Archiv der Kategorie: Carsharing

Jahresrückblick, was 2014 im Mobilitätsbereich geschah

In den letzten 12 Monaten ist einiges im Mobilitätsbereich geschehen. MyTaxi wurde von Daimler übernommen, das neue Taxikonzept Ridesharing wurde in den meisten Städten verboten und der Fernbusmarkt hat ein starkes Wachstum erfahren. Klicken Sie durch die Präsentation, um weiteres zu erfahren.

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Die beliebtesten deutschen Mobilitäts- bzw. Travel Unternehmen

Seit einigen Jahren etablieren sich neue Mobilitätsanbieter, die den deutschen Markt aufmischen. Die folgende Liste stell einen Überblick der in Deutschland beliebtesten bzw. bekanntesten Vertreter mit lokalen Wurzeln dar.

Taxi/Limousine 

1. MyTaxi

Hinter MyTaxi steht das Hamburger Unternehmen Intelligent Apps GmbH, das mittlerweile zu Moovel (Daimler) gehört. Mit der MyTaxi App können Smartphone Nutzer über die entsprechende App ein normales Taxi bestellten. Das Unternehmen wurde bereits 2009 gegründet und ist in etwa 40 Städten verfügbar. Eine marktbeherrschende Stellung konnte leider nicht erreicht werden, was letztendlich auch zu der Übernahme durch Moovel geführt haben dürfte. Weitere Details zu MyTaxi.

2. Blacklane

Blacklane ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von hochwertigen Fahrzeugen inkl. Chauffeur in unterschiedlichen Klassen. Der Limousinendienst-Vermittler ist in mehr als 150 Städten und mehr als 45 Ländern weltweit unterwegs. Recht früh wurde Blacklane von Carsten Maschmeyer unterstützt, der als Seed-Investor in Blacklane investiert hat. Blacklane wird häufig mit Uber verglichen. Dieser Vergleich ist nicht ganz richtig, da Blacklane Limousinenfahrten mit Vorbestellung an Kunden vermittelt. Uber setzt ausschließlich auf einen on-demand Service. Vor kurzem wurde das Unternehmen mit etwa 140 Mio. Euro bewertet. Mehr Details zu Blacklane.

3. MyDriver

MyDriver ist ein Unternehmen im Sixt Konzern, das Geschäftsmodell von MyDriver ist mit dem von Blacklane vergleichbar.  Kunden bestellten über die Webseite oder die Smartphone App eine hochwertige Limousine mit Chauffeur, die dann automatisch an einen Fahrer vermittelt wird. Die Buchung findet bei MyDriver im Schnitt mehrere Tage im Voraus statt und wird mit Vorlauf vermittelt. Zum Einsatz kommen konzessionierte Fahrzeuge und professionelle Chauffeur mit Personenbeförderungsschein. Das Konzept ist also konform mit PBefG. Im Unterschied zu Blacklane setzt MyDriver auch eigene Fahrzeuge ein und beschäftigt Fahrer im Angestelltenverhältnis. Dank der Beziehungen von Sixt zu BMW wird MyDriver die Fahrzeuge zu besonders guten Konditionen beziehen können.


Carsharing/Ridesharing

1. Car2go

Car2Go ist ein Carsharing Angebot, das von Daimler und Europcar vorangetrieben wird. Bei Car2Go werden hauptsächlich smarts als Fahrzeuge eingesetzt. Eine Ausnahme ist Car2Go Black, hier kommen schwarze Mercedes B-Klassen Fahrzeuge zum Einsatz. Das normale Car2Go Carsharing funktioniert nach dem Free-Floating Modell. Free Floating bedeutet, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden können, die Fahrzeuge müssen nicht, wie bei stationsgebundenem Carsharing zu einer Station zurück gebracht werden. Mittlerweile ist car2go in mehr als 25 Städten aktiv, weitere sollen folgen. In einigen Städten werden vorwiegend Elektro-Smarts eingesetzt, so in Stuttgart oder Amsterdam.

2. Flinc

flinc ist ein Ridesharing Unternehmen mit Fokus auf Pendler im Kurz- und Mittelstreckenbereich. Gegenüber anderen Mitfahrzentralen, wie Mitfahrgelegenheit.de grenzt sich flinc durch die spontane und dynamische Vermittlung von Fahrten ab, sowie durch den Fokus auf regionale Strecken. Im Vergleich zu Lyft und UberPOP halten sich die Fahrer nicht bereit und warten auf einen Fahrauftrag. Die Fahrer bei flinc würden auch ohne Fahrgast die Strecke fahren, durch flinc können sie einen Teil der Betriebskosten sparen. Flinc bezeichnet sich als echtes Ridesharing im Vergleich zu Uber und Lyft. Bei flinc können auch Fahrer aktiv werden und potentielle Mitfahrer anfragen. Mehr Details zu flinc.


Fernverkehr

1. MeinFernbus

MeinFernbus.de ist ein deutsches Fernbusunternehmen. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat den Sitz in Berlin. Seit Mitte 2012 bietet das Unternehmen unterschiedliche Busverbindungen zwischen Europäischen Metropolen an. Weitere Details zu MeinFernbus.

Bild: Travel von Sean MacEntee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Carpooling.com (hier bekannt als Mitfahrgelegenheit.de) startet in USA

Der Ableger vom Mitfahrgelegenheit.de, der international unter Carpooling.com vermarktete wird, startet in den USA. Ein Start in den USA war schon vor ein paar Jahren im Gespräch, wurde aber immer wieder nach hinten geschoben. Aßerdem integriert Carpooling.com die Uber API, um damit Mitfahrer eine Fahrt zum Treffpunkt buchen können.


UPDATE, 17.01.2015: Uber wird nicht nur in den USA in die Carpooling-App integriert, auch in Deutschland soll die Schnittstelle zu Uber über die App verfügbar sein. Carpooling-Kunden können für die Fahrt zum Treffpunkt der Mitfahrgelegenheit eine Fahrt mit Uber buchen. Das soll nun auch in den fünf Städten in Deutschland möglich sein, in denen Uber bisher aktiv ist, teilte Carpooling am Donnerstag in München mit. Interessant ist, dass sich Carpooling für Uber und nicht für den deutschen Anbieter Blacklane entschieden hat, der wie Carpooling ebenfalls von Daimler finanziert wird. (via Handelsblatt)


In Deutschland hat sich Mitfahrgelegenheit.de als günstiger Alternative zur Deutschen Bahn und als sozialere Alternative zum Fernbus etabliert. In den USA soll jetzt ähnliches geschafft werden. Auf Carpooling.com sollen Langstreckenfahrten einfach und günstig gebucht werden können, der soziale Kontakt zwischen Fahrer und Mitfahrer steht dabei im Mittelpunkt. Die durchschnittliche Strecke liegt dabei laut Carpooling CEO Markus Barnikel bei 125 Meilen, was etwa 200 km entspricht. (Carpooling.com Pressemitteilung)

Fahrer und Mitfahrer finden und verabreden sich über die Smartphone Apps. Der Fahrer gibt dabei seine Route mit Start und Ziel ein und legt fest, wie viele Plätze verfügbar sind. Die Fahrt wird dann möglichen Fahrgästen angezeigt, die in die selbe Richtung fahren möchten. Kommerzielle Absichten für den Fahrer stehen dabei nicht im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Kosten für die Fahrt auf alle Fahrgäste umgelegt werden, dem entsprechend wird je nach Strecke ein Fahrpreis vom System vorgeschlagen. Fahrer und Beifahrer absolvieren häufig nicht exakt die selbe Strecke. Basierend auf persönlichen Erfahrungen, kommt es häufiger vor, dass der Fahrer einen Passagier nur auf einer Teilstrecke seiner eigentlichen Strecke mitnimmt.

Uber wird integriert

Obwohl Daimler zu den Investoren von Carpooling gehört, wird nicht mit Blacklane oder MyTaxi (an beiden Startups ist Daimler beteiligt), sondern mit Uber zusammen gearbeitet, um eine Transportmöglichkeit für die letzten Meter (von Haustür zum Treffpunkt) anbieten zu können. Da in den meisten US Städten der öffentliche Nahverkehr überschaubar ist, ist das eine interessante Möglichkeit und ein Alleinstellungsmerkmal für Carpooling. Das Carpooling nicht mit Blacklane und MyTaxi kooperiert, dürfte an der geringen Verfügbarkeit, am hohen Fahrpreis von Blacklane und an den fehlenden technischen APIs von beiden Services liegen.

Der Nutzer muss nicht zwischen der Uber und Carpooling App wechseln. Wenn man bereits bei Uber registriert ist, werden die verfügbaren Fahrzeuge gleich in der Karte angezeigt und der entsprechende Fahrzeugtyp kann ausgewählt und gebucht werden. Nutzer, die bei Uber noch nicht registriert sind, wird ein Banner angezeigt, der zu einer Registrierung anspornen soll, 20 US$ Guthaben sollen für eine höhere Conversion Rate sorgen.

Das Unternehmen BlaBlaCar, das vor kurzem sagenhafte 100 Mio. US$ eingesammelt hat und ebenfalls einen Marktplatz für Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken anbietet, will vorerst nicht nach USA expandieren. Das Unternehmen ist der Meinung, dass die niedrigen Benzinkosten in den USA keinen Anreiz geben, der groß genug ist, um sich eine Fahrt auf der Langstrecke mit Fremden zu teilen.

Erfolgreich an Ost- und Westküste?

Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass Carpooling mit seinem Service in wenigen Regionen erfolgreich seien wird. Dazu zählen die Westküste, New England (rund um Boston), die Region rund um Chicago und die Region im Süden der USA, rund um Alabama und Charlotte. Florida könnte mit den Städten Miami, Orlando, Jacksonville oder Tampa auch interessant für das Unternehmen sein. In diesen Regionen gibt es einige Städte, die groß genug, nah genug zusammen und europäisch genug sind, damit Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken angenommen werden könnten.

Über Carpooling.com/Mitfahrgelegeneheit.de

Das Unternehmen wurde 2001 unter dem Namen Mitfahrgelegenheit.de gegründet und hat seinen Unternehmenssitz in München. Die Plattform ist in Europa schnell gewachsen, heute sind weltweit mehr als 3.5 Mio. Mitfahrgelegenheiten täglich zugänglich. In Deutschland dürfte das Unternehmen vor allem auf Grund des Wettbewerbsschutzes für die Deutsche Bahn schnell gewachsen sein, der erst 2013 weggefallen ist. Eine wachsende Konkurrenz durch Fernbusse im Heimatmarkt dürfte für mehr Druck bezüglich einer schnelleren Expansion gesorgt haben. Ein Launch in den USA steht schon seit 2011 auf dem Plan. Zu den Investoren gehören unter anderem Daimler, die etwa 8 Mio. € in das Unternehmen investiert haben.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)

1 Mio. car2go Nutzer, Abgang bei MyTaxi, Baidu will bei Uber rein

Eine Übersicht an Kurznachrichten der letzten Woche: Das Carsharing Unternehmen car2go heißt seinen millionsten Kunden willkommen, der Chinesische Such-Riese Baidu will in Uber investieren. Sven Külpers nimmt bei MyTaxi seinen Hut und Sidecar führt Sicherheitsgebühr ein.

Car2Go mit 1 Mio. Nutzern

Das Carsharing Unternehmen car2go aus dem Daimler Konzern hat am Mittwoch den millionsten Nutzer begrüßt.  Insgesamt sind um die 12.500 Smarts weltweit an 30 Standorten unterwegs. Seit beginn wurden etwa 32 Millionen Mietvorgänge absolviert, aktuell sind es 400.000 Mietvorgänge die Woche. Auch wenn die Zahlen nichg ganz realistisch erscheinen, ist das eine ordentliche Leistung. Car2go will auch im kommenden Jahr stark wachsen, um sein Marktführerschaft auszubauen. (Via Mittelstand Nachrichten)

Sven Külpers geht bei MyTaxi

Der MyTaxi Mitgründer Sven Külpers verlässt das Unternehmen nach der Übernahme durch Daimler. Sven Külpers hat zusammen mit Nicolaus Mewes MyTaxi gegründet, Mewes gilt als starker Mann im Hintergrund, Külpers hat das Unternehmen nach außen vertreten. Ob die Idee mit dem Preiskampf mit Uber in Hamburg noch unter seiner Verantwortung entstanden ist oder schon durch Daimler bzw. Moovel initiiert wurde und ob sein Abgang damit etwas zu tun hat, ist unklar. Insider sagen, dass private Gründe für den Abgang verantwortlich sind. Külpers soll das Unternehmen weiterhin beraten. (via Manager Magazin)

Baidu will 600 Mio. US$ in Uber investieren

Der Chinesische Internetriese Baidu will einen hohen Betrag in Uber investieren, im Raum stehen 600 Mio. US$. Bereits in der Ankündigung zur letzten Finanzierung wurde von Uber bekräftigt, dass die Runde von den kommunizierten 1.2 Milliarden US$ auf 1.8 Milliarden US$ anwachsen könnte. Nun scheint klar zu sein, von dem die zusätzlichen 600 Mio. US$ kommen sollen. Das Geld soll für den Ausbau in China verwendet werden. Die Allianz wäre für beide Unternehmen mit Vorteilen verbunden. Uber hätte einen starken Partner im Land. Baidu könnte Uber helfen, den lokalen Markt besser zu verstehen, damit sich das Unternehmen schneller ausbreiten kann. Baidu würde im Vergleich mit Alibaba und Tencent an Boden gewinnen. Beide Unternehmen haben in letzten Zeit hohe Summen in Mobilitäts-Startups investiert. Die Tencent Gruppe ist unter anderem an Lyft beteiligt, Alibaba an Kuaidi Dache. Interessanterweise hat Qunar, eine Reise-Suchmaschine aus dem Baidu Konzern, vor wenigen Tagen eine Kooperation mit der Buchungsplattform für Limousinenfahrten Blacklane bekannt gegeben. Bleibt abzuwarten, ob Baidu auch bei Blacklane einsteigt, oder ob diese Kooperation nach dem Einstieg bei Uber vorzeitig beendet wird. Die Seite für Fahrzeugbuchungen auf Qunar sieht bereits heute dem Design der Uber-Seite ähnlich. (via Bloomberg)

Sidecar verlangt 1 US$ pro Fahrt für Sicherheit

Das amerikanische Ridesharing-Startup Sidecar zieht nach und verlangt eine Sicherheits-Gebühr von 1 US$ pro Fahrt. Die Konkurrenten Uber und Lyft verlangen schon seit einer geraumen Zeit eine „Safe Ride“ oder „Trust and safety“ Gebühr, um die Kosten für die Versicherung und die Überprüfung der Fahrer und Fahrzeuge zu decken. Sidecar zieht jetzt mit der „RideSafe“ Gebühr nach. Laut Sidecar sollen damit die Versicherungspolice (1 Mio. US$ Deckungsbeitrag pro Vorfall), die Überprüfung der Fahrer (Background checks) und die Überprüfung der Fahrzeuge finanziert werden. Sidecar unterscheidet sich von Uber und Lyft dahingehend, dass der Fahrer den Fahrpreis festsetzt. Der Fahrgast kann dann den Fahrer nach unterschiedlichen Kriterien auswählen, z.B. dem günstigsten Fahrpreis, dem Fahrzeug oder der Ankunftszeit. (via Techcrunch)

Bild: Car2Go Austin 2011 von Denis Bocquet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: GrabTaxi erhält 250 Mio. $, Kampf zwischen MyTaxi und Uber, DriveNow geht nach London

Neben der Nachricht über die neue Finanzierung für Uber gab es weitere interessante Neuigkeiten aus dem Mobiliätsbereich. Das Carsharing Unternehmen DriveNow geht nach London, in Hamburg können bis zu 60% der Taxikosten gespart werden und das asiatische MyTaxi mit den Namen GrabTaxi sammelt 250 Mio. US$ ein.

GrabTaxi mit 250 Mio. US$ Finanzierung

Die in Asien verbreitete Taxi-App GrabTaxi hat eine Finanzierung in höhe von 250 Mio. US$ bekannt gegeben, das Geld stammt unter anderem vom japanischen Telefonkonzern SoftBank. Die Bewertung des Taxi-Startups soll bei mehr als einer Milliarde US$ gelegen haben. GrabTaxi hat in diesem Jahr schon zum vierten Mal eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben, in der letzten Runde im Oktober wurden 65 Mio. US$ eingesammelt, in den Runden davor sind auch Millionenbeträge geflossen. Das Unternehmen verkündet, dass es 500.000 aktive Nutzer im Monat hat und dass die App 2.5 Mio. Downloads verzeichnet. Insgesamt sind 60.000 Fahrer auf der Plattform registriert. (via TechCrunch)

DriveNow geht nach London

Wie das Tochterunternehmen von BMW und Sixt mitteilt, ist der Carsharing Service in London gestartet. Car2go, das Konkurrenzunternehmen aus dem Daimler-Konzern hat sich vor ein paar Monaten aus dem englischen Markt zurückgezogen. Die Begründung hieß damals, dass es nicht möglich war, eine übergreifende Regelung für die Parkraumnutzung zu schaffen. Bleibt abzuwarten, ob DriveNow das gleiche Schicksal ereilen wird, oder ob somit auch ein neuer Versuch für car2go in London geebnet wird. Das Angebot startet mit BMW 1er und Mini Modellen, im nächsten Jahr sollen auch BMW i3 Elektrofahrzeuge hinzu kommen. Zu Beginn wird das Geschäftsgebiet eher eingeschränkt sein. (via DriveNow Pressemitteilung)

MyTaxi und UberTaxi liefern sich einen Preiskampf

Am Wochenende wurde bekannt, dass MyTaxi einen Rabatt von 50% auf den Taxi-Fahrpreis gewährt, wenn per App bezahlt wird. Wie zu erwarten war, hat der Konkurrent Uber schnell reagiert und räumt seinen Nutzern einen Rabatt von 60% bis Weihnachten ein. Wenn man die Marketing-Aktionen von Uber kennt, ist einem klar, dass das Unternehmen sofort reagiert und notfalls sogar alle Kosten für eine Fahrt übernimmt. MyTaxi dürfte im Vorteil sein, was die Anzahl der registrierten Fahrzeuge betrifft. Die Nachfrage war bisher anscheinend geringer als erwartet. UberTaxi wurde in Hamburg in Folge des Verbots von UberBlack und UberPOP eingeführt, mittlerweile wendet das Unternehmen die Taktik mit der Einführung eines Taxi-Services auch in Asien an. (via Die Welt)

Bild: Chaplin on Broadway and the Taxi von drpavloff (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Drivy startet in Deutschland, UberPop nur noch am Wochenende, car2go mit neuer App

Übersicht: In den letzten Tagen hat es wieder einige interessante Meldungen aus dem Mobilitätsbereich gegeben. Das amerikanische Unternehmen Uber reduziert die Verfügbarkeit von UberPop aufs Wochenende, car2go launcht eine neue Version der Smartphone App mit neuen Funktionen und Peer-to-Peer Marktplatz für Autovermietungen Drivy startet in Berlin.

Drivy startet in Berlin, weitere Städte folgen

Das französische Startup Drivy, das eine Plattform für die Vermietung von Fahrzeugen zwischen Privatpersonen anbietet, ist diese Woche in Berlin gestartet.

Das Unternehmen wurde bereits 2010 gegründet und hat in Frankreich bereits 350.000 Nutzer und 20.000 registrierte Fahrzeuge. Vor ein paar Wochen wurde eine neue Finanzierungsrunde für die bevorstehende Expansion verkündet.

Im Vergleich zum free-floating Carsharing, wie z.B. DriveNow, wird das Angebot von Drivy für längere Strecken, bzw. eine längere Mietdauer genutzt. Laut Angaben des Startups beträgt die durchschnittliche Mietdauer 3-5 Tage. Das Einstellen von Fahrzeugen und die Nutzung der Plattform ist kostenlos, Kosten entstehen erst, wenn ein Mietvertrag zwischen Fahrzeugbesitzer und Mieter zustande kommt. Drivy behält 30% der Umsätze, 70% gehen an den Autobesitzer. Von den 30% Provision wird auch eine Ad-hoc Versicherung bezahlt, damit die Vermietung abgedeckt ist. Drivy arbeitet hier mit der Allianz zusammen. Anfang 2015 sollen weitere deutsche Städte hinzu kommen. Konkurrenten in Deutschland sind unter anderem Tamyca oder Autonetzer, die ähnlich lange aktiv sind. (via Drivy.de)

Uber reduziert Verfügbarkeit von UberPOP aufs Wochenende

Weiterer Rückschlag für Uber, demnächst kann der Ridesharing-Service UberPOP nur noch am Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr in Berlin und Düsseldorf gebucht werden. Unter der Woche ist der Service nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Laut Aussagen von Fahrern wurden alle sie alle zu einer Versammlung einbestellt, um über die Veränderungen zu sprechen. Angeblich wurde als Begründung für den Schritt, die zu hohen Kosten für die Subvention der Fahrer genannt. Uber sieht wohl, dass die Nachfrage unter der Woche nicht so hoch ist und möchte sich die Subvention für die Fahrer ohne Fahrten sparen. Der Fahrpreis wurde nach den rechtlichen Auseinandersetzungen auf 35 Cent pro Kilometer reduziert, deshalb ist eine Subventionierung der Fahrer nötig, um Fahrzeuge auf der Straße zu haben. Zuletzt wurden die stündlichen Umsätze der Fahrer wohl auf 10 € die Stunde aufgestockt. Uber argumentiert in einer Mail an die Kunden, dass die Nachfrage so gestiegen ist, dass sie nicht hinterherkommen, genügend Fahrer zum System hinzuzufügen. (via Bloomberg)

Car2go mit neuer App

Das Carsharing Unternehmen car2go aus dem Daimler-Konzern hat eine neue Version der Smartphone App veröffentlicht. Mit der aktuellen Version können Fahrzeuge auch per Smartphone geöffnet werden, die bisherige Kundenkarte oder ein Chip auf dem Führerschein ist somit nicht mehr nötig. Das Design wurde überarbeitet und die Bedienung ist intuitiver geworden. Bleibt abzuwarten, ob der App auch eine modernere Website folgt. Zuvor hat bereits der Konkurrent DriveNow eine überarbeitete App mit ähnlichen Features gelauncht. (via Geekwire)

Uber Zahlen geleakt

Auf Business Insider wurde vor kurzem Zahlen und Umsätze von Uber aus Dezember 2013 veröffentlicht. Setzt man das Verhältnis der Umsätze von Uber in London in der Silvesternacht mit den wöchentlichen Umsätzen in Vergleich, wurden etwa 35% der wöchentlichen Umsätze in der Silvesternacht eingefahren. Daraus kann man schließen, dass Uber in der Woche rund um Silvester 2013 ca. 10.000 € Umsatz in Berlin generiert hat, in München müssten es um die 20.000 € pro Woche gewesen sein. In Berlin dürfte das etwa 400 Fahrten pro Woche entsprechen und in München etwa 650 abgeschlossene Fahrten pro Woche.  (via Business Insider)

Bild: Stefan Wieland / Drivy.de (alle Rechte vorbehalten)

Ehemaliger Europcar Chef Roland Keppler geht zu car2go

Wie das Manager Magazin berichtet, geht der frühere Chef der Autovermietung Europcar Roland Keppler zu Daimler und übernimmt die Geschäftsführung des Carsharing-Anbieters car2go. Der neue Geschäftsführer soll das Geschäft mit Unternehmenskunden weiter aufbauen, außerdem soll eine Expansion nach Asien bevorstehen.

Keppler war seit 2009 bei Europcar, zu beginn als Verantwortlicher des Deutschlandgeschäfts, seit 2012 war er Chef des gesamten Europcar-Konzerns. Im Sommer diesen Jahres ist Roland Keppler im „gegenseitigen Einvernehmen“ als Chef von Europcar abgetreten. In unterschiedlichen Medien wurde daraufhin über unterschiedliche strategische Auffassungen zwischen Keppler und dem Eurocar-Eigentümer Eurazeo spekuliert.

Markt der Autovermieter unter Druck

Der Markt der Autovermieter ist in letzter Zeit unter Druck geraten, da neue kundenfokussierte Konzepte, wie Carsharing oder Mobilitätsplattformen für ein Stagnieren, wenn nicht sogar einen Rückgang der Umsätze sorgen. Neben traditionellen Carsharing Anbieter, wie stadtmobil oder flinkster sorgen die free-flaoting Anbieter, wie car2go und DriveNow für weniger Fahrzeugvermietungen der etablierten Autovermietungen. Hinzu kommt noch die neue Konkurrenz durch Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, über die Privatpersonen ihre Fahrzeuge vermieten und Taxi-Apps, wie MyTaxi, Uber, Blacklane und co.

Keppler auch in der Geschäftsführung von Moovel

In seiner Zeit als Deutschland-Chef ist auch das car2go Joint-Venture von Daimler und Europcar entstanden. Von den Erfahrungen Kepplers im klassischen Mietwagen-Geschäft können car2go und andere Unternehmen aus dem Moovel-Umfeld profitieren. Car2go steht wohl kurz davor, nach China zu expandieren, evtl. steht auch Singapur auf der Liste. Neben dem klassischen car2go mit Smart-Fahrzeugen soll das car2go Black Angebot mit B-Klassen und stationsbasierten Vermietung ausgebaut werden.

Keppler soll Anfang Dezember bei car2go starten. Zusätzlich zur Geschäftsführung von car2go wird Keppler auch Mitglied der Geschäftsführung der Moovel GmbH. Car2go ist mittlerweile in 7 Ländern aktiv und soll fast 900.000 Kunden haben. Vor kurzem hat das Unternehmen angekündigt, das Carsharing-Angebot in der „Geburtsstadt“ Ulm einzustellen.

Bild: Happy Birthday car2go von MotorBlog.com, Lizenz: CC BY 2.0

car2go zieht sich aus Ulm zurück – Stadt zu klein, Angebot zu teuer

Das Carsharing Unternehmen car2go zieht sich aus Ulm zurück. Ulm war die erste Stadt, in der car2go getestet wurde. Grund für das Ende von car2go in Ulm ist die fehlende Perspektive, das Carsharing System in Ulm wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können. Die Stadt ist zu klein, um dein Free-Floating System betreiben zu können.

Laut Südwest Presse wurde die Entscheidung kurzfristig getroffen. Das Problem in Ulm ist wohl die geringe Aktivität der registrierten Nutzer. Es gibt zwar um die 20.000 registrierte car2go Nutzer in Ulm, davon seien lediglich etwa 33% aktiv. In anderen Städten sind 80% normal. Diese etwa 6.500 Nutzer reichen nicht, um die 200 Smarts wirtschaftlich auszulasten, die von car2go und Europcar im Stadtbereich positioniert wurden. Ein Smart muss etwa 7-8 mal am Tag gebucht werden, damit die Kosten gedeckt und Gewinne erzielt werden.

Zweite Stadt in diesem Jahr

Ulm ist bereits die zweite Stadt in diesem Jahr, aus der sich car2go zurück zieht. Vor ein paar Monate wurde das Carsharing Angebot in London gestoppt. Grund hier war die schwierige Zusammenarbeit mit den Behörden. Car2go hat es nicht geschafft, Stadtteil übergreifende Vereinbarungen für die Nutzung des öffentlichen Parkraums zu erlangen. Als Folge haben sich weniger Nutzer registriert, als gedacht. Letztendlich wurde die Reißleine gezogen.

Stadt zu klein, nicht genügend car2go Nutzer

In dem Artikel auf Südwest Presse wird angeführt, dass normalerweise 500.000 Einwohner und mehr notwendig sind und die Bevölkerungsdichte bei etwa 3.000 Einwohner pro Quadratkilometern liegen müsste, damit ein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb möglich ist. In Ulm leben etwa 120.000 Einwohner und die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Um unter diesen Voraussetzungen trotzdem wirtschaftlich arbeiten zu können, wurden die Preise erhöht und Extra-Gebühren für ein erweitertes Betriebsgebiet eingeführt. Beides anscheinend nicht mit dem gewünschten Erfolg.

Das Angebot von car2go wurde nach der Pilotphase in Ulm schnell auf andere Städte ausgeweitet. Mittlerweile ist das Angebot neben Ulm in weiteren 28 Städten verfügbar und es sind etwa 12.000 Smart-Fahrzeuge unterwegs, davon 1.250 als Elektroversion. Weltweit sind etwa 900.000 Nutzer bei car2go registriert.

Bild: Car2Go von Ryan Joy via flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Carsharing Anbieter Autonetzer und Nachbarschaftsauto schliessen sich zusammen

Nachbarschaftsauto und Autonetzer, die beiden Communities für privates Carsharing schließen sich zusammen. Die Plattform Nachbarschaftsauto wird in Autonetzer aufgehen. Somit entsteht nach eigenen Angaben die größte private Carsharing-Community in Deutschland.

Durch die Fusion soll die Vision, dass in jedem Straßenzug ein privates Carsharing Fahrzeug stehen soll, das über Autonetzer gebucht werden kann, erreicht werden. Autonetzer ist seit 2010 aktiv und hatte vor der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa 5.000 Fahrzeug und 35.000 Nutzer. Die gleiche Anzahl an Fahrzeugen und Nutzern kam durch die Fusion hinzu. Autonetzer spricht nun von 10.000 verfügbaren Fahrzeugen und 70.000 Nutzern. Interessant zu wissen wäre, wie groß die Schnittmenge der Fahrzeuge und Nutzer beider Plattformen ist.

Fahrzeuganzahl als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den Erfolg von Carsharing Netzwerken dürfte sein, dass der Nutzer direkt vor der Tür ein Carsharing-Fahrzeug stehen hat, das er anmieten kann. Mit 10.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland wird das noch nicht der Fall sein, aber es geht in die richtige Richtung. Ausserdem ist entscheidend, dass die Fahrzeuge einfach und schnell übernommen und übergeben werden können. Bei den privaten Carsharing Anbietern muss meistens noch ein persönliches Treffen zwischen Nutzer und Autobesitzer arrangiert werden, um das Fahrzeug samt Übergabeprotokoll zu übergeben. Die gewerblichen Anbieter, wie Car2Go und DriveNow bieten hier mit ihrer Schlüssellosen Fahrzeugöffnung und -verriegelung per Handy oder RFID-Karte eine bessere Alternative.

Wettbewerb

Neben Autonetzer und Nachbarschaftsauto ist auch noch das Startup Tamyca in Deutschland aktiv. Das französische Startup Drivy steht auch kurz davor, in Deutschland zu starten. Drivy wurde vor kurzem mit weiteren Millionen finanziert. In Frankreich scheint das private Carsharing besser angenommen zu werden. Das ebenfalls 2010 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Nutzer und 17.000 registrierte Fahrzeuge. Für Kurzstrecken und spontane Fahrten sind die kommerziellen Anbieter, wie DriveNow und Car2Go die bessere Wahl. Auf Grund des komplexen Mietprozesses für private Carsharing Fahrzeuge, ist das Anbot eher als Ersatz für einen gewerblichen Mietwagen zu sehen.

Über Autonetzer und Nachbarschaftsauto

Die Carsharging Netzwerke Autonetzer und Nachbarschaftsauto wurden 2010 in Stuttgart und Berlin gegründet. Autonetzer ist von Business Angels mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Das Prinzip und Geschäftsmodell der beiden Plattformen ist das gleiche: Privatpersonen stellen ihr Fahrzeug auf der Plattform ein und reduzieren mit jeder Vermietung die Unterhaltskosten. Potenziellen Mieter haben unterschiedliche Fahrzeuge in der direkten Nachbarschaft zur Verfügung, die sie günstiger als bei gewerblichen Autovermietern anmieten können. Während der Vermietung greift eine Zusatzversicherung, die eventuelle Schadensfälle abdeckt. Nach dem Zusammenschluss ist das Netzwerk in 800 deutschen Städten verfügbar.

Bild: Screenshot Autonetzer.de

FlightCar, Anbieter für Peer-to-Peer Carsharing & kostenloses Parken an Flughäfen sammelt 13.5 Mio. US$ ein

Das amerikanische Mobilitäts-Startup FlightCar hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 13.5 Mio. US$ (ca. 10 Mio. €) eingesammelt. Über FlightCar können Autobesitzer ihre Fahrzeuge an Flughäfen vermieten, solange sie unterwegs sind. Dadurch sparen sie sich die Parkgebühren und verdienen sogar noch dabei, wenn sie verreist sind. Die Finanzierung kommt von GGV Capital.

Die Fahrzeuge können auf den Parkplätzen von FlightCar, die sich in der Nähe von Flughäfen befinden, umsonst abgestellt werden. Die Fahrzeuge können dann von Besuchern gemietet werden, dabei ist der Mietpreis für die Fahrzeuge wesentlich geringer, als für einen Mietwagen, der bei den traditionellen Autovermietern, wie Sixt oder Europcar angemietet wird.

Die Fahrzeuge werden vor und nach der Vermietung gereinigt und die Autobesitzer und Fahrzeugmieter werden zwischen den Flughäfen und den Parkplätzen ohne Mehrkosten hin und her gefahren.

Bisher haben sich in den letzten 18 Monaten seit Start 30.000 Nutzer angemeldet und 10.000 Fahrzeuge befinden sich auf der Plattform. Bisher ist FlightCar in San Francisco International Airport, Boston Logan Airport, Los Angeles International Airport verfügbar und bald wird der Service am Seattle-Tacoma International Airport gestartet.

Die Preiste starten bei 25 US$ (ca. 19 €), wenn der Wagen für einen Tag gemietet wird und reduziert sich auf 19 US$ (ca. 14 €) pro Tag, wenn das Fahrzeug für fünf oder mehr Tage gemietet wird. Inklusive sind 100 Meilen am Tag, jede weitere Meile kostet 0.45 US$ (ca. 0.34 €).

Der Fahrzeugbesitzer erhält je nach Fahrzeug und Alter des Fahrzeugs einen Betrag von 0.05 bis 0.20 US$ (ca. 0.04 bis 0.15 €) pro Meile bis 75 Meilen und 40 ct. pro Meile, für jede Meile darüber. Außerdem wird sein Fahrzeug gereinigt und er wird kostenlos zwischen Flughafen und Parkplatz hin und her gefahren. Mit den meisten Fahrzeugen werden weniger als 40 Meilen pro Tag gefahren. Die Fahrzeuge und Fahrten sind mit einer Versicherungssumme von 1 Mio. US$ (ca. 760.000 €) abgedeckt.

GGV hat bereits in GrabTaxi investiert und verfügt über Erfahrung mit Logistikunternehmen, FlighCar hofft, dass das Unternehmen bei der weiteren Expansion davon profitiert. Bisher hat FlighCar 6.5 Mio. US$ (ca. 4.9 Mio. €) eingesammelt, unter anderem von General Catalyst, SoftBank Capital oder First Round Capital. Neben GGV und den genannten VCs sind auch Comcast Ventures und Eduardo Severin, Co-Founder von Facebook, Ashton Kutcher und Brian Chesky mit an Board. FlightCar wurde von Kevin Petrovic und Rujul Zaparde gegründet, Petrovic ist 20 Jahre alt, Zaparde erst 19.

Einen ähnlichen Service in Deutschland bietet Tamyca, das französische Startup Drivy ist ebenfalls mit einem ähnlichen Konzept vor kurzem in Deutschland gestartet. In den USA ist außerdem noch RelayRides aktiv, das Startup hat vor kurzem eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. US$ abgeschlossen.