Category Archives: Carsharing

PSA-Gruppe übernimmt Carjump – Umbenennung in Free2Move

Die in Berlin gegründete Carjump App wurde erfolgreich an den Automobilkonzern PSA aus Frankreich verkauft. In diesem Zuge wird die App umbenannt und heißt ab sofort Free2Move. Bei der PSA-Gruppe soll die App eine tragende Säule für innovative Mobilitätsdienste bilden. Zu der PSA-Gruppe gehören die Automarken Peugeot und Citroen. Free2Move ist in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden und Großbritannien verfügbar. Weitere Länder, darunter Spanien, Frankreich und Niederlande, sind geplant.

Zweiter Verkauf innerhalb von 2 Jahren

Unter dem Nahmen Carjump ist das Unternehmen bereits vor einigen Jahren in Berlin gestartet und wurde in einem früheren Verkauf von den jetzigen Geschäftsführern Michel Stumpe und Fabian Kofler in Zusammenarbeit mit Henri Kühnert übernommen. Mit dem Verkauf an Peugeot und Citroen erfolgt jetzt so zusagen der zweite Exit.

Free2Move bündelt mehrere Anbieter

Das Prinzip der App ist eine Art Meta-Suchmaschine, die die unterschiedlichen Carsharing-Angebote in einer App verbindet. Mittlerweile ist es auch für die Nutzer möglich, sich mittels der App bei einigen Anbietern zu registrieren. Free2Move bündelt mehrere Carsharing-Angebote in einer einzigen App. Nutzer können so ihre verschiedenen Anbieter-Accounts in nur einer App bequem verwalten und Fahrzeuge entsprechend ihrer individuellen Mobilitätsansprüche anbieterübergreifend und spontan bedarfsorientiert buchen. Die App vereint Freefloating- Anbieter mit stationsgebundenen Anbietern und Fahrzeugen von Peer2Peer-Communities. Aber auch alternative Transportmittel, wie Elektroroller, Vespas sowie Fahrräder, sind in der App eingebunden.

Automobilhersteller investieren in Startups aus dem Mobilitätssektor

Wie die anderen Automobilkonzerne auch, will die PSA-Gruppe weltweit führender Anbieter von Mobilitätslösungen und -dienstleistungen zu werden. Den Kunden soll ein Zugang zu den vielfältigsten Mobilitätsdienstleistungen ermöglicht werden. Mit dem Einstieg bei Free2Move treibt die PSA-Gruppe ihre internationale Expansion und Produktentwicklung in dem Geschäftsbereich weiter voran. Bisher ist die PSA-Gruppe an unterschiedlichen Carsharing-Angeboten beteiligt. Mit dem Investment in Free2Move reiht sich ein weiteren Autokonzern in den Trend ein, sich an innovativen Mobilitätsdienstleistungen zu beteiligen. Jüngst hat der französische Automobilkonzern Renault die Reste der insolventen Fahrdienstplattform Karhoo übernommen. Der VW Konzern hat sich an dem Fahrdienst Gett beteiligt und der General Motors Konzern ist bei der Ride-Hailing Plattform Lyft investiert.

Bild: Free2Move (alle Rechte vorbehalten)

myTaxi, Blacklane und myDriver: Abgehängt beim Thema autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren wird zur Zeit viel diskutiert und als nächster großer Trend angesehen, der die Automobilindustrie grundlegend verändern wird. Mit autonomen Fahrzeugen  lässt sich ein günstiger und flexibler Fahrservice realisieren, so dass vor allem in Städten auf individuellen Fahrzeugbesitz verzichtet werden kann.

In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Menschen werden vermehrt auf Fahrdienste zurückgreifen, um von A nach B transportiert zu werden. Bis autonome Fahrzeuge serienreif sind, werden die Fahrdienste noch auf Autos mit Fahrer angewiesen sein. Vor allem in den USA beschäftigen sich die Fahrdienstplattformen mit der Entwicklung von Software und Hardware für autonome Autos. Hinzu kommen die eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung von hochauflösenden Karten, die für den Einsatz von fahrerlosen Autos erforderlich sind.

Wie weit beschäftigen sich die deutschen Plattformen myTaxi, Blacklane und MyDriver mit dem Thema? Festzustellen ist, dass das Thema autonomes Fahren bei keinem der drei großen deutschen Plattformen auf der Agenda steht.

Die Fahrdienst-Plattform Blacklane geht davon aus, dass auch mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen weiterhin ein Fahrer an Board sein wird, der sich dann um andere Dinge kümmert. Vorstellbar ist eine Art on-board Service, wie man es vom Flugzeug her kennt. Da der Trend zu günstigeren Fahrpreisen geht und ein Service auf kurzen Strecken nicht relevant sein wird, hört sich diese Version nicht glaubwürdig an. Zu den Investoren von Blacklane gehört der Automobilkonzern Daimler. Das sich Daimler bevorzugt mit Uber verbindet, kann auch als Indiz gewertet werden, dass Blacklane noch keine Strategie zu dem Thema hat.

Ähnlich wird es bei myTaxi sein, das ebenfalls finanziell von Daimler unterstützt wird. Sie dem  Jahr 2014 gehört myTaxi vollständig zu Daimler. Bisher hat sich myTaxi noch nicht zu dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Da Daimler und myTaxi nicht die Taxifahrer verunsichern möchte, kann es natürlich sein, dass intern an dem Thema gearbeitet wird aber erst  zu einem späteren Zeitpunkt damit an die Öffentlichkeit gegangen wird.

Das Unternehmen myDriver dürfte sich bisher am wenigsten mit dem Thema beschäftigt haben. Anders als bei Blacklane und myTaxi steht hinter myDriver keine Automobilkonzern. myDriver gehört zu dem Mietwagenunternehmen Sixt, das enge Verbindungen zu BMW unterhält. Langfristig könnte es sein, dass myDriver mit dem Carsharing Angebot DriveNow von Sixt und BMW zusammenwächst und autonome Fahrzeuge von BMW zum Einsatz kommen werden.

Alle drei Anbieter scheinen sich nicht mit der Entwicklung von Hardware und Software für autonome Fahrzeuge zu befassen. Auch das Erfassen von hochauflösenden Kartendaten scheint im Moment nicht auf der Agenda zu stehen. Die Anbieter sollten bestrebt sei, das zu ändern, um nicht vollständig den Anschluss zu verlieren.

In den USA und Asien beschäftigen sich Ride-Hailing Plattformen mit dem Thema der fahrerlosen Autos. Diese Ride-Hailing Plattformen eignen sich hervorragend, um autonome Fahrzeuge einzusetzen. Grab testet in Singapur einen Service mit Roboter Taxis, Lyft entwickelt mit General Motors autonome Fahrzeuge, die auf der Ridesharing Plattform eingesetzt werden sollen. Am aktivsten ist das Unternehmen Uber, das sich gleich auf mehreren Fronten mit autonomen Fahrzeugen beschäftigt. Auf der einen Seite wurde das Unternehmen Otto übernommen, das fahrerlose LKWs entwickelt. Auf der anderen Seite werden bereits autonome Volvos in einigen Städten getestet. Die Technologie und Software für die umgerüsteten Volvos wurde von Uber selbst entwickelt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Daimler Konzern mit Uber eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet hat. Daimler möchte autonome Fahrzeuge auf der Uber Plattform betreiben.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Daimler soll vor Übernahme von Taxibeat stehen

Der Autokonzern Daimler soll kurz vor der Übernahme von Taxibeat sein, einer Taxi-App aus Griechenland. Das Unternehmen hinter der Ride-Hailing App ist profitabel und soll für rund 40 Mio. Euro übernommen werden. Daimler würde durch die Übernahme im Bereich der Fahrdienstplattformen stärken.

Über die mögliche Übernahme hat zuerst das die Griechische Seite Naftenporiki berichtet. Bei Daimler würde Taxibeat ein Teil von Daimler Mobility Services werden. Unter dem Geschäftsbereich bündelt Daimler auch schon die Taxi-Apps Hailo und MyTaxi, sowie das Carsharing Angebot car2go und die App für multimodale Mobilität moovel. Vor kurzem wurde außerdem die peer-to-peer Carsharing Plattform Croove gestartet.

Taxibeat wurde im Jahr 2011 gegründet und hat bisher weniger als 7 Mio. Euro Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Openfund und Hummingbird Ventures. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen trotz Krise in Griechenland ein starkes Wachstum verzeichnen. Taxibeat konnte zuletzt eine Wachstumsrate von 180% über den Zeitraum von einem Jahr vorweisen. Bei dem griechischen Anbieter kann der Fahrgast den Fahrer direkt aussuchen, wenn er möchte.

Taxibeat gehört zu den kleineren Anbietern und ist nur in Griechenland und Peru aktiv. Durch den Fokus auf die zwei Märkte konnte das Unternehmen die Profitabilität erreichen, da keine hohen Kosten für einen Anlauf in neuen Städten anfallen. In Griechenland sind auf der Plattform 7000 Taxifahrer registriert und 850.000 Nutzer sind registriert. In Peru kommt Taxibeat auf 15.000 registrierte Fahrer und 800.000 Nutzer, die die App heruntergeladen haben.

In den letzten Monaten und Jahren hat sich einiges auf dem Markt der Mobilitätsdienstleister getan. Grundsätzlich wird sich das Mobilitätsverhalten vor allem Städten stark verändern. In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Nachfrage nach alternativen Moblitätsdiensten wird steigen. Zuerst werden Carsharing und Ridesharing Dienste diese Lücke ausfüllen, später werden autonome Ride-Hailing Dienste wichtiger werden.

Startups wie Uber, Didi und Lyft investieren Summen in Milliardenhöhe, um globale Fahrdienstplattformen aufzubauen. Kleinere Anbieter, wie eben Taxibeat, werden aufgekauft oder geben auf. Etablierte Automobilkonzerne beteiligen sich an Anbietern von Mobility Services oder übernehmen diese komplett. Der Volkswagenkonzern hat sich mit 300 Mio. Euro an Gett beteiligt, General Motors ist Investor bei Lyft. Renault hat die Fahrdienst Plattform Karhoo aus der Insolvenz übergenommen, Ford hat den Shuttle Dienst Chariot übernommen.

Daimler hat schon recht früh die Relevanz von Mobility as a Service Angebote erkannt. Bereits 2012 hat sich Daimler an myTaxi beteiligt und im Jahr 2014 komplett übernommen. Im gleichen Atemzug wurde die Übernahme von RideScout veröffentlicht Im letzten Jahr kam die Mehrheitsbeteiligung an der Taxi-App Hailo hinzu. Um in Zukunft unabhängiger vom Verkauf von Mercedes Fahrzeugen zu sein, hat der Konzern die Strategie CASE beschlossen. Mobilitätsdienstleistungen, wie Carsharing und Ride-Hailing sind elementarer Bestandteil von CASE.

Bild: Taxibeat (alle Rechte vorbehalten)

Carsharing-Boom: Anbieter Car2Go und DriveNow stark gewachsen

Fast zeitgleich haben die beiden Carsharing Unternemen DriveNow und Car2go ihre Pressemitteilung zur Jahresbilanz für 2016 verschickt. Die Anbieter der Automobilhersteller Daimler und BMW sind im abgelaufenen Jahr stark gewachsen.

43% Wachstum bei car2go Carsharing

Car2go konnte im Jahr 21 % mehr Mieten verzeichnen und die Zahl der Kunden stieg um 43% auf 2,2 Millionen. Berlin bleibt mit 175.000 Kunden die größte car2go Stadt. Die Nutzung der weltweit 14.000 stieg zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem vierten Quartal 2016 um 40%. Insgesamt wurden die Fahrzeuge der Flotte im vergangenen Jahr 22 Millionen Mal angemietet.

Grundsätzlich ist car2go der Ansicht: Je häufiger und länger die Fahrzeuge genutzt werden, desto besser erfüllt das Carsharing seinen Zweck in Großstädten. Die geteilten Autos besetzen dann seltener knappen Parkraum und ersetzen häufiger private Pkw, die zunehmend zu einer Belastung in Großstädten werden.

Auch für 2017 geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum aus. Laut Olivier Reppert, CEO der car2go Group, bleibt Carsharing ein dynamischer Wachstumsmarkt. Das Unternehmen will sein Geschäft durch neue Flotten und Produkte ausweiten. Bei Daimler ist car2go ein Teil des Strategie-Programms CASE.

Mehr als 800.000 Nutzer bei DriveNow

Auch DriveNow konnte ein Kundenwachstum verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzerzahl auf 815.000 registrierte Kunden gestiegen. Das Entspricht einem Wachstum von 42%. Damit ist DriveNow so schnell wie car2go gewachsen.

Die Zahl der Fahrzeuge ist auf über 5.000 gestiegen, etwa 17% der Fahrzeuge sind elektrische BMW i3. Vergleicht man die Anbieter, dann kommen bei beiden Anbietern im Schnitt etwa 160 Nutzer auf ein Fahrzeug. Ein Fahrtvolumen wurde von DriveNow nicht kommuniziert. Wenn man von ähnlichen Kennzahlen wie bei car2go ausgeht, dann wird DriveNow etwa acht Millionen Anmietungen verzeichnet haben.

Im vergangenen Jahr hat DriveNow mit Brüssel und Mailand zwei weitere Standorte eröffnet. Vor allem in Mailand soll die Nachfrage die Erwartungen übertroffen haben. In diesem Jahr sollen zwei bis drei weitere Städte hinzukommen. DriveNow setzt 2017 große Hoffnungen auf das Ende Dezember beschlossene Carsharing Gesetz, das Städten künftig den rechtlichen Rahmen gibt, Carsharing Angebote zu fördern.

Vor Weihnachten gab es Berichte über eine Fusion der beiden Anbieter. Letztendlich hat Sixt die Berichte dementiert. Das Mietwagenunternehmen Sixt betreibt zusammen mit BMW das Angebot DriveNow.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle werden in Berlin, Leipzig und Las Vegas getestet

In unterschiedlichen Projekten werden autonome Shuttle Busse im Stadtverkehr eingesetzt. Sowohl in Berlin auch als in Las Vegas werden die Fahrzeuge der Zukunft getestet. Kleine Shuttle ohne Fahrer, die sich dynamisch der Nachfrage anpassen, werden von Städten als attraktive Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr gesehen. Autonome Fahrzeuge werden den Mobilitätsmarkt stark verändern. Kunden können damit das öffentliche Verkehrsangebot genau auf ihre Bedürfnisse anpassen und genau dann nutzen, wenn sie das Angebot brauchen.

Test jezt – Start im Sommer

In Las Vegas kommen Fahrzeuge des französischen Anbieters Navya zum Einsatz. Der Test ist für einen Zeitraum von zwei Wochen geplant. Die Stadt Las Vegas geht aber davon aus, dass die Shuttle ab Sommer dauerhaft eingesetzt werden können. Ermöglicht wurde der Test durch eine enge Kooperation der Stadtverwaltung von Las Vegas, dem französischen Konzern Keolis und dem Startup Navya. Ziel ist es, de Service für die Kunden dauerhaft kostenlos anzubieten. Die Kosten sollen über Werbeeinnahmen finanziert werden. Der Service der Firma Navya soll der Stadtverwaltung angeblich 10.000 US$ pro Monat kosten.

Autonome Shuttle für bis zu 12 Personen

Die Fahrzeuge sind für bis zu 12 Personen ausgewählt und können sich mit bis zu 45 km/h in der Stadt fortbewegen. Während der Testphase, die für die Nutzer kostenlos ist, fahren die Autos maximal mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h durch die Straßen. Das Testgebiet ist sehr klein und beschränkt sich auf einen kurzen Straßenabschnitt in der Innenstadt von Las Vegas.

Deutsche Bahn testet in Berlin

In Berlin wir ein autonomer Buslinienbetrieb auf dem EUREF-Campus in Schöneberg getestet. Hinter dem Test stehen die Deutsche Bahn und das InnoZ. Das InnoZ ist ein Innovationszentrum zu dessen Gesellschafterkreis neben der Deutschen Bahn auch unter anderem Siemens und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören. Das Pilotprojekt ist für sechs Monate angesetzt. Zum Einsatz kommen in Berlin Fahrzeuge des Startups Local Motors aus den USA. Seit einigen Wochen läuft ein ähnlicher Test in Leipzig auf dem Gelände von DB Schenker mit einem Fahrzeug der Firma EasyMile. Die Olli Fahrzeuge des Startups Local Motors werden rein elektrisch angetrieben und lassen sich über eine App steuern.

Im Gegensatz zu Las Vegas werden die autonome Shuttle in Berlin nicht auf öffentlichen Straßen getestet, sondern auf dem abgeschlossenen Betriebs- bzw. Campusgelände. Bei Schenker in Leipzig können die Mitarbeiter den autonomen Shuttle nutzen. Auf dem EUREF-Campus steht der Shuttle den Mitarbeiter und Besuchern zur Verfügung. Durch die Tests sollen Fahrzeugtechnik und Betrieb unter möglichst realen Bedingungen getestet sowie Kundenfeedback eingeholt werden. Für die Deutsche bahn ist autonomes Fahren Teil der Digitalisierungstrategie, die in drei Feldern unterteilt wird: An der Kundenschnittstelle, bei allen unterstützenden internen Prozessen sowie mit der Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Dafür investiert das Unternehmen bis 2018 rund eine Milliarde Euro und hält zusätzlich 50 Millionen Euro zur Startup-Förderung bereit.

Mit einer ähnlichen Teststrategie versucht es übrigens auch das Startup nuTonomy aus den USA. Die autonomen Taxi-Fahrzeuge werden ebenfalls in Gebieten mit weniger Verkehr getestet, um erste Daten über die Fahrzeugtechnik und das Fahrverhalten zu generieren. In Boston testet nuTonomy zum Beispiel auf den Straßen eines Industriegebiets.

Bild: Local Motors (alle Rechte vorbehalten)

Starke Allianz für autonomes Fahren: BMW, Mobileye und Intel wollen 2017 erste Fahrzeuge testen

Dieser Test war absehbar, da der bayerische Automobilkonzern BMW im vergangenen Jahr sowohl eine Kooperation mit Intel, als auch mit Mobileye eingegangen ist. Ziel der jeweiligen Kooperation ist es, so schnell wie möglich autonome Fahrzeuge zur Serienreife zu entwickeln.

Test Ende 2017 – Serienversion 2021

In der zweiten Jahreshälfte 2017 will BMW 40 Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen, um wichtige Daten für die Serienfahrzeuge zu sammeln. Unter realen Bedingungen sollen die Daten gesammelt werden und die Fahrzeuge hinzulernen. Die Serienfahrzeuge sollen in der Kooperation bis zum Jahr 2021 entwickelt werden.

Bei den Testfahrzeugen wird es sich um Modelle der 7er Baureihe handeln, die mit den neusten Sensoren, Software und Rechenpower von Intel und Mobileye ausgestattet sind. Die tests sollen in den USA und in Europa stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, dass BMW bis zu 40 autonome Fahrzeuge in München testen möchte.

White-Label Lösung für andere Hersteller

Auf der Technikmesse CES 2017 in Las Vegas haben die drei Partner ein einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass ein System entwickelt wurde, dass sich auch für andere Fahrzeugmodelle skalieren lässt. Die skalierbare Architektur für autonome Autos könnte  auch als White-Label Lösung angeboten werden, die von anderen Autokonzernen genutzt werden kann.

BWM lädt andere Hersteller und Zulieferer zur Kooperation ein. Das kann auch als Zeichen gedeutet werden, dass BMW eingesehen hat, dass sie bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schnell aufholen müssen und diese Aufholjagd nicht alleine schaffen können.

Neben den Ankündigungen im Dezember, hat BMW bereits im Mai 2016 seine Pläne für autonome Fahrzeuge präsentiert. Im Rahmen den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum wurden futuristische Modelle der unterschiedlichen Konzernmarken unter dem Namen iNext präsentiert. Unter iNext will BMW bis 2021 ein voll autonomes Fahrzeug zur Serienreife bringen.

Kooperationen zwischen Auto- und Technologiekonzernen

Da Technologiekonzerne nicht über das Wissen der Fahrzeugfertigung verfügen und Automobilkonzerne nicht in der Lage sind, die technologischen Bauteile für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, schließen sich beide Parteien zusammen. Es ist davon auszugehen, dass wir Kooperationen, wie die zwischen BMW, Intel und Mobileye in Zukunft häufiger sehen werden. BMW produziert die Fahrzeuge, Intel die leistungsstarken Computer-Chips und Mobileye die Sensoren und Kameras.

Letztendlich müssen die autonomen Fahrzeuge noch den Nutzern über eine Plattform zugänglich gemacht werden. Bleibt abzuwarten, ob BMW seine Carsharing Plattformen DriveNow und ReachNow weiter ausbauen wird, oder ob in Zukunft Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Uber oder Didi zu erwarten sind.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing Anbieter Turo expandiert nach Europa

Das amerikanische Startup Turo, das einen privaten Carsharing Service anbietet, expandiert nach Europa. Mitte Dezember ist das Unternehmen mit seinem peer-to-peer Carsharing Dienst in Großbritannien gestartet.

Umbenennung in Turo

Turo ist ursprünglich unter dem Namen RelayRides in Boston gestartet, gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2009. Kurze Zeit später wurde der Sitz nach San Francisco verlegt. Insgesamt kommt das Netzwerk auf eine Finanzierung von 101 Mio. US$. Die Finanzierung kommt unter anderem von Google Ventures und Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Auf der Plattform können Fahrzeugbesitzer ihre Autos einstellen und an Privatpersonen vermieten. Die Vermietung wird mit einer Ad-hoc Versicherung abgesichert.

Flächendeckend in den USA

Das Netzwerk ist seit 2012 flächendeckend in den USA aktiv, vor acht Monaten erfolgte die Expansion nach Kanada. Heute hat die Carsharing Plattform zwei Millionen Nutzer und es sind 111.000 Fahrzeuge in 4500 Städten gelistet. Vermieter erlösen im Durchschnitt um die 720 US Dollar pro Monat mit der Vermietung der Fahrzeuge. Bleibt die offenen Frage, welche Fahrzeuge und Nutzer für die Durchschnittsberechnung genutzt werden. Wenn für die Durchschnittsberechnung alle 111.000 Fahrzeuge verwendet wurden, dann würde das einem monatlichen Umsatz von ca. 100 Mio. US$ entsprechen. Das scheint sehr hoch gegriffen. Für die Nutzer sind die Kosten laut Turo um 35% niedriger, als bei einer herkömmlichen Autovermietung, wie Sixt oder Europcar.

Weitere Expansion geplant

Turo hat Großbritannien als ersten Markt in Europa gewählt, da die meisten internationalen Nutzer in den USA aus Großbritannien kommen. Außerdem suchen die Turo Nutzer häufig nach Fahrzeugen in Großbritannien. Beides kann dem Unternehmen bei dem Markteintritt helfen. In England will Turo mit lokalen Autovermietungen kooperieren, um von Anfang an eine umfassende Auswahl an Fahrzeugen anbieten zu können.

Model auch in Deutschland aber wenig beliebt

In Deutschland sind zeitgleich mit dem gleichen Geschäftsmodell gestartet. Zu den bekanntesten gehören Tamyca, Autonetzer oder Nachbarschaftsauto. Autonetzer und Nachbarschaftsauto haben sich erst zusammengetan, später wurde das fusionierte Unternehmen vom dem französischen Anbieter Drivy übernommen. Im letzten Jahr ins Opel mit einer Plattform für privates Carsharing gestartet, im Dezember diesen Jahres folgte Daimler mit der Plattform Croove. Es ist nicht bekannt, wie viel ein Vermieter durchschnittlich in Deutschland erlöst. Es dürften aber weitaus weniger, als die 720 US$ bei Turo sein.

Bild: Turo (alle Rechte vorbehalten)

Toyota gründet Plattform für Mobilitätsdienstleistungen

Vor kurzem hat sich der japanische Automobilkonzern Toyota an der amerikanischen Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround beteiligt. In einer Meldung veröffentlicht Toyota jetzt den Plan für den Start einer Mobilitätsplattform, die mehrere Services verknüpfen soll. Es werden Flotten- und Servicebetreiber sowie  Versicherungen direkt mit eingebunden. Ein erstes Pilotprojekt soll 2017 mit dem US-Startup Getaround in San Francisco gestartet werden.

Die neue Plattform ergänzt und erweitert Geschäftsmodule wie Flottenmanagement-Systeme und Leasing-Programme speziell für die Anbieter von Mobilitätsdiensten. Der Betreiber kann einzelne oder alle Funktionen auswählen und nutzen. „Wir arbeiten als Anbieter einer Mobilitätsplattform mit verschiedenen Unternehmen und Dienstleistern zusammen, um unseren Kunden eine sicherere und komfortablere Fortbewegung zu ermöglichen“, erläutert Shigeki Tomoyama, Präsident der Connected Company von Toyota.

Ein Teil der neuen Plattform ist eine sogenannte Smart Key Box. Sie wird im Fahrzeug platziert und soll so den Autoschlüssel ersetzen. Die Smart Key Box ist in der Lage, via Bluetooth Low Energy Signalen mit Smartphones zu kommunizieren. In Verbindung mit autorisierten Smartphone Apps können die Fahrzeugtüren geöffnet und der Motor gestartet werden. Die Box soll sich ohne großen Aufwand integriere lassen und ist vor allem für privates Carsharing interessant. Car-Sharing-Anbieter müssen dadurch weder eine Abholstation für den Schlüssel betreiben noch Änderungen an der Motorsteuerung vornehmen.

Einen ersten Feldversuch startet Toyota gemeinsam mit dem US-amerikanischen Car-Sharing-Dienst Getaround, an dem der Konzern über ein strategisches Investment beteiligt ist. Beide Unternehmen wollen ab Januar 2017 die Vorzüge der neuen Schlüsselbox in der Metropolregion San Francisco testen. „Unser Ziel bei Getaround war schon immer, Car-Sharing immer und überall zu ermöglichen. Die Kombination unserer Erfahrung und Car-Sharing-Technologien mit den Toyota Mobilitätsdienstleistungen eröffnet Toyota Kunden und dem rasant wachsenden Car-Sharing-Markt neue Möglichkeiten“, erklärt Sam Zaid, Gründer und CEO von Getaround.

Eine Smart Key Box wird bereits von dem europäischen peer-to-peer Carsharing Anbieter Drivy angeboten, dort heißt das Angebot Drivy Open. Die von Daimler gestartete private Carsharing Plattform Croove verzichtet vorerst auf eine digitale Schlüsselbox. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diee auch dort verfügbar sein.

Bild: Toyota (alle Rechte vorbehalten)

ReachNow von BMW will Ridesharing Service anbieten

Anfang des Jahres is der Automobilkonzern BMW in Seattle mit einem Carsharind-Dienst gestartet. In den USA heißt das Carsharing-Angebot von BMW nicht DriveNow sondern  ReachNow. Jetzt wird deutlich, warum BMW einen Namen gewählt hat, der allgemeiner gehalten ist. In Seattle soll nun ein erster Test eines eigenen Ridesharing Diensters, wie Uber oder Lyft gestartet werden.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Unternehmen aus dem Hause BMW seinen Carsharing-Service auch in Brooklyn anbieten wird. Bisher war das Carsharing-Angebot nur in Seattle und Portland verfügbar. In Seattle sind mehr als 500 ReachNow Fahrzeuge auf der Straße, in allen drei amerikanischen Städten zusammen sind es mehr als 1000.

Schon beim Start von ReachNow hat BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer klargemacht, dass neben Carsharing auch weitaus mehr Dienstleistungen unter der Marke ReachNow angeboten werden sollen. Bald will das Unternehmen einen Mitfahrservice starten und Carsharing für Bürogebäude und Wohnblocks starten. Außerdem sollen Autobesitzer die Möglichkeit bekommen, ihr eigenes Privatfahrzeug über die Carsharing Plattform zu vermieten..

Laut ReachNow CEO Banfield macht das Unternehmen gute Fortschritte auf dem Weg zur Plattform für ganzheitliche Mobilität. Die Vision von Banfield ist, dass die Nutzer alle Mobilitätsdienstleistungen für selber fahren und gefahren werden unter einer Marke finden.

ReachNow wird seinen Mitfahrdienst im Dezember testen und dann im kommenden Jahr weiter ausrollen. Dafür stellt das Unternehmen einen Pool an Fahrern ein, die dann die vorhandene ReachNow Fahrzeuge nutzen, um den Fahrservice anbieten zu können. Die Fahrer können vorerst nur die 3er BMWs nutzen, die in der Flotte sind. Das Prinzip funktioniert dabei wie bei Lyft, Uber und den anderen Ridesharing-Diensten. Nutzer können bereits über die App die Temperatur im Fahrzeug bestimmen und dem Fahrer mitteilen, wenn sie nicht gestört werden möchten. Es sollen auch Fahrer und Beifahrer zusammengebracht werden, die sich bereits kennen, da sie schon öfters miteinander gefahren sind.

Technisch basiert die ReachNow App und die dazugehörigen Systeme auf den Entwicklungen von RideCell. RideCell entwickelt eine White Label Lösung für Carsharing und Ridesharing Dienste. An dem Unternehmen hat sich auch BMW als strategischer Investor beteiligt. Wie auch in Deutschland ist Car2Go aus dem Haus Daimler einer der größten Wettbewerber für das Mobilitätsangebot von BMW.

Bild: ReachNow (alle Rechte vorbehalten)

Deutliches Zeichen, dass Apple an autonomen Fahrzeug arbeitet

Bisher wurde viel darüber spekuliert, ob Apple an der Technologie für ein selbstfahrendes Auto arbeitet oder nicht. Erst kürzlich gab es Berichte, dass der Technologiekonzern kein komplettes Auto entwickelt, sondern seinen Fokus auf die Entwicklung von Systemen gelegt hat, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden.

In einem Brief an die amerikanische Transportbehörde National Highway Traffic Safety Administration hat der Technologiekonzern bestätigt, dass viel Geld in Machine Learning und Automation investiert wird. Apple zeigt sich dabei begeistert von den Möglichkeiten von autonomen System und nennt auch explizit den Mobilitäts- und Transportbereich. Der Brief ist eine offizielle Äußerung des Unternehmens zu den im September veröffentlichten Regeln der Behörde für automatisches Fahren.

Apple arbeitet seit einige Jahren am dem Project Titan aber hat das nie offiziell bestätigt. Für das Titan Projekt wurden Experten von Automobilkonzernen und anderen Technologieunternehmen abgeworben. Zu einem schnellen Projektverlauf schient das aber nicht beigetragen zu haben. Mehrmals wurde darüber berichtet, dass Apple die Ambitionen im Entwicklungsprojekt für ein autonomes iCar zurückgeschraubt hat. Nach einer letzten Neuausrichtung soll sich Apple jetzt auf die Entwicklung für Software und Hardwarekomponenten für selbstfahrende Autos konzentrieren. Ein komplettes Auto von Apple steht nicht mehr auf der Agenda. Die Komponenten und Software sollen an Automobilkonzerne verkauft werden.

Apple ist nicht der einzige Player, der Feedback zu den vorgeschlagenen Regeln gibt. Auch Google, Volvo, Lyft, Ford und andere haben bereits ihr Feedback gegeben. Die genanten Unternehmen werden von eine Lobbyisten-Gruppe vertreten und haben in erster Linie Probleme mit dem Vorschlag, dass die gesammelten Daten und die Sicherheitsspezifikationen geteilt werden sollen. Apple hat damit laut dem bekanntgewordenen Brief keine Probleme. Der amerikanische Konzern ist dafür, dass vor allem Daten von Unfällen und brenzligen Situationen anonymisiert geteilt werden, um die schneller die Sicherheit zu verbessern.

Selbstfahrende Autos in Verbindung mit Fahrdiensten werden von Experten als nächste Stufe der Automobilindustrie bezeichnet. Konzerne wie General Motors, Audi und Daimler beschäftigen sich intensiv mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Startups und Neueinsteiger, wie Lyft, Tesla oder Uber entwicklen ebenfalls mit Hochdruck Technologien für autonomes Fahren.

Bild: Franco Folini (bestimmte Rechte vorbehalten)