Alle Beiträge von Magdalena Kohl

Microsoft investiert in Grab

Microsoft tätigt eine strategische Investition in das Ridehailing- und On-Demand-Service-Unternehmen Grab. Erst Anfang des Jahres verkaufte Uber seinen Ridehailing Service an den asiatischen Wettbewerber. Das Unternehmen sammelt nun drei Milliarden Dollar für den Ausbau seiner Aktivitäten.

Die Partnerschaft zwischen Uber und Grab sieht insbesondere die Zusammenarbeit in den Bereichen Machine Learning und KI-Technologie vor. Die Einführung der Azure-Server von Microsoft als Cloud-Plattform, die die Ridehailing- und digitale Wallet von Grab unterstützt, stellt dabei den ersten Schritt im Umsetzungsprozess dar.

Im Anschluss daran wird die strategische Ausrichtung der Kooperation ausgeweitet. So soll beispielsweise mit Hilfe von maschinellem Lernen und Bilderkennung den Fahrgästen ermöglicht werden, ihren Standort mit einem Fahrer zu teilen, indem sie ein Bild ihrer Umgebung aufnehmen. Das System erkennt wiederum die Umgebung und wandelt das Bild in eine Adresse um.

Es gibt auch nicht KI-gestützte Teile der Vereinbarung, wie zum Beispiel In-Car-Entertainment-Systeme, vernetzte Prämienprogramme und die Integration von Outlook. Wie Uber baut Grab eine Plattform auf, um dem Fahrgast weit mehr zu bieten als den eigentlichen Fahrservice von Tür zu Tür.

Microsoft gab nichts über den Betrag der Investition bekannt. Die japanische Softbank investierte 500 Millionen Dollar, während Toyota den Betrag sogar verdoppelte.

Bild (alle Rechte vorbehalten): Grab

U.S. Bericht: Automated Vehicles 3.0

Das US-Verkehrsministerium (Department of Transport, DOT) hat seine neuesten freiwilligen Richtlinien für automatisierte Fahrsysteme veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Bericht, der auf früheren Versionen der letzten zwei Jahre aufbaut. Mit Vorbereitungen auf die Zukunft des Verkehrs umreißt das 80-seitige Dokument “Automated Vehicles 3.0” zusätzliche Sicherheitsprinzipien, aktualisiert Richtlinien und bietet Leitlinien für staatliche und lokale Regierungen.

„Die Integration der Automatisierung in unser Transportsystem hat das Potenzial, die Produktivität zu steigern und den Güterverkehr zu erleichtern“, sagte DOT-Sekretärin Elaine Chao. „Aber vor allem hat die Automatisierung das Potenzial, die Sicherheit auf den Straßen erheblich zu steigern – durch die Reduzierung von Unfällen, die durch menschliches Versagen verursacht werden, einschließlich Unfälle mit beeinträchtigten oder abgelenkten Fahrern, und die Rettung von Menschenleben.”

Aktuell müssen amerikanische Automobilhersteller fast 75 Normen für die Fahrzeugsicherheit erfüllen. Grundlegend ist dabei die Regel, dass ein autonomes Fahrzeug von einem zugelassenen Fahrer kontrolliert werden muss. Erst Anfang des Jahres reichte General Motors eine Petition ein, um eine Freistellung für die derzeitigen Vorschriften zum Einsatz von Fahrzeugen ohne Lenkräder und andere menschliche Kontrollen als Teil einer Mitfahrflotte zu beantragen.

Im Bericht Automated Vehicles 3.0 heißt es, dass der richtige Ansatz zur Verbesserung von Sicherheitssystemen mit der Beseitigung unnötiger Hindernisse und die Herausgabe freiwilliger Leitlinien beginnt und nicht mit Vorschriften, die Innovationen verhindern könnten.

Neben diesem neuen nationalen Ansatz fordert der Bericht auch die staatlichen und lokalen Behörden auf, Hindernisse für fahrerlose Technologien – wie „unnötige und inkompatible Vorschriften“ – zu beseitigen und die Interoperabilität zu unterstützen. Das Verkehrsministerium ist der Ansicht, dass die Entwicklung freiwilliger technischer Normen ein wirksames, nicht regulierendes Mittel ist, um die Integration von Automatisierungstechnologien in das Verkehrssystem voranzutreiben.

Bild (alle Rechte vorbehalten): transportation.gov

Luxus: Der EZ-Ultimo von Renault

Der EZ-Ultimo ist ein luxuriöses selbstfahrendes Fahrzeug von Renault und vervollständigt die diesjährige Trilogie des französischen Automobilherstellers.

Der vollelektrische Renault EZ-Ultimo ist das dritte von drei „Roboter-Fahrzeug“-Konzepten, die der französische Automobilhersteller 2018 entwickelt hat. Die vorherigen Modelle sind das taxi-artige EZ-Go Auto und der EZ-Pro-Truck.

Der EZ-Ultimo ist mit einer autonomen Fahrtüchtigkeit der Stufe 4 auf der SAE 5-Stufen-Skala* ausgestattet, was bedeutet, dass das Fahrzeug Entfernungen, Geschwindigkeiten und Spurwechsel durch die Verarbeitung von Daten aus einer Kombination von Radar-, Lidar- und Ultraschallsensoren bewältigen kann.

Renault sieht den Zweck des EZ-Ultimo in Form eines Limousinenservices. So können beispielsweise Fünf-Sterne-Hotels und Reisebüros eine Flotte der ultra-luxuriösen Fahrgeschäfte für Chauffeur-Kunden im Rahmen eines bestehenden Premium-Service erwerben.

Der EZ-Ultimo kann von Hotels oder Fluggesellschaften als luxuriöser Shuttle für Gäste genutzt werden.
Der EZ-Ultimo kann von Hotels oder Fluggesellschaften als luxuriöser Shuttle für Gäste genutzt werden.

Stephane Janin, Direktor der Concept Cars von Renault, erklärt, dass das Designteam von EZ-Ultimo von den Pferdekutschen des 18. und 19. Jahrhunderts beeinflusst wurde, von der modernen Architektur (wie beispielsweise dem Flagship Store von Prada in Tokio, der von Herzog & de Meuron entworfen wurde) sowie Renaults Historie. Vor dem Ersten Weltkrieg produzierte das Unternehmen vorrangig repräsentative Luxuswagen.

*Die Einteilung der autonomen Fahrtüchtigkeit erfolgt schrittweise: Ausgehend von Stufe0 mit “Driver only” – der Fahrer lenkt und fährt vollkommen ohne Unterstützung durch Fahrerassistenzsysteme – bis hin zu Stufe 5, bei welchem sich das Fahrzeug fahrerlos, also autonom, fortbewegt.

  • Stufe 1: Assistiertes Fahren – Fahrassistenzsysteme untersützen den Fahrer übernehmen aber nicht das Steuer.
  • Stufe 2: Teilautomatisiertes Fahren – Systeme können u.a. das Steuer übernehmen, der Fahrer bleibt aber in der Verantwortung.
  • Stufe 3: Hochautomatisiertes Fahren – der Fahrer kann sich in bestimmten Situationen länger vom Fahrgeschehen abwenden
  • Stufe 4: Vollautomatisiertes Fahren – das Fahrzeug fährt überwiegend selbstständig, der Fahrer muss jedoch fahrtüchtig sein.
  • Stufe 5: Autonomes Fahren – das Fahrzeug übernimmt alle Fahrfunktionen, die Personen im Wagen werden zu Passagieren.

Quelle: www.bmw.com

Bilder (alle Rechte vorbehalten): Renault

Uber goes green

Uber plant in den nächsten drei Jahren zehn Millionen US-Dollar in den Ausbau nachhaltiger Verkehrssysteme zu stecken. Als Teil des Fonds spendet Uber 250.000 US-Dollar an SharedStreets, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Erstellung von Standards für öffentliche Straßen und den Austausch von Daten konzentriert.

Das Unternehmen investiert unter anderem eine Millionen US-Dollar in eine Kampagne für Straßennutzungsgebühren in New York City, um Druck auf die hiesige Politik auszuüben, “die uns in eine nachhaltigere Zukunft führt“, sagte Uber Head of Transportation Policy Andrew Salzberg gegenüber TechCrunch.

Eines  der größten Shared Mobility Prinzipien von Uber konzentriert sich auf die produktivere Nutzung von Bordsteinkanten. Das Ziel ist, diese so zu verwenden, dass eine flexiblere Fahrzeug- und Parkplatznutzung möglich ist.

Für dieses Projekt arbeitet Uber mit dem Verkehrsberater Fehr & Peers zusammen. Das Unternehmen entwickelte einen „Bordsteinproduktivitätsindex”, der die Anzahl der Passanten berechnet, die einen Bordstein pro Stunde und pro 20 Fuß (etwa 6m) betreten (entspricht etwa der Größe eines Parkplatzes).

Die Unternehmungen von Uber ebnen auch den Weg für ein effizienteres Ridehailing. Durch die Einführung von Straßennutzungsgebühren werden die Straßen geleert, so dass sich die Fahrzeuge von Uber freier und effizienter bewegen können.

Weitere Prinzipien zur Gestaltung eines nachhaltigen Verkehrs, wie der Ausbau von Fahrradwegen und der Infrastruktur von E-Bike-Ladestationen, kommen dem Unternehmen ebenfalls, insbesondere Jump, zu Gute. Gleichzeitig besteht das Potenzial durch die Umsetzung der Maßnahmen, den Städten und den Menschen, die in ihnen leben, einen breiten Nutzen zu stiften.

Bild: uber.com (alle Rechte vorbehalten)

May Mobility: Autonomes Fahren in Michigan

Diesen Sommer hat das US-amerikanische Unternehmen May Mobility seinen ersten autonomen Shuttle-Service in Detroit gestartet. Bis Mitte 2019 plant die in Ann Arbor, Michigan, ansässige Company in mindestens drei US-Städten tätig zu sein. Das Unternehmen wurde vor weniger als zwei Jahren gegründet.

May Mobility kündigte an, den Service nach Columbus, Ohio, bringen zu wollen und plant eine zusätzliche Route in Grand Rapids, Michigan. Letzteres ist zunächst auf ein Jahr festgelegt und wird eine Flotte von vier 6-sitzigen elektrischen Shuttles umfassen. Der Startschuss für das Projekt fällt im März 2019.

Der Shuttle-Start in Grand Rapids ist Teil einer breit angelegten Initiative namens Grand Rapids Autonomous Mobility Initiative, einer Koalition von Unternehmen, zu der Consumers Energy, der französische Automobilzulieferer Faurecia, Gentex, Rockford Construction, Seamless und der Möbelhersteller Steelcase gehören.

Die autonome Flotte wird auf einem 3,2 Meilen langen Abschnitt einer bestehenden Buslinie eingesetzt, der Zugang zur Innenstadt und zu zwei Geschäftsvierteln der Stadt bietet. Die Route umfasst 22 Haltestellen, 30 Ampeln und 12 Kurven, davon drei Linkskurven, je nach Initiative.

Zuvor hatte May Mobility in 2018 11,5 Millionen Dollar an Startkapital von BMW iVentures, Toyota AI und anderen gesammelt. Trucks, Maven Venture und Tandem Ventures sind ebenfalls Investoren des Unternehmens.

Bild (alle Rechte vorbehalten): maymobility.com

Mercedes-Benz Vans plant autonome Autoflotte

Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 präsentierte Mercedes-Benz Vans Vision URBANETIC, ein Mobilitätskonzept, das die Trennung zwischen Personen- und Güterverkehr aufheben möchte. Mercedes-Benz Vans plant eine neue Reihe von autonomen Fahrzeugen, die auf einem vollelektrischen Fahrwerk basieren. Je nach Konfiguration bewegt der neue Van entweder Personen oder transportiert Güter.

Zusammenarbeit mit BASF und ViaVan rund um neue Mobilitätsthemen

 

„Der Vision URBANETIC ist eine – im wahrsten Sinne des Wortes – Plattform für Mobilität. Wir haben damit eine Vision entwickelt, die für Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist und mit der wir die Stadt der Zukunft für ihre Bewohner noch lebenswerter machen können. Genau diese Prinzipien machen den Vision URBANETIC zu einem Sinnbild für zukünftige Mobilität. Gemeinsam mit unseren Kunden erproben wir Technologieelemente des Vision URBANETIC im Feld. Mit BASF werden wir in den Bereichen Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren intensiv zusammenarbeiten, um voneinander zu lernen. Damit können wir die ganzheitlichen Mobilitätslösungen von Mercedes-Benz Vans noch weiter an den individuellen Kundenbedürfnissen ausrichten“, erklärt Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans.

In einem ersten Schritt wird BASF in Kürze ein On-Demand-Fahrgemeinschaftssystem am Standort Ludwigshafen einführen. Dabei kommt die Technologie von ViaVan zum Einsatz, einem Joint Venture zwischen Mercedes-Benz Vans und dem US-Startup Via. Weitere Projekte werden in den kommenden Jahren folgen, darunter ein elektrisches, voll angeschlossenes und autonomes Shuttle auf dem Werksgelände. Mornhinweg berichtet weiter, dass das „Ziel [der] umfassenden Kooperation mit BASF ist, [den] Ridesharing-Service um die autonome Komponente zu erweitern und so die Logistik am Standort Ludwigshafen noch effizienter und für die Mitarbeiter komfortabler zu gestalten.“

URBANETIC als Ridesharing-Fahrzeug

 

Als Ridesharing-Fahrzeug kann die Vision URBANETIC bis zu zwölf Passagiere befördern, im Cargo-Modul können bis zu zehn EPAL-Paletten transportiert werden. Bei einer Fahrzeuglänge von 5,14 Meter wurde eine Laderaumlänge von 3,70 Meter realisiert. Zudem integriert das Konzept eine IT-Infrastruktur, die in Echtzeit Angebot und Nachfrage in einem definierten Mobilitätsraum analysiert. Daraus resultiert eine autonom fahrende Flotte, deren Routen flexibel und effizient auf Basis des aktuellen Beförderungsbedarfs geplant werden.

Dank Voll­vernetzung, Auswertung lokaler Informationen und einer intelligenten Steuerung kann das System nicht nur aktuelle Bedarfe analysieren, sondern auch daraus lernen. So ist es in der Lage, zukünftige Bedarfe zu antizipieren und darauf zu reagieren. Damit können Prozesse optimiert und beispielsweise Warte- oder Lieferzeiten verkürzt und Staus vermieden werden. Das Gesamtsystem über die Datenerfassung im Vehicle Control Center erkennt beispielsweise eine Menschenansammlung in einem gewissen Bereich. Daraufhin kann es dorthin proaktiv Fahrzeuge schicken, um den gesteigerten Bedarf direkt abzufangen und diesen schnell und effizient zu decken. Das System kann flexibel reagieren und basiert nicht auf starren Routen oder festen Fahrplänen.

Als vollvernetztes Fahrzeug ist die Vision URBANETIC Teil eines Ökosystems, in dem sowohl Logistik-Unternehmen als auch Nahverkehrsunternehmen und Privatkunden ihre Mobilitätswünsche im urbanen Raum digital übermitteln.

Quelle (Text + Bild): Presseinformation Daimler

 

BMW präsentiert autonomes Motorrad

Die Entwicklung eines autonomen Motorrads ist weit komplizierter als bei einem autonomen Auto. Doch die BMW Group hat den Code geknackt. Mit einem Prototyp zeigt das Unternehmen nun, dass es die größte Herausforderung, nämlich den Selbstausgleich des Fahrzeuges, gemeistert hat.

Auf dem Testgelände der BMW Group in Miramas, Südfrankreich, wurde vorletzte Woche das Modell R 1200 GS ohne Fahrer auf die Straße geschickt. Anlass war der BMW Motorrad Techday 2018.

Ziel des von Dipl.-Ing. Stefan Hans und seinem Team entwickelten Prototyps ist es, zusätzliches fahrdynamisches Wissen zu sammeln, um Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und den Fahrer mit geeigneten Sicherheitssystemen zu unterstützen. Details zu der dahinterstehenden Technologie gab die BMW Group nicht bekannt. Das Motorrad ist ein Prototyp und soll vorerst nicht massenproduziert werden.

Das Motorrad verdeutlicht, wie die Digitalisierung die Zukunft des Motorradfahrens verändern wird. Die Entwicklung des Zweiräders hilft dem Unternehmen auch bei seinen Überlegungen hinsichtlich der technologischen Weiterentwicklung der Transportwelt von morgen.

Im Vordergrund steht vor allem die V2V-Kommunikation zwischen den Fahrzeugen, die durch die digitale Vernetzung die Sicherheit und den Komfort für den Motorradfahrer weiter erhöht. Auch hier profitiert BMW Motorrad von der engen Zusammenarbeit mit BMW Automobilen.

Quelle (Text + Bild): Pressemitteilung BMW Group

 

Verkehrsinfarkt in Deutschland

Fliegen, fahren oder mit der Bahn? Die Reisemöglichkeiten sind vielseitig. Doch ob der Reisende sein Ziel pünktlich erreicht, bleibt häufig offen. Noch nie war der Verkehr in Deutschland so überlastet und unzuverlässig wie aktuell. Statistiken zeigen, dass verschiedene Verkehrssysteme am Rande ihrer Effizienz und Verkehrsträger am Limit stehen.   

  • Die Anzahl der Staus auf deutschen Autobahnen steigt von 285.000 in 2012 auf 723.000 in 2017, ein Anstieg von über 250%. (Quelle: ADAC)
  • Besser sieht es auch nicht in der Luft aus. Gestrichene Flüge von und nach Deutschland sowie Inlandsflüge kommen in diesem Jahr (bis Mitte September) auf eine Anzahl von 23.667. Im Jahr 2012 waren es vergleichsweise “nur” 15.330. (Quelle: EUclaim)
  • Zu guter Letzt: die Bahn. Der Anteil unpünktlicher Züge im Fernverkehr liegt bei über 24%, in 2012 noch bei 20,9 %. (Quelle: DB)

Günstige Flug- und Fernreisen, die Zunahme des Onlinehandels und moderne Produktionsweisen strapazieren die bestehende Infrastruktur, die für eine derartige Übernutzung nicht ausgelastet ist.  

Die Folgen des Verkehrschaos sind nicht nur Staus, der Verlust an Produktivität, Stress und verschwendete Lebensjahre. Der tägliche Wahnsinn produziert auch giftige Abgase, die Natur, Klima und Gesundheit zerstören.

Mit der nationalen Plattform “Zukunft der Mobilität” startet die Bundesregierung den Versuch, unter Einbeziehung von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Handlungsempfehlungen für eine bezahlbare nachhaltige und klimafreundliche Mobilität zu entwickeln. Das erklärte Ziel dabei ist: Dem Klima- und Umweltschutz dienen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gewährleisten. Noch im September soll die Arbeit unter Einbezug folgender Arbeitsgruppen aufgenommen werden:

  1. Klimaschutz im Verkehr
  2. Nachhaltige Mobilität
  3. Digitalisierung, Automatisiertes Fahren und neue Mobilitätsangebote
  4. Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung
  5. Sektorkopplung
  6. Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Zulassung

(Quelle: Bundesregierung)

Sicher ist, dass die Mobilitätswende kommen wird. Diverse Ideen und Konzepte gehen ins Rennen. So bieten Fahrdienste wie DriveNow, Uber und Car2Go mobile Services an, die über App gebucht werden können. Doch so spannend diese Konzepte klingen, sie alle haben den gleichen Schönheitsfehler: Man braucht dafür weiterhin Autos, die die Straßen zusätzlich verstopfen. Übergeordnetes Ziel müsse vielmehr sein, „dass sich die Menschen kein eigenes Auto mehr anschaffen“. 

ITS Copenhagen: „Quality of Life”

Eine spannende Woche geht zu Ende. Der weltgrößte Kongress für Intelligent Transport Solutions (ITS) startete am Montag in der dänischen Hauptstadt und präsentierte intelligente Lösungsansätze unter dem Motto „ITS-Quality of Life“. Damit stellte die diesjährige ITS den Nutzer und seine spezifischen Bedürfnisse in den Mittelpunkt von Logistik- und Mobilitätssystemen.

Während der fünftägigen Veranstaltung diskutierten Experten aus dem Mobilitätssektor Fragen zu Cybersicherheit und Resilienzplanung sowie Lösungsansätze für die Verkehrsinfrastruktur. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Multimodalität und dem Weg zu einer nahtlosen und mühelosen Mobilität. Kooperative, vernetzte und automatisierte Mobilität unter besonderer Berücksichtigung der Rechts- und Sicherheitsaspekte waren ebenfalls Themen des Kongresses.

Als Gastgeberstadt des ITS World Congress 2021 präsentierte Hamburg ausgewählte Mobilitätsprojekte aus seiner ITS-Strategie. So stellte die Hamburger Hochbahn AG ihr Projekt Hamburg Electric Autonomous Transportation (HEAT) mit fahrerlosen Kleinbussen vor, die 2019 in der HafenCity getestet werden sollen. MOIA zeigte den Besuchern ein Modell des Elektrofahrzeugs, das im nächsten Jahr auf den Hamburger Straßen eingeführt werden soll. Auf dem deutschen Gemeinschaftsstand in Kopenhagen waren auch die Deutsche Bahn als Smart City Partner sowie Siemens Mobility, T-Systems, Bosch und Fraunhofer vertreten.

Bild: erticonetwork.com (alle Rechte vorbehalten)

Hamburg ist Elektro-Spitzenreiter

Nach einer Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserversorgung (BDEW) ist Hamburg die Stadt mit den meisten frei zugänglichen Ladestationen für Elektroautos in Deutschland. Mit insgesamt 785 Stationen liegt die Hansestadt auf Platz eins, dahinter folgen Berlin mit 743 Ladepunkten, München mit 392 und Stuttgart mit 382 Stationen. Auf Bundesländerebene führt Bayern mit 2.715 Stationen, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (2.345) und Baden-Württemberg (2.205).

Der BDEW zählt aktuell 13.500 öffentliche und teil-öffentliche Ladesäulen und hebt hervor, dass es Ende Juni noch rund 10.700 waren – das ist ein Zuwachs von über 25% innerhalb nur eines Jahres.

„Die Energiewirtschaft drückt beim Ladesäulen-Ausbau weiter aufs Tempo: Über drei Viertel der Ladepunkte werden von Energieunternehmen betrieben. Und das, obwohl es angesichts der geringen Anzahl an E-Autos noch keineswegs rentabel ist. Das ist eine Investition in die Zukunft, damit die Energiewende auch im Verkehrssektor gelingt”, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Elektromobilität könne in Deutschland nur gelingen, wenn „die Automobilindustrie endlich Modelle auf den Markt [bringt], die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren [kann]”

Da 80 Prozent der Ladevorgänge im Wohneigentumsrecht stattfinden (Zuhause oder am Arbeitsplatz), fordert Kapferer, staatliche Fördermittel und Anpassungen. “Zudem sollte die Regierung mehr Tempo machen, wenn es darum geht, die Installation von Ladeinfrastruktur im privaten Bereich zu erleichtern”.

Bild:Mennekes (alle Rechte vorbehalten)