Category Archives: Autovermietung

Peer-to-Peer Carsharing Anbieter Turo expandiert nach Europa

Das amerikanische Startup Turo, das einen privaten Carsharing Service anbietet, expandiert nach Europa. Mitte Dezember ist das Unternehmen mit seinem peer-to-peer Carsharing Dienst in Großbritannien gestartet.

Umbenennung in Turo

Turo ist ursprünglich unter dem Namen RelayRides in Boston gestartet, gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2009. Kurze Zeit später wurde der Sitz nach San Francisco verlegt. Insgesamt kommt das Netzwerk auf eine Finanzierung von 101 Mio. US$. Die Finanzierung kommt unter anderem von Google Ventures und Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Auf der Plattform können Fahrzeugbesitzer ihre Autos einstellen und an Privatpersonen vermieten. Die Vermietung wird mit einer Ad-hoc Versicherung abgesichert.

Flächendeckend in den USA

Das Netzwerk ist seit 2012 flächendeckend in den USA aktiv, vor acht Monaten erfolgte die Expansion nach Kanada. Heute hat die Carsharing Plattform zwei Millionen Nutzer und es sind 111.000 Fahrzeuge in 4500 Städten gelistet. Vermieter erlösen im Durchschnitt um die 720 US Dollar pro Monat mit der Vermietung der Fahrzeuge. Bleibt die offenen Frage, welche Fahrzeuge und Nutzer für die Durchschnittsberechnung genutzt werden. Wenn für die Durchschnittsberechnung alle 111.000 Fahrzeuge verwendet wurden, dann würde das einem monatlichen Umsatz von ca. 100 Mio. US$ entsprechen. Das scheint sehr hoch gegriffen. Für die Nutzer sind die Kosten laut Turo um 35% niedriger, als bei einer herkömmlichen Autovermietung, wie Sixt oder Europcar.

Weitere Expansion geplant

Turo hat Großbritannien als ersten Markt in Europa gewählt, da die meisten internationalen Nutzer in den USA aus Großbritannien kommen. Außerdem suchen die Turo Nutzer häufig nach Fahrzeugen in Großbritannien. Beides kann dem Unternehmen bei dem Markteintritt helfen. In England will Turo mit lokalen Autovermietungen kooperieren, um von Anfang an eine umfassende Auswahl an Fahrzeugen anbieten zu können.

Model auch in Deutschland aber wenig beliebt

In Deutschland sind zeitgleich mit dem gleichen Geschäftsmodell gestartet. Zu den bekanntesten gehören Tamyca, Autonetzer oder Nachbarschaftsauto. Autonetzer und Nachbarschaftsauto haben sich erst zusammengetan, später wurde das fusionierte Unternehmen vom dem französischen Anbieter Drivy übernommen. Im letzten Jahr ins Opel mit einer Plattform für privates Carsharing gestartet, im Dezember diesen Jahres folgte Daimler mit der Plattform Croove. Es ist nicht bekannt, wie viel ein Vermieter durchschnittlich in Deutschland erlöst. Es dürften aber weitaus weniger, als die 720 US$ bei Turo sein.

Bild: Turo (alle Rechte vorbehalten)

Mercedes-Benz hat die Technik von FlightCar gekauft

Fast unbemerkt hat Mercedes-Benz die Technik des Startups FlightCar gekauft. Dieser Schritt wurde bereits im Juli 2016 von FlighCar verkündet. Das Carsharing Startup hat insgesamt 40 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt und war in 12 Städten in den USA aktiv. Bei Daimler ist die Übernahme nun Teil des “Mercedes-Benz Innovation Lab for Mobility Services”, das zu Mercedes-Benz Research & Development North America gehört.

Carsharing am Flughafen

FlightCar hatte einen Carsharing Service angeboten, der sich auf Flughäfen konzentriert hat. Registrierte Nutzer konnten sich die Fahrzeuge privater Fahrzeugbesitzer anmieten, währen die Fahrzeugbesitzer auf Reisen waren. Die Mieter haben sich so Geld im Vergleich zu den herkömmlichen Autovermietungen gesparrt. Die Fahrzeugbesitzer konnten ihr Auto kostenlos am Flughafen abstellen und damit sogar noch Geld verdienen.

Für welchen Betrag die Daimler Tochter das Unternehmen übernommen hat, ist nicht bekannt. Im September 2015 hat FlightCar die letzte Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US$ eingesammelt, damals wurde das Unternehmen anscheinend mit 100 Mio. US$ bewertet. Zuletzt hatte das Startup 90 Mitarbeiter, davon sollen einige mit zu Daimler wechseln, unter anderem auch der Mitgründer und CEO Rujul Zaparde. Laut unterschiedlichen Medienberichten könnte Zaparde auch der einzige Angestellte sein, der zu Mercedes-Benz gewechselt ist.

Prominenten Investoren

In den letzten Jahren wurde das Carsharing-Startup von bekannten Investoren und Business Angels unterstützt. Neben Andreessen Horowitz, GenrGGV Capital, First Round Capital, General Catalyst Partners und Comcast Ventures waren auch SoftBank, Priceline und Tencent beteiligt. Außerdem waren Brian Chesky (von Airbnb), Eduardo Severin (Facebook) und Ashton Kutcher als Business Angel mit an Board.

Das Carsharing Unternehmen wurde bereits 2012 gegründet und ist zu Hochzeiten auf 17 Städte und 150 Mitarbeiter angewachsen. Anscheinend konnte die Qualität des Services das schnelle Wachstum nicht mitgehen. Die Autobesitzer und Nutzer beschwerten sich über den schlechten Service. Bewertungen der Kunden waren häufig negativ.

Schlechte Kundenerfahrungen sorgen für Niedergang

Um dem negativen Trend entgegenzuwirken wurden zu erst fünf Städte geschlossen und danach alle Marketing Aktivitäten eingestellt. Um das ganze Produkt und den Service zu überarbeiten wurde ein Experte von Amazon verpflichtet. Im Mai diesen Jahres wurde eine überarbeitete Version mit neuem Branding, neuer App, neuem Backend und verbessertem Service gestartet. All die angestoßenen Änderungen waren aber zu wenig, um den bevorstehenden Untergang abzuwenden.

Operative Komplexität überschätzt

FlightCar ist nicht das einzige Unternehmen, dass an der operativen Komplexität der Sharing Economy Geschäftsmodelle scheitertet. Erst vor ein paar Tagen hat der on-demand Wäschedienst Wash.io bekannt gegeben, dass das Angebot sofort eingestellt wird. Auch Uber hat realisiert, dass sie die operativen Prozessen noch verbessern können. Deswegen wurde der ehemalige Target CMO Jeffrey Jones verpflichtet, der die Verantwortung für die operativen Prozesse weltweit übernimmt. Je mehr Interaktionen zwischen Unternehmen und Nutzer notwendig sind und desto mehr externe Partner eingebunden sind, desto schwieriger ist es, ein erfolgreiches Sharing Economy Geschäftsmodell aufzubauen.

Interesse der Automobilkonzerne

Daimler ist bereits seit längerem auf dem Markt der alternativen Mobilitätsdienstleistungen aktive. Dir free-floating Carsharing Plattform car2go wurde von dem Automobilkonzern gestartet. Die Taxi-Apps myTaxi und Hailo wurden von Daimler übernommen und mit Moovel wird eine Plattform für multimodale Mobilität entwickelt. Hinzu kommen weitere Beteiligungen, z.B. an dem Limousinendienst Blacklane. Auch andere Konzerne beteiligen sich den neuen Mobilitätsmodellen. General Motors ist an Lyft beteiligt und wollte das Unternehmen anscheinend komplett übernehmen. Volkswagen ist seit Anfang des Jahres an dem Fahrdienst Gett beteiligt.

Bild: Flightcar (alle Rechte vorbehalten)

BMW ReachNow benennt neuen CEO für Carsharing-Bereich in den USA

BMW hat Steve Banfield als neuen CEO von BMW ReachNow eingestellt. ReachNow ist BMWs neues free-floating Carsharing Angebot, das im letzten Monat in Seattle gestartet ist. Steve Banfield ist davon begeistert, dass sich BMW nicht nur mit free-floating Carsharing beschäftigt, sondern auch über weitere Mobilitätsszenarios nachdenkt.

ReachNow ist mit DriveNow vergleichbar. Die verfügbaren Fahrzeuge können im Stadtgebiet angemietet und wieder abgestellt werden. Die Identifikation erfolgt über eine Mitgliedskarte, die Abrechnung minutengenau über die hinterlegte Kreditkarte. In Seattle stehen insgesamt 370 Fahrzeuge zur Verfügung, ein Mix aus 3er BMWs, MINI Coopers und elektrischen i3. Im ersten Monat haben sich bereits 13.000 Nutzer für den Dienst angemeldet, der Carsharing-Dienst scheint also gut angenommen zu werden.

BMW ReachNow nur der Anfang

Von Seattle aus soll das Angebot noch in diesem Jahr in anderen amerikanischen Städten ausgerollt werden. BMW hat eine Vision für ReachNow, die über Carsharing hinaus geht. Es soll ein Concierge Service gestartet werden, bei dem BMW das Fahrzeug vorbeibringt. Das spart die Suche nach einem freien Fahrzeug. Fahrzeugbesitzer sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Fahrzeug über ReachNow vermieten zu können. Weiter in der Zukunft sollen auch selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Das wird aber nicht vor 2021 der Fall sein.

Fahrdienst a la Uber und Lyft

Außerdem soll ein Fahrdienst a la Uber und Lyft gestartet werden, bei dem Leute Geld verdienen können, in dem sie andere Nutzer in den BMW ReachNow Fahrzeugen kutschieren. Dafür muss das Unternehmen seine Flotte stark vergrößern oder auch andere Fahrzeuge für den Service zulassen. Mit 300- 500 Fahrzeugen kann kein flächendeckender Fahrservice mit kurzen Anfahrtszeiten angeboten werden.

BMW versucht mit den neuen Mobilitätsangeboten seine Zukunft zu sichern. Die herkömmliche Automobilindustrie bekommt immer mehr den Druck von Neueinsteigern und Technologiekonzernen zu spüren. Der Automobilkonzern Daimler bietet mit Car2Go ein fast identisches Carsharing Modell an. Vor kurzem wurde angekündigt, dass auch viertürige Fahrzeuge, wie Mercedes A- und B-Klasse zur Car2Go Flotte hinzugefügt werden sollen. Andere Automobilhersteller, z.B. General Motors und Ford beteiligen sich an Mobilitäts-Startups oder starten eigene Projekte.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Zipcar Start, Tesla Rückruf, MyTaxi Rabatt und Fernbuslinien

Kurznachrichten: Tesla ruft alle verkauften Tesla Model S Fahrzeuge zur Überprüfung in die Werkstatt. Einstweilige Verfügung gegen MyTaxi abgelehnt, Unternehmen darf mit 50% Rabatt werben. ZipCar startet Carsharing in Deutschland. Das Streckennetz der Fernbuslinien in Deutschland wächst weiter.

Tesla ruft Fahrzeuge wegen Problem an Sicherheitsgurten zurück

Der amerikanische Elektroautobauer Tesla bestellt alle jemals ausgelieferten Tesla Model S Oberklasselimousinen in die Werkstätten. Grund für den Rückruf ist ein Problem mit den Sicherheitsgurten. Tesla berichtet von eine pro-aktiven Maßnahme. Bei dem Werkstattbesuch soll ein Bolzen überprüft werden, mit dem die Gurte von Fahrer- und Beifahrersitz fixiert werden. Anfang November sei ein Fall in Europa gemeldet worden, bei dem der Bolzen aus der Verankerung gesprungen ist, als sich der Beifahrer zum Rücksitz umgedreht hat. Zu Verletzten und einen Unfall sei es nicht gekommen, bei bisher mehr als 3000 überprüfen Fahrzeugen ist das Problem nicht aufgetreten. (via Engadget)

MyTaxi darf mit Rabatten werben

Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen MyTaxi aufgehoben, die dem Unternehmen untersagt hat, in Stuttgart und anderen Städten 50% vom Taxi-Fahrpreis zu übernehmen, wenn die Taxifahrt mit der MyTaxi-App gebucht und bezahlt wird. Die einstweilige Verfügung haben traditionelle Taxizentralen erwirkt, da sie das Vorgehen von MyTaxi als illegale Wettbewerbsverzerrung sehen. Da die Taxi-App nur als Vermittler auftrete und nicht unter das Personenbeförderungsgesetz falle, haben die Richter die einstweilige Verfügung aufgehoben. In der vorhergehenden Instanz hat das Landesgericht Stuttgart die Rabattaktion der Daimler-Tochter untersagt. Gegen MyTaxi laufen auch in weiteren Städten Gerichtsverfahren. Die Verhandlung der Klage von Taxi Deutschland startet am 24. November. Taxi Deutschland hat auch schon gegen Uber geklagt und dafür gesorgt, dass der Mitfahrservice UberPOP eingestellt werden muss. (via Handelsblatt)

ZipCar startet in Deutschland

Das amerikanische Carsharing Startup, das mittlerweile zum Avis Budget Konzern gehört, startet in Deutschland. In den USA ist ZipCar für sein Carsharing Netzwerk bekannt, das ähnlich wie Flinkster von der Deutschen Bahn funktioniert. Im Angebot sind Fahrzeuge unterschiedlicher Kategorien, vom Kleinwagen bis Transporter ist alles dabei. Die Kunden können die Fahrzeuge für Kurzfahrten buchen und müssen sie wieder zum Abholort zurück bringen. In Deutschland will sich das Unternehmen auf maßgeschneiderte Lösungen für Geschäftskunden fokussieren. In Deutschland ist das Unternehmen in Frankfurt gestartet. (via BizzTravel)

Streckennetz der Fernbuslinien wächst

Das Angebot an neuen Fernbus-Verbindungen ist nicht zu stoppen. Die Zahl der Fernbuslinien ist im vergangenen Jahr zwischen Oktober 2014 und Oktober 2015 um 74 auf 326 Fernbuslinien gewachsen, das entspricht einem Plus von 29 Prozent. Erhoben hat die Zahlen das Marktforschungsinstitut Iges. Auch die Zahl der Fahrten hat sich um mehr als 20 Prozent erhöht. Im Oktober 2014 wurden  7412 Fahrten pro Woche durchgeführt, im Oktober diesen Jahres lag die Zahl bei 9282 Fahrten pro Woche. Das entspricht im Durchschnitt 1326 Fahrten am Tag. Deutsche Unternehmen wachsen auch durch inländische Fahrten in europäischen Nachbarstaaten, so ist Flixbus dieses Jahr in Frankreich gestartet. Das Unternehmen MeinFernbus Flixbus ist gemessen an den Fahrplankilometern mit Abstand der größte Anbieter. Das Unternehmen kommt auf einen Marktanteil von 73 Prozent. Auf Platz zwei folg der Postbus mit 11 Prozent. Die Deutsche Bahn kommt mit ihrem Angebot BerlinLinienBus und IC Bus auf 6 Prozent Marktanteil.  (via Frankfurt Allgemeine Zeitung)

Bild: #113 zipcar von romana klee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Opel Carsharing App CarUnity mit Privatautos gestartet

Die beiden Automobilkonzerne Opel und Ford steigen spät in den Carsharing Markt ein und setzten dabei auf Kooperationen. Opel arbeitet mit der Technologie von Tamyca und eine Integration von flinc soll später folgen. Der amerikanische Autobauer Ford hat ein Pilotprojekt mit Getaround gestartet. Ab heute ist das Peer-2-Peer Carsharing Angebot CarUnity von Opel für alle freigeschalten. Ford hat angekündigt, bis Ende des Jahres ein Pilotprojekt in einigen US Städten und London laufen zu lassen.

Peer-2-Peer statt free floating Carsharing

Mit ihren Ansätzen setzten beide Unternehmen auf den Peer-2-Peer Ansatz. Das heißt, dass die Fahrzeuge nicht extra von den Herstellern für die Carsharing-Zwecke bereitgestellt werden. Die Autos werden von Privatpersonen gestellt, die ihr Fahrzeug nicht dauerhaft benötigen. Jeder Fahrzeugbesitzer kann also sein Fahrzeug zur Verfügung stellen und damit Geld verdienen. Bei dem Angebot von Ford gibt es eine Einschränkung. Es dürfen nur Besitzer eines Fords ihr Auto zur Verfügung stellen, sofern es über den Ford Financial Service finanziert ist. Bei Opel Carsharing soll das Netzwerk für alle Fabrikate offen sein.

Geringe Kosten als Vorteil für Hersteller

Für die Automobilhersteller hat das Peer-2-Peer Modell den Vorteil, dass sie keine eigenen Fahrzeuge zur Verfügung stellen müssen. Das spart enorme Kosten. Konkurrenten BMW mit DriveNow und Daimler mit Car2Go setzen eigene Fahrzeuge ein und haben ganz schön mit den Kosten zu kämpfen. Das von Opel unterstützte free floating Konzept Spotcar hat vor ein paar Monate die Segel gestrichen. Die technologische Plattform von einem Unternehmen zu nutzten,  das bereits mehrere Jahre auf dem Markt ist, spart ebenfalls Kosten und ermöglicht eine schnelle Einführung der Dienstleistung. Im Fall von Opel wird die Plattform von Tamyca genutzt, Ford setzt auf Getaround.

Ein weitere Vorteil ist, dass schneller eine flächendeckende Abdeckung erreicht wird und Carsharing auch in kleineren Städten ermöglicht wird.

Peer-2-Peer ist weniger Flexibel

Dem gegenüber steht, dass die Flexibilität des Peer-2-Peer Modells eingeschränkt ist. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um ein Fahrzeug anmieten zu können, ist bei einem Peer-2-Peer Modell wesentlich höher, als bei einem free floating Carsharing Angebot. Die Organisation der Schlüsselübergabe bei Anmietung und Abgabe, die Kosten für das Tanken usw. benötigen Zeit. Das dürften die Hauptgründe sein, warum Peer-2-Peer Angebote weniger beliebt sind. Außerdem werden diese Angebote mehr für längere Strecken genutzt.

Spätere Integration von Ridesharing-Dienst flinc

Opel räumt den Mobilitätsdienstleistungen einen höheren Stellenwert ein. Neben Carsharing soll auch Ridesharing über die CarUnity App angeboten werden. Die bereits bestehende Kooperation mit flinc soll ab 2016 ausgebaut werden. Über die Technologie von flinc soll auch die Buchung von Ridesharing-Fahrten über die App möglich sein. Schon jetzt kooperieren die beiden Unternehmen, bisher nur am Standort Rüsselsheim.

Welchen Vorteil hat Opel?

Opel startet durch das Carsharing sein Portfolio an Mobilitätsdienstleistungen. Langfristig ist aber unklar, wie Opel davon profitieren möchte. Der Fokus sollte aus Herstellersicht darauf liegen, die eigenen Fahrzeuge zu vermarkten. Anzunehmen ist, das Opel die Fahrzeuge aus eigenem Hause technologisch so ausstattet, dass sie per App zu öffnen sind. Das hätte einen Vorteil gegenüber den anderen Fabrikaten und würde die Vermiet-Wahrscheinlichkeit der Opel Autos erhöhen. Eine ähnliche Dienstleistung wie CarUnity bietet das französische Startup Drivy an, das vor ein paar Wochen den deutschen Marktführer Autonetzer übernommen hat.

Bild: CarUnity von Opel (bestimmte Rechte vorbehalten)

Flinkster und car2go legen Carsharing-Flotte zusammen

Die Carsharing-Angebote von Flinkster und car2go werden verknüpft. Den Nutzern stehen somit 7.000 Fahrzeuge deutschlandweit zur Verfügung. Die Deutsche Bahn betreibt mit Flinkster eine vorwiegend stationsgebundene Carsharing Plattform, car2go bietet hauptsächlich einen free-floating Carsharing Dienst an.

7.000 Flinkster und car2go Fahrzeuge in 100 Städten

Die fast  7.000 Fahrzeuge setzen sich aus 3550 Car2go Fahrzeugen und 3300 Flinkster Fahrzeugen zusammen. Das Angebot von Flinkster ist auf etwa 100 Städte verteilt, die Fahrzeuge von car2go auf sechs Städte. Über die Moovel Plattform von Daimler können die Fahrzeuge beider Anbieter angemietet werden. Für car2go Kunden ist keine Registrierung bei Flinkster notwendig, um die Fahrzeuge nutzen zu können. Für Flinkster-Nutzer gilt das selbe, wenn sie car2go Fahrzeuge anmieten möchten.

Die Kooperation wurde bereits Anfang 2014 angekündigt und sollte ursprünglich Mitte 2014 starten. Die Zusammenarbeit startet also mit einem Jahr Verspätung.

Kooperation für beide Seiten sinnvoll

Allgemein macht die Kooperation von Flinkster und car2go für beide Seiten Sinn. Die Flinkster Kunden haben ohne zusätzlichen Registrierungsaufwand eine Alternative für spontane Fahrten. Car2go Kunden können sich über eine preisgünstige Alternative für längere Anmietungen und auch über geräumigere Fahrzeuge freuen.

Wird car2go Black weiter ausgebaut?

Nach der Kooperation stellt sich die Frage, was mit dem stationsbasierten Carsharing Angebot car2go Black geschieht. Bei car2go black müssen die Carsharing Fahrzeuge ebenfalls an einer Station abgeholt und an der selbigen wieder zurückgebracht werden. Das Angebot dürfte auf die gleiche Kundengruppe wie Flinkster abzielen, ist aber deutlich teurer. Für Flinkster werden um die 6.00 € pro Stunde fällig, bei car2g black 14.90 € pro Stunde. Für car2go Kunden ist es also durchaus attraktiv auf Flinkster umzusteigen, wenn ein Fahrzeug für eine längere Strecke benötigt wird.

Auch Drivy und Autonetzer schließen sich zusammen

Die Kooperation von Flinkster und car2go ist nicht die einzige Bewegung im Carsharing Bereich. Vor ein paar Tagen hat das französische Startup Drivy angekündigt, dass der deutsche Mitbewerber Autonetzer übernommen wird. Beide Unternehmen betreiben eine Carsharing Plattform, auf der Autobesitzer privat ihre Fahrzeuge an registrierte Nutzer vermieten können. Drivy steigt damit zum europäischen Marktführer für Autovermietungen zwischen Privatpersonen auf. Insgesamt haben 500.000 registrierte Nutzer Zugriff auf 26.000 Fahrzeuge.

Bild: Car2Go Warm Up von Atomic Taco (bestimmte Rechte vorbehalten)

Drivy Carsharing sammelt 8 Mio. € ein

Das französische Startup Drivy sammelt laut Le Figaro weitere 8 Mio. Euro an Finanzierung von unterschiedlichen Investoren ein. Neu beteiligen sich BPI France und Via-ID, die Alt-Investoren Index Ventures und Alven Capital beteiligen sich ebenfalls an der letzten Runde. Außerdem wird der kleinere Wettbewerber Buzzcar übernommen,  der in der Vergangenheit bereits von Via-ID finanziert wurde.
Erst im letzten Jahr hat das Startup 6 Mio. € eingesammelt, um damit die internationale Expansion zu starten. Ende des Jahres ist Drivy in Deutschland gestartete, dieses Jahr dürften weitere Länder hinzukommen.

Autovermietung zwischen Privatpersonen

Bei Drivy können die Nutzer ein Auto von irgendjemandem Mieten. Das bringt Kostenvorteile im Vergleich zu den gewerblichen Autovermietungen, wie Sixt oder Europcar.
Fahrzeugbesitzer können über die Plattform ihr Auto vermieten und damit etwas Geld verdienen. Gerade wenn man sein Auto selten benötigt, ist das eine gute Möglichkeit, für mehr Auslastung zu sorgen. Der Vermietvorgang ist durch eine zusätzliche Versicherung abgedeckt.

Expansion steht im Fokus

Nach dem Zusammenschluss mit Buzzcar hat Drivy nun 500.000 Nutzer und 26.000 registrierte Fahrzeuge in Frankreich und Deutschland. Der größte Teil davon entfällt auf Frankreich. Neben der Expansion sollen die zusätzlichen  finanziellen Mittel für die Verbesserung der Apps und der Website verwendet werden. Außerdem soll das Netzwerk in den kommenden drei Jahren auf 3 Millionen Nutzer und 300.000 Fahrzeuge wachsen.
In Deutschland steht Drivy unter anderem im Wettbewerb zu Autonetzer und Tamyca. Autonetzer hat etwa 70.000 Nutzer und 10.000 registrierte Fahrzeuge in Deutschland, Tamyca dürfte kleiner sein.
Bild: drivy.de via Flickr (alle Rechte vorbehalten)