Der Mobilitätssektor erhält immer mehr Geld von Automobilkonzernen.

Steigende Investments in Startups aus dem Mobilitätssektor

Ein klares Zeichen, wie interessant der Markt der Startups aus dem Mobilitätssektor ist, die sich mit der Entwicklung von Technologien für die Automobile von morden oder von und innovativen Mobilitätsdienstleistungen beschäftigen, ist zu erkennen, wenn man sich die Investmentsummen in die entsprechenden Unternehmen ansieht.

Mehrere Milliarden für den Mobilitätssektor

Mehr als eine Milliarde US$ wurde im vergangen Jahr in Startups investiert, die sich mit Technologien für autonomes Fahren oder mit innovativen Mobilitätsdiensten befassen. Insgesamt wurden mehr als 85 Deals in Mobilitätsbereich im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman kommt auf eine Summe von mehr als 16 Milliarden US$, die im ersten Halbjahr 2016 in Startups im Automobilsektor investiert wurden.

Zugriff auf Innovationen und neue Schnittstellen zum Kunden

Auf der einen Seite investieren klassische Risikokapitalgeber verstärkt in den Bereich der Mobilitäts- und Transport-Startups. Auf der anderen Seite investieren auch immer mehr Automobilkonzerne in einen Bereich von vielfältigen Kategorien rund um das Thema Automobil. Im Fokus stehen dabei Themen wie Vernetzung, Ride Hailing, autonomes Fahren oder Elektrifizierung. Die etablierten Autohersteller wollen mit den Investments in die Startups und dem damit verbundenen Wissenstransfer die Attacken der neuen Marktteilnehmer abwehren.

Die neuen Marktteilnehmer definieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Geschäftsmodelle neu. Über Beteiligungen sichern sich die Autohersteller aber nicht nur Zugang zu den technischen Innovationen. Außerdem wollen sie Zugriff auf die neuen Schnittstellen zum Kunden erhalten, die durch die unterschiedlichen Apps aufbaut werden. Hinzu kommt, dass die OEMs durch die Beteiligungen ihre Innovationskultur verbessern können. Im Jahr 2016 hat sich General Motors einen großen Anteil an Lyft gesichert und das Technologie-startup Cruise übernommen. Volkswagen hat sich an Gett beteiligt und Toyota setzt auf Uber. Der Daimler Konzern ist an mehreren Fronten aktiv und übernahm Hailo und hat bei Blacklane weiter aufgestockt.

USA im Fokus – Deutschland muss aufholen

Ein Großteil der Investments hat sich in den USA abgespielt. Fast 70% der Deals wurden in den USA getätigt. Deutschland hat einen geringen Anteil von 2%. Deutschland liegt bei der Zahl der Neugründungen in der Automobilbranche zwar vor Frankreich und Indien, aber noch hinter China, den USA und Großbritannien. Seit dem Jahr 2011 sicherten sich hierzulande 127 Start-ups Investitionen in Höhe von 316 Millionen US-Dollar. 45 Prozent davon flossen in junge Firmen, die Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Diese Zahlen sind ein deutliches Signal dafür, dass die Deutsche Automobilindustrie aufpassen muss, dass sie den Anschluss nicht verliert. Die Zukunft der Automobilindustrie wird nicht mehr in Deutschland entwickelt.

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