Uber News: Aktuelle Zahlen und weitere Pläne

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Uber News- Aktuelle Zahlen und weitere Pläne - GetMobility.de
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Uber hat in den letzten Tagen die Geschäftszahlen aus dem letzten Quartal den Investoren präsentiert und das Magazin The Information hat eine Kopie veröffentlicht. Außerdem hat sich der CEO Dara Khosrowshahi auf der Goldman Sachs Tech Conference über seine Vision und Roadmap geäußert.

Uber in Zahlen – enorme Verluste

Unterm Strich hat die Plattform im letzten Quartal 2017 einen Verlust von 1.1 Milliarden US Dollar eingefahren. Das ist eine enorme Summe und eine leichte Verbesserung zum dritten Quartal 2017, in dem ein Verlust von 1.5 Milliarden US Dollar angefallen ist. Der Umsatz stieg trotz Skandale weiter, insgesamt wurden 11.1 Milliarden Dollar als Außenumsatz umgesetzt, bei Uber sind davon 2.2 Milliarden Dollar geblieben, der Rest wurde an Fahrer ausbezahlt oder für Gutscheinaktionen genutzt. Die Fahrer haben fast 500 Mio. Dollar an Bonuszahlungen erhalten, über 500 Mio. Dollar wurden für Kundengutscheine ausgegeben. Insgesamt hat die Mobility Plattform im vergangenen Jahr einen Netto—Umsatz von 7.5 Milliarden Dollar erzielt, der Verlust lag bei 4.5 Milliarden US$.

Die Haupttreiber für die hohen Verluste sind die Investitionen in Wachstumsmärkte, wie Indien und Südamerika. Außerdem schlagen die Kosten für die Zukunftswetten wie UberEats, Entwicklung der autonomen Fahrzeuge und UberFreight zu buche.

Gerichtliche Auseinandersetzung mit Waymo beendet

Waymo hat das Unternehmen wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen im Bezug auf autonomes Fahren verklagt. Ehemalige Waymo Mitarbeiter, allen voran Anthony Levandowski, sollen vertrauliche Dokumente von den Waymo-Servern gestohlen haben und im Zuge der Übernahme von Otto an Uber weitergegeben haben. Außerdem soll Uber ehemalige Waymo Mitarbeiter mit unfairen Mitteln angeworben haben. Auch wenn Uber sagt, dass nie Geschäftsgeheimnisse von Waymo bei Uber angewendet wurden, wurde der Fall beigelegt. Die Schlammschlacht beider Unternehmen wurde beendet, in dem Uber Geschäftsanteile an Waymo abgibt. Insgesamt soll Waymo etwa 0.34% der Uber Aktien erhalten, was bei der letzten Bewertung von 72 Milliarden Dollar einem Wert von 245 Mio. US Dollar entspricht. Waymo und Uber wollen in Zukunft zusammen arbeiten und für Uber geht der Fall glimpflicher aus, als gedacht. Ursprünglich hat Waymo eine Zahlung von 1.9 Milliarden Dollar gefordert, um den Schaden und die Kosten des Rechtsstreits zu decken. Für das Team bei Uber, das an vollautomatisierten Fahrzeugen arbeitet, bedeutet die Einigung weniger Ablenkung.

Dara Khosrohshahi auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference

Der Auftritt des Uber CEO auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference lässt sich mit ein paar Punkten zusammenfassen.

Für Uber ist das Ridesharing-Geschäft nur ein Baustein auf dem Weg zum größten Unternehmen im Transportation und Logistik Business, das weltweit auf 5 Trilliarden Dollar geschätzt wird. Vor allem die Logistik-Dienste UberEats und UberFreight entwicklen sich gut und sollen signifikant zum Erfolg beitragen. UberEats hat im vergangenen Quartal mehr als eine Milliarde Dollar Außenumsatz erzielt, das Freight Business steht noch am Anfang. Uber könnte sich auch enger mit dem ÖPNV verbinden und Smart Shuttle Busse anbieten. Durch das aggressive Agieren in den letzten Jahren dürfte es für Uber aber schwierig werden, den Fuß in die Tür zu bekommen.

Die Fahrerflotte ist auf über 3 Mio. Fahrer angewachsen und mit der Mobility Plattform sollen potentiell bereits 80% der Weltbevölkerung erreicht werden. Uber befördert laut Khosrowshahi mehr Passagiere als alle Fluggesellschaften zusammen. Die Pooling Produkte scheinen gut angenommen zu werden, in einigen Märkten machen sie bis zu 50% des Fahrtvolumens aus.

Autonome Fahrzeuge sind die einzige Möglichkeit, um die Kosten pro Kilometer für einen Fahrdienst unter den Wert von Selbstfahrern zu bringen. Der UberX Dienst kostet etwa 1.5 Dollar pro Kilometer, während die Fahrt mit dem eigenen Auto nur 0.70 Dollar pro Kilometer kostet. Autonome Fahrzeuge sind eine Möglichkeit, um die Lücke zu schließen. Natürlich könnten Städte und Behörden auch die Kosten pro Kilometer für Privatfahrzeuge erhöhen, in dem Parkgebühren angehoben werden oder Lizenzen erworben werden müssen, wie es in Singapur der Fall ist.

Autonome Fahrzeuge werden von dem Unternehmen selbst entwickelt, gleichzeitig ist die Plattform aber auch für Partnerschaften mit anderen Unternehmen offen, die autonome Autos auf der Plattform betreiben wollen. Unteranderem wurde mit Daimler eine Absichtserklärung unterzeichnet. Uber geht davon aus, dass es für längere Zeit ein Hybrid-Setup geben wird, in dem autonome Fahrzeuge auf bestimmten Strecken unterwegs sind und der Rest von Autos mit Fahrern übernommen wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)