Alle Beiträge von Magdalena Kohl

FiveAI testet autonome Fahrzeuge in London

FiveAI, ein britisches Start-Up für autonomes Fahren, bringt fünf eigene autonome Fahrzeuge auf die Straßen der britischen Hauptstadt. Für den Test werden noch Fahrer hinter dem Steuer sitzen. FiveAI CEO Stan Boland betont, dass sich das Unternehmen auf seinen ersten fahrerlosen Test auf öffentlichen Straßen vor Ende 2018 vorbereitet.

Mit Testfahrten zur Optimierung

Der Sinn und Zweck der Testfahrten ist, Daten für die Weiterentwicklung und Optimierung der fahrerlosen Fahrzeuge zu erheben. Die Autos werden für die nächsten zehn Monate Informationen sammeln, um die realen Straßenverhältnisse, den Verkehrsfluss und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu verstehen. Das Unternehmen kündigte bereits im Frühjahr an, dass es noch vor Ende 2018 damit beginnen werde, fahrerlose Autos auf öffentlichen Straßen zu testen.

Einem Artikel von Business Insider Australia zufolge hofft FiveAI, Europas Antwort auf die fahrerlosen Bemühungen von Uber oder Google zu sein und will einen gemeinsamen, autonomen Taxidienst in Großbritannien schaffen, bevor er von einer reichen amerikanischen oder chinesischen Firma geschlagen wird. Bis dato hat das britische Unternehmen eine Kapitalbeschaffung von 35 Millionen Dollar erwirkt, was für die Entwicklung fahrerloser Fahrzeugtechnologie und einer Strategie zum Aufbau einer Flotte aufgewendet wurde.

Europa als Herausforderung für autonome Fahrzeuge

Die Herausforderung des Pilotprojekts sieht Stan Boland in dem mittelalterlichen und komplizierten Aufbau europäischer Städte. Die Dichte sei höher, das menschliche Verhalten anders und die Konzeption würde auf einer dörflichen Struktur beruhen. Er versteht die Gegebenheiten als sehr viel anspruchsvoller als vergleichsweise in US-amerikanischen Städten.

Es ist davon auszugehen, dass es gut zehn Monate dauern wird, bis die ersten FiveAI-Fahrzeuge Fahrten für die Öffentlichkeit anbieten können und vermutlich noch mehr Zeit bis sie vollautonom auf den Straßen fahren. Die Zeit wird dazu beitragen, dass mehr Straßen, Gebiete und Städte dem Service schneller hinzugefügt werden können, so Ben Peters, Vizepräsident bei FiveAI. “Autonomes Fahren in städtischen Gebieten ist die größte Herausforderung, die noch ungelöst ist.“

 

DIHK Studie: Autonomes Fahren

Vor wenigen Wochen brachte die Deutsche Industrie- und Handelskammer eine Studie zum Thema autonomes Fahren heraus und konzentrierte sich dabei insbesondere auf die Fragestellung, mit welchen Effekten bei der Einführung in Deutschland zu rechnen sei. Die DIHK arbeitete an diesem Projekt mit KE-Consult zusammen, die auf Basis von vorhandenem Material ihre Analysen anstellte.

Den Ergebnissen zufolge, wird sich der Transfer von fahrerlosen bis hin zum vollautonomen Fahren über einen längeren Zeitraum erstrecken.  Die KE-Consult geht davon aus, dass bis 2030 zunächst Elemente des vollautomatisierten Fahrens genutzt werden, wie zum Beispiel fahrerloses Einparken. Fest stehe jedoch, dass bereits durch die Nutzung von hochautomatisierten Systemen mit monetären Einsparungen in Höhe von 8,3 Milliarden Euro zu rechnen sei. Nicht unerheblich seien auch die CO2-Einsparungen, die bis 2030 bereits auf 6,2 Millionen Tonnen steigen können. Dieser Betrag ließe sich durch vollautonomes Fahren sogar verdoppeln.   

Die wichtigsten Effekte im Überblick:

Kraftstoffersparnisse: Schon in der ersten Phase (Platooning) rechnet man im Straßengüterverkehr mit einem Einspareffekt von 10 %. Im motorisierten Individualverkehr rechnet man durch die verkehrsangepasste und stetige Fahrweise mit einem Einsparpotential bei den Kraftstoffkosten von 15 % auf Autobahnen. Auf dem übrigen Straßennetz wird sogar mit Kraftstoffeinsparungen von 30 % und mehr gerechnet. Hieraus ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 2,1 Mrd. Euro.  

Betriebskostenersparnisse im Straßengüterverkehr: Hier wird für die Endstufe (fahrerloses Fahren) mit einer Verringerung der Betriebskosten um 0,30 Euro je Fahrzeugkilometer gerechnet. Bei unterstellten 10 % autonomem Fahren an den Fahrleistungen des Straßengüterverkehrs ergeben sich 2,5 Mrd. Euro jährliche Betriebskostenersparnis. 

Zeitkostenersparnisse: Beim automatisierten Fahren wird der Verkehrsfluss optimiert. Es kommt dadurch zu weniger Staus und weniger Staus. Dies kann zu Zeitkostenersparnissen von bis zu 20 % auf Autobahnen und von bis zu 15 % auf dem nachgeordneten Netz führen. Die Zeitkostenersparnisse belaufen sich für den motorisierten Individualverkehr auf 4,1 Mrd. Euro.

Sicherheitsgewinne: Schon heutige Fahrerassistenzsysteme tragen dazu bei, Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Unfallschwere zu verringern. Beim fahrerlosen Fahren werden diese Effekte noch verstärkt werden. Möglich erscheint in Deutschland eine Verringerung der Unfallzahlen und der Zahl der Verletzten und Getöteten um 10 %. 

Positive Raumwirkungen: Dünn besiedelte ländliche Regionen sind mit dem klassischen ÖPNV nur begrenzt anzubinden. Automatisiertes Fahren verbessert die Zugänglichkeit, Erreichbarkeit und Attraktivität dieser Regionen und entlastet damit zugleich die Großstädte.  

Verringerung städtischer Stellplätze: Automatisierte Fahrzeuge können außerhalb der Stadtzentren geparkt werden. Die dort freiwerdenden Parkplatzkapazitäten können für den fließenden Verkehr, ökonomische Aktivitäten oder Freizeitaktivitäten genutzt werden.

IT-Sicherheit und Datenschutz: Automatisiertes Fahren führt zu zusätzlichen Daten- und Informationsflüssen. Notwendig ist die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien. Zugleich müssen die Fahrzeuge gegen Datenmanipulationen z.B. durch Hackerangriffe geschützt werden.  

Induzierter Verkehr: Automatisiertes Fahren erhöht die Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs. Dies kann zu zusätzlichem Verkehr (so genanntem induziertem Verkehr) und zu Verschiebungen des Modal Splits führen. Dies schwächt die Einspareffekte ab; die Wirkung lässt sich derzeit aber nicht quantifizieren.

Die Studie findet ihr unter diesem Link.

 

Aktuelle Diskussion: Regulierung von Ridesharing?

Der Verkehr in Städten nimmt zu – Staus, Umweltverschmutzungen und Parkplatzprobleme sind die Folge. Doch Städte wollen grüner werden. Ökologische Nachhaltigkeit, flexible Mobilität und die Nachfrage nach Sicherheit wird lauter. All das bei ständig steigender Mobilität der Menschen, steigenden Bevölkerungszahlen in den Städten sowie steigenden Zulassungszahlen von PKWs und Pendlerzahlen. Auch die ständigen Überschreitungen von Umweltgrenzwerten, die bereits in einigen Städten zu (Diesel-)Fahrverboten führten, verschärfen die Problematik. Viele Akteure fordern seit einiger Zeit die Beschleunigung einer sogenannte Verkehrswende. Entsprechend verbreiten sich neue Mobilitätsangebote und entfachen offene Diskussionen rund um das Thema.
Der Ansatz neuer Konzepte ist dabei ähnlich: Mit On-Demand-Technologien sollen Menschen von der Nutzung ihres privaten PKWs abgebracht werden und so die Straßen entleeren. Die Ridesharing-Unternehmen ermöglichen dabei die Abholung an einem Wunschort und den Transport zu einem gewünschten Ziel per Smartphone-App. Dabei bündeln sie ähnliche Fahrtanfragen von Kunden.

Doch inwiefern fördern die Services den nachhaltigen Ansatz der Städte und verringern die Anzahl von Fahrzeugen und tragen zur Umweltentlastung bei?

“Mit Vollgas in den Verkehrskollaps”

Während Ridesharing Anbieter damit werben, dass das intelligente Teilen von Fahrten die Lösung der Verkehrsbelastung sei, kommt die ARD in ihrer neuesten Reportage “Mit Vollgas in den Verkehrskollaps” zu einem anderen Schluss. Viele der neuen Mobilitätsangebote wie free-floating Carsharing oder vom ÖPNV losgelöste neue Ridesharing Angebote würden die Probleme nicht lösen, sondern den “Verkehrskollaps” weiter verschärfen. Die ARD beruft sich dabei auf aktuelle Kundenbefragungen von Nutzern der neuen Angebote in Deutschland. Als weitere Quelle dienen Ergebnisse aus Nordamerika, wo Anbieter wie Uber und Lyft seit vielen Jahren weitgehend ohne Regulierung ihr Angebot auf die Straße gebracht haben. Die ARD kritisiert primär, dass sich durch die vielfache Nutzung von Ridesharing Angeboten durch frühere ÖPNV Nutzer die bestehenden Verkehrsprobleme weiter potenzieren. Grund dafür sei, dass der Flächenverbrauch der ÖPNV-Angebote im Vergleich zu Ridesharing Angeboten deutlich geringer und damit eine nachhaltigere Fortbewegungsform sei. Die Schlußfolgerung des Beitrags ist, dass die Bundesregierung sich überlegen solle, inwieweit eine Öffnung des bestehenden Personenbeförderungsgesetzes und damit eine Öffnung des Marktes wie in Nordamerika tatsächlich eine Verbesserung der Verkehrssituation bewirken würde. Oder, im Falle eines Rebound Effekts, das Gegenteil eintreten könne und damit noch mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen verursachen würde.

Studie: The New Automobility

Eine wichtige Fragestellung, mit der sich auch die kürzlich erschienene Studie von Bruce Schaller intensiv beschäftigt. Anhand von veröffentlichten Forschungsergebnisse und neuen

verfügbare Daten aus einer nationalen Erhebung diskutiert Schaller, inwiefern die Dienstleistungen dem städtischen Verkehr zugute kommen.

Die Fahrdienstvermittler Uber und Lyft sind dabei prominente Beispiele. Ihr Serviceangebot wird in der Studie näher beleuchtet.

Folgende Punkte fassen die Hauptergebnisse der Studie zusammen:

  • Die On-Demand-Services konzentrieren sich hauptsächlich auf wenige Großstädte

70% der Trips mit Uber und Lyft  finden in neun großen, dicht besiedelten Ballungsräumen statt.

  • Schaller kritisiert, dass die Ridesharing-Anbieter mit dem öffentlichen Nahverkehr konkurrieren, nicht mit dem privaten Pkw

Etwa 60% der Nutzer in städtischen Gebieten hätten die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, wäre der Fahrdienstvermittler nicht verfügbar gewesen.

  • Schaller kommt zu dem Schluss, dass Lyft und Uber mehr Staus verursachen

Für jede private Meile, die durch den Service eingespart werden kann, wird eine Distanz von 2,8 Meilen verursacht. Dadurch wächst der Verkehr insgesamt auf 180 % an.

  • Selbstfahrende Autos wären am nützlichsten in Form von Shuttle-ähnlichen Gruppenfahrten

Das Mobilitätsmodell für Lissabon zum Beispiel sagt aus, dass der Verkehr um etwa 50 Prozent zunehmen könnte, wenn Reisende autonome „reguläre Taxis“ bevorzugen, die nicht geteilt werden. Andererseits zeigte das Modell einen Rückgang der Fahrzeugkilometer um 37% und die vollständige Beseitigung von Staus im Rahmen eines Shared-taxi-Szenarios.

Neue Mobilität habe den Städten viel zu bieten: Komfort, Flexibilität und On-Demand-Technologie. Aber eine Entlastung der Straßen könne dadurch dauerhaft nicht erreicht werden. Viele Ansätze werden derzeit diskutiert. Die Städte sind zerrissen zwischen einem flexiblen Angebot auf der einen und fehlender Sicherheit und Umweltfreundlichkeit auf der anderen Seite. Eine Lösung tritt aktuell verstärkt hervor: Die Entwicklung der Fahrdienste müsse in einem öffentlichen politischen Rahmen abgesteckt werden, um ihr Potenzial zu nutzen und den Interessen der Städte gerecht zu werden.

Aktuelle Beispiele zu Regulierungsgesetzen in Städten

So hat London dem Fahrdienstvermittler Uber nach einem Lizenzentzug nun einer Verlängerung für 15 Monate zugestimmt. Dies gestand ein Londoner Gericht dem US-Unternehmen Ende Juni zu. Die Lizenz ist mit Auflagen verbunden. Uber erklärt sich bereit, sich alle 6 Monate einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen und lückenlos über Beschwerden zu informieren.

Auch in New York wurden neue Bestimmungen für Ridesharing Unternehmen erlassen. Das Gesetz limitiert die Anzahl der Fahrzeuge, indem Lizenzen für neue Modelle vorerst nicht ausgestellt werden. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Stadt gegen eine Lizenzierung der Zulassung. Aufgrund des starken Überangebots auf dem Taximarkt der Stadt New York, schreibt das neue Gesetzespaket zudem einen Mindestlohn für die Fahrer von Uber und Co. vor.

Zuvor boten Uber, Lyft und Via der Stadt New York City 100 Millionen Dollar in Form eines Hilfsfonds für Taxifahrer an. Als Gegenleistung fordern sie das Fallenlassen einer vorgeschlagenen Obergrenze für Lizenzen für Ridesharing-Fahrzeuge. Das Angebot wurde von staatlichen Behörden jedoch abgelehnt.

Hierzulande möchte die lokale Verkehrspolitik zunächst gesetzliche Regulierungen aktualisieren und sie auf das neue Angebot anpassen. Grund für die Überarbeitung der Anforderungen ist auch, Sicherheiten für die Taxibranche zu schaffen. Der Einsatz von Ridesharing Fahrzeugen im städtischen Kontext stehe in direktem Wettbewerb mit Taxi-Diensten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit Ridesharing-Angebote zu einer neuen Form des öffentlichen Verkehrs mit geringer Kapazität und hoher Qualität werden, müsse die Verwaltung der Verkehrsdienste, einschließlich der Konzessionsregeln und -vereinbarungen, angepasst werden. Bisher fahren Unternehmen wie Moia und Allygator in Deutschland nur mit behördlichen Ausnahmeregelungen.

Drive.ai startet autonomen Pilot in Texas

Seit Montag stehen die autonomen Fahrzeuge von Drive.ai, ein kalifornisches Startup für autonomes Fahren, der Öffentlichkeit in Frisco, Texas zur Verfügung. In der Stadt mit 175.000 Einwohnern wurden insgesamt sieben Fahrzeuge auf die Straße gebracht.

Strecke von zwei Meilen

Drive.ai startete den selbstfahrenden On-Demand-Service auf einer Strecke von zwei Meilen. Der Dienst wird in Zusammenarbeit mit Frisco TMA betrieben, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die sich auf Transportmöglichkeiten auf der „letzten Meile“ konzentriert. Menschen innerhalb der geographischen Zone von Frisco können eine Fahrt mit einer Smartphone App buchen.

Die modifizierten Nissan NV200 sind kaum zu übersehen: Die selbstfahrenden Fahrzeuge sind in einem leuchtenden Orange mit zwei blauen Linien lackiert. Sie tragen Namen wie Anna, Emma, Bob und Fred. Im Inneren sind sie mit  LED-Bildschirmen an der Motorhaube und am Heck sowie über den Vorderreifen ausgestattet.

Drive.ai bietet Dienst kostenlos an

Der Dienst, der als Pilotprojekt gestartet ist, wird den Nutzern kostenlos angeboten und wird voraussichtlich sechs Monate lang in Betrieb sein. Das Programm beginnt mit festen Abhol- und Rückgabestellen rund um HALL Park und The Star und wird dann bis zur Frisco Station erweitert.

Conway Chen, Vice President of Business Strategy bei Drive.ai, betonte gegenüber TechCrunch, dass dies ein On-Demand- und kein Shuttle-Shuttle sei. Wenn die Fahrzeuge nicht benutzt werden, werden sie nicht die Route entlang fahren, was zu mehr Verkehrsstaus führen könnte, sagte Chen. Stattdessen würden sie entlang der Strecke geparkt werden.

Bilder: drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

MOIA startet öffentlichen Betrieb in Hannover

Nach 300 Tagen und mehr als 230.000 Fahrten überführt MOIA den Testservice in den öffentlichen Betrieb der Stadt Hannover. Seit Oktober 2017 testet die VW-Tochter den Ridesharing-Service und steht in Verhandlungen mit der Stadt. Nun startet der reguläre Betrieb.

MOIA lässt Flotte wachsen

Aktuell stehen den Nutzern 35 Fahrzeuge zur Verfügung, die täglich zu bestimmten Servicezeiten genutzt werden können. Bislang gilt die Betriebsgenehmigung für 150 Fahrzeuge. Abhängig von den Auswirkungen des Angebots plant MOIA eine Erweiterung auf 250 Fahrzeuge ab Mitte 2020. Bis 2020 sollen mindestens 50% der Flotte aus Elektrofahrzeugen bestehen. Ab 2022 will MOIA ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge einsetzen. Der schrittweise Ausbau betrifft auch das Bediengebiet – Aktuell umfasst es ein Areal von 90 km² und soll um Bereiche rund um Hannover ergänzt werden.

Durch die Vergrößerung der Flotte werden zusätzlich zu den bereits 3.500 Testnutzern weitere 15.000 Personen für den Service freigeschaltet. MOIA setzt sich zum Ziel bis Ende 2018 mit einer gewachsenen Flotte das Ridesharing-Angebot für alle Hannoveraner zugänglich zu machen.

Öffentliche Mobilität statt privater PKW

Auch preislich möchte MOIA den Nutzern Anreize bieten. Dabei orientiert sich der Preis für eine Fahrt an einem preislichen Niveau, das zwischen dem Ticketpreis für eine Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr und einer Taxifahrt liegt. Auch die Länge der Strecke sowie der Wochentag, die Uhrzeit und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage spielen bei der Kalkulation eine Rolle. Der Service ist seit dem 30. Juli 2018 kostenpflichtig.

„Hannover ist die erste Stadt, in der wir ein fester Bestandteil der öffentlichen Mobilität werden wollen. Wir möchten gemeinsam mit der Stadt und allen anderen Mobilitätsanbietern die Menschen von einer nachhaltigeren Mobilität ohne eigenes Auto überzeugen und mittelfristig die Anzahl der privat genutzten PKW auf der Straße
verringern“, sagt Ole Harms, CEO von MOIA. „Eine unabhängige Begleitforschung soll in den kommenden Jahren untersuchen, wie sich das Ridesharing von MOIA auf die Mobilität der Stadt auswirkt.“

 

Car2Go in Chicago

Daimler startet mit seinem Carsharing-Service Car2Go in Chicago. Die US-Stadt markiert den 25. Markt, den Daimler ins Visier nimmt. Der Service startet mit 400 umweltfreundlichen Autos: ein Mix aus Smart Fortwos, kompakten Mercedes-Benz Limousinen und SUVs. Car2Go ist eine Tochtergesellschaft von Daimler North America.

Car2Go’s CEO Oliver Reppert sagt, dass Carsharing weltweit weiter an Dynamik gewinnt, da immer mehr Menschen in dichte Stadtkerne ziehen und nach einfachen, bedarfsgerechten und umweltfreundlichen Lösungen für kurz- oder langfristige Reisen suchen.

Carsharing auf dem Vormarsch

Daimler war einer der ersten Automobilhersteller, der in das Carsharing-Geschäft eingestiegen ist. Viele andere sind gefolgt, von denen einige erst in den letzten Monaten Pläne in dieses Geschäftsfeld angekündigt haben. Im Jahr 2016 startete BMW’s ReachNow in Nordamerika und General Motors begann den Service Maven. Der VW-Konzern kündigte im Juli an, im nächsten Jahr mit seinem Carsharing-Service We in Deutschland an den Start zu gehen. Dabei sollen ausschließlich Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Ab 2020 sollen weitere Großstädte in Europa, Nordamerika und Asien hinzukommen. Auch Volvo und Renault kündigten Pläne für einen Carsharing-Service an.

Der Carsharing-Service Car2Go hat laut Website des Unternehmens weltweit mehr als 3 Millionen registrierte Mitglieder. Mit der Hinzunahme von Chicago ist Car2Go nun in 10 nordamerikanischen Städten, 14 in Europa und einer in China vertreten und hat dabei weltweit 3,3 Millionen Mitglieder, davon über eine Million in den USA und Kanada.

Bild: www.brandhub.car2go.com (Rechte vorbehalten)

Waymo baut auf Walmart & Co.

Waymo kündigte vor wenigen Tagen eine neue Reihe von Partnerschaften an, die darauf abzielen, mehr Menschen Zugang zu autonomen Fahrzeugen zu verschaffen. Durch Verträge mit Walmart, AutoNation, Avis und anderen Beteiligten zielt das Unternehmen darauf ab, Kunden dort abzuholen, wo sie täglich hingehen. Aus Erfahrung wisse Waymo, dass der Großteil der Fahrten dazu diene, Lebensmittel einzukaufen, zwischen Arbeit und Wohnsitz zu pendeln, zum Abendessen zu fahren oder persönliche Fahrzeuge reparieren zu lassen. Die neuen Partnerschaften gründen genau auf diesen Bedürfnissen. Geographisch konzentrieren sich die Partnerschaften in und um den Großraum Phoenix, wo Waymo einen Großteil seiner autonomen Autotests durchführt.

Mit Waymo zur Autovermietung

Beziehungen zwischen Waymo und AutoNation sowie Avis Budget Group existieren schon länger. AutoNation unterstützt Waymo bei der Wartung und Instandhaltung seiner Fahrzeuge in Phoenix, während Avis für das Aufladen, Tanken und Reinigen der Fahrzeuge zuständig ist. Mit den neu gegründeten Partnerschaft sollen die Service-Anbieter davon profitieren, ihren eigenen Kunden ein umfassenderes Angebot anbieten zu können. AutoNation wird seinen Kunden ein Waymo-Fahrzeug anstelle eines Leihwagens anbieten, während ihr eigenes Auto gewartet wird. In der Zwischenzeit können Avis Kunden in einen Waymo einsteigen, um ihren Mietwagen abzugeben bzw. abzuholen. Das Unternehmen erklärt, dass Avis und AutoNation ideale Partner seien, die für ihre wachsende Flotte von selbstfahrenden Fahrzeugen in Phoenix verschiedene und ergänzende Support- und Wartungsdienstleistungen anbieten. Sie stellen außerdem sicher, dass die Fahrzeuge immer bereit seien, einen Nutzer abzuholen.

Mit Waymo beim Einkaufen sparen

Walmart ist ein weiterer renommierter Partner. Ab Ende dieser Woche werden die beiden Unternehmen einen Testpiloten starten, der den Mitgliedern von Waymos Fahrerprogramm Einsparungen beim Einkaufen über Walmart.com bietet. Nutzer können sich ein Auto rufen, um bei einem nahegelegenen Walmart Store ihre Bestellung abzuholen.

Aktuell liegt der geografische Fokus der Partnerschaften in der Region Metro Phoenix. Da aber alle Partner national tätig sind, könnten die Partnerschaften auch weiter ausgebaut werden.

Erst letzte Woche gab Waymo bekannt, dass ihre Autos 25.000 Meilen pro Tag fahren können und bisher 8 Millionen Meilen auf öffentlichen Straßen zurückgelegt haben.

Waymo fährt über 8.000.000 Testmeilen
Waymo fährt über 8.000.000 Testmeilen

 

Lime registriert 6 Millionen Fahrten

Seitdem das US-amerikanische Start-Up Lime auf dem Markt ist, haben Menschen bislang 6 Millionen Fahrten auf Rollern und Fahrrädern der Marke durchgeführt. Diese Nachricht gab Lime in seinem ersten Geschäftsbericht bekannt.

Dockless Bikes besonders beliebt

Gemäß der National Association of Transportation hat sich bis Ende 2017 die Zahl der US-Bikes von Bikesharing-Unternehmen von rund 100.000 mehr als verdoppelt. 44% dieser Fahrräder seien “dockless”. Dockless bedeutet, dass sie auf dem Rand eines Bürgersteigs oder auf einem lokalen Fahrradträger geparkt werden  dürfen und mit einer Smartphone App entsperrt werden können.

Seitdem ist der Transport ohne Dock global explodiert und Akteure der Branche haben begonnen, auf sich aufmerksam zu machen. Anfang dieses Monats gab Lime bekannt, dass es 335 Millionen Dollar an Investitionen von Uber und Alphabet erhalten hat. Anfang des Jahres ernannte Uber einen seiner Mitarbeiter zum Leiter der Abteilung “New Modalities” (Neue Modalitäten), die sich speziell auf Roller und Fahrräder konzentriert.

Bikesharing günstiger als privater PKW

In Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostet das Bikesharing laut Lime etwa 80 Prozent weniger als der Besitz eines Autos, was es zu einer beliebten Transit-Option bei Menschen mit niedrigem Einkommen gemacht hat. Darüber hinaus merkt Lime an, dass es beispielsweise in Washington, DC einen 20 prozentigen Anstieg der Fahrten auf docklose Fahrzeuge von Menschen gegeben hat, die weniger als 35.000 Dollar pro Jahr verdienen. Die Nutzung der angedockten Fahrräder habe sich wiederum unerheblich entwickelt.

Die Forschungsabteilung von Lime kommt zu dem Schluss, dass docklose Elektrofahrzeuge Menschen schneller ans Ziel bringen als herkömmliche Fahrräder. So sei der Transport mit einem Elektroroller 22 % schneller als Elektro-Fahrräder, die eine geringere Leistung von 21%  erbringen.

Trotz der vielen Vorteile seien Stadtbewohner häufig unglücklich darüber, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt abgestellt werden und zu Hindernissen werden. Die Beteiligung von etablierten Transportunternehmen könne diesen Startups die Struktur geben, die sie brauchen, wenn sie weiterhin so stark expandieren.

Bild: https://www.limebike.com/de/press (alle Rechte vorbehalten)

Autonome LKWs – Embark erhält Investment

Das US-amerikanische Unternehmen Embark Trucks erhält 30 Millionen US-Dollar im Zuge einer Förderung der Sequoia Capital. Mit dem Investment soll eine B-Serie des fahrerlosen Lastwagens produziert werden.

Das Feld wird enger: Immer mehr Investoren möchten einen autonomen Lastwagen auf die Straße bringen. Zu den Unternehmen, die in der Entwicklung und Testung tätig sind, zählen unter anderem TuSimple, Starsky Robotics, Anthony Levandowski’s Unternehmen Kache,ai, Waymo und Uber.

Embark setzt auf autonome LKW-Kolonne

Auch wenn sie das gleiche Ziel verfolgen, unterscheiden sich die Unternehmen doch in ihren Ansätzen: Embark zum Beispiel verfolgt dabei den Ansatz, Fahrer nicht komplett zu illuminieren. Vielmehr sollen Fahrer sowohl im ersten als auch letzten Fahrzeug einer langen Lastwagen-Kette untergebracht werden. Die Idee ist, einen lokalen Fahrer für die Strecke vom Lager zur Autobahn einzusetzen und einen weiteren für das Ende der Strecke. Er übernimmt die Auslagerung der Fracht am Zielort.

Das Unternehmen glaubt fest an seine Technik und die positiven Effekte, die von ihr ausgehen soll, sobald sie eingesetzt wird. Im Fokus steht insbesondere die Minderung des Einsatzes von LKW-Fahrern für lange Gütertransporte. Mit insgesamt 35 Mitarbeitern macht Embark große Fortschritte, um genau dieses Ziel zu erreichen. Erst kürzlich nahm Embark Geschäftstätigkeiten in Los Angeles auf – in Mitten des größten logistischen Knotenpunkts der Westküste.

Tägliche Teststrecke von 350 Meilen

Täglich leitet Embark eine LKW-Kolonne von Los Angeles nach Phoenix. Im Juni konnte das System die Route erstmalig ohne Störungen und Zwischenfälle ausführen. CEO Rodrigues hebt hervor, dass dazu auch Fahrspurenwechsel, Einordnungen nach links und rechts  sowie Rampenauf- und abfahrten zählen. Außerdem stelle der LA-Metroverkehr eine zusätzliche Herausforderung dar, das Unternehmen meistern könne.  

Bild: https://www.engadget.com/2017/11/13/embark-autonomous-truck-deliveries/ (alle Rechte vorbehalten)

Ofo – “going into sleep”

Das Chinesische Start-Up für Bike-Sharing Ofo nimmt Mitarbeiter-Rationierungen in Nord Amerika vor – insbesondere in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Engineering. “Going into sleep” – mit diesen Worten bezeichnet Ofo die gesetzte Maßnahme in einem Gespräch mit dem Team. Chris Taylor, ein ehemaliger Mitarbeiter von Uber und Head der Geschäftstätigkeiten in Nordamerika, verließ das Unternehmen vor wenigen Wochen.

Ofo bestätigt die Entlassungen und merkt an, dass es sich dabei weniger um eine “Räumung” des US-amerikanischen Marktes handelt, sondern es vielmehr um eine Neuorientierung der Märkte gehe. So plant das Start-Up den Service in New York, Seattle und San Diego bestehen zu lassen.

Ofo schließt Märkte weltweit

Der Abbau der geschäftlichen Tätigkeiten in den USA sind die jüngsten im Zuge des globalen Rückzugs. Erst kürzlich verkündete Ofo seine Abkehr von Deutschland. Letzte Woche gab Ofo bekannt, sich aus Australien und Israel zurückzuziehen und stellte ebenfalls seine Tätigkeiten in UK und Indien ein. Ofo hatte ehrgeizige Pläne für Nordamerika, das Land zum drittgrößten Markt für das Unternehmen auszubauen. Letzten Monat noch habe Ofo bis zu 100 Städte in den USA für seinen Service gewinnen können.

Das ambitiöse Verhalten von Ofo zeigte sich schon frühzeitig. Mit der Lancierung des Bike-Sharing Services 2014 in Peking legte Ofo schnell nach. Im April 2017 erklärte Ofo, dass es bereits über zwei Milliarde US-Dollar wert sei. Zu seinen Unterstützern zählen Alibaba, Ant Financial and Didi. Nach dem Erfolg in China expandierte Ofo erst in Singapur, dann unter anderem in UK, USA, Australien und Frankreich.

Vandalismus erschwert Situation

Starke Konkurrenz im Markt wie Mobike und HelloBike erschwerten die Expansionspläne. Diebstähle und  Vandalismus der stationslosen Ofo-Fahrräder verschlimmerten die Situation zusätzlich. Die Fahrräder fanden sich in Bäumen wieder und wurden sogar in Seen entdeckt. Diese Form von Vandalismus nötigte auch Gobee dazu, ein Bike-Sharing Start-Up aus Hong Kong, seinen Service einzustellen.