Archiv der Kategorie: Carsharing

Opel kooperiert beim Carsharing mit spotcar – vorerst nur in Berlin – Im Idealfall günstiger als car2go

Der Automobilkonzern Opel startet ein Carsharing Angebot in Berlin mit spotcar. Offiziell startet das spotcar Angebot am 21. August 2014, zur Zeit befindet sich das Unternehmen in einer Testphase. Spotcar setzt ebenfalls auf ein sogenanntes free-floating Modell, was bedeutet, dass die Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt werden können und nicht bei Hot-Spots abgeholt oder zurückgebracht werden.

Auf der Opel Website Umparken im Kopf wird das Angebot als Opel Carsharing bezeichnet, auch in der Werbung, u.a. auf Facebook wird das Angebot als Opel Carsharing vermarktet.

Als Fahrzeuge sind Opel Adams im Einsatz, schätzungsweise um die 300 Stück. Der größte Unterschied zu car2go oder DriveNow ist, dass der Tarif auf Kilometer- und nicht auf Minutenpreisen basiert. Ausschließlich für die Parkzeit fallen bei spotcar pro Minute 15 ct. an, ansonsten sind 69 ct. pro Kilometer fällig.

Gerade in den Stoßzeiten kann das Angebot so günstiger sein, als die schon etablierteren Anbieter. Als Rechenbeispiel soll hier die Fahrt vom Helmholzplatz zum Kottbusser Tor genutzt werden. Die Strecke ist laut Google Masps 6.5 km lang, im Berufsverkehr in der Früh benötigt man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

Kosten Spotcar für 6,5 km: 4,49 €; Kosten Car2Go für 20 Minuten: 5,80 €, Kosten DriveNow für 20 Minuten: 6,20 €

Insider behaupten, dass car2go gerade so die Kosten deckt und DriveNow in den roten Zahlen ist. Da wird es interessant zu beobachten sein, wie sich spotcar mit noch günstigeren Preisen behaupten kann.  In der folgenden Tabelle ist basierend auf Annahmen für Fahrzeug-, Versicherungs- und Maintenance-Kosten ein durchschnittlicher Wert berechnet worden, wie viel Fahrten pro Tag und Fahrzeug durchgeführt werden müssen,  um alleine die Kosten für das Fahrzeug zu decken. Kosten für Marketing, Gehälter der Mitarbeiter uns sonstige Betriebskosten sind nicht berücksichtigt. Basierend auf diesen Annahmen müssten pro Fahrzeug im Schnitt mehr als 5 Fahrten absolviert werden. Diese Zahl muss erst mal erreicht werden. Sollten die anderen genannten Kostenfaktoren mit eingerechnet werden, würde man auf einen Wert von 8-10 Fahrten pro Tag kommen – eine ganz schöne Hausnummer.

Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken.
Pro Fahrzeug sind am Tag im Durchschnitt mehr als 5 Fahrten nötig, um Kosten für Fahrzeug zu decken. (Quelle: GetMobility.de)

Die Fahrzeuge werden mit der spotcar App geöffnet, eine Karte oder RFID-Chip, wie bei DriveNow oder car2go ist nicht nötig. Eine Überprüfung des Führerscheins, wie bei den bestehenden großen Carsharing Anbietern ist ebenfalls nötig, der Kunde muss im Flagship Store vorbei schauen und die nötigen Dokumente, wie Führerschein, Ausweis und Kredit- oder EC-Karte vorzeigen.

In der App wird vor Fahrtantritt gefragt, ob der Nutzern seinen Führerschein dabei hat und ob das Fahrzeug verunreinigt oder beschädigt ist. Wenn der Nutzer keinen Führerschein dabei hat, öffnet sich das Fahrzeug erst gar nicht. Die Frage jedes Mal zu beantworten, die man auch falsch beantworten kann, wenn man keinen Führerschein dabei hat, könnte etwas anstrengend sein.

Im Schadensfall, für den der Nutzer haftet, fallen bis zu 1.000 € Selbstbeteiligung an, Angebote für die Reduzierung der Selbstbeteiligung sind noch nicht in den Geschäftsbedingungen oder auf der Website zu finden.

Im Moment befindet sich das Angebot noch in der Testphase, dem entsprechend ist das Geschäftsgebiet im Vergleich zu den anderen beiden Anbieter von Daimler und BMW noch recht klein. Im Moment soll spotcar innerhalb des Berliner S-Bahnrings verfügbar sein, wenn die App geöffnet wird, ist ein Fahrzeug sichtbar. Interessant ist die Frage,, warum Opel das Angebot schon jetzt in das Marketing mit einbindet, wenn es mehr oder weniger nicht existent ist.

Spotcar wurde von Michal Schmidt und Benjamin Krüger gegründet und sollte eigentlich bereits im Juni starten. spotcar hat bei der Entwicklung der App Unterstützung von CarJump erhalten. CarJump ist als Meta-Suchmaschine für Carsharing Angebote bekannt und vereinigt die besten Carsharing Anbieter in einer App.

Bild Carsharing News

DriveNow mit schwarzen Zahlen und Kooperation mit MeinFernbus

Das Carsharing Unternehmen DriveNow, das gemeinsam von BMW und Sixt betrieben wird, fährt in die schwarzen Zahlen und will schneller expandieren.

Die Onlineausgabe der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert BMW-Vertriebschef mit den Worten, dass das Carsharing Joint-Venture die Gewinnschwelle erreicht hat und damit Geld verdient wird. In den kommenden Monaten soll das Angebot stark ausgeweitet werden. In Europa sind neben den bestehenden 5 Städten bis zu 15 weitere geplant, in den USA sollen weitere 10 Städte zu San Francisco hinzukommen.

Die Kundenzahl stieg auch kräftig, bis Ende März waren es 255.000 registrierte DriveNow Kunden, innerhalb eines Jahres wurde die Anzahl somit fast verdreifacht.

Das Carsharing Angebot von Daimler, car2go, schreibt noch rote Zahlen, ist aber auch schneller expandiert und in mehr als 20 Städten verfügbar. Weltweit sind um die 750.000 Kunden bei car2go registriert und letztens musste man einen Rückschlag in Großbritannien hinnehmen. Für die Expansion von DriveNow werden Investitionen nötig sein, so dass DriveNow vermutlich nicht lange in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Kooperation mit MeinFernbus

Ab sofort kooperiert DriveNow mit dem größten deutschen Fernbusanbieter MeinFernbus. DriveNow Kunden erhalten im Juni und Juli 20% Rabatt auf Buchungen bei MeinFernbus.de. Auf der anderen Seite können sich Kunden von MeinFernbus zu einem vergünstigten Preis von 4,99 € bei DriveNow anmelden und erhalten 15 Freiminuten, normalerweise werden 29€ für die Registrierung fällig. Voraussetzung für den Rabatt ist, dass die Busfahrt in einer Stadt beginnt oder endet, in der DriveNow aktiv ist.  Die Kooperation macht Sinn, da das CarSharing Fahrzeug für die letzte Meile zwischen Busbahnhof und Zieladresse genutzt werden kann.

Bye Bye Lodon, car2go zieht sich aus UK zurück

Aus Hallo London wird Bye Bye London. Wie car2go über die Website mitteilt, wir der Service in London und Birmingham Ende des Monats eingestellt. Somit wird sich car2go komplett aus dem britischen Markt zurück ziehen.

Wie car2go schreibt, besitzen die Engländer lieber ihr eigenes Auto, als dass sie Car Sharing Angebote nutzen. London wurde im Jahr 2012 gestartet, Birmingham ist dann im Jahr darauf gestartet.

Vor allem mit dem Free-Floating Modell hat sich car2go schwer getan, die benötigten Genehmigungen zu erhalten. So konnte in London z.B. kein Gebiet abgedeckt werden, das groß genug ist, ummehr Neukunden von dem Modell zu überzeugen. Wie das Handelsblatt schreibt, musste mit jeder Verwaltung der 32 Bezirke einzeln verhandelt werden, um die Parkraumnutzung genehmigt zu bekommen. Insgesamt konnten weniger als 10.000 Kunden in den beiden Städten gewonnen werden, was im Vergleich zu anderen Städten sehr gering ist.

In Berlin und Hamburg gibt es etwa 70.000 registrierte Kunden, in Mailand und Rom kamen in den ersten 5 Monaten zusammen 110.000 Registrierungen hinzu. Damit sich das Modell lohnt, müssen in pro Tag 5-8 Fahrten pro Fahrzeug absolviert werden. In Berlin gibt es ca. 1200 car2go Fahrzeuge, d.h. es werden im Schnitt sechs- bis zehntausend Fahrten absolviert. Auf jeden registrierten Nutzer entfallen im Schnitt also 3-4 Fahrten pro Monat.

Laut Wikipedia hatte car2go in London 500 und in Brimingham 250 Fahrzeuge auf der Straße. Um die Autos in London auszulasten, wären mehr als 25.000 Nutzer nötig gewesen, in Birmingham mehr als 12.500.

Bleibt abzuwarten, ob car2go eine neue Stadt startet (z.B. Sydney), in der die Rechtslenker Fahrzeuge eingesetzt werden können, oder ob die Fahrzeuge auf dem freien Markt verkauft werden

Car2go wird sich weiter auf die erfolgreicheren Märkte fokussieren, mittlerweile ist man in 25 Städten weltweit und mehr als 700.000 Kunden sind registriert. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen noch nicht. Seit kurzem ist auch eine europaweite Nutzung von car2go möglich, dank des Moovel-Accounts muss man sich nicht mehr in jeder Stadt extra anmelden, sofern das denn überhaupt möglich war.

Car2Go testet Fremd-Werbung auf den Fahrzeugen

Das Carsharing-Unternehmen car2go testet in Berlin Fremd-Werbung auf den Heckscheiben. Einige Fahrzeuge der Daimler-Tochter sind ganzflächig mit Werbung von dem Parkplatzvermittler-Startup Park2gether überzogen.

Bei Park2gether handelt es sich ebenfalls um ein Projekt, das von der Daimler-Tochter Moovel unterstützt wird, genau wie car2go. Park2gether verbindet Parkplatzsucher und Parkplatzinhaber einfach über eine App. Nutzer können einfach Parkplätze in der Stadt finden oder als Besitzer eines Parkplatzes, zusätzlich Geld mit der Vermietung verdienen.

Die Werbung für Park2Gether ist schwer als solche zu erkennen, man kann auch meinen, dass es sich um Werbung für car2go direkt handelt. Erst bei genauerem Hinsehen, wird einem bewusst, dass es sich um Reklame für einen weiteren Service handelt, da die Schrift schlecht lesbar ist und die Farbgestaltung der Werbung sehr ähnlich zu den Farben von car2go ist.  Der Slogan “Kein Parkplatz für dein eigenes Auto?” könnte genau so auch für car2go stehen. Car2go Nutzer direkt spricht die Werbung auch nicht an, da die Smarts ja fast überall im Stadtgebiet auf öffentlichen Parkplätzen ohne Zusatzkosten abgestellt werden dürfen.

Der Effekt für Park2gether wird überschaubar bleiben, da die Werbung zusätzlich zu den genannten Punkten bei einem fahrenden Smart fast gar nicht wahrnehmbar ist. Interessanter wird  zu beobachten sein, ob car2go die Flächen auf dem Auto auch Unternehmen zur Verfügung stellt, die nicht von Daimler unterstützt werden, um so einen weiteren Umsatzkanal anzuzapfen. Der Umsatz durch externe Werbung könnte auch dazu führen, dass die Preise für die Nutzung von car2go sinken. Dafür müsste car2go dann auch Werbung zulassen, die auffälliger und nicht in den eigenen Farben gehalten ist. 😉

Carsharing Startup Drivy erhält 6 Mio. € von namenhaften Investoren

Das französische Startup Drivy erhält einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die weitere Expansion. Anfang des Jahres hat Gründerszene darüber berichtet, dass Drivy bald in Deutschland startet und somit Tamyca, Autonetzer und co. Konkurrenz macht.

Die Finanzierung in Höhe von 6 Mio. € (8.3 Mio. US$) stammt von Index Ventures und Alven Capital, beide Firmen haben bereits 2 Mio. € in einer früheren Runde investiert.

Bei Drivy kann jeder sein Fahrzeug zur Vermietung einstellen und jeder, der sich registriert, kann über die App und die Website ein Fahrzeug mieten und das günstiger, als bei Unternehmen, wie Sixt, Europcar usw. Bei Drivy zahlt man weniger und erhält aber trotzdem die gleiche Versicherung, wie bei den eingesessenen Autovermietern.

Die aktuellen Finanzierungsrunde wird dafür verwendet, international zu expandieren. Zu erst ist wie berichtet, Deutschland und Spanien angesteuert, danach werden andere Länder folgen, wie England, Italien, Niederlande und Belgien. Im Moment arbeiten ca. 20 Leute für Drivy, weitere werden bald folgen.

Drivy hat ca. 250.000 registrierte Nutzer und 16.000 Fahrzeuge sind auf der Plattform verfügbar. Laut dem Gründer Paulin Dementhon werden pro Wochenende ca. 1.500 Fahrzeuge in Frankreich ausgeliehen, das monatliche Wachstum bei Buchungen liegt bei 20%. Drivy scheint sich gut zu entwickeln, mal sehen, wie sie sich in Deutschland schlagen, denn hier tun sich lokale Anbieter wie Autonetzer und Tamyca.  Autnetzer hat laut Pressemitteilung vom Januar diesen Jahres 35.000 Nutzer und 4.500 Fahrzeuge und damit deutlich weniger als Drivy. In Deutschland ist vor allem die Konkurrenz durch Corporate-Carsharing-Unternehmen, wie Drive Now und Car2Go stark, die direkt von BMW und Daimler unterstützt werden.