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Scooter Startup Unu bekommt weitere Finanzierung

Das Berliner Startup Unu, das elektrische Roller baut und vertreibt, hat weiteres Kapitel erhalten. Mit der frischen Finanzierungsrunde soll weiter expandiert werden und auch der Roller weiterentwickelt werden.

Unu wurde bereits vor 4 Jahre gegründet und hat in einer ersten Finanzierungsrunde 2015 rund 1.5 Mio. Euro eingesammelt. Das Geld kommt von Investoren wie Iris Capital, Founder.org, oder Capnamic Ventures. In der letzten Runde neu hinzu gekommen sind die NRW.Bank und Privatinvestoren aus dem Automotive- und Consumer-Electronics Bereich. Das Unternehmen hat sich bewusst gegen den Einstieg von strategischen Investoren entschieden, um unabhängiger bei den Themen Entwicklung und Supply Chain agieren zu können. Der Roller wurde von Unu entwickelt, die meisten Komponenten für die Produktion kommen aus China. Beim Motor wird auf dem Zulieferer Bosch zurückgegriffen.

Schlanker Vertrieb und Netzwerk an Partnerwerkstätten

Insgesamt versucht sich das Startup Lean aufzustellen. Vertrieben werden die Roller online und über ein Netzwerk von Unu-Pioneieren, so entfallen die Händlermagen für das Unternehmen. Wir wollten eine Probefahrt mit dem Roller unternehmen. Die Registrierung lief problemlos aber dann ging es nicht voran. Nach einer Weile kam eine Mail von einem Unu Pionier, dass man sich doch an einem Samstag oder Sonntag in Kreuzberg einfinden soll, um den Roller zu testen. Danach kam weiter nichts. Der erste Eindruck war nicht sehr professionell und auch zu kompliziert – ein Bereich, an dem das Startup noch arbeiten kann, um weitere Roller zu verkaufen. Die Wartung und Reparatur der Roller wird von einem Netzwerk and Partnerwerkstätten durchgeführt, darunter auch einige Bosch Werkstätten.

Weiterentwicklung des Rollers geplant

Ein Teil der Finanzierung soll auch in die Weiterentwicklung des Scooters fließen. Die nächste Version des Rollers soll vernetzter werden, so dass auch eine Scooter Sharing Flotte leichter realisierbar ist. Das ist für Unternehmen interessant, die ihren Mitarbeitern ein innovatives Mobilitätskonzept anbieten möchten. Auf der anderen Seite aber auch für Unternehmen, die ein offenes Roller-Sharing Netzwerk betreiben. Anscheinend war die Bosch Tochter Coup zuerst mit Unu im Gespräch, bevor die Wahl dann auf den vernetzten Roller von Gogoro gefallen ist. Mittlerweile befinden sich 1.000 dieser Roller in Berlin in Betrieb, eine weitere Expansion soll folgen.

Unu Expansion in weitere Märkte geplant

Mit der Kapitalspritze soll auch die Präsenz in weiteren Ländern aufgebaut werden. Seit Februar ist Unu in den Niederlanden aktiv, die Aktivitäten dort sollen stark ausgebaut werden. Zusätzlich soll der Markt in Frankreich erschlossen werden. Eine Expansion in die USA wird derzeit noch abgewogen.

Bild: unu by Sebastian Scharnagl (alle Rechte vorbehalten)

Coup vervielfacht seine Gogoro Flotte in Berlin

Der Scooter Sharing Dienst Coup is im letzten Sommer mit 200 Gogoro Rollern in Berlin gestartet. Das Angebot wurde so gut angenommen, so dass die Zahl der Roller für die neue Saison verfünffacht wird. Insgesamt werden weitere 1.000 Roller zu der Flotte des Roller Sharing Dienstes hinzugefügt.

Verfügbarkeit wird stark steigen

Die hohe Anzahl der Roller wird die Attraktivität des Angebots erhöhen, da die Laufwege für die Nutzer auf Grund der höheren Dichte geringer sein werden. Im letzten Jahr kam es doch häufig vor, dass die Nutzer mehr als 800 Meter zum Roller laufen mussten. Das wird viele Kunden von einer Buchung abgehalten haben, da der Weg nicht in Relation zu dem anschließenden Nutzen ist.

Gogoro Roller aus Taiwan

Das Startup Coup setzt ausschließlich auf die Roller des taiwanischen Herstellers Gogoro. Diese Scooter wurden von Grund auf für ein Sharing Netzwerk konzipiert. Die Batterien der elektrisch angetriebenen Roller lassen sich schnell tauschen. Die Elektronik ist auch so konzipiert, dass die Vernetzung mit der technischen Plattform von Coup und den Smartphones effizient zu realisieren ist.

Im Heimatland Taiwan erweisen sich die Roller hoher Beliebtheit. In einem offenen System werden laut Gogoro pro Tag 12.000 Batterien and 300 Ladestationen gewechselt. Seit dem Start 2015 wurden fast Dreimillionen Batteriewechsel durch geführt. Mit den 18.000 Scootern in Taiwan wurden mehr als 70 Mio. Kilometer zurückgelegt. In Berlin übernimmt Coup den Tausch der Batterien und betreibt auch die Ladestationen.

Coup ist ein Tochterunternehmen von Bosch. Das Unternehmen wurde zusammen mit BCG Digital Ventures gestartet. Um schnell starten zu können, wurden am Anfang die meisten Positionen mit Beratern aus dem BCG Digital Ventures Netzwerk besetzt. Mittlerweile wurden die meisten BCG Mitarbeiter durch feste Angestellte ausgetauscht.

Konkurrenz für emmy

Vor kurzem hat auch emmy, der zweite Scooter Sharing Dienst in Berlin, angekündigt, dass die Flotte vergrößert wird. Ermöglicht wird das durch eine weitere erfolgreiche Finanzierungsrunde durch die IBB Bet. Emmy plant den Einsatz von hochwertigeren Scootern, um mit den Gogoro Rollern mithalten zu können. Gerade in den Sommermonaten kann sich das Scooter Sharing als attraktive Alternative zum ÖPNV und Carsharing erweisen.

Bild: Coup (alle Rechte vorbehalten)

Steigende Investments in Startups aus dem Mobilitätssektor

Ein klares Zeichen, wie interessant der Markt der Startups aus dem Mobilitätssektor ist, die sich mit der Entwicklung von Technologien für die Automobile von morden oder von und innovativen Mobilitätsdienstleistungen beschäftigen, ist zu erkennen, wenn man sich die Investmentsummen in die entsprechenden Unternehmen ansieht.

Mehrere Milliarden für den Mobilitätssektor

Mehr als eine Milliarde US$ wurde im vergangen Jahr in Startups investiert, die sich mit Technologien für autonomes Fahren oder mit innovativen Mobilitätsdiensten befassen. Insgesamt wurden mehr als 85 Deals in Mobilitätsbereich im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman kommt auf eine Summe von mehr als 16 Milliarden US$, die im ersten Halbjahr 2016 in Startups im Automobilsektor investiert wurden.

Zugriff auf Innovationen und neue Schnittstellen zum Kunden

Auf der einen Seite investieren klassische Risikokapitalgeber verstärkt in den Bereich der Mobilitäts- und Transport-Startups. Auf der anderen Seite investieren auch immer mehr Automobilkonzerne in einen Bereich von vielfältigen Kategorien rund um das Thema Automobil. Im Fokus stehen dabei Themen wie Vernetzung, Ride Hailing, autonomes Fahren oder Elektrifizierung. Die etablierten Autohersteller wollen mit den Investments in die Startups und dem damit verbundenen Wissenstransfer die Attacken der neuen Marktteilnehmer abwehren.

Die neuen Marktteilnehmer definieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Geschäftsmodelle neu. Über Beteiligungen sichern sich die Autohersteller aber nicht nur Zugang zu den technischen Innovationen. Außerdem wollen sie Zugriff auf die neuen Schnittstellen zum Kunden erhalten, die durch die unterschiedlichen Apps aufbaut werden. Hinzu kommt, dass die OEMs durch die Beteiligungen ihre Innovationskultur verbessern können. Im Jahr 2016 hat sich General Motors einen großen Anteil an Lyft gesichert und das Technologie-startup Cruise übernommen. Volkswagen hat sich an Gett beteiligt und Toyota setzt auf Uber. Der Daimler Konzern ist an mehreren Fronten aktiv und übernahm Hailo und hat bei Blacklane weiter aufgestockt.

USA im Fokus – Deutschland muss aufholen

Ein Großteil der Investments hat sich in den USA abgespielt. Fast 70% der Deals wurden in den USA getätigt. Deutschland hat einen geringen Anteil von 2%. Deutschland liegt bei der Zahl der Neugründungen in der Automobilbranche zwar vor Frankreich und Indien, aber noch hinter China, den USA und Großbritannien. Seit dem Jahr 2011 sicherten sich hierzulande 127 Start-ups Investitionen in Höhe von 316 Millionen US-Dollar. 45 Prozent davon flossen in junge Firmen, die Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Diese Zahlen sind ein deutliches Signal dafür, dass die Deutsche Automobilindustrie aufpassen muss, dass sie den Anschluss nicht verliert. Die Zukunft der Automobilindustrie wird nicht mehr in Deutschland entwickelt.

Bild: ctj71081 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Die Zukunft der Mobilität gestalten: Mobility Accelerator in Deutschland

In den letzten Jahren sind in Deutschland mehrere Startup Accelerators entstanden, die junge Unternehmen mit finanziellen Mitteln, Input von Mentoren und dem Zugang zu einem Netzwerk an Investoren unterstützen. Mittlerweile existieren auch mehrere Accelerator Programme, die sich mit Mobilitätsthemen befassen.

Beyond1435 Accelerator der Deutschen Bahn

Zusammen mit der Innovationplattform Plug and Play bietet die Deutsche Bahn in Berlin unter dem Namen Beyond1435 ein Accelerator Programm an, dass sich auf Mobiltiäts- und Logistikthemen fokussiert. Der Name verbindet das DB-Erbe mit der gemeinsamen Mission voranzugehen. Auf der Standardschienenbreite von 1435 mm hat DB unzählige Menschen und Güter vom Start bis ans Ziel befördert. Die digitalisierte Welt stellt bisherige Mobilitätskonzepte auf den Kopf.

Das Programm der Bahn richtet sich an Startups in der frühen Phase und dauert 3 Monate. Die Teilnehmenden Startups werden mit 25.000 Euro finanziell unterstützt und erhalten kostenlose Arbeitsplätze im Coworking Space Mindbox. In regelmäßigen Mentoring Sessions sollen die teilnehmenden Teams Experten-Feedback erhalten und ihr Netzwerk weiter ausbauen. Zu den Mentoren gehören Experten aus dem Bahn Konzern aber auch Investoren und Startup-Experten. Das erste Programm fokussiert sich auf Smart City Tech Lösungen, wie Blockchain, Mobilitätsalgorithmen, Integrierte Mobilitätsangebote, Deep Learning im Mobilitätskontext, Veränderte Nutzung von Bahnhöfen und Mobilitätszentren oder Identifikation und Sicherheit im Transport von Gütern und Menschen.

STARTUP AUTOBAHN von Daimler

Auf Daimler arbeite mit der Innovationsplattform Plug and Play zusammen, die ursprünglich aus den USA kommt. Das Programm geht bereits in die dritte Runde. Die STARTUP AUTOBAHN ist eine Innovationsplattform, die Startups Zugang zu Silicon Valleys unvergleichlichem Tech-Know-how und bester deutscher Hardware-Kompetenz ermöglicht. Für die nächste Runde werden Startups gesucht, die im Mobilitätsbereich Hardware mit Software verbinden. Die Themen sind IoT, Produktionstechnik, Logistik, ortsbasierte Services, Cyber Security, Biometrie, natürliche Sprachverarbeitung, Prozessoptimierung, Kundenerlebnis und Predictive Analytics. Wie auch das Programm der Bahn dauert die Startup Autobahn drei Monate. Die Gründer profitieren vor allem von der engen Zusammenarbeit mit Daimler-Experten und auch intensiven Mentoring-Gesprächen mit dem Top-Management. Ein Projektteam aus Mitarbeitern der Konzernforschung und des Bereichs Business Innovation fungierte dabei als Brückenbauer zwischen den Startups und Daimler. Durch STARTUP AUTOBAHN soll die Region Stuttgart zum Innovations-Hub für Mobilität und Industrie 4.0 werden und durch die Bündelung innovativer Partnerkompetenzen ein attraktives Startup-Ökosystem geschaffen werden.

Startup Garage von BMW 

In München hat sich BMW mit der Startup Garage zur Aufgabe gemacht, das Potenzial besonders innovativer Start-up-Unternehmen ohne Umwege zu nutzen. Der Automobilkonzern fördert in einem offeneren Programm Startups aus dem Mobilitätsumfeld, die die Innovationsfähigkeit der BMW Group stärken und beschleunigen. BMW verfolgt dabei einen etwas anderen Ansatz. Anstatt sich am Unternehmen zu beteiligen, kauf die BMW Group die Technologie des Startups, und integriert diese so schnell wie möglich in die Entwicklung und Produkte. Von dem Team hinter der Startup Garage werden weltweit vor allem solche jungen Unternehmen gesucht, die bereits mit Kapital ausgestattet wurden und über einen Prototyp ihrer Technologie verfügen. Die Themen orientieren sich an den aktuellen Herausforderungen von BMW – wie zum Beispiel Mobility Services, Elektromobilität oder Technologien für autonomes Fahren.

Startupbootcamp Smart Transportation & Energy 

In Berlin startet demnächst der Startup Accelerator Startupbootcamp Smart Transportation & Energy. Der Fokus lieg traf vernetzen und effizienten Lösungen für den Transport von Gütern und Personen. Für Startups, die an Logistik, Shared Mobility Lösungen oder Transportthemen arbeiten, kann das Programm interessant sein. Die teilnehmenden Startups erhalten eine überschaubare finanzielle Unterstützung, Mentoring, Bürofläche und Zugang zu einem internationalen Netzwerk an Unternehmen, Investoren und Mentoren. Insgesamt werden zehn Startups aufgenommen. Auch das Startupbootcamp Programm dauert drei Monate. Unterstützt wird der Accelerator von Airbus, Cisco, HERE, Kuehne + Nagel, Mercedes-Benz, SBB Cargo und VINCI. Die teilnehmenden Startups müssen 6% der Unternehmensanteile an Startupbootcamp abgeben – das sollte man sich als Gründer gut überlegen, ob einem das angebotenen Package das wert ist.

Für Startups, die sich mit Themen rund um Mobilität und Transport beschäftigen, gibt es durchaus mehrere Möglichkeiten, um die Entwicklung in der frühen Unternehmensphase zu beschleunigen. Durch die Teilnahme an einem Accelerator wird das Netzwerk erweitert und die Mentoren geben wertvollen Input. Letztendlich muss jedes Gründerteam entscheiden, ob die Teilnahme an einem Programm gerechtfertigt ist, oder nicht.

Bild: Steven Zwerink (bestimmte Rechte vorbehalten)

eMio heißt jetzt Emmy – weitere Finanzierung für Scooter Sharing Dienst

Unter dem Namen eMio bietet das Berliner Unternehmen bereits seit 2015 einen Roller Sharing Dienst an. Jetzt wird der Name zu emmy geändert, außerdem konnte das Startup eine weitere Finanzierungsrunde abschließen.

Weiteres Geld von der IBB Bet

Die Höhe der Finanzierung und der Bewegung wurde nicht kommuniziert, nur das die Summe von der IBB Bet und weiteren Investoren aus Deutschland, Österreich und Italien stammt. Insgesamt wurde ein siebenstelliger Betrag in emmy investiert. Seit dem Start konnten in Berlin 15.000 Kunden gewonnen werden, die mit den angebotenen Rollern inzwischen über 750.000 Kilometer gefahren sind. Bring man die 750.000 Kilometer mit dem Kilometerpreis von 0.59 Euro in Verbindung, dürfte das Unternehmen bisher weniger als 500.000 Euro Umsatz generiert haben. Deshalb is anzunehmen, dass eine Bewertung im niedrigen siebenstelligen Bereich realistisch ist.

Weitere Expansion von emmy geplant

Mit der eingesammelten Summe sollen weitere 200 Elektroroller in Berlin auf die Straße gebracht werden, damit wird die Flotte mehr als verdoppelt. Außerdem steht eine Expansion in weitere Städte auf dem Plan. Unter dem Namen stella-Sharing ist das Unternehmen seit vergangenem Jahr in Stuttgart aktiv, die Flotte in der Schwabenmetropole soll auf 75 Roller erhöht werden. Der Service soll in weiteren Städten einheitlich emmy heißen, die Abweichung in Stuttgart wird eine Ausnahme bleiben.

Die Änderung des Namens von eMio zu emmy hat rechtliche Gründe. Allerdings sei es auch ein sehr guter Zeitpunkt um mit einer neuen Marke den nächsten großen Schritt zu tun, so das Unternehmen.

Starke Konkurrenz von Bosch Tochter Coup

Seit letztem Sommer hat emmy zumindest in Berlin starke Konkurrenz. Die Bosch Tochter Coup bietet ebenfalls einen Scooter Sharing Dienst an. Dieses Jahr soll die Zahl der Roller bei Coup stark steigen. Coup verfüg durch Bosch über genügend finanziellen Spielraum, um emmy das Leben schwer zu machen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen mit den gogoro Rollern aus technologischer Sicht einen besseren Roller im Program hat.

Bild: emmy (alle Rechte vorbehalten)

Volvo will Carsharing Dienst weltweit ausrollen

Der Autokonzern Volvo hat angekündigt, dass eine neue Unternehmenssparte gegründet wird, die einen Carsharing Dienst anbieten wird. Der Autobauer will den Service global ausrollen. Ob der Service weltweit stationsbasiert oder free-floating sein wird, ist nicht bekannt.

Bisher bietet der Konzern nur in einigen schwedischen Städten einen Carsharing-Service unter der Marke Sunfleet an. Etwa 50.000 Nutzer teilen sich 1200 Volvo Fahrzeuge. Sunfleet ist als ein stationsgebundenes Angebot konzipiert, die Autos müssen an einer Station abgeholt und wieder abgegeben werden.

Free-Floating Angebote wachsen Stark

Bisher ist noch wenig bekannt, wie das globale Carsharing Angebot von Volvo aussehen wird. In den kommenden Monaten will Volvo bekanntgeben, ob der Service stationsgebunden oder als free-floating Carsharing Dienst aufgebaut wird. Die als free-floating Angebot konzipierten Angebote car2go oder DriveNow sind im vergangenen Jahr stark gewachsen und tendenziell interessanter für Nutzer, da die Buchung und Anmietung flexibler abläuft. Die Kunden können die Fahrzeuge überall im Geschäftsgebiet anmieten und wieder abstellen.

Kooperation zwischen Volvo und Uber

Volvo kooperiert auch mit Uber und liefert die Fahrzeuge, die zu autonomen Ubers umgebaut werden. Mit den autonomen Fahrzeugen bietet Uber einen Ride Hailing Dienst an. Langfristig gesehen werden die Angebote von Carsharing und Ride Hailing verschmelzen, Großstädte werden davon zu erst betroffen sein. Entweder will der Autobauer eine Userbase in den Städten aufbauen, um später selber einen Fahrservice anzubieten. Auf der anderen Seite könnte es aber auch sein, dass sich Volvo auf die kleineren Städte konzentriert und dort einen stationsbasierten Service etablieren möchte. Dort wird es noch länger dauern, bis autonome Shuttle Dienste die Carsharing Angebote ablösen werden.

In Deutschland bietet die Deutsche Bahn mit Flinkster einen stationsgebundenen Service an. Stadtauto und Cambio sind ebenfalls auf dem Markt vertreten. Prominentester Vertreter ist das Unternehmen ZipCar, das in den USA gestartet ist und mittlerweile von Avis aufgekauft wurde.

Bild: Sunfleet (alle Rechte vorbehalten)

BMW beteiligt sich an Mietwagen-Startup Skurt

Der Automobilkonzern BMW tätigt ein weiteres Investment in den USA. BMW hat sich mit einem strategischen Investment an dem Startup Skurt beteiligt. Skurt bietet einen on-demand Mietwagenservice an, bei dem die Autos an die Haustüre geliefert werden. Insgesamt konnte Skurt 10 Mio. US$ in der Series A einsammeln.

Skurt seit 2015 aktiv

Skurt ist schon seit 2015 in den USA aktiv und hat laut eigener Aussage schon mehrere Zehntausend Mietvorgänge durchgeführt. Bisher wird der Service in Miami, Los Angeles und San Diego angeboten. Nachdem der Kunde das Fahrzeug bestellt hat, wird es innerhalb von 60 Minuten von einem Fahrer vorbei gebracht. Nach Ablauf der Buchung wird das Fahrzeug auch wieder abgeholt. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er sich nicht überlegen muss, wie er zu der Mietwagenstation gelangt.

Fahrzeuge von Autovermietern und Autohäusern

Die Autos stammen von Flottenbesitzern – Traditionelle Mietwagen-Anbieter oder auch Autohäuser stellen ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Im Vergleich zu den Peer-to-Perr Plattform ist es  ein Vorteil für die Kunden, dass sie mit neueren Fahrzeugen unterwegs sein können, die auch gut gewartet sind. Auf Wunsch werden die Fahrzeuge auch mit einem OBD-Dongle für die Fahrzeugüberwachung ausgestattet.

Mehrere Investments von BMW in den USA

Für BMW ist es nicht das erste Investment in ein amerikanisches Mobilitätsstartup. Bisher ist der Münchner Konzern schon an Zendrive, RideCell und Scoop beteiligt. Im letzten Jahr hat der Venture Arm von BMW einen Fond mit 500 Mio. US$ aufgesetzt. In Zukunft ist also mit weiteren Beteiligungen von BMW iVentures zu rechnen.

Auch andere Deutsche Autobauer sind an amerikanischen Startups beteiligt. Audi hat sich zum Beispiel an der letzten Finanzierungsrunde von Silvercar beteiligt. Silvercar bietet einen Mietwagenservice mit Audi A4 Modellen an. Der Service wird vorwiegend an Flughäfen angeboten. Die Kunden reservier das Fahrzeug einfach über die App und holen den Mietwagen ab. Das Fahrzeug wird mit der App geöffnet und wieder geschlossen, sobald der Mietvorgang beendet ist, wird sofort die Email mit der Rechnung verschickt.

Bild: Skurt (alle Rechte vorbehalten)

Waze Carpool Mitfahrdienst expandiert in weitere Städte – Uber Konkurrenz von Google

Ursprünglich ist Waze als reine Navigations-App gestartet und wurde auf Grund des Erfolgs und der Technologie im Jahr 2013 von Google übernommen. Im vergangenen Jahr kam ein Mitfahrdienst zum Angebot des Unternehmens hinzu, der jetzt weiter ausgerollt wird. Die Waze Nutzer können sich über den Ridesharing-Dienst das Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit oder nach hause teilen.

Waze als Mitfahrdienst für Pendler

Dabei positioniert sich Waze als Service, bei dem sich ausschließlich Fahrer und Fahrgäste das Auto teilen, die fast die identischen Wohn- und Arbeitsadressen haben. Anders also bei Uber oder Lyft stehen erstmal nicht die kommerziellen Interessen im Vordergrund. Die Fahrgäste zahlen maximum 35 ct. US$ pro Kilometer, was der maximalen Kilometerpauschale für Geschäftsreisen mit dem Auto in den USA entspricht. Die Fahrer können auch nur maximal zwei Fahrten am Tag absolvieren. Bei dem geringen möglichen Verdienst wird es sich für die Fahrer nicht lohnen, weitere Fahrten pro Tag durchzuführen.

Verknüpfung mit Waymo spannend

Google will mit dem Fahrservice direkte Erfahrungen im wachsenden Markt der Ridesharing Dienste sammeln. Es ist davon auszugehen, dass der Technologiekonzern in den nächsten Jahren einen eigenen kommerziellen Ride-Hailing Dienst aufbauen wird, der auf den autonomen Fahrzeugen von Waymo und dem Waze-Service basiert. Waymo ist ein Tochterunternehmen von Google, das die Aktivitäten rund um autonome Fahrzeuge des Konzerns bündelt. Google könnte mit Waze und Waymo einen Service aufbauen, der Uber und Lyft langfristig Konkurrenz macht.

Grundlage für kommerziellen Dienst von Google?

Netzwerke aus autonomen Fahrzeugen, auf die mit Smartphone Apps zugegriffen werden kann, gelten als Zukunft des innerstädtischen Verkehrs. Wenn Waze den Service weiter ausrollt und erfolgreich etablieren kann, ist es es für Google ein leichtes Unterfangen, die Plattform für einen kommerziellen on-demand Fahrservice zu nutzen, der auf autonomen Fahrzeugen basiert. Da die selbstfahrenden Autos ohne Fahrer auskommen, können erhebliche Kosten eingespart werden. Das führt zu geringeren Fahrpreisen für die Nutzer und folglich zu einer höheren Anzahl an Fahrten. Durch niedrige Fahrpreise, senkt die Hemmschwelle für den Verzicht auf den privaten Autobesitz. Bis Google den Carpooling-Service erfolgreich etabliert hat, ist noch viel mühevolle Aufbauarbeit möglich.

Mit Partnerschaften zum Erfolg

In einem ersten Schritt der Expansion erschließt der Fahrdienst von Waze weitere Gemeinden in der Bay Area in Kalifornien. Gleichzeitig werden Partnerschaften mit Organisation wie der Metropolitan Transportation Commission oder der University of California-San Francisco geschlossen, um das Verkehrsaufkommen und die Herausforderung der Parkplatzsuche zu minimieren. Diese Organisationen werden die Mitarbeiter dazu motivieren, Fahrgemeinschaften über das Waze-Angebot zu bilden um zwischen Arbeit und Zuhause zu pendeln. In den kommenden Monaten sollen weitere Städte in den USA und in Mittel- und Südamerika folgen.

Bild: Waze (alle Rechte vorbehalten)

PSA-Gruppe übernimmt Carjump – Umbenennung in Free2Move

Die in Berlin gegründete Carjump App wurde erfolgreich an den Automobilkonzern PSA aus Frankreich verkauft. In diesem Zuge wird die App umbenannt und heißt ab sofort Free2Move. Bei der PSA-Gruppe soll die App eine tragende Säule für innovative Mobilitätsdienste bilden. Zu der PSA-Gruppe gehören die Automarken Peugeot und Citroen. Free2Move ist in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden und Großbritannien verfügbar. Weitere Länder, darunter Spanien, Frankreich und Niederlande, sind geplant.

Zweiter Verkauf innerhalb von 2 Jahren

Unter dem Nahmen Carjump ist das Unternehmen bereits vor einigen Jahren in Berlin gestartet und wurde in einem früheren Verkauf von den jetzigen Geschäftsführern Michel Stumpe und Fabian Kofler in Zusammenarbeit mit Henri Kühnert übernommen. Mit dem Verkauf an Peugeot und Citroen erfolgt jetzt so zusagen der zweite Exit.

Free2Move bündelt mehrere Anbieter

Das Prinzip der App ist eine Art Meta-Suchmaschine, die die unterschiedlichen Carsharing-Angebote in einer App verbindet. Mittlerweile ist es auch für die Nutzer möglich, sich mittels der App bei einigen Anbietern zu registrieren. Free2Move bündelt mehrere Carsharing-Angebote in einer einzigen App. Nutzer können so ihre verschiedenen Anbieter-Accounts in nur einer App bequem verwalten und Fahrzeuge entsprechend ihrer individuellen Mobilitätsansprüche anbieterübergreifend und spontan bedarfsorientiert buchen. Die App vereint Freefloating- Anbieter mit stationsgebundenen Anbietern und Fahrzeugen von Peer2Peer-Communities. Aber auch alternative Transportmittel, wie Elektroroller, Vespas sowie Fahrräder, sind in der App eingebunden.

Automobilhersteller investieren in Startups aus dem Mobilitätssektor

Wie die anderen Automobilkonzerne auch, will die PSA-Gruppe weltweit führender Anbieter von Mobilitätslösungen und -dienstleistungen zu werden. Den Kunden soll ein Zugang zu den vielfältigsten Mobilitätsdienstleistungen ermöglicht werden. Mit dem Einstieg bei Free2Move treibt die PSA-Gruppe ihre internationale Expansion und Produktentwicklung in dem Geschäftsbereich weiter voran. Bisher ist die PSA-Gruppe an unterschiedlichen Carsharing-Angeboten beteiligt. Mit dem Investment in Free2Move reiht sich ein weiteren Autokonzern in den Trend ein, sich an innovativen Mobilitätsdienstleistungen zu beteiligen. Jüngst hat der französische Automobilkonzern Renault die Reste der insolventen Fahrdienstplattform Karhoo übernommen. Der VW Konzern hat sich an dem Fahrdienst Gett beteiligt und der General Motors Konzern ist bei der Ride-Hailing Plattform Lyft investiert.

Bild: Free2Move (alle Rechte vorbehalten)

myTaxi, Blacklane und myDriver: Abgehängt beim Thema autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren wird zur Zeit viel diskutiert und als nächster großer Trend angesehen, der die Automobilindustrie grundlegend verändern wird. Mit autonomen Fahrzeugen  lässt sich ein günstiger und flexibler Fahrservice realisieren, so dass vor allem in Städten auf individuellen Fahrzeugbesitz verzichtet werden kann.

In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Menschen werden vermehrt auf Fahrdienste zurückgreifen, um von A nach B transportiert zu werden. Bis autonome Fahrzeuge serienreif sind, werden die Fahrdienste noch auf Autos mit Fahrer angewiesen sein. Vor allem in den USA beschäftigen sich die Fahrdienstplattformen mit der Entwicklung von Software und Hardware für autonome Autos. Hinzu kommen die eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung von hochauflösenden Karten, die für den Einsatz von fahrerlosen Autos erforderlich sind.

Wie weit beschäftigen sich die deutschen Plattformen myTaxi, Blacklane und MyDriver mit dem Thema? Festzustellen ist, dass das Thema autonomes Fahren bei keinem der drei großen deutschen Plattformen auf der Agenda steht.

Die Fahrdienst-Plattform Blacklane geht davon aus, dass auch mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen weiterhin ein Fahrer an Board sein wird, der sich dann um andere Dinge kümmert. Vorstellbar ist eine Art on-board Service, wie man es vom Flugzeug her kennt. Da der Trend zu günstigeren Fahrpreisen geht und ein Service auf kurzen Strecken nicht relevant sein wird, hört sich diese Version nicht glaubwürdig an. Zu den Investoren von Blacklane gehört der Automobilkonzern Daimler. Das sich Daimler bevorzugt mit Uber verbindet, kann auch als Indiz gewertet werden, dass Blacklane noch keine Strategie zu dem Thema hat.

Ähnlich wird es bei myTaxi sein, das ebenfalls finanziell von Daimler unterstützt wird. Sie dem  Jahr 2014 gehört myTaxi vollständig zu Daimler. Bisher hat sich myTaxi noch nicht zu dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Da Daimler und myTaxi nicht die Taxifahrer verunsichern möchte, kann es natürlich sein, dass intern an dem Thema gearbeitet wird aber erst  zu einem späteren Zeitpunkt damit an die Öffentlichkeit gegangen wird.

Das Unternehmen myDriver dürfte sich bisher am wenigsten mit dem Thema beschäftigt haben. Anders als bei Blacklane und myTaxi steht hinter myDriver keine Automobilkonzern. myDriver gehört zu dem Mietwagenunternehmen Sixt, das enge Verbindungen zu BMW unterhält. Langfristig könnte es sein, dass myDriver mit dem Carsharing Angebot DriveNow von Sixt und BMW zusammenwächst und autonome Fahrzeuge von BMW zum Einsatz kommen werden.

Alle drei Anbieter scheinen sich nicht mit der Entwicklung von Hardware und Software für autonome Fahrzeuge zu befassen. Auch das Erfassen von hochauflösenden Kartendaten scheint im Moment nicht auf der Agenda zu stehen. Die Anbieter sollten bestrebt sei, das zu ändern, um nicht vollständig den Anschluss zu verlieren.

In den USA und Asien beschäftigen sich Ride-Hailing Plattformen mit dem Thema der fahrerlosen Autos. Diese Ride-Hailing Plattformen eignen sich hervorragend, um autonome Fahrzeuge einzusetzen. Grab testet in Singapur einen Service mit Roboter Taxis, Lyft entwickelt mit General Motors autonome Fahrzeuge, die auf der Ridesharing Plattform eingesetzt werden sollen. Am aktivsten ist das Unternehmen Uber, das sich gleich auf mehreren Fronten mit autonomen Fahrzeugen beschäftigt. Auf der einen Seite wurde das Unternehmen Otto übernommen, das fahrerlose LKWs entwickelt. Auf der anderen Seite werden bereits autonome Volvos in einigen Städten getestet. Die Technologie und Software für die umgerüsteten Volvos wurde von Uber selbst entwickelt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Daimler Konzern mit Uber eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet hat. Daimler möchte autonome Fahrzeuge auf der Uber Plattform betreiben.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)