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Peer-to-Peer Mietwagenanbieter RelayRides erhält weitere 10 Mio. US$ Finanzierung

Das Peer-to-Peer Mietwagen-Unternehmen RelayRides hat die im Juli angekündigte 25 Mio. US$ Finanzierungsrunde um zusätzliche 10 Mio. US$ erweitert und kommt jetzt auf eine Gesamtfinanzierung von 54 Mio. US$. Die aktuelle Finanzierung von RelayRides kommt von Trinity Ventures.

Die Finanzierungsrunde wurde erweitert, da weiterhin großes Interesse seitens der Investoren zu spüren war und mehr finanzielle Mittel einen größeren Spielraum für die Expansion lässt. RelayRides will das Geld für die Entwicklung einer nativen Android App nutzen, außerdem soll die geografische Expansion des Services an Flughäfen aggressiver vorangetrieben werden. Das Unternehmen hat bisher nur eine Mietstation am Flughafen in San Francisco, weitere sollen an anderen Flughäfen folgen, um einen besseren Service bieten zu können.

Gestartet ist RelayRides mit einem Modell, das sich auf die Peer-to-Peer Vermietung von Fahrzeugen im innerstädtischen Bereich konzentriert hat. Nach dem FlightCar mit der Vermietung an Flughafen geparkten Privat-Fahrzeugen gestartet ist, wurde das Geschäftsmodell anscheinend um einen ähnlichen Service erweitert. Die deutschen Unternehmen Tamyca und Autonetzer bieten ein ähnliches Modell an. Das französische Pendant Drivy hat vor kurzem ebenfalls eine Finanzierung im Millionenbereich abgeschlossen.

Bild: RelayRides iOS app von RelayRides.com

Lyft & Uber starten zeitgleich Mitfahrfunktion

Die amerikanischen Fahrdienstanbieter Uber und Lyft haben fast zeitgleich eine Mitfahrfunktion angekündigt. Zukünftig können Nutzer der Services ihre Fahrt mit anderen unbekannten Nutzern teilen, die auf der selben Strecke unterwegs sind.

Die beiden Unternehmen integrieren somit eine Funktion, über die sich unter anderem die Taxi App BetterTaxi und die Ridesharing App flinc differenzieren. Uber hat die neue Funktion als ein Experiment angekündigt und die Funktion in einer Private Beta ausgerollt, bei Lyft ist der Service wohl sofort für alle verfügbar.

Die Idee hinter UberPool und Lyft Line

Die Idee hinter den beiden Funktionen ist, dass sich der Fahrgast die Fahrt mit mindestens einem anderen Fahrgast teilt, der auf der selben Strecke unterwegs ist.

Geringere Kosten: Durch die Mitfahrfunktion werden sich die Kosten für die Fahrgäste reduzieren. Der Fahrpreis wird auf mehrere Fahrgäste verteilt, Ersparnisse bis zu 40-50% sind möglich. Die einfache Bedienung der App und der on-demand Service bleiben weiterhin bestehen.

Höherer Verdienst für Fahrer: Die Fahrer können ihr einkommen erhöhen, wenn sie mehrere Fahrgäste auf einmal transportieren. Die Kosten pro Fahrgast reduzieren sich, aber die Gesamtsumme pro Fahrt wird steigen.

Höherer Auslastung: Wenn die neue Funktion angenommen wird, wird die Auslastung der Fahrzeuge steigen. Vorteil wäre, dass sich die Anzahl der Farhzeuge reduzieren würde und somit auch die Luftverschmutzung und das Verkehrsaufkommen geringer werden würde. Lyft Line verbindet z.B. maximal vier Personen in einem Auto, ein Fahrer und maximal 3 Fahrgäste. So wird die Auslastung erhöht und das Einkommen der Fahrer kann steigen.

Höherer Verdienst für Anbieter: Uber und Lyft würden auch von höheren Fahrpreisen profitieren. Die Unternehmen wären wieder in der Lage, eine Provision einzuführen, um Geld zu verdienen. In der letzten Zeit haben die Anbieter in einigen Märkten auf die Provision verzichtet, um sich einen Preiskampf untereinander leisten zu können und um günstiger als Taxis zu sein.

Verzicht auf eigenes Auto: Lyft und Uber spekulieren darauf, dass Leute auf ihr eigenes Auto verzichten, wenn der Ridesharing Service zu Kosten angeboten wird, die geringer sind, als wenn man ein eigenes Fahrzeug besitzt. Die Mitfahrfunktion ist eine Möglichkeit, um die Kosten zu drücken. Uber CEO Travis Kalanick würde auch gerne fahrerlose Autos einsetzen, um die Kosten für den Fahrer zu eliminieren. Der Verdienst der Fahrer ist im Moment noch der größte Kostenfaktor einer Fahrt.

Ergänzung für Nahverkehr: In Städten, in denen kein gut ausgebautes Nahverkehrssystem vorhanden ist, kann der Ridesharing Service mit Mitfahrfunktion eine gute Ergänzung bzw. eine gute Alternative sein, die sich viele Einwohner leisten können.

Wie funktioniert`s?

In der Uber und Lyft App erscheint die neue Funktion als weitere Auswahlmöglichkeit. Wenn der Nutzer die entsprechende Funktion auswählt und ein Fahrzeug bucht, dann sucht das System automatisch einen Nutzer, der auf der selben Strecke unterwegs sein möchten. Für die Fahrgäste bedeutet die neue Funktion auch, dass sie ihr Ziel bereits bei der Buchung eingeben müssen, um eine Route voraussagen zu können.

Der Nutzer  erhält er eine Nachricht mit dem Namen des weiteren Fahrgastes. Wie Uber im Blog angekündigt hat, erhält man auch einen Rabatt, wenn  der Nutzer UberPool gebucht hat aber kein Fahrgast gefunden wird, der die selbe Strecke fahren möchte.

Bei Lyft Line erhält der Fahrgast schon bei Buchung seinen Fahrpreis. Die höhe des Rabatts zu einer normalen Lyft Fahrt wird mit einem Algorithmus errechnet. Der Algorithmus errechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass auf der Strecke ein weiterer Mitfahrer gefunden wird. Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto höher ist die Ersparnis.

Start der neuen Funktion

Uber rollt die neue Funktion in San Francisco sofort in einer privaten Beta aus und kündigt an, dass die Funktion noch nicht rund funktionieren wird. Hört sich fast so an, als hätten sie von Lyfts Plänen Wind bekommen und schnell die Funktion implementiert, um Lyft zuvor zu kommen.

Lyft Line wird auch erst in San Francisco getestet und dann in weiteren Städten ausgerollt. Das Angebot ist aber nicht mehr in einer Beta Version und den Nutzern wird die erste Lyft Line Fahrt geschenkt.

Bild von MotorBlog.com  (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Tesla lässt Batteriezellen in Gigafactory von Panasonic fertigen

Tesla holt sich für die geplante Gigafactory den asiatischen Konzern Panasonic mit an Board. Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, wird Panasonic die Fertigung der Batteriezellen übernehmen. Panasonic und Tesla arbeiten schon seit 2013 zusammen, das japanische Unternehmen liefert bereits die Zellen für das aktuelle Tesla Model S Fahrzeug.

In der Gigafactory sollen in sechs Jahren mehr Lithium-Ionen-Akkus produziert werden als in allen heutigen Fabriken zusammen. Unter anderem sollen die Kosten für die Batteriezellen gesenkt werden, um die Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge zu reduzieren. Tesla hat bereits angekündigt, dass das nächste Model, das so groß wie ein 3er BMW sein wird, für 35.000 US$ angeboten werden soll. Mit dem neuen Fahrzeug sollen auch Verkaufsziele von 500.000 verkauften Tesla-Fahrzeuge pro Jahr erreicht werden.

Für die Gigafactory werden Investitionen von etwa 5 Milliarden US$ veranschlagt. Tesla will sich um das Bauland und die Gebäude kümmern und insgesamt zwei Milliarden US$ investieren. Die restlichen drei Milliarden US$ sollen von Partnern, wie Panasonic kommen. Die Fertigung der Batteriezellen wird etwa die Hälfte der Fabrikfläche einnehmen, den Rest werden sich Tesla und andere Zulieferer teilen, um die Zellen zu fertigen Batteriepacks zusammenzubauen.

 Bild: Tesla Visit 12 von Windell Oskay (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Easy Taxi mit weiterer Finanzierung von 40 Mio. US$ – Expansion in Asien

Easy Taxi, Die Taxi App, die auch von Rocket Internet finanziert wurde, hat weitere 40 Mio. US$ Finanzierung eingesammelt und kommt jetzt auf einen Gesamtbetrag von etwa 77 Mio. US$. Das Geld kommt von Phenomen Ventures und von Tengelmann Ventures. Tengelmann Ventures hat schon in mehrere von Rocket Internet unterstützte Startups investiert, unter anderem in Zalando, das bisher bekannteste Rocket Startup.

Weitere Expansion, Festigung der Marktführerschaft

Easy Taxi soll mit dem Betrag weiter in Märkte expandieren, die sich schnell entwickeln. Darunter fallen unter anderem Staaten in Latein-Amerika, Africa, Mittlerer Osten und Asien. Wobei auf Asien besonderer Fokus gelegt werden soll. Außerdem soll die Finanzierung genutzt werden, um die Marktführerschaft in Südamerika zu verteidigen und auszubauen.

Bisher ist Easy Taxi in 160 Städten in 30 Ländern verfügbar und hat mehr als 180.000 Fahrer, die sich angemeldet haben, um Aufträge zu erhalten.

Easy Taxi Konkurrenz

In Africa und im Mittleren Osten hat Easy Taxi bisher wenig Konkurrenz, hier sind vereinzelt Fährtenvermittler, wie Uber und Careem aktiv, die in den Gegenden aber eher noch das Geschäft mit Limousinen forcieren. In Süd-Ost-Asien dagegen muss sich Easy Taxi gegen mehr Konkurrenz durchsetzen. Unter anderem ist in der Region GrabTaxi unterwegs, die vor kurzem auch GrabCar gestartet haben, um eine breitere Produktpalette anbieten zu können. GrabTaxi sagt über sich, dass sie die Taxi-App mit den meisten registrierten Fahrern und Nutzern in der Region sind. Im April wurde eine Finanzierung von 15 Mio. US$ aufgenommen. Uber bietet in Süd-Ost-Asien in den meisten Städten UberBlack an, den luxuriösen Service mit schwarzen Limousinen. Der günstige UberX Service ist in einzelnen Städten, wie Singapur, Taipeh oder Shanghai live.

Über Easy Taxi

Die Easy Taxi App ist von der Funktionsweise mit dem deutschen Anbieter MyTaxi vergleichbar. Taxifahrer registrieren sich und sind in der Smartphone-App eingeloggt und online, um Aufträge zu erhalten. Die registrierten Nutzer buchen über die Kunden-App eine Fahrt, die von einem Taxi-Fahrer, der online ist, angenommen wird. Easy Taxi wurde im Jahr 2012 in Rio de Janeiro gegründet und hat sich schnell zum Marktführer in Latein Amerika entwickelt, von Anfang an ist der deutsche Company Builder Rocket Internet mit an Board.

Bild: Hong Kong Taxi – Tilt-Shift von Kevin Poh (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Roland Berger veröffentlicht Shared Mobility Studie und stellt 10 Prinzipien für erfolgreiche Etablierung auf

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat eine Studie mit Handlungsanweisungen über das Theme Shared Mobility veröffentlicht. In der Studie werden unter anderem die Themen Ride- und Carsharing behandelt.

Basierend auf eigenen Berechnungen geht Roland Berger davon aus, dass 2020 der Carsharing-Umsatz weltweit auf 3.7 bis 5.6 Milliarden € Umsatz steigt. Der Umsatz von  Ridesharing Diensten wird weltweit auf 3.5 – 5.2 Milliarden € steigen, bei jährlichen Wachstumsraten von 35%. Uber hat im letzten Jahr mehr als 1 Milliarde US$ umgesetzt und dürfte aktuell bei 45 Millionen US$ Umsatz pro Woche liegen. Basierend auf diesen Zahlen dürfte der von Roland Berger für 2020 prognostizierte Umsatz im Ridesharing Bereich eher konservativ ausgelegt sein.

Für existierende Unternehmen, die bisher in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs sind und neu im Shared Mobility Bereich starten möchten, werden in der Studie 10 Prinzipien genannt, die laut Roland Berger befolgt werden sollten, um die größten Herausforderung entlang der erfolgreichen Etablierung eines neuen Mobilitäts-Services zu meistern.

Ein wichtiges Prinzip, das am Anfang stehen sollte und in der Studie nicht genannt wird, ist der Hinweis an die Unternehmen, dass sie von Anfang an mit einer disruptiven Idee starten sollen und nicht mit einem Produkt in einen Seit Jahren bestehenden Markt eintreten sollen. Bei dem Vergleich von Lyft und MyDriver sieht man z.B., dass es viel schwieriger ist, in dem Markt von MyDriver erfolgreich Fuß zufassen, als in dem Markt von Lyft. Das liegt unter anderem daran, dass Lyft Personen an spricht, die sich davor mit anderen Verkehrsmittel fortbewegt haben, z.B. mit öffentlichem Nahverkehr oder eigenem Fahrzeug. Das grundlegende Mobilitäts-Verhalten der Nutzer wird so von Lyft geändert und gemeinsam neu geformt. MyDriver setzt hingegen hauptsächlich auf die Vermittlung von Limousinen an schon bestehende Limousinennutzer, die eine hohe Erwartungshaltung und ein bestehendes Verhalten haben und auf einen ihnen bereits bekannten Service nicht verzichten wollen.

Im Nachfolgenden sind die 10 Prinzipien zusammengefasst und teilweise Ergänzt, die Roland Berger in der Studie “Shared Mobility” Mitte Juli 2014 veröffentlicht hat.

1. Prinzip: “First think big, then think profits”

Die Autoren sind der Meinung, dass Startup- und Wachstumsphase von neugegründeten Unternehmen im Shared Mobility Bereich zusammenfallen. Startups, die behutsam daran arbeiten, ein Fundament ihrer Firma aufzubauen, gehen das Risiko ein, abgehängt zu werden. Im Bereich der Shared Mobility können Personen die selben guten Ideen haben und diese schnell umsetzen. Der kritische Faktor ist, sich schnell einen Namen bei den Kunden zu verschaffen, um seinen Bereich abzustecken. Die Finanzierung von Startups im Shared Mobility Bereich wird als einfach angesehen, was zu diskutieren wäre.

Erst später müssen die Firmen die Veränderung von extremen Wachstum zu stetigem Wachstum vollziehen, um dauerhaft Geld zu verdienen.

2. Prinzip: “Push Supply To Pull Demand”

Dieses Prinzip bedeutet nicht, dass neue Services sofort weltweit ausgerollt werden müssen. Es ist sinnvoll den neuen Shared Mobility Service auf regionalen oder lokalen Level zu starten, auch wenn geplant wird den Service weltweit zu skalieren. Es ist wichtig, dass in dem ersten Markt genügend Supply zur Verfügung steht und der Service buchbar ist. Sollte das nicht der Fall sein und Kunden somit Probleme haben, den neuen Service zu buchen, werden sie schnell das Interesse verlieren und den Service als unbrauchbar abstempeln. Es wird schwierig sein, dieses Image wieder los zu werden.

3. Prinzip: “Build Trust in Your Company”

Beim Teilen ist Vertrauen sehr wichtig. Erfolgreiche Shared Mobility Unternehmen haben es geschafft, eine Community um ihr Produkt aufzubauen. Beispiele sind zum Beispiel Lyft und Uber. Außerdem ist es wichtig, dass Shared Mobility Unternehmen transparent darlegen, wie sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Hilfreich ist auch, bestimmte Mechanismen einzuführen, um das Vertrauen zu fördern. Dazu gehören z.B. Bewertungsmöglichkeiten von Fahrer und Fahrgast, bei denen die Ergebnisse mit beiden Seiten geteilt werden. So kann der Fahrer den Fahrgast besser einschätzen und der Fahrgast den Fahrer. Von Unternehmensseite ist auch die Überwachung solcher Mechanismen nötig, um Frühzeitig handeln zu können.

4. Prinzip: “Interact, integrate and connect with other mobility modes!”

Das Ziel der meisten Personen ist,  so schnell, einfach und günstig wie möglich von A nach B zu kommen. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität steht dabei weiterhin im Vordergrund. Wer auf sein eigenes Fahrzeug verzichtet, möchte am Liebsten keine Einschränkungen bei der Fortbewegung haben. Deswegen ist es wichtig, dass die einzelnen Arten der Fortbewegung intelligent verknüpft werden, so dass ein umfassendes Netz aus Möglichkeiten für Fern- und Nahverkehr entsteht. Shared Mobility Anbieter sollten diese Kette aus verschiedenen Angeboten organisieren und nicht die Nutzer. Das heißt nicht, dass sie alles selber anbieten müssen, viel mehr kommt es darauf an, dass die Verknüpfungen aufgebaut werden.

Einerseits ist hier die technische Verknüpfung entscheidend, damit die Nutzer ohne Probleme die andockten Dienste buchen und bezahlen können. Andererseits ist es wichtig, dass unterschiedliche Arten von Mobilitäts-Services verbunden werden. Zum Beispiel würde es Sinn machen, Services für Langstrecken, wie Fernbusse oder Zugangebote mit Services für die innerstädtische Fortbewegung zu verbinden. Auch die Verknüpfung der Mobility Services im innerstädtischen Bereich würden Sinn machen.

5. Prinzip: “Study Your Customers – Then Study Them Some More!”

Wenn Shared Mobility Unternehmen ihre Kunden nicht kennen und sie nicht wissen, was die Nutzer wollen, dann werden sie es nicht schaffen, erfolgreich zu sein.

Grundsätzlich bringen Shared Mobility Unternehmen Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Absichten zusammen. Die eine Seite der Marktteilnehmer will den Service nutzen und dafür bezahlen, die andere Seite der Marktteilnehmer will die Ressourcen, die für die Erfüllung des Services nötig sind, zur Verfügung stellen und daran verdienen. Shared Mobility Unternehmen müssen die Interessen beider Seiten beachten, als Vermittler auftreten und die Kommunikation zwischen beiden Seiten betreuen.

Häufige Nutzer von den neuen Shared Mobility Services sind Personen aus der Generation Y oder Z, mit deren langanhaltender Loyalität nicht gerechnet werden sollte. Kleinste Änderungen im Geschäftsmodell oder verschlafene Weiterentwicklungen führen dazu, dass Nutzer auf nicht mehr wiedersehen verloren sind.

Letztendlich sind Anbieter im Shared Mobility Bereich Technologieunternehmen, die die gesammelten Daten über das Verhalten der Nutzer verwenden sollten, um noch bessere und individuellere Produkte anbieten zu können.

Hierbei ist wichtig, dass Unternehmen ihr Angebot schnell weiterentwickeln, regelmäßig testen und analysieren und laufend sinnvolle Anpassungen vornehmen.

6. Prinzip: “Keep It Simple And Convenient”

Nutzer wollen ein Produkt, dass einfach zu nutzen ist, keine Zeit bei Anmeldung und Nutzung verschwendet und bei dem sofort klar ist, was die Vorteile sind. Transparenz und Klarheit auf allen Ebenen sorgt für einen erfolgreichen Start. Die Hürden für Kunden, um sich für den Service zu registrieren und um den Service zu nutzen, müssen so minimal wie möglich sein. Der Buchungsprozess muss Transparent sein und alle Kosten sollten offen kommuniziert und ersichtlich sein. Zusätzlich sollten im Buchungsprozess keine Fehler möglich sein und die Anzahl an notwendigen Buchungsschritte sollte so gering wie möglich sein. Neben der Buchung ist auch die Abrechnung entscheidend, diese muss auch transparent sein und automatisch stattfinden.

7. Prinzip: “Build Your Own Ecosystem”

Für Shared Mobility Anbieter ist es wichtig, dass sie ein Ökosystem bestehend aus weiteren Services, Produkten und Funktionen rund um das eigene Produkt aufbauen und eine starke Marke entwickeln. Kunden freuen sich über gut integrierte Angebote, die häufig durch strategische Partnerschaften geschaffen werden können. Diese strategischen Partnerschaften finden häufig auf lokaler Ebene statt. Ein funktionierendes Ökosystem, von dem die Nutzer profitieren und an dem die Nutzer Spaß haben, steigert die Loyalität und erhöht die Hürden, dass ein Nutzer zur Konkurrenz wechselt.

8. Prinzip: “Lobby The Authorities Right From The Start”

Die existierenden Gesetze im Transportbereich wurde in den meisten Fällen verabschiedet oder zuletzt angepasst, als es die neuen Shared Mobility Services noch nicht geben hat. Häufig sind bestehende Mobilitäts-Angebote, wie der Taximarkt oder bis vor ein paar Jahren auch noch der Fernstrecken-Markt durch gesetzliche Regelungen geschützt. Hier ist es hilfreich, früh den Kontakt zu den regulierenden Behörden und Entscheidern zu suchen, um eine Anpassung der Regulierungen frühzeitig anzustreben.

Hinzu kommt, dass die bestehenden Mobilitätsangebote häufig von der öffentlichen Hand betrieben oder von öffentlicher Hand unterstützt werden. Hier sollten neue Anbieter versuchen, sich mit den lokalen Entscheidern an einen Tisch zu setzen, um sie auf ihre Seite zu bringen. In Deutschland ist das den Carsharing Anbietern gut gelungen, z.B. was das Parken im Free Floating Modell betrifft oder was durch Partnerschaften mit dem öffentlichen Nahverkehr in manchen Städten sichtbar wird.

9. Prinzip: “Think, Act And Recruit Like A Startup”

Dieses Prinzip spricht eingesessene Unternehmen an, die im Shared Mobility Bereich mit einem Produkt oder einem Unternehmen starten wollen. Wichtig ist, dass Personen an Board geholt werden, die für die Idee brennen und gemeinsam für die Idee kämpfen. Kreative Freiräume sind vorhanden und werden von den Mitarbeitern auch genutzt, Hierarchien sind flach und der Wille einen Markt aufzurollen, ist vorhanden.
Entscheidend ist, dass Unternehmen beweglich bleiben und wachsen aber gleichzeitig einen  Halt durch Struktur und Prozesse bieten.

10. Prinzip: “Harness A Jaw-Dropping Look And Feel”

Anbieter im Shared Mobility Bereich werben damit, dass ihre Angebote effizienter, Ressourcen schonender und vernetzter sind und die Gemeinschaft mehr betonen. Gemeinsam kreieren sie eine neue Era in der Personenbeförderung. Dieses Ambitionen sollten sich im jedem Aspekt des Images und der Marktpräsenz reflektieren. Wichtig ist, dass die Unternehmen auf neuste Technologien setzten, die auch fehlerlos umgesetzt werden und nutzbar sind. Neben den technologischen Aspekten spielt auch ein herausragendes und ansprechendes Design eine entscheidende Rolle, um den Unterschied zu den bestehenden Anbietern zu verdeutlichen.  Nutzer müssen begeistert und süchtig den neuen Shared Mobility Services sein.

Die Begeisterung darf nicht nur durch Design und Technik hervorgerufen werden, erfolgsentscheidend ist auch ein herausragender Kundenservice und ein super Erlebnis während der Benutzung des Services. Bei Carsharing-Anbietern wäre das die Begeisterung, die durch die Ausstattung, den Zustand und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs erzeugt wird. Bei Ridesharing-Angeboten wird die Begeisterung auch durch den Service und das Auftreten des Fahrers erzeugt, sowie durch den Zustand des Fahrzeugs.  Hier kann durch standardisierte Schulungen und einheitliche Vorgaben eine Kontinuität erreicht werden.

Insgesamt gibt die Studie einen guten Überblick über die Erfolgsfaktoren bei der Etablierung von Shared Mobility Angeboten, entscheidend ist aber die Umsetzung. Hier liegen im Moment die Anbieter wir Uber, Lyft oder BlaBlaCar vorne. Deutsche Anbieter, wie Mitfahrgelegenheit oder myTaxi haben gefühlt den Anschluss verpasst. Auf dem Roland Berger Blog Think-Act wurde zum Theme Shared Mobility eine Beitragsreihe gestartet.

Photo: mobility von Martin Abegglen, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Hamburg will UberPOP stoppen – UPDATE1&3 : Verwaltungsgericht hebt Verbote in Berlin und Hamburg auf – UPDATE2: Auch Berlin will Untersagungsvergütung durchsetzen

Wie erwartet, verbieten die Hamburger Behörden den Fahrdienst UberPOP. Zuvor ist die Wirtschaftsbehörde auch schon gegen Wundercar vorgegangen, die ein ähnliches Geschäftsmodell betreiben, das nur anders verkauft wird. Uber hat angekündigt, weiterhin aktiv zu bleiben.


UPDATE 1 (25.7.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Hamburg dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


UPDATE 2 (13.8.2014): Nun hat auch das LABO  Berlin in einer Pressemitteilung verkündet, dass Uber Berlin seinen Betrieb einstellen muss. Überschrieben ist die Pressemitteilung mit “Untersagungsverfügung zum Schutz des Fahrgastes”. Es ist davon auszugehen, dass Uber weiter aktiv bleibt, sich über weitere Presse freut und ähnlich agiert, wie in Hamburg und einen Widerspruch einlegt.


UPDATE 3 (18.8.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Berlin dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP und der Limousinendienst Uber Black bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


Die Hamburger Verkehrsbehörde hat Uber eine Untersagungsverfügung zugestellt. Laut der Einschätzung handelt es sich bei UberPOP um eine nicht genehmigte Personenbeförderung und damit sei der Service nicht legal. Fahrer, die erwischt werden, müssen mit Strafen in Höhe von 1.000 € pro Verstoß rechnen.

Uber hat angekündigt, den Service weiter anzubieten und wird den Fahrern vermutlich zugesichert haben, anfallende Strafen und Prozesskosten zu decken. Das Technologieunternehmen aus Kalifornien hat auch die Möglichkeit, gegen die Untersagung Widerspruch einzulegen. Pierre-Dimitri Gore Coty, Europa-Verantwortlicher bei Uber hat mitgeteilt, dass man letztendlich davon ausgehe, dass der Fall vor Gericht landet und das Verbot nicht zu der Stadt Hamburg passe, da es sich um eine “progressive und ambitionierte Stadt” handelt, “in der Innovationen blühen”

Seit einiger Zeit protestieren Taxifahrer gegen Transport Network Services, wie Uber, Lyft oder Wundercar.  Bisher hat Uber in jeder Stadt weitergemacht und teilweise auch Erfolge verzeichnet, wie kürzlich in London oder Seattle.

Es ist davon auszugehen, dass in Hamburg auch die Taxilobby um Clemens Grün und Jörn Napp die Behörden unter Druck gesetzt haben.  Wenn Regionen Innovationen fördern wollen, müssen sie deren Entfaltung auch unter schwierigen Bedingungen zulassen. Sie dürfen nicht in Panik dem Protest weichen. Schützenswert sind auch die Interessen derer, die durch die neuen Anbieter einen Job gefunden haben. Auch die Bedürfnisse  der Kunden dürfen nicht vernachlässigt werden. Wie der große Zuspruch zeigt, ist durchaus Bedarf für Taxialternativen vorhanden. Einige scheinen auch genug von schlechtem Service und dreisten Fahrern zu haben.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Opel kooperiert beim Carsharing mit spotcar – vorerst nur in Berlin – Im Idealfall günstiger als car2go

Der Automobilkonzern Opel startet ein Carsharing Angebot in Berlin mit spotcar. Offiziell startet das spotcar Angebot am 21. August 2014, zur Zeit befindet sich das Unternehmen in einer Testphase. Spotcar setzt ebenfalls auf ein sogenanntes free-floating Modell, was bedeutet, dass die Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt werden können und nicht bei Hot-Spots abgeholt oder zurückgebracht werden.

Auf der Opel Website Umparken im Kopf wird das Angebot als Opel Carsharing bezeichnet, auch in der Werbung, u.a. auf Facebook wird das Angebot als Opel Carsharing vermarktet.

Als Fahrzeuge sind Opel Adams im Einsatz, schätzungsweise um die 300 Stück. Der größte Unterschied zu car2go oder DriveNow ist, dass der Tarif auf Kilometer- und nicht auf Minutenpreisen basiert. Ausschließlich für die Parkzeit fallen bei spotcar pro Minute 15 ct. an, ansonsten sind 69 ct. pro Kilometer fällig.

Gerade in den Stoßzeiten kann das Angebot so günstiger sein, als die schon etablierteren Anbieter. Als Rechenbeispiel soll hier die Fahrt vom Helmholzplatz zum Kottbusser Tor genutzt werden. Die Strecke ist laut Google Masps 6.5 km lang, im Berufsverkehr in der Früh benötigt man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

Kosten Spotcar für 6,5 km: 4,49 €; Kosten Car2Go für 20 Minuten: 5,80 €, Kosten DriveNow für 20 Minuten: 6,20 €

Insider behaupten, dass car2go gerade so die Kosten deckt und DriveNow in den roten Zahlen ist. Da wird es interessant zu beobachten sein, wie sich spotcar mit noch günstigeren Preisen behaupten kann.  In der folgenden Tabelle ist basierend auf Annahmen für Fahrzeug-, Versicherungs- und Maintenance-Kosten ein durchschnittlicher Wert berechnet worden, wie viel Fahrten pro Tag und Fahrzeug durchgeführt werden müssen,  um alleine die Kosten für das Fahrzeug zu decken. Kosten für Marketing, Gehälter der Mitarbeiter uns sonstige Betriebskosten sind nicht berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen müssten pro Fahrzeug im Schnitt mehr als 5 Fahrten absolviert werden. Diese Zahl muss erst mal erreicht werden. Sollten die anderen genannten Kostenfaktoren mit eingerechnet werden, würde man auf einen Wert von 8-10 Fahrten pro Tag kommen – eine ganz schöne Hausnummer.

Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken.
Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken. (Quelle: GetMobility.de)

Die Fahrzeuge werden mit der spotcar App geöffnet, eine Karte oder RFID-Chip, wie bei DriveNow oder car2go ist nicht nötig. Eine Überprüfung des Führerscheins, wie bei den bestehenden großen Carsharing Anbietern ist ebenfalls nötig, der Kunde muss im Flagship Store vorbei schauen und die nötigen Dokumente, wie Führerschein, Ausweis und Kredit- oder EC-Karte vorzeigen.

In der App wird vor Fahrtantritt gefragt, ob der Nutzern seinen Führerschein dabei hat und ob das Fahrzeug verunreinigt oder beschädigt ist. Wenn der Nutzer keinen Führerschein dabei hat, öffnet sich das Fahrzeug erst gar nicht. Die Frage jedes Mal zu beantworten, die man auch falsch beantworten kann, wenn man keinen Führerschein dabei hat, könnte etwas anstrengend sein.

Im Schadensfall, für den der Nutzer haftet, fallen bis zu 1.000 € Selbstbeteiligung an, Angebote für die Reduzierung der Selbstbeteiligung sind noch nicht in den Geschäftsbedingungen oder auf der Website zu finden.

Im Moment befindet sich das Angebot noch in der Testphase, dem entsprechend ist das Geschäftsgebiet im Vergleich zu den anderen beiden Anbieter von Daimler und BMW noch recht klein. Im Moment soll spotcar innerhalb des Berliner S-Bahnrings verfügbar sein, wenn die App geöffnet wird, ist ein Fahrzeug sichtbar. Interessant ist die Frage,, warum Opel das Angebot schon jetzt in das Marketing mit einbindet, wenn es mehr oder weniger nicht existent ist.

Spotcar wurde von Michal Schmidt und Benjamin Krüger gegründet und sollte eigentlich bereits im Juni starten. spotcar hat bei der Entwicklung der App Unterstützung von CarJump erhalten. CarJump ist als Meta-Suchmaschine für Carsharing Angebote bekannt und vereinigt die besten Carsharing Anbieter in einer App.

Bild Carsharing News

Das dritte Modell von Tesla wird Model 3 heißen und wird ab 2017 für ca. 35.000 € angeboten

Tesla Gründer und CEO Elon Musk hat in einem Interview mit Auto Express angekündigt, dass das neue Modell Model 3 heißen wird und in Konkurrenz zum BMW 3er, Audi A4 und der Mercedes C-Klasse treten wird.

Eigentlich sollte das neue Fahrzeug Model E heißen, aber Ford hat angekündigt, dagegen gerichtlich vorzugehen, falls Tesla den Namen verwendet.

Das Model 3 wird ca. 20% kleiner als das Model S ausfallen und soll in den USA für 35.000 $ verkauft werden. Der günstigere Verkaufspreis ist hauptsächlich möglich, da die Kosten für die Batterien sinken, die Tesla in der entstehenden Tesla Gigafactory produzieren wird. Musk hat auch bestätigt, dass das neue Modell eine realistische Reichweite von etwa 320 km haben wird und ähnlich viel Fahrspaß wie das Model S verbreiten wird.

Das einzige Modell, welches Tesla zur Zeit in der Produktpalette hat, das Model S, wird in Deutschland zu Preisen ab 65.000 € angeboten. In den USA werden 63.600 US$ aufgerufen. Vergleicht man diese beiden Preise, kann man davon ausgehen, dass Tesla das neue Modell hierzulande für etwas mehr als 35.000 € (inkl. MwSt.) anbieten wird. Damit liegt das Fahrzeug preislich auf einem Niveau mit dem elektrischen BMW i3 und der elektrischen Version des VW Golfs. Ein BMW i3 schafft die Reichweite von 320 km nur mit Range Extender, rein elektrisch sind laut Norm 160 Kilometer drin, also realistisch um die 120 Kilometer.

Photo: Tesla Roadster-4 von ranychiu, Lizenz: CC BY 2.0

Lyft verschiebt Launch in New York City

Der amerikanische Ridesharing Service Lyft, wollte am Freitag in New York City starten, um Uber Konkurrenz zu machen. Nach dem die Auseinandersetzung mit der TLC eskalierte, hat Lyft nun angekündigt, den Start zu verschieben.


UPDATE (25.7.2014): Lyft hat sich mit den New Yorker Behörden verständigt und die Erlaubnis von der TLC erhalten, den Ridesharing Service auszurollen. Heute um 19 Uhr New Yorker Zeit, geht der Service in online. Lyft wird nur Fahrzeuge akzeptieren, die von der TLC lizensiert sind. 


Gestern hat Lyft co-founder John Zummer angekündigt, dass der Ridesharing Service den Start in New York City verschiebt. Zuvor hat der Generalstaatsanwalt von New York und das Department of Financial Services Klage gegen Lyft eingereicht. In der Klage geht es darum, dass Lyft bereits in Rochester und Buffalo ohne Genehmigung aktiv ist und dass der Service im offenen Widerspruch zu den lokalen Regulierungen steht.

In dem Statement, das Lyft veröffentlicht hat, heißt es, dass sich Lyft ab Montag mit der TLC zusammensetzt, um an einer neuen Version von Lyft zu arbeiten, die von der TLC akzeptiert wird. Der Start soll dann sofort danach erfolgen.

Der Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hofft, dass sich Lyft an die Gesetze anpassen kann und bald in New York starten kann. Scheidermann erwähnt auch, dass die Behörden eine gute Beziehung zum Lyft-Konkurrenten Uber haben. Uber hat sich kooperativ gezeigt und es wurde eine Lösung gefunden, die für alle Seiten funktioniert. Darunter zählt, dass alle Fahrzeuge lizenziert und versichert sind. Kürzlich hat sich der Staat New York und Uber auch darauf geeinigt, die Fahrpreise bei Notständen und Naturkatastrophen nicht zu erhöhen.

Photo: 2013.21.09_17.52_2858.jpg von Raido, Lizenz: CC BY 2.0

Monopolkommission will mehr Wettbewerb im Taxiverkehr & empfiehlt Anpassung der Regulierung im Taxi- und Mietwagenverkehr

Die Monopolkommission hat sich in ihrem Hauptgutachten dafür ausgesprochen, den Taxi-Markt freizugeben. Konkret wird die Anpassung der Regulierung des Mietwagenverkehrs empfohlen, sowie eine Konzessionsbeschränkung und Preisbindung im Taxiverkehr aufzuheben.

In einer zusammenfassenden Pressemitteilung gibt die Monopolkommission bekannt, dass sie einen zunehmenden Wettbewerb auf den Taximärkten begrüßt, diesen nach wie vor aber für unzureichend hält. Ausserdem wird die Aufhebung der Konzessionsbeschränkung im Taxiverkehr gefordert und die Ermöglichung eines Preiswettbewerbs, am Anfang in Form von Höchstpreisen. Was für die neuen Transport Network Anbieter, wie Blacklane und co. interessant ist, dass eine Anpassung der Regulierung  des Mietwagenverkehrs empfohlen wird, um eine Wettbewerbsverzerrung auszuschließen. Der Mietwagenverkehr ist zum Schutz des Taxiverkehrs reguliert. Der Start von Unternehmen, wie Uber, Blacklane und co. haben dafür gesorgt, dass sich der Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen intensiviert und eine weitere Angleichung stattfindet. Diese Entwicklung wird von der Monopolkommission als positiv angesehen und eine Anpassung der Regulierung wird empfohlen.  So spricht sich die Kommission dafür aus, die Rückkehrpflicht zu streichen, um unnötige Leerfahren, Wohlfahrtsverluste und unnötige Schadstoffemissionen zu vermeiden. Das Gleiche gilt für die Vorschrift, die besagt, dass der Beförderungsauftrag schriftlich am Betriebssitz eingehen muss. Diese Regelung sollte ebenfalls gestrichen werden, um für Gleichberechtigung und Rechtssicherheit bei der Vermittlung von Mietwagenaufträgen zu sorgen.

Zusammenfassend sind aus der Sicht der Monopolkommission einige der Regulierungsinstrumente unnötig und sollten aufgehoben werden.  Die Differenzierung der Umsatzsteuer bei Taxi- und Mietwagen soll auch entfallen. Bisher fällt im Taxiverkehr bei einer Strecke von bis zu 50 km ein reduzierter Umsatzsteuersatz von 7% an. Im Mietwagenverkehr sind es hingegen 19% fällig.

Zu der Frage, ob die Vermittlung von Mitfahrangeboten an Fahrer ohne Erlaubnis zu Personbeförderung mit dem PBefG vereinbar ist, bezieht die Monopolkommission keine Stellung. Die Kommission weist allerdings auch darauf hin, dass im Taxi- und Mietwagengewerbe gegen gesetzliche Auflagen verstoßen wird. Sei es gegen die kaum zu kontrollierende Rückkehrpflicht der Limousinen oder das Stehen von Taxis an nicht zugelassenen und gekennzeichneten Taxihalteplätzen.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Deutsche Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss dieses Gutachten auf die Entscheidungen der Politiker hat, die bereits angekündigt haben, den Taxiverkehr weiter zu schützen.

Photo: Das letzte Taxi von Emanuele, Lizenz: CC BY-SA 2.0