Category Archives: Elektromobilität

Intel will bis Ende des Jahres 100 selbstfahrende Autos testen

Intel gibt Gas bei der Entwicklung von vollautomatisierten Fahrzeugen. Um das Ziel zu verfolgen wurde auch das Unternehmen Mobileye übernommen, die Übernahme wurde erst vor wenigen Tagen abgeschlossen. Das Unternehmen will eine Flotte von 100 Testfahrzeugen auf  Automationslevel 4 auf die Straße bringen. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende des Jahres ausgerollt werden.

Intel will sich als Zulieferer in Position bringen

In den Testautos soll das System von Intel und Mobileye für vollautomatisiertes Fahren getestet werden. Der Chip-Konzern hat die Bestrebungen, sich als Zulieferer für die Automobilhersteller und andere Unternehmen im Logistikbereich zu etablieren. Der Fokus bei dem Test liegt auf dem Paket an Software und Hardware, das von Intel und Mobileye seit ein paar Jahren entwickelt wird.

Zusammenarbeit mit BMW Group

Intel hat zwar mitgeteilt, dass die Flotte aus Fahrzeugen von mehreren Herstellern bestehen wird. Der Automobilhersteller BMW arbeitet eng mit Intel und Mobileye zusammen, um Systeme für autonome Autos zu entwickeln. Die BMW Group hat ebenfalls angekündigt, dass in diesem Jahr autonome Autos getestet werden sollen. Es könnte also gut möglich sein, dass der Chip-Hersteller und BMW gemeinsam eine Testflotte aufbauen. Letztlich wollen Intel und Mobileye zeigen, dass die Plattform offen ist und von unterschiedlichen Herstellern für verschiedene Use-Cases verbaut werden kann.

Sales und Sicherheit im Fokus

Die Testflotte soll unterschiedliche Hersteller dazu bewegen, das System oder einzelne Komponenten davon für die Serienproduktion zu kaufen. Auf der anderen Seite werden die Fahrzeuge auch für unterschiedliche Tests genutzt, bei denen der Fokus auf der Sicherheit der Fahrzeuge und der verbauten Technologien liegen wird. Auch Behörden und Gesetzgeber sollen bei dem Test mit eingebunden werden, um den regulatorischen Rahmen abzustimmen.

Konkurrenz durch Google und co.

Die Testfahrzeugen werden in den USA, Israel und Europa getestet. In den USA haben bereits andere Unternehmen, wie Waymo, Uber oder die GM Tochter Cruise eigene Testflotten mit selbstfahrenden Autos auf der Straße. In den kommenden Jahren wird sich herausstellen, wer die besten Systeme entwickelt, die sich dann in der Serienproduktion durchsetzen werden.

Bild: Intel (alle rechte vorbehalten)

Volocopter: Fliegende Taxis mit Unterstützung von Daimler

Volocopter entwickelt seit ein paar Jahren ein fliegendes Taxi. Um die Entwicklung voranzutreiben, wird eine Finanzierungsrunde von 25 Mio. Euro aufgenommen. Unter anderem beteiligen sich der Automobilhersteller Daimler und der Unternehmer Lukasz Gadowski an dem Unternehmen. Mit dem frischen Kapital wird Volocopter die führende Technologie seiner senkrecht-startenden und rein elektrobetriebenen Fluggeräte (eVTOL) weiter ausbauen, die Einführung des Volocopter Serienmodells beschleunigen und den Markt fliegender Lufttaxis erobern. Die sicheren, leisen und umweltfreundlichen Fluggeräte, die für den Transport von zwei Passagieren geeignet sind, werden die Mobilität in Metropolen revolutionieren.

Senkrecht starten und Landen mit Elektroantrieb

Die fliegenden Volocopter Taxis werden mit Elektromotoren angetrieben und sollen vertikal starten und landen können. In Fachjargon werden die fliegenden Taxis als eVTOL Flugobjekte beteiligt. Die Abkürzung eVTOL steht dabei für electric Vertical Take-Off and Landing. Volocopter hofft darauf, dass es eine entscheidende Rolle bei der Disruption des Verkehrs in Großstädten einnehmen wird.

Das Unternehmen hat angekündigt, dass bereits im vierten Quartal diesen Jahres erste Testflüge eines autonomen Volocopters in Dubai stattfinden werden. Langfristiges Ziel ist es, dass die fliegenden Taxis zur Serienreife entwickelt werden sollen, um sie dann weltweit einsetzten zu können.

Starke Partner für Entwicklung und Skalierung

Daimler ist dabei ein finanzstarker und strategischer Partner, der bei der Entwicklung und Produktion helfen kann. Lukasz Gadowski hat viel Erfahrung beim Aufbau und bei der Skalierung von Startups und Dienstleistungen. Das Startup hofft, von den Erfahrungen zu profitieren. Volocopter wird die neuen Finanzmittel nutzen, um gemeinsam mit seinen Partnern  technische Innovationen und seine Vorreiterrolle in der Branche weiter auszubauen. Geplant sind die Weiterentwicklung der Modelle zur Serienreife und kommerziellen Zulassungen durch Luftfahrtbehörden weltweit. Hierfür sind u.a. umfangreiche Testflugprogramme vorgesehen. Um die Entwicklungsgeschwindigkeit dabei zu erhöhen, ist die Einstellung von weiteren Ingenieuren in den Bereichen Flugsystementwicklung, Software und elektrischer Antrieb sowie der Aufbau der kommerziellen Funktionen angestoßen worden. Ein Teil des Investment soll auch in den Aufbau der Marke fließen.

Lilium zählt zu den Mitbewerbern – auch Uber interessiert

In einer früheren Finanzierungsrunde hat das Unternehmen über die Crowd-Investing Plattform Seedmatch eine Summe von 1.2 Mio. Euro eingesammelt. Auch Uber interessiert sich für das Thema und hat Anfang des Jahres ein Summit zu dem Thema veranstaltet. Uber will in Zukunft einen Service mit fliegenden Taxis anbieten. Zu den Mitbewerbern von Volocopter zählt das Unternehmen Lilium Aviation aus München. Lilium entwickelt ebenfalls ein fliegendes Taxi, das elektrisch betrieben wird und senkrecht starten und landen kann.

Bild: Volocopter (alle Rechte vorbehalten)

Opel beendet sein privates Carsharing Experiment CarUnity

Still und leise hat sich Opel anscheinend aus dem Markt der Peer-to-Peer Carsharing Anbieter zurückgezogen – laut dem Blog eMobilität war das schon Anfang des Jahres der Fall. CarUnity hat die Nutzerkonten in Tamyca Accounts umgewandelt und damit dem ehemaligen Kooperationspartner das Geschäft überlassen.

Kooperation mit Tamyca statt Eigenentwicklung

Opel hat sich 2015 dazu entschieden, eine White Label Lösung anstatt einer Eigenentwicklung für das private Carsharing zu nutzen. Die Entscheidung viel damals auf das Aachener Startup Tamyca, das die technische Basis für das CarUnity Angebot zur Verfügung gestellt hat. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben mittlerweile 150.000 registrierte Nutzer und es stehen deutschlandweit 15.000 Fahrzeuge zur Verfügung. Damit sieht sich die Plattform vor dem Wettbewerber Drivy, der auf 140.000 registrierte Nutzer und 5.000 Fahrzeuge in Deutschland kommt.

Kein Carsharing von Opel

Wahrscheinlich konnte CarUnity nicht die geplanten Ziele erreichen und hat sich deswegen dazu entschieden, das Experiment zu beenden. Opel hat sich somit vorerst komplett aus dem Carsharing Markt zurückgezogen und in absehbarer Zeit wird sich das wahrscheinlich auch nicht ändern. Das von General Motors geplante Maven Carsharing Angebot wird es nach der Opel Übernahme durch die PSA Group nicht mehr nach Deutschland schaffen. Das Experiment mit dem Spotcar Angebot ging 2015 auch schief und das Startup musste letztendlich aufgeben. Bleibt abzuwarten, ob von der PSA Group under der Free2Move Marke demnächst Mobility Services gestartet werden.

Daimler und BMW fahren davon

Opel bleibt damit deutlich hinter anderen deutschen Automobilherstellern zurück. Vor allem BMW und Daimler setzen auf Carsharing. Beide Anbieter haben die Free Floating Angebote DriveNow und Car2Go im Angebot. Daimler hat mit Croove noch ein Peer-2-Peer Carsharing Angebot in Städten wie München oder Berlin auf dem Markt. Auch bei anderen alternativen Mobilitätsangeboten hat der Autokonzern aus Rüsselsheim bisher wenig vorzuzeigen. Mit den Themen Ridesharing und on-demand Shuttle Dienste scheint sich das Unternehmen nicht zu befassen.

Bild: Opel (alle Rechte vorbehalten)

TU München arbeitet an Fernsteuerung für Fahrzeuge

Immer mehr Startups und Automobilhersteller arbeiten weltweit an Systemen für autonomes Fahren. Auch Universitäten und Forschungseinrichtungen gehen in diese Richtung. Ein Forscherteam, das von Maschinenbauingenieur Dr. Frank Diermeyer  geleitet wird, verfolgen an der Technischen Universität München einen interessanten Ansatz, der für die Übergangszeit und auch komplexe Situationen interessant sein kann. Die Fernsteuerung der Fahrzeuge sollen über eine Leitzentrale ermöglicht werden.

Fernsteuerung: Eingriff in komplexen Situationen

Das Team ist davon überzeugt, dass es immer wieder zu kniffligen Situationen kommen wird, die die Systeme für vollautomatisiertes Fahren und Fahrerassistenzsysteme nicht alleine lösen können. Deshalb wird ein Remote-System entwickelt, mit dem Assistenzfahrer die Autos aus der Ferne steuern kann.

Steuerung in Remote-Cockpit

Die Forscher nutzen ein mit LTE ausgerüstetes Versuchsfahrzeug, dass über Kameras zur Umfeldüberwachung verfügt. In einem realitätsnaher Fernsteuerplatz sind die Bilder der Kameras auf Displays sichtbar.  Der Platz verfügt über drei große Displays, auf die die Bilder aus dem Mute genannten Elektroauto angezeigt werden. Der Pilot hat die Sichten aus der Frontscheibe, den Seitenscheiben und der Heckscheibe auf den Bildschirmen. Über die im Cockpit angebrachten Pedale, das Lenkrad und das Armaturenbrett wird das Auto ferngesteuert.

Bisher haben die Forscher Lösungen für einige komplexe Herausforderungen entwickelt. Eine größter Herausforderung waren die Schwankungen bei dem Zeitverzug der Übertragung der Videobilder aus den Fahrzeugen. Diese Schwankungen haben den Fahrer nervös gemacht und eine Art Reiseübelkeit ausgelöst. Mittlerweile werden die Bilder um 500 Millisekunden verzögert, damit der Fahrer ein gleichmäßiges Bild haben. Um den Zeitverzug zu umgehen, wird die Position des Fahrzeug von Computern berechnet und als weißte Form angezeigt. So  kann der Operator die exakte Position des Fahrzeugs erkennen.

Ältere Menschen könnten unterstützt werden

Das System kann in unterschiedlichen Situationen hilfreich sein. Unter anderem können festgelegte Situationen in Straßenverkehr übernommen werden.  Eine Fernsteuerung ist zum Beispiel für ältere Menschen sinnvoll, die im ländlichen Raum noch gerne Auto fahren, sich aber nicht mehr in Innenstädte trauen. Mit dem System können in diesen Situationen der Fahrer aus der Ferne übernehmen. Auch für Lieferroboter, die aus der Ferne überwacht und gegebenenfalls gesteuert werden, kann das System interessant sein.

Für das System sollen sich schon mehrere Industrieunternehmen interessierst. In den kommenden Jahren soll das System für Teleoperation weiterentwickelt werden, so dass es auch in Serie zum Einsatz kommen kann.

Bild: TU München (alle Rechte vorbehalten)

Interessanter Vorschlag des InnoZ: Privat-Taxidienst mit Elektrofahrzeugen erlauben

Der Berliner Mobilitätsforscher Andreas Knie, der das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) leitet, hat einen interessanten Vorschlag unterbreitet. Sein Vorschlag lautet, dass Berliner, die ihr Auto mit Verbrennungsmotor abschaffen und ein Elektroauto kaufen, gegen Geld Fahrgäste befördern dürfen.

Höherer Anreiz für Wechsel zu Elektromobilität 

Mit diesem Vorschlag sollen zwei Ziele erreicht werden. Auf der einen Seite sollen die Anreize für den Wechsel zu Elektroautos geschaffen werden. Bisher werden nur 1700 der  1.2 Millionen Pkw in Berlin mit Strom betrieben. Die bisherigen Anreize, wie Umweltprämie reichen nicht aus, um die Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zum Wechsel zu bewegen.

Das zweite Ziel ist die Reduzierung des Verkehrs insgesamt. Durch die Möglichkeit eines bezahlbaren Ride-Sharing Dienstes würde sich der Individualverkehr verringern, da sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen würden.

InnoZ Geschäftsführer: Plattform soll Fahrten vermitteln

Die Vermittlung zwischen Fahrer und Fahrgast soll über eine Plattform laufen, wie wir es schon von Uber oder myTaxi kennen. Darüber soll auch die Bezahlung laufen, wobei der Fahrer 80-90% des Fahrpreises behalten darf und der Rest an den Plattformbetreiber fließt. Dem Fahrer soll es auch ermöglicht werden, den Service kommerziell anbieten zu können. Das heißt, dass der Fahrpreis pro Kilometer über der Betriebskostengrenze liegen soll.

Die Plattform könnten von einem Startup, wie CleverShuttle oder Door2Door betrieben werden oder auch von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Die BVG wäre ein interessanter Partner, das sie bereits angekündigt hat, dass ein smarter Shuttle Dienst gestartet werden soll, der auch ins BVG Netz integriert werden soll.

Ausnahmegenehmigung oder Gesetzesänderung notwendig

Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, muss das Personenbeförderungsgesetz angepasst werden oder es muss zuerst eine Sondergenehmigung erlassen werden. Das letzteres möglich ist, zeigt das Beispiel CleverShuttle. Das Startup betreibt einen cleveren on-damend Shuttle Dienst und hat dafür eine Sondergenehmigung der Stadt erhalten. Das PBfG gilt als überholt und zu protektionistisch, aus mehreren Richtungen kommen Forderungen zur Modernisierung des Gesetzes.

Privatfahrzeuge und Individualverkehr kann verringert werden

Ein privater Fahrservice mit Elektroautos würde dazu führen, dass die Zahl der Privatautos verringert wird und dass die Schadstoffbelastungen reduziert werden. Die freiwerdende Fläche kann für andere Zwecke genutzt werden. Das Angebot wäre eine attraktive Alternative zum Privatauto und eine Ergänzung zum bestehenden Nahverkehr.

Gut für Schadstoffbelastung

In Großstädten ist die Schadstoffbelastung, die durch Autos mit Verbrennungsmotor hervorgerufen wird ein Problem. Jedes Jahr sterben mehrere tausend Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung. In jüngster Zeit haben bereits Länder wie Frankreich oder Großbritannien angekündigt, dass ab 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren erlaubt sein werden. Auch in Stuttgart droht ab kommendem Jahr ein Fahrverbot für Diesel-Fahrezuge.

Bild: InnoZ (alle Rechte vorbehalten)

Lucid soll mit Ford über Übernahme verhandeln

Das Unternehmen Lucid Motors, das ein Elektroauto entwickelt, das es mit den Modellen von Tesla aufnehmen will, sucht weitere Finanzierung oder strebt sogar einen Verkauf an. Anscheinend befindet sich das Unternehmen in anfänglichen Übernahmeverhandlungen mit dem Automobilkonzern Ford.

Das Unternehmen benötigt weiteres Geld, um das Fahrzeug weiter zu entwickeln und um die Produktionsstätte in Arizona aufzubauen. Der Elektroautobauer Lucid hat die Investment Bank Morgan Stanley engagiert, um weiteres Geld aufzutreiben.

Lucid Deal mit Ford noch nicht in trockenen Tüchern

Ob der Deal mit Ford zustande kommt, ist mehr als offen. Der Konzern hat erst vor kurzem den CEO ausgetauscht und befindet sich in einer Art Findungsphase. Der neue CEO Jim Hackett will die ersten 100 Tage nutzen, um die Pläne und Prioritäten des Autobauers zu überprüfen. Der Konzern muss sich auf jeden Fall bei den Themen Elektromobilität und autonomes Fahren weiterentwickeln, um langfristig eine Rolle zu spielen.

Das Unternehmen Lucid wurde bereits vor 10 Jahren gegründet. Zuerst wurden Batterie-Packs für Elektrobusse in China entwickelt, dann wurde die Fahrzeugentwicklung gestartet. Das erste Model Lucid Air soll ab 2019 produziert werden, der Verkaufspreis soll bei 60.000 US$ starten. Bisher wurden mehr als 100 Mio. US$ von unterschiedlichen Investoren eingesammelt.

Hohe Summe für Produktion benötigt

Bisher hat das Unternehmen nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung, um eine stabile Produktion und den nötigen Vertrieb aufzubauen. Es ist davon auszugehen, dass bis 2022 eine Summe von mehr als 700 Mio. US$ benötigt wird, um die Produktion aufzubauen. Das ist ein Vielfaches der bisherigen erhaltenen Finanzierung. Das Interesse von Investoren soll hoch sein, um die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen.

Ford muss aufholen

Beim Thema Elektromobilität hinkt Ford noch hinterher. Bisher befindet sich noch kein richtiges Elektroauto im Produkt-Portfolio. Andere Konzerne, wie General Motors oder BMW sind bei dem Thema schon weiter. Ford hat immerhin angekündigt, eine Summe von 4.5 Milliarden US$ in die Entwicklung von Autos mit alternativen Antrieben zu investieren. Bis zum Jahr 2020 sollen 40% der Fahrzeugmodelle elektrifiziert werden. Ein Jahr später sollen autonome Fahrzeuge von Ford serienreif sein, auch diese sollen von einem Elektromotor angerieben werden. Um dem Ziel näher zu kommen, wurden von dem Automobilhersteller eine Milliarde US$ in das Startup Argo AI investiert.

Bild: Lucid Motors (alle Rechte vorbehalten)

Lyft entwickelt nun doch eigene autonome Autos

Bisher hat sich das Ride-Sharing Unternehmen nicht aktiv mit der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren beschäftigt, sondern mit Konzernen und Startups Partnerschaften zu dem Thema geschlossen. Jetzt ändert Lyft die Strategie und investiert in den kommenden Jahren viel in die Entwicklung eigener Technologien für vollautomatisierte Autos. Das ganze soll in eine offene Plattform einfließen.

Neue Abteilung soll wachsen

Die Fahrdienstplattform hat eine neue Abteilung gegründet, die bis Ende des kommenden Jahres auf mehrere Hundert Mitarbeiter anwachsen. Das Team soll alle Technologien, also Hardware und Software entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Ein eigenes Fahrzeug soll dabei nicht entstehen, sondern Systeme, die dann von anderen Herstellern verbaut werden können.


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Konkurrent Uber mit ähnlichem Programm 

Lyfts Vorhaben gleicht dem des Konkurrenten Uber. Der größere Rivale entwickelt seit längerem Systeme für vollautomatisiertes Fahren, die in Volvo XC90 SUVs getestet werden.  Außerdem arbeitet Uber mit dem Daimler Konzern zusammen, der angekündigt hat, autonome Shuttle Fahrzeuge für die Uber Plattform betreiben zu wollen.

Hybrid Setup bei Lyft geplant

Sofern es der Entwicklungsstand der Technologie zulässt, sollen autonome Autos zur Plattform hinzugefügt werden. Dann sind sowohl Fahrzeuge mit Fahrer als auch vollautomatisierte Fahrzeuge im System. Der Algorithmus entscheidet, ob der Fahrgast ein Auto mit Fahrer oder ein vollautomatisiertes Fahrzeug zugewiesen bekommt. Entscheidungskriterien für den Algorithmus sind unter anderem Wetterbedingungen, Distanz und Route.

Strategie Schwenk nach Partnerschaften

Lyft hat schon mehrmals bekräftig, dass vollautomatisierte Fahrzeuge auf der Plattform in Zukunft eingesetzt werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Plattform mit unterschiedlichen Partner kooperiert. Auf der einen Seite gehört der Automobilhersteller General Motors zu den Investoren von Lyft, der Konzern entwickelt eigene autonome Fahrzeuge. Auf der anderen Seite wurden Partnerschaften mit nuTonomy und der Google Tochter Waymo abgeschlossen. Die anderen Player haben bis zu acht Jahre Erfahrung bei dem Thema – es ist fraglich, ob die Ride Hailing Plattform diese Lücke schließen kann.

Die deutschen Anbieter, wie Blacklane oder myTaxi haben sich noch nicht zum Thema autonomes Fahren geäußert. Sie sollten aktiv werden, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Nvidia, ZF und Hella arbeiten zusammen

Ein weiteres Konsortium an Zulieferern zeichnet sich ab, die gemeinsam Technologien für autonomes Fahren entwickeln wollen. Die Zulieferer ZF und Hella haben sich mit dem Chip Hersteller Nvidia zusammengetan, um ein eigenes System für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln, dass den Standards der NCAP entspricht. NCAP beschäftigt sich mit der Sicherheit von Fahrzeugen und führt unter anderem die Crash Tests durch.

Euro NCAP berücksichtigt demnächst kameragestützte Assistenzfunktionen

Mit einem ersten gemeinsamen Projekt zielen die Partner auf einen aktuellen Markttrend: Künftig wird die höchste Sicherheitsbewertung gemäß Euro NCAP auch von kameragestützten Assistenzfunktionen abhängen. Dadurch wird absehbar der Bedarf nach Frontkameras für alle Fahrzeugsegmente steigen. ZF und Hella werden Automobilherstellern ein gemeinsames Produkt anbieten, dessen Entwicklung unmittelbar gestartet und dessen Serienstart für 2020 erwartet wird. ZF bringt die Hardware sowie sein System- und Integrations-Know-how ein, HELLA steuert mit seinem Tochterunternehmen HELLA Aglaia Mobile Vision die Kompetenz für leistungsfähige und serienerprobte Bilderkennungssoftware und Applikationsentwicklung bei.

Hella liefert die Sensoren 

Hella wird also die Kameras, Radarsensoren und andere Systeme für das Technologiepaket entwickeln. ZF ist einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie und will sich als Systemintegrator positionieren. Nvidia soll dabei helfen, die Sensordaten zu verarbeiten und mit künstlicher Intelligenz auszustatten. In den nächsten Jahren soll das System mit Level 3 Eigenschaften auf den Markt kommen. Eine Weiterentwicklung auf Level 4 oder 5 ist wahrscheinlich, schon allein deshalb, weil Level 3 Eigenschaften bei Experten umstritten sind. Bei Level 3 kann der Fahrer die Kontrolle übergeben, muss aber stets bereit sein, in Bestimmten Situationen einzugreifen.

Konzerne und Hersteller entwickeln gemeinsam

In der letzten Zeit haben sich mehrere Partnerschaften zwischen Zulieferern untereinander und Herstellern und Zulieferern gebildet. Zum Beispiel arbeitet BMW mit Intel, Mobileye, Continental und Delphi zusammen, um Systeme für autonomes Fahren zur Serienreife zu entwickeln. Nvidia arbeitet auch mit Bosch und Daimler zusammen. Dabei fällt auf, dass Chiphersteller wie Intel und Nvidia eine wichtige Rolle in der Welt der Automobilindustrie von morgen einnehmen werden. Konkurrenz kommt auch von Technologiekonzernen, wie Apple oder Google.

Bild: Nvidia (alle Rechte vorbehalten)

Parken in München: ParkHere Sensoren zeigen freie Parkplätze

In München arbeitet das Startup ParkHere mit den Stadtwerken und der Münchner Verkehrsgesellschaft zusammen. Gemeinsam sollen Parkplätze fit für eine smarte städtische Infrastruktur gemacht werden. So soll online ersichtlich sein, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist.

Pilotprojekt mit ParkHere in München

In einem Pilotprojekt werden die Parkplätze an der Mobilitätstation an der Münchner Freiheit mit den elektronischen Parksensoren ausgestattet. So wird in Echtzeit angezeigt, ob Lade-Parkplätze für Elektroautos frei sind und ob die CarSharing-Stellplätze zur Verfügung stehen. Bei den Lade-Parkplätzen kann nicht nur überprüft werden, ob ein Platz zur Verfügung steht, auch eine Kontrolle im Bezug auf falsches Parken ist möglich, in dem die Sensordaten mit den Daten der Ladestationen verglichen werde. So können Fahrzeuge identifiziert werden, die unberechtigt auf den Parkplätzen für die Elektroautos parken.

Die Daten über die freien Parkplätze werden in die Mobility- und Carsharing-Karte  der MVG eingespeist, künftig sollen die Daten auch in der App MVG more einsehbar sein. Die Stadt München möchte durch das Angebot die Attraktivität der Elektromobilität steigern. Fahrer sollen so schneller eine freie Ladestation finden.

Ausgründung der Technischen Universität München (TUM)

Die Sensoren kommen von dem Startup ParkHere, das seit 2015 als eigenständiges Unternehmen agiert und eine Ausgründung der Technischen Universität München (TUM) ist. Das System von ParkHere basiert auf energieautarken Drucksensoren, die in den  Asphalt eingelassen werden. Es werden weder Batterien noch ein Stromanschluss für den Betrieb der Sensoren benötigt. Die Datenübertragung geschieht über Mobilfunk und die Lebensdauer soll 25 Jahre betragen. Die Sensoren lassen sich auch nachträglich in Asphalt integrieren und somit ist eine Nachrüstung bestehender Parkplätze möglich.

Unter Realbedingungen lernen

Mit diesem Projekt wollen die Kooperationspartner unter Realbedingungen Lernen und die smarte Infrastruktur weiterentwickeln. In einem ersten Anwendungsfall können die Sensoren für die Überwachung der Ladeplätze für E-Autos genutzt werden. Später werden die Daten über die Parkplätze mit vollautomatisierten Fahrzeugen geteilt werden können, damit diese bei Bedarf einen Parkplatz finden können.

Bild: ParkHere (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und KUKA starten Kooperation: Robotergestützte Innovationen für Fahrzeuge der Zukunft als Ziel

Die Forschungsabteilung von Volkswagen und der Automatisierungsspezialist KUKA schließen einen Kooperationsvertrag, um roboterbasierte Innovationskonzepte für die Fahrzeuge der Zukunft gemeinsam zu entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.

KUKA Roboter für den Ladevorgang

Autonom fahrende Automobile und Service-Roboter sind zwei Teilaspekte der Mobilität der Zukunft, die im Rahmen der strategischen Partnerschaft betrachtet werden. Unter anderem sollen Roboter entwickelt werden, die den Ladevorgang bei autonomen Fahrzeugen einleiten, durchführen und beenden können. Die Elektrofahrzeuge der Zukunft müssen automatisch geladen werden können.

Weiterführung einer bestehenden Kooperation

Die neue Kooperation knüpft an ein bereits bestehendes gemeinsames Forschungsprojekt  an, das sich mit Mensch-Roboter-Kollaboration befasst. Das Projekt e-smart Connect beinhaltet eine praxisnahe und benutzerfreundliche Lösung für das Aufladen der Hochvoltbatterien von Elektrofahrzeugen des Volkswagen Konzerns. Dabei verbindet ein KUKA Roboter in einer speziell entwickelten Anwendung das Fahrzeug eigenständig mit einer Ladestation. So muss der Fahrer das elektrisch angetriebene Auto lediglich auf einem gekennzeichneten Parkplatz abstellen, das Montieren des Ladekabels erledigt der Roboter für ihn.

Autonome Autos brauchen autonomes Laden

In Zukunft soll der Ladevorgang ohne das Zutun von Fahrern oder Fahrgästen passieren. Die vollautomatisierten Fahrzeuge steuern bei Bedarf automatisch die Ladestationen an und der Roboter verbindet das Fahrzeug mit den Ladestationen. Eine Alternative Möglichkeit wäre das induktive und damit kabellose Laden der Fahrzeuge. Bisher ist noch unklar, welche Lösung sich durchsetzen wird.

Weitere Serviceroboter für Wartung und Betrieb in Planung

In der neuen strategischen Partnerschaft sollen neben den technologischen Grundlagen auch weitere Konzepte für innovative Anwendungen entwickelt werden. Wahrscheinlich sollen also noch weitere Service Roboter entstehen, die den Betrieb und Umgang mit autonomen Fahrzeugen vereinfachen. Die Roboter werden den Menschen in Zukunft bei vielen alltäglichen Aufgabe unterstützen. Unter anderem können Roboter bei Beladung der Fahrzeuge helfen und Wartungsaufgaben übernehmen.

Bild: Volkswagen AG (Alle Rechte vorbehalten)