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BMW will weitere Partner für autonome Autos

Der Automobilhersteller BMW baut Druck auf, um weitere Automobilhersteller dazu zu bewegen, sich der der Partnerschaft zwischen BMW, Intel, Mobileye anzuschließen, um gemeinsam eine Plattform für vollautomatisierte Fahrzeuge zu entwickeln. Nur bis Ende des Jahres will BMW weitere Hersteller als Entwicklungspartner mit aufnehmen, ab 2018 können interessierte Hersteller dann nur noch die Systeme als Kunden beziehen. Bisher ist schon der Automobilkonzern Fiat Chrysler Automobiles dem Konsortium beigetreten und stellt eigene Ressourcen, um die Systeme zur Serienreife zu entwickeln. BMW geht davon aus, dass weitere Hersteller beitreten werden, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Autonome Autos auf Level 5 bis 2021

Zusammen mit Intel und Mobileye soll ein System auf Stufe 5 entwickelt werden, als ein System für vollautomatisiertes Fahren, das keinen Fahrer mehr benötigt. BMW will das autonome System auf Level 5 in den iNEXT Modellen verbauen, die im vergangenen Jahr angeteasert wurden und bis 2021 serienreif sein sollen. Das Komplettestem soll modular aufgebaut sein, so dass die Konfiguration und Komplexität an die jeweiligen Anforderungen und rechtlichen Vorgaben angepasst werden können.

Kooperationen und Kosten zu teilen

Automobilhersteller müssen in den kommenden Monaten und Jahren entscheiden, welchen Weg sie bei der Entwicklung von autonomen Autos gehen wollen. Viele Hersteller werden sich auf Grund der immensen Kosten keine Eigenentwicklung leisten können und sich deshalb an ein bestehendes Konsortium anschließen. In den letzten Monaten haben sich Kooperationen zwischen Herstellern und Zulieferern, Technologiekonzernen und Zulieferern untereinander gebildet. In den kommenden Monaten wird sich herausstellen, wer die Nase vorn haben wird.

In den vergangen neun Monaten hat BMW viel Ressourcen investiert, um das Management Team aufbauen und um die Strategie und das technische Konzept zu definieren. Auch Partner wurden aktiv angesprochen um ein starkes Konsortium mit passender geografischer Abdeckung aufzubauen. Neben den bisher schon genanten Partnern sind auch die Zulieferer Delphi und Continental Teil der Kooperation.

Ab 2018 voller Fokus auf der Entwicklung 

Um die Komplexität im Griff behalten zu können, kann sich BMW noch einen weiteren Tier 1 Partner als Entwicklungspartner vorstellen. Um die Serienreife bis 2021 zu schaffen, müssen bis Ende des Jahres alle Entwicklungspakete an die teilnehmenden Partner verteilt sein. Weiter Automobilindustrie, die sich für die Systeme für autonomes Fahren interessieren, können ab 2018 eine Kundenbeziehung aufbauen aber nicht mehr als Entwicklungspartner in Erscheinung treten.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BlaBlaCar expandiert den BlaBlaLines Ride Sharing Dienst nach Paris

Das Unternehmen BlaBlaCar, das mit einem Mitfahrservice für die Langstrecke vor mehreren Jahren gestartet ist, weitet sein Angebot für die Kurzstrecke aus. Der Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines, der für Pendler auf der Kurzstrecke ausgelegt ist, ist jetzt auch in Paris verfügbar.

Alternative zu schwierigem Geschäft auf der Langstrecke

In Deutschland ist das Unternehmen bekannt, da es das Angebot von Mitfahrgelegenheit.de und carpooling.com übernommen hat. Wie auch Mitfahrgelegenheit.de ist BlaBlaCar damit gestartet, einen Mitfahrservice für die Langstrecke anzubieten. Autofahrer, die z.B. von Berlin nach München unterwegs sind und noch ein paar Plätze im Auto frei haben, können diese auf den Plattformen einstellen und dan Mitfahrer verkaufen. Der Mitfahrer zahlt einen niedrigen Preis an den Fahrer und die Vermittlungsplattform erhält eine Provision. Der Service auf der Langstrecke wird vor allem von Gelegenheitsreisenden genutzt, die ab und zu reisen.

Dem entsprechen ist es nicht so leicht, mit dem Geschäft auf der Langstrecke wenig Geld zu verdienen. Deswegen versucht jetzt BlaBlaCar mit dem Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines für Pendler einen neuen Weg der Monetarisierung. Da Pendler angesprochen werden, die unter der Woche täglich unterwegs sind, geht das Unternehmen davon aus, dass die Nutzungsfrequenz viel höher sein wird. Von mehr Fahrten verspricht sich das Unternehmen höhere Umsätze.

Automatische Routen und virtuelle Stops mit BlaBlaLines

Der Dienst wurde zuerst in den Städten Reims und Toulouse getestet und kommt jetzt nach Paris. Die Fahrer können sich für den BlaBlaLines Dienst anmelden und werden bei der Anmeldung nach den gewöhnlichen Abfahrtszeiten gefragt und nach dem Wohnort und Arbeitsplatz. Der Algorithmus hinter BlaBlaLines generiert dann automatisch eine tägliche Route zwischen den beiden Orten. Mitfahrer, die entlang der Route wohnen, werden automatisch zugewiesen. Die Fahrgäste werden gewöhnlich nicht direkt von der Haustür abgeholt, sondern müssen zu einer Art virtuellen Haltestelle gehen, die sich an der Tour des Fahrers befindet. Die Mitfahrer können die Fahrten spontan on-demand buchen. Die Fahrer können bei Urlaub und Verspätungen die Fahrten stornieren oder abändern.

Die Testphase in Reims und Toulouse ist gut angelaufen. In Reims werden wöchentlich 2000 Fahrten absolviert und in der Gegend um Toulouse sind es 5000 Fahrten pro Woche. Eine Fahrt kostet dabei zwischen zwei und sechs Euro. Insgesamt sind mehr als 20.000 Nutzer für den neuen Dienst bisher registriert.

Konzept in Deutschland eher unter dem Radar

Mal sehen, ob BlaBlaCar den Carpool Dienst für Pendelstrecken in naher Zukunft auch in Deutschland anbieten wird. Die lokalen Mitbewerber flinc und Daily Ride bieten ein vergleichbares Produkt in einigen Städten an. Matchrider versucht sich mit einem ähnlichen Dienst in Baden-Württemberg. Alle haben gemein, eher ein Nischendasein zu  fristen.

Bild: BlaBlaCar (alle Rechte vorbehalten)

Citymapper und Gett starten Taxi Sharing Dienst in London

Die App Citymapper, die den öffentlichen Nahverkehr in einer App abbildet, geht den nächsten Schritt und startet mit dem Fahrdienst Gett ein Ride-Sharing Angebot, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi auf festgelegten Routen teilen können. Die Partnerschaft mit Gett kommt nur ein paar Monate nach dem Start einer eigenen Buslinie von Citymapper in London.

Citymapper als App für ÖPNV gestartet

Die ursprüngliche App vom Citymapper ist mit Moovit oder Ally vergleichbar. Es werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel zusammengefast und nutzerfreundlich dargestellt. Citymapper gibt einen nicht nur die passenden Verbindungen an, sondern zeigt auch Infos über den besten Wagen an und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Fahrt und Ankunftszeit zu teilen. Citymapper wurde schon 2011 gestartet und hat ingesamt etwa 50 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Der Dienst funktioniert in Städten wie London, Berlin, New York oder San Francisco.

Gett in USA, Russland und Europa aktiv

Gett ist eine on-demand Fahrdienst App, die in Europa, Russland und den USA aktiv ist. In London werden über die Gett App die traditionellen schwarzen Taxen vermittelt. Im letzten Dezember hat das Unternehmen einen Pooling-Service unter dem Namen Gett Together gestartet. Die Gett Together Fahrzeuge bewegen sich zu den Stoßzeiten auf festen Routen und die Fahrgäste können beliebig zu und wieder aussteigen. Da in London die Taxen die Busspuren nutzen dürfen, hat Gett gegenüber Uber einen Vorteil.

Nachgefragte Routen in London

Zusammen mit Citymapper will Gett jetzt weitere festgelegte Routen starten. Dabei sollen die von Citymapper gesammelten Daten zur Anwendung kommen, um Lücken im bestehenden Mobilitätsangebot zu schließen. Citymapper hat dank der mehreren Millionen Kunden jede Menge an Daten gesammelt und weiß ziemlich genau, wann und wo die Nutzer unterwegs sind. Aus den Daten lässt sich auch ablesen, welche Strecken eine hohe Nachfrage haben, aber schlecht bedient werden.

Black Bus für Berufspendler

Der angesprochene Citymapper SmartBus ist ausschließlich nachts unterwegs und zielt vor allem auf Nachtschwärmer ab, die schnell und günstig nach hause kommen wollen. Die Partnerschaft mit Gett hat Berufspendler als Zielgruppe. Die Pooling-Routen sollen zwischen 7 Uhr und 10 Uhr und zwischen 17 Uhr und 20 Uhr betrieben werden. Die Black Bus genannten Linien verfügen über keine festen Haltestellen, die Fahrgäste können nach on-demand Buchung über die App beliebig zu- und aussteigen. Die Fahrten werden zu einem Fixpreis von 3 britischen Pfund angeboten, was etwa 3.40 Euro entspricht. Die neue Black Bus Routen sind auch in die Suche der Citymapper App mit eingebunden. Sucht ein Nutzer nach einer Verbindung in der Citymapper App und eine Black Bus Route befindet sich im Suchgebiet, dann wird diese mit den anderen Verkehrsmitteln verknüpft und angezeigt.

Die Kooperation von Citymapper und Gett zeigt, wie die gesammelten Daten genutzt werden können, um die Infrastruktur des ÖPNV flexibel und fortlaufend zu verbessern. Es wäre auch wünschenswert, wenn durch neue Angebote wie den Black Bus die Anzahl der Fahrzeuge in den Städten zurück gehen würden, um das dauerhafte Stauproblem zu entschärfen.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Gogoro sammelt 300 Mio. US$ für seine e-Scooter ein.

Der Hersteller der Elektroroller Gogoro hat eine imposante Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Mio. US$ eingesammelt. Das Geld soll für die weitere Expansion genutzt werden. Die e-Scooter von Gogoro werden zum Beispiel bei dem Scooter-Sharing Dienst Coup in Berlin und Paris eingesetzt.

Gogoro eScooter bei Coup im Einsatz

Insgesamt hat das Unternehmen aus Taiwan bisher mehr als 34.000 Elektroroller verkauft, die meisten davon dürften in Taiwan unterwegs sein. Die Bosch Tochter Coup hat für den Sharing Dienst in Paris und Berlin um die 1600 Roller abgenommen. Mit den 34.000 Rollern wurden über 100 Mio. Kilometer elektrisch zurückgelegt. Dadurch wurden 4.1 Mio. Liter Benzin eingespart, die Roller mit Verbrennungsmotor für die gleiche Strecke benötigt hätten.

Zu den Investoren, die sich an der jetzigen Runde beteiligt haben, gehören Tamasek aus Singapur, der Energiekonzern ENGIE aus Frankreich, Sumitomo Corporation aus Japan und Generation Investment Management aus Großbritannien. Daraus könnte sich schließen lassen, dass Gogoro weiter nach Europa expandieren wird und auch in Japan und Südostasien starten wird.

Batteriesystem soll weiter ausgebaut werden

Der Bedarf nach Elektromobilität und innovativen Mobilitätsangeboten wird in den kommenden Jahren steigen. Gogoro bietet mit seinen E-Scootern ein passendes Produkt, um bei dieser Entwicklung eine wichtig Rolle zu spielen. Das Unternehmen baut die Robusten eScooter und baut darum gleichzeitig ein starke Marke auf. Neben den Rollern fokussiert sich das Unternehmen ich auf das System für die austauschbaren Batterien. In Zukunft könnten die Wechselakkus auch für andere Produkte und Dienstleistungen genutzt werden.

Schon im Stealth Mode gefragt

Der Rollerhersteller wurde schon vor dem öffentlichen Start gehyped. Obwohl wenig über das Produkt bekannt war, konnte das Unternehmen 150 Mio. US Dollar im Stealth Mode einsammeln. Mittlerweile ist der e-Scooter in der zweiten Version verfügbar. Die neue Generation wurde technisch weiterentwickelt und bietet auch mehr Platz für Passagiere und Helme. Der Gogoro 2 Series kostet in Taiwan um die 2.000 Euro.

Bild: Gogoro (alle Rechte vorbehalten)

Hochauflösende Karten: Pioneer beteilig sich an HERE und andersherum

Der Elektronikkonzern Pioneer beteilig sich nach Audi, BMW Daimler und Intel an dem Kartendienst HERE, der früher zu Nokia gehörte. Gleichzeitig beteilig sich Here an Pioneer. Beide Unternehmen haben sich das Ziel gesetzt, hochauflösende Karten, Infotainment Systeme und Systeme für autonomes Fahren zu entwickeln.

Pioneer und HERE wollen Infotainment Systeme der nächsten Generation entwickeln 

Pioneer wird auch das Tochterunternehmen Increment P Corporation mit einbeziehen, das sich bisher bei Pioneer intern um die Entwicklung von Karten gekümmert hat. Gemeinsam sollen, aufbauend auf den bestehende Kartenmaterialien von Here und Pioneer, hochauflösende Karte entwickelt werden, die für autonome Autos benötigt werden. Hochauflösende Karten werden neue Möglichkeiten für vollautomatisiertes Fahren ermöglichen und auch von Vorteil für andere Industrien sein, die auf genaue Ortsangaben angewiesen sind. Vor allem die Bereiche Logistik und Transport dürfen im Mittelpunkt stehen. Das japanische Unternehmen wird Here auch die Kartendaten für Japan zur Verfügung stellen, dort konnte Here bisher den Dienst nicht anbieten.

Hochauflösende Kartendaten für autonome Autos

Die Partnerschaft will nicht nur die Kartendaten verbessern, der Fokus soll auch auf der Entwicklung von Infotainment Systemen liegen. Die Systeme sollen die Interaktion zwischen dem Fahrer und den Fahrzeugen verbessern. Für das Zeitalter des autonomen Fahrens sollen Anwendungen entwickelt werden, die Fahrgäste mit den fahrerlosen Autos kommunizieren. Aus den Veränderungen im Mobilitätsverhalten ergeben sich auch andere Anforderungen an die verbauten Systeme in den Fahrzeugen. So erforschen auch der Automobilhersteller Toyota und das Startup Wunder, wie die Fahrzeuge auf Ride-Sharing und Shuttle Dienste angepasst werden müssen. Das britische Unternehmen CityMapper hat die eingesetzten Busse ebenfalls mit weiteren Infotainment Systemen ausgestattet, um ein besseres Kundenerlebnis zu bieten.

Überkreuz-Beteiligung zwischen Here und Pioneer 

Insgesamt erwirbt HERE um die 3% an Pioneer und zahlt dafür 17.3 Mio. Euro. Pioneer beigelegt sich mit weniger als 1% an HERE, wie viel dafür gezahlt wird, wurde nicht kommuniziert. Der Kartendienst HERE wurde von den Automobilherstellern BMW, Daimler und Audi von Nokia für einen Milliardenbetrag übernommen. In erster Linie ging es den Herstellern darum zu vermeiden, dass die Kartendate, die für die Navigationssysteme genutzt werden, in die Hände eines Technologiekonzerns wie Google oder Uber fallen und sie die Kontrolle darüber verlieren. Gleichzeitig nutzen die Hersteller die Möglichkeit, die Kartendaten weiter auszubauen, um eine Grundlage für autonome Autos zu schaffen. Mittlerweile sind auch Konzerne wie Intel und Tencent bei HERE mit eingestiegen. HERE hat seinen Sitz weiterhin in Berlin.

Bild: HERE (alle Rechte vorbehalten)

Uber wohl vor nächster Mega-Finanzierung

Die Skandale bei Uber in den vergangenen Monaten scheinen die Investoren nicht verschreckt zu haben. Die Fahrdienstplattform ist in Gesprächen mit SoftBank, Didi Chuxing und Dragoneer über ein Investment in Milliardenhöhe. Die Gruppe von Investoren geht davon aus, dass sie Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern zu einer niedrigeren Unternehmensbewertung übernehmen können.

Bis zu 12 Milliarden US Dollar für Uber

Die drei Investoren könnten bis zu 12 Milliarden US Dollar in Uber investieren. Unterschiedliche Quellen berichten auch von Summen zwischen 8 und 10 Milliarden US Dollar. Das wäre bisher das größte Investment in die Ride-Hailing Plattform, die in den letzten Jahren schon mehrere Finanzierungsrunden in Milliardenhöhe abgeschlossen hat. Das Trio würde direkt Geld in Uber investieren und auch Anteile von Mitarbeitern und Investoren übernehmen, die ihre Anteile zu Geld machen wollen. Es steht im Raum, dass eine Summe von 1 bis 1.5 Milliarden US Dollar bei einer stabilen Bewertung von etwa 70 Milliarden US Dollar in Uber investiert werden soll. Mit bis zu 10 Milliarden US Dollar sollen die Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern übernommen werden.

Stabile Bewertung trotz Skandale

Die kommende Runde ist aus mehreren Gesichtspunkten bemerkenswert. Die voraussichtliche Höhe der Runde ist gigantisch und auch die Bewertung. Viele Beobachter sind davon ausgegangen, dass sich die Skandale der letzten Monate negativ auf die Bewertung in Milliardenhöhe auswirken. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.  Der Mega-Deal wird von der Klage zwischen Benchmark Capital und dem Gründer und ehemaligen CEO Travis Kalanick ausgebremst. Sobald der Disput aus der Welt geräumt ist, sollte dem Investment nichts mehr im Wege stehen.

SoftBank muss 100 Milliarden unterbringen

SoftBank zählt zur Zeit zu den aktivsten Investoren, wenn es um Investments in angesagt Tech-Unternehmen geht. Die Japaner haben dafür einen Fond in Höhe von 100 Milliarden Dollar aufgelegt. Unter anderem flossen hohe Summen in WeWork oder Slack. Didi Chuxing hat sich in den letzten Jahren auch zu einem starken Player entwickelt. Das chinesische Unternehmen hat das Geschäft von Uber in China aufgekauft und sich als strategischer Partner an unterschiedlichen Taxi- und Fahrdienst-Apps weltweit beteiligt. In Europa hat sich Didi an dem Unternehmen Taxify beteiligt. Es ist davon auszugehen, dass Taxify einen Gang höher schalten wird und zum ernstzunehmenden Konkurrenten für mytaxi werden wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Hailing: Google steht vor Investment in Lyft

Google befindet sich in Gesprächen mit der Fahrdienstplattform Lyft. Google soll beabsichtigen, bis zu eine Milliarde US Dollar in das Unternehmen zu investieren. Das ist bemerkenswert, da Google schon über den eigenen Venture Fund am dem Konkurrenten Uber beteiligt ist. Entweder würde Google direkt investieren, oder über eine seiner Tochtergesellschaften.

Bemerkenswerter Schritt von Google

Das Investment wäre bemerkenswert, da Google schon an dem Konkurrenten Uber beteiligt ist und zu einem der ersten Investoren von Uber zählt. Das Verhältnis zwischen Uber und Google hat sich in den letzten Jahren vergiftet, das zeigt sich auch an den jetzigen Plänen von Google, in den ärgsten Konkurrenten zu investieren. Die Alphabet Tochter Waymo hat Uber unter anderem verklagt, es geht um anscheinend gestohlene Dokumente rund um die Technologien für vollautomatisierte Autos.

Lyft ist Nummer 2 in den USA

Lyft hat bisher eine Summe von mehr als zwei Milliarden US Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören unter anderem General Motors und Andreassen Horowitz. In der Vergangenheit hat Lyft häufig im Schatten von Uber agiert. Die Probleme in der letzen Zeit bei Uber haben dazu geführt, dass sich die Ride-Hailing Plattform Lyft im Aufwind befindet. Zuvor galt die Plattform schon als Übernahmekandidat.

Kooperation bei autonomen Autos

Die beiden Unternehmen Alphabet und Lyft bandeln schon seit einiger Zeit miteinander an. Im vergangenen Jahr soll es Gespräche über einen Verkauf an die Google Mutter Alphabet gegeben haben. Außerdem kooperieren beide Player beim dem Thema autonomes Fahren. Ein Investment in Milliardenhöhe würde dem Unternehmen dabei helfen, schneller zu wachsen, da mehr Geld für Werbung und andere Marketingmaßnahmen für Fahrer und Nutzer vorhanden wäre. Außerdem könnte das Unternehmen weiter selbständig agieren, ohne einen Käufer in den kommenden Monaten finden zu müssen.

Internationale Expansion könnte folgen

Bisher hat sich Lyft nur auf die USA fokussiert. Wie The Information berichtet, könnte aber in diesem Jahr noch eine internationale Expansion starten, über die es schon öfters Gerüchte gab. Die Fahrdienst-App könnte in den kommenden Monaten in Canada und Mexico starten. Auch Länder wie Großbritannien, Australien oder Neuseeland sollen auf der Liste stehen. In London würde Lyft auf Uber treffen und bald auch auf die Herausforderer Taxify und Via.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

E-Transporter: Post baut StreetScooter Produktion mit weiterem Standort aus

Nachdem die Deutsche Post bei den Automobilhersteller beim dem Theme E-Transporter auf taube Ohren gestoßen ist, hat der Logistikkonzern einen Millionenbetrag in die Eigenentwicklung eines effizienten Lieferfahrzeugs mit Elektroantrieb gesteckt und das Unternehmen StreetScooter übernommen. Das Unternehmen eröffnet im kommenden Jahr eine weitere Produktionsstätte in Düren.

Produktion ab kommendem Sommer in Aachen und Düren

Bisher wird der StreetScooter nur in Aachen produziert, demnächst soll aber ein weitere Standort in Düren aufgebaut werden, um die Nachfrage für den E-Transporter bedienen zu können. In den leerstehenden Hallten des Automobilzulieferers Neapco soll die zweite Produktionslinie entstehen. Die Kapazitäten ergänzen dann ab kommenden Sommer die Produktionskapazitäten in Aachen. In Aachen wurde erst kürzlich auf einen Betrieb in zwei Schichten umgestellt, um die Produktionskapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge pro Jahr hochzufahren.

E-Transporter ist Erfolgsgeschichte

Der StreetScooter ist eine echte Erfolgsgeschichte. Zusammen mit Prof. Schuh von der RWTH Aachen hat die Deutsche Post den E-Transporter entwickelt, da kein Automobilhersteller bereit war, ein passendes Fahrzeug mit Elektroantrieb zu produzieren. Entstanden ist der StreetScooter Work, der seit mehr als einem Jahr bei der Post im Eisatz ist. Der Work ist ein robustes Elektrofahrzeug, das genau an die Anforderungen der Post angepasst wurde. Die meisten Komponenten des StreetScooters sind off the shelf und damit günstig und bereits erprobt.

Kontingent für externe Partner

Der Erfolg hat dazu geführt, dass externe Partner und Unternehmen bei der Post und StreetScooter nachgefragt haben, ob sie den E-Transporter beziehen können. Als Folge wurde die Produktion erhöht, um ein Kontingent an StreetScootern an externe Partner und städtische Betriebe verkaufen zu können.

Auch mit Ford wurde eine Kooperation eingegangen. In Köln wird demnächst ein StreetScooter Work XL produziert. Der Work XL ist eine größere Version des E-Tranporters und nutzt die Plattform der Ford Transit als Basis. Mit ihren Bemühungen gehört die Post zu den größeren Herstellern von E-Autos in Deutschland.

Bild: Streetscooter (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Auto: GM stellt nächste Version des vollautomatisierten Cruise

Das Startup Cruise, das im letzten Jahr von General Motors aufgekauft wurde, hat einen neuen Meilenstein erreicht. Ein autonomes Auto auf Basis des GM Bolt ist bereit für die Massenproduktion und für Ride-Hailing Plattformen. Cruise wurde Anfang 2016 für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag von dem Automobilkonzern GM übernommen und arbeitet seitdem als eigenständiges Team unter dem Konzerndach.

Autonome Autos laufen jetzt vom Band

Neu ist, dass das neue Fahrzeug in den Fabriken vom Band laufen kann und wenig Handarbeit notwendig ist. Bisher hat kein anderes Startup und auch kein Automobilhersteller verkündet, dass dieses Entwicklungslevel erreicht wurde. Cruise dürften die Ressourcen von GM dabei geholfen haben, diesen Status zu erreichen.

Das neue Modell wird als Generation 3 bezeichnet und ist mit dem letzten Entwicklungsstand der Komponenten ausgestattet. Vor allem die Sensoren und die Software für vollautomatisiertes Fahren wurden überarbeitet.

Chevrolet Bolt als Grundlage für autonomes Auto

Als Grundlage für das autonome Auto muss das Model Chevrolet Bolt herhalten. Etwa 40% der verbauten Teile sind neu oder modifiziert. Der Elektroantrieb des Bolt und das Batteriepaket wurden aber nicht angetastet. Das autonome Auto wird in der Produktionsanlage in der amerikanischen Stadt Orion produziert.

Redundante Systeme an Bord sorgen für Sicherheit

Der Cruise Bolt ist ein autonomes Auto von GM in der dritten Generation und verfügt immer noch über Pedale und ein Lenkrad. Beides wird von den geltenden Richtlinien vorgeschrieben. Aktuell ist es auch noch erforderlich, dass während der Fahrt immer ein Fahrer im Fahrzeug ist, um im Notfall die Kontrolle übernehmen zu können.

Um die Sicherheit und die Zuverlässigkeit zu erhöhen, hat die neue Version die wichtigen System mehrfach an Board. So werden Redundanzen geschaffen, die bei Fehlern notwenig sind. Sollte ein System versagen, kann ein anderes Verbautes System aktiv werden. So wird die Sicherheit gewährleistet, wenn das Fahrzeug dauerhaft im vollautomatisierten Modus unterwegs ist.

Eingliederung in GM Ride Hailing Dienst für Mitarbeiter

Bisher hat GM 50 Fahrzeuge der neuen Version produziert, diese werden in die bestehenden Flotte in San Francisco eingegliedert. In San Francisco testet das Unternehmen zur Zeit einen Ride-Hailing Dienst für die Mitarbeiter. Langfristig wird in diese Richtung die Reise gehen. Die vollautomatisierten Fahrzeuge, die auch noch vergleichsweise teuer sind, eignen sich weniger für den privaten Fahrzeugbesitz, sondern viel mehr für Ride-Sharing und Ride-Hailing Plattformen.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Automobilhersteller und Startups: Zwei Welten auf der IAA

Zur Zeit findet in den Messehallen in Frankfurt die IAA 2017 statt. Auch wenn sich die Automobilhersteller um Digitalisierung und Mobilitätsdienste bemühen, liegt der Fokus und das Interesse noch sehr stark auf den ausgestellten Fahrzeugen der Automobilhersteller. Themen, wie Shared Mobility und vollautomatisiertes Fahren, die die Zukunft der urbanen Mobilität sein werden, sind auf der IAA wenig präsent.

Fokus auf Serienfahrzeugen und Show Cars

Auf den Ständen der meisten Automobilkonzerne ist ein Mix aus aktuellen Serienfahrzeugen und futuristischen Show Cars zu finden. Die Show Cars ziehen unter anderem die Besucher an, werden aber so nie auf der Straße zusehen sein. Auch die in Szene gesetzten aktuellen Versionen der Serienfahrzeuge sind ein Magnet für Zuschauer.

Was auffällt, auf den Ausstellungsflächen der meisten Hersteller wird sehr wenig auf die Mobilitätsdienste eingegangen, die in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen werden. Der Automobilkonzern Daimler hat in den letzten Wochen eine Beteiligung an Mobility Startups nach der anderen verkündet, auf der IAA geht das Thema aber so gut wie unter. Daimler hat es gerade einmal geschafft, ein Wand mit Tafeln zu installieren, auf denen die unterschiedlichen Mobility Services, wie Blacklane oder mytaxi Beschrieben werden. Mercedes S-Klassen und aufgemotzte AMG Modelle scheinen immer noch mehr zu begeistern. Ford hat ein Fiesta Modell mit dem Schriftzug Ford Carsharing versehen und auf ein Podest gestellt, die Promoter vor Ort konnten wenige darüber sagen.

New Mobility World mit Fokus auf Zukunft der Mobilität

Im Rahmen der IAA 2017 wird auch wieder die New Mobility World (NMW) veranstaltet, bei der der Fokus auf der Zukunft der Mobilität liegt. Geht man über die Flächen der NMW, bekommt man schnell einen Eindruck, wie stiefmütterlich die Zukunft der Mobilität von den Automobilherstellern behandelt wird. Die Messehalle von Mercedes-Benz ist bis ins letzte Detail aufgemotzt, die Mobility Tochter Movel muss sich mit einem bunten Stand auf der NMW begnügen, der die ganze Zeit so gut wie leer war. Die neue Volkswagen Vorzeigemarke Moia begnügt sich mit einem unspektakulären Stand, während ein Stockwerk tiefer die Serienfahrzeuge und Show Cars in Szene gesetzt werden. Der Kontrast ist mehr als Deutlich, das macht sich auch in den Besucherzahlen bemerkbar.

Insgesamt ist die New Mobility World der spannendste Bereich der IAA 2017 und die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben, internationale Startups und Speaker nach Frankfurt zu holen. Auf den beiden Bühnen der New Mobility World geben sich die Vertreter von Facebook, Uber, Wunder, Via und co. die Klinke in die Hand und schaffen es immerhin, ihre Messages vor gut gefüllten Reihen zu kommunizieren.

Eine vergebene Chance – vielleicht wachsen beide Welten bis zur IAA 2019 zu einem harmonischen Bild zusammen. Sinn würde es machen, die Automobilhersteller haben noch viel zu tun, um sich für die Zukunft fit zumachen, das geht schneller in Zusammenarbeit mit innovativen und dynamischen Startups.

Bilder: GetMobility.de