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Grab soll Summe von 2 Milliarden US$ einsammeln wollen

Das Unternehmen Grab betreibt in Südost Asien eine Ridesharing Plattform in sieben Ländern, die jetzt mit mehr als fünf Milliarden US$ wert sein soll. Damit wäre Grab das am höchsten bewertete Startup un Südost Asien. Die hohe Bewertung soll Grundlage der kommenden Finanzierungsrunde sein, bei der bis zu zwei Milliarden US$ in das Unternehmen investiert werden sollen. Das Geld kommt dabei von SoftBank und dem chinesischem Ride-Sharing Anbieter Didi Chuxing.

SoftBank und Didi stockten auf

SoftBank und Didi sind bereits seit längerem als Investoren an Bord. SoftBank hat sich in den vergangenen Jahren an mehreren Ride Hailing Plattformen beteiligt. Unter anderem ist der japanische Investor Anteilseigner von Lyft und der indischen Ride Sharing Plattform Ola. Kürzlich stand auch ein Szenario im Raum, bei dem SoftBank Uber-Anteile von bestehenden Investoren übernehmen soll. Auch an der brasilianischen Taxi App 99 hat sich SoftBank beteiligt.

Zusammenarbeit zwischen Grab und Didi mit Spannungen

Dass Grab weiterhin mit Didi zusammenarbeitet, ist verwunderlich. Nach der Übernahme von Uber China durch Didi Chuxing ist es zu Spannungen zwischen Grab und Didi gekommen. Im Zuge der Übernahme hat sind Uber und Didi enger zusammengerückt, da Didi eine Milliarde in Uber investiert hat. Das hat das Unternehmen aus Südost Asien nicht begeistert, da Uber in der Region der größte Konkurrent von Grab ist.

Uber setzt sich nicht überall durch

Das Ride Hailing Geschäft hat sich seit einiger Zeit verändert. Der Platzhirsch Uber geht nicht mehr davon aus, dass alle Märkte der Welt beherrscht werden können. So folgte zuerst die Veräußerung des Geschäfts in China an den lokale Anbieter Didi Chuxing. In den letzten Wochen hat das Unternehmen angekündigt, dass das Russlandgeschäft mit Yandex Taxi verschmolzen wird. Lokale Player und Investoren, wie Grab und Softbank fürchten sich nicht mehr unbedingt vor Uber und sehen deshalb durchaus die Möglichkeit, eine lokale Marktführerschaft aufzubauen. Eventuell erfolg ja bald eine Veräußerung des Deutschlandgeschäfts an MyTaxi und Daimler. Auch hierzulande kann sich Uber nicht durchsetzen.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Lyft entwickelt nun doch eigene autonome Autos

Bisher hat sich das Ride-Sharing Unternehmen nicht aktiv mit der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren beschäftigt, sondern mit Konzernen und Startups Partnerschaften zu dem Thema geschlossen. Jetzt ändert Lyft die Strategie und investiert in den kommenden Jahren viel in die Entwicklung eigener Technologien für vollautomatisierte Autos. Das ganze soll in eine offene Plattform einfließen.

Neue Abteilung soll wachsen

Die Fahrdienstplattform hat eine neue Abteilung gegründet, die bis Ende des kommenden Jahres auf mehrere Hundert Mitarbeiter anwachsen. Das Team soll alle Technologien, also Hardware und Software entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Ein eigenes Fahrzeug soll dabei nicht entstehen, sondern Systeme, die dann von anderen Herstellern verbaut werden können.

Konkurrent Uber mit ähnlichem Programm 

Lyfts Vorhaben gleicht dem des Konkurrenten Uber. Der größere Rivale entwickelt seit längerem Systeme für vollautomatisiertes Fahren, die in Volvo XC90 SUVs getestet werden.  Außerdem arbeitet Uber mit dem Daimler Konzern zusammen, der angekündigt hat, autonome Shuttle Fahrzeuge für die Uber Plattform betreiben zu wollen.

Hybrid Setup bei Lyft geplant

Sofern es der Entwicklungsstand der Technologie zulässt, sollen autonome Autos zur Plattform hinzugefügt werden. Dann sind sowohl Fahrzeuge mit Fahrer als auch vollautomatisierte Fahrzeuge im System. Der Algorithmus entscheidet, ob der Fahrgast ein Auto mit Fahrer oder ein vollautomatisiertes Fahrzeug zugewiesen bekommt. Entscheidungskriterien für den Algorithmus sind unter anderem Wetterbedingungen, Distanz und Route.

Strategie Schwenk nach Partnerschaften

Lyft hat schon mehrmals bekräftig, dass vollautomatisierte Fahrzeuge auf der Plattform in Zukunft eingesetzt werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Plattform mit unterschiedlichen Partner kooperiert. Auf der einen Seite gehört der Automobilhersteller General Motors zu den Investoren von Lyft, der Konzern entwickelt eigene autonome Fahrzeuge. Auf der anderen Seite wurden Partnerschaften mit nuTonomy und der Google Tochter Waymo abgeschlossen. Die anderen Player haben bis zu acht Jahre Erfahrung bei dem Thema – es ist fraglich, ob die Ride Hailing Plattform diese Lücke schließen kann.

Die deutschen Anbieter, wie Blacklane oder myTaxi haben sich noch nicht zum Thema autonomes Fahren geäußert. Sie sollten aktiv werden, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

On-demand Reinigung: Zipjet sichert sich weitere Investition von Henkel

Das Online-Reinigungs-Start-up Zipjet mit Sitz in Berlin, London und Paris gab heute bekannt, dass Henkel seine bestehende Beteiligung am Unternehmen erhöht hat. Der Unternehmensbereich Laundry & Home Care von Henkel hält seit August 2016 eine strategische Minderheitsbeteiligung an Zipjet.

Zipjet seit 2014 in London aktiv

Zipjet wurde im November 2014 in London gestartet. Im Januar 2015 folgte Berlin und im Mai 2016 Paris. Finanziert durch Rocket Internet, der Beteiligungsgesellschaft Btov and einer Reihe anderer strategischer Investoren, möchte das Unternehmen nun seine Marktführerschaft in Europa weiter ausbauen.

Position in Europa soll gefestigt werden

„Wir freuen uns über die Entscheidung von Henkel, das bestehende Investment zu erhöhen“, sagt Zipjet’s Co-Founder & Managing Director, Florian Färber. „Es zeigt, dass unsere Investoren an das Geschäftsmodell glauben und genau wie wir, zuversichtlich sind, dass wir unsere ambitionierten Wachstumspläne für dieses Jahres erreichen. Das neue Investment ermöglicht es uns, unsere Position in Europa weiter zu festigen, unsere Logistik weiterzuentwickeln sowie mehr in Marketing und Produktinnovationen zu investieren.“

Henkel an digitalen Serviceangeboten interessiert

„Digitale Serviceangebote werden immer wichtiger, mehr und mehr Verbraucher nutzen On- Demand-Services“, sagt Thomas Schuffenhauer, Head of Corporate Venturing bei Henkel Laundry & Home Care. „Daher investieren wir, neben der Weiterentwicklung unserer eigenen Angebote, in das erfolgversprechende Geschäftsmodell von Zipjet.“

Zipjet verfügt über eine ausgereifte technische Lösung, um die Herausforderung der Lieferung auf der letzten Meile effizient zu gestalten. So wird sichergestellt, dass die Pünktlichkeit auch bei gewählten 30 Minuten Slots eingehalten werden und gleichzeitig eine hohe Auslastung der Fahrer ermöglicht wird.

Bild: Zipjet Screenshot (alle Rechte vorbehalten)

Clever Taxi: MyTaxi schluckt Mitbewerber aus Rumänien

Die Daimler Tochter MyTaxi kauft wieder zu, diesmal in Rumänien. Der lokale Anbieter Clever Taxi wird übernommen, um die Präsenz in Europa zu erhöhen. Mit der Übernahme in Rumänien, sei MyTaxi jetzt in 11 europäischen Ländern aktiv. Die Taxi-App ist einst als eigenständiges Startup gestartet und wurde letztendlich komplett von Daimler übernommen.

Kaufpreis für Clever Taxi unbekannt

Wie viel die Übernahme gekostet hat, wurde von der Daimler-Tochter nicht kommuniziert. Erwartungsgemäß dürfte dieser nicht besonders hoch ausgefallen sein. Der Markt in Rumänien dürfte auf Grund der schwachen Wirtschaft wenig attraktiv für Daimler sein. Gleichzeitig ist die Zahl der registrierten Nutzer überschaubar. Die Clever Taxi App kann in den größten 20 Städten in Rumänien genutzt werden. Die Plattform verfügt über 600.000 registrierte Nutzer und 17.000 angemeldete Taxifahrer.

Dritte Übernahme in den letzten Monaten

Schon in der Vergangenheit hat MyTaxi hinzugekauft, um die Plattform zu stärken. Die Größte Übernahme war der Kauf der Taxi App Hailo aus Großbritannien. Mittlerweile wurde die Hailo App durch die MyTaxi App ersetzt und der Markenname Hailo soll mit der Zeit verschwinden. Anfang des Jahres erfolgte die Übernahme von Taxibeat aus Griechenland. Taxibeat war der lokale griechische Marktführer.

MyTaxi als führende Taxi-App in Europa

Daimler will mit MyTaxi eine in Europa führende Taxi-App aufbauen. Ingesamt sollen sieben Millionen Nutzer registriert sein. Europaweit kommt das Netzwerk auf 120.000 registrierte Fahrer. Langfristig wird sich auch das Unternehmen darauf einstellen müssen, dass autonome Fahrzeuge die Taxis samt Fahrer ersetzten werden. Bisher gibt es keine Aussagen von MyTaxi, ob es an den zukunftsweisenden Themen gearbeitet wird.

Markt wird sich weiter konsolidieren

Es ist anzunehmen, dass sich der Markt der Taxi-Apps in den kommenden Monaten und Jahren weiter konsolidieren wird. Das Geschäftsmodell von MyTaxi und co. wirft nur geringe Margen ab und die Konkurrenz durch Ride-Hailing Angebote wie Uber oder Gett wächst. In Zukunft kommen noch Ridesharing Plattformen, wie CleverShuttle oder Via hinzu. Die kleinen lokalen Anbieter, wie Clever Taxi oder TaxiBeat  werden aus eigener Kraft nicht überlegen können.

Bild: Clever Taxi (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Nvidia, ZF und Hella arbeiten zusammen

Ein weiteres Konsortium an Zulieferern zeichnet sich ab, die gemeinsam Technologien für autonomes Fahren entwickeln wollen. Die Zulieferer ZF und Hella haben sich mit dem Chip Hersteller Nvidia zusammengetan, um ein eigenes System für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln, dass den Standards der NCAP entspricht. NCAP beschäftigt sich mit der Sicherheit von Fahrzeugen und führt unter anderem die Crash Tests durch.

Euro NCAP berücksichtigt demnächst kameragestützte Assistenzfunktionen

Mit einem ersten gemeinsamen Projekt zielen die Partner auf einen aktuellen Markttrend: Künftig wird die höchste Sicherheitsbewertung gemäß Euro NCAP auch von kameragestützten Assistenzfunktionen abhängen. Dadurch wird absehbar der Bedarf nach Frontkameras für alle Fahrzeugsegmente steigen. ZF und Hella werden Automobilherstellern ein gemeinsames Produkt anbieten, dessen Entwicklung unmittelbar gestartet und dessen Serienstart für 2020 erwartet wird. ZF bringt die Hardware sowie sein System- und Integrations-Know-how ein, HELLA steuert mit seinem Tochterunternehmen HELLA Aglaia Mobile Vision die Kompetenz für leistungsfähige und serienerprobte Bilderkennungssoftware und Applikationsentwicklung bei.

Hella liefert die Sensoren 

Hella wird also die Kameras, Radarsensoren und andere Systeme für das Technologiepaket entwickeln. ZF ist einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie und will sich als Systemintegrator positionieren. Nvidia soll dabei helfen, die Sensordaten zu verarbeiten und mit künstlicher Intelligenz auszustatten. In den nächsten Jahren soll das System mit Level 3 Eigenschaften auf den Markt kommen. Eine Weiterentwicklung auf Level 4 oder 5 ist wahrscheinlich, schon allein deshalb, weil Level 3 Eigenschaften bei Experten umstritten sind. Bei Level 3 kann der Fahrer die Kontrolle übergeben, muss aber stets bereit sein, in Bestimmten Situationen einzugreifen.

Konzerne und Hersteller entwickeln gemeinsam

In der letzten Zeit haben sich mehrere Partnerschaften zwischen Zulieferern untereinander und Herstellern und Zulieferern gebildet. Zum Beispiel arbeitet BMW mit Intel, Mobileye, Continental und Delphi zusammen, um Systeme für autonomes Fahren zur Serienreife zu entwickeln. Nvidia arbeitet auch mit Bosch und Daimler zusammen. Dabei fällt auf, dass Chiphersteller wie Intel und Nvidia eine wichtige Rolle in der Welt der Automobilindustrie von morgen einnehmen werden. Konkurrenz kommt auch von Technologiekonzernen, wie Apple oder Google.

Bild: Nvidia (alle Rechte vorbehalten)

Kakao Mobility aus Korea sammelt Millionensumme für Ride Hailing App ein 

In Korea ist die Chat App Kakao mit 50 Millionen monatlichen Nutzern eine der meistgenutzten Massanger Apps in dem asiatischen Land. Über die Zeit hat das Unternehmen unterschiedliche Services zusätzlich zu dem Nachrichtenaustausch gestartet, um Umsatzströme zu erzielen. So auch ein Mobilitätsangebot Kakao Mobility, das jetzt ein Investment in Millionenhöhe verbuchen kann.

Ausgründung der Kakao Mobility Angebote

Es wurde verkündet, dass das Mobility Angebot in eine eingeständiges Unternehmen mit den Namen Kakao Mobility ausgegründet wurde. Gleichzeitig hat sich der Investment Fond TPG mit einer Summe von etwa 385 Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt. Zu dem Portfolio von TPG gehören unter anderem auch Airbnb, Spotify und mit Uber auch der größte Konkurrent von Kakao Mobility in Korea.

Kakao Taxi mit 1.5 Mio. täglichen Fahrten

Unter Kakao Mobility werden die Dienste Kakao Taxi, Kakao Driver und Kakao Navi zusammengefasst. Das bekannteste Angebot von Kakao Mobility ist der Kakao Taxi Service, der vor etwa zwei Jahren gestartet. Damit sollte ein Weg gefunden werden, um die große Nutzergruppe des Messanger Dienstes zu monetarisieren. Die Nachrichten-App ist auf 95% der Smartphones in Südkorea installiert. Zur Zeit werden 1.5 Millionen Fahrtanfragen täglich vermittelt und ist auch in Japan verfügbar. Mit dem Dienst Kakao Driver lässt sich ein Fahrer für das eigene Fahrzeug ordern. Der Service kommt auf 2.7 Millionen monatliche Nutzer. Die Navi App Kakao Navi konnte 10 Mio. Registrierungen seit dem Start im Februar 2016 verbuchen.

Weitere Dienste in der Pipeline

Weitere Mobility Dienste sollen in der zweiten Hälfte gestartet werden, unter anderem ein Service für die Parkplatzsuche und eine Taxi App für Geschäftsreisende und Unternehmen. Die Ausgründung der Mobility Sparte war eine strategische Entscheidung und durch den Schritt soll ein schnelleres Wachstum und eine schnelle Expansion ermöglicht werden. Kakao will sich die Transformation der Automotive und Mobility Industrien zunutze machen und neue Geschäftsbereiche aufbauen.

Bild: KakaoTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Parken in München: ParkHere Sensoren zeigen freie Parkplätze

In München arbeitet das Startup ParkHere mit den Stadtwerken und der Münchner Verkehrsgesellschaft zusammen. Gemeinsam sollen Parkplätze fit für eine smarte städtische Infrastruktur gemacht werden. So soll online ersichtlich sein, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist.

Pilotprojekt mit ParkHere in München

In einem Pilotprojekt werden die Parkplätze an der Mobilitätstation an der Münchner Freiheit mit den elektronischen Parksensoren ausgestattet. So wird in Echtzeit angezeigt, ob Lade-Parkplätze für Elektroautos frei sind und ob die CarSharing-Stellplätze zur Verfügung stehen. Bei den Lade-Parkplätzen kann nicht nur überprüft werden, ob ein Platz zur Verfügung steht, auch eine Kontrolle im Bezug auf falsches Parken ist möglich, in dem die Sensordaten mit den Daten der Ladestationen verglichen werde. So können Fahrzeuge identifiziert werden, die unberechtigt auf den Parkplätzen für die Elektroautos parken.

Die Daten über die freien Parkplätze werden in die Mobility- und Carsharing-Karte  der MVG eingespeist, künftig sollen die Daten auch in der App MVG more einsehbar sein. Die Stadt München möchte durch das Angebot die Attraktivität der Elektromobilität steigern. Fahrer sollen so schneller eine freie Ladestation finden.

Ausgründung der Technischen Universität München (TUM)

Die Sensoren kommen von dem Startup ParkHere, das seit 2015 als eigenständiges Unternehmen agiert und eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) ist. Das System von ParkHere basiert auf energieautarken Drucksensoren, die in den  Asphalt eingelassen werden. Es werden weder Batterien noch ein Stromanschluss für den Betrieb der Sensoren benötigt. Die Datenübertragung geschieht über Mobilfunk und die Lebensdauer soll 25 Jahre betragen. Die Sensoren lassen sich auch nachträglich in Asphalt integrieren und somit ist eine Nachrüstung bestehender Parkplätze möglich.

Unter Realbedingungen lernen

Mit diesem Projekt wollen die Kooperationspartner unter Realbedingungen Lernen und die smarte Infrastruktur weiterentwickeln. In einem ersten Anwendungsfall können die Sensoren für die Überwachung der Ladeplätze für E-Autos genutzt werden. Später werden die Daten über die Parkplätze mit vollautomatisierten Fahrzeugen geteilt werden können, damit diese bei Bedarf einen Parkplatz finden können.

Bild: ParkHere (alle Rechte vorbehalten)

Zusammenschluss in Russland: Uber und Yandex verschmelzen die Fahrdienste

Die Ridesharing Plattform Uber und die Fahrdienst Tochter des russischen Yandex Konzerns schließen sich in einem neuen Unternehmen zusammen. In das Gemeinschaftsunternehmen sollen die Angebote in Russland, Kasachstan, Armenien, Weißrussland, Georgien und Aserbaidschan kombiniert werden. Uber wird auch seinen UberEATS Service mit einbringen.

Yandex mit größerem Anteil nach Fusion

Die Bewertung liegt nach der Fusion bei 3.725 Milliarden US$. Yandex hält 59.3% am neuen Unternehmen mit dem Decknamen NewCo, Uber 36.6% und die restlichen 4.1 % sind in den Händen der Mitarbeiter. Uber investiert zugleich 225 Mio. US$ in das Gemeinschaftsunternehmen, der russische Taxidienst steuert nochmal 100 Mio. US$ hinzu. Diese Ungleichgewicht gibt preis, dass Yandex der größere Anbieter in Russland ist und Uber es nicht geschafft hat, den lokalen Konkurrenten zu überholen. Aus den von Yandex veröffentlichten Zahlen wird klar, dass das Unternehmen mehr als doppelt so viele Fahrten im Jahr 2017 plant, als der amerikanische Ex-Konkurrent.

Gemeinschaftsplattform mit 35 Mio. Fahrten pro Jahr

Das kombinierte Unternehmen soll mehr als 35 Mio. Fahrten pro Monat durchführen. Das Geschäftsgebiet des neuen Unternehmens umfasst 127 Städte in sechs Ländern. Die Unternehmensführung nach dem Zusammenschluss übernimmt der Yandex Taxi CEO Tigran Khudaverdyan. Nach dem Abschluss der Transaktion können die Nutzer über beide Apps ein Fahrzeug bestellen. Die Fahrer werden aber auf einer Plattform zusammengefasst und nutzen auch nur eine App.

Nach China die zweite Abgabe für Uber

Uber gibt mit der Transaktion den zweiten Markt an einen Konkurrenten ab. Im letzten Jahr hat sich Uber operativ aus China verabschiedet, indem das Geschäft an den lokalen Anbiete Didi Chuxing für einen hohen Milliardenvertrag verkauft. Uber möchte mit dem Zusammenschluss die eigene Bilanz aufbessern. Das Unternehmen scheint auch die Strategie zu verfolgen, Märkte abzugeben, bei dem eine Alleinherrschaft oder Marktführerschaft als unwahrscheinlich sein wird.

Gestartet als Suchmaschine

Yandex ist besser bekannt als das russische Google, seit Jahren betreibt das Unternehmen aber auch eine Taxi-App. Vor kurzem wurden auch Informationen über die Pläne des Unternehmens mit selbstfahrenden Autos bekannt. Yandex betreibt ein eigenen Forschungsprogramm, um die Technologien für vollautomatisierte Fahrzeug zu entwickeln. Uber ist seit ein paar Jahren in Russland aktiv und musste sich im letzten Jahr gegen ein drohendes Verbot wehren. Letztendlich wurde Uber dazu verpflichtet, nur noch lizenzierte Taxi- und Limousinenfahrer einzusetzen.

Bild: Yandex (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und KUKA starten Kooperation: Robotergestützte Innovationen für Fahrzeuge der Zukunft als Ziel

Die Forschungsabteilung von Volkswagen und der Automatisierungsspezialist KUKA schließen einen Kooperationsvertrag, um roboterbasierte Innovationskonzepte für die Fahrzeuge der Zukunft gemeinsam zu entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.

KUKA Roboter für den Ladevorgang

Autonom fahrende Automobile und Service-Roboter sind zwei Teilaspekte der Mobilität der Zukunft, die im Rahmen der strategischen Partnerschaft betrachtet werden. Unter anderem sollen Roboter entwickelt werden, die den Ladevorgang bei autonomen Fahrzeugen einleiten, durchführen und beenden können. Die Elektrofahrzeuge der Zukunft müssen automatisch geladen werden können.

Weiterführung einer bestehenden Kooperation

Die neue Kooperation knüpft an ein bereits bestehendes gemeinsames Forschungsprojekt  an, das sich mit Mensch-Roboter-Kollaboration befasst. Das Projekt e-smart Connect beinhaltet eine praxisnahe und benutzerfreundliche Lösung für das Aufladen der Hochvoltbatterien von Elektrofahrzeugen des Volkswagen Konzerns. Dabei verbindet ein KUKA Roboter in einer speziell entwickelten Anwendung das Fahrzeug eigenständig mit einer Ladestation. So muss der Fahrer das elektrisch angetriebene Auto lediglich auf einem gekennzeichneten Parkplatz abstellen, das Montieren des Ladekabels erledigt der Roboter für ihn.

Autonome Autos brauchen autonomes Laden

In Zukunft soll der Ladevorgang ohne das Zutun von Fahrern oder Fahrgästen passieren. Die vollautomatisierten Fahrzeuge steuern bei Bedarf automatisch die Ladestationen an und der Roboter verbindet das Fahrzeug mit den Ladestationen. Eine Alternative Möglichkeit wäre das induktive und damit kabellose Laden der Fahrzeuge. Bisher ist noch unklar, welche Lösung sich durchsetzen wird.

Weitere Serviceroboter für Wartung und Betrieb in Planung

In der neuen strategischen Partnerschaft sollen neben den technologischen Grundlagen auch weitere Konzepte für innovative Anwendungen entwickelt werden. Wahrscheinlich sollen also noch weitere Service Roboter entstehen, die den Betrieb und Umgang mit autonomen Fahrzeugen vereinfachen. Die Roboter werden den Menschen in Zukunft bei vielen alltäglichen Aufgabe unterstützen. Unter anderem können Roboter bei Beladung der Fahrzeuge helfen und Wartungsaufgaben übernehmen.

Bild: Volkswagen AG (Alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Dienst: Daimler steigt bei CleverShuttle ein

Die Daimler Tochter EvoBus steigt bei dem Startup CleverShuttle ein. EvoBus kommt als strategischer Investor an Bord, zusammen sollen innovative Lösungen für on-demand Dienste entwickelt werden. Daimler ist der zweite Konzern, der bei dem Unternehmen einsteigt. Mit der Deutschen Bahn ist schon ein mächtiger Partner bei CleverShuttle eingestiegen.

Wie hoch das Investment ist, ist nicht bekannt. Die Daimler Tochter beteiligt sich im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung und hat strategische Absichten.

Mehr als 170.000 Fahrgäste bei CleverShuttle

CleverShuttle bietet bisher in mehreren Deutschen Städten einen Shuttle Dienst mit Elektroautos an. Der On-Demand Ride-Sharing Fahrdienst ist in München, Berlin und Leipzig aktiv. In den Städten agiert das Unternehmen mit einer Sondergenehmigung der Behörden, um den Service trotz geltenden Gesetzten kommerziell betreiben kann. Durch einen intelligenten Optimierungsalgorithmus bündelt CleverShuttle Fahrgäste mit ähnlichen Routen gemeinsam in einem Fahrzeug und bringt sie effizient und preisgünstig von Tür zu Tür. Seit dem Start 2016 wurden 170.000 Fahrgäste befördert und mehr als 500.000 Kilometer zurückgelegt. Es werden Elektrofahrzeuge eingesetzt, um die Fahrgäste von A nach B zu transportieren.

Expansion und Lösung für Verkehrsverbände

In diesem Jahr sollen noch weitere vier Städte in Deutschland hinzukommen. Gleichzeitig soll mit EvoBus as B2B Geschäft ausgebaut werden. Beide Unternehmen planen gemeinsam eine IT-Lösung, die von Verkehrsverbänden und -unternehmen eingesetzt werden kann. Die geplante Software soll den Verkehrsunternehmen ermöglichen, die Routen besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abzustimmen. Als Grundlage für die geplante IT-Lösung dient die Technologie von CleverShuttle. Eine Integration in den bestehenden Linienverkehr soll ermöglicht werden.

CleverShuttle als Partner für BVG?

Mehrere Verkehrsverbände haben bereits angekündigt, dass ein on-demand Shuttle Dienst gestartet werden soll. Bei dem geplanten BVG Angebot in Berlin soll Daimler als Favorit gelten. Bisher fehlt dem Konzern aber noch die entsprechende Software für ein solches Angebot. Durch das jetzige Investment schließt sich aber das Puzzle und es macht Sinn, warum Daimler als Favorit gehandelt wird.

Im Wettbewerb zu CleverShuttle positioniert sich das Unternehmen Door2Door aus Berlin. Auch Door2Door entwickelt eine IT-Lösung mit der die Städte und Verkehrsverbände einen bedarfsorientierten Shuttle Dienst anbieten können. Als erstes wird die Lösung in der Bayerischen Stadt Freyung getestet, auch ein Einsatz in Duisburg ist geplant.

Bild: CleverShuttle (alle Rechte vorbehalten)