Alle Beiträge von Augustin Friedel

Ride-Sharing in München: MVG startet IsarTiger

In Berlin soll ein neuer Ride-Sharing Dienst unter dem Namen BerlKönig laufen, das von der MVG in München geplante Ride-Sharing Angebot soll ebenfalls eine kreativen Namen bekommen, der zum bisherigen Auftritt der MVG nicht so recht passt. Unter dem Namen IsarTiger sollen ab Sommer Ride-Sharing Dienste in München angeboten werden.

Ergänzung zum ÖPNV

In München soll das Angebot als individuelle Ergänzung zum ÖPNV, dem eigenen Fahrzeug und Carsharing Angeboten eingeführt werden. Realisiert wird der neue Dienst gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen door2door. Die Berliner stellen die Software-Lösung, um die Fahrzeuge bei Bedarf per Smartphone-App buchen zu können. Durch die hinterlegten Algorithmen und das Pooling-Prinzip werden Fahrgäste, die zur gleichen Zeit in eine ähnliche Richtung unterwegs sind, auf das selbe Fahrzeug gebucht. Das führt dazu, dass mit einer kleineren Flotte mehr Menschen transportiert werden können und die Auslastung wird erhöht.

Lücken sollen geschlossen werden

Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), äußert sich wie folgt zu dem neuen Angebot: „ Bei On-Demand-Lösungen führt der Fahrgast die Regie. Er bestellt sich mit seinem Smartphone Mobilität nach Maß, anstatt sich an einem Fahrplan und Linienweg orientieren zu müssen. Solche Angebote auf Abruf komplettieren die Wege in der Stadt von A nach B. Sie schließen damit auch Lücken, die der klassische ÖPNV nicht schließen kann, und sind damit ein wichtiger Schritt der MVG auf dem Weg zum integrierten Mobilitätsdienstleister der Landeshauptstadt München .“

Testbetrieb ab Sommer 2018

In drei Stufen soll der Dienst ausgerollt werden. Ab Mitte Juni wird der Dienst einer kleinen Nutzergruppe angeboten, die umsonst fahren dürfen. Die Phase soll genutzt werden, um die Technologie und das operative Setup in München zu testen. Ab voraussichtlich Herbst 2018 erfolgte dann der öffentliche Betrieb, der erstmal bis 2020 geplant ist und kostenpflichtig sein soll. Der Fahrpreis soll dann zwischen ÖPNV und Taxi liegen. Bei positiver Resonanz soll der Dienst ab 2020 in den Regelbetrieb übergehen.

Für den Dienst sollen gasbetriebene VW Candys zum Einsatz kommen, während der Testphase wird die Flotte vom etwa 20 Fahrzeugen mit BMW i3 und e-Golf Modellen erweitert. Die Fahrzeuge sollen zunächst zwischen 19 und 2 Uhr an Samstagabenden fahren. Das Bediengebiet beschränkt sich dabei auf den westlichen Teil der Stadt. Es erstreckt sich unter anderem über das belebte Gärtnerplatzviertel sowie rund um den Rotkreuzplatz.

Genehmigung als Linienverkehr beantragt

Eine Genehmigung scheinen MVG und door2door in München noch nicht zu haben. Laut eigenen Aussagen ist es geplant, eine Genehmigung als Linienverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz zu erlangen. Diese wird benötigt, um den Dienst ab Herbst kostenpflichtig anbieten zu können. Wie lange so ein Genehmigungsprozess dauern kann, zeige die Anträge von Moia in Hamburg und der BVG in Berlin. In Hamburg musste Moia mehrere Monate auf die Genehmigung warten, um einen Ride-Sharing Dienst am 2019 anbieten zu können. Die BVG und ViaVan wollten bereits im Frühjahr 2018 den neuen BerlKönig-Dienst starten, warten aber immer noch auf die Genehmigung.

Bild: MVG (alle Rechte vorbehalten)

Auto im Abo: Cluno aus München erhält 7 Mio. Euro Finanzierung

Nicht nur Automobilhersteller wie Daimler oder BMW bieten Abo-Modelle als Alternative zum Kauf an, auch Startups werden in dem Bereich akiv. In den USA ist Fair.com vorne mit dabei, an dem Unternehmen ist auch BMW über i Ventures beteiligt. Hier versucht sich das Startup Cluno mit einem vergleichbaren Modell und hat für das Auto im Abo eine Series A Finanzierung erhalten.

Mindestlaufzeit liegt bei 6 Monaten

Die Nutzer können über die Website ein Auto aus unterschiedlichen Kategorien buchen und das Auto so lange fahren, wie sie möchten. Dabei muss das Fahrzeug für mindestens 6 Monate gemietet werden, danach kann es mit einer Frist von 3 Monaten getauscht werden oder der Nutzer steigt komplett aus. Ein Audi A4 Avant ist zum Beispiel für einen monatlichen Preis von 549 Euro zu haben, inklusive Versicherung, Steuern und Wartung. Pro Monat sind 1250 Freikilometer inklusive, die Tankrechnung geht auf den Nutzer. Die Fahrzeuge können abgeholt werden oder werden zu den Kunden nach Hause geliefert. Es sollen Kunden angesprochen werden, die ein Fahrzeug über einen bestimmten Zeitraum dauerhaft zur Verfügung haben wollen, aber sich nicht an einen langfristigen Leasing-Vertrag binden wollen.

Zweites Startup für die Gründer

Für dieses Modell hat das Unternehmen 7 Mio. Euro von Investoren wie Acton Capital Partners und Atlantic Labs erhalten. Hinter Cluno steht das Team um Nico Poletti, das zuvor easyautosale aufgebaut hat und im Jahr 2015 an Autoscout24 verkauft hat.

Auch Hersteller testen das Modell

Zu den Mitbewerbern in Europa gehört das britische Unternehmen Drover, das kürzlich etwa 6.3 Mio. Euro Finanzierung eingesammelt hat und ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt. Auch das Berliner Startup Vehiculum versucht den Leasing-Markt zu revolutionieren, in dem der Prozess digitalisiert wird und transparenter gestaltet wird. In den USA ist das Unternehmen Fair.com Vorreiter, das Unternehmen hat unter anderem das Leasing-Geschäft von Uber übernommen und ist finanziell gut ausgestattet. Die Hersteller BMW, Mercedes-Benz oder Porsche experimentieren auch mit einem flexibleren Leasing- bzw. Abo-Modell.

Bild: Cluno

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

BMW in China: Unternehmen erhält Genehmigung für autonome Fahrzeuge in Shanghai

BMW arbeitet wie viele andere Automobilhersteller, Technologiekonzerne uns Startups an autonomen Fahrzeugen. Bisher werden die Autos von BMW in München und im Silicon Valley getestet. Als erstes ausländisches Unternehmen hat BMW jetzt die Genehmigung erhalten, autonome Fahrzeuge in Shanghai zu testen. 

Erster internationaler Hersteller mit Genehmigung

Vor BMW hat noch kein anderer internationaler Hersteller die Genehmigung erhalten, in China selbstfahrende Autos zu testen. Bisher haben die chinesischen Hersteller Nio und SAIC die Genehmigung erhalten, nachdem im März neue Regeln für die Tests erlassen wurden. Beide Unternehmen haben bisher 6000 Kilometer ohne Vorfälle zurückgelegt. 

Tests auf öffentlicher Straße

Die Behörden in Shanghai haben vorerst zwei BMW 7er Modelle für Tests auf einem Abschnitt von 5.6 km auf einer öffentlichen Straße genehmigt. In den kommenden Monaten soll die Flotte bis auf sieben Fahrzeuge vergrößert werden. Die 7er Modelle sind mit reichlich Technik von Intel, Aptiv und andren Herstellern ausgestattet. Der Genehmigung waren ausführliche Tests auf einem Testgelände bei Shanghai vorausgegangen. Shanghai ist für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen auf Level 4 ein geeignetes Testfeld. Mit den gesammelten Daten werden die Machine Learning Algorithmen gefüttert, um die passenden Fahrmanöver ausführen zu können.

In den kommenden Monaten soll auch das Team an Experten in China vergrößert werden. Auf bis zu 60 Experten für selbstfahrende Autos soll das Team in China anwachsen. Auch bei München werden die Teams erweitert, die autonome Fahrzeuge zusammen mit Intel und Mobileye entwickeln. Erst kürzlich wurde ein neuer Campus eröffnet, auf dem alle Experten zusammengezogen werden. 

Campus für autonomes Fahren in München

Während der Eröffnung war es auch möglich, eine Fahrt in einem aufgerüsteten 7er BMW zu absolvieren. Die Fahrt führte über einen Parkplatz, der mit BMW Fahrzeugen präpariert war. Auf einem kurzen Rundkurs hatten die Pressevertreter die Möglichkeit, eine autonome Fahrt zu erleben. Durch die kurze Distanz und das präparierte Setup war es unmöglich einen guten Eindruck über die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Der Fokus lag mehr auf den Mitfahrern und den Funktionen, die über das Table gesteuert werden können. 

China setzt Maßstäbe

China setzt im Moment Maßstäbe bei der Disruption der herkömmlichen Automobilindustrie uns ist gleichzeitig einer der wichtigsten Absatzmärkte. Bei den Themen Elektromobilität, Fahrdienste und auch autonomes Fahren hat China eine führende Position inne. Die CASE Mobilitätsthemen werden in China von der Politik vorangetrieben. 

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Lime arbeitet mit Segway an neuem Elektro-Roller

Das Startup Lime, das bisher unter LimeBike bekannt war, arbeitet mit dem Unternehmen Segway zusammen, um die nächste Generation der Elektro-Roller zu entwickeln. Die Roller sollen trotz rechtlicher Probleme ab Mitte des Monats in San Francisco eingesetzt werden und die bisherige Flotte erweitern.

Neues Modell mit Segway entwickelt

Das neue Modell Lime-S wurde gemeinsam mit Segway entwickelt und fährt etwa 30 kmh. Außerdem sollen die neuen Tretroller mit E-Antrieb durch das Design und die verbesserte Sicherheit überzeugen. Die Beleuchtung wurde erweitert und eine weitere Bremse hinzugefügt. Außerdem wurde die Reichweite verbessert. Bisher kamen die Scooter etwa 35 Kilometer weit, das neue Modell soll eine Reichweite von mehr als 55 km haben. Das Modell ist auf die Bedürfnisse im Sharing-Bereich angepasst und auch robuster als das bisherige Modell, das eher für Endkunden gedacht war.

Die Anbieter von Scooter Sharing Diensten, wie Lime, Bird oder Spin setzen auf die Roller des chinesischen Unternehmens Ninebot, das mittlerweile von Segway übernommen wurde. Ninebot wurde von Sequoia Capital, Xiaomi und ShunWei finanziert. Die Partnerschaf zwischen Lime und Segway ist nicht exklusiv, also können auch Lime Konkurrenten wie Spin oder Bird die Scooter einsetzen.  

Mehr als drei Mio. Fahrten bereits absolviert

In einem Blog Post hat das Unternehmen auch kommuniziert, dass seit dem Start mehr als drei Millionen Fahrten absolviert wurden. Ein Großteil der Fahrten wird in den USA durchgeführt worden sein. Seit ein paar Monaten ist das Unternehmen auch in Europa unterwegs. In Deutschland wurde der Dienst erst in Frankfurt gestartet, vor ein paar Wochen dann auch in Berlin.

Zusatz Bike verschwindet aus dem Firmennamen

Das Unternehmen streicht den Teil Bike aus dem Firmennamen, da mittlerweile weit mehr Dienste angeboten werden. Neben normalen Fahrrädern hat das Unternehmen E-Fahrräder und kleine E-Scooter im Angebot, die eher an elektrisch angetriebene Tretroller erinnern. Der Fokus liegt auf Smart Mobility und auf multimodalem Transport.

Bild: Lime (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Europcar übernimmt Scooty

Die Autovermietung Europcar übernimmt den Scooter Sharing Dienst Scooty und möchte damit sein Portfolio an Mobilitätsangeboten stärken. Scooty wird bei Ubeeqo, der Car-Sharing Sparte von Europcar positioniert.

Carsharing und Scooter Sharing auf dem Vormarsch

Für Europcar sind die Bereiche Car-Sharing und Scooter-Sharing attraktiv, da sie nach eigener Aussage stark wachsen. Durch Übernahmen möchte sich Europcar als globaler Anbieter von neuen Mobilitätsdiensten positionieren, dabei sollen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Mittelpunkt stehen.

Scooter Sharing nach dem free-floating Prinzip

Scooty ist ein Sharing Dienst für Elektroroller, der nach dem free-floating Prinzip funktioniert. Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2016. Das Startup ist in Belgien aktiv und betreibt eine überschaubare Flotte an 176 Elektro-Rollern in Antwerpen und Brüssel. Die komplette Buchung der Roller wird über eine eigene Smartphone App abgewickelt. Wie diese eher kleine Übernahme in die globalen Ambitionen passt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Im Vorfeld der Übernahme hat Scooty mit Ubeeqo, der Carsharing Marke von Europcar zusammengearbeitet. Diese Kooperation scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Auch nach der Übernahme soll die Marke Scooty erhalten bleiben und weitergeführt werden. Ob Ubeeqo und Scooty über eine App buchbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.

Aus Carsharing car2go mit Daimler ausgestiegen

Europcar ist früh in das Car-Sharing eingestiegen. Zusammen mit Daimler wurde car2go hochgezogen und in mehreren Städten ausgerollt. Erst vor ein paar Monaten hat sich Europcar aus dem Joint-Venture raus kaufen lassen und so die Fusion zwischen car2go und DriveNow geebnet. Ein Teil des Erlöses soll in andere Mobility Startups gesteckt werden.

Konkurrenz durch Coup und Emmy

Auch in Berlin ist Scooter Sharing mit Elektrorollern angesagt. Die Bosch Tochter Coup hat eine Flotte mit etwa 1000 Gogoro Elektrorollern im Einsatz. Mitbewerber Emmy komme auf eine mittlere dreistellige Zahl an Rollern unterschiedlicher Hersteller, die im Stadtgebiet verteilt sind.

Bild: Scooty (alle Rechte vorbehalten)

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing: MINI Sharing startet in Spanien

Vor mehreren Jahren wurden die ersten Details über die Peer-to-Peer Carsharing Pläne der BMW Marke MINI bekannt, jetzt kommt es auch zur operativen Umsetzung. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem MINI-Besitzer ihr Fahrzeug im MINI Sharing Programm an Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen vermieten können.

Testlauf mit 500 Fahrzeugen in Madrid

Der Testlauf für das Peer-to-Peer Carsharing ist für eine Flotte von 500 Fahrzeugen ausgelegt. Die Besitzer aktueller MINI Modelle können daran teilnehmen, wenn ihr Fahrzeug nach März 2018 produziert wurde und über das MINI Sharing Modul verfügt. Das Telematik-Modul ist entweder von Werk aus mit dabei oder kann auch nachgerüstet werde. Das Telematik-Modul ist Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug per App geöffnet und gestartet werden kann.

Teil der CASE Unternehmensstrategie

Das Projekt in Madrid ist ein Teil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT der BMW Group. Dort sind Mobilitätsdienstleistungen als ein Zukunftsfeld definiert, das im Rahmen der Strategie forciert werden soll. Mit dem Test in Spanien sollen wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten von MINI und bestimmt auch den anderen BMW Marken gesammelt werden.

Abrechnung nach gefahrenen Kilometern

Im Vergleich zu den Peer-to-Peer Carsharing Plattformen wie Drivy oder Turo gibt es ein paar Einschränkungen. Die Fahrzeuge können nicht der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden, sondern nur einem limitierten Kreis von maximal zehn Personen. Die Verfügbarkeit des Fahrzeugs wird in einer Kalenderfunktion in der App angezeigt. Die Vermittlung der Vermietungen findet über die App statt, jede normale Anfrage muss vom Fahrzeugbesitzer noch mal bestätigt werden. Der MINI Besitzer kann VIP-Nutzer definieren, die das Fahrzeug ohne vorherige Bestätigung buchen können. Die Smartphone-App dient als Fahrzeugschlüssel, die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und MINI ermöglicht es, die Fahrzeugtüren zu öffnen und per Druck auf den Start-/Stopp-Toggle den Motor zu starten.

Beim Pricing hat MINI Sharing eine Kilometerpauschale von 0.30 Euro pro gefahrenen Kilometer gewählt. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von herkömmlichen Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, die üblicherweise über eine Stunden- oder Tagespauschale abrechen. Die Versicherung kann durch den Fahrzeugbesitzer unkomplizierter erweitert werden, damit auch die am MINI Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer versichert sind.

Junge und offene Marke der BMW Group

MINI ist die Marke der BMW Group, die eine junge, kommunikative und offene Zielgruppe anspricht. Deswegen eignet sich die Marke auch gut, Sharing Economy Angebote zu testen. Die MINI Fahrzeuge werden auch im großen Stil im free-floating Carsharing Angebot DriveNow und ReachNow eingesetzt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Airbus und Audi starten gemeinsamen Mobilitätsdienst

Airbus und Audi kooperieren, um eine Kombination aus Luft-Taxi Service und Limousinendienst anbieten zu können. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin wurde der neue Mobilitätsdienst angekündigt. Airbus möchte seinen Helikopterservice Voom mit einem Limousinenservice von Audi verbinden. Los gehen soll es noch im Sommer 2018 in den Städten Mexico City und Sao Paulo. Nach erfolgreichen Tests soll der Dienst in weitere Städte gebracht werden.

Erst Luxuslimo dann Helikopter

Das Angebot sieht vor, dass der Nutzer mit einer Luxuslimousine von Audi abgeholt wird und zu einem Heliport gebracht wird. Dort kann der Nutzer in einen Helikopter umsteigen und kommt so schneller an sein Ziel. Der Dienst basiert auf Voom, dem von Airbus gestarteten on-demand Dienst für die Anmietung von Helikoptern. Voom wurde bereits 2016 gestartet. Wie das Angebot gebucht werden kann, ist noch nicht klar. Den Helikopter Dienst Voom kann der Nutzer über die Website buchen, gut möglich, dass der kombinierte Dienst ebenfalls über die Mobile-Site gebucht werden kann.

Gemeinsames Flugtaxi als nächster Schritt

Der Dienst ist erst der Anfang. In einem späteren Schritt soll ein neu entwickeltes Flugtaxi auf den Markt gebracht werden, das Volocopter und Lilium Konkurrenz machen soll. Langfristiges Ziel ist die Nutzung der dritten Dimension, um Kunden in verstopften Städten zu einem günstigen Preis schneller von A nach B zu bringen. Airbus ist davon überzeugt, dass die fortschreitende Urbanisierung die bestehende Straßeninfrastruktur stark überlasten wird und so die Mobilitäts-Anforderungen nicht gewährleistet werden können. Innovative Lösungen wie Luft-Taxi Dienste sind notwenig, um das Mobilitätsproblem in Großstädten zu lösen.

Modulares System in Entwicklung

Airbus und Audi arbeiten gemeinsam an einem modularen System für die Mobilität in der Luft und auf der Straße im urbanen Raum. Die Audi Tochter Italdesign hat ein Konzept für ein System entwickelt, das aus einer selbstfahrenden Fahrzeugplattform, einer Passagier-Kapsel und einem Flugmodul besteht. Die Kapsel kann je nach Use-Case mit der selbstfahrende Plattform zu einem Auto gekoppelt werden oder mit dem Flugmodul zu einem Luft-Taxi kombiniert werden.

Bild: Italdesign (alle Rechte vorbehalten)