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Übersicht über alle Artikel die auf getmobility.de zum Thema Mobilität und Transportation veröffentlicht werden.

Citymapper stellt den Bus in London ein und startet einen Ride-Sharing Dienst

Die ÖPNV-App Citymapper hat im vergangenen Jahr eine eigene Buslinie in London gestartet. Obwohl das Angebot gut angenommen wurde, wird es wieder eingestellt. Grund dafür soll die geringe Flexibilität bei der Linienführung sein. Stattdessen strebt das Unternehmen jetzt an, einen dynamischen Ride-Sharing Dienst anzubieten.

Busslinien sind nicht mehr zeitgemäß

In den letzten Monaten musste Citymapper erfahren, wie schwierig es sein kann, eine Buslinie zu betreiben. Anstatt am Endkunde orientiert zu sein, ist das Bussystem in den meisten Städten an den Regeln und Vorgaben der Behörden ausgerichtet. Der Kunde ist nicht der Passagier, sondern die Stadt, der Landkreis oder die Landesbehörde. Kundenfreundlichkeit und ein angenehmes Umfeld für Fahrer und Partner stehen häufig nicht im Vordergrund. Stattdessen müssen bestimmte Regeln befolgt werden, z.B. muss eine Strecke in einer bestimmten Frequenz abgefahren werden, auch wenn gar keine Nachfrage besteht.

Vorhandene Daten ermöglichen effizienteren Verkehr

Regulierungen sorgen dafür, dass das herkömmliche Bussystem nicht mehr zeitgemäß ist und das Innovationen so gut wie unmöglich sind. Wir sind in einer Zeit, in der die Busse nicht mehr in einem festen Abstand fahren müssen. Die vorhandenen Daten über Echtzeit-Verkehr, Bewegungsmuster während des Tages und and ere Daten, ermöglichen einen effizienten Verkehrt. Die Busse können dank der Daten besser verteilt und eingesetzt werden, die Wartezeiten können reduziert werden und unnötiger Verkehr kann von der Straße genommen werden. Veraltete Regeln verhindern, dass das Setup von Buslinien überarbeitet wird.

Ride-Sharing Dienst startet in London

Da in dem streng regulieren Umfeld kein Dienst angeboten werden kann, zieht Citymapper seinen Bus zurück und startet einen dynamischen Ride-Sharing Dienst mit kleinere Fahrzeugen mit dem Namen Smart Ride. Im Gegensatz zu einer Buslinie ist das Angebot nicht an eine Route gebunden, sondern an ein dynamisches Netzwerk. Die Passagiere können so an den für sie am besten liegenden Ort im Netzwerk transportiert werden. Citymapper lässt auch die Daten aus der ÖPNV-App mit einfließen, um den Shuttle Dienst an den Anforderungen der Bewohner auszurichten. Das Smart Ride Angebot wird in die Citymapper App integriert und der Nutzer muss seine Kreditkartendaten hinterlegen, damit die Fahrt abgerechnet werden kann.

Die Sitzplätze im Fahrzeug definieren unter anderem auch, ob man als Busunternehmen oder Fahrdienst mit weniger strengen Regeln eingestuft wird. Citymapper hat in dem neuen Angebot genau das vor und setzt kleinere Fahrzeuge mit maximal 8 Sitzplätzen ein. Lieber würde das Unternehmen die größeren Busse einsetzen, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen machen das unmöglich.

Ride-Sharing Dienst: Umkämpfter Markt in London

Der Markt der on-demand Dienste in London ist hart umkämpft. Mit dem neuen Angebot tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz mit Unternehmen wie Uber oder Via. Uber ist seit längerem in London aktiv und Unternehmen wie Via, Heetch oder Taxify warten noch auch ihre Lizenz.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

SoftBank, Didi und Toyota: Mehr Wettbewerb für Uber in Japan

Der Fahrdienst Uber bekommt in Japan mehr Konkurrenz. Interessant ist, dass die Wettbewerber von den eigenen Investoren unterstützt werden. Didi will zusammen mit SoftBank einen Taxidienst in Japan starten. Toyota finanziert einen lokalen Mitbewerber.

Toyota investiert in lokale Taxi-Plattform JapanTaxi

Toyota hat angekündigt, dass etwa 69 Mio. Dollar in das Unternehmen JapanTaxi investiert werden. Der Gründer von JapanTaxi betreibt auch den größten Taxibetrieb Nikon Kotsu in Japan und führt die Taxivereinigung in dem asiatischen Land an. Toyota ist seit ein paar Jahren bei Uber als Investor an Board und hat anscheinend auch schon in einer früheren Runde in JapanTaxi investiert.

JapanTaxi ist ein weiteres Beispiel für einen lokalen Anbieter, gegen den sich Uber schwer tut. Seit dem Start vor ein paar Jahren soll es Uber nicht geschafft haben, mehr als ein Prozent Marktanteil in Tokyo zu erreichen. JapanTaxi kommt auf 4 Mio. Downloads und 60.000 Taxen sollen auf der Plattform registriert sein – das sind ca. 25% aller Taxen in Japan. Taxen werden in Japan häufig genutzt, pro Jahr werden 15 Milliarden Dollar mit Taxifahrten umgesetzt.

SoftBank und Didi wollen gemeinsam eine Ride-Sharing Plattform aufbauen

Neben Toyota will auch SoftBank die Taxifahrer in Japan unterstützen. Seit kurzem ist SoftBank der Uber-Investor mit den meisten Anteilen. Gemeinsam mit dem chinesischen Anbieter DiDi will SoftBank Dienste für die Taxiindustrie entwickeln. Die ersten Versuche sollen noch dieses Jahr ausgerollt werden.

Basierend auf der Erfahrung von DiDi sollen Ride-Sharing Dienste entwickelt werden, die den Taxibetrieben und Fahrern einen höheren Umsatz bringen sollen. In den Städten Osaka, Kyoto, Fukuoka, Tokyo und anderen Städten sollen erste Tests demnächst ausgerollt werden.

DiDi soll in ein geplantes Joint Venture das Wissen über die Nachfragevorhersage und das Dispatch System einbringen. SoftBank die lokalen Ressourcen und Expertise. Ziel ist, dass die Nutzer einfacher von A nach B kommen und dass die Taxiunternehmer ihre Flotten besser auslasten. Es soll eng mit den Behörden, Taxiunternehmen und anderen Stakeholders zusammenarbeiten, um eine offene Plattform zu schaffen, die anerkannt wird und von vielen Taxifahrern genutzt werden kann.

Bild: JapanTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht ioki – Ride-Sharing in Frankfurt

Die Bahn hat erkannt, dass neue Formen der Mobilität die Zukunft im ÖPNV definieren werden. Deswegen wurde das Projekt ioki gestartet, das in den kommenden Monaten zu einer eigenständigen Gesellschaft ausgegründet werden soll. Unter der Marke ioki sollen unabhängig von der Bahn innovative Mobility Service Angeboten werden, idealerweise in den ÖPNV eingebunden. In Frankfurt betreibt das Unternehmen ein Ride-Sharing Pilotprojekt und wir hatten die Möglichkeit, das Angebot zu testen.

Das Konzept hinter der Ride-Sharing App

Der Nutzer bucht über eine App seine Fahrt von A nach B im Innenstadtbereich. Ist ein weiterer Nutzer in die gleiche Richtung unterwegs, werden beide auf das selbe Fahrzeuge gepoolt. Der Fahrer holt die Fahrgäste in der sinnvollsten Reihenfolge ab oder bringt sie zum Zielort. Kleine Umwege müssen dadurch in Kauf genommen werden, dafür sind die Fahrzeuge besser ausgelastet und die Fahrtkosten geringer.

Die Fahrzeuge und Fahrer

Die Flotte in Frankfurt besteht aus einer Misch-Flotte an Elektro- und Verbrenner-Fahrzeugen. Mini-Vans wie Ford Tourneo und VW Sharan ergänzen eine umweltfreundliche Elektroflotte, bestehend aus elektrischen TukTuks und C-Zero Fahrzeuge. Perspektivisch wird der Fokus auf Elektrofahrzeugen liegen, im Moment sind aber passender Fahrzeuge schwer auf dem Markt zu bekommen. Je nach Fahrzeuggröße können bis zu fünf Fahrgäste gepoolt werden, in die kleineren Fahrzeugen passen maximal drei Passagiere. Wir waren in einem VW Sharan und einem Ford Transit unterwegs, beide Fahrten waren sehr komfortabel. Die Fahrer machen einen freundlichen und professionellen Eindruck und sind davon begeistert, Teil eines innovativen Projekts zu sein.

Die ioki App ist modern und übersichtlich

Die iOS-App von ioki macht einen modernen und freundlichen Eindruck. Nach einer einfachen Registrierung kann der Nutzer den Fahrtwunsch abgeben, dabei muss Start und Ziel der Fahrt eingegeben werden, damit eine Route berechnet werden kann. Basierend auf der zu fahrenden Strecke und der Verteilung der Fahrer und Anfragen im Geschäftsgebiet, wird der Fahrtwunsch dem Fahrer zugeordnet, der die Fahrt am effizientesten durchführen kann. Wir konnten den Service mehrmals testen, bei jeder Anfrage war der Fahrer innerhalb von drei bis vier Minuten da. Das System arbeitet mit virtuellen Haltestellen, um die Umwege so kurz wie möglich zu halten. Das heißt, dass man als Fahrgast ein paar Meter zur nächsten Haltestelle laufen musst. Die App zeigt einem den Weg zur festgelegten Haltestelle an. Die Bezahlung per App konnte noch nicht getestet werden. Die Nutzung im Rahmen des Pilotprojekts in Frankfurt ist im Moment noch kostenlos, später soll eine Bezahlung über die App ermöglicht werden.

Smart Shuttles – Die Zukunft

In der Kombination von Smart Shuttle Diensten in Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr besteht viel Potential. In ländlichen Regionen können so bedarfsgerechte Mobilitätslösungen geschaffen werden, um die Bewohner mit den Hubs wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren zu verbinden. In Städten können Shuttle Dienste dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. Das Team hinter ioki will dabei eine Lösung aufbauen, die in den ÖPNV integriert werden kann und nicht als Parallellösung existiert. So können attraktive Angebote für die erste Meile und letzte Meile entstehen und die Attraktivität des bestehende ÖPNV Angebots durch wenige Aufwand stark steigern. Weitere Maßnahmen können dabei helfen, dass die Fahrzeugbesitzer schneller ihr Fahrzeug stehen lassen oder abschaffen. Das Angebot in Frankfurt funktioniert gut und die Deutsche Bahn ist mit ioki auf einem guten Weg, ein starker Player in dem Bereich zu werden. Die finanzielle Stärke der Bahn und das gute Netzwerk zu Behörden und Verkehrsbetrieben werden dabei helfen.

Bild: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing: Grab soll Geschäft von Uber Südostasien übernehmen

Laut einem Bericht von CNBC bahnt sich in Südostasien ein weiterer Deal für Uber an. Uber plant das lokale Geschäft an den Konkurrenten Grab abzugeben und soll im Gegenzug an Grab beteiligt werden. Hinter dem Deal wird der japanische Investor SoftBank stehen, der an Uber und Grab beteiligt ist und wenig Interesse an einem teueren Kampf um Marktanteile haben dürfte.

Abgabe des lokalen Geschäfts an Grab

CNBC beruft sich auf zwei unterschiedliche Quellen, die mit dem Thema vertraut sein sollen. Der Deal sieht vor, dass Uber sein Geschäft in Südostasien abgibt und dafür einen Anteil an Grab erhält. Bisher ist der Deal aber noch nicht abgeschlossen und kann immer noch abgeblasen werden. Grab ist der Marktführer bei Carpooling, Taxi und Ride-Hailing Diensten in Asien. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen bei Taxi-Diensten einen Marktanteil von 95%. Die Dienste werden in mehr als 100 Städten angeboten.

Dritter Deal nach China und Russland

Für Uber wäre es nach China und Russland der dritte Deal dieser Art. In China wurde das Geschäft an Didi abgegeben, dafür hat Uber 20% an Didi erhalten. In Russland wurde das Ride-Hailing Geschäft an Yandex abgegeben, im Gegenzug hat Uber 37% der Unternehmensanteile erhalten. Wird die Strategie weiter verfolgt, könnte der gleiche Schritt auch in Indien vollzogen werden. Dort liefert sich Uber mit dem lokalen Anbieter Ola einen Wettstreit. SoftBank hat in den letzten Jahren mehrere Milliarden Dollar in Ola investiert und wird großes Interesse daran haben, dass die Investments Profite abwerfen.

Verluste in den Griff bekommen

Uber könnte durch das Abtreten der Regionen mit starken lokalen Wettbewerbern die Kosten in den Griff bekommen. Im vergangenen Jahr sind 4.5 Milliarden Dollar Verlust angefallen, spätestens im kommenden Jahr will Uber an die Börse, bis dahin muss die Bilanz besser aussehen. SoftBank soll von Uber gefordert haben, dass sich der Ride-Sharing Anbieter auf Nordamerika und Europa fokussiert. Dort finanzieren die Japaner bisher keine lokalen Konkurrenten.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: Volkswagen wird in Ruanda aktiv

Der Volkswagen-Konzern hat sich das afrikanische Land Ruanda als Testfeld für Mobility Services ausgesucht. In Deutschland und anderen Ländern sucht man Car-Sharing und Ride-Sharing Dienste von Volkswagen vergeblich. In Ruanda werden von Volkswagen 16 Mio. Euro investiert, ein Teil davon in die oben genannten Mobility Services.

Carsharing Flotte für Kigali

In einem ersten Schritt werden in den kommenden Monaten 150 Car-Sharing Fahrzeuge in der Hauptstadt Kigali ausgerollt, später sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen, die für einen Ride-Sharing Dienst genutzt werden sollen. Die Learnings aus den Angeboten in Ruanda sollen Volkswagen dabei unterstützen, Mobility Services in anderen Ländern auszurollen.

Lokale Produktion soll aufgebaut werden

Die Fahrzeuge sollen aus mittelfristig lokaler Produktion kommen. Bis Mitte 2018 sollen einige hundert Fahrzeuge in Ruanda montiert werden, später soll die Produktion auf 5000 Fahrzeuge pro Jahr wachsen. Ein ähnliches Modell fährt Volkswagen schon in Nigeria und Kenia – dort werden Fahrzeuge für den lokalen Markt produziert und auch nach Südafrika exportiert.

Bevölkerung Ruandas technikfreunlich und jung

Volkswagen sieht in Ruanda einen attraktiven Markt für neue Mobility Services. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung (Durchschnittsalter unter 20 Jahren), modern und technikfreundlich. Viele können sich kein eigenes Auto leisten, deswegen ist es für Mobilitätsdienste bestens geeignet. Nach dem Bürgerkrieg hat sich das Land zu einem Boom-Land in Afrika entwickelt. Etwa 13 Mio. Menschen wohnen in dem Land, 1.2 Mio. davon in der Hauptstadt Kigali.

Bei der für das Car- und Ride-Sharing Angebot benötigte IT-Setup soll von lokalen Startups entwickelt werden. Dabei geht es vorwiegend um die Apps für Nutzer und Fahrer und das benötigte Flottenmanagement. In anderen Ländern arbeitet Volkswagen mit Anbietern wie RideCell oder Vulog zusammen.

Anbieter wie Uber oder Taxify betreiben schon einen Ride-Sharinge Dienst in einigen afrikanischen Ländern, Ruanda gehört bisher aber nicht dazu. Taxify ist in Ländern wie Kenia, Uganda oder Tansania aktiv. Uber in Ghana, Kenia oder Südafrika.

Bild: Volkswagen AG (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht: Bike-Sharing Dienst Mobike in Berlin

In den letzten Wochen hat der Bike-Sharing Dienst Mobike seine Flotte an Rädern in Berlin erhöht, wir haben das zum Anlass genommen, um den Dienst zu testen.

Registrierung bei Mobike

Die Registrierung über die App lief problemlos und war innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Als Nutzer muss man nur Namen und Handynummer angeben, sowie Kreditkarten-Daten für die Abrechnung. Was störend war, bei der Registrierung muss der Nutzer undurchsichtigen AGBs und Datenschutz-Erklärungen zustimmen, das erweckt nicht gerade Vertrauen. Von der Hinterlegten Kreditkarte wird 1 Euro als Kaution eingezogen, wahrscheinlich um die Karte zu verifizieren.


Sichern Sie sich 5 Freifahrten für Mobike in Berlin und anderen Städten.

Registrieren Sie sich über den folgenden Link und genießen Sie die Mobike Freifahrten.


Fahrrad finden und öffnen

Mobike bietet eine übersichtliche App, mittels derer die Fahrräder lokalisiert werden können. Ähnlich wie bei den Car-Sharing Diensten, lassen sich über die App auch Räder reservieren. Die Reservierung ist bis zu 15 Minuten gültig und ist kostenlos. Am Fahrrad angekommen, reicht es, den QR-Code mittels der App zu scannen, um das Fahrrad zu entsperren.

Fahrräder klein und mit Vollgummireifen

Die Fahrräder sind nur für kürzeste Strecken geeignet. Die Räder sind recht klein und haben eher die Größe eines Kinderfahrrads. Eine Gangschaltung fehlt auch. Beides führt dazu, dass die Trittfrequenz sehr hoch sein muss, um vorwärts zu kommen. Die Reifen sind schmal und aus Vollgummi, das wirkt sich negativ auf den Fahrkomfort aus. Fazit ist, dass sich die Fahrräder für eine kurze Strecke mittelmäßig eignen, lange Strecken können damit aber nicht zurückgelegt werden.

Nach der Fahrt

Das gemietete Rad kann einfach abgestellt werden und muss mittels montiertem Bügelschloss verschlossen werden. Sobald das Rad abgeschlossen ist, wird die Fahrt beendet und abgerechnet.

Bezahlung der Bike-Sharing Fahrt

Die Bezahlung bei Mobike ist gewöhnungsbedürftig und wird einige Kunden abschrecken. Um die Kosten von 50 Ct. pro 30 Minuten Fahrzeit zu bezahlen, muss zuerst Guthaben auf das Konto geladen werden. Es können Summen zwischen 5 und 50 Euro in das Wallet geladen werden. Ist das Guthaben aufgebraucht oder negativ, kann der Nutzer kein Fahrrad mehr ausleihen.

Zusammenfassung

Das free-floating Bike-Sharing von Mobike ist eine gute Möglichkeit, um kurze Strecken, wie den Weg zur Bahn oder zu einem Car-Sharing Auto zurückzulegen. Für längere Strecken sind die Räder leider nicht geeignet. Die geringen Kosten von 50 ct. pro 30 Minuten werden bestimmt den einen oder anderen Nutzer zur spontanen Buchung  motivieren.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Cityscoot sammelt 40 Mio. Euro ein

In Deutschland sind Unternehmen wie Emmy oder Coup von Bosch im Scooter Sharing Markt aktiv. Das französische Scooter Sharing Pendant heißt Cityscoot und das Unternehmen hat jetzt eine Finanzierung in Höhe von 40 Mio. Euro abgeschlossen. Bisher betreibt das Startup seinen Dienst in Paris, mit dem frischen Geld soll in andere französische und europäische Städte expandiert werden. Bisher sind 15 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen.

Scooter Sharing mit 1600 Rollern

Das Modell funktioniert wie bei Coup und Co. Über die App kann einer der 1600 Roller lokalisiert und gebucht werden. Bei Cityscoot funktioniert die Identifikation am Roller per Code und nicht wie bei Coup mittels wenig zuverlässiger Bluetooth-Verbindung. Nach der Fahrt kann der Roller einfach geparkt werden und die Fahrt wird mittel App beendet. Das Unternehmen setzt auf Elektroroller, die mit einem Helm ausgestattet sind.

Operative Kosen müssen gedeckt werden

Die Finanzierung wird für die Fahrzeugbeschaffung und den operativen Betrieb benötigt. Auch wenn die E-Scooter geleast werden, dürften sich die Leasing Raten zu einer ordentlichen Summe pro Monat addieren. Die operativen Kosten, für den Tausch der Batterien und die Re-Positionierung der Roller sind auch nicht zu unterschätzen. Bis Ende 2018 soll die Flotte auf 5000 Roller anwachsen und in den Städten im Großraum Paris, Nizza und in Städten in Italien und der Schweiz ausgerollt werden. Beim operativen Betriebt setzt das Unternehmen auf Unterstützung vom strategischen Partner und Shareholder LeasePlan.

Bisher wurden 1,7 Mio. Fahrten durchgeführt und die Nutzerzahl liegt bei 70.000 registrierten Usern. Pro Tag werden zwischen 7.000 und 9.000 Fahrgen gebucht, die durchschnittliche Dauer liegt bei 15 Minuten. In Paris schafft man es in der Zeit, etwa 4 km zurückzulegen. Anders als bei Coup zahlen die Kunden pro Minute und zwar 20 Cent. Damit erzielt Cityscoot einen Umsatz von 13 – 17 Euro pro Tag und Scooter. Die Roller werden übrigens von Govecs produziert – das Unternehmen liefert auch einen Teil der Roller an den Mitbewerber Emmy aus Berlin.

Bild: CityScoot (alle Rechte vorbehalten)

Weitere Details über Car-Sharing Plattform von DiDi

Schon Anfang Januar haben wir auf GetMobility.de berichtet, dass die Chinesische Mobilitätsplattform DiDi groß in das Car-Sharing Geschäft in China einsteigen wird. Jetzt hat das Unternehmen weitere Details darüber veröffentlicht.

12 Hersteller kooperieren mit der offenen Car-Sharing Plattform

In Form einer offenen Car-Sharing Plattform arbeitet das Unternehmen mit 12 Automobilherstellern zusammen. Außerdem sollen sich auch Betreiber von Ladenetzen, Verkehrsinfrastrukturen und After-Sales Dienstleister an der Plattform Beteiligen. Zu den Automobilherstellern gehören BAIC BJEV, BYD, Chang’an Automobile Group, Chery Automobile Group, Dongfeng Passenger Vehicle, First Auto Works, Geely Auto, Hawtai Motor, JAC Motors, KIA Motors, Renault-Nissan-Mitsubishi, and Zotye Auto. Deutsche Hersteller sucht man vergeblich unter den Kooperationspartnern.

Starkes Wachstum beim Car-Sharing in China erwartet

Flexibles Car-Sharing wird in China immer beliebter. Immer mehr Chinese buchen lieber ein Fahrzeug on-demand per App und verzichten auf den privaten Fahrzeugbesitz. Eine Studie von von GM Insights geht davon aus, dass der Car-Sharing Markt in China um mehr als 40% pro Jahr in den kommenden sechs Jahren wachsen wird.

Didi will auch mit den bestehenden Car-Sharing Diensten einiger Hersteller zusammenarbeiten und die intern entwickelten Technologien für ein effizienteres Management der Flotten anbieten. Die teilweise auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmen sollen dabei helfen, die dynamischen Anforderungen der Nutzer zu verstehen und diese dann in effizienteres Plattformmanagement umzumünzen.

Die Plattform soll für Unternehmen und Privatpersonen nutzbar sein und auch weitere Dienste, wie Finanzierung und Versicherungen anbieten. Auch Autovermietungen, Tankstellen, Werkstätten und andere Player in der Wertschöpfungskette sollen Teil der Plattform werden.

Sollte das Plattform Modell in China erfolgreich sein, wird DiDi den Ansatz auch in anderen Ländern ausrollen. Neben Asien setzt das Unternehmen auf den Markt in Süd- und Mittelamerika, der in den kommenden Jahren auch stark wachsen soll.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo, Daimler und Co – wer mit wem arbeitet

Bei Thema autonomes Fahren, setzten viele Unternehmen auf Kooperationen. Für Automobilhersteller, Zulieferer und co. sind Kooperationen nichts ungewöhnliches, nur wurde bisher wenig darüber veröffentlicht oder es war einfach nicht interessant, wer für BMW den Katalysator oder für Daimler die Einspritzpumpe liefert. Anders sieht es beim Thema autonomes Fahren aus. Die beteiligten Unternehmen können nicht schnell genug die geschlossenen Partnerschaften öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Wir haben die auf GetMobility.de veröffentlichten Artikel analysiert und die bekannten Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Technologieunternehmen, Software Providern und Mobility Plattformen in einer Infografik dargestellt. Die Landschaft der Partnerschaften wird mittlerweile unübersichtlich, die ein oder andere Partnerschaft wird auch in der Grafik nicht abgebildet sein. Nutzen Sie das Formular am Ende des Artikels, um Ergänzungen an uns zu übermitteln.

Bei der Analyse ist auch aufgefallen, dass viele Mitteilungen eher Ankündigungscharakter haben, mit Ziel für Verwirklichung bis 2020/2021. Es wird spannend zu Verfolgen sein, welche Ankündigungen in den kommenden drei bis vier Jahren realisiert werden können.

Warum setzen die Unternehmen auf Partnerschaften

Es gibt unzählige Gründe, warum es Sinn macht, dass Unternehmen unterschiedlicher Bereiche bei dem Thema autonomes Fahren kooperieren. Eine kurze Auswahl ist hier aufgelistet.

  • Die benötigten Technologien und Systeme sind komplex. Automobilhersteller und auch Zulieferer haben häufig nicht die nötigen Experten, um die benötigten Systeme zu entwickeln.
  • Startups und Technologieunternehmen, die sich auf eine spezielle Komponente fokussieren, haben meistens einen Entwicklungsvorsprung, der genutzt werden kann. Es ist schneller und meist auch kostengünstiger, die Erfahrung von spezialisierten Unternehmen zu nutzen.
  • Kostendruck: Die Entwicklung von Komponenten und Systemen für autonome Autos ist teuer, duch Partnerschaften lässt sich das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilen.
  • Gemeinsam zu mehr Daten: Ohne große Mengen an Daten wird autonomes Fahren nicht erfolgreich sein. Zum Beispiel müssen Karten mit aktuellen Umgebungsdaten angereichert werden, damit die autonomen Fahrzeuge navigieren können. Es geht nur gemeinsam, diese Datenmengen zu erheben und zu verarbeiten.
  • Wettbewerbsdruck: Gerade Automobilhersteller spüren den Druck durch Technologieunternehmen wie Waymo oder Uber. Durch Partnerschaften versuchen sie, diesen Druck abzumildern.

Veränderungen bei der Zulieferer-Struktur

Im Zuge der Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich die Struktur der Zulieferer grundlegend ändern, wie das aussehen wird, muss sich in den nächsten Jahren zeigen. Ein paar Trends und Hypothesen lassen sich aber schon mal aufstellen:

  • Technologiekonzerne werden zu Zulieferern: Unternehmen wie Nvidia oder Google (vor allem über das Tochterunternehmen Waymo) werden sich als Zulieferer im Mobility Sektor etablieren.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für Mobility Plattformen: In den kommenden Jahren werden die Automobilhersteller immer mehr zu Zulieferern für Mobilitätsnetzwerke wie Uber oder Didi.
  • Die Kunden entscheiden sich für eine Mobilitätsplattform und nicht für eine Automarke. Als Vergleich kann das Setup der heutigen Airlines herangezogen werden. Die Passagiere wählen eine Airline (z.B. Lufthansa, Quantas, etc.) und überlassen es der Airline, welche Flugzeuge (e.g. Boing, Airbus) eingesteht werden.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für andere Hersteller: Hochspezialisierte Systeme werden anderen Herstellern in einer Kundenbeziehung angeboten. Als Beispiel dafür kann der Ansatz von BMW und seinen Kooperationspartnern gesehen werden.
  • Heutige Werte wie Türgeräusch oder Durchzug des Motors werden weniger wichtig, Formfaktor und Funktionalität rücken in den Vordergrund.

Die Infografik kann hier in einer hochauflösenden Version geladen werden. Bitte nennen Sie GetMobility.de als Quelle bei Verwendung der Grafik.