolgte die Übernahme von Taxibeat aus Griechenland. Taxibeat war der lokale griechische Marktführer.

MyTaxi als führende Taxi-App in Europa

Daimler will mit MyTaxi eine in Europa führende Taxi-App aufbauen. Ingesamt sollen sieben Millionen Nutzer registriert sein. Europaweit kommt das Netzwerk auf 120.000 registrierte Fahrer. Langfristig wird sich auch das Unternehmen darauf einstellen müssen, dass autonome Fahrzeuge die Taxis samt Fahrer ersetzten werden. Bisher gibt es keine Aussagen von MyTaxi, ob es an den zukunftsweisenden Themen gearbeitet wird.

Markt wird sich weiter konsolidieren

Es ist anzunehmen, dass sich der Markt der Taxi-Apps in den kommenden Monaten und Jahren weiter konsolidieren wird. Das Geschäftsmodell von MyTaxi und co. wirft nur geringe Margen ab und die Konkurrenz durch Ride-Hailing Angebote wie Uber oder Gett wächst. In Zukunft kommen noch Ridesharing Plattformen, wie CleverShuttle oder Via hinzu. Die kleinen lokalen Anbieter, wie Clever Taxi oder TaxiBeat  werden aus eigener Kraft nicht überlegen können.

Bild: Clever Taxi (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Nvidia, ZF und Hella arbeiten zusammen

Ein weiteres Konsortium an Zulieferern zeichnet sich ab, die gemeinsam Technologien für autonomes Fahren entwickeln wollen. Die Zulieferer ZF und Hella haben sich mit dem Chip Hersteller Nvidia zusammengetan, um ein eigenes System für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln, dass den Standards der NCAP entspricht. NCAP beschäftigt sich mit der Sicherheit von Fahrzeugen und führt unter anderem die Crash Tests durch.

Euro NCAP berücksichtigt demnächst kameragestützte Assistenzfunktionen

Mit einem ersten gemeinsamen Projekt zielen die Partner auf einen aktuellen Markttrend: Künftig wird die höchste Sicherheitsbewertung gemäß Euro NCAP auch von kameragestützten Assistenzfunktionen abhängen. Dadurch wird absehbar der Bedarf nach Frontkameras für alle Fahrzeugsegmente steigen. ZF und Hella werden Automobilherstellern ein gemeinsames Produkt anbieten, dessen Entwicklung unmittelbar gestartet und dessen Serienstart für 2020 erwartet wird. ZF bringt die Hardware sowie sein System- und Integrations-Know-how ein, HELLA steuert mit seinem Tochterunternehmen HELLA Aglaia Mobile Vision die Kompetenz für leistungsfähige und serienerprobte Bilderkennungssoftware und Applikationsentwicklung bei.

Hella liefert die Sensoren 

Hella wird also die Kameras, Radarsensoren und andere Systeme für das Technologiepaket entwickeln. ZF ist einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie und will sich als Systemintegrator positionieren. Nvidia soll dabei helfen, die Sensordaten zu verarbeiten und mit künstlicher Intelligenz auszustatten. In den nächsten Jahren soll das System mit Level 3 Eigenschaften auf den Markt kommen. Eine Weiterentwicklung auf Level 4 oder 5 ist wahrscheinlich, schon allein deshalb, weil Level 3 Eigenschaften bei Experten umstritten sind. Bei Level 3 kann der Fahrer die Kontrolle übergeben, muss aber stets bereit sein, in Bestimmten Situationen einzugreifen.

Konzerne und Hersteller entwickeln gemeinsam

In der letzten Zeit haben sich mehrere Partnerschaften zwischen Zulieferern untereinander und Herstellern und Zulieferern gebildet. Zum Beispiel arbeitet BMW mit Intel, Mobileye, Continental und Delphi zusammen, um Systeme für autonomes Fahren zur Serienreife zu entwickeln. Nvidia arbeitet auch mit Bosch und Daimler zusammen. Dabei fällt auf, dass Chiphersteller wie Intel und Nvidia eine wichtige Rolle in der Welt der Automobilindustrie von morgen einnehmen werden. Konkurrenz kommt auch von Technologiekonzernen, wie Apple oder Google.

Bild: Nvidia (alle Rechte vorbehalten)

Kakao Mobility aus Korea sammelt Millionensumme für Ride Hailing App ein 

In Korea ist die Chat App Kakao mit 50 Millionen monatlichen Nutzern eine der meistgenutzten Massanger Apps in dem asiatischen Land. Über die Zeit hat das Unternehmen unterschiedliche Services zusätzlich zu dem Nachrichtenaustausch gestartet, um Umsatzströme zu erzielen. So auch ein Mobilitätsangebot Kakao Mobility, das jetzt ein Investment in Millionenhöhe verbuchen kann.

Ausgründung der Kakao Mobility Angebote

Es wurde verkündet, dass das Mobility Angebot in eine eingeständiges Unternehmen mit den Namen Kakao Mobility ausgegründet wurde. Gleichzeitig hat sich der Investment Fond TPG mit einer Summe von etwa 385 Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt. Zu dem Portfolio von TPG gehören unter anderem auch Airbnb, Spotify und mit Uber auch der größte Konkurrent von Kakao Mobility in Korea.

Kakao Taxi mit 1.5 Mio. täglichen Fahrten

Unter Kakao Mobility werden die Dienste Kakao Taxi, Kakao Driver und Kakao Navi zusammengefasst. Das bekannteste Angebot von Kakao Mobility ist der Kakao Taxi Service, der vor etwa zwei Jahren gestartet. Damit sollte ein Weg gefunden werden, um die große Nutzergruppe des Messanger Dienstes zu monetarisieren. Die Nachrichten-App ist auf 95% der Smartphones in Südkorea installiert. Zur Zeit werden 1.5 Millionen Fahrtanfragen täglich vermittelt und ist auch in Japan verfügbar. Mit dem Dienst Kakao Driver lässt sich ein Fahrer für das eigene Fahrzeug ordern. Der Service kommt auf 2.7 Millionen monatliche Nutzer. Die Navi App Kakao Navi konnte 10 Mio. Registrierungen seit dem Start im Februar 2016 verbuchen.

Weitere Dienste in der Pipeline

Weitere Mobility Dienste sollen in der zweiten Hälfte gestartet werden, unter anderem ein Service für die Parkplatzsuche und eine Taxi App für Geschäftsreisende und Unternehmen. Die Ausgründung der Mobility Sparte war eine strategische Entscheidung und durch den Schritt soll ein schnelleres Wachstum und eine schnelle Expansion ermöglicht werden. Kakao will sich die Transformation der Automotive und Mobility Industrien zunutze machen und neue Geschäftsbereiche aufbauen.

Bild: KakaoTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Parken in München: ParkHere Sensoren zeigen freie Parkplätze

In München arbeitet das Startup ParkHere mit den Stadtwerken und der Münchner Verkehrsgesellschaft zusammen. Gemeinsam sollen Parkplätze fit für eine smarte städtische Infrastruktur gemacht werden. So soll online ersichtlich sein, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist.

Pilotprojekt mit ParkHere in München

In einem Pilotprojekt werden die Parkplätze an der Mobilitätstation an der Münchner Freiheit mit den elektronischen Parksensoren ausgestattet. So wird in Echtzeit angezeigt, ob Lade-Parkplätze für Elektroautos frei sind und ob die CarSharing-Stellplätze zur Verfügung stehen. Bei den Lade-Parkplätzen kann nicht nur überprüft werden, ob ein Platz zur Verfügung steht, auch eine Kontrolle im Bezug auf falsches Parken ist möglich, in dem die Sensordaten mit den Daten der Ladestationen verglichen werde. So können Fahrzeuge identifiziert werden, die unberechtigt auf den Parkplätzen für die Elektroautos parken.

Die Daten über die freien Parkplätze werden in die Mobility- und Carsharing-Karte  der MVG eingespeist, künftig sollen die Daten auch in der App MVG more einsehbar sein. Die Stadt München möchte durch das Angebot die Attraktivität der Elektromobilität steigern. Fahrer sollen so schneller eine freie Ladestation finden.

Ausgründung der Technischen Universität München (TUM)

Die Sensoren kommen von dem Startup ParkHere, das seit 2015 als eigenständiges Unternehmen agiert und eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) ist. Das System von ParkHere basiert auf energieautarken Drucksensoren, die in den  Asphalt eingelassen werden. Es werden weder Batterien noch ein Stromanschluss für den Betrieb der Sensoren benötigt. Die Datenübertragung geschieht über Mobilfunk und die Lebensdauer soll 25 Jahre betragen. Die Sensoren lassen sich auch nachträglich in Asphalt integrieren und somit ist eine Nachrüstung bestehender Parkplätze möglich.

Unter Realbedingungen lernen

Mit diesem Projekt wollen die Kooperationspartner unter Realbedingungen Lernen und die smarte Infrastruktur weiterentwickeln. In einem ersten Anwendungsfall können die Sensoren für die Überwachung der Ladeplätze für E-Autos genutzt werden. Später werden die Daten über die Parkplätze mit vollautomatisierten Fahrzeugen geteilt werden können, damit diese bei Bedarf einen Parkplatz finden können.

Bild: ParkHere (alle Rechte vorbehalten)