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Übersicht über alle Artikel die auf getmobility.de zum Thema Mobilität und Transportation veröffentlicht werden.

Gogoro System vorgestellt – Batteriesystem und Elektroroller

Über das Projekt Gogoro war bisher wenig bekannt, obwohl das Startup bisher 150  Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt hatte. Nun wird bekannt, das hinter dem Namen ein cleveres Batterie-System steckt, dass zu erst Anwendung in einem Elektroroller findet. Mit einem ähnlichen Konzept ist das Münchner Unternehmen unu unterwegs. Bei unu scheint der Fokus aber auf dem Roller zu liegen, bei Gogoro auf dem Batteriesystem.

Gogoro hat im Jahr 2011 bereits 50 Mio. US$ eingesammelt, im letzten Jahr sind noch mal 100 Mio. US$ hinzugekommen und trotzdem war wenig darüber bekannt, an welchem Produkt das Startup arbeitet. Auf der CES wurden jetzt die ersten Produkte eines langfristig ausgerichteten Plans vorgestellt. Das Unternehmen bietet einen elektrischen Roller mit dem Namen „Smartscooter“ und ein passende Swapping-Infrastruktur für den Austausch der Akkus an.

Es scheint so, als wäre der Roller zwar der erste Anwendungsfall für das Batteriesystem, aber erst der Anfang von Geräten und Fahrzeugen, die mittels dem Batteriesystem betrieben werden sollen. Mit dem Smartscooter soll der Markteintritt geschaffen werden und der Grundlage für das Akku-Tausch System aufgebaut werden.

Die Akkus

Die Akkus sind das Kernstück des Konzepts. Am Anfang werden die Akkus dazu genutzt, um Power für die Smartscooter zu lieferen. Es können anscheinend mehrere Akkus miteinander gekoppelt werden, um auch genügend Energie für größere Fahrzeuge liefern zu können. Die Akku-Pakete bestehen aus dem gleichen Zellen, die auch im Tesla Model S verwendet werden (von Panasonic). Ein Akku-Paket wiegt etwa 10 Kg und hat die Größe eines Schuhkartons. Mit dem „hohen“ Gewicht von 10 Kilogramm sind mobile Anwendungen, wie z.B. der Betrieb eines elektrischen Laubsaugers unhandlich.

GoStation Wechselstationen für Akkus

Um die Batterien zu laden, bzw. auszutauschen, sollen sogenannte GoStations aufgestellt werden, an denen die Akkus getauscht werden können. Die nächste GoStation wird über eine Smtartphone App gefunden. Eine GoStation kann bis zu 8 Akku-Pakete gleichzeitig aufbewahren und laden, es können auch mehrere Stationen verbunden werden, um für eine höhere Verfügbarkeit zu sorgen.

Das leere Akku-Paket muss in einem der freien Slots gesteckt werden und kurze Zeit später kann ein voll geladener Akku aus einem andere Slot entnommen werden. Es soll mit der App auch möglich sein, einen vollen Akku zu reservieren. Das ist vor allem interessant, um sicherzustellen, dass nicht ein anderer Nutzer die volle Batterie wegschnappt, während man sich auf dem Weg zur Wechselstation befindet.

Die Akkus werden nicht gekauft, die Nutzer von Gogoro zahlen eine Gebühr, um Zugang zum Akku-Tauschsystem zu erhalten. Für den Erfolg von Gogoro wird die Verfügbarkeit der Stationen entscheidend sein. Wenn gewährleistet wird, dass ein dichtes Netz an Stationen verfügbar ist, hat das System seinen Charm, bei zu geringer Dichte wird es schwierig sein, genügend Nutzer zu finden.

Der Elektroroller „Smartscooter“

Beim Roller handelt es sich um eine Eigenentwicklung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 95 kmh und von 0 auf 50 sprintet der Roller in etwa 4.2 Sekunden. Der Roller kann 2 Akku-Pakete aufnehmen. Wenn beide voll sind, liegt die Reichweite bei etwa 160 Kilometern.

Der Name Smartscooter basiert vor allem auf den verbauten Sensoren. Die 30 verbauten Sensoren zeichnen viele Betriebsdaten auf, um frühzeitig Fehlfunktionen und Probleme feststellen zu können. Wenn ein Teil defekt ist, oder der Roller zur Inspektion muss, wird das dem Nutzer über die Smartphone App mitgeteilt und die Informationen erscheinen auch auf dem Display der Swapping-Station beim nächsten Batteriewechsel.

Mittels Sensoren sollen auch Daten über das Fahrverhalten ermittelt und ausgewertet werden. Einerseits passt sich der Roller so automatisch an die Fahrweise des Nutzers an, auf der anderen Seite werden dem Fahrer Tips gegeben, wie er sein Fahrverhalten ändern kann, um die Reichweite zu erhöhen.

Fragen für die Zukunft

Das Unternehmen wird noch viel experimentieren und testen, um in der Lage zu sein, einige wichtige Fragen beantworten zu könne. Die Fragen wären zum Beispiel: Sind viele potentielle Kunden bereit, einen Roller zu kaufen, den sie nicht zuhause laden können? Für welche Usecases ist das Akku-Paket noch interessant? Wie schnell wird die Dichte des Netzwerks hoch genug sein, um möglichst viele Nutzer zu überzeugen. Welche Städte sind am besten für einen Start geeignet?

Das Münchner Unternehmen unu bietet ebenfalls einen Elektroroller mit austauschbaren Akkus an. Die Akkus werden im Unterschied aber gekauft und zuhause an der Steckdose geladen. Wäre interessant zu sehen, ob unu ebenfalls an einer Ausweitung der Usecases für die Akku-Pakete arbeitet, oder ob der Fokus ausschließlich auf dem Roller liegt.

Über Gogoro

Gogoro nutzt die Möglichkeiten der modernen mobilen Konnektivität und Datenanalyse um Energieverteilung und -management in den Städten weltweit zu verändern. Das Unternehmen arbeitet an einer bessern Zukunft, in dem ein intelligenteres und flexibleres Energienetz für Konsumenten entwickelt wird. Einer der Mitgründer von Gogoro, Horace Luke war vor der Gründung Chief Innovation Officer bei dem Smartphone-Hersteller HTC. Ein Großteil der Finanzierung stammt aus den Kreisen von HTC.

Bild: Gogoro.com – Alle Rechte vorbehalten

Kurznachrichten: Tesla überarbeitet Roadster, Google mit selbstfahrendem Auto

Kurznachrichten, was in den letzten Tagen unter anderem im Mobilitätsbereich geschehen ist. Tesla überarbeitet den Roadster, Google stellt Version des selbstfahrenden Autos vor. Die Konzerne LG und Daimler kooperieren, um Technologie für selbstfahrende Autos voran zu bringen.

Tesla überarbeitet Roadster

Wie der amerikanische Hersteller von Elektroautos auf seinem Blog angekündigt hat, wird der Roadster mit einem neuen Batterie-Paket ausgestattet, ausserdem wurde die Aerodynamik und der Rollwiderstand optimiert. Mit dem neuen Batterie-Paket soll eine Reichweite von 400 Meilen möglich sein, das entspricht etwa 650 km. Der Roadster war das erste Fahrzeug, das Tesla auf den Markt gebracht hat, seit dem wird für die Fahrzeuge Upgrade Pakete entwickelt und angeboten. Mit dem neuen Paket erreicht der Roadster eine um 40-50% höhere Reichweite, als das erste Roadster Modell. Für den Tesla Model S wird es in absehbarer Zeit kein überarbeitetes Batteriepaket geben (via Tesla Blog)

Selbstfahrendes Auto von Google

Vor ein paar Monate hat Google bereits ein paar Informationen über das selbstfahrende Auto veröffentlicht, kurz vor Weihnachten wurden Bilder einer seriennahen Version des Fahrzeugs veröffentlicht. Der Prototyp soll vollfunktionsfähig sein und die Entwicklung weit fortgeschritten. Das finale Modell sieht fast so aus, wie das Mockup, das im Mai vorgestellt wurde. Das jetzige Modell verfügt über Scheinwerfer, auch wenn es diese nicht benötigen würde, um in der Nacht fahren zu können. Die größte Veränderung im Erscheinungsbild ist, dass die Technik auf dem Dach zusammengeschrumpft ist und unter einer Kuppel verschwindet. Für die weitere Umsetzung wird jetzt ein Industriepartner gesucht, der das Fahrzeug produzieren kann.

LG und Mercedes-Benz entwicklen Kamerasystem für selbstfahrendes Auto

Der koreanische Konzern hat angekündigt, dass zusammen mit Mercedes-Benz an einem Kamera-System der nächsten Generation gearbeitet wird, mit dem es Computern und Algorithmen möglich sein wird, das Fahrgeschehen ganz oder teilweise zu steuern. Ein Kamera-System, mit mehreren Kameras ist für selbstfahrende Fahrzeuge notwendig, um zu sehen welche Gegenstände sich vor einem Fahrzeug befinden und wie weit diese weg sind.  Das gemeinsame System wird auf dem bereits existierenden ADAS (Advanced Drive Assistance System) aufbauen, das schon Straßenschilder und Spurwechsel erkennen und den Gesundheitsstatus des Fahrers überprüfen kann. LG erhält auch eine Lizenz für die 6D Vision Technologie von Mercedes. (Via LG Newsroom)

Bild: Selbstfahrendes Auto von Google, via Google +

1 Mio. car2go Nutzer, Abgang bei MyTaxi, Baidu will bei Uber rein

Eine Übersicht an Kurznachrichten der letzten Woche: Das Carsharing Unternehmen car2go heißt seinen millionsten Kunden willkommen, der Chinesische Such-Riese Baidu will in Uber investieren. Sven Külpers nimmt bei MyTaxi seinen Hut und Sidecar führt Sicherheitsgebühr ein.

Car2Go mit 1 Mio. Nutzern

Das Carsharing Unternehmen car2go aus dem Daimler Konzern hat am Mittwoch den millionsten Nutzer begrüßt.  Insgesamt sind um die 12.500 Smarts weltweit an 30 Standorten unterwegs. Seit beginn wurden etwa 32 Millionen Mietvorgänge absolviert, aktuell sind es 400.000 Mietvorgänge die Woche. Auch wenn die Zahlen nichg ganz realistisch erscheinen, ist das eine ordentliche Leistung. Car2go will auch im kommenden Jahr stark wachsen, um sein Marktführerschaft auszubauen. (Via Mittelstand Nachrichten)

Sven Külpers geht bei MyTaxi

Der MyTaxi Mitgründer Sven Külpers verlässt das Unternehmen nach der Übernahme durch Daimler. Sven Külpers hat zusammen mit Nicolaus Mewes MyTaxi gegründet, Mewes gilt als starker Mann im Hintergrund, Külpers hat das Unternehmen nach außen vertreten. Ob die Idee mit dem Preiskampf mit Uber in Hamburg noch unter seiner Verantwortung entstanden ist oder schon durch Daimler bzw. Moovel initiiert wurde und ob sein Abgang damit etwas zu tun hat, ist unklar. Insider sagen, dass private Gründe für den Abgang verantwortlich sind. Külpers soll das Unternehmen weiterhin beraten. (via Manager Magazin)

Baidu will 600 Mio. US$ in Uber investieren

Der Chinesische Internetriese Baidu will einen hohen Betrag in Uber investieren, im Raum stehen 600 Mio. US$. Bereits in der Ankündigung zur letzten Finanzierung wurde von Uber bekräftigt, dass die Runde von den kommunizierten 1.2 Milliarden US$ auf 1.8 Milliarden US$ anwachsen könnte. Nun scheint klar zu sein, von dem die zusätzlichen 600 Mio. US$ kommen sollen. Das Geld soll für den Ausbau in China verwendet werden. Die Allianz wäre für beide Unternehmen mit Vorteilen verbunden. Uber hätte einen starken Partner im Land. Baidu könnte Uber helfen, den lokalen Markt besser zu verstehen, damit sich das Unternehmen schneller ausbreiten kann. Baidu würde im Vergleich mit Alibaba und Tencent an Boden gewinnen. Beide Unternehmen haben in letzten Zeit hohe Summen in Mobilitäts-Startups investiert. Die Tencent Gruppe ist unter anderem an Lyft beteiligt, Alibaba an Kuaidi Dache. Interessanterweise hat Qunar, eine Reise-Suchmaschine aus dem Baidu Konzern, vor wenigen Tagen eine Kooperation mit der Buchungsplattform für Limousinenfahrten Blacklane bekannt gegeben. Bleibt abzuwarten, ob Baidu auch bei Blacklane einsteigt, oder ob diese Kooperation nach dem Einstieg bei Uber vorzeitig beendet wird. Die Seite für Fahrzeugbuchungen auf Qunar sieht bereits heute dem Design der Uber-Seite ähnlich. (via Bloomberg)

Sidecar verlangt 1 US$ pro Fahrt für Sicherheit

Das amerikanische Ridesharing-Startup Sidecar zieht nach und verlangt eine Sicherheits-Gebühr von 1 US$ pro Fahrt. Die Konkurrenten Uber und Lyft verlangen schon seit einer geraumen Zeit eine „Safe Ride“ oder „Trust and safety“ Gebühr, um die Kosten für die Versicherung und die Überprüfung der Fahrer und Fahrzeuge zu decken. Sidecar zieht jetzt mit der „RideSafe“ Gebühr nach. Laut Sidecar sollen damit die Versicherungspolice (1 Mio. US$ Deckungsbeitrag pro Vorfall), die Überprüfung der Fahrer (Background checks) und die Überprüfung der Fahrzeuge finanziert werden. Sidecar unterscheidet sich von Uber und Lyft dahingehend, dass der Fahrer den Fahrpreis festsetzt. Der Fahrgast kann dann den Fahrer nach unterschiedlichen Kriterien auswählen, z.B. dem günstigsten Fahrpreis, dem Fahrzeug oder der Ankunftszeit. (via Techcrunch)

Bild: Car2Go Austin 2011 von Denis Bocquet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Nachrichtenübersicht: Lyft mit bester Woche, MyTaxi scheint Druck durch Uber zu spüren, MyDriver darf nicht mit Taxi werben, Ebay testet Same Day Delivery

Kurze Zusammenfassung aktueller Meldungen aus dem Transport und Mobilitäts-Bereich: Lyft hat in der Woche nach dem PR Desaster von Uber so viele Fahrten wie noch nie abgeschlossen. Außerdem versucht MyTaxi mit einer Marketing-Aktion gegen Uber in Hamburg anzutreten und MyDriver wurde es verboten, mit dem Begriff Taxi bei Google zu werben.

MyTaxi übernimmt in Hamburg 50% der Taxikosten

Das vor kurzem von Daimler übernommene Unternehmen MyTaxi startet am 1. Dezember eine Marketingaktion, die bis zum 24. Dezember andauert. Für alle Fahrten, die in dem Zeitraum in Hamburg über die App gebucht und auch durchgeführt werden, übernimmt MyTaxi 50% des Fahrpreises. Voraussetzung ist, dass die Taxifahrt auch über die MyTaxi-App bezahlt wird.

Einerseits möchte MyTaxi dadurch mehr Kunden dazu bewegen, gleich mit der App zu bezahlen, auf der anderen Seite scheint das Unternehmen den Druck von Uber zu spüren. Die amerikanische Konkurrenz ist vor ein paar Wochen mit einem Taxiservice gestartet und hat seinen Kunden 20% des Fahrpreises erstattet. Ausserdem bietet das Unternehmen in Hamburg einen Fahrservice mit Privatfahrern an, dafür werden für die Kunden nur 35 Cent pro Kilometer fällig. Das entspricht einer Ersparnis gegenüber dem Taxi von teilweise 80% und mehr. MyTaxi scheint sich durch die Übernahme von Daimler diese Marketing-Aktion leisten zu können. (via Hamburger Abendblatt)

MyDriver darf nicht mit Begriff Taxi bei Google werben

Die Taxivereinigung Frankfurt, die auch schon gegen Uber geklagt hat, hat den deutschen Vermittler von Limousinenfarhrten MyDriver verklagt und vor Gericht Recht bekommen. MyDriver hat bei Google mit dem Suchbegriff Taxi geworben, was die Taxivereinigung als unlauter fand. MyDriver hat mit dem Text „Taxi für Frankfurt buchen“ geworben, obwohl kein Taxi sondern ein Fahrservice mit hochwertigen Limousinen und Chauffeur gebucht werden kann. Sollte sich das Tochterunternehmen der Sixt Autovermietung nicht daran halten, droht die Taxi-Vereinigung mit einem Ordnungsgeld oder sogar Ordnungshaft. Mit dem Slogan „MyDriver statt Taxi“ darf das Unternehmen wohl weiter werben, im August hatte das Landgericht München dem Unternehmen in der Auseinandersetzung mit der Taxivereinigung Frankfurt recht gegeben und eine einstweilige Verfügung der Taxilobby abgelehnt. (via F.A.Z. und hr)

Ebay testet Same Day Delivery mit DHL

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft testet das Unternehmen Ebay die Zustellung am selben Tag. Um die verkaufte Ware noch am selben Tag zustellen zu können, wir mit dem Paketdienst DHL zusammen gearbeitet. Zuerst ist der Service nur in Berlin verfügbar, über andere Städte wurden noch keine Angaben gemacht.  Das Projekt wird erstmal bis Ende 2014 laufen. Die Ware muss vor 14 Uhr bestellt werden und wird für eine Gebühr von 5 Euro am selben Tag zwischen 20:00 und 22:00 Uhr zugestellt. Der Service gilt nur für Artikel von sechs ausgewählten Händlern, weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. Interessant auch, dass das Pilotprojekt mit DHL gestartet wurde und nicht mit Startups, wie MyLorry, die sich auf Same Day Delivery spezialisiert haben. Ebay und DHL wollen mit dem Pilotprojekt Erfahrungen sammeln, wie das Angebot von Händlern und Kunden genutzt wird. (via Ebay)

Lyft mit Rekordzahlen an absolvierten Fahrten

Das Ridesharing Unternehmen Lyft, dessen größter Konkurrent Uber in letzter Zeit viel negative Presse auf Grund von Äußerungen einiger Manager bekommen hat, hat so viele Fahrten pro Woche wie noch nie absolviert. Demnach scheinen einige Kunden Uber zu meiden und zum Konkurrenten mit dem Rosa Schnauzbart zu wechseln. Wäre interessant zu wissen, ob Unternehmen wie Sidecar oder Flywheel ebenfalls einen stärkeren Zuwachs als sonst hatten. Bisher hat sich Lyft noch wenig PR-Kapital aus den Schwächen der Konkurrenz geschlagen, wahrscheinlich auch, weil es selber mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen hat und auch nicht sicherstellen kann, dass die gesammelten Kundeninformationen von Mitarbeitern missbraucht werden. (via VentureBeat)

Bild: Taxi von Moyan Brenn (via flickr), Lizenz: CC BY-ND 2.0

Kurznachrichten: Amazon testet Ridesharing Services für Same Day Delivery, Lyft verklagt ehemaligen COO, Fernbus-Preise bei Bahnstreik

Kurznachrichten: Spiegel Online hat im Minutentakt verfolgt, wie sich die Preise bei MeinFernbus verändert haben, nachdem Bahnstreik bekannt wurde, Amazon liefert via Taxi und Ridesharing und Lyft verklagt ehemaligen COO, der zu Uber gewechselt ist.

Same Day Zustellung via Taxi oder Uber

Amazon testet in San Francisco und Los Angeles die Zustellung von Bestellungen mittels Ridesharing Services bzw. Taxi Apps wie Uber und Flywheel. In verschiedenen Testläufen wurden Fahrzeuge über Flywheel und Uber bestellt, die Fahrzeuge wurden mit bis zu 10 Lieferungen für die selbe Postleitzahl beladen und es wurden bis zu 5 US$ pro Paket bezahlt, wenn die Lieferungen innerhalb einer Stunde zugestellt wurden. Laut WallStreetJournal entwickelt Amazon einen Algorithmus, der die unterschiedlichen Transportnetzwerke live vergleicht und die günstigste Alternative auswählt. In Deutschland hat bereits MediaMarkt/Saturn die Zustellung via Taxis getestet. (via ValleyWag)

Lyft verklagt ehemaligen COO

Lyft verklagt ehemaligen COO Travis VanderZanden, der zum Lyft-Konkurrenten Uber gewechselt ist und dort die  Internationale Expansion vorantreiben soll. VanderZanden wird vorgeworfen, dass er mehrere Tausend vertrauliche Dokumente auf seinen Privat-Laptop speicherte, kurz bevor er Lyft verlassen hat. Laut Lyft hat er mit diesem Vorgehen schon gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen. Lyft möchte natürlich auch nicht, dass VanderZanden die geheimen Dokumente an Uber weiterreicht. VanderZanden wird auch vorgeworfen, dass er versucht, hochrangige Lyft-Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls zu Uber zu wechseln. (via TechCrunch)

Preisentwicklung von MeinFernbus nach Ankündigung von Bahnstreik

Spiegel Online hat im Minutentakt nachvollzogen, wie sich die Preise bei MeinFernbus entwickelt haben, nachdem der Bahnstreik bekannt geworden ist. Innerhalb von etwa 30 Minuten haben sich die Preise auf manchen Strecken verdreifacht. Die Analyse zeigt leider nicht, wie viele gestartete Buchungen nötig waren, um für den schnellen Preisanstieg zu sorgen (via ManagerMagazin)

Bild: Crowd in Railway-Station von Matthias Ripp (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Konferenz rund um das Thema Intermodalität

Nach dem vor kurzem eine Konferenz über die Zukunft der Taxen und alternativen Fahrdiensten stattfand, findet Anfang November die Mobility Convention rund um das Thema Intermodalität statt.

Die Mobility Convention wird von der Unternehmensberatung Roland Berger und dem DLR veranstaltet und findet am am 6. und 7. November am Standort des DLR in Köln statt. Roland Berger hat vor kurzem auch eine Studie rund um das Thema Shared Mobility veröffentlicht, die wahrscheinlich auch auf der Veranstaltung diskutiert wird.

Die Mobility Convention adressiert das Thema Intermodalität als Schlüssel für eine nachhaltige Mobilität im Personenverkehr. Durch die Entwicklung neuer Technologien und Veränderungen im Kundenverhalten müssen fundamentale Fragen neu beantwortet werden: Welches sind die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in der Zukunft? Wie werden sie reisen? Welche Konzepte für Verkehr wird es geben? Welche Rolle spielt Intermodalität dabei? Und wie können die Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern verbessert werden?

Den Veranstaltern ist es gelungen, renommierte Experten als Sprecher für die Convention zu gewinnen: Repräsentanten von Bahnen, Automobilherstellern, Autovermietern, Innovationsträgern im Mobilitätssektor, Universitäten und Forschungsinstituten. Daher wird die Mobility Convention eine exzellente Gelegenheit zum Ideenaustausch mit Führungskräften auf allen Gebieten des Verkehrs sein.

Die Mobility Convention wird auch eine geführte Besichtigung des Campus einer der renommierten Forschungsinstitutionen Europas, dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) beinhalten. Das DLR befasst sich trotz seines Namens zu einem großen Teil mit Verkehr auf dem Boden. Die Veranstaltung wird durch einen „Start-up Corner“ für innovative Mobilitätslösungen und ein gemeinsames Abendessen am ersten Tag abgerundet.

Weitere Informationen, inkl. Agenda und Liste mit Rednern können auf der Veranstaltungsseite eingesehen werden.

Carsharing Anbieter Autonetzer und Nachbarschaftsauto schliessen sich zusammen

Nachbarschaftsauto und Autonetzer, die beiden Communities für privates Carsharing schließen sich zusammen. Die Plattform Nachbarschaftsauto wird in Autonetzer aufgehen. Somit entsteht nach eigenen Angaben die größte private Carsharing-Community in Deutschland.

Durch die Fusion soll die Vision, dass in jedem Straßenzug ein privates Carsharing Fahrzeug stehen soll, das über Autonetzer gebucht werden kann, erreicht werden. Autonetzer ist seit 2010 aktiv und hatte vor der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa 5.000 Fahrzeug und 35.000 Nutzer. Die gleiche Anzahl an Fahrzeugen und Nutzern kam durch die Fusion hinzu. Autonetzer spricht nun von 10.000 verfügbaren Fahrzeugen und 70.000 Nutzern. Interessant zu wissen wäre, wie groß die Schnittmenge der Fahrzeuge und Nutzer beider Plattformen ist.

Fahrzeuganzahl als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den Erfolg von Carsharing Netzwerken dürfte sein, dass der Nutzer direkt vor der Tür ein Carsharing-Fahrzeug stehen hat, das er anmieten kann. Mit 10.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland wird das noch nicht der Fall sein, aber es geht in die richtige Richtung. Ausserdem ist entscheidend, dass die Fahrzeuge einfach und schnell übernommen und übergeben werden können. Bei den privaten Carsharing Anbietern muss meistens noch ein persönliches Treffen zwischen Nutzer und Autobesitzer arrangiert werden, um das Fahrzeug samt Übergabeprotokoll zu übergeben. Die gewerblichen Anbieter, wie Car2Go und DriveNow bieten hier mit ihrer Schlüssellosen Fahrzeugöffnung und -verriegelung per Handy oder RFID-Karte eine bessere Alternative.

Wettbewerb

Neben Autonetzer und Nachbarschaftsauto ist auch noch das Startup Tamyca in Deutschland aktiv. Das französische Startup Drivy steht auch kurz davor, in Deutschland zu starten. Drivy wurde vor kurzem mit weiteren Millionen finanziert. In Frankreich scheint das private Carsharing besser angenommen zu werden. Das ebenfalls 2010 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Nutzer und 17.000 registrierte Fahrzeuge. Für Kurzstrecken und spontane Fahrten sind die kommerziellen Anbieter, wie DriveNow und Car2Go die bessere Wahl. Auf Grund des komplexen Mietprozesses für private Carsharing Fahrzeuge, ist das Anbot eher als Ersatz für einen gewerblichen Mietwagen zu sehen.

Über Autonetzer und Nachbarschaftsauto

Die Carsharging Netzwerke Autonetzer und Nachbarschaftsauto wurden 2010 in Stuttgart und Berlin gegründet. Autonetzer ist von Business Angels mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Das Prinzip und Geschäftsmodell der beiden Plattformen ist das gleiche: Privatpersonen stellen ihr Fahrzeug auf der Plattform ein und reduzieren mit jeder Vermietung die Unterhaltskosten. Potenziellen Mieter haben unterschiedliche Fahrzeuge in der direkten Nachbarschaft zur Verfügung, die sie günstiger als bei gewerblichen Autovermietern anmieten können. Während der Vermietung greift eine Zusatzversicherung, die eventuelle Schadensfälle abdeckt. Nach dem Zusammenschluss ist das Netzwerk in 800 deutschen Städten verfügbar.

Bild: Screenshot Autonetzer.de

Mit City2City gibt erster Anbieter für Fernbusverbindungen auf

Das Fernbusunternehmen City2City gibt im Oktober 2014 auf und zieht sich von dem deutschen Markt zurück. Hinter City2City steht das britische Unternehmen National Express, das unter anderem auch Bahnlinien in NRW Betreibt.

Als Grund wurden „andauernd herausfordernde Marktbedingungen“ genannt. Damit sind die Kampfpreise im Fernbusmarkt gemeint, für die die Fahrten den Kunden angeboten werden. City2City sieht durch die niedrigen Ticketpreise keine Möglichkeit, in Deutschland ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Das Unternehmen geht davon aus, dass City2City das erste, aber sicher nicht das letzte Fernbus-Unternehmen ist, das den Betrieb einstellen wird.

Laut Branchenverband BDO war City2City bisher die Nummer 5 auf dem deutschen Markt, abgeschlagen hinter MeinFernbus.de, Berlinienbus, Flixbus und ADAC Postbus.

Bei dem deutschen Fernbuslinien-Unternehmen sind laut Bericht der FAZ im Geschäftsjahr 2013 knapp 3 Mio. € Verlust aufgelaufen. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sind um die 1.7 Mio. € Verlust aufgelaufen. Da das Unternehmen in Deutschland nur 7 Mitarbeiter beschäftigt ist anzunehmen, dass viel Geld ins Marketing und in die Subventionierung der Sub-Unternehmer geflossen ist, die die Busse und Fahrer für die Touren stellen. Laut Experten ist es unwahrscheinlich, dass bereits einer der Anbieter Gewinne erzielt.

Auf über ADAC Postbus kursierten Gerüchte, dass das Unternehmen plane, den Betrieb einzustellen. Daraufhin hat das Unternehmen angekündigt, dass das Fernbusliniennetz stark ausgebaut wird.

Der Fernbusmarkt in Deutschland ist seit 2013 liberalisiert. Davor war der Markt zum Schutz der Deutschen Bahn (DB) stark eingeschränkt. Seit der Öffnung des Marktes sind in Deutschland etwa 40 Anbieter aktiv und es werden rund 170 Strecken bedient. Marktführer in Deutschland ist das Unternehmen MeinFernbus.de. Flixbus, ein weiterer Anbieter auf dem deutschen Markt, wird unter anderem von Moovel, eine Tochtergesellschaft des Automobilkonzerns Daimler finanziert.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 8 Mio. Tickets Verkauft, im laufenden Jahr werden es deutlich mehr sein. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 50 Mio. € Umsatz durch den wachsenden Fernbusmarkt abhanden gekommen sind.

Bild: city2city.de

Wer verdient im Taximarkt

Der Prozess des Erwerbs der Berechtigung ein Taxi zu führen und zu betreiben, wird von mehreren teilnehmenden Organisationen geprägt. Jede Prozessteilnehmer möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben und teilweise fallen dafür Beträge im vierstelligen Bereich an. Eine erste Auflistung der Organisationen, die bestimmt nicht vollständig ist, ist im folgenden zu finden. Bei den hohen Summen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Organisationen wie Taxi Innung, Verband oder Funkzentralen gegen mehr Wettbewerb wehren. Die Leittragenden sind meistens die Taxifahrern und vor allem die Fahrgäste.

Funkgesellschaften

Taxi-Funkgesellschaften wie TaxiFunk verlang bis zu 103 € netto pro Monat und Fahrzeug für die Nutzung des Funk-Services, egal ob das Fahrzeug eingesetzt wird oder nicht. Die meisten Taxiunternehmer werden auf mehrere Taxifunkzentralen setzen und somit werden die monatlichen Kosten pro Fahrzeug höher sein. Bei c.a. 5.500 angeschlossenen Taxen entsteht ein Jährlicher Umsatz von bis zu 7 Mio. €. Bevor ein Fahrer die Funktechnik nutzen kann, müssen zwei Kurse belegt werden, die insgesamt 35 € pro Fahrer kosten. Für die Bearbeitung von EC-Zahlungen kommen noch mal 42 ct. netto pro Fahrt hinzu.

Bis sich Uber über Provisionen im siebenstelligen Bereich freuen kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dafür müssen Fahrten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Woche in Berlin vermittelt werden, im Moment sind es schätzungsweise Fahrern im unteren vierstelligen Bereich.

Taxiinnung

Die Taxiinnung verdient zur Zeit an der Durchführung der Ortskundeprüfung für den Personenbeförderungsschein. Für die Prüfung, die 15-30 Minuten dauert, muss der Prüfling 55 € bezahlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mehrere 1000 Ortskundeprüfungen pro Jahr durchgeführt werden und somit leicht ein mittlerer sechsstelliger Betrag entsteht, der an die Innung fließt.

Außerdem Erhebt die Taxiinnung Mitgliedsgebühren von 92€ für das erste Fahrzeug und 49€ für jedes weitere Fahrzeug. Es sind leider keine Angaben zu finden, wie viele Mitglieder der Taxiinnung beigetreten sind. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte der ca. 3.000 Berliner Taxiunternehmer Mitglied der Innung ist, dann fallen Mitgliedsbeiträge bis zu 250.000 € an.

Verband, Innung und Taxi-Zentrale zusammen

Alle drei Organisationen bieten zusammen eine Service-Schulung für Taxifahrer an. Für die zweitägige Schulung fallen Gebühren von 40 € pro Teilnehmer an. Bei 18.000 Taxifahrern in Berlin und bei einer Erfolgsquote von 80% ergibt sich ein möglicher Umsatz im hohen sechsstelligen Bereich. Das Vermitteln von Selbstverständlichkeiten, wie Türe aufhalten, Auto sauber halten oder bargeldlose Zahlungen akzeptieren zum Geschäft zu machen, ist eine interessante Methode. Bei Unternehmen, wie Blacklane und Uber gehört diese Schulung zum Standardprozess, es werden keine Kosten erhoben.

Taxischulen

Die Taxischulen bieten Kurse für die Vorbereitung auf die Ortskundeprüfung an. Für die Mehrwöchigen Kurse fallen Kursgebühren von bis zu 2.000 € an, hinzu kommen noch Kosten für Schulungsunterlagen. Bei mehreren tausend „Taxischülern“ pro Jahr fließt schätzungsweise ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Jahr an die Taxischulen. Teilweise werden die Kosten vom Staat übernommen, wenn die Schulung mit einem Bildungsgutschein erfolgt.

Taxischulen bieten häufig auch Kurse für die Fach- und Sachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagenunternehmer an, dafür können Kosten von bis zu 300 € pro Teilnehmer anfallen. Bei mehreren tausend „Schülern“ pro Jahr fließen pro Jahr Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist für die Ausstellung des Personenbeförderungsscheins zuständig. Für die Erstausstellung werden 220 € fällig, für die Erweiterung und Verlängerung 42.60 €. Außerdem ist das LABO für die Vergabe der Konzessionen für Taxis und Mietwagen zuständig, für die Erteilung, Änderung oder Verlängerung der Konzessionen fallen ebenfalls Gebühren an.

Ein zukünftiger Taxifahrer muss also im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen, bevor er das erste mal Fahrgäste befördern darf. Das Risiko, dass man mit Personenbeförderungsschein trotzdem kein Taxi zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch gegeben. Wenn man alle einmaligen und laufenden Kosten addiert, die ein Taxifahrer für die Vermittlung pro Fahrt vom Fahrpreis abziehen muss, wird man auf eine ähnlich hohe Abgabe wie bei Uber und Blacklane kommen.

Bild: Taxi! von GörlitzPhotography via Flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0