Same-Day Delivery Kurznachrichten: Hermes steigt bei Liefery ein, Delivery Hero liefert gehobene Küche

Kurznachrichten: Hermes, die Versandtochter der Otto Group investiert in das Same-Day Delivery Startup Liefery. Delivery Hero startet eine Bestellplattform für gehobene Küche. Die Rocket Internet Beteiligung Shopwings wird in Deutschland eingestellt.

Hermes steigt in den Same-Day Delivery Markt ein

Der Hamburger Logistik Konzern  beteiligt sich an dem Same-Day Delivery Startup Liefery aus Frankfurt. Liefery wurde erst vor kurzem von dem Managementteam aus der Lufthansa-Tochter times:matters heraus gekauft.  Die Hermes Logistik Gruppe übernimmt 28.5 % der Anteile. Liefery kooperiert mit 2.500 Kurieren in über 50 deutschen Städten. Mit dem Same-Day Delivery Angebot sollen vor allem Händler angesprochen werden. Gewerbliche Kunden können den taggleichen Zustellservice als weitere Lieferoption nutzen. Laut Hermes steigt die Nachfrage für taggleiche Lieferungen, vor allem in den Bereichen Technik, Sport oder Frischeartikel. Bisher wurden über Liefery mehr als 100.000 Sendungen zugestellt. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit SportScheck oder myMüsli. Der Hermes Wettbewerber DPD stieg im letzten Jahr bei dem Münchner Same-Day Delivery Startup Tiramizoo ein.

Delivery Hero startet separate Plattform für gehobene Küche

Der Berliner Lieferdienst Delivery Hero startet einen separaten Lieferdienst für gehobene Küche. Die neue Plattform wird unter der Marke Urban Taste firmieren. Bisher hat Delivery Hero die Gerichte gehobener Restaurants auf der Delivery Hero bzw. Lieferheld Plattform angeboten. Bleibt abzuwarten, ob das weiterhin der Fall sein wird, oder ob die gehobenen Restaurants alle auf die neue Plattform Urban Taste wandern. Da die gehobenen Restaurants keine eigene Zustell-Flotte betrieben, erfolgt die Auslieferung der Gerichte über den Dienst Food Express. Food Express betreibt ein Netzwerk mit eigenen Fahrern. Bei Food Express ist Delivery Hero Anfang diesen Jahres eingestiegen.

Delivery Hero ist mit dem neuen Service nicht der einzige Anbieter auf dem Markt. Das britische Startup Deliveroo ist mit einem identischen Service in einigen deutschen Städten am Start. Aus dem Hause Rocket Internet ist das Unternehmen Foodora mit einem gleichen Geschäftsmodell unterwegs. Wir hatten damals als erstes berichtet, dass Rocket Internet bei Foodora einsteigt. Rocket Internet gehören auch 30 % von Delivery Hero. Auch das  Startup Take Eat Easy gehört zu dem Rocket Portfolio.

Lieferdienst Shopwings zieht sich aus Deutschland zurück

Rocket Internet zieht bei dem Lieferdienst für Lebensmittel Shopwings die Reißleine. Der Service wird in Deutschland eingestellt. Shopwings wird aber nicht ganz begraben, der Fokus soll in Zukunft auf Südostasien und Australien liegen.

Die Idee von Shopwings ist folgende: Die Kunden wählen im Internet die Artikel bei einem nahegelegenen Supermarkt aus, ein persönlicher Einkäufer übernimmt den Einkauf und liefert die Ware innerhalb von 2 Stunden nach hause. Für den Service zahlt der Kunde eine Liefergebühr von bis zu 6.90 €.

Die Plattform wurde vor 10 Monaten  in München gegründet, erst in den letzten Wochen ist das Team von München nach Berlin umgezogen. Neben Rocket Internet haben auch Tengelmann und Holtzbrinck-Ventures in das Projekt investiert. Gescheitert ist Shopwings wahrscheinlich an der nicht vorhandenen Kooperationsbereitschaft der großen Einzelhandelsketten. Die Einzelhandelsketten sind nicht bereit, eine Marktplatzgebühr zu zahlen, um gelistet zu werden. Mit den Liefergebühren und kleinen Aufschlägen auf den Artikeln lässt sich kein tragfähiges Geschäftsmodell aufbauen. Auch die geltende Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist eine Hürde, die für Shopwings zu hohe Kosten verursacht. Die LMIV schreibt vor, dass auch in Onlineshops Informationen wie Herkunft, Nährwerte und Zutaten angegeben werden müssen. Über diese Informationen verfügen die Einzelhändler. Da aber eine Zusammenarbeit mit Shopwings verweigert wird, wird kein Datenaustausch möglich sein. Vorbild für Shopwings ist das amerikanische Startup Instacart (via Capital)

Bild: Tissue Delivery von Kamyar Adl (bestimmte Rechte vorbehalten)