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Übersicht über alle Artikel die auf getmobility.de zum Thema Mobilität und Transportation veröffentlicht werden.

Mit City2City gibt erster Anbieter für Fernbusverbindungen auf

Das Fernbusunternehmen City2City gibt im Oktober 2014 auf und zieht sich von dem deutschen Markt zurück. Hinter City2City steht das britische Unternehmen National Express, das unter anderem auch Bahnlinien in NRW Betreibt.

Als Grund wurden „andauernd herausfordernde Marktbedingungen“ genannt. Damit sind die Kampfpreise im Fernbusmarkt gemeint, für die die Fahrten den Kunden angeboten werden. City2City sieht durch die niedrigen Ticketpreise keine Möglichkeit, in Deutschland ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Das Unternehmen geht davon aus, dass City2City das erste, aber sicher nicht das letzte Fernbus-Unternehmen ist, das den Betrieb einstellen wird.

Laut Branchenverband BDO war City2City bisher die Nummer 5 auf dem deutschen Markt, abgeschlagen hinter MeinFernbus.de, Berlinienbus, Flixbus und ADAC Postbus.

Bei dem deutschen Fernbuslinien-Unternehmen sind laut Bericht der FAZ im Geschäftsjahr 2013 knapp 3 Mio. € Verlust aufgelaufen. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sind um die 1.7 Mio. € Verlust aufgelaufen. Da das Unternehmen in Deutschland nur 7 Mitarbeiter beschäftigt ist anzunehmen, dass viel Geld ins Marketing und in die Subventionierung der Sub-Unternehmer geflossen ist, die die Busse und Fahrer für die Touren stellen. Laut Experten ist es unwahrscheinlich, dass bereits einer der Anbieter Gewinne erzielt.

Auf über ADAC Postbus kursierten Gerüchte, dass das Unternehmen plane, den Betrieb einzustellen. Daraufhin hat das Unternehmen angekündigt, dass das Fernbusliniennetz stark ausgebaut wird.

Der Fernbusmarkt in Deutschland ist seit 2013 liberalisiert. Davor war der Markt zum Schutz der Deutschen Bahn (DB) stark eingeschränkt. Seit der Öffnung des Marktes sind in Deutschland etwa 40 Anbieter aktiv und es werden rund 170 Strecken bedient. Marktführer in Deutschland ist das Unternehmen MeinFernbus.de. Flixbus, ein weiterer Anbieter auf dem deutschen Markt, wird unter anderem von Moovel, eine Tochtergesellschaft des Automobilkonzerns Daimler finanziert.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 8 Mio. Tickets Verkauft, im laufenden Jahr werden es deutlich mehr sein. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 50 Mio. € Umsatz durch den wachsenden Fernbusmarkt abhanden gekommen sind.

Bild: city2city.de

Wer verdient im Taximarkt

Der Prozess des Erwerbs der Berechtigung ein Taxi zu führen und zu betreiben, wird von mehreren teilnehmenden Organisationen geprägt. Jede Prozessteilnehmer möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben und teilweise fallen dafür Beträge im vierstelligen Bereich an. Eine erste Auflistung der Organisationen, die bestimmt nicht vollständig ist, ist im folgenden zu finden. Bei den hohen Summen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Organisationen wie Taxi Innung, Verband oder Funkzentralen gegen mehr Wettbewerb wehren. Die Leittragenden sind meistens die Taxifahrern und vor allem die Fahrgäste.

Funkgesellschaften

Taxi-Funkgesellschaften wie TaxiFunk verlang bis zu 103 € netto pro Monat und Fahrzeug für die Nutzung des Funk-Services, egal ob das Fahrzeug eingesetzt wird oder nicht. Die meisten Taxiunternehmer werden auf mehrere Taxifunkzentralen setzen und somit werden die monatlichen Kosten pro Fahrzeug höher sein. Bei c.a. 5.500 angeschlossenen Taxen entsteht ein Jährlicher Umsatz von bis zu 7 Mio. €. Bevor ein Fahrer die Funktechnik nutzen kann, müssen zwei Kurse belegt werden, die insgesamt 35 € pro Fahrer kosten. Für die Bearbeitung von EC-Zahlungen kommen noch mal 42 ct. netto pro Fahrt hinzu.

Bis sich Uber über Provisionen im siebenstelligen Bereich freuen kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dafür müssen Fahrten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Woche in Berlin vermittelt werden, im Moment sind es schätzungsweise Fahrern im unteren vierstelligen Bereich.

Taxiinnung

Die Taxiinnung verdient zur Zeit an der Durchführung der Ortskundeprüfung für den Personenbeförderungsschein. Für die Prüfung, die 15-30 Minuten dauert, muss der Prüfling 55 € bezahlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mehrere 1000 Ortskundeprüfungen pro Jahr durchgeführt werden und somit leicht ein mittlerer sechsstelliger Betrag entsteht, der an die Innung fließt.

Außerdem Erhebt die Taxiinnung Mitgliedsgebühren von 92€ für das erste Fahrzeug und 49€ für jedes weitere Fahrzeug. Es sind leider keine Angaben zu finden, wie viele Mitglieder der Taxiinnung beigetreten sind. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte der ca. 3.000 Berliner Taxiunternehmer Mitglied der Innung ist, dann fallen Mitgliedsbeiträge bis zu 250.000 € an.

Verband, Innung und Taxi-Zentrale zusammen

Alle drei Organisationen bieten zusammen eine Service-Schulung für Taxifahrer an. Für die zweitägige Schulung fallen Gebühren von 40 € pro Teilnehmer an. Bei 18.000 Taxifahrern in Berlin und bei einer Erfolgsquote von 80% ergibt sich ein möglicher Umsatz im hohen sechsstelligen Bereich. Das Vermitteln von Selbstverständlichkeiten, wie Türe aufhalten, Auto sauber halten oder bargeldlose Zahlungen akzeptieren zum Geschäft zu machen, ist eine interessante Methode. Bei Unternehmen, wie Blacklane und Uber gehört diese Schulung zum Standardprozess, es werden keine Kosten erhoben.

Taxischulen

Die Taxischulen bieten Kurse für die Vorbereitung auf die Ortskundeprüfung an. Für die Mehrwöchigen Kurse fallen Kursgebühren von bis zu 2.000 € an, hinzu kommen noch Kosten für Schulungsunterlagen. Bei mehreren tausend „Taxischülern“ pro Jahr fließt schätzungsweise ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Jahr an die Taxischulen. Teilweise werden die Kosten vom Staat übernommen, wenn die Schulung mit einem Bildungsgutschein erfolgt.

Taxischulen bieten häufig auch Kurse für die Fach- und Sachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagenunternehmer an, dafür können Kosten von bis zu 300 € pro Teilnehmer anfallen. Bei mehreren tausend „Schülern“ pro Jahr fließen pro Jahr Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist für die Ausstellung des Personenbeförderungsscheins zuständig. Für die Erstausstellung werden 220 € fällig, für die Erweiterung und Verlängerung 42.60 €. Außerdem ist das LABO für die Vergabe der Konzessionen für Taxis und Mietwagen zuständig, für die Erteilung, Änderung oder Verlängerung der Konzessionen fallen ebenfalls Gebühren an.

Ein zukünftiger Taxifahrer muss also im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen, bevor er das erste mal Fahrgäste befördern darf. Das Risiko, dass man mit Personenbeförderungsschein trotzdem kein Taxi zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch gegeben. Wenn man alle einmaligen und laufenden Kosten addiert, die ein Taxifahrer für die Vermittlung pro Fahrt vom Fahrpreis abziehen muss, wird man auf eine ähnlich hohe Abgabe wie bei Uber und Blacklane kommen.

Bild: Taxi! von GörlitzPhotography via Flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0

Uber öffnet API und erlaubt Einbindung in Apps von Drittanbietern

Uber hat gestern angekündigt, dass sie eine Schnittstelle (API) entwickelt haben, die eine Einbindung des Services in Dritt-Anwendungen ermöglicht.

Zum Start arbeitet Uber mit namenhaften Unternehmen, wie United, Starbucks, OpenTable oder TripAdvisor. Die Dritt-Anwendungen können Daten wie Abholort direkt an die Uber App weiterleiten und Informationen wie abgeschätzten Fahrpreis, Ankunftszeit, usw. abrufen.

Die aktuellen Partner bietet unterschiedliche Integrationen an. Über OpenTable kann eine Fahrgelegenheit gebucht werden, um zu dem Restaurant zu gelangen, in dem man einen Tisch reserviert hat. Die United App zeigt einem den Fahrpreis zum Flughafen und den Fahrer, der am nächsten steht, inkl. der geschätzten Reisezeit. Über die Hyatt App kann der Nutzer ein Zimmer buchen und gleichzeitig eine Fahrgelegenheit zum  Hotel buchen.

Wer die API mit voller Funktionalität einsetzen darf, wird dabei von Uber kontrolliert. Weitere Partnerschaften werden folgen, interessierte Entwickler und Unternehmen können sich bei Uber melden.

Vorteile für Uber und Anwender der API

Für Uber bietet die API die Möglichkeit, über viele Kanäle potentielle neue Nutzer auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem bietet die API die Möglichkeit, die bestehenden Nutzer auf neue Use-Cases aufmerksam zu machen. Ein Uber Nutzer, der den Ridesharing Service bisher nur genutzt hat, wenn er am Abend ausgeht, sieht z.B. den Uber Button in der United App und fängt an den Service auf für seine Flughafen Fahrten zu nutzen.

Die Partner von Uber können den Service auch fürs Marketing nutzen, in dem z.B. spezielle Discounts angeboten werden, wie „Buche ein Hotel über TripAdvisor und erhalte 50% auf deine Fahrt mit Uber“.

Letztendlich geht es für Uber auch darum, weitere Informationen und Daten über das Verhalten der Nutzer zu sammeln.

Uber Affiliate Programm

Gleichzeitig startet Uber auch ein Affiliate Programm für die Entwickler, über das zur Zeit nur Uber Credits verdient werden können, in Zukunft sollen auch Barauszahlungen möglich sein. Im Moment bietet Uber 5 US$ Credits für jeden neuen Nutzer, der sich über eine Dritt-Anwendung anmeldet.

Interessant wird diese Option auch, wenn Uber sein Angebot ausrollt und in mehreren Städten Same Day Delivery Services wie Uber Corner Shop oder UberRush anbietet. Die API könnte dann auch für Online-Shops und Home Deilvery Services interessant werden.

Bild: Screenshot Uber for Developers Website

Entwicklung des Carsharings in Deutschland: DriveNow und Car2Go haben die Nase vorn

Das Magazin WirtschaftsWoche (WiWo) hat in der aktuellen Ausgabe (34/2014) einen Bericht über die Entwicklung des Carsharings veröffentlicht.

Der Bericht beschäftigt sich mit folgenden Fragen:

  • Ist das neue Carsharing, bei dem das Auto überall abgestellt werden kann, überhaupt ein Geschäft?
  • Lässt sich damit Geld verdienen?
  • Und wie geht es weiter?

Für die Beantwortung der Fragen wurde eine Studie der Strategieberatung Civity herangezogen, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat vor kurzem ebenfalls eine Studie zum Thema Shared Mobility veröffentlicht, die ähnliche Punkte behandelt und zu vergleichbaren Ansichten kommt.

Welche Konzerne kämpfen um die Marktführerschaft?

In Deutschland sind das vor allem Daimler/Europcar mit Car2Go und BMW/Sixt mit DriveNow.

Wie lange dauert es, bis die Anbieter Geld verdienen?

Car2Go Manager Beermann erklärt, dass in einer Stadt nach 24-36 Monaten Break Even erreicht wird. Auch DriveNow gibt an, dass  auf Monatsbasis die Gewinnschwelle überschritten wurde.

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Stefan Weigele, Autor der Studie und Partner bei Civity geht davon aus, dass sich der Markt bis 2020 weltweit auf 1.4 Milliarden Euro Umsatz vergrößern wird. Um diese Zahl zu erreichen, müsste sich die Anzahl der Carsharing Systeme von heute etwa 30 auf rund 140 steigern. Carsharing wird sich als Alternative zum eigenen Auto und Taxi weiter etablieren. Die Beratung Roland Berger geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass der Carsharing bis 2020 auf 3.7 bis 5.6 Milliarden €  Umsatz kommen wird.

Wer hat die Nase vorn?

Anzahl der Städte: Bei der Anzahl der Städte hat Daimler mit Car2Go die Nase vorn, BMW beschränkt sich mit DriveNow im Moment auf 6 Städte.

Gewinne: Hier sieht Civity das Angebot von DriveNow vorne. Die geringe Anzahl an Städten wirkt sich hier vorteilhaft aus, da weniger investiert werden muss.

Auslastung: Die Fahrzeuge von DriveNow sind besser ausgelastet. Das hat zum einen mit der geringeren Fahrzeuganzahl zu tun, zum anderen sind auch die Betriebsgebiete kleiner. Laut Civity ist das Betriebsgebiet von DriveNow im Schnitt 88 Quadratkilometer groß, das von Car2Go liegt bei etwa 130 Quadratkilomtern im Schnitt.

Fahrzeuge: BMW und Sixt setzen bei DriveNow hochwertige Fahrzeuge ein, hautsächlich sind Minis (Mini, Mini Cabrio, Mini Countryman) unterwegs. Außerdem werden Fahrzeuge der BMW 1er Serie eingesetzt (BMW 1er Fünftürer,  X1, BMW Active E).  Bei Car2Go kommen vorwiegend minimalistisch ausgestattete Smart ForTwo zum Einsatz, in manchen Städten auch als elektrische Version. DriveNow bietet also die geräumigeren und besser ausgestatteten Fahrzeuge und den Kunden scheint es zu gefallen, das sie im Sommer auch mit dem Cabrio cruisen können.

Die Fahrzeuge von DriveNow werden auch öfters ausgetauscht, was auch besser bei den Kunden ankommt. Die Fahrzeuge gehen spätestens nach 12 Monaten zurück und werden wahrscheinlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten. Die Car2Go Smarts sind etwa drei Jahre im Einsatz und danach reif für den Schrottplatz.

Im welchen Städten kommt Carsharing am besten an?

In Berlin wird laut Civity 25% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Mehr als 2000 Fahrzeuge werden hier für Carsharing angeboten, die meisten Fahrten finden in den Bezirken im Zentrum der Stadt statt (Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg)

Wie viele Minuten sind die Fahrzeuge ausgelastet?

Die DriveNow Fahrzeuge kommen auf etwa 78 Minuten Auslastung am Tag. Die Car2Go Fahrzeuge sind am Tag 62 Minuten ausgelastet. Die Fahrzeuge von Multicity sind nur 26 Minuten unterwegs. Bei DriveNow ist etwa 650 Fahrzeuge in Berlin unterwegs, bei Car2Go etwa die doppelte Anzahl.

Sind die Angebote Kostendeckend?

Daimler und BMW behaupten, dass die Angebote  kostendeckend wirtschaften. Bei DriveNow werden etwa 24 € pro Fahrzeug und Tag umgesetzt, bei Car2Go sind es 18 €. Um mit diesen Beträgen kostendeckend arbeiten zu können,  ist davon auszugehen, dass die Carsharing Anbieter hohe Rabatte auf die Fahrzeuge erhalten.

Zu welchen Konditionen werden die Fahrzeuge vom Hersteller angeboten?

Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)
Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)

Darüber gibt es keine genaueren Infos. Um bei der geringen Auslastung profitabel wirtschaften zu können, müssten die Hersteller einen großzügigen Rabatt gewähren. Damit DriveNow allein ein Auto mit einem positiven Deckungsbeitrag betreiben kann, müssten die Auto mit einem Rabatt von ca. 30% zum Listenpreis angeboten werden. Da aber auch noch Ausgaben für Angestellte, Werbung und Wartung anfallen, ist anzunehmen, dass der Rabatt weit höher ausfällt, um einen Gewinn zu erwirtschaften.

Wie geht es weiter?

Car2Go will bis 2020 weltweit in weiteren 40 – 50 Städten aktiv werden, das Umsatzziel lieg bei 1 Milliarde Euro pro Jahr. DriveNow will ebenfalls expandieren, aber langsamer. Bis z 15 europäische und 10 amerikanische Metropolen sollen gestartet werden.

Wie können die Gewinne erhöht werden?

Auslastung: Die Nutzerzahl muss gesteigert werden und die Auslastung der Fahrzeuge.

Extra-Services: Außerdem können durch Extra-Angebote die Umsätze und Gewinne erhöht werden. So verlangen die Carsharing Anbieter einen Aufschlag für Fahrzeuge, die am Flughafen geparkt oder abgeholt werden, in Berlin sind das z.B. 4 € pro Fahrt.

Weitere Kategorien: Car2Go bietet in Berlin und Hamburg unter dem Namen Car2Go Black schwarze Mercedes B-Blassen an. Für 10 € pro Stunde und 49 € am Tag können die Autos gemietet werden. Die Fahrzeuge werden an fixen Punkten abgeholt und abgestellt. Benzin ist inklusive und einfache Fahrten, z.B. von Berlin nach Hamburg sind auch möglich.

Freizeitangebote: Drive Now will die Nutzer motivieren, öfters die Autos zu nutzen, in dem Freizeitangebote mit DriveNow Nutzung verkauft werden. In München kann z.B. ein Paket für die Therme Erding gebucht werden, das die Kosten für das DriveNow Auto enthält und ein 4 Stunden Ticket. Die Pakte können einfach über das Interface im Auto gebucht werden.

Werbung: Car2Go experimentiert mit Werbung auf den Fahrzeugen. Unternehmen können für die Produktionskosten und einem Betrag von 6,50 € pro Tag und Fahrzeug die Heckscheiben bekleben lassen. In Berlin sind z.B. 1/3 der Fahrzeuge mit Werbung beklebt. Bei einer dreimonatigen Laufzeit der Werbung bring das für Car2Go einen Umsatz von etwa 200.000 € ohne große Kosten.

Genehmigung der Behörden

Die Städteverwaltungen sind ebenfalls für den langfristigen Erfolg des Carsharings verantwortlich, in dem Sonderregelungen für Carsharing geschaffen werden. In London hat sich Car2Go nach 1 1/2 Jahren wieder zurückgezogen, das kein einheitlicher Parkraum aufgebaut werden konnte. In München dürfen pro Anbieter maximal 500 Fahrzeuge unterwegs sein, außerdem ist das Parken in Anwohnergebieten eingeschränkt.

Nutzerverhalten

Laut Civity Studie sind 50% der Fahrten kürzer als fünf Kilometer. Carsharing entzieht somit dem Taxigewerbe die Fahrten und teilweise auch dem Öffentlichen Nahverkehr. Radfahrer würden auch plötzlich wieder auf das Auto umsteigen.

Ob die Bewohner der Städte mit einem guten Carsharing Angebot dazu neigen, ihre eigenen Fahrzeuge abzuschaffen und vermehrt Carsharing nutzen, ist noch nicht belegt.

In Mailand hat es Car2Go auch geholfen, dass die Carsharing Fahrzeuge von der Maut in der Innenstadt befreit sind, die von der Stadtverwaltung erhoben wird.

Bild: Michael Andersen/Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Peer-to-Peer Mietwagenanbieter RelayRides erhält weitere 10 Mio. US$ Finanzierung

Das Peer-to-Peer Mietwagen-Unternehmen RelayRides hat die im Juli angekündigte 25 Mio. US$ Finanzierungsrunde um zusätzliche 10 Mio. US$ erweitert und kommt jetzt auf eine Gesamtfinanzierung von 54 Mio. US$. Die aktuelle Finanzierung von RelayRides kommt von Trinity Ventures.

Die Finanzierungsrunde wurde erweitert, da weiterhin großes Interesse seitens der Investoren zu spüren war und mehr finanzielle Mittel einen größeren Spielraum für die Expansion lässt. RelayRides will das Geld für die Entwicklung einer nativen Android App nutzen, außerdem soll die geografische Expansion des Services an Flughäfen aggressiver vorangetrieben werden. Das Unternehmen hat bisher nur eine Mietstation am Flughafen in San Francisco, weitere sollen an anderen Flughäfen folgen, um einen besseren Service bieten zu können.

Gestartet ist RelayRides mit einem Modell, das sich auf die Peer-to-Peer Vermietung von Fahrzeugen im innerstädtischen Bereich konzentriert hat. Nach dem FlightCar mit der Vermietung an Flughafen geparkten Privat-Fahrzeugen gestartet ist, wurde das Geschäftsmodell anscheinend um einen ähnlichen Service erweitert. Die deutschen Unternehmen Tamyca und Autonetzer bieten ein ähnliches Modell an. Das französische Pendant Drivy hat vor kurzem ebenfalls eine Finanzierung im Millionenbereich abgeschlossen.

Bild: RelayRides iOS app von RelayRides.com

Lyft & Uber starten zeitgleich Mitfahrfunktion

Die amerikanischen Fahrdienstanbieter Uber und Lyft haben fast zeitgleich eine Mitfahrfunktion angekündigt. Zukünftig können Nutzer der Services ihre Fahrt mit anderen unbekannten Nutzern teilen, die auf der selben Strecke unterwegs sind.

Die beiden Unternehmen integrieren somit eine Funktion, über die sich unter anderem die Taxi App BetterTaxi und die Ridesharing App flinc differenzieren. Uber hat die neue Funktion als ein Experiment angekündigt und die Funktion in einer Private Beta ausgerollt, bei Lyft ist der Service wohl sofort für alle verfügbar.

Die Idee hinter UberPool und Lyft Line

Die Idee hinter den beiden Funktionen ist, dass sich der Fahrgast die Fahrt mit mindestens einem anderen Fahrgast teilt, der auf der selben Strecke unterwegs ist.

Geringere Kosten: Durch die Mitfahrfunktion werden sich die Kosten für die Fahrgäste reduzieren. Der Fahrpreis wird auf mehrere Fahrgäste verteilt, Ersparnisse bis zu 40-50% sind möglich. Die einfache Bedienung der App und der on-demand Service bleiben weiterhin bestehen.

Höherer Verdienst für Fahrer: Die Fahrer können ihr einkommen erhöhen, wenn sie mehrere Fahrgäste auf einmal transportieren. Die Kosten pro Fahrgast reduzieren sich, aber die Gesamtsumme pro Fahrt wird steigen.

Höherer Auslastung: Wenn die neue Funktion angenommen wird, wird die Auslastung der Fahrzeuge steigen. Vorteil wäre, dass sich die Anzahl der Farhzeuge reduzieren würde und somit auch die Luftverschmutzung und das Verkehrsaufkommen geringer werden würde. Lyft Line verbindet z.B. maximal vier Personen in einem Auto, ein Fahrer und maximal 3 Fahrgäste. So wird die Auslastung erhöht und das Einkommen der Fahrer kann steigen.

Höherer Verdienst für Anbieter: Uber und Lyft würden auch von höheren Fahrpreisen profitieren. Die Unternehmen wären wieder in der Lage, eine Provision einzuführen, um Geld zu verdienen. In der letzten Zeit haben die Anbieter in einigen Märkten auf die Provision verzichtet, um sich einen Preiskampf untereinander leisten zu können und um günstiger als Taxis zu sein.

Verzicht auf eigenes Auto: Lyft und Uber spekulieren darauf, dass Leute auf ihr eigenes Auto verzichten, wenn der Ridesharing Service zu Kosten angeboten wird, die geringer sind, als wenn man ein eigenes Fahrzeug besitzt. Die Mitfahrfunktion ist eine Möglichkeit, um die Kosten zu drücken. Uber CEO Travis Kalanick würde auch gerne fahrerlose Autos einsetzen, um die Kosten für den Fahrer zu eliminieren. Der Verdienst der Fahrer ist im Moment noch der größte Kostenfaktor einer Fahrt.

Ergänzung für Nahverkehr: In Städten, in denen kein gut ausgebautes Nahverkehrssystem vorhanden ist, kann der Ridesharing Service mit Mitfahrfunktion eine gute Ergänzung bzw. eine gute Alternative sein, die sich viele Einwohner leisten können.

Wie funktioniert`s?

In der Uber und Lyft App erscheint die neue Funktion als weitere Auswahlmöglichkeit. Wenn der Nutzer die entsprechende Funktion auswählt und ein Fahrzeug bucht, dann sucht das System automatisch einen Nutzer, der auf der selben Strecke unterwegs sein möchten. Für die Fahrgäste bedeutet die neue Funktion auch, dass sie ihr Ziel bereits bei der Buchung eingeben müssen, um eine Route voraussagen zu können.

Der Nutzer  erhält er eine Nachricht mit dem Namen des weiteren Fahrgastes. Wie Uber im Blog angekündigt hat, erhält man auch einen Rabatt, wenn  der Nutzer UberPool gebucht hat aber kein Fahrgast gefunden wird, der die selbe Strecke fahren möchte.

Bei Lyft Line erhält der Fahrgast schon bei Buchung seinen Fahrpreis. Die höhe des Rabatts zu einer normalen Lyft Fahrt wird mit einem Algorithmus errechnet. Der Algorithmus errechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass auf der Strecke ein weiterer Mitfahrer gefunden wird. Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto höher ist die Ersparnis.

Start der neuen Funktion

Uber rollt die neue Funktion in San Francisco sofort in einer privaten Beta aus und kündigt an, dass die Funktion noch nicht rund funktionieren wird. Hört sich fast so an, als hätten sie von Lyfts Plänen Wind bekommen und schnell die Funktion implementiert, um Lyft zuvor zu kommen.

Lyft Line wird auch erst in San Francisco getestet und dann in weiteren Städten ausgerollt. Das Angebot ist aber nicht mehr in einer Beta Version und den Nutzern wird die erste Lyft Line Fahrt geschenkt.

Bild von MotorBlog.com  (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Tesla lässt Batteriezellen in Gigafactory von Panasonic fertigen

Tesla holt sich für die geplante Gigafactory den asiatischen Konzern Panasonic mit an Board. Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, wird Panasonic die Fertigung der Batteriezellen übernehmen. Panasonic und Tesla arbeiten schon seit 2013 zusammen, das japanische Unternehmen liefert bereits die Zellen für das aktuelle Tesla Model S Fahrzeug.

In der Gigafactory sollen in sechs Jahren mehr Lithium-Ionen-Akkus produziert werden als in allen heutigen Fabriken zusammen. Unter anderem sollen die Kosten für die Batteriezellen gesenkt werden, um die Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge zu reduzieren. Tesla hat bereits angekündigt, dass das nächste Model, das so groß wie ein 3er BMW sein wird, für 35.000 US$ angeboten werden soll. Mit dem neuen Fahrzeug sollen auch Verkaufsziele von 500.000 verkauften Tesla-Fahrzeuge pro Jahr erreicht werden.

Für die Gigafactory werden Investitionen von etwa 5 Milliarden US$ veranschlagt. Tesla will sich um das Bauland und die Gebäude kümmern und insgesamt zwei Milliarden US$ investieren. Die restlichen drei Milliarden US$ sollen von Partnern, wie Panasonic kommen. Die Fertigung der Batteriezellen wird etwa die Hälfte der Fabrikfläche einnehmen, den Rest werden sich Tesla und andere Zulieferer teilen, um die Zellen zu fertigen Batteriepacks zusammenzubauen.

 Bild: Tesla Visit 12 von Windell Oskay (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Roland Berger veröffentlicht Shared Mobility Studie und stellt 10 Prinzipien für erfolgreiche Etablierung auf

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat eine Studie mit Handlungsanweisungen über das Theme Shared Mobility veröffentlicht. In der Studie werden unter anderem die Themen Ride- und Carsharing behandelt.

Basierend auf eigenen Berechnungen geht Roland Berger davon aus, dass 2020 der Carsharing-Umsatz weltweit auf 3.7 bis 5.6 Milliarden € Umsatz steigt. Der Umsatz von  Ridesharing Diensten wird weltweit auf 3.5 – 5.2 Milliarden € steigen, bei jährlichen Wachstumsraten von 35%. Uber hat im letzten Jahr mehr als 1 Milliarde US$ umgesetzt und dürfte aktuell bei 45 Millionen US$ Umsatz pro Woche liegen. Basierend auf diesen Zahlen dürfte der von Roland Berger für 2020 prognostizierte Umsatz im Ridesharing Bereich eher konservativ ausgelegt sein.

Für existierende Unternehmen, die bisher in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs sind und neu im Shared Mobility Bereich starten möchten, werden in der Studie 10 Prinzipien genannt, die laut Roland Berger befolgt werden sollten, um die größten Herausforderung entlang der erfolgreichen Etablierung eines neuen Mobilitäts-Services zu meistern.

Ein wichtiges Prinzip, das am Anfang stehen sollte und in der Studie nicht genannt wird, ist der Hinweis an die Unternehmen, dass sie von Anfang an mit einer disruptiven Idee starten sollen und nicht mit einem Produkt in einen Seit Jahren bestehenden Markt eintreten sollen. Bei dem Vergleich von Lyft und MyDriver sieht man z.B., dass es viel schwieriger ist, in dem Markt von MyDriver erfolgreich Fuß zufassen, als in dem Markt von Lyft. Das liegt unter anderem daran, dass Lyft Personen an spricht, die sich davor mit anderen Verkehrsmittel fortbewegt haben, z.B. mit öffentlichem Nahverkehr oder eigenem Fahrzeug. Das grundlegende Mobilitäts-Verhalten der Nutzer wird so von Lyft geändert und gemeinsam neu geformt. MyDriver setzt hingegen hauptsächlich auf die Vermittlung von Limousinen an schon bestehende Limousinennutzer, die eine hohe Erwartungshaltung und ein bestehendes Verhalten haben und auf einen ihnen bereits bekannten Service nicht verzichten wollen.

Im Nachfolgenden sind die 10 Prinzipien zusammengefasst und teilweise Ergänzt, die Roland Berger in der Studie „Shared Mobility“ Mitte Juli 2014 veröffentlicht hat.

1. Prinzip: „First think big, then think profits“

Die Autoren sind der Meinung, dass Startup- und Wachstumsphase von neugegründeten Unternehmen im Shared Mobility Bereich zusammenfallen. Startups, die behutsam daran arbeiten, ein Fundament ihrer Firma aufzubauen, gehen das Risiko ein, abgehängt zu werden. Im Bereich der Shared Mobility können Personen die selben guten Ideen haben und diese schnell umsetzen. Der kritische Faktor ist, sich schnell einen Namen bei den Kunden zu verschaffen, um seinen Bereich abzustecken. Die Finanzierung von Startups im Shared Mobility Bereich wird als einfach angesehen, was zu diskutieren wäre.

Erst später müssen die Firmen die Veränderung von extremen Wachstum zu stetigem Wachstum vollziehen, um dauerhaft Geld zu verdienen.

2. Prinzip: „Push Supply To Pull Demand“

Dieses Prinzip bedeutet nicht, dass neue Services sofort weltweit ausgerollt werden müssen. Es ist sinnvoll den neuen Shared Mobility Service auf regionalen oder lokalen Level zu starten, auch wenn geplant wird den Service weltweit zu skalieren. Es ist wichtig, dass in dem ersten Markt genügend Supply zur Verfügung steht und der Service buchbar ist. Sollte das nicht der Fall sein und Kunden somit Probleme haben, den neuen Service zu buchen, werden sie schnell das Interesse verlieren und den Service als unbrauchbar abstempeln. Es wird schwierig sein, dieses Image wieder los zu werden.

3. Prinzip: „Build Trust in Your Company“

Beim Teilen ist Vertrauen sehr wichtig. Erfolgreiche Shared Mobility Unternehmen haben es geschafft, eine Community um ihr Produkt aufzubauen. Beispiele sind zum Beispiel Lyft und Uber. Außerdem ist es wichtig, dass Shared Mobility Unternehmen transparent darlegen, wie sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Hilfreich ist auch, bestimmte Mechanismen einzuführen, um das Vertrauen zu fördern. Dazu gehören z.B. Bewertungsmöglichkeiten von Fahrer und Fahrgast, bei denen die Ergebnisse mit beiden Seiten geteilt werden. So kann der Fahrer den Fahrgast besser einschätzen und der Fahrgast den Fahrer. Von Unternehmensseite ist auch die Überwachung solcher Mechanismen nötig, um Frühzeitig handeln zu können.

4. Prinzip: „Interact, integrate and connect with other mobility modes!“

Das Ziel der meisten Personen ist,  so schnell, einfach und günstig wie möglich von A nach B zu kommen. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität steht dabei weiterhin im Vordergrund. Wer auf sein eigenes Fahrzeug verzichtet, möchte am Liebsten keine Einschränkungen bei der Fortbewegung haben. Deswegen ist es wichtig, dass die einzelnen Arten der Fortbewegung intelligent verknüpft werden, so dass ein umfassendes Netz aus Möglichkeiten für Fern- und Nahverkehr entsteht. Shared Mobility Anbieter sollten diese Kette aus verschiedenen Angeboten organisieren und nicht die Nutzer. Das heißt nicht, dass sie alles selber anbieten müssen, viel mehr kommt es darauf an, dass die Verknüpfungen aufgebaut werden.

Einerseits ist hier die technische Verknüpfung entscheidend, damit die Nutzer ohne Probleme die andockten Dienste buchen und bezahlen können. Andererseits ist es wichtig, dass unterschiedliche Arten von Mobilitäts-Services verbunden werden. Zum Beispiel würde es Sinn machen, Services für Langstrecken, wie Fernbusse oder Zugangebote mit Services für die innerstädtische Fortbewegung zu verbinden. Auch die Verknüpfung der Mobility Services im innerstädtischen Bereich würden Sinn machen.

5. Prinzip: „Study Your Customers – Then Study Them Some More!“

Wenn Shared Mobility Unternehmen ihre Kunden nicht kennen und sie nicht wissen, was die Nutzer wollen, dann werden sie es nicht schaffen, erfolgreich zu sein.

Grundsätzlich bringen Shared Mobility Unternehmen Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Absichten zusammen. Die eine Seite der Marktteilnehmer will den Service nutzen und dafür bezahlen, die andere Seite der Marktteilnehmer will die Ressourcen, die für die Erfüllung des Services nötig sind, zur Verfügung stellen und daran verdienen. Shared Mobility Unternehmen müssen die Interessen beider Seiten beachten, als Vermittler auftreten und die Kommunikation zwischen beiden Seiten betreuen.

Häufige Nutzer von den neuen Shared Mobility Services sind Personen aus der Generation Y oder Z, mit deren langanhaltender Loyalität nicht gerechnet werden sollte. Kleinste Änderungen im Geschäftsmodell oder verschlafene Weiterentwicklungen führen dazu, dass Nutzer auf nicht mehr wiedersehen verloren sind.

Letztendlich sind Anbieter im Shared Mobility Bereich Technologieunternehmen, die die gesammelten Daten über das Verhalten der Nutzer verwenden sollten, um noch bessere und individuellere Produkte anbieten zu können.

Hierbei ist wichtig, dass Unternehmen ihr Angebot schnell weiterentwickeln, regelmäßig testen und analysieren und laufend sinnvolle Anpassungen vornehmen.

6. Prinzip: „Keep It Simple And Convenient“

Nutzer wollen ein Produkt, dass einfach zu nutzen ist, keine Zeit bei Anmeldung und Nutzung verschwendet und bei dem sofort klar ist, was die Vorteile sind. Transparenz und Klarheit auf allen Ebenen sorgt für einen erfolgreichen Start. Die Hürden für Kunden, um sich für den Service zu registrieren und um den Service zu nutzen, müssen so minimal wie möglich sein. Der Buchungsprozess muss Transparent sein und alle Kosten sollten offen kommuniziert und ersichtlich sein. Zusätzlich sollten im Buchungsprozess keine Fehler möglich sein und die Anzahl an notwendigen Buchungsschritte sollte so gering wie möglich sein. Neben der Buchung ist auch die Abrechnung entscheidend, diese muss auch transparent sein und automatisch stattfinden.

7. Prinzip: „Build Your Own Ecosystem“

Für Shared Mobility Anbieter ist es wichtig, dass sie ein Ökosystem bestehend aus weiteren Services, Produkten und Funktionen rund um das eigene Produkt aufbauen und eine starke Marke entwickeln. Kunden freuen sich über gut integrierte Angebote, die häufig durch strategische Partnerschaften geschaffen werden können. Diese strategischen Partnerschaften finden häufig auf lokaler Ebene statt. Ein funktionierendes Ökosystem, von dem die Nutzer profitieren und an dem die Nutzer Spaß haben, steigert die Loyalität und erhöht die Hürden, dass ein Nutzer zur Konkurrenz wechselt.

8. Prinzip: „Lobby The Authorities Right From The Start“

Die existierenden Gesetze im Transportbereich wurde in den meisten Fällen verabschiedet oder zuletzt angepasst, als es die neuen Shared Mobility Services noch nicht geben hat. Häufig sind bestehende Mobilitäts-Angebote, wie der Taximarkt oder bis vor ein paar Jahren auch noch der Fernstrecken-Markt durch gesetzliche Regelungen geschützt. Hier ist es hilfreich, früh den Kontakt zu den regulierenden Behörden und Entscheidern zu suchen, um eine Anpassung der Regulierungen frühzeitig anzustreben.

Hinzu kommt, dass die bestehenden Mobilitätsangebote häufig von der öffentlichen Hand betrieben oder von öffentlicher Hand unterstützt werden. Hier sollten neue Anbieter versuchen, sich mit den lokalen Entscheidern an einen Tisch zu setzen, um sie auf ihre Seite zu bringen. In Deutschland ist das den Carsharing Anbietern gut gelungen, z.B. was das Parken im Free Floating Modell betrifft oder was durch Partnerschaften mit dem öffentlichen Nahverkehr in manchen Städten sichtbar wird.

9. Prinzip: „Think, Act And Recruit Like A Startup“

Dieses Prinzip spricht eingesessene Unternehmen an, die im Shared Mobility Bereich mit einem Produkt oder einem Unternehmen starten wollen. Wichtig ist, dass Personen an Board geholt werden, die für die Idee brennen und gemeinsam für die Idee kämpfen. Kreative Freiräume sind vorhanden und werden von den Mitarbeitern auch genutzt, Hierarchien sind flach und der Wille einen Markt aufzurollen, ist vorhanden.
Entscheidend ist, dass Unternehmen beweglich bleiben und wachsen aber gleichzeitig einen  Halt durch Struktur und Prozesse bieten.

10. Prinzip: „Harness A Jaw-Dropping Look And Feel“

Anbieter im Shared Mobility Bereich werben damit, dass ihre Angebote effizienter, Ressourcen schonender und vernetzter sind und die Gemeinschaft mehr betonen. Gemeinsam kreieren sie eine neue Era in der Personenbeförderung. Dieses Ambitionen sollten sich im jedem Aspekt des Images und der Marktpräsenz reflektieren. Wichtig ist, dass die Unternehmen auf neuste Technologien setzten, die auch fehlerlos umgesetzt werden und nutzbar sind. Neben den technologischen Aspekten spielt auch ein herausragendes und ansprechendes Design eine entscheidende Rolle, um den Unterschied zu den bestehenden Anbietern zu verdeutlichen.  Nutzer müssen begeistert und süchtig den neuen Shared Mobility Services sein.

Die Begeisterung darf nicht nur durch Design und Technik hervorgerufen werden, erfolgsentscheidend ist auch ein herausragender Kundenservice und ein super Erlebnis während der Benutzung des Services. Bei Carsharing-Anbietern wäre das die Begeisterung, die durch die Ausstattung, den Zustand und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs erzeugt wird. Bei Ridesharing-Angeboten wird die Begeisterung auch durch den Service und das Auftreten des Fahrers erzeugt, sowie durch den Zustand des Fahrzeugs.  Hier kann durch standardisierte Schulungen und einheitliche Vorgaben eine Kontinuität erreicht werden.

Insgesamt gibt die Studie einen guten Überblick über die Erfolgsfaktoren bei der Etablierung von Shared Mobility Angeboten, entscheidend ist aber die Umsetzung. Hier liegen im Moment die Anbieter wir Uber, Lyft oder BlaBlaCar vorne. Deutsche Anbieter, wie Mitfahrgelegenheit oder myTaxi haben gefühlt den Anschluss verpasst. Auf dem Roland Berger Blog Think-Act wurde zum Theme Shared Mobility eine Beitragsreihe gestartet.

Photo: mobility von Martin Abegglen, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Hamburg will UberPOP stoppen – UPDATE1&3 : Verwaltungsgericht hebt Verbote in Berlin und Hamburg auf – UPDATE2: Auch Berlin will Untersagungsvergütung durchsetzen

Wie erwartet, verbieten die Hamburger Behörden den Fahrdienst UberPOP. Zuvor ist die Wirtschaftsbehörde auch schon gegen Wundercar vorgegangen, die ein ähnliches Geschäftsmodell betreiben, das nur anders verkauft wird. Uber hat angekündigt, weiterhin aktiv zu bleiben.


UPDATE 1 (25.7.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Hamburg dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


UPDATE 2 (13.8.2014): Nun hat auch das LABO  Berlin in einer Pressemitteilung verkündet, dass Uber Berlin seinen Betrieb einstellen muss. Überschrieben ist die Pressemitteilung mit „Untersagungsverfügung zum Schutz des Fahrgastes“. Es ist davon auszugehen, dass Uber weiter aktiv bleibt, sich über weitere Presse freut und ähnlich agiert, wie in Hamburg und einen Widerspruch einlegt.


UPDATE 3 (18.8.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Berlin dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP und der Limousinendienst Uber Black bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


Die Hamburger Verkehrsbehörde hat Uber eine Untersagungsverfügung zugestellt. Laut der Einschätzung handelt es sich bei UberPOP um eine nicht genehmigte Personenbeförderung und damit sei der Service nicht legal. Fahrer, die erwischt werden, müssen mit Strafen in Höhe von 1.000 € pro Verstoß rechnen.

Uber hat angekündigt, den Service weiter anzubieten und wird den Fahrern vermutlich zugesichert haben, anfallende Strafen und Prozesskosten zu decken. Das Technologieunternehmen aus Kalifornien hat auch die Möglichkeit, gegen die Untersagung Widerspruch einzulegen. Pierre-Dimitri Gore Coty, Europa-Verantwortlicher bei Uber hat mitgeteilt, dass man letztendlich davon ausgehe, dass der Fall vor Gericht landet und das Verbot nicht zu der Stadt Hamburg passe, da es sich um eine „progressive und ambitionierte Stadt“ handelt, „in der Innovationen blühen“

Seit einiger Zeit protestieren Taxifahrer gegen Transport Network Services, wie Uber, Lyft oder Wundercar.  Bisher hat Uber in jeder Stadt weitergemacht und teilweise auch Erfolge verzeichnet, wie kürzlich in London oder Seattle.

Es ist davon auszugehen, dass in Hamburg auch die Taxilobby um Clemens Grün und Jörn Napp die Behörden unter Druck gesetzt haben.  Wenn Regionen Innovationen fördern wollen, müssen sie deren Entfaltung auch unter schwierigen Bedingungen zulassen. Sie dürfen nicht in Panik dem Protest weichen. Schützenswert sind auch die Interessen derer, die durch die neuen Anbieter einen Job gefunden haben. Auch die Bedürfnisse  der Kunden dürfen nicht vernachlässigt werden. Wie der große Zuspruch zeigt, ist durchaus Bedarf für Taxialternativen vorhanden. Einige scheinen auch genug von schlechtem Service und dreisten Fahrern zu haben.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Opel kooperiert beim Carsharing mit spotcar – vorerst nur in Berlin – Im Idealfall günstiger als car2go

Der Automobilkonzern Opel startet ein Carsharing Angebot in Berlin mit spotcar. Offiziell startet das spotcar Angebot am 21. August 2014, zur Zeit befindet sich das Unternehmen in einer Testphase. Spotcar setzt ebenfalls auf ein sogenanntes free-floating Modell, was bedeutet, dass die Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt werden können und nicht bei Hot-Spots abgeholt oder zurückgebracht werden.

Auf der Opel Website Umparken im Kopf wird das Angebot als Opel Carsharing bezeichnet, auch in der Werbung, u.a. auf Facebook wird das Angebot als Opel Carsharing vermarktet.

Als Fahrzeuge sind Opel Adams im Einsatz, schätzungsweise um die 300 Stück. Der größte Unterschied zu car2go oder DriveNow ist, dass der Tarif auf Kilometer- und nicht auf Minutenpreisen basiert. Ausschließlich für die Parkzeit fallen bei spotcar pro Minute 15 ct. an, ansonsten sind 69 ct. pro Kilometer fällig.

Gerade in den Stoßzeiten kann das Angebot so günstiger sein, als die schon etablierteren Anbieter. Als Rechenbeispiel soll hier die Fahrt vom Helmholzplatz zum Kottbusser Tor genutzt werden. Die Strecke ist laut Google Masps 6.5 km lang, im Berufsverkehr in der Früh benötigt man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

Kosten Spotcar für 6,5 km: 4,49 €; Kosten Car2Go für 20 Minuten: 5,80 €, Kosten DriveNow für 20 Minuten: 6,20 €

Insider behaupten, dass car2go gerade so die Kosten deckt und DriveNow in den roten Zahlen ist. Da wird es interessant zu beobachten sein, wie sich spotcar mit noch günstigeren Preisen behaupten kann.  In der folgenden Tabelle ist basierend auf Annahmen für Fahrzeug-, Versicherungs- und Maintenance-Kosten ein durchschnittlicher Wert berechnet worden, wie viel Fahrten pro Tag und Fahrzeug durchgeführt werden müssen,  um alleine die Kosten für das Fahrzeug zu decken. Kosten für Marketing, Gehälter der Mitarbeiter uns sonstige Betriebskosten sind nicht berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen müssten pro Fahrzeug im Schnitt mehr als 5 Fahrten absolviert werden. Diese Zahl muss erst mal erreicht werden. Sollten die anderen genannten Kostenfaktoren mit eingerechnet werden, würde man auf einen Wert von 8-10 Fahrten pro Tag kommen – eine ganz schöne Hausnummer.

Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken.
Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken. (Quelle: GetMobility.de)

Die Fahrzeuge werden mit der spotcar App geöffnet, eine Karte oder RFID-Chip, wie bei DriveNow oder car2go ist nicht nötig. Eine Überprüfung des Führerscheins, wie bei den bestehenden großen Carsharing Anbietern ist ebenfalls nötig, der Kunde muss im Flagship Store vorbei schauen und die nötigen Dokumente, wie Führerschein, Ausweis und Kredit- oder EC-Karte vorzeigen.

In der App wird vor Fahrtantritt gefragt, ob der Nutzern seinen Führerschein dabei hat und ob das Fahrzeug verunreinigt oder beschädigt ist. Wenn der Nutzer keinen Führerschein dabei hat, öffnet sich das Fahrzeug erst gar nicht. Die Frage jedes Mal zu beantworten, die man auch falsch beantworten kann, wenn man keinen Führerschein dabei hat, könnte etwas anstrengend sein.

Im Schadensfall, für den der Nutzer haftet, fallen bis zu 1.000 € Selbstbeteiligung an, Angebote für die Reduzierung der Selbstbeteiligung sind noch nicht in den Geschäftsbedingungen oder auf der Website zu finden.

Im Moment befindet sich das Angebot noch in der Testphase, dem entsprechend ist das Geschäftsgebiet im Vergleich zu den anderen beiden Anbieter von Daimler und BMW noch recht klein. Im Moment soll spotcar innerhalb des Berliner S-Bahnrings verfügbar sein, wenn die App geöffnet wird, ist ein Fahrzeug sichtbar. Interessant ist die Frage,, warum Opel das Angebot schon jetzt in das Marketing mit einbindet, wenn es mehr oder weniger nicht existent ist.

Spotcar wurde von Michal Schmidt und Benjamin Krüger gegründet und sollte eigentlich bereits im Juni starten. spotcar hat bei der Entwicklung der App Unterstützung von CarJump erhalten. CarJump ist als Meta-Suchmaschine für Carsharing Angebote bekannt und vereinigt die besten Carsharing Anbieter in einer App.

Bild Carsharing News