Archiv der Kategorie: Bike Sharing

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Lime arbeitet mit Segway an neuem Elektro-Roller

Das Startup Lime, das bisher unter LimeBike bekannt war, arbeitet mit dem Unternehmen Segway zusammen, um die nächste Generation der Elektro-Roller zu entwickeln. Die Roller sollen trotz rechtlicher Probleme ab Mitte des Monats in San Francisco eingesetzt werden und die bisherige Flotte erweitern.

Neues Modell mit Segway entwickelt

Das neue Modell Lime-S wurde gemeinsam mit Segway entwickelt und fährt etwa 30 kmh. Außerdem sollen die neuen Tretroller mit E-Antrieb durch das Design und die verbesserte Sicherheit überzeugen. Die Beleuchtung wurde erweitert und eine weitere Bremse hinzugefügt. Außerdem wurde die Reichweite verbessert. Bisher kamen die Scooter etwa 35 Kilometer weit, das neue Modell soll eine Reichweite von mehr als 55 km haben. Das Modell ist auf die Bedürfnisse im Sharing-Bereich angepasst und auch robuster als das bisherige Modell, das eher für Endkunden gedacht war.

Die Anbieter von Scooter Sharing Diensten, wie Lime, Bird oder Spin setzen auf die Roller des chinesischen Unternehmens Ninebot, das mittlerweile von Segway übernommen wurde. Ninebot wurde von Sequoia Capital, Xiaomi und ShunWei finanziert. Die Partnerschaf zwischen Lime und Segway ist nicht exklusiv, also können auch Lime Konkurrenten wie Spin oder Bird die Scooter einsetzen.  

Mehr als drei Mio. Fahrten bereits absolviert

In einem Blog Post hat das Unternehmen auch kommuniziert, dass seit dem Start mehr als drei Millionen Fahrten absolviert wurden. Ein Großteil der Fahrten wird in den USA durchgeführt worden sein. Seit ein paar Monaten ist das Unternehmen auch in Europa unterwegs. In Deutschland wurde der Dienst erst in Frankfurt gestartet, vor ein paar Wochen dann auch in Berlin.

Zusatz Bike verschwindet aus dem Firmennamen

Das Unternehmen streicht den Teil Bike aus dem Firmennamen, da mittlerweile weit mehr Dienste angeboten werden. Neben normalen Fahrrädern hat das Unternehmen E-Fahrräder und kleine E-Scooter im Angebot, die eher an elektrisch angetriebene Tretroller erinnern. Der Fokus liegt auf Smart Mobility und auf multimodalem Transport.

Bild: Lime (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Europcar übernimmt Scooty

Die Autovermietung Europcar übernimmt den Scooter Sharing Dienst Scooty und möchte damit sein Portfolio an Mobilitätsangeboten stärken. Scooty wird bei Ubeeqo, der Car-Sharing Sparte von Europcar positioniert.

Carsharing und Scooter Sharing auf dem Vormarsch

Für Europcar sind die Bereiche Car-Sharing und Scooter-Sharing attraktiv, da sie nach eigener Aussage stark wachsen. Durch Übernahmen möchte sich Europcar als globaler Anbieter von neuen Mobilitätsdiensten positionieren, dabei sollen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Mittelpunkt stehen.

Scooter Sharing nach dem free-floating Prinzip

Scooty ist ein Sharing Dienst für Elektroroller, der nach dem free-floating Prinzip funktioniert. Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2016. Das Startup ist in Belgien aktiv und betreibt eine überschaubare Flotte an 176 Elektro-Rollern in Antwerpen und Brüssel. Die komplette Buchung der Roller wird über eine eigene Smartphone App abgewickelt. Wie diese eher kleine Übernahme in die globalen Ambitionen passt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Im Vorfeld der Übernahme hat Scooty mit Ubeeqo, der Carsharing Marke von Europcar zusammengearbeitet. Diese Kooperation scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Auch nach der Übernahme soll die Marke Scooty erhalten bleiben und weitergeführt werden. Ob Ubeeqo und Scooty über eine App buchbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.

Aus Carsharing car2go mit Daimler ausgestiegen

Europcar ist früh in das Car-Sharing eingestiegen. Zusammen mit Daimler wurde car2go hochgezogen und in mehreren Städten ausgerollt. Erst vor ein paar Monaten hat sich Europcar aus dem Joint-Venture raus kaufen lassen und so die Fusion zwischen car2go und DriveNow geebnet. Ein Teil des Erlöses soll in andere Mobility Startups gesteckt werden.

Konkurrenz durch Coup und Emmy

Auch in Berlin ist Scooter Sharing mit Elektrorollern angesagt. Die Bosch Tochter Coup hat eine Flotte mit etwa 1000 Gogoro Elektrorollern im Einsatz. Mitbewerber Emmy komme auf eine mittlere dreistellige Zahl an Rollern unterschiedlicher Hersteller, die im Stadtgebiet verteilt sind.

Bild: Scooty (alle Rechte vorbehalten)

Münchner sind bereit, sich von ihrem Fahrzeug zu trennen – sofern Alternativen verfügbar sind

Eine Studie, die von dem Carsharing-Anbieter Oply in Auftrag gegeben wurde, gibt ein Indiz dafür, dass eine steigende Anzahl an Münchner Autobesitzer bereit ist, auf das eigene Auto zu verzichten. Voraussetzung ist, dass vergleichbare Alternativen vorhanden sind und die Umstände stimmen.

Alternativen als Voraussetzung

Insgesamt wurden 1727 Menschen durch ein Marktforschungsunternehmen befragt, 517 davon in München. Über 64 Prozent der befragten Personen in München sind bereit, sich von ihrem eigenen Auto zu trennen, sofern passende Alternativen wie ÖPNV, Carhsharing oder Ride-Sharing vorhanden sind. Der Schnitt deutschlandweit liegt laut der Studie bei etwa 52 Prozent. In der Stunde gaben etwa 70 Prozent der befragten Personen in München an, dass eine gute Abdeckung mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln vorhanden sein muss, damit das eigene Fahrzeug abgeschafft wird. Etwa 60 Prozent der Münchner geben an, dass die Angebotssituation so gut werden muss, damit sich ein eigenes Auto nicht mehr rentiert.

Höhere Wechselbereitschaft in der Innenstadt

In Innenstadtlagen ist die Wechselbereitschaft erwartungsgemäß höher. Die Parkplatzsituation ist angespannter und das Angebot an Alternatives ist mit am höchsten. Fast 40 Prozent der Fahrzeug Besitzer gaben, dass sie ihr eigenes Auto selten bis ab und zu nutzen. Über 3/4 der Autobesitzer, die in der Innenstadt wohnen, können sich vorstellen, dass Sie sich von ihrem Fahrzeug trennen könnten. Dieser Trend dürfte nicht nur für München zutreffen, sondern auch für Städte wie Hamburg oder Berlin.

Viel Potential in den meisten Städten

Kostengünstige und einfach verfügbare Alternativen zum eigenen Auto fehlen in den meisten Großstädten in Deutschland zur Zeit noch. Für die Nutzer ist es wichtig, dass innerhalb von wenigen Minuten ein Car-Sharing-Fahrzeug zu Fuß erreichbar ist oder ein Ride-Sharing-Fahrzeug vorbei kommt. Teilweise werden diese auch durch veraltete Vorschriften und konservativ eingestellte Verkehrsunternehmen ausgebremst. Hier ist dringend Handlungsbedarf erforderlich, damit die Bewohner der Städte ihr eigenes Fahrzeug abschaffen.

Bild: Oply (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Ofo startet in Berlin

Nach längerer Vorbereitung startet ein weiterer Bike-Sharing Dienst in Berlin. Der chinesische Anbieter ofo startet sein Angebot demnächst in den Bereichen Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mitarbeiter für Berlin wurden schon seit Ende letzten Jahres gesucht, jetzt geht es endlich los.

Kleine Flotte am Anfang

ofo scheint von den Mitbewerbern gelernt zu haben. Anders als oBike in München, startet der Neueinsteiger mit einer kleinen Flotte in Berlin. Am Anfang sollen etwa 100 Fahrräder ausgerollt werden, in den kommenden zwei bis drei Monaten soll die Zahl auf 2000 Räder erhöht werden. Heute soll der Dienst mit den ersten Fahrrädern starten. Die Fahrräder sind von der Größe her auf den Deutschen Markt angepasst, außerdem sind sie mit einer 3-Gang Schaltung ausgestattet. Die Beschreibung erinnert an die Fahrräder von Byke, die sich gut fahren lassen.

Wachstum durch Partnerschaften

Um für Aufmerksamkeit zu sorgen, plant das Unternehmen, mit Geschäften im Bediengebiet zu kooperieren. Geplant sind gemeinsame Events und eventuell auch Co-Brandings. Ein Kooperation mit anderen Mobility Anbietern oder die Integration in ÖPNV Angebote ist bisher nicht geplant. Laut General Managerin Alex Cappy ist das Thema Teil einer weltweiten Strategie sein, die im Moment erst ausgearbeitet wird.
Die ersten Nutzer sollen eng begleitet und befragt werden, um Feedback über die Fahrräder, die Bedienung der App und das Konzept an sich zu sammeln. Das Feedback soll in die weitere Entwicklung des Dienstes mit einfließen.

Preisgestaltung orientiert sich an Mitbewerbern

Preislich wird sich Ofo bei 80 Cent für jede 20 Minuten bewegen. Die Mitbewerber Mobike oder LimeBike verlangen zwischen 0,50€ und 1,00 € pro 20 bzw. 30 Minuten. Der Anbieter Byke verlangt 50 Cent pro 30 Minuten. Ofo überlegt außerdem, unterschiedliche Abo-Modelle einzuführen, um die Nutzer länger an den Dienst zu binden.
ofo ist vor ein paar Jahren in China gestartet und wird mittlerweile mit einem Milliardenbetrag bewertet. Zuletzt wurden mehr als 850 Mio. Dollar von Alibaba und co. investiert. Die Fahrdienstplattform Didi Chuxing hat ebenfalls in ofo investiert und das Bike-Sharing Angebot in die Mobility Plattform integriert.
Bild: ofo (alle Rechte vorbehalten)

Neuer ÖPNV: Weitere amerikanische Stadt arbeitet mit Mobilitätsdiensten zusammen

Die Stadt Monrovia in Kalifornien strukturiert die öffentlichen Transportdienste neu. Das neue Programm in Monrovia heißt Go Monrovia. Bisher wurden ein Rufbus mit einer Summe von 1 Mio. Dollar pro Jahr unterstützt. Demnächst werden auch Lyft Fahrten subventioniert und Fahrräder können über die Bike-Sharing Plattform von LimeBike für einen Dollar geliehen werden.

Lyft-Fahrten werden subventioniert

Die Lyft-Fahrten kosten dank der Subventionen nur noch 0.50 US Dollar pro Fahrt innerhalb des Geschäftsgebiets von Go Monrovia. Die Nutzer müssen zuvor einmalig einen Gutscheincode in der App eingeben, um die Subventionen zu aktivieren. LimeBike bietet eine free-floating BikeSharing Plattform an. Das Unternehmen ist auch in Frankfurt aktiv und wird demnächst in Berlin starten. Fahrten mit LimeBike kosten 1 Dollar pro 30 Minuten. Erstaunlich ist, dass die Bike-Sharing Alternative teurer ist als der Fahrdienst. Die Frage ist, ob so viele Bewohner von Monrovia auf die Fahrräder zurückgreifen, wenn der Preis doppelt so hoch ist, wie eine Fahrt mit der Ride-Sharing Plattform Lyft.

Ziel: komfortabel und preisgünstig von A nach B

Die Stadt, die sich am Rand von Los Angeles befindet, möchte mit der Erweiterung ein Transportsystem schaffen, mit dem Bewohner und Touristen komfortabel und preisgünstig von A nach B kommen. Mittelfristig soll durch ein besseres Transportsystem auch der Fahrzeugbestand reduziert werden und das Parkplatzproblem gelindert werden.

Mehr Städte mit Alternative zu ÖPNV

Monrovia ist nicht die erste Stadt in den USA, die auf neue Mobilitätsdienste als Alternativen zum klassischen ÖPNV setzt. Erst kürzlich hat die texanische Stadt Arlington einige Buslinien in der Innenstadt abgeschafft und durch einen on-demand Ride-Pooling Dienst mit Kleinbussen auf Basis der Technologie von Via ersetzt. Eine Stadt in New Jersey subventioniert Uber-Fahrten zum Bahnhof, anstatt einen neuen Parkplatz für Pendler zu bauen. Die Stadt Innisfil in Kanada hat im letzen Jahr Uber als Alternative zum bisherigen ÖPNV eingeführt und spart seitdem 8 Mio. US Dollar pro Jahr.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Uber übernimmt JUMP

Uber und JUMP arbeiten schon seit ein paar Monaten in San Francisco zusammen. Dort ist das Bike-Sharing Angebot von JUMP in die Uber App integriert. Jetzt folgt der nächste Schritt und JUMP wird komplett von Uber übernommen. Anscheinend soll Uber bis zu 200 Mio. Dollar für das Bike-Sharing Angebot gezahlt haben, ein stolzer Preis für einen kleineren Anbieter der Branche.

Unternehmensvision soll schneller erreicht werden

JUMP wird sich auf Grund der Reichweite von Uber für die Fusion entschieden haben. Uber ist in fast jeder Stadt in den USA vertreten, JUMP nur vereinzelt. Das Unternehmen hofft, die Unternehmensvision so schneller erreichen zu können. Uber ist auf dem Weg zu einer umfassenden urbanen Mobilitätsplattform, die mehr abdeckt als nur Ride-Sharing und -Hailing Dienste. Bike Sharing ist eine Richtung, außerdem möchte das Unternehmen näher an den ÖPNV heranrücken.

Vor dem Bike-Sharing Boom gegründet

Das Unternehmen JUMP hat eine längere Vergangenheit und wurde schon lange vor dem aktuellen Bike-Sharing Boom gegründet. Im Jahr 2010 wurde das Unternehmen unter dem Namen Social Bicycles gestartet und hat an öffentlichen Ausschreibungen für Bike-Sharing Angebote teilgenommen und auch gewonnen. So wurden 12.000 Fahrräder in 40 Städten in 6 Ländern ausgerollt, in enger Partnerschaft mit den Städten und unter fremden Marken. Meist wurden die Fahrräder an die lokalen Partner verkauft.

Enorme Veränderungen in den letzten beiden Jahren

In den letzten zwei Jahren hat sich das Bike-Sharing Segment enorm verändert. Weg von öffentlich finanzierten und ausgeschriebenen Angeboten und hin zu privat finanzierten Unternehmen. Es sind mehrere Milliarden Dollar in die unterschiedlichen Bike-Sharing Unternehmen geflossen, die meisten davon haben ihren Ursprung in Asien. Zu den großen Anbietern gehören die Unternehmen Ofo und Mobike. Diesen System-Wechsel hat auch Social Bicycles zum Anlass genommen und die Ausrichtung geändert.

250 E-Fahrräder in San Francisco

Im letzten Jahr wurde mit JUMP eine eigene Marke gegründet und im Januar wurden 250 E-Fahrräder in San Francisco auf die Straße gebracht. Anstatt Fahrräder und die Systeme dahinter zu verkaufen, ist das Unternehmen zum Betreiber einer eigenen Flotte geworden. Kurz nach dem Start erfolgte die Integration in die Uber App für Nutzer in San Francisco. Die Mobilitätsplattformen wie Ola, Didi Chuxing oder Grab aus Asien hatten bereits Bike-Sharing Angebote integriert, so sah sich Uber unter Zugzwang und hat mit JUMP das Angebot UberBike gestartet. Laut JUMP kommt ein Großteil der Fahrten noch über die eigene App. Die Räder scheinen grundsätzlich gut angenommen zu werden. Zwischen sechs und sieben Fahrten werden pro Tag von den Nutzern durchgeführt, die durchschnittliche Fahrt soll etwa vier Kilometer lang sein. Ein Großteil der Fahrten ist in der Früh (22 Prozent) oder am Abend (20 Prozent), JUMP schlussfolgert daraus, dass viele Berufspendler auf das Angebot zurückgreifen.

Stolzer Preis von 200 Mio. Dollar

Die Mitarbeiter werden zu Uber wechseln, das Unternehmen soll aber unter dem alten Nahmen und als eigene Abteilung weiter bestehen bleiben. Die App soll auch erstmal bestehen bleiben. Fraglich ist die hohe Bewertung des Unternehmens. Die Summe von fast 200 Mio. US Dollar ist ein stolzer Preis für ein Unternehmen, das nur 250 E-Fahrräder betreibt und sich um die Entwicklung der Räder kümmert. Gut möglich, dass Uber von den Kontakten zu Behörden und zur Politik profitieren möchte. Erst im Januar hat JUMP eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. Dollar abgeschlossen, angeführt von Uber Investor Menlo Ventures.

Bild: JUMP (alle Rechte vorbehalten)

Mobilitätsplattform: Uber setzt zusätzlich auf Bike Sharing, Carsharing und ÖPNV

Uber entwickelt sich weiter in Richtung umfassende Mobilitätsplattform. Auf einer Veranstaltung in Washington D.C. hat der Uber Chef Dara Khosrowshahi angekündigt, dass Uber eine Reihe von Mobilitätsdiensten in die App integrieren wird. Außerdem werden erhobene Daten über das Verkehrsverhalten und die Parkraumnutzung mit den Städten geteilt. Ziel ist den privaten PKW Besitzt zu reduzieren, auch wenn dadurch Ride-Sharing Fahren der Plattform kanibalilisiert werden.

Bike Sharing via JUMP

Uber wird mit der Integration von Carsharing Dienste, Bike Sharing und die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Die neuen Angebote werden nicht selbst aufgebaut, sondern entstehen durch Partnerschaften. In den vergangen Tagen wurde bekannt, dass Uber den Bike-Sharing Dienst JUMP für fast 200 Mio. Dollar übernommen hat. JUMP wird die Grundlage der des Bike-Sharing Angebots bei Uber werden. Bisher wurden die Räder nur in San Francisco unter dem Namen Uber Bike in der App angezeigt, jetzt kommt Washington D.C. dazu.

Peer-2-Peer Carsharing auch für Nutzer

Im Bereich Carsharing arbeitet Uber mit der Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround zusammen. In San Francisco können die Nutzer über die Uber App die Fahrzeuge von Getaround mieten. Der neue Dienst soll Uber Rent genannt werden und bei Erfolg in weiteren Städten in den USA ausgerollt werden. Uber und Getaround arbeiten schon länger zusammen, um interessierte Fahrer mit Fahrzeugen zu versorgen. Jetzt wird das Angebot auch den Nutzern zugänglich gemacht. Mit der Integration von Carsharing folgt Uber den Konkurrenten aus Asien, die bereits mit einem ähnlichen Modell experimentieren. Ob Uber Carsharing auch in anderen Ländern plant, ist noch nicht bekannt.

Tickets für den ÖPNV über die Uber App

Um sich enger mit dem ÖPNV zu verknüpfen, hat sich Uber mit dem Startup Masabi zusammengetan. Masabi entwickelt Lösungen für mobiles Ticketing für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die beiden Unternehmen arbeiten noch an den Details der Kooperation und an den Märkten, die zuerst angefangen werden sollen. Prinzipiell ist das Ziel, dass in der Uber-App Tickets für den ÖPNV gekauft werden können. Gut möglich, dass Uber den Ticketpreis mit dem Fahrpreis für die Uber-Fahrt verrechnet, falls die Nutzer Uber und ÖPNV auf einer Strecke nutzen.

Auf einer Goldman Sachs Konferenz hat Uber CEO Khosrowshahi angekündigt, dass sich das Unternehmen mit dem ÖPNV verbinden wird und dass sich die Uber App zu einer Plattform für Mobilitäts- und Transportdienste entwickeln wird. Jetzt fängt das Unternehmen an, erste Ergebnis dieser Strategie zu liefern.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Meituan und Didi: Der Krieg der Fahrdienste lebt in China wieder auf

Nach der Fusion von Uber China und Didi Chuxing war der Wettkampf um die Vorherrschaft bei den Mobilitätsplattformen erstmal vorbei. Beide Unternehmen haben vor der Fusion pro Jahr zusammen mehrere Milliarden Dollar verbrannt, um Fahrer und Nutzer zu gewinnen. Der Frieden wird durch den Einstieg der Lieferplattform Meituan Dianping erstmal wieder vorbei sein.Letzte Woche hat das Unternehmen durch die Übernahme der Bike-Sharing App Mobike für Aufsehen gesorgt.

Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet

Die App Meituan Dianping hat seinen Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet, ein Start in Peking wird in den kommenden Wochen erwartet. In Peking müssen erst noch die Behörden zustimmen. Das Unternehmen gehört zu den digitalen Schwergewichten in China. Das Unternehmen verfügt über 250 Mio. Nutzer, 30 Prozent davon haben Bedarf nach Mobilitätsdiensten. Damit kann das Unternehmen eine attraktive Nutzerbasis für einen Ride-Sharing Dienst vorweisen. Wie bei den Mega-Apps oder auch Networks of Networks genannten Playern üblich, wird das neue Angebot in die bestehende App integriert. So werden möglichst viele Nutzer erreicht und die Barriere für die Nutzung gering gehalten.

Garantiertes Einkommen für die Fahrer

Meituan wird viel Geld investieren, um Nutzer und Fahrer zu gewinnen. Um die Verfügbarkeit hoch zu halten, hantiert das Unternehmen mit Bonuszahlungen für die Fahrer. Die Fahrer erhalten mindestens umgerechnet 95 Dollar pro Tag, wenn sie 10 Stunden am Tag verfügbar sind und mehr als 10 Fahrten in den zu erwartenden Stoßzeiten zwischen 6:00 und 22:00 absolvieren. Die Plattform verzichtet in Shanghai für die ersten Wochen auch auf die Vermittlungsgebühr, die in der Branche normalerweise bei 20 bis 30% des Umsatzes beträgt. In den kleineren Städten Nanjing und Jiangsu zahlen die Fahrer nur 8 Prozent Vermittlungsgebühr an Meituan Dianping und damit viel weniger als bei Didi Chuxing.

Da Didi Chuxing weiter wachsen will, wird es sich geeignete und kostspielige Gegenmaßnahmen einfallen lassen, um Fahrer und Nutzer zu binden. Unterschiedliche Medien haben auch berichtet, dass Didi ins Liefergeschäft für Lebensmittel und warme Gerichte einsteigen wird. Zuerst in einer kleineren Stadt in der Nähe von Shanghai, ein Start in Shanghai wird dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Meituan führende Plattform für offline to online Dienste

Bisher war das Unternehmen Meituan Dianping in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs. Das Unternehmen ist als Schnäppchen- und Bewertungsportal gestartet und hat sich in den letzten Jahren in immer mehr Bereiche vorgearbeitet. Vor allem das Geschäft mit Service- und Logistik-Dienstleistungen wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Beliebt sind die Lieferdienste für warme Mahlzeiten und Lebensmittel. Die Nutzer können über die Plattform auch Services wie Friseure, Autowäsche oder Massagen on-demand buchen. Dabei kommt der Dienstleister zum Wunschort des Kundens. Zu den Investoren gehören neben dem Technologiekonzern Tencent  auch die Priceline und der VC Sequoia Capital. 

Bild: Meituan (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Mobike hat einen Käufer gefunden – Meituan schlägt für mehr als 2 Milliarden Dollar zu

Die Bike-Sharing Plattform Mobike hat einen Käufer gefunden. Das Business Magazin Caixin hat zuerst berichtet, dass die E-Commerce Plattform Meituan-Dianping Interesse an einer Übernahme hat. Mittlerweile wurde der Deal von Hu Weiwei auf der Messaging Plattform WeChat bestätigt.  Ob Meituan das ganze Unternehmen übernimmt oder nur einen großen Teil, ist noch unklar. Der Bike-Sharing Markt in China ist hart umkämpft, mehrere Anbieter mussten schon aufgeben oder haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Tencent als treibende Kraft

Der Deal zwischen Mobike und Meituan soll von Pony Ma, dem Chef von Tencent Holdings eingefädelt worden sein. Der Technologiekonzern Tencent ist an beiden Unternehmen beteiligt. Meituan ist eine der führenden online Plattformen in China, über die sich offline to online Services wie Reservierungen in Restaurants oder Kinotickets buchen lassen. Stark ist das Unternehmen auch bei dem Thema Lieferservice für fertige Gerichte. Im letzten Jahr wurde das Unternehmen mit 30 Milliarden US Dollar bewertet, ein Börsengang in Hong Kong soll in Planung sein.

Meituan setzt Fokus auf Transport und Mobilität

Im Raum steht ein Kaufbetrag zwischen 2.7 und 3.7 Milliarden US Dollar. So viel soll Meituan auf den Tisch legen, um die Bike Sharing Plattform Mobike zu übernehmen. Für Meituan Dianping entwickelt sich Mobilität und Transport zu einem wichtigen Bereich. Das Unternehmen hat sich an dem Fahrdienst Go-Jek beteiligt. In den letzten Monaten wurde in China ein eigener Ride-Hailing Dienst gestartet, der es mit Didi Chuxing aufnehmen soll. Der Einstieg von Meituan in den Bike-Sharing Markt passt in die Strategie und wird den Wettkampf der unterschiedlichen Anbieter weiter befeuern. 

Mobike ist eine Größe auf dem Bike-Sharing Markt

Mobike zählt neben ofo zu den größten Fahrrad-Plattformen in China, mittlerweile ist das Unternehmen auch in Europa aktiv. Mobike wollte mit dem Rivalen ofo fusionieren, das Vorhaben ist aber Ende letzten Jahres gescheitert. Der Deal soll daran gescheitert sein, dass ofo Investor Didi Chuxing zu viel Kontrolle an dem neuen Unternehmen gehabt hätte. Das hat die anderen Investoren abgeschreckt. Letztendlich hat es Konkurrent ofo nach einigen Schwierigkeiten geschafft eine Finanzierung in Höhe von 866 Mio. Dollar einzusammeln. Das Geld kommt von Tencent Konkurrenten Alibaba. 

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)