Archiv der Kategorie: Carsharing

Virtuo bietet eine Autovermietung 2.0 an und erhält dafür 7.5 Mio. Euro Finanzierung

Das französische Startup Virtuo bietet eine Autovermietung an, bei der alle Prozesse digital und über das Smartphone laufen. Um weiter in Frankreich und Europa zu expandieren, nimmt das Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 7.5 Mio. Euro auf, das Geld kommt vom dem VC Balderton Capital.

Vom Konzept her erinnert der Dienst von Virtuo an das Angebot des amerikanischen Unternehmens SilverCar, das vor kurzem von Audi übernommen wurde. Virtuo, sowie Silvercar bieten eine Autovermietung mit Premiumfahrzeugen, alle Prozesse auf Kundenseite laufen dabei digital.

Autovermietung per App

Die Mieter können sich über die App innerhalb von 10 – 15 Minuten registrieren. Dabei werden die Kreditkartendaten aufgenommen und Ausweis und Führerschein validiert. Die Validierung erfolgt mittels Gesichtserkennung.

Über die Smartphone App kann ein Fahrzeug reserviert werden und der Fahrer wird per App zum Auto navigiert. Ein zeitraubender Stop bei einem Schalter, wie es bei Sixt oder Europcar der Fall ist, ist nicht nötig. Das Fahrzeug kann über die App von Viruto geöffnet und wieder verriegelt werden.

Virtuo nutzt für sein Angebot Mercedes-Benz A-Klassen und GLAs, die mit Navi, Automatik und Ledersitzen ausgestattet sind. Der Nutzer weiß also was für ein Fahrzeug er bekommt und umgeht so Überraschungen. Der Miettrarif variiert zwischen 49 Euro und 89 Euro pro Tag, je nach Nachfrage. Im Preis sind 150 Freikilometer mit inbegriffen, Mehrkilometer werden mit 0.10 Euro pro Kilometer in Rechnung gestellt.

Fokus auf Bahnhöfe und Flughäfen

Das Startup bietet den Service an mehr als 10 Knotenpunkten, wie Bahnhöfen und Flughäfen in Frankreich an. Unter anderem können die Autos an den Flughäfen und großen Bahnhöfen in Paris angemietet werden, aber auch in Nizza oder Avignon. In einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen ein eigenes Auto abschaffen und auf Mobilitätsdienste setzen, kann das Unternehmen erfolg haben. Menschen ohne eigenes Auto werden ab und zu ein Mietauto in Anspruch nehmen wollen, um mehrere Tage hintereinander flexibel zu sein und um längere Strecken zurück legen zu können. Ein Angebot wie Virtuo, das ganz ohne lästiges Warten und Überraschungen in den Mietstationen funktioniert, ist eine attraktive Alternative zu Sixt und co.

Virtuo seit 2016 aktiv

Seit dem Start im April 2016 wurden mehr als sechs Millionen Kilometer von den on-demand Kunden zurückgelegt. Insgesamt wurde die App mehr als 150.000 Mal aus dem App-Store geladen. Vor dem Start hat das Startup 1.7 Mio. Euro an Seed-Finanzierung von Business Angels eingesammelt. Das Geld von dem Frühphasen-Investor Balderton soll dazu genutzt werden, in weiter französische und andere europäische Großstädte zu expandieren. Bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen auch nach Deutschland traut, oder ob andere europäische Länder zu erst auf der Agenda stehen.

Bild: Virtuo (alle Rechte vorbehalten)

Gogoro sammelt 300 Mio. US$ für seine e-Scooter ein.

Der Hersteller der Elektroroller Gogoro hat eine imposante Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Mio. US$ eingesammelt. Das Geld soll für die weitere Expansion genutzt werden. Die e-Scooter von Gogoro werden zum Beispiel bei dem Scooter-Sharing Dienst Coup in Berlin und Paris eingesetzt.

Gogoro eScooter bei Coup im Einsatz

Insgesamt hat das Unternehmen aus Taiwan bisher mehr als 34.000 Elektroroller verkauft, die meisten davon dürften in Taiwan unterwegs sein. Die Bosch Tochter Coup hat für den Sharing Dienst in Paris und Berlin um die 1600 Roller abgenommen. Mit den 34.000 Rollern wurden über 100 Mio. Kilometer elektrisch zurückgelegt. Dadurch wurden 4.1 Mio. Liter Benzin eingespart, die Roller mit Verbrennungsmotor für die gleiche Strecke benötigt hätten.

Zu den Investoren, die sich an der jetzigen Runde beteiligt haben, gehören Tamasek aus Singapur, der Energiekonzern ENGIE aus Frankreich, Sumitomo Corporation aus Japan und Generation Investment Management aus Großbritannien. Daraus könnte sich schließen lassen, dass Gogoro weiter nach Europa expandieren wird und auch in Japan und Südostasien starten wird.

Batteriesystem soll weiter ausgebaut werden

Der Bedarf nach Elektromobilität und innovativen Mobilitätsangeboten wird in den kommenden Jahren steigen. Gogoro bietet mit seinen E-Scootern ein passendes Produkt, um bei dieser Entwicklung eine wichtig Rolle zu spielen. Das Unternehmen baut die Robusten eScooter und baut darum gleichzeitig ein starke Marke auf. Neben den Rollern fokussiert sich das Unternehmen ich auf das System für die austauschbaren Batterien. In Zukunft könnten die Wechselakkus auch für andere Produkte und Dienstleistungen genutzt werden.

Schon im Stealth Mode gefragt

Der Rollerhersteller wurde schon vor dem öffentlichen Start gehyped. Obwohl wenig über das Produkt bekannt war, konnte das Unternehmen 150 Mio. US Dollar im Stealth Mode einsammeln. Mittlerweile ist der e-Scooter in der zweiten Version verfügbar. Die neue Generation wurde technisch weiterentwickelt und bietet auch mehr Platz für Passagiere und Helme. Der Gogoro 2 Series kostet in Taiwan um die 2.000 Euro.

Bild: Gogoro (alle Rechte vorbehalten)

Automobilhersteller und Startups: Zwei Welten auf der IAA

Zur Zeit findet in den Messehallen in Frankfurt die IAA 2017 statt. Auch wenn sich die Automobilhersteller um Digitalisierung und Mobilitätsdienste bemühen, liegt der Fokus und das Interesse noch sehr stark auf den ausgestellten Fahrzeugen der Automobilhersteller. Themen, wie Shared Mobility und vollautomatisiertes Fahren, die die Zukunft der urbanen Mobilität sein werden, sind auf der IAA wenig präsent.

Fokus auf Serienfahrzeugen und Show Cars

Auf den Ständen der meisten Automobilkonzerne ist ein Mix aus aktuellen Serienfahrzeugen und futuristischen Show Cars zu finden. Die Show Cars ziehen unter anderem die Besucher an, werden aber so nie auf der Straße zusehen sein. Auch die in Szene gesetzten aktuellen Versionen der Serienfahrzeuge sind ein Magnet für Zuschauer.

Was auffällt, auf den Ausstellungsflächen der meisten Hersteller wird sehr wenig auf die Mobilitätsdienste eingegangen, die in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen werden. Der Automobilkonzern Daimler hat in den letzten Wochen eine Beteiligung an Mobility Startups nach der anderen verkündet, auf der IAA geht das Thema aber so gut wie unter. Daimler hat es gerade einmal geschafft, ein Wand mit Tafeln zu installieren, auf denen die unterschiedlichen Mobility Services, wie Blacklane oder mytaxi Beschrieben werden. Mercedes S-Klassen und aufgemotzte AMG Modelle scheinen immer noch mehr zu begeistern. Ford hat ein Fiesta Modell mit dem Schriftzug Ford Carsharing versehen und auf ein Podest gestellt, die Promoter vor Ort konnten wenige darüber sagen.

New Mobility World mit Fokus auf Zukunft der Mobilität

Im Rahmen der IAA 2017 wird auch wieder die New Mobility World (NMW) veranstaltet, bei der der Fokus auf der Zukunft der Mobilität liegt. Geht man über die Flächen der NMW, bekommt man schnell einen Eindruck, wie stiefmütterlich die Zukunft der Mobilität von den Automobilherstellern behandelt wird. Die Messehalle von Mercedes-Benz ist bis ins letzte Detail aufgemotzt, die Mobility Tochter Movel muss sich mit einem bunten Stand auf der NMW begnügen, der die ganze Zeit so gut wie leer war. Die neue Volkswagen Vorzeigemarke Moia begnügt sich mit einem unspektakulären Stand, während ein Stockwerk tiefer die Serienfahrzeuge und Show Cars in Szene gesetzt werden. Der Kontrast ist mehr als Deutlich, das macht sich auch in den Besucherzahlen bemerkbar.

Insgesamt ist die New Mobility World der spannendste Bereich der IAA 2017 und die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben, internationale Startups und Speaker nach Frankfurt zu holen. Auf den beiden Bühnen der New Mobility World geben sich die Vertreter von Facebook, Uber, Wunder, Via und co. die Klinke in die Hand und schaffen es immerhin, ihre Messages vor gut gefüllten Reihen zu kommunizieren.

Eine vergebene Chance – vielleicht wachsen beide Welten bis zur IAA 2019 zu einem harmonischen Bild zusammen. Sinn würde es machen, die Automobilhersteller haben noch viel zu tun, um sich für die Zukunft fit zumachen, das geht schneller in Zusammenarbeit mit innovativen und dynamischen Startups.

Bilder: GetMobility.de

Volvo übernimmt die Reste von Valet-Parking Startup Luxe

Es ist schon seit mehreren Monaten klar, dass das Startup Luxe nicht weiter überleben kann. Jetzt hat das Unternehmen, das einen Park-Service angeboten hat, einen Käufer gefunden. Der Automobilhersteller Volvo übernimmt unteranderem die Technologie, Plattform und Mitarbeiter von Luxe, um seine eigene Digital-Strategie zu beschleunigen.

Luxe Absturz nach Hype

Das Startup Luxe hat in den letzten Monaten eine herbe Bruchlandung hingelegt. Noch im letzten Jahr wurde das Unternehmen mit mehr als 110 Mio. US$ bewertet und die Autovermietung Herz ist als Investor eingestiegen. In den darauffolgenden Monaten wurde viel Geld verbrannt und das Startup hat es nicht geschafft, weitere Investoren zu überzeugen. Der angebotene Park-Service wurde daraufhin eingestellt und ein Pivot wurde angekündigt. Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, dass die Fahrdienstplattform Uber das Startup übernehmen werde. Zu dem Deal kam es letztlich nicht und Volvo hat zugeschlagen. Volvo Cars würd für die Akquisition nicht viel Geld auf den Tisch gelegt haben, es dürfte sich her um einen Acqui-Hire handeln.

On-demand Valet-Parking für amerikanische Großstädte

Luxe Nutzer konnten ihr Fahrzeug überall in der Stadt an einen professionellen Valet Fahrer übergeben. Der Fahrer hat einen Parkplatz für das Auto gefunden, zusätzlich konnten Dienstleistungen wie Tanken oder Waschen gebucht werden. Zu dem gewünschten Zeitpunkt wurde das Auto wieder an den Fahrer übergeben.

Volvo will digitale Dienste ausbauen

Mit dem Kauf will Volvo die eigene Plattform für digitale Dienste ausbauen. Unteranderem soll ein Hol- und Bringservice mehr Bequemlichkeit für Volvo Fahrer bieten. Die Technologie von Luxe soll dabei helfen, den Service zu verbessern. Volvo erhält einen leistungsfähigen Algorithmus für die Routenplanung, die Planung der Logistik und die Abschätzung der Ankunftszeiten.

Volvo und andere Automobilhersteller investieren zur Zeit enorm in Technologie-Startups, die sich auf den Automotive-Sektor spezialisiert haben. Teilweise werden die Unternehmen auch komplett übernommen. Die Automobilkonzerne wollen sich durch das externe Know-How fit für das veränderte Mobilitätsverhalten und Verständnis für Fahrzeugbesitz machen. Autokonzerne schließen Partnerschaften, um gemeinsam autonome Autos zu entwickeln oder beteiligen sich an Ride Sharing und Shuttle Plattformen.

Bild: Volvo Car Group (alle Rechte vorbehalten)

mytaxi match: Ride Sharing fürs Taxi

Die Taxi-App mytaxi testet in Warschau ein neues Angebot. Mit mytaxi match wir ein neues Pooling-Produkt auf den Markt gebracht, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen können. Der neue Dienst wird zuerst in Warschau verfügbar sein, dort steht den Nutzern eine Flotte von etwa 1000 Taxifahrern zur Verfügung. Später soll mytaxi match in weitere europäische Städte ausgerollt werden.

Neue Routentechnologie für effizientes Teilen

Für mytaxi match hat das Unternehmen in den letzten Monaten eine neue Routentechnologie entwickelt und umfangreich in unterschiedlichen europäischen Städten getestet. Wenn sich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen, ist es aus Sicht der Fahrgäste wichtig, dass die Anfahrtszeit nicht wesentlich länger ist und dass sich auch die Umwege in Grenzen halten. Auch bei dem neuen Ride Sharing Produkt setzt mytaxi auf lizensierte Taxifahrer, die auf der Platform registriert sind.

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Verknüpfung von Fahrgästen, die in dieselbe Richtung reisen

Die mytaxi App wurde so konzipiert, dass sie für den Benutzer so einfach wie möglich zu bedienen ist. Mit nur wenigen Klicks findet und verknüpft mytaxi mach zwei Fahrgäste, die in dieselbe Richtung reisen und ermöglicht es ihnen so die anfallenden Fahrtkosten entsprechend der gefahrenen Strecke aufzuteilen. Bis zu 40% Ersparnis verspricht mytaxi, wenn die Fahrt geteilt wird. Sollte sich kein passender Match finden, erhält der Kunde einen kleinen Rabatt. Umweltbewusste Fahrgäste können sicher in dem Wissen reisen, dass Fahrgemeinschaften in den Städten zur Verringerung von Umweltbelastungen und hohen Verkehrsaufkommen beitragen.

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Sondergenehmigung für Deutschland nötig

Für einen Start von mytaxi match in Deutschland wären Sondergenehmigungen von den jeweiligen Behörden erforderlich, da das Personenbeförderungsgesetz ein Pooling vom mehreren Fahrgästen im selben Auto untersagt. Startups, wie CleverShuttle, haben gezeigt, dass es möglich ist, diese Genehmigungen zu erhalten.

Nicht nur mytaxi bietet ein Pooling-Produkt für Taxifahrer an. Auch das amerikanische Startup via, das vor kurzem ein Investment von Daimler/Mercedes-Benz erhalten hat, hat in New York City die Yellow Cabs an die Pooling-Plattform angeschlossen.

Mit den jüngsten Übernahmen von Clever Taxi, Rumäniens führender Taxi-App sowie Taxibeat in Griechenland setzt mytaxi den eingeschlagenen Wachstumskurs weiter fort, festigt seine Präsenz im internationalen Mobilitäsdienstleistungsmarkt und stärkt gleichzeitig seine Position als Europas führendes Taxiunternehmen für den digital vernetzten Personenbeförderungsverkehr.

Bild: mytaxi (alle Rechte vorbehalten)

Roadmap E: Volkswagen startet Elektrifizierungsoffensive

Der Volkswagenkonzern startet unter dem Namen Roadmap E die größte Offensive, um die Modellpalette bis 2025 zu Elektrifizieren. Bis dahin sollen 80 Modelle der Konzernmarken mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein. Insgesamt 50 Modelle sollen über einen reinen Elektroantrieb verfügen, die übrigen 30 Modelle werden Hybrid Fahrzeuge sein. Mit der Offensive will Volkswagen eine führende Rolle in der Transformation der Automobilindustrie einnehmen.

Volle Elektrifizierung bei Volkswagen bis 2030

Der Konzern geht langfristig sogar weiter und will bis zum Jahr 2030 die komplette Modellpalette elektrifizieren. Das heißt, dass es von jedem der 300 Fahrzeugmodelle, die von den unterschiedlichen VW Marken produziert werden, eine Version mit Elektromotor geben wird. Dabei sind alle Marken und Märkte mit eingeschlossen.

20 Milliarden Euro für Elektrifizierung

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Um dieses Ziel zu erreichen, werden die unterschiedlichen Konzernmarken über die kommenden Jahre mehr als 20 Milliarden Euro in die Elektrifizierung investieren. Das Geld fließt vor allem in die Entwicklung von zwei neuen Plattformen für die Elektrofahrzeuge. Auch die Produktionsstätten müssen neu ausrichtet werden und die Mitarbeiter für die neuen Herausforderungen geschult werden. Volkswagen will auch in die Ladeinfrastruktur investieren.

Mit der ,Roadmap E‘ schlägt der Konzern ein neues Kapitel in der Geschichte von Volkswagen auf und schafft zugleich die Voraussetzungen für den endgültigen Durchbruch der Elektromobilität. Dann entscheiden nur noch die Kunden, wie schnell sie sich flächendeckend durchsetzen wird.

Batterien für 50 Milliarden ausgeschrieben

Das Thema „Batterie” besetzt Volkswagen mit einer mehrstufigen mittel- bis langfristigen Strategie: Zunächst wurde die Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung aller Batteriezellen und -module für den Konzern im „Center of Excellence” Salzgitter gebündelt. Dort baut die Marke Volkswagen auch eine erste Pilotfertigung auf, um Produktions-Know-how zu sammeln.

Allein für die Ausstattung der eigenen E-Flotte mit Li-Ionen Batterien benötigt der Konzern bis 2025 eine Batteriekapazität in einer Größenordnung von mehr als 150 GWh pro Jahr.

Um diesen enormen Bedarf zu decken, wurde eine Ausschreibung für langfristige strategische Partnerschaften für China, Europa und Nordamerika initiiert. Mit einem Auftragsvolumen in Höhe von insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro allein für die Volumenfahrzeuge des Konzerns auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens handelt es sich dabei eines der größten Beschaffungsvorhaben in der Geschichte der Automobilindustrie.

Sedric und I.D. Crozz auf IAA 2017 im Fokus

Auf der IAA 2017 präsentiert Volkswagen weitere Show Cars mit Elektroantrieb, die in den kommenden Jahren in einer abgewandelten Form in Serie gehen dürften. Im Fokus stehen die beiden Modelle Sedric und I.D. Crozz.

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Bei dem Show Car Sedric handelt es sich um einen markenübergreifenden Ideenträger für Zukunftsthemen autonomes Fahren, Elektrifizierung und digitale Vernetzung, der konsequent weiterentwickelt wird. Später soll Sedric einfache, komfortable, nachhaltige und sichere Mobilität für jedermann auf Knopfdruck ermöglichen – dabei steht der Mensch im Mittelpunkt.

Der I.D. Crozz ist ein sportlicher SUV mit Elektroantrieb, der 2020 in Serie gehen soll.

Bilder: Volkswagen AG (Allre Rechte vorbehalten)

SaaS Anbieter Vulog sammelt 20 Mio. US$ ein

Vulog, ein Anbieter einer SaaS Lösung für Mobilitätsdienstleistungen hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US$ eingesammelt. Das Investment kommt von den Investoren Frog Captial, Innen Capital, Bpifrance und ETF. Das neue Investment soll dazu genutzt werden, das Produkt technologisch weiter auszubauen. Gleichzeitig sollen Marketing und Sales weiter gestärkt werden, um schnelle wachsen zu können.

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Flexible SaaS Lösung für Carsharing und co.

Das französische Unternehmen bietet eine SaaS Lösung and, die auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann. Zu den Kunden gehören Autovermietungen, Autokonzerne und Startups, die einen Carsharing bzw. RideSharing Dienst betreiben oder betreiben wollen. Die Lösung unterstützt unterschiedliche Setups, wie zum Beispiel ein free-floating System oder auch ein stationsgebundenes Carsharing Setup.

Die Lösung von Vulog verbindet entweder die vom Hersteller verbaute Lösung oder eine von Vulog nachgerüstete in-car Technologie mit einer Mobilitätsplattform, entsprechenden Analytics Tools und einem Backend-System, das für das operative Management der Services notwendig ist. Im Moment werden über die Technologie von Vulog 10 Millionen Fahrten pro Jahr abgewickelt.

Vulog ist international aktiv

Das Unternehmen gehört fast schon zu den alten Eisen unter den Anbietern im Mobility Bereich. Das Unternehmen wurde bereits 2006 gegründete und entwickelt seitdem Technologien für Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Demnächst soll ein Büro in San Francisco eröffnet werden, bisher arbeiten Teams in Paris, Nizza, Vancouver und Toronto. Zu den Kunden von Vulog gehören Carsharing Anbieter, wie Eva Car Share aus Vancouver, emov in Madrid oder GreenMobility in Kopenhagen.

RideCell mit ähnlichem Ansatz

In den letzten Jahren konnte das Unternehmen stark wachsen und die technische Lösung weiterentwickeln. Wie die Eröffnung des Außenpostens in San Francisco nahelegt, soll der Fokus in Zukunft verstärkt auf dem Nordamerikanischen Markt. Gleichzeitig soll der Service nach Asien expandiert werden. Mehrere Projekte, unter anderem ein Scooter Sharing Dienst sind bereits in der Planung.

Mit dem Angebot positioniert sich Vulog als Mitbewerber zu RideCell aus den USA. Das von BMW finanzierte Unternehmen wird unter anderem für den ReachNow Carsharing und Ridesharing Dienst in den USA genutzt oder von Skoda in Polen.

Bild: Vulog (alle Rechte vorbehalten)

Zukunft der geteilten urbanen Mobilität: Deutsches Startup Wunder Carpool kooperiert mit Toyota

Die klassischen Unternehmen der Automobilindustrie – OEMs und Zulieferer – suchen zunehmend die Nähe zu Startups, um die Digitalisierung voranzutreiben. Auch deutsche Player mischen hier mit. So hat das Hamburger Unternehmen Wunder Carpool, das größte unabhängige Mobilitäts-Startup in Deutschland, vor kurzem die Zusammenarbeit mit Toyota für ein Carpooling-Researchprojekt vereinbart.

Wie sollen Carpooling-Fahrzeuge der Zukunft aussehen

Nicht jeder kann sich vorstellen, gemeinsam mit Fremden in einem Auto zur Arbeit zu fahren. Dennoch ist shared mobility eines der Zukunftsthemen, sowohl für Städte und Gemeinden, als auch Automobilhersteller und Zulieferer. Wunder und Toyota führen daher ein Realtime-Experiment in mehreren hunderttausend Carpool-Fahrzeugen in Emerging Markets durch, bei denen die Reaktionen der Insassen durch biometrische Sitzmatten und Kameras aufgezeichnet und analysiert werden. Wunder Carpool steuert die Softwarelösung für das Projekt bei und kümmert sich um die Datenauswertung. Ziel ist es, herauszufinden wie Carpooling-Fahrzeuge in Zukunft von innen aussehen sollten, um die Fahrt angenehmer zu gestalten – sowohl für Fahrer und Mitfahrer heutzutage, also auch zukünftig in autonom gesteuerten Fahrzeugen. So soll Carpooling als ein Konzept für geteilte urbane Mobilität zukunftsfähiger werden.

Mehr als 700.000 Nutzer fahren mit Wunder

Die Software basiert auf den Erfahrungen und Technologien der Wunder Carpooling-App. Die Plattform vermittelt Mitfahrgelegenheiten mit Privatpersonen in Millionenstädten in Schwellenländern, wo der Verkehr besonders intensiv ist. Durch die inzwischen mehr als zwei Millionen Fahrten und 700.000 Nutzer sammeln die Softwareingenieure und Entwickler von Wunder laufend Praxiserfahrung und können die eigene Technologie schnell weiterentwickeln. Das Unternehmen ist damit inzwischen ein gefragter Technologiepartner der europäischen und asiatischen Automobilindustrie. Ende des Jahres soll das Projekt losgehen.

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Erfolg nach schwierigem Start in Deutschland

Ursprünglich ist das Unternehmen als WunderCar in Hamburg und Berlin als privater Taxidienst gestartet. Auf Grund der strikten Vorgaben im Personenbeförderungsgesetz, wurde der Dienst recht schell wieder in den beiden genannten Städten eingestellt. Nach einer ersten Phase in Osteuropa ist das Startup unter dem einprägsamen Namen Wunder nach Asien expandiert. Dort funktioniert der Service vor allem in den wachsenden Riesenstädten sehr gut.

Bild: Wunder Carpool (alle Rechte vorbehalten)

Konferenz mit den führenden Köpfen der Mobilitätswelt auf der New Mobility World

“Beam mich hoch, Scotty!” Auch in Zeiten des Mobilitätswandels bleibt der unverzügliche ‘Personentransport’ der Crew des Raumschiff Enterprise Science Fiction. Ganz anders verhält es sich mit fliegenden Autos, autonomen Fahrzeugen und intelligenten Maschinen. Alles schon Wirklichkeit oder auf dem besten Wege zur Marktreife. Auf der New Mobility World treffen sich nun die Vordenker unserer Zeit während der IAA in Frankfurt (14. – 17. September). So unterschiedlich ihre Standpunkte, sind sich die Experten in einer Sache einig: So rasant wie aktuell ging es mit der Mobilität seit Jahrzehnten nicht voran.

Wer in der schönen neuen Mobilitätswelt mitmischen möchte, der darf auf der New Mobility World nicht fehlen. Denn hier, das ist klar, sind diejenigen vor Ort, die die Mobilität von morgen und übermorgen gestalten. Die gute Nachricht für alle Teilnehmer:
Die Innovatoren halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Vier Tage lang debattieren und diskutieren Koryphäen wie Steve Mollenkopf von Qualcomm, Christoph Stadeler von Facebook oder Helmut Matschi von Continental auf der großen FORUM Bühne und der Speakers’ Corner über den Status Quo und die Disruption unserer Mobilität.

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Am Donnerstag und Freitag, den 14. und 15. September, treffen sich Fachbesucher aus ganz unterschiedlichen Branchen. 110 Sprecher debattieren in 100 Programmpunkten auf der großen FORUM-Stage und in der Speakers’ Corner. Die Keynotes und Panels starten jeweils um 10 Uhr. Zu den Höhepunkten des Programms zählen Panels:

  • Die Rolle von Big Data zur Gestaltung der urbanen Mobilität (mit IBM, McKinsey, SAP und Moovit)
  • Konnektivität zwischen Fahrzeugen und der Umgebung (mit Qualcomm und OSR Enterprises)
  • Der städtische Transport der Zukunft (mit der BVG, CLEPA, Uber, Continental und EIT Digital)
  • Intermodale Verkehrsnetze und das Auto im Alltag (mit Audi, IBM, Ernst & Young, BlaBlaCar, moovel, Gett, Ridecell)
  • Individualisierung des Luftverkehrs (mit Airbus, e-volo, PAL-V, Bauhaus Luftfahrt, DroneMasters)
  • Plattformen in der Mobilitätswelt (mit Bundesministerin Brigitte Zypries, Facebook und Accenture).

Wer ein IAA-Ticket besitzt, kann sich kostenlos für das FORUM registrieren.

Am Wochenende öffnet die New Mobility World dann ihre Türen für Publikumsbesucher. Der Samstag startet um zehn Uhr gleich mit einer Frage, die zur Zeit ganz Deutschland bewegt: Elke Temme, Senior Vice President Elektromobilität bei Innogy, Schauspieler Peter Lohmeyer, Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Zentraleuropa, Tina Müller, Marketingchefin bei Opel und Ex-Formel-1-Rennfahrer Heinz-Harald Frentzen debattieren gemeinsam mit den Journalisten Lothar Kuhn und Franz Rother darüber, wie es hierzulande um die Elektromobilität steht. Außerdem geht es am Samstag in den anschließenden Panels um autonome und vernetzte Fahrzeuge, um die Disruption der Mobilitätswelt und die Bedeutung der Datensicherheit für vernetzte Autos.

Die Debatten am Sonntag beginnen um elf Uhr mit der Frage, wie ethische Gesichtspunkte die Mobilität der Zukunft tangieren. Es folgt ein Ausblick auf die israelische Mobilitätswelt und eine weitere Runde zur e-Mobilität. Die Konferenz rund um die Mobilität der Zukunft endet am zweiten Publikumstag mit einem Panel über die Rolle der Autos für unseren täglichen Transport.

Bild: New Mobility World (alle Rechte vorbehalten)

Peer-2-Peer Carsharing: Daimler gibt Croove an Turo ab und Beteiligt sich an dem Unternehmen

Das ging schnell, nach nicht mal einem Jahr verschmilzt die peer-2-peer Carsharing Tochter Croove aus dem Haus Daimler mit dem amerikanischen Marktführer Turo. Gleichzeitig beteiligt sich Daimler in der Series D Finanzierungsrunde, in der insgesamt 92 Mio. US$ in das Unternehmen fließen, an dem Unternehmen. Die Runde wird angeführt von SK Holdings aus Südkorea, mit weiteren Investments von Liberty Mutual Strategic Investment Fund (Versicherung) und Founders Circle Capital. Existierende Investoren gehen ebenfalls mit.

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Croove wird zu Turo

Turo ist einer peer to peer Carsharing Plattform, auf der Privatleute oder kleine Flottenbetreiber die Fahrzeuge einstellen und vermieten können. Daimler hat das Startup Croove, das mit einem ähnlichen Modell auf dem Markt aktiv ist, erst im vergangenen Dezember gestartet. Zuerst war das Angebot nur in München aktiv, ein paar Monate später folgten andere Städte, wie Berlin oder Hamburg. Nach dem Investment macht es für Daimler wenig Sinn, die eigene Marke weiterzuführen, deswegen wird das Angebot an Turo abgegeben. Die Markte Croove wird in den kommenden Wochen oder Monaten verschwinden und durch das Angebot von Turo ersetzt.

Strategische Investoren für Turo

Turo holt sich mit Daimler und Liberty Mutual zwei strategische Investoren an Board. Daimler könnte seine Händler dazu ermutigen, einige Fahrzeuge für die Plattform abzustellen. Liberty Mutual ist in den USA schon als Versicherungspartner für das Unternehmen tätig. Auch SK Holdings kann als strategischer Partner interessant sein. Das Unternehmen beliefert unter anderem eine Automobilhersteller und hat eigene Mobility Angebote gestartet. SK könnte dabei helfen, dass die Fahrzeuge einiger Hersteller schon gleich sharing enabled vom Band laufen außerdem ist die Unternehmensgruppe ein starker Partner für eine Expansion nach Asien.

Anscheinend haben mehrere Automobilhersteller Interesse an einem Investment in Turo bekundet. Daimler hat letztendlich den Zuschlag bekommen, da das Unternehmen schon mit einem eigenen peer-2-peer Carsharing Angebot aktiv ist. Das hat Turo gezeigt, dass das Unternehmen ein starkes Interesse hat, ein Model erfolgreich aufzubauen, das auf die geänderten Bedürfnisse der Kunden im Bezug auf Fahrzeugbesitz eingeht.

Peer-2-Peer in Deutschland schwer zu knacken

Das sich Daimler mit einem starken Player zusammentut, kann aber auch als Zeichen gewertet werden, dass der deutsche peer-2-peer Carsharing Markt schwer zu knacken ist. Mittlerweile gehören die vormals drei lokalen Anbieter ausländischen Unternehmen. Der französische Anbieter Drivy hat AutoNetzer und Nachbarschaftsauto übernommen, Tamyca aus Aachen ging vor ein paar Wochen an den Anbieter SnappCar aus den Niederlanden.

Bild: Turo (alle Rechte vorbehalten)