Alle Beiträge von Augustin Friedel

Neue Investments von VW in Gett

Der Fahrdienst Gett war ein erstes großes Investment von Volkswagen nach der Dieselaffäre. Noch bevor Volkswagen die Marke Moia präsentiert hat, hat sich der Konzern an dem Startup mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligt. Jetzt beteiligt sich Volkswagen erneut an dem Fahrdienst, weitere 80 Mio. Dollar fließen in das Unternehmen.

Nach der letzten Runde wurde Gett mit 1.4 Milliarden Dollar bewertet. Damit befindet sich das Unternehmen zwar hinter Lyft, Grab, Uber und Co., aber vor den europäischen Mitbewerbern Blacklane oder MyTaxi. Neben Volkswagen haben auch andere bestehende Investoren mit investiert. Der große Konkurrent Uber wird aktuell mit 62 Milliarden Dollar bewertet.

Profitabilität erste Priorität

Laut Gett CEO Dave Waiser sollen die 80 Mio. Dollar ausreichen, um im kommenden Jahr profitabel zu sein. Vor ein paar Wochen wurde berichtet, dass Gett weitere 350 Mio. Dollar aufnehmen möchte. Im Moment ist der Fokus darauf ausgerichtet, die Profitabilität zu erreichen. Danach wird sich das Unternehmen erst zu weiteren Strategie und Projekten äußern.

Bisher ist der Dienst von Gett in 120 Städten aktiv, die meisten Fahrten werden in New York und London absolviert. In den beiden Städten findet die Hälfte der durchgeführten Fahrten statt. Neben New York und London gehört Moskau zu den Top-Städten von Gett. Etwa eine Milliarde Dollar soll im Moment pro Jahr umgesetzt werden. 

Im letzten Jahr hat Gett durch die Übernahme von Juno aus New York für Aufsehen gesorgt. Der aufstrebende Konkurrent wurde übernommen und integriert. Mittlerweile sind 45.000 Fahrer für den Dienst in New York im Einsatz.

Gett setzt Fokus auf Stadtgebiete

Im Gegensatz zu Uber fokussiert sich das Unternehmen auf einzelne Gebiete in den den Städten und versucht dann langsam zu wachsen, um die Kosten im Griff zu behalten. Außerdem will sich das Unternehmen durch eine bessere Qualität der Fahrer und Fahrzeuge von der Konkurrenz abgrenzen. Viele Unternehmen greifen auf den Fahrdienst zurück, die 13.000 angeschlossenen Unternehmen sollen für einen Großteil der Umsätze verantwortlich sein.

Bild: www.phcmag.com (alle Rechte vorbehalten)

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Intel testet autonome Fahrzeuge in Jerusalem

Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Mobileye startet Intel einen Testprogramm mit 100 autonomen Fahrzeugen in Jerusalem. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, es soll gezeigt werden, dass selbstfahrende Autos 1.000 Mal sicherer sind, als menschliche Fahrer. In den kommenden Monaten soll die Flotte auch in den USA und in anderen Regionen getestet werden.

Keine LiDARs und Radars verbaut

In der ersten Phase werden die Fahrzeuge maßgeblich durch Kameras gesteuert. Die Fahrzeuge sind mit 12 Kameras ausgestattet, um eine 360 Grad Rundumsicht zu erzeugen. Vier der Kameras werden für die Parkvorgänge genutzt, die restlichen acht für die Erstellung der Weitsicht. Die Kameradaten werden im Fahrzeug ausgewertet, um die richtigen Fahrmanöver in extrem kurzer Zeit berechnen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben zu können. In einer späteren Phase sollen LiDAR und Radar-Sensoren hinzugefügt werden.

Beide Unternehmen wollen auch zeigen, dass ein System an Kameras ausreichen ist, um Fahrzeug autonom fahren zu lassen. Die Kameras sind so konfiguriert, dass mehrere redundanten Systeme entsteht, die jeweils für sich genügen Daten erzeugen, um das Fahrzeug autonom zu steuern. Solle eine Kamera ausfallen, können andere Kameras die Funktion des Fahrzeugs aufrecht erhalten und die Sicherheit gewährleisten.

 

Wer in Jerusalem fahren kann, schafft es überall auch

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye haben sich Jerusalem auf Grund der komplexen Verkehrs- und Infrastruktur-Verhältnisse ausgesucht. Die Fahrer in der israelischen Stadt sind für einen aggressiven Fahrstiel bekannt, außerdem ist die Straßenmarkierung nicht immer eindeutig. Hinzu kommt, dass die Fußgänger häufig die Straße anstatt vorhandener Gehwege nutzen. Autonome Fahrzeuge können nicht mit geringer Geschwindigkeit durch die Stadt schleichen, sondern müssen sich an den bestehenden Verkehr anpassen. Ansonsten würden Staus entsenden, im schlimmsten Fall würde es sogar zu Unfällen kommen.

Level 4 Fahrzeuge ab 2021

Bis 2021 sollen selbstfahrende Fahrzeuge auf Level 4 und 5, die mit Technik von Intel und Mobileye ausgerüstet sind, gemeinsam mit unterschiedlichen Herstellern ausgerollt werden. Die beiden Unternehmen arbeiten unter anderem mit BMW, General Motors, Nissan, Audi, Fiat Chrysler, Hyundai und Honda zusammen.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

Lyft geht von mehr als 1/3 Marktanteil in den USA aus

Das Ride-Sharing Startup Lyft, das bisher nur in Nordamerika aktiv ist, kann anscheinend Kapital aus den Verfehlungen des Konkurrenten Uber schlagen. Im letzten Jahr soll der Marktanteil in den USA auf 35 Prozent angewachsen zu sein. Das ist ein ordentliches Wachstum, 18 Monate zuvor soll der Anteil bei 18 Prozent gelegen haben. 

Postille Wahrnehmung der Marke gestiegen

Lyft behauptet, dass sich mehr Kunden für den Dienst angemeldet haben und dass die positive Wahrnehmung der Marke gestiegen ist. In einigen Städten soll der Marktanteil sogar bei mehr als 40 Prozent liegen, in wenigen Städten soll die Ride-Sharing Plattform Marktführer sein. Das Unternehmen ist in den letzten Monaten auch kräftig expandiert. In den USA kamen mehr als 100 Städte hinzu und die Expansion nach Kanada ist erfolgt. Die Expansion in den USA dürfte auch dazu beigetragen haben, dass der Marktanteil nach oben geschossen ist. 

Wettbewerb mit Uber kostet viel Geld

Seit dem Start von Lyft befindet sich das Unternehmen im Wettkampf mit Uber in den USA. Lyft hat dafür gesorgt, dass Uber auf Ride-Sharing mit Privatfahrern setzt und dafür, dass das ursprüngliche Produkt UberBlack an Attraktivität verloren hat. Bei der Einführung neuer Dienste wie den Ride-Pooling Diensten UberPool und Lyft Line, haben sich beide Unternehmen ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert. Der Wettbewerb der beiden Ride-Sharing Plattform kostet viel Geld. Fahrer und Nutzer müssen mit Bonus-Zahlungen und Rabatten bei Laune gehalten werden. Mehrere Milliarden Dollar wurden in den letzten Jahren ausgegeben, um Marktanteile zu erkaufen. Beide Unternehmen sollen in Richtung Börsengang schielen, bis dahin müssen die Kosten in den Griff bekommen werden.

Kreditkartendaten als Grundlage

Die Zahlen zu den Marktanteilen der großen Ride-Sharing Dienste in den USA schwanken. Das basiert darauf, dass unterschiedliche Quellen für die Berechnung verwendet werden. Second Measure nutzt Kreditkartendaten um die Marktanteile zu berechnen. Das Unternehmen hat Uber im März einen Marktanteil von 73 Prozent zugewiesen und Lyft soll bei 27 Prozent gelegen haben. Certify nutzt Daten von Reiseabrechnungen und schreibt nach Analyse Lyft einen Marktanteil von 19 Prozent zu und Uber soll bei 81 Prozent liegen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

MIT entwickelt autonomes Fahrzeug, das ohne 3D Karten auskommt

Die Forschungsgruppe CSAIL des MITs hat ein autonomes Fahrzeug entwickelt, das ohne eine große Menge an 3D Kartendaten auskommt. Die bisherigen autonomen Fahrzeuge von Waymo, Uber und co. benötigen Kartendaten mit einem hohen Detaillierungsgrad, Gebäude als Anhaltspunkte und Straßen mit eindeutiger Markierung, um sicher von A nach B zu kommen. Deswegen wurden von Technologiekonzernen und Startups bisher Städte für Testfahrten bevorzugt und ländlichen Gegenden nicht berücksichtigt.

Kombination von Google Maps und Sensor Daten

Das Forschungs-Lab CSAIL hat ein System entwickelt, mit dem Fahrzeuge auch autonom auf Landstraßen fahren können, für die keine detaillierten 3D Karten vorhanden sind. Um das zu ermöglichen, werden einfache Google Maps Daten mit Sensordaten aus dem Fahrzeug kombiniert. So ist es dem Team gelungen, vollautomatisch auf Landstraßen in Massachusetts zu fahren, die vorher nicht erfasst wurden. 

Fahrten mit geringer Geschwindigkeit

Ein Toyota Prius Fahrzeug, das mit LiDAR und Beschleunigungssensoren ausgestattet sind, wurden für die Tests verwendet. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, mehr als 30 Meter Strecke zuverlässig analysieren zu können. Auf den ersten Blick ist die Strecke recht kurz, die Leistung muss noch erhöht werden, um höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Im folgenden Video ist das Fahrzeug auch mit einer moderaten Geschwindigkeit unterwegs.

Das MapLite genannte System nutzt GPS Daten, um die grobe Position des Fahrzeugs zu definieren. Um zum Ziel zu kommen, wird die Strecke in kleine Zwischenziel unterteilt. Die Zwischenziele werden “Local Navigation Goal” genant und müssen sich in Sichtweite des Fahrzeugs beiden. Aus den Daten der LiDAR-Sensoren wird ein Pfad generiert, um zu den Zwischenzielen zu gelangen. 

Kartendaten als Grundlage für autonomes Fahren

Detaillierte Kartendaten sind bisher die essentielle Grundlage für autonomes Fahren. Es ist kostenintensiv, die Karten zu erstellen und aktuell zu halten. Ein System, das ohne aktuelle und genau Kartendaten auskommt, wäre ein großer Fortschritt. Es würde nicht nur der Aufwand verringert werden, um die Kartendaten zu erstellen, es würden sich auch neue Einsatzmöglichkeiten ergeben. Autonome Fahrzeuge könnten so auch im ländlichen Gebieten eingesetzt werden. Unterschiedliche Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Ressourcen in die Erstellung von Kartendaten investiert. Die Automobilkonzerne Audi, Daimler und BMW haben vor ein paar Jahren einen Milliardenbetrag investiert, um zu verhindern, dass der Kartendienst HERE von Neueinsteigern und zukünftigen Konkurrenten übernommen wird.

Bild: MIT CSAIL (alle Rechte vorbehalten)

Elektromobilität: Neuer Carsharing Anbieter startet in Wien

In neuer Carsharing Anbieter. Der Anbieter Caroo möchte ab Sommer eine überschaubare Flotte an 50 Elektroautos nach dem Free-Floating Prinzip einsetzten. Bisher sind in Wien die beiden Unternehmen car2go und DriveNow mit einem Free-Floating Carsharing Angebot aktiv.

Flotte mit 50 Fahrzeugen geplant

Im Vergleich zu den genannten Anbietern ist Caroo mit den geplanten 50 Fahrzeugen recht überschaubar. Die anderen Anbieter haben jeweils über 500 Fahrzeuge in der Flotte. Es ist davon auszugehen, dass sich Caroo auf ein kleines Gebiet konzentrieren wird, um attraktive Laufwege zu ermöglichen. Das Free-Floating Prinzip erhöht den Komfort für die Nutzer, da die Autos auf beliebigen Parkplätzen abgestellt werden können, z.B. einfach vor der Haustür.

Rein elektrische Flotte

Sein USP sieht das Unternehmen bei der rein elektrischen Flotte. Am Anfang sollen Modelle des Herstellers Renault eingesetzt werden. Hauptsächlich soll der Renault Zoe zum Einsatz kommen, als Alternative sind die Modelle Twizy und Kangoo Z.E. geplant. Bei dem Twist handelt es sich um kleines Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen, der Kangoo ist ein Transporter. Es besteht keine Kooperation mit Renault, da ist es auch denkbar, dass später Fahrzeuge anderer Hersteller zum Einsatz kommen.

Finanzierung über die Crowd

Finanzieren möchte sich das Unternehmen durch ein Crowdinvesting Kampagne. Insgesamt sollen 100.000 Euro eingesammelt werden, um das Geschäft mit 50 Fahrzeugen zu starten. Bisher konnten in der Kampagne 56.000 Euro eingesammelt werden. Die geplante Investmentsumme ist überschaubar für das geplante Vorhaben. Die Beschaffung der Fahrzeuge und vor allem der operative Betrieb wird teuer. Es ist davon auszugehen, dass weitere Investoren nötig sind, um das Unternehmen erfolgreich am Markt zu etablieren. Zusätzliche finanzielle Mittel sollen durch eine Förderung über das Programm kliamaaktiv erfolgen.

Kooperation mit Wien Energie

Um die Fahrzeuge laden zu können, setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem Energieanbieter Wien Energie. Wien Energie besitzt rund 550 öffentlich zugängliche Ladesäulen, die Zahl soll bis 2020 auf 1000 Säulen im Statdgebiet erhöht werden. Mit der Kooperation von Wien Energie soll die Ladeinfrastruktur für den Caroo-Fuhrpark sichergestellt werden.

Car2go und DriveNow als starke Konkurrenten

Die beiden Anbieter car2go und DriveNow sind in Wien zwei starke Konkurrenten für das neue Carsharing Startup. Beide Unternehmen verfügen jeweils über eine Flotte mit mehr als 500 Fahrzeugen. Die Nutzerzahlen können sich auch sehen lassen, DriveNow hat etwa 88.000 Nutzer in Wien und car2go kommt auf 138.000 Kunden. Durch die geplante Fusion von DriveNow und car2go wird die Wettbewerbssituation nicht einfacher.

Bild: Caroo (alle Rechte vorbehalten)

Multimodal: Lyft arbeitet in den USA mit der Bahn zusammen

In den USA wachsen Bahn und Ride-Sharing Dienste weiter zusammen, um ein multimodales Mobilitätsangebot zu schaffen. Die Ride-Sharing Plattform Lyft arbeitet mit der privaten Bahnlinie Brightline zusammen, die mehrere Städte in Florida verbindet. Die Strategie von Lyft sieht die Kooperation mit anderen Transportmitteln und -unternehmen vor, um die unterschiedlichen Verkehrsangebote besser zu vernetzten.

Multimodal unterwegs

Die Mobilitätsplattform Lyft wird exklusiver Partner von Brightline. Die Kooperation startet zeitlich mit der Erweiterung der Brightline Bahn-Linien zwischen Miami, Fort Lauderdale und West Palm Beach. Die Kooperation der beiden Unternehmen ist on- und offline sichtbar. Ziel ist es, das Reiseerlebnis zu verbessern und eine Möglichkeit für die erste und letzte Meile zu bieten.

Offline und in App integriert

Im Rahmen der Partnerschaft werden die drei Bahnhöfe mit Lyft Werbung gebrandet. Außerdem werden Hinweisschilder zu den Bereichen angebracht, in denen Lyft Ride-Sharing Fahrer die Passagiere abholen oder aussteigen lassen dürfen. Die Brightline Fahrgäste können die Lounges an den Bahnhöfen nutzen, wenn sie auf ihren Fahrer warten müssen. In den kommenden Wochen wird Lyft auch in die Smartphone App von Brightline integriert. Die Fahrgäste sehen in der App die zu erwartende Anfahrtszeit der Lyft-Fahrzeuge, sowie den zu erwartenden Fahrpreis. Bei der Buchung werden die Brightline Kunden dann zur Lyft-App weiter geleitet.

Vernetzung zwischen Ride-Sharing und ÖV

Auch Konkurrent Uber möchte seine Ride-Sharing Plattform in den USA mit dem öffentlichen Verkehr vernetzten. Kürzlich wurde eine Kooperation mit Masabi verkündet, gemeinsam wollen beide Unternehmen Ride-Sharing und ÖPNV vernetzen und ein Ticketing für eine multimodale Reisekette anbieten. Lyft, Uber und auch andere Ride-Sharing Anbieter, wie ioki oder ViaVan wollen mit einem attraktiven und vernetzten Angebot dafür sorgen, dass die Bewohner in Städten ihren Privatwagen abschaffen und auf Alternativen ausweichen.

Bild: Brightline (alle Rechte vorbehalten)

Mehr selbstfahrende Autos in Kalifornien

Die Zahl der in Kalifornien registrierten selbstfahrenden Autos wächst weiter. Der Technologiekonzern Apple, der bisher sein Geld mit iPhones, MacBooks und co. verdient, hat eine der größten Flotten an autonomen Fahrzeugen in Kalifornien. Was Apple damit genau vorhat, ist noch nicht bekannt. Angeführt wird die Liste in Kalifornien von General Motors, der Automobilkonzern hat 104 selbstfahrende Autos an der Westküste der USA registriert. Der Technologiekonzern Apple hat 55 autonomen Fahrzeuge registriert, gefolgt von Waymo mit 51 Fahrzeugen. Uber hat keine autonomen Fahrzeuge mehr in Kalifornien registriert.

53 Unternehmen dürfen testen

Insgesamt haben 53 Unternehmen die Erlaubnis erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge mit Fahrer hinterm Steuer zu testen. Die Flotte aller Unternehmen zusammen, umfasst 409 Fahrzeuge. Bisher ist bei den meisten Fahrzeugen noch ein Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, insgesamt sind 1573 ausgebildet. Jüngst hat auch Didi Chuxing aus China die Erlaubnis erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge zu testen. Das Unternehmen betreibt an der Westküste auch ein Forschungszentrum, das im vergangenen Jahr eröffnet wurde.

Keine Sicherheitsfahrer mit neuer Genehmigung

Im nächsten Schritt wird die Verkehrsbehörde in Kalifornien auch Genehmigungen vergeben, die keinen Sicherheitsfahrer erfordern. Das Google Unternehmen Waymo hat sich bereits für die neue Lizenz beworben und entspricht auch den Voraussetzungen, zuvor autonome Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrer getestet zu haben. Die Regeln dazu wurden in Kalifornien im April angepasst. Fokus bei den Anpassung lag dabei auf Tests und Einsatz von autonomen Autos ohne Fahrer, sowie Cyber Security. 

Auch deutsche Unternehmen testen in Kalifornien

Unter den Unternehmen, die in Kalifornien testen, sind auch einige deutsche Unternehmen. Volkswagen, Mercedes Benz, Bosch, BMW und Conti testen an der Westküste. Startups, Technologiekonzerne und Automobilhersteller aus den USA, Europa und Asien liefern sich einen Wettkampf in der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Bis 2021 sollen die ersten Fahrzeuge serienreif sein, ein Anstieg des Marktes wird ab 2026 erwartet. Als führend gilt das Unternehmen Waymo, das in diesem Jahr bereits einen kommerziellen Dienst in Arizona anbieten möchte.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

In eigener Sache: ioki übernimmt GetMobility

Für GetMobility.de beginnt ein neues Kapitel, das führende Mobility Magazin für Entscheider aus Wirtschaft, Politik wandert unter das Dach von ioki. Der Geschäftsbereich der Deutschen Bahn, der innovative Mobilitätsdienste realisiert, wird den Blog zunächst als GetMobility by ioki weiterführen und in den kommenden Wochen mit ioki.com verschmelzen.

Weiterentwicklung bei ioki

Die Übernahme durch ioki ist ein bedeutender Schritt für GetMobility. Was 2014 als Blog mit wenigen Artikeln pro Monat begann, hat sich in den letzten Jahren zu einem Mobility Magazin mit fast täglichen Beiträgen entwickelt. Der Blog war eine Passion von Augustin Friedel, der das Projekt als One-Man Show entwickelt hat. Im Rahmen von ioki wird das Magazin mehr Aufmerksamkeit erhalten und kann sich positiv weiterentwickeln.

Weiterhin neutrales News-Portal

Mit der Übernahme verfolgt ioki das Ziel, ein branchenübergreifendes und neutrales News-Portal zu betreiben. Weiterhin sollen Artikel über die unterschiedlichen Akteure und Bereiche der Veränderungen im Mobilitätsbereich in regelmäßigen Abständen veröffentlicht werden.

Anbieter für autonome und fahrerbasierte on-demand Dienste

ioki ist ein innovativer Geschäftsbereich der Deutschen Bahn. Unter anderem wird der erste autonome Bus auf öffentlicher Straße in Deutschland von ioki betrieben. Mittlerweile haben mehr als 10.000 Fahrgäste das Angebot in Bad Birnbach genutzt. Neben den Verkehren mit autonomen Shuttles möchte sich das Unternehmen auch als führender Anbieter für fahrerbasierte on-demand Ride-Pooling Dienste etablieren.

Bild: GetMobility by ioki (alle Rechte vorbehalten)

60 Prozent Marktanteil beim autonomen Fahren – UBS sieht Waymo als Marktführer in 2030

Laut einem Report der Investment Bank UBS, wird Waymo den Markt der selbstfahrenden Autos dominieren. Die Bank geht davon aus, dass die Google Schwester Waymo bis 2030 einen Marktanteil von 60 Prozent bei dem Markt der selbstfahrenden Fahrzeuge erreichen wird. Die Financial Times berichtet darüber, dass die Marktmacht von Waymo so stark werden wird, so dass Autohersteller diese anwenden müssen oder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden.

Großer Markt entsteht in den nächsten 15 Jahren

UBS schätzt, dass der Markt der Technologien für autonome Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf 2.8 Trillionen Dollar anwachsen wird, mit Waymo als global führendem Player. Nur ein kleiner Kreis an Automobilherstellern wird in der Lage sein, eigene Systeme zu nutzen, die mit der Technologie von Waymo mithalten können. Die Investment Bank sieht zum Beispiel die Automobilhersteller Daimler und General Motors in dem kleinen Kreis. Die meisten anderen Hersteller werden gezwungen sein, die Systeme von Waymo oder anderen führenden Systemlieferanten einzukaufen. Wenn es noch schlimmer kommt, werden einige Automobilhersteller nur als White Label Lieferanten für Entwickler von autonomen Systemen oder Ride-Sharing Plattformen auftreten. Als Gründe dafür werden die enormen Entwicklungskosten angeführt und die Herausforderungen bei der Anwendung in unterschiedlichen Städten genannt.

Markt für autonome Fahrzeuge erst ab 2026

Der Markt für autonome Fahrzeuge wird dem Bericht zufolge ab 2026 abheben. Neben dem technischen Fortschritt sind auch Akzeptanz der Nutzer und die Regulierung für autonome Fahrzeuge wichtige Kriterien, die einen Einfluss auf das Wachstum des Marktes haben. Schon heute sieht man, dass einige Länder schneller oder langsamer bei der Regulierung von autonomen Fahrzeugen sind, ähnlich sieht es bei der Akzeptanz aus. Dem zufolge wird es bei der Geschwindigkeit regionale Unterschiede geben. Der Report geht davon aus, dass 12 Prozent der 2030 verkauften Autos vollautomatisierte Fahrzeuge sein werden, bis dahin werden ingesamt 26 Mio. autonome Fahrzeuge im Betrieb sein. Gleichzeitig wir der Verkauf von Privatfahrzeugen um nur fünf Prozent zurückgehen. Andere Studien gehen davon aus, dass der Verkauf von Privatfahrzeugen bis 2030 um über 50 Prozent zurückgehen wird.

Waymo testet schon autonome Fahrzeuge ohne Fahrer

Die meisten Autokonzerne befassen sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen, die in den kommenden Jahrzehnten das Mobilitäsverhalten und Verkehrsaufkommen in den Großstädten stark verändern werden. Die Automobilhersteller gehen davon aus, dass sie bis 2021 in der Lage sein werden, Fahrzeuge zu verkaufen, die über Eigenschaften auf Level 3 verfügen. Level 4 Fahrzeuge werden erst 2025 oder später serienreif sein. Waymo will da schneller sein und bereits in diesem Jahr einen Dienst mit autonomen Fahrzeugen ohne Sicherheitsfahrer in Phoenix anbieten. Dabei wird es sich um eine kleine Flotte handeln, die noch weit entfernt von einer Massenproduktion ist.

Monetarisierung der Zeit als großes Potential

Die größten Umsatzmöglichkeiten werden in zwei Bereichen gesehen: Der Betrieb von Mobility Plattform und die Monetarisierung der Zeit, die der Fahrgast im Fahrzeug verbringt, werden zu den größten Umsatzströmen zählen. Die Produktion der Fahrzeuge und andere Bereiche, wie Bereitstellung von Kartendaten oder Produktion von Sensoren erwirtschaften einen kleineren Teil.

Der Report ist ein drastisches Signal an die Automobilhersteller, die heute den Markt beherrschen. Das Paper basiert auf Befragungen von Ingenieuren und Experten, die an selbstfahrenden Autos arbeiten, Forschungsgruppen und auf eigenen Analysen der Bank.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)