Konkurrenz für Automobilhersteller: Bosch wandelt sich zum Anbieter von Mobilitätsservices

Konkurrenz für Automobilhersteller: Bosch wandelt sich zum Anbieter von Mobilitätsservices

Auf der Hauskonferenz Bosch ConnectedWorld 2018 in Berlin hat der Bosch-Konzern seine Pläne für einen eigenen Geschäftsbereich für Mobilitätsservices bekanntgegeben. Um die 600 Mitarbeiter sollen demnächst digitale Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und betreiben. Die Vernetzung aller Dienste steht dabei im Vordergrund, ebenso die Entwicklung von Sharing-Angeboten und Mitfahrdiensten. „Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen. Mit ihr wird unsere Vision einer emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität Realität“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.

Mitfahrservice SPLT wird übernommen

Im Zuge der verkündeten Strategie wird das amerikanische Startup SPLT übernommen  Das Konzept hinter dem Startup erinnert stark an das Model von der deutschen App flinc, die kürzlich von Daimler übernommen wurde. SPLT hat eine Plattform entwickelt, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter organisieren können. Nach der Übernahme soll das Unternehmen als unabhängige Einheit erstmal weiter bestehen. SPLT wurde 2015 gegründet. Derzeit zählt das Angebot rund 140 000 Nutzer in den USA, Mexiko und Deutschland. Zuvor wurde das Startup von InMotion unterstützt, dem VC von Jaguar und Land Rover. In den USA versucht sich das Google Unternehmen Waze mit einem ähnlichen Dienst, in Asien ist Wunder recht aktiv und in Europa ist BlaBlaLines am Start.

Coup wird weiter ausgebaut

Bei dem Scooter Sharing Dienst Coup gibt es auch Veränderungen. Die eScooter Dienst wird im Sommer auch in Madrid ausgerollt, nachdem in den vergangenen Jahren zu erst Berlin und dann Paris hochgefahren wurde. Das Startup soll anscheinend auch enger an den Konzern herangeführt werden, hoffentlich geht dabei nicht die nötige Schnelligkeit verloren. Konkurrenten wie CityScoot sind mittlerweile auch finanziell gut ausgestattet und könnten die Schwachstellen von Coup ausnutzen.

Roboter-Taxen mit Daimler

Mit Daimler sollen Roboter-Taxen entwickelt und bei Mobilitätsservices eingesetzt werden. Es wurde kommuniziert, dass die beiden Kooperationspartner noch vor Waymo einen kommerziellen Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten wollen. Ob sich das ausgeht, ist mehr als fraglich. Waymo hat bereits die Lizenz für einen kommerziellen Dienst erhalten und wird in den kommenden Wochen oder Monaten loslegen. Das Unternehmen kann auch eine mehrjährige Testerfahrung vorweisen, Daimler und Bosch bisher nur eine Ankündigung.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)