Archiv der Kategorie: Carsharing

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Scooter Sharing: Europcar übernimmt Scooty

Die Autovermietung Europcar übernimmt den Scooter Sharing Dienst Scooty und möchte damit sein Portfolio an Mobilitätsangeboten stärken. Scooty wird bei Ubeeqo, der Car-Sharing Sparte von Europcar positioniert.

Carsharing und Scooter Sharing auf dem Vormarsch

Für Europcar sind die Bereiche Car-Sharing und Scooter-Sharing attraktiv, da sie nach eigener Aussage stark wachsen. Durch Übernahmen möchte sich Europcar als globaler Anbieter von neuen Mobilitätsdiensten positionieren, dabei sollen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Mittelpunkt stehen.

Scooter Sharing nach dem free-floating Prinzip

Scooty ist ein Sharing Dienst für Elektroroller, der nach dem free-floating Prinzip funktioniert. Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2016. Das Startup ist in Belgien aktiv und betreibt eine überschaubare Flotte an 176 Elektro-Rollern in Antwerpen und Brüssel. Die komplette Buchung der Roller wird über eine eigene Smartphone App abgewickelt. Wie diese eher kleine Übernahme in die globalen Ambitionen passt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Im Vorfeld der Übernahme hat Scooty mit Ubeeqo, der Carsharing Marke von Europcar zusammengearbeitet. Diese Kooperation scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Auch nach der Übernahme soll die Marke Scooty erhalten bleiben und weitergeführt werden. Ob Ubeeqo und Scooty über eine App buchbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.

Aus Carsharing car2go mit Daimler ausgestiegen

Europcar ist früh in das Car-Sharing eingestiegen. Zusammen mit Daimler wurde car2go hochgezogen und in mehreren Städten ausgerollt. Erst vor ein paar Monaten hat sich Europcar aus dem Joint-Venture raus kaufen lassen und so die Fusion zwischen car2go und DriveNow geebnet. Ein Teil des Erlöses soll in andere Mobility Startups gesteckt werden.

Konkurrenz durch Coup und Emmy

Auch in Berlin ist Scooter Sharing mit Elektrorollern angesagt. Die Bosch Tochter Coup hat eine Flotte mit etwa 1000 Gogoro Elektrorollern im Einsatz. Mitbewerber Emmy komme auf eine mittlere dreistellige Zahl an Rollern unterschiedlicher Hersteller, die im Stadtgebiet verteilt sind.

Bild: Scooty (alle Rechte vorbehalten)

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing: MINI Sharing startet in Spanien

Vor mehreren Jahren wurden die ersten Details über die Peer-to-Peer Carsharing Pläne der BMW Marke MINI bekannt, jetzt kommt es auch zur operativen Umsetzung. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem MINI-Besitzer ihr Fahrzeug im MINI Sharing Programm an Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen vermieten können.

Testlauf mit 500 Fahrzeugen in Madrid

Der Testlauf für das Peer-to-Peer Carsharing ist für eine Flotte von 500 Fahrzeugen ausgelegt. Die Besitzer aktueller MINI Modelle können daran teilnehmen, wenn ihr Fahrzeug nach März 2018 produziert wurde und über das MINI Sharing Modul verfügt. Das Telematik-Modul ist entweder von Werk aus mit dabei oder kann auch nachgerüstet werde. Das Telematik-Modul ist Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug per App geöffnet und gestartet werden kann.

Teil der CASE Unternehmensstrategie

Das Projekt in Madrid ist ein Teil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT der BMW Group. Dort sind Mobilitätsdienstleistungen als ein Zukunftsfeld definiert, das im Rahmen der Strategie forciert werden soll. Mit dem Test in Spanien sollen wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten von MINI und bestimmt auch den anderen BMW Marken gesammelt werden.

Abrechnung nach gefahrenen Kilometern

Im Vergleich zu den Peer-to-Peer Carsharing Plattformen wie Drivy oder Turo gibt es ein paar Einschränkungen. Die Fahrzeuge können nicht der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden, sondern nur einem limitierten Kreis von maximal zehn Personen. Die Verfügbarkeit des Fahrzeugs wird in einer Kalenderfunktion in der App angezeigt. Die Vermittlung der Vermietungen findet über die App statt, jede normale Anfrage muss vom Fahrzeugbesitzer noch mal bestätigt werden. Der MINI Besitzer kann VIP-Nutzer definieren, die das Fahrzeug ohne vorherige Bestätigung buchen können. Die Smartphone-App dient als Fahrzeugschlüssel, die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und MINI ermöglicht es, die Fahrzeugtüren zu öffnen und per Druck auf den Start-/Stopp-Toggle den Motor zu starten.

Beim Pricing hat MINI Sharing eine Kilometerpauschale von 0.30 Euro pro gefahrenen Kilometer gewählt. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von herkömmlichen Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, die üblicherweise über eine Stunden- oder Tagespauschale abrechen. Die Versicherung kann durch den Fahrzeugbesitzer unkomplizierter erweitert werden, damit auch die am MINI Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer versichert sind.

Junge und offene Marke der BMW Group

MINI ist die Marke der BMW Group, die eine junge, kommunikative und offene Zielgruppe anspricht. Deswegen eignet sich die Marke auch gut, Sharing Economy Angebote zu testen. Die MINI Fahrzeuge werden auch im großen Stil im free-floating Carsharing Angebot DriveNow und ReachNow eingesetzt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und Didi planen in China ein Ride-Hailing Joint Venture

In China bahnt sich eine Kooperation zwischen dem Automobilkonzern Volkswagen und der Mobilitätsplattform Didi Chuxing an. Damit würden sich zwei Giganten zusammenschließen, Volkswagen verkauft weltweit die meisten Autos und Didi ist eine global führende Mobilitätsplattform, die von Bike-Sharing über Car-Sharing bis hin zu Ride-Pooling eine ganze Palette an Diensten anbietet. Beide Unternehmen wollen gemeinsam Mobilitätsdienste aufbauen und den gegenseitigen Zugriff auf wichtige Technologien sichern. Der Deal könnte bereits in den kommenden Wochen offiziell bekannt gegeben werden.

Die genauen Details der Kooperation sind noch nicht besiegelt, einige Punkte wurden aber schon von Vertretern von Didi und Volkswagen in den Raum geworfen. Volkswagen interessiert sich aber an den Mobiltiy Services und den Einsatzmöglichkeiten für autonome Fahrzeuge in China. Didi sieht zuerst den größten Mehrwert beim Aufbau einer gemeinsamen Flotte an Fahrzeugen, die von Volkswagen betrieben wird. Später sollen gemeinsam Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz entwickelt und von Volkswagen gebaut werden und Wege geschaffen werden, die autonome Fahrzeuge gewartet und repariert werden. Volkswagen wird am Anfang 40 Prozent an dem Joint Venture halten und sich die Möglichkeit offen halten, später weitere 10 Prozent zu übernehmen.

100.000 Fahrzeuge von Volkswagen

In einem ersten Schritt wird Volkswagen eine Flotte von 100.000 Fahrzeugen für Didi zur Verfügung stellen und Technologien für autonomes Fahren und Elektrofahrzeuge mit in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Volkswagen wird auch die Flotte betreuen und das operative Management übernehmen. An dem bestehenden Mobility Services wie Ride-Sharing oder Car-Sharing wird Volkswagen nicht beteiligt. Der Automobilkonzern soll einen Teil des Umsatzes abbekommen, der mit den Fahrzeugen erwirtschaftet wird.

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge als Herausforderung

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge sind im Moment eine der größten Herausforderungen für Didi in China. Die Kooperation mit Volkswagen wird dabei helfen, die Situation bei den Fahrzeugen etwas zu entspannen. Ob die Fahrzeuge für das Carsharing Angebot vorgesehen sind oder an Ride-Sharing Fahrer vermietet werden sollen, ist nicht bekannt. In den letzten Wochen hat Didi mehrere Initiativen gestartet, um Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz zu entwickeln.

Spezielle Fahrzeuge geplant

Bisheriger Fahrzeuge sind häufig wegen der Größe, Innenausstattung und Motorisierung nicht ideal für den Ride-Sharing Einsatz in Innenstädten. In China fahren zum Beispiel 80 Prozent der Ride-Sharing Fahrgäste alleine und benötigen kein Fahrzeug mit vier Sitzplätzen. Auch die Motorisierung bestehender Fahrzeuge ist überdimensioniert. Im Ride-Sharing Bereich werden keine Fahrzeuge benötigt, die bis zu 250 kmh fahren, da sie viel langsamer unterwegs sind. Speziell entwickelte Fahrzeuge können günstiger in der Herstellung sein und die Raumnutzung besser auf den Ride-Sharing Nutzen abgestimmt sein. Im Logistikbereich ist die Deutsche Post mit dem StreetScooter einen ähnlichen Weg gegangen. Da kein Hersteller bereit war, Elektrofahrzeuge für den Use-Case der Post zu entwickeln, wurden kurzerhand eigene Fahrzeuge mit minimaler Ausstattung entwickelt.

Automobilindustrie im Umbruch

Die Kooperation von Volkswagen und Didi ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die bisherige Automobilkonzerne auf ein anderes Business Modell einstellen müssen und sich auch langsam darauf vorreiten. In China werde Fahrdienste immer beliebter und es gibt erste Zeichen, dass der Verkauf von Fahrzeugen an Privatpersonen rückläufig ist. Dieser Trend ist alarmierend für Automobilhersteller und zwingt diese zum Umdenken. Der Zugriff auf Daten wird immer wichtiger, um zu wissen, was die Kunden erwarten und wie sie sich fortbewegen. Didi hat in den letzten Jahren jede Menge Daten über das Mobilitäsverhalten in China gesammelt, da jeden Tage mehr als 3 Mio. Fahrten über die Didi Plattform abgewickelt werden. Durch das Joint Venture erhofft sich Volkswagen Einblicke in diesen Datenschatz.

Lokale Partner sicher Zugang und Wissen

Internationale Automobilkonzerne, die auf dem chinesischen Markt Fahrzeuge verkaufen wollten, haben bisher einen lokalen Partner benötigt. Auch wenn diese Regelung jetzt wegfällt, halten internationale Unternehmen noch an dem Joint-Venture Modell fest, um den chinesischen Markt bessere verstehen zu können und um bessere Chancen auf dem Markt zu haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Alibaba steigt in den Ride-Sharing Markt ein

Der Wettbewerb von Ride-Hailing und Ride-Sharing Anbietern in China lebt wieder auf, nachdem der Markt seit der Übernahme von Uber China durch Didi Chuxing von letzterem Unternehmen dominiert wurde. In den letzten Wochen hat die E-Commerce Plattform Meituan einen Ride-Sharing Dienst ausgerollt. Jetzt will auch das Alibaba Tochterunternehmen Amap.com mit einem Mitfarhdienst starten.

Ride-Sharing Dienst in Amap integriert

Der Dienst Amap plant in einem nächsten Schritt, einen Fahrdienst zu integrieren, der ähnlich funktionieren soll, wie Didi Chuxing oder vergleichbare Ride-Sharing Apps. Der Service soll in Städte, wie Chengdu oder Wuhan bereits gestartet sein. Für Peking, Shenzhen, Shanghai und weitere Mega-Städte läuft die Recruiting-Maschine bereits.

Vergleichbar mit Waze und Flinc

Der Ansatz von Amap ist vergleichbar mit dem Angebot von Waze Line oder flinc. Der Dienst soll erstmal nicht kommerziell betrieben werden, sprich es werden keine lizenzierten Fahrer benötigt und es sollen keine Profite anfallen. Es könnte sein, dass sich das Unternehmen mit dem Schritt erst positionieren möchte und später in Richtung Kommerzialisierung geht. Amap hat aber auch großes Interesse an den Daten, die mit einem Fahrdienst erhoben werden können und die die Datenbasis des Unternehmens stärken können. Die Daten können von anderen Unternehmen aus dem Alibaba Portfolio genutzt werden, um maßgeschneiderte Werbung und Angebote ausspielen zu können.

AutoNavi von Alibaba gekauft

Hinter Amap.com steht das Unternemen AutoNavi, das von Alibaba vor ein paar Jahren aufgekauft wurde. AutoNavi hat sich darauf fokussiert, Kartendaten zu erstellen und Navigationslösungen anzubieten. Unter anderem liefert das Unternehmen Kartendaten für Google Maps und die Kartenanwendung von Apple. Amap.com ist sozusagen das lokale Pendant zu Google Maps mit mehr als 700 Mio. Nutzern.

Test in kleineren Städten

Auch Meituan versucht einen Ride-Sharing Dienst aufzubauen. Die Plattform Meituan hat den Service in kleineren Städten getestet, bevor der Roll-Out in Shanghai stattgefunden hat. In Peking wartet das Unternehmen noch auf die Freigabe durch die Behörden. Fahrer und Nutzer scheinen es positiv zu sehen, dass das Monopol von Didi Chuxing aufgebrochen wird. Nach dem Start in Shanghai beteuert das Meituan, dass bereits 30 Prozent Marktanteil von Didi abgeworben wurden. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da nicht nachvollziehbar ist, wie der Markanteil erhoben wurde. Außerdem ist davon auszugehen, dass das Unternehmen mit hohen Subventionen für Fahrer und Nutzer hantiert.

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Münchner sind bereit, sich von ihrem Fahrzeug zu trennen – sofern Alternativen verfügbar sind

Eine Studie, die von dem Carsharing-Anbieter Oply in Auftrag gegeben wurde, gibt ein Indiz dafür, dass eine steigende Anzahl an Münchner Autobesitzer bereit ist, auf das eigene Auto zu verzichten. Voraussetzung ist, dass vergleichbare Alternativen vorhanden sind und die Umstände stimmen.

Alternativen als Voraussetzung

Insgesamt wurden 1727 Menschen durch ein Marktforschungsunternehmen befragt, 517 davon in München. Über 64 Prozent der befragten Personen in München sind bereit, sich von ihrem eigenen Auto zu trennen, sofern passende Alternativen wie ÖPNV, Carhsharing oder Ride-Sharing vorhanden sind. Der Schnitt deutschlandweit liegt laut der Studie bei etwa 52 Prozent. In der Stunde gaben etwa 70 Prozent der befragten Personen in München an, dass eine gute Abdeckung mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln vorhanden sein muss, damit das eigene Fahrzeug abgeschafft wird. Etwa 60 Prozent der Münchner geben an, dass die Angebotssituation so gut werden muss, damit sich ein eigenes Auto nicht mehr rentiert.

Höhere Wechselbereitschaft in der Innenstadt

In Innenstadtlagen ist die Wechselbereitschaft erwartungsgemäß höher. Die Parkplatzsituation ist angespannter und das Angebot an Alternatives ist mit am höchsten. Fast 40 Prozent der Fahrzeug Besitzer gaben, dass sie ihr eigenes Auto selten bis ab und zu nutzen. Über 3/4 der Autobesitzer, die in der Innenstadt wohnen, können sich vorstellen, dass Sie sich von ihrem Fahrzeug trennen könnten. Dieser Trend dürfte nicht nur für München zutreffen, sondern auch für Städte wie Hamburg oder Berlin.

Viel Potential in den meisten Städten

Kostengünstige und einfach verfügbare Alternativen zum eigenen Auto fehlen in den meisten Großstädten in Deutschland zur Zeit noch. Für die Nutzer ist es wichtig, dass innerhalb von wenigen Minuten ein Car-Sharing-Fahrzeug zu Fuß erreichbar ist oder ein Ride-Sharing-Fahrzeug vorbei kommt. Teilweise werden diese auch durch veraltete Vorschriften und konservativ eingestellte Verkehrsunternehmen ausgebremst. Hier ist dringend Handlungsbedarf erforderlich, damit die Bewohner der Städte ihr eigenes Fahrzeug abschaffen.

Bild: Oply (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: BMW startet Abo-Modell in den USA

Der Automobilhersteller BMW spring auf den Zug der Hersteller auf, die ein Abo-Modell für ihre Fahrzeuge anbieten. Neben BMW haben die Hersteller Mercedes-Benz und Porsche schon ähnliche Angebote im Programm. Damit sollen Nutzer angesprochen werden, die ein Auto individuell nutzen möchten aber nicht kaufen oder über einen langen Zeitraum leasen möchten.

ACCESS by BMW wird in Nashville angeboten

Der App-basierte Dienst wird in Nashville zuerst getestet. Danach möchte BMW entscheiden, ob der Dienst auch in andere Regionen und Länder ausgerollt wird. Für eine Gebührt von 2000 US Dollar im Monat haben die Abonnenten Zugriff auf die Fahrzeuge wie den BMW X5 und die Limousinen aus der 4er- und 5er-Serie. Für einen Betrag von 3.700 US Dollar im Monat können auch die Sportmodelle M4, M5, M6 Cabrio, X5M und X6M genutzt werden. In der Gebühr ist Versicherung, Wartung und Pannenservice inklusive. Laut Bloomberg ist der monatliche Preis um das Dreifache höher, als die vergleichbare Leasing-Rate. Die Preise sind vergleichbar mit den monatlichen Raten für das Porsche Passport Programm.

Geschäft soll schnell profitabel sein

Die BMW Händler gehen davon aus, dass sie von den Kunden, die über genügend Geld für die hochpreisigen Modelle haben, mehr lernen können. Das Ziel ist, ein profitables Geschäftsmodell aufzubauen, das sich selber trägt und nicht über Jahre Verluste einfährt. Es sollen Nutzer angesprochen werden, die sich nicht langfristig an ein Fahrzeug oder einen Leasing-Vertrag binden wollen.

Ähnlich wie bei Mercedes-Benz oder General Motors kann der BMW Kunde den Fahrzeugwechsel und das Abo über eine App verwalten. Nach dem das Fahrzeug angefragt wurde, wird es von einem BMW Concierge Dienst an den Kunden geliefert. Anders als bei Mercedes-Benz existiert keine Limitierung bei der Anzahl der Fahrzeugwechsel pro Monat.

Mit Partnerschaften zum Ziel

BMW Financial Services kümmert sich um die finanziellen Bestandteile des Programms, die lokalen Händler werden die Fahrzeuge warten, reinigen und an die Kunden ausliefern. Das Unternehmen Clutch Technologies wird die App zur Verfügung stellen, über die das Programm abgewickelt wird. Auch Porsches Passport Programm wird durch Clutch Technologies ermöglicht.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Mobilitätsplattform: Uber setzt zusätzlich auf Bike Sharing, Carsharing und ÖPNV

Uber entwickelt sich weiter in Richtung umfassende Mobilitätsplattform. Auf einer Veranstaltung in Washington D.C. hat der Uber Chef Dara Khosrowshahi angekündigt, dass Uber eine Reihe von Mobilitätsdiensten in die App integrieren wird. Außerdem werden erhobene Daten über das Verkehrsverhalten und die Parkraumnutzung mit den Städten geteilt. Ziel ist den privaten PKW Besitzt zu reduzieren, auch wenn dadurch Ride-Sharing Fahren der Plattform kanibalilisiert werden.

Bike Sharing via JUMP

Uber wird mit der Integration von Carsharing Dienste, Bike Sharing und die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Die neuen Angebote werden nicht selbst aufgebaut, sondern entstehen durch Partnerschaften. In den vergangen Tagen wurde bekannt, dass Uber den Bike-Sharing Dienst JUMP für fast 200 Mio. Dollar übernommen hat. JUMP wird die Grundlage der des Bike-Sharing Angebots bei Uber werden. Bisher wurden die Räder nur in San Francisco unter dem Namen Uber Bike in der App angezeigt, jetzt kommt Washington D.C. dazu.

Peer-2-Peer Carsharing auch für Nutzer

Im Bereich Carsharing arbeitet Uber mit der Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround zusammen. In San Francisco können die Nutzer über die Uber App die Fahrzeuge von Getaround mieten. Der neue Dienst soll Uber Rent genannt werden und bei Erfolg in weiteren Städten in den USA ausgerollt werden. Uber und Getaround arbeiten schon länger zusammen, um interessierte Fahrer mit Fahrzeugen zu versorgen. Jetzt wird das Angebot auch den Nutzern zugänglich gemacht. Mit der Integration von Carsharing folgt Uber den Konkurrenten aus Asien, die bereits mit einem ähnlichen Modell experimentieren. Ob Uber Carsharing auch in anderen Ländern plant, ist noch nicht bekannt.

Tickets für den ÖPNV über die Uber App

Um sich enger mit dem ÖPNV zu verknüpfen, hat sich Uber mit dem Startup Masabi zusammengetan. Masabi entwickelt Lösungen für mobiles Ticketing für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die beiden Unternehmen arbeiten noch an den Details der Kooperation und an den Märkten, die zuerst angefangen werden sollen. Prinzipiell ist das Ziel, dass in der Uber-App Tickets für den ÖPNV gekauft werden können. Gut möglich, dass Uber den Ticketpreis mit dem Fahrpreis für die Uber-Fahrt verrechnet, falls die Nutzer Uber und ÖPNV auf einer Strecke nutzen.

Auf einer Goldman Sachs Konferenz hat Uber CEO Khosrowshahi angekündigt, dass sich das Unternehmen mit dem ÖPNV verbinden wird und dass sich die Uber App zu einer Plattform für Mobilitäts- und Transportdienste entwickeln wird. Jetzt fängt das Unternehmen an, erste Ergebnis dieser Strategie zu liefern.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)