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FlixBus und MeinFernbus schließen sich zusammen

Die beiden größten Anbieter auf dem deutschen Fernbusmarkt schließen sich zu einem starken Player zusammen (MeinFernbus Pressemitteilung). Aus beiden Anbietern MeinFernbus und FlixBus wird ein Unternehmen. Gemeinsam soll ein europaweites Fernbus-Liniennetz aufgebaut werden. Als erster Schritt werden in den nächsten Monaten die bestehenden Linien, die meisten davon sind in Deutschland, zusammengeschlossen. Im Zuge der Fusion kommt auch mit General Atlantic ein neuer Investor an Board.

Kompetenzen beider Unternehmen bündeln

Laut Torben Greve, Gründer von MeinFernbus, profitieren die Passagiere von dem Zusammenschluss. Die Fernbusse fahren demnächst noch öfter und schneller, die Preise sollen dabei genauso günstig wie bisher bleiben. Jochen Engert, Gründer von FlixBus ist der Meinung, dass sich die beiden Unternehmen perfekt ergänzen. FlixBus ist seiner Meinung nach führend im Online-Bereich, also bei der Akquise der Kunden über digitale Kanäle. MeinFernbus ist hingegen auf der Straße, also bei dem operativen Themen erfolgreicher.

Beide Unternehmen verfolgen ein ähnliches Geschäftsmodell und eine ähnliche Strategie. Durch schnelles Wachstum soll eine hohe Marktabdeckung erreicht werden. Beide Unternehmen verfügen über keine eigene Flotte, sondern arbeiten mit Partnern zusammen, die die Busse betreiben.

Zwei Marken sollen bestehen bleiben

Die Pressemitteilung liest sich so, dass die beide Marken bestehen bleiben und weiter erfolgreich etabliert werden sollen. Auch die jeweiligen Teams, die Netzplanung, Kundenservice, Marketing, Ticketing, Preisgestaltung und Vertrieb verantworten, sollen bestehen bleiben. Es wird interessant zu sehen sei, wie die beiden Unternehmen so in einer Kooperation profitieren werden.

General Atlantic als neuer Investor

Im Zuge der Fusion steigt auch der Investor General Atlantic ein. Mit der Finanzierung soll der europaweite Ausbau vorangetrieben werde. General Atlantic sieht im Fernbus-Linienverkehr ein enormes Wachstumspotenzial in Europa. Seit der Markt-Liberalisierung  in Deutschland hat sich der Fernbus-Verkehr sprunghaft entwickelt und verspricht weitere Wachstumsraten. Die Anteilseigner Holtzbrinck Ventures und UnternehmerTUM investieren ebenfalls in das neue Unternehmen. Wie viel Geld in der Finanzierungsrunde in das neue Unternehmen fließt, ist nicht bekannt. Altinvestor Moovel (Daimler) scheint sich nicht an der neuen Finanzierungsrunde zu beteiligen.

Marktanteil im Fernbus-Verkehr von über 50%

Durch den Zusammenschluss erreichen die Unternehmen einen Marktanteil am deutschen Fernbus-Markt von mehr als 50%. Im Jahr 2014 haben laut Iges Institut etwa 20 Millionen Fahrgäste einen Fernbus in Deutschland genutzt (via FAZ). MeinFernbus hatte im abgelaufenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus etwa 3,5 Millionen.

Marktkonsolidierung abzusehen

Schon in den letzten Monaten war eine weitere Marktkonsolidierung abzusehen. Auf Grund des harten Preiskampfes sind bereits die Fernbus-Wettbewerber DeinBus und City2City entweder in die Insolvenz geschlittert oder haben sich aus dem deutschen Markt zurück gezogen. Auch der ADAC hat verkündet, aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post auszusteigen.

Bild: MeinFernbus/FlixBus

Die beliebtesten deutschen Mobilitäts- bzw. Travel Unternehmen

Seit einigen Jahren etablieren sich neue Mobilitätsanbieter, die den deutschen Markt aufmischen. Die folgende Liste stell einen Überblick der in Deutschland beliebtesten bzw. bekanntesten Vertreter mit lokalen Wurzeln dar.

Taxi/Limousine 

1. MyTaxi

Hinter MyTaxi steht das Hamburger Unternehmen Intelligent Apps GmbH, das mittlerweile zu Moovel (Daimler) gehört. Mit der MyTaxi App können Smartphone Nutzer über die entsprechende App ein normales Taxi bestellten. Das Unternehmen wurde bereits 2009 gegründet und ist in etwa 40 Städten verfügbar. Eine marktbeherrschende Stellung konnte leider nicht erreicht werden, was letztendlich auch zu der Übernahme durch Moovel geführt haben dürfte. Weitere Details zu MyTaxi.

2. Blacklane

Blacklane ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von hochwertigen Fahrzeugen inkl. Chauffeur in unterschiedlichen Klassen. Der Limousinendienst-Vermittler ist in mehr als 150 Städten und mehr als 45 Ländern weltweit unterwegs. Recht früh wurde Blacklane von Carsten Maschmeyer unterstützt, der als Seed-Investor in Blacklane investiert hat. Blacklane wird häufig mit Uber verglichen. Dieser Vergleich ist nicht ganz richtig, da Blacklane Limousinenfahrten mit Vorbestellung an Kunden vermittelt. Uber setzt ausschließlich auf einen on-demand Service. Vor kurzem wurde das Unternehmen mit etwa 140 Mio. Euro bewertet. Mehr Details zu Blacklane.

3. MyDriver

MyDriver ist ein Unternehmen im Sixt Konzern, das Geschäftsmodell von MyDriver ist mit dem von Blacklane vergleichbar.  Kunden bestellten über die Webseite oder die Smartphone App eine hochwertige Limousine mit Chauffeur, die dann automatisch an einen Fahrer vermittelt wird. Die Buchung findet bei MyDriver im Schnitt mehrere Tage im Voraus statt und wird mit Vorlauf vermittelt. Zum Einsatz kommen konzessionierte Fahrzeuge und professionelle Chauffeur mit Personenbeförderungsschein. Das Konzept ist also konform mit PBefG. Im Unterschied zu Blacklane setzt MyDriver auch eigene Fahrzeuge ein und beschäftigt Fahrer im Angestelltenverhältnis. Dank der Beziehungen von Sixt zu BMW wird MyDriver die Fahrzeuge zu besonders guten Konditionen beziehen können.


Carsharing/Ridesharing

1. Car2go

Car2Go ist ein Carsharing Angebot, das von Daimler und Europcar vorangetrieben wird. Bei Car2Go werden hauptsächlich smarts als Fahrzeuge eingesetzt. Eine Ausnahme ist Car2Go Black, hier kommen schwarze Mercedes B-Klassen Fahrzeuge zum Einsatz. Das normale Car2Go Carsharing funktioniert nach dem Free-Floating Modell. Free Floating bedeutet, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden können, die Fahrzeuge müssen nicht, wie bei stationsgebundenem Carsharing zu einer Station zurück gebracht werden. Mittlerweile ist car2go in mehr als 25 Städten aktiv, weitere sollen folgen. In einigen Städten werden vorwiegend Elektro-Smarts eingesetzt, so in Stuttgart oder Amsterdam.

2. Flinc

flinc ist ein Ridesharing Unternehmen mit Fokus auf Pendler im Kurz- und Mittelstreckenbereich. Gegenüber anderen Mitfahrzentralen, wie Mitfahrgelegenheit.de grenzt sich flinc durch die spontane und dynamische Vermittlung von Fahrten ab, sowie durch den Fokus auf regionale Strecken. Im Vergleich zu Lyft und UberPOP halten sich die Fahrer nicht bereit und warten auf einen Fahrauftrag. Die Fahrer bei flinc würden auch ohne Fahrgast die Strecke fahren, durch flinc können sie einen Teil der Betriebskosten sparen. Flinc bezeichnet sich als echtes Ridesharing im Vergleich zu Uber und Lyft. Bei flinc können auch Fahrer aktiv werden und potentielle Mitfahrer anfragen. Mehr Details zu flinc.


Fernverkehr

1. MeinFernbus

MeinFernbus.de ist ein deutsches Fernbusunternehmen. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat den Sitz in Berlin. Seit Mitte 2012 bietet das Unternehmen unterschiedliche Busverbindungen zwischen Europäischen Metropolen an. Weitere Details zu MeinFernbus.

Bild: Travel von Sean MacEntee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Amazon testet Ridesharing Services für Same Day Delivery, Lyft verklagt ehemaligen COO, Fernbus-Preise bei Bahnstreik

Kurznachrichten: Spiegel Online hat im Minutentakt verfolgt, wie sich die Preise bei MeinFernbus verändert haben, nachdem Bahnstreik bekannt wurde, Amazon liefert via Taxi und Ridesharing und Lyft verklagt ehemaligen COO, der zu Uber gewechselt ist.

Same Day Zustellung via Taxi oder Uber

Amazon testet in San Francisco und Los Angeles die Zustellung von Bestellungen mittels Ridesharing Services bzw. Taxi Apps wie Uber und Flywheel. In verschiedenen Testläufen wurden Fahrzeuge über Flywheel und Uber bestellt, die Fahrzeuge wurden mit bis zu 10 Lieferungen für die selbe Postleitzahl beladen und es wurden bis zu 5 US$ pro Paket bezahlt, wenn die Lieferungen innerhalb einer Stunde zugestellt wurden. Laut WallStreetJournal entwickelt Amazon einen Algorithmus, der die unterschiedlichen Transportnetzwerke live vergleicht und die günstigste Alternative auswählt. In Deutschland hat bereits MediaMarkt/Saturn die Zustellung via Taxis getestet. (via ValleyWag)

Lyft verklagt ehemaligen COO

Lyft verklagt ehemaligen COO Travis VanderZanden, der zum Lyft-Konkurrenten Uber gewechselt ist und dort die  Internationale Expansion vorantreiben soll. VanderZanden wird vorgeworfen, dass er mehrere Tausend vertrauliche Dokumente auf seinen Privat-Laptop speicherte, kurz bevor er Lyft verlassen hat. Laut Lyft hat er mit diesem Vorgehen schon gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen. Lyft möchte natürlich auch nicht, dass VanderZanden die geheimen Dokumente an Uber weiterreicht. VanderZanden wird auch vorgeworfen, dass er versucht, hochrangige Lyft-Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls zu Uber zu wechseln. (via TechCrunch)

Preisentwicklung von MeinFernbus nach Ankündigung von Bahnstreik

Spiegel Online hat im Minutentakt nachvollzogen, wie sich die Preise bei MeinFernbus entwickelt haben, nachdem der Bahnstreik bekannt geworden ist. Innerhalb von etwa 30 Minuten haben sich die Preise auf manchen Strecken verdreifacht. Die Analyse zeigt leider nicht, wie viele gestartete Buchungen nötig waren, um für den schnellen Preisanstieg zu sorgen (via ManagerMagazin)

Bild: Crowd in Railway-Station von Matthias Ripp (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Bahnstreik sorgt für Wachstum bei Fernbus Anbietern – bis zu viermal so viel Umsatz erwartet

Die Gewerkschaft der Lockführer (GDL) hat angekündigt, von Donnerstag 2:00 Uhr bis Montag 4:00 Uhr zu streiken. Für Bahnreisende und Pendler im Nah- und Fernverkehr hat der Streik gravierende Auswirkungen und viele werden auf Alternativangebote wie Fernbuslinien ausweichen. Meinfernbus.de, ADAC Postbus und co. bieten sich als Alternative zur Bahn an und erwarten einen Ansturm an Neukunden am kommenden Wochenende.

Laut einer Spiegel Umfrage erwarten die Fernbusunternhmen während des kommenden Bahnstreiks mit viermal mehr Fahrgästen als sonst. Beim letzten Ausstand der Lokführer vor ein paar Wochen hat sich die Nachfrage im Vergleich zu Zeiten ohne Bahnstreik verdreifacht.

Gerade die günstigen Anbieter, wie Flixbus scheinen von dem Streik der GDL zu profitieren, der Umsatz am Streikwochenende vom 17. bis zum 19. Oktober ist im Vergleich zum Wochenende davor um 300% gestiegen. Bei etwas teureren Anbietern, wie BerlinLinienBus lag der Anstieg nur bei 15%. Die dynamische Anpassung der Fahrpreise, je nach Nachfrage, wird auch dazu beitragen, dass die Umsätze der Anbieter steigen werden.

Fahrgäste beschweren sich über Preisanstieg

Für die Fahrgäste führt die dynamische Fahrpreisanpassung zu höheren Fahrpreisen. Gerade in Sozialen Netzwerken wir darüber teilweise Kritik geäußert. Nutzer beschweren sich, dass die Anbieter scheinbar aus dem Streik Gewinn schlagen möchte.

Mit Extrapersonal und Fahrzeugen

Die Anbieter reagieren mit dem Einsatz von extra Personal, um die Nachfrage abzudecken. Die Fernbusanbieter gehen davon aus, dass sie durch den Eisatz von zusätzlichen Helfern und womöglich auch zusätzlichen Fahrzeugendem Ansturm Herr werden. So werden Doppeldecker-Busse eingesetzt und mehrere Fahrzeuge fahren gleichzeitig ab. Zusätzliche Abfahrtzeiten einzuführen, um das Gedränge an den Busbahnhöfen zu entzerren, ist nicht möglich. Die Buchungsplattformen müssen sich an die genehmigten Fahrpläne halten.

Umsatzeinbußen bei der Bahn

Die Bahn wird sich darüber ärgern, dass viele Kunden auf ein Alternativangebot im Fernverkehr aufmerksam gemacht werden. Bereits im ersten Halbjahr diesen Jahres gingen der Deutschen Bahn etwa 50 Mio. € auf Grund des boomenden Fernbusmarkts verloren, am Jahresende könnten es leicht mehr als 120 Mio. € an Umsatzeinbußen bei der Bahn sein.

Bild: FlixBus von blu-news.org via Flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0