Archiv der Kategorie: Carsharing

VW lanciert We

VW stellt einen neuen Car-Sharing Dienst vor. Die Flotte des Automobilkonzerns soll ausschließlich aus elektronischen Fahrzeugen bestehen und via On-Demand Service in europäischen,  amerikanischen und asiatischen Großstädten verfügbar sein.

Nach der Diesel-Affäre unternimmt das Unternehmen einen weiteren Schritt, um  in nachhaltige Mobilität zu investieren. Mit der Plattform „We“ beabsichtigt der Konzern Verkehrs- und Umweltbelastungen im städtischen Umfeld zu reduzieren und den Blick auf Emissionsfreiheit  weiter zu stärken. We wird in Deutschland bereits 2019, in übrigen Märkten erst Anfang 2020 starten.

Bild: https://t3n.de/news/volkswagen-carsharing-vw-we-1092899/

 

ArrivaClick kommt nach Liverpool

Der nationale Betreiber Arriva hat sich für Liverpool entschieden. Der On-Demand-Service für Busse wird in der Stadt im Nordwesten Englands zum ersten Mal auf die Straßen gebracht und kalkuliert die Routen abhängig davon, wohin die Fahrgäste gebracht werden möchten.

Die Services der App ”ArrivaClick”

Ähnlich wie zum Taxiservice von Uber, wird der neue On-Demand-Service Fahrgästen ermöglichen, einen Bus über eine App zu buchen. Das innovative System kombiniert Besonderheiten von einem Taxifahrdienst und dem Busverkehr. Passagiere können via ArrivaClick einen Bus bestellen und seine Route verfolgen. Den Nutzern wird der Name des Fahrers mitgeteilt und stellt ihnen zusätzlich die Option bereit, eine individuelle Haltestelle anzugeben sowie einen Sitzplatz im Bus zu reservieren.   

Durch die hochentwickelte Technologie von Via, ein weltweit tätiges Unternehmen für Mitfahrdienste, berechnen Algorithmen den bestmöglichen Fahrweg für die kombinierten Routen der Passagiere. Das Ergebnis gibt die kürzeste und die schnellste Route an. ArrivaClick garantiert einen festen Fahrpreis und Echt-Zeit-Informationen in Bezug auf Abfahrt und Ankunft. Die App kombiniert also die Kosteneffizienz von Bussen und die Bequemlichkeit einer Taxifahrt.

Es gibt keine festen Routen. Die Fahrten bedingen sich durch die Zielwünsche der Fahrgäste. Der Service vollstreckt sich in einem Gebiet vom Stadtzentrum bis zum Liverpool John Lennon Flughafen und verbindet die Einwohner, die sich zur Arbeit, zum Shopping oder aus sonstigen Transportgründen bewegen.  

Was ArrivaClick noch leistet

Mit der Einführung des innovativen Minibus-Services wird die Verbesserung der Luftqualität in Angriff genommen. Auch die Reduzierung von Autofahrten in den Städten wird damit bezweckt. ArrivaClick bietet freies Wi-Fi, Aufladestationen und Ledersitze an. Insgesamt komplettiert der Service von ArrivaClick das bestehende Busnetzwerk und ist bis dato der größter Service seiner Art in UK.

ArrivaClick hat das Potential tausende von Fahrten zu transformieren. Bereits während der Testphase in Kent nutzen 50% der Kunden den Service anstelle einer privaten Fahrt. 43% verwendeten ArrivaClick sogar für die tägliche Fahrten zwischen Arbeit und ihrem Zuhause.

Bis zum Sommer 2019 will Arriva den Service von sechs auf 25 Fahrzeuge ausweiten.

Bild: liverpoolecho.co.uk (Alle Rechte vorbehalten)

Ridecell sammelt Series B ein – Deutsche Bahn beteiligt sich

Das  Software-Unternehmen Ridecell, das eine Plattform für Carsharing oder Ridesharing Anbieter entwickelt, sammelt fast 30 Mio. Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein. In Zukunft soll der Fokus auch auf der Software für eine Flotte an autonomen Fahrzeugen sein. Die Runde wurde von Cox Automotive angeführt, mit Beteiligungen von DENSO, Penske, Mitsui und der Deutschen Bahn.

Ridecell als Software-Dienstleister

 

Bei den neuen Investoren handelt es sich auch um strategische Partner: Gemeinsam sollen neue Lösungen entwickelt werden, die einen Mehrwert für Kunden und Flottenbetreiber bieten. Bereiche wie Flottenmanagement, Pannenhilfe oder Fahrzeugkomponenten sollen gemeinsam adressiert werden.

Das Unternehmen betreibt keine Mobility Services in Eigenregie, sondern liefert die Software an Betreiber von entsprechenden Diensten. Automobilhersteller,  Autovermietungen, Verkehrsunternehmen oder Händler können die Software nutzen, um Carsharing oder Ridesharing Dienste anzubieten.

Die Deutsche Bahn ist nach BMW der zweite Investor aus Deutschland, der das Unternehmen unterstützt. Da die Pressemitteilung die anderen Investoren hervorhebt, ist davon auszugehen, dass von der Bahn ein kleines Ticket investiert wurde. Die Bahn ist bereits an der Ridesharing Plattform CleverShuttle beteiligt und baut mit ioki und Flinkster eigene Mobility Services auf.

Interessant ist auch, dass BMW nicht weiter investiert hat. Das könnte darauf hinweisen, dass für das Gemeinschaftsunternehmen mit car2go und moovel die Software-Lösung von Ridecell nicht zum Einsatz kommt.

Ridecell für Industriegelände vorteilhaft

 

Ridecell wurde bereits 2009 gegründet und seit dem Start wurden mehr als 20 Mio. Fahrten über die Plattform vermietet. Das Unternehmen ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein starker im Bereich Carsharing. Die Ridesharing Lösung des Unternehmens hat sich noch nicht richtig durchgesetzt. Unter anderem nutzt ReachNow, das Carsharing Angebot von BMW die Lösung von Ridecell in den USA. Außerdem vertrauen Anbieter wie Zity und GIG Carsharing auf die Lösung. Die Ridesharing Lösung kommt eher auf Uni- und Industriegeländen zum Einsatz. Georgia Tech, UC Berkley, UCSF oder 3M betreiben dynamische Shuttle Dienste.

 

Bild: www.roboticsandautomationnews.com/2018/05/31/
(Alle Rechte vorbehalten)

 

Elektromobilität: Neuer Carsharing Anbieter startet in Wien

In neuer Carsharing Anbieter. Der Anbieter Caroo möchte ab Sommer eine überschaubare Flotte an 50 Elektroautos nach dem Free-Floating Prinzip einsetzten. Bisher sind in Wien die beiden Unternehmen car2go und DriveNow mit einem Free-Floating Carsharing Angebot aktiv.

Flotte mit 50 Fahrzeugen geplant

Im Vergleich zu den genannten Anbietern ist Caroo mit den geplanten 50 Fahrzeugen recht überschaubar. Die anderen Anbieter haben jeweils über 500 Fahrzeuge in der Flotte. Es ist davon auszugehen, dass sich Caroo auf ein kleines Gebiet konzentrieren wird, um attraktive Laufwege zu ermöglichen. Das Free-Floating Prinzip erhöht den Komfort für die Nutzer, da die Autos auf beliebigen Parkplätzen abgestellt werden können, z.B. einfach vor der Haustür.

Rein elektrische Flotte

Sein USP sieht das Unternehmen bei der rein elektrischen Flotte. Am Anfang sollen Modelle des Herstellers Renault eingesetzt werden. Hauptsächlich soll der Renault Zoe zum Einsatz kommen, als Alternative sind die Modelle Twizy und Kangoo Z.E. geplant. Bei dem Twist handelt es sich um kleines Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen, der Kangoo ist ein Transporter. Es besteht keine Kooperation mit Renault, da ist es auch denkbar, dass später Fahrzeuge anderer Hersteller zum Einsatz kommen.

Finanzierung über die Crowd

Finanzieren möchte sich das Unternehmen durch ein Crowdinvesting Kampagne. Insgesamt sollen 100.000 Euro eingesammelt werden, um das Geschäft mit 50 Fahrzeugen zu starten. Bisher konnten in der Kampagne 56.000 Euro eingesammelt werden. Die geplante Investmentsumme ist überschaubar für das geplante Vorhaben. Die Beschaffung der Fahrzeuge und vor allem der operative Betrieb wird teuer. Es ist davon auszugehen, dass weitere Investoren nötig sind, um das Unternehmen erfolgreich am Markt zu etablieren. Zusätzliche finanzielle Mittel sollen durch eine Förderung über das Programm kliamaaktiv erfolgen.

Kooperation mit Wien Energie

Um die Fahrzeuge laden zu können, setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem Energieanbieter Wien Energie. Wien Energie besitzt rund 550 öffentlich zugängliche Ladesäulen, die Zahl soll bis 2020 auf 1000 Säulen im Statdgebiet erhöht werden. Mit der Kooperation von Wien Energie soll die Ladeinfrastruktur für den Caroo-Fuhrpark sichergestellt werden.

Car2go und DriveNow als starke Konkurrenten

Die beiden Anbieter car2go und DriveNow sind in Wien zwei starke Konkurrenten für das neue Carsharing Startup. Beide Unternehmen verfügen jeweils über eine Flotte mit mehr als 500 Fahrzeugen. Die Nutzerzahlen können sich auch sehen lassen, DriveNow hat etwa 88.000 Nutzer in Wien und car2go kommt auf 138.000 Kunden. Durch die geplante Fusion von DriveNow und car2go wird die Wettbewerbssituation nicht einfacher.

Bild: Caroo (alle Rechte vorbehalten)

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Scooter Sharing: Europcar übernimmt Scooty

Die Autovermietung Europcar übernimmt den Scooter Sharing Dienst Scooty und möchte damit sein Portfolio an Mobilitätsangeboten stärken. Scooty wird bei Ubeeqo, der Car-Sharing Sparte von Europcar positioniert.

Carsharing und Scooter Sharing auf dem Vormarsch

Für Europcar sind die Bereiche Car-Sharing und Scooter-Sharing attraktiv, da sie nach eigener Aussage stark wachsen. Durch Übernahmen möchte sich Europcar als globaler Anbieter von neuen Mobilitätsdiensten positionieren, dabei sollen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Mittelpunkt stehen.

Scooter Sharing nach dem free-floating Prinzip

Scooty ist ein Sharing Dienst für Elektroroller, der nach dem free-floating Prinzip funktioniert. Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2016. Das Startup ist in Belgien aktiv und betreibt eine überschaubare Flotte an 176 Elektro-Rollern in Antwerpen und Brüssel. Die komplette Buchung der Roller wird über eine eigene Smartphone App abgewickelt. Wie diese eher kleine Übernahme in die globalen Ambitionen passt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Im Vorfeld der Übernahme hat Scooty mit Ubeeqo, der Carsharing Marke von Europcar zusammengearbeitet. Diese Kooperation scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Auch nach der Übernahme soll die Marke Scooty erhalten bleiben und weitergeführt werden. Ob Ubeeqo und Scooty über eine App buchbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.

Aus Carsharing car2go mit Daimler ausgestiegen

Europcar ist früh in das Car-Sharing eingestiegen. Zusammen mit Daimler wurde car2go hochgezogen und in mehreren Städten ausgerollt. Erst vor ein paar Monaten hat sich Europcar aus dem Joint-Venture raus kaufen lassen und so die Fusion zwischen car2go und DriveNow geebnet. Ein Teil des Erlöses soll in andere Mobility Startups gesteckt werden.

Konkurrenz durch Coup und Emmy

Auch in Berlin ist Scooter Sharing mit Elektrorollern angesagt. Die Bosch Tochter Coup hat eine Flotte mit etwa 1000 Gogoro Elektrorollern im Einsatz. Mitbewerber Emmy komme auf eine mittlere dreistellige Zahl an Rollern unterschiedlicher Hersteller, die im Stadtgebiet verteilt sind.

Bild: Scooty (alle Rechte vorbehalten)

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing: MINI Sharing startet in Spanien

Vor mehreren Jahren wurden die ersten Details über die Peer-to-Peer Carsharing Pläne der BMW Marke MINI bekannt, jetzt kommt es auch zur operativen Umsetzung. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem MINI-Besitzer ihr Fahrzeug im MINI Sharing Programm an Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen vermieten können.

Testlauf mit 500 Fahrzeugen in Madrid

Der Testlauf für das Peer-to-Peer Carsharing ist für eine Flotte von 500 Fahrzeugen ausgelegt. Die Besitzer aktueller MINI Modelle können daran teilnehmen, wenn ihr Fahrzeug nach März 2018 produziert wurde und über das MINI Sharing Modul verfügt. Das Telematik-Modul ist entweder von Werk aus mit dabei oder kann auch nachgerüstet werde. Das Telematik-Modul ist Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug per App geöffnet und gestartet werden kann.

Teil der CASE Unternehmensstrategie

Das Projekt in Madrid ist ein Teil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT der BMW Group. Dort sind Mobilitätsdienstleistungen als ein Zukunftsfeld definiert, das im Rahmen der Strategie forciert werden soll. Mit dem Test in Spanien sollen wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten von MINI und bestimmt auch den anderen BMW Marken gesammelt werden.

Abrechnung nach gefahrenen Kilometern

Im Vergleich zu den Peer-to-Peer Carsharing Plattformen wie Drivy oder Turo gibt es ein paar Einschränkungen. Die Fahrzeuge können nicht der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden, sondern nur einem limitierten Kreis von maximal zehn Personen. Die Verfügbarkeit des Fahrzeugs wird in einer Kalenderfunktion in der App angezeigt. Die Vermittlung der Vermietungen findet über die App statt, jede normale Anfrage muss vom Fahrzeugbesitzer noch mal bestätigt werden. Der MINI Besitzer kann VIP-Nutzer definieren, die das Fahrzeug ohne vorherige Bestätigung buchen können. Die Smartphone-App dient als Fahrzeugschlüssel, die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und MINI ermöglicht es, die Fahrzeugtüren zu öffnen und per Druck auf den Start-/Stopp-Toggle den Motor zu starten.

Beim Pricing hat MINI Sharing eine Kilometerpauschale von 0.30 Euro pro gefahrenen Kilometer gewählt. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von herkömmlichen Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, die üblicherweise über eine Stunden- oder Tagespauschale abrechen. Die Versicherung kann durch den Fahrzeugbesitzer unkomplizierter erweitert werden, damit auch die am MINI Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer versichert sind.

Junge und offene Marke der BMW Group

MINI ist die Marke der BMW Group, die eine junge, kommunikative und offene Zielgruppe anspricht. Deswegen eignet sich die Marke auch gut, Sharing Economy Angebote zu testen. Die MINI Fahrzeuge werden auch im großen Stil im free-floating Carsharing Angebot DriveNow und ReachNow eingesetzt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und Didi planen in China ein Ride-Hailing Joint Venture

In China bahnt sich eine Kooperation zwischen dem Automobilkonzern Volkswagen und der Mobilitätsplattform Didi Chuxing an. Damit würden sich zwei Giganten zusammenschließen, Volkswagen verkauft weltweit die meisten Autos und Didi ist eine global führende Mobilitätsplattform, die von Bike-Sharing über Car-Sharing bis hin zu Ride-Pooling eine ganze Palette an Diensten anbietet. Beide Unternehmen wollen gemeinsam Mobilitätsdienste aufbauen und den gegenseitigen Zugriff auf wichtige Technologien sichern. Der Deal könnte bereits in den kommenden Wochen offiziell bekannt gegeben werden.

Die genauen Details der Kooperation sind noch nicht besiegelt, einige Punkte wurden aber schon von Vertretern von Didi und Volkswagen in den Raum geworfen. Volkswagen interessiert sich aber an den Mobiltiy Services und den Einsatzmöglichkeiten für autonome Fahrzeuge in China. Didi sieht zuerst den größten Mehrwert beim Aufbau einer gemeinsamen Flotte an Fahrzeugen, die von Volkswagen betrieben wird. Später sollen gemeinsam Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz entwickelt und von Volkswagen gebaut werden und Wege geschaffen werden, die autonome Fahrzeuge gewartet und repariert werden. Volkswagen wird am Anfang 40 Prozent an dem Joint Venture halten und sich die Möglichkeit offen halten, später weitere 10 Prozent zu übernehmen.

100.000 Fahrzeuge von Volkswagen

In einem ersten Schritt wird Volkswagen eine Flotte von 100.000 Fahrzeugen für Didi zur Verfügung stellen und Technologien für autonomes Fahren und Elektrofahrzeuge mit in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Volkswagen wird auch die Flotte betreuen und das operative Management übernehmen. An dem bestehenden Mobility Services wie Ride-Sharing oder Car-Sharing wird Volkswagen nicht beteiligt. Der Automobilkonzern soll einen Teil des Umsatzes abbekommen, der mit den Fahrzeugen erwirtschaftet wird.

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge als Herausforderung

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge sind im Moment eine der größten Herausforderungen für Didi in China. Die Kooperation mit Volkswagen wird dabei helfen, die Situation bei den Fahrzeugen etwas zu entspannen. Ob die Fahrzeuge für das Carsharing Angebot vorgesehen sind oder an Ride-Sharing Fahrer vermietet werden sollen, ist nicht bekannt. In den letzten Wochen hat Didi mehrere Initiativen gestartet, um Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz zu entwickeln.

Spezielle Fahrzeuge geplant

Bisheriger Fahrzeuge sind häufig wegen der Größe, Innenausstattung und Motorisierung nicht ideal für den Ride-Sharing Einsatz in Innenstädten. In China fahren zum Beispiel 80 Prozent der Ride-Sharing Fahrgäste alleine und benötigen kein Fahrzeug mit vier Sitzplätzen. Auch die Motorisierung bestehender Fahrzeuge ist überdimensioniert. Im Ride-Sharing Bereich werden keine Fahrzeuge benötigt, die bis zu 250 kmh fahren, da sie viel langsamer unterwegs sind. Speziell entwickelte Fahrzeuge können günstiger in der Herstellung sein und die Raumnutzung besser auf den Ride-Sharing Nutzen abgestimmt sein. Im Logistikbereich ist die Deutsche Post mit dem StreetScooter einen ähnlichen Weg gegangen. Da kein Hersteller bereit war, Elektrofahrzeuge für den Use-Case der Post zu entwickeln, wurden kurzerhand eigene Fahrzeuge mit minimaler Ausstattung entwickelt.

Automobilindustrie im Umbruch

Die Kooperation von Volkswagen und Didi ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die bisherige Automobilkonzerne auf ein anderes Business Modell einstellen müssen und sich auch langsam darauf vorreiten. In China werde Fahrdienste immer beliebter und es gibt erste Zeichen, dass der Verkauf von Fahrzeugen an Privatpersonen rückläufig ist. Dieser Trend ist alarmierend für Automobilhersteller und zwingt diese zum Umdenken. Der Zugriff auf Daten wird immer wichtiger, um zu wissen, was die Kunden erwarten und wie sie sich fortbewegen. Didi hat in den letzten Jahren jede Menge Daten über das Mobilitäsverhalten in China gesammelt, da jeden Tage mehr als 3 Mio. Fahrten über die Didi Plattform abgewickelt werden. Durch das Joint Venture erhofft sich Volkswagen Einblicke in diesen Datenschatz.

Lokale Partner sicher Zugang und Wissen

Internationale Automobilkonzerne, die auf dem chinesischen Markt Fahrzeuge verkaufen wollten, haben bisher einen lokalen Partner benötigt. Auch wenn diese Regelung jetzt wegfällt, halten internationale Unternehmen noch an dem Joint-Venture Modell fest, um den chinesischen Markt bessere verstehen zu können und um bessere Chancen auf dem Markt zu haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)