Archiv der Kategorie: Elektromobilität

Didi will mit CHJ Automotive eigene Elektroautos bauen

Die in China führende Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht den nächsten Schritt und steigt in die Produktion eigener E-Fahrzeuge ein. Dafür gründet Didi ein Joint Venture mit dem Startup CHJ Automotive.

Serienreife E-Fahrzeuge bis 2020

Bis die ersten gemeinsamen E-Fahrzeuge auf den Markt kommen, wird es noch ein paar Jahre dauern. Für das Jahr 2020 ist die Serienreife geplant. Die Fahrzeuge sollen auf die Bedürfnisse im Ride-Sharing ausgelegt sein und nach und nach automatisiert werden. Das erste Fahrzeug soll über Level 3 Fähigkeiten verfügen, vollautomatisiertes Fahren auf Level 5 soll später folgen.

Beide Unternehmen finanziell gut ausgestattet

An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Didi 51% Unternehmensanteile, der Rest liegt bei CHJ Automotive. Beide Unternehmen sind finanziell gut ausgestattet. Didi hat mehrere Milliarden Dollar eingesammelt. Das Startup CHJ hat vor kurzem eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 470 Mio. Dollar abgeschlossen und dürfte somit ein finanzielles Polster für die Entwicklung zur Verfügung haben.

Kooperation mit führenden Zulieferern

Auf der Website von CHJ Automotive sind wenig Details über ein zukünftiges Fahrzeug zu finden. Es soll bereits eine Produktionsstätte mit einer jährlichen Kapazität von 200.000 Fahrzeugen existieren. Zu den Partnern gehören führende Unternehmen wie Bosch, Valeo oder Magna. Andere Quellen berichten darüber, dass das Unternehmen sowohl ein kleines E-Fahrzeug zum Preis von weniger als 8000 Euro als auch einen größeren SUV plant.

Umweltfreundliche Fahrzeuge gehören zur Strategie

Für Didi gehören umweltfreundliche Fahrzeuge zur Strategie, die auch stark von der chinesischen Politik vorgegeben wird, um die Luftverschmutzung in den chinesischen Städten in den Griff zu bekommen. Im letzten Jahr waren mehr als 260.000 elektrifizierte Fahrzeuge auf der Didi Plattform registrierte, ein Teil davon mit reinem Elektroantrieb. Bis 2020 will Didi mehr als 1 Mio. Elektroautos auf der Plattform registriert haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

BMW Group eröffnet Campus für autonomes Fahren

BMW hat in einer Rekordzeit eine in Unterschleißheim bei München bereits bestehende Immobilie zum Autonomous Driving Campus umgebaut, der heute offiziell eröffnet wird. Der neue Campus bietet auf 23.000 qm Bürofläche Platz für 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit dem Thema autonomes Fahren beschäftigen sollen.  Erst vor 15 Monaten wurde die Entscheidung getroffen, die Ressourcen, die an den Themen Fahrerassistenz und hoch- bzw. vollautomatisiertes Fahren arbeiten, an einem Standort zusammen zu führen.

“Wir wollen auch beim sicheren autonomen Fahren eine Führungsposition einnehmen. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent und schaffen systematisch die Rahmenbedingungen. Einer der Meilensteine ist unser Campus für autonomes Fahren“, so Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Entwicklung.

Unterstützung durch den Freistaat Bayern

Unterstützt wird BMW durch die Bayerische Landesregierung. Ministerpräsident Dr. Markus Söder äußert sich wie folgt zu dem neuen Kompetenzzentrum: „Wir sind für Mobilität und gegen Fahrverbote. Die Zukunft der Mobilität ist ein zentrales Thema im wachsenden Freistaat. Wir brauchen innovative Verkehrskonzepte – sicher, intelligent und umweltschonend. Autonomes Fahren ist dabei eine wesentliche Schlüsseltechnologie. Die Einrichtung des neuen Autonomous Driving Campus in Unterschleißheim ist ein klares Bekenntnis für den High-Tech-Standort Bayern und ein weiterer Beleg für die enge Partnerschaft zwischen BMW und dem Freistaat Bayern.“

Autonomes Fahren auf Level 3 und 4 bis 2021

Auf dem Campus arbeitet BMW mit den bestehenden Partnern zusammen, um bis spätestens 2021 den BMW iNext mit Level 3 Funktionalitäten auf die Straße zu bringen. Dabei handelt es sich vor allem um die Partner Here, Intel und Mobileye. Der Kartendienst Here, an dem BMW auch beteiligt ist, liefert die Karten für das hoch- bzw. vollautomatisierte Fahren, von Intel und Mobileye kommen wichtige Sensoren und die Rechen-Power. In dem iNext Fahrzeug sollen Level 4 Funktionalitäten technisch vorgehalten werden und nach und nach zum Einsatz kommen. Funktionalitäten auf Level 5 werden parallel entwickelt und in Pilotprojekten angewendet, die Einführung in die Serie wird erst nach 2021 erfolgen.

Agile Arbeitsmethoden sollen schneller ans Ziel führen

Die Mitarbeiter auf dem neuen Campus sollen nach agilen Methoden arbeiten, um schneller, flexibler und effizienter zum Ziel zu kommen. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit in kleinen, interdisziplinären Teams, die einzelne Features und Teilprozesse End-to-End verantworten. Durch eine hohe Flexibilität können die Teams schnell auf neue Anforderungen reagieren, der gesamte Entwicklungsprozess gewinnt so an Geschwindigkeit und die Komplexität lässt sich besser beherrschen. Ein Konzept, das bei Startups und kleineren Unternehmen bereits Standard ist – erfreulich, dass BMW das im Jahr 2018 auch erkannt hat.

Datengetriebene Entwicklung

BMW verfolgt mit den Partnern einen datengetriebenen Entwicklungskreislauf. Die über die im Fahrzeug verbaute Sensorik gesammelten Realdaten werden in einem Daten Center aufbereitet und verarbeitet. Die Aufbereitung der Daten geschieht in einem Daten Center, das sich in der Nähe des Campus befindet. Etwa 16 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum hochautomatisierten Fahren, rund 40 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum vollautomatisierten Fahren jeweils pro Arbeitstag. Die Fahrzeuge verfügen über Lidar, Radar, Ultraschall und Kamera Sensoren, um das nähere Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die Sensortypen und deren Platzierung in den Entwicklungsfahrzeugen entsprechen dem Zielsetup, wobei von Anfang an das Gesamtfahrzeug berücksichtigt wird.

Seit dem vergangenen Jahr betreibt BMW eine Testflotte mit 40 Fahrzeugen, die bis Ende 2018 auf 80 Fahrzeuge aufgestockt werden soll. Die Fahrzeuge kommen in Deutschland, USA, Israel und China zum Einsatz. Bei der Entwicklung der der Fahrzeuge ist BMW auf Partner angewiesen, vor allem bei dem Themen Software Entwicklung und Künstliche Intelligenz.

Nur mit Partnern möglich

Nicht nur beim agilen Arbeiten scheint BMW von Startups gelernt zu haben. Auch Partnerschaften sollen stärker im Fokus stehen. Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands bei BMW,  geht davon aus, dass erst die übernächste Chip Generation so klein sein wird, um den Kofferraum wieder als Kofferraum nutzen zu können. Zu diesem Ziel kommt BMW nur durch Partnerschaften. Fröhlich appelliert daran, zusammenzuarbeiten, um bis 2021 das scheinbar unmögliche möglich zu machen.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Emmy erhält Geld aus dem mFund

Das Berliner Startup Emmy, das einen Scooter Sharing Dienst in mehreren Städten anbietet, wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastrukturen über das Förderprogramm mFund gefördert. Das Projektvolumen beläuft sich auf 484.638 Euro, davon werden 70% durch das BMVI gefördert. Das Projekt ist bereits im Sommer letzten Jahres gestartet und soll noch bis Ende 2019 laufen.

Relokalisierung der Roller und den Akkutausch-Prozess zu optimieren

Ziel des Projekts ist es, die Relokalisierung der Roller und den Akkutausch-Prozess zu optimieren. Eine Relokalisierung ist notwendig, um die Verfügbarkeit der Roller im Geschäftsgebiet zu gewährleisten. Ohne diesen Schritt würden sich die E-Scooter an beliebten Orten sammeln und nicht mehr in der Stadt verteilt sein. Das würde dazu führen, dass das ganze System aus Nutzersicht wenig interessant ist. Emmy will das Problem lösen, indem Nutzer durch eine dynamische Preisgestaltung dazu animiert werden, die Roller an geeigneten Orten im Betriebsgebiet abzustellen. Günstigere Preise sollen dafür sorgen, dass die Nutzer den Roller schon ein paar Straßenzüge vorher abstellen oder ein weiteres Verkehrsmittel nutzen, um zum Ziel zu kommen. Gleichzeitig ist geplant, den Akkutausch-Prozess datengetrieben zu optimieren. Erstaunlich, dass Emmy einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren dafür benötigt und das fast 500.000 Euro dafür benötigt werden.

Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage

Mit der Herausforderung der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage hat nicht nur das stationsunabhängige Scooter Sharing Konzept von Emmy zu kämpfen, sondern auch Car-Sharing Anbieter wie DriveNow oder car2go. Neben einer dynamischen Preisgestaltung basierend auf dem Abstellort, werden noch folgende Prinzipien getestet, um für eine Balance zwischen Nachfrage und Angebot zu sorgen. Alternativ zu einem dynamischen Pricing basierend auf dem Abstellort, kann auch eine dynamische Preisgestaltung abhängig von Abholort und Zeit eingeführt werden. Nutzer zahlen dabei weniger, wenn sie ein Fahrzeug an einem bestimmten Ort mit wenig Nachfrage abholen. In den USA wird auch ein Konzept mit Liefergebühren getestet, um das Problem in den Griff zu bekommen. In der Schweiz positionieren Stunden die Fahrzeuge neu und erhalten dafür Guthaben oder Rabatte für die Nutzung.

Bild: GetMobiltiy.de (alle Rechte vorbehalten)

Waymo und Jaguar arbeiten zusammen: 20.000 autonome I-PACE für die Flotte

Das Unternehmen Waymo, das Systeme für autonome Autos entwickelt und der Automobilhersteller Jaguar haben eine Partnerschaft vereinbart. Beide Unternehmen wollen das erste selbstfahrende Premium-Elektroauto gestalten und entwickeln. Das Fahrzeug soll auf der von Waymo geplanten Fahrdienst-Plattform eingesetzt werden.

20.000 autonome Elektroautos

Insgesamt sollen 20.000 Fahrzeuge über die nächsten Jahre in die Flotte von Waymo aufgenommen werden. Dieses Jahr sollen erste Tests starten, ab 2020 sollen die Fahrzeuge dann nach und nach in die Flotte aufgenommen werden. Mit der Anzahl sollen sich pro Tag eine Millionen Fahrten absolvieren lassen, was einer großen Effizienzsteigerung im Vergleich zu fahrerbasierten Fahrzeugen entspricht. Die E-Fahrzeuge sollen in mehreren Städten und Gemeinden eingesetzt werden.

Waymo als führender Anbieter für autonomes Fahren

Waymo gilt als führend bei der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Bisher arbeitet das Unternehmen schon mit dem Hersteller Fiat Chrysler. Beide Unternehmen haben ebenfalls ein Partnerschaft vereinbart. In Arizona sind Chrysler Minivans unterwegs, die von Waymo mit Sensoren und Software ausgestattet wurden. In den kommenden Monaten soll in Phoenix ein kommerzieller Fahrdienst mit den Chrysler Fahrzeugen starten. Die letzten Wochen hat das Unternehmen genutzt, um Vertrauen in die Technologie aufzubauen.

Autonome Autos für Europa?

Jaguar hat die Serienversion des I-PACE erst in diesem Monat vorgestellt und überzeug durch sein Design und den leistungsfähigen Akku. Der SUV ist das erste Elektrofahrzeug der Marke Jaguar, die mittlerweile zum Indischen Konzern Tata Motors gehört. Waymo hat laut Darstellung von Jaguar Land Rover die Partnerschaft angestoßen. Die Gespräche sollen schon seit über einem Jahr laufen. Für Jaguar ist Europa ein wichtiger Markt, die Partnerschaft kann als Zeichen gewertet werden, dass Waymo seine autonomen Technologien nach Europa bringen möchte.

Waymo und Jaguar folgen mit der Partnerschaft einem Modell, dass von Uber und Volvo vorgelebt wurde. Uber hat mit Volvo eine Partnerschaft über die Lieferung von 24.000 SUVs vereinbart, die von Uber mit der nötigen Technologie aufgerüstet werden.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

BVG lässt autonome Kleinbusse in Berlin fahren

In Berlin sind auf dem Gelände der Charité autonome Kleinbusse im Linienbetrieb unterwegs. Das Angebot ist kostenlos und kann von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken, Studierende, Patienten sowie Besucher und natürlich alle Neugierigen und Technikfans genutzt werden. Das Projekt Stimulate wurde bereits im letzten Sommer angekündigt.

Autonome Kleinbusse von Navya und EasyMile

Insgesamt wurden vier automatisierte Minibusse angeschafft, die auf festgelegten Routen unterwegs sein sollen. Die Fahrzeuge sind auf unterschiedlichen Geländen unterwegs. Zwei EasyMile EZ10 Fahrzeuge verkehren auf dem Campus Charité Mitte, zwei Shuttles des Hersteller Navya sind ab April auf dem Campus Virchow-Klinikum unterwegs. Sie bieten Sitzplätze für elf bzw. sechs Fahrgäste und sind mit der einer Höchstgeschwindigkeit von maximal zwölf Stundenkilometern unterwegs. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird immer eine Begleitperson im Fahrzeug sein, die das Fahrzeug anhalten und auch manuell steuern kann. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 wollen die Projektpartner dann auch das unbegleitete Fahren testen.

Mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV

Mit dem Betrieb soll die Akzeptanz von fahrerlosen Fahrzeugen und weitere praktische Aspekte erforscht werden. So soll unter anderm erörtert werden, ob sich autonome Shuttles dazu eignen, Lücken im Verkehrsnetz zu schließen und als Alternative für die erste und letzten Meile geeignet sind. Die BVG erwartet von dem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik, etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken. „Für uns ist klar, dass wir die Mobilität der Zukunft in unserer Stadt mitgestalten und maßgeblich prägen werden“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. Und ihr Vorstandskollege Dr. Henrik Haenecke, unter anderem zuständig für die Digitalisierung ergänzte: „Mit Projekten wie Stimulate bauen wir unsere Kompetenzen weiter aus, um mit neuen Techniken einen noch attraktiveren Nahverkehr anzubieten.“

Finanziert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Bundesministerium übernimmt etwa 80 Prozent des Projektbudgets von 4.1 Millionen Euro. Neben der BVG zählen su den weiteren Projektpartnern das Land Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die BVG verantwortet den Betrieb der Fahrzeuge, die Charité Berlin stellt die Straßen und Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Charité als Stadt im Kleinen

Die zwei Charité-Standorte eignen sich dafür besonders gut, da sie über eine ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bilden sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollständig im Kleinen ab. Für den jetzt begonnenen Pilotbetrieb gibt es auf dem Campus Charité Mitte eine circa 1,2 Kilometer lange Strecke mit neun Haltestellen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum gibt es zwei Routen, eine mit circa 0,8 Kilometern Länge und acht Haltestellen, eine mit rund 1,5 Kilometern und neun Haltestellen. Alle Routen sind Ringlinien, haben also keine Anfangs- und Endhaltestellen. Unterwegs sind die kleinen Hightech-Busse der Hersteller Navya und EasyMile zu Beginn montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BMW will Ride-Sharing mit Motorrädern oder Scootern anbieten

Die BMW Group würde gerne einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern und Rollern in Städten mit hoher Staubelastung ausrollen, sofern das Problem mit dem zweiten Helm gelöst werden kann. Auf dem Genfer Autosalon hat sich Perter Schwarzenbauer  wie folgt dazu geäußert. Schwarzenbauer ist für BMW Motorrad, Mini und Rolls-Royce bei BMW verantwortlich: “Das ist definitiv eine Option, aber bis jetzt haben wir noch keine Lösung für den zweiten Helm gefunden.“

Ride-Sharing Dienst mit kleineren Elektro-Rollern

Erfolgreiche Startups wie Go-Jek haben gezeigt, dass die Herausforderung mit dem zweiten Helm auf eine akzeptablen Art gelöst werden kann. Das Angebot von Go-Jek könnte auch BMW nutzen, um eine passende Lösung zu finden. Für den Dienst in verstopften Städte stellt sich BMW einen E-Scooter vor, der unterhalb des C evolution angesiedelt ist. Der Maxi-Scooter C evolution kommt auf eine Reichweite von 100 km in der kleineren Variante und kostet stolze 14.000 Euro. Die Unternehmen Go-Jek und auch Grab setzten auf Motorräder mit Verbrennungsmotor. An Grab hat sich Hersteller Honda bereits vor etwa zwei Jahren beteiligt, um auch Abnehmer für die produzierten Motorräder zu finden.

Ob BMW ernsthaft die Idee verfolgt, einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern aufzubauen, kann bezweifelt werden. In einem ersten Schritt wird BMW schon mal eine App anbieten, mit der die Nutzer BMW Motorräder bei lokalen Händlern anmieten können. Der Dienst soll im Mai in Deutschland, Österreich und Frankreich starten.

Ergänzung zu DriveNow wäre ideal

Einsatzmöglichkeiten für kleine E-Scooter gibt es genug. Alternative zum Fahrdienst mit Motorrädern oder Scootern wäre schon mal, einen E-Scooter Sharing Dienst als Ergänzung zu DriveNow anzubieten. Eine Erweiterung von DriveNow mittels eines Angebots wie Coup oder Emmy würde die Attraktivität  des Sharing Angebots erhöhen. Es würden sich Alternativen für ganze Strecken ergeben oder eine Möglichkeit, um schneller zu einem DriveNow Fahrzeug zu gelangen. Idealerweise könnte der Dienst in der gleichen App gebucht werden.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Wie Waymo versucht Vertrauen aufzubauen

Das amerikanische Unternehmen Waymo, dass wie Google und co. zu Alphabet gehört, will demnächst einen kommerziellen Service mit autonomen Fahrzeugen anbieten. Gegenüber autonomen Fahrzeugen sind die meisten Menschen noch skeptisch eingestellt. Um die in der Bevölkerung vorhandenen Zweifel zu zerstreuen, hat das Unternehmen geschickt eine Kampagne gestartet, um Vertrauen zu generieren.

Waymo plant das Uber oder myTaxi mit einer Flotte an autonomen Fahrzeugen, Fahrer sollen dabei keine Rolle mehr spielen. Als Nutzer bestellt man on-demand per App ein Fahrzeug zu einem bestimmten Ort, das einen zum gewünschten Ziel bringt. Die Besonderheit ist, dass keine Limousine mit Fahrer vorfährt, sondern ein Minivan, der von technischen Systemen gelenkt wird und ganz ohne Fahrer auskommt. Die Türen öffnen bei Abholung und Ablieferung automatisch, der Kunde identifiziert sich per App. Sensoren überwachen den Innenraum und helfen bei der Navigation. Die Fahrgäste können auf Bildschirmen die Sicht des Fahrzeugs verfolgen oder sich von Entertainment Angeboten bespielen lassen. Die technischen Systeme wurden dafür in den letzten 10 Jahren entwickelt und die Bevölkerung muss erst noch davon überzeugt werden, dass ein Computer ein Fahrzeug sicherer steuern kann, als ein menschlicher Fahrer. Folgende Maßnahmen hat Waymo in den letzten Wochen forciert, um Vertrauen zu schaffen.

Kommunikation der gefahrenen Kilometer auf öffentlichen Straßen

In den letzten Jahren haben autonome Waymo Fahrzeuge 8 Mio. Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Etwa die Hälfte davon im letzten Jahr. Die öffentliche Kommunikation der gefahrenen Kilometer und der steile Anstieg der Kurve soll den Fortschritt bei der Entwicklung vermitteln. Es werden immer kürzere Zeiträume benötigt, um die nächsten 1 Mio. Kilometer abzuspulen. Das lässt auf immer besser funktionierende System schließen. Außerdem werden schneller Erfahrungen in unterschiedlichen Fahrsituationen gesammelt.

360 Grad Video gibt Einblick in die Funktionsweise

Die Erfahrungen aus den gefahrenen Kilometern haben es Waymo ermöglicht, ein vollautonomes Fahrzeug ohne Fahrer in Phoenix einzusetzen. Um jeden zu vermitteln, wie die Fahrzeuge autonom fahren können, wurde ein 360 Grad Video einer echten Fahrt erstellt. Das Video zeigt die Fahrt aus Sicht des Fahrzeugs, wodurch Vertrauen generiert werden soll. Es wird ein Einblick gegeben, was die LiDAR und Radar-Sensoren zusammen mit den Kameras sehen, damit die Hochleistungsrechner die Fahrtentscheidungen treffen können. Es wird anschauliche dargestellt, wie starre und bewegliche Objekte jeglicher Größe erkannt werden. Sowohl parkende Fahrzeuge als auch Fußgänger und Radfahrer in Bewegung werden zuverlässig wahrgenommen.

Milliarden an virtuellen Kilometern

Die Waymo Fahrzeuge spulen nicht nur Kilometer auf realen Straßen ab, sondern auch in einer virtuellen Umgebung. Im Jahr 2017 wurden 4.3 Milliarden Kilometer in einer virtuellen Umgebung abgespult. Das hilft dabei, die Algorithmen und die Objekt-Erkennung mit großen Datenmengen zu verbessern.

Lizenzierung als TNC durch die Behörden in Arizona

Mitte Februar ist Waymo der Ritterschlag gelungen. Als erstes Unternehmen hat Waymo die TNC Lizenz in Arizona für einen autonomen Fahrbetrieb ohne Fahrer erhalten. TNC steht für Transport Network Company, die Lizenzierung ist Voraussetzung für den Betrieb von kommerziellen Fahrdiensten. Unternehmen wie Uber und Lyft brauchen in den meisten Staaten eine TNC Genehmigung, um aktive werden zu können. Waymo kann mit der TNC Lizenz ein kommerzielles Angebot aufgebaut werden und in Konkurrenz zu Lyft und co. treten. Die TNC Lizenz kann als Zeichen gewertet werden, dass Behörden und Politik Vertrauen in den Betrieb einer autonomen Waymo haben.

Pilotprojekt in Arizona

Der Lizenzierung ware eine Testphase in Phoenix vorausgegangen. Bewohner konnten sich für eine geschlossene Nutzergruppe bewerben und wurden nach und nach freigeschalten. Die Testphase wurde genutzt, um Vertrauen zu generieren und um positive Stories zu verbreiten. Ein zusätzlicher Fahrer hat Sicherheit vermittelt und stand für Fragen zur Verfügung.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

E-Scooter Sharing Dienst Bird sammelt 100 Mio. Dollar ein

In den USA erfreut sich e-Scooter Sharing steigender Beliebtheit. Das Startup Bird sammelt nur einem Monat nach der Series A runde ein Series B in Höhe von 100 Mio. Dollar ein. In der Series A sind 15 Mio. Dollar in das Unternehmen geflossen. Die Finanzierung kommt von Valor Equity Partners und Index Ventures, mit Beteiligung von Craft Venture, Goldcrest, Tusk Ventures und Upfront Ventures.

Kleine Elektro-Kickboards im Einsatz

Bein den Elektro-Rollern handelt es sich nicht um e-Scooter wie bei Coup oder Emmy, sondern um kleine Roller, die eher an ein Kickboard erinnern. Die Nutzer stellen sich auf ein Trittbrett, einen Sitz gibt es nicht. Die Roller fahren etwa 25 kmh und können von einer Person genutzt werden. Zu beginn scheint es zu gefährlichen Situationen in Los Angeles gekommen zu sein. Als Antwort hat Bird eine Sicherheitskampagne gestartet, um die Nutzer aufzuklären. Gebucht werden die e-Scooter über eine Smartphone App, das Entsperren geschieht wie bei den Bike-Sharing Diensten per QR Code. Der Tarif für die Nutzung setzt sich aus einer Grundgebühr in Höhe von 1 Dollar und einem Minutenpreis von 15 Cent pro Minute zusammen.

 

Team hat voter bei Lyft und Uber gearbeitet

Mit den Fahrzeugen soll ein günstiger Service für die erste und letzte Meile aufgebaut werden. Gegründet wurde das Startup von dem ehemaligen Lyft und Uber Manager Travis VanderZanden. Bisher ist das Unternehmen in Los Angeles und San Diego aktiv, bis Ende des Jahres sollen die elektrischen Scooter in 50 Märkten ausgerollt sein. Die Rolle eines Head of EMEA ist auch schon besetzt, es ist davon auszugehen, dass wir die Roller demnächst auch in Europa sehen werden. In Santa Monica gab es Ende letzten Jahres Probleme mit den Behörden, der Disput wurde gegen eine Zahlung von 300.000 Dollar beigelegt.

Bike-Sharing Startups bringen e-Scooter in die Flotte

Neben Bird setzten auch andere Startups mittlerweile auf die Alternative zum Fahrrad. Die Bike-Sharing Unternehmen LimeBike und Spin haben in einigen amerikanischen Städten ebenfalls die kleinen elektrischen Roller im Angebot. LimeBike ist auch in Frankfurt aktiv und in Berlin soll demnächst eine Flotte an Rädern ausgerollt werden. In Berlin sollen wohl Elektrofahrräder aufgestellt werden, auf dem Mobile World Congress wurden für Europa auch die kleinen eScooter angekündigt.

Bild: Bird (alle Rechte vorbehalten)

Tesla Semi im Einsatz zwischen Tesla Fabriken – Kundenliste wächst

Tesla testet in den USA seinen Semi Truck im Lieferverkehr zwischen unterschiedlichen Firmenstandorten. Auf einem Bild, das Tesla Chef Elon Musk auf Instagram geteilt hat, sind zwei Trucks zu sehen, die Batteriepacks von der Gigafactory 1 in Nevada nach Fremont transportieren, dort schraubt Tesla die Fahrzeuge zusammen.

Die strecke beträgt etwa 400 Kilometer, was für die Trucks problemlos machbar sein sollte. Die Version mit dem kleineren Akku soll auf 480 km Reichweite kommen, die größere Version auf 800 km. Die Fahrten dürften dabei helfen, weitere Kunden anzuziehen und außerdem werde wertvoll Insights für die Entwicklung generiert.

Im vergangenen November hat Tesla seinen Elektro-LKW mit beeindruckenden Kennzahlen präsentiert. Der Akku der Zugmaschine soll für eine Reichweite von 800 Kilometern reichen, die  Beschleunigung auf 100 km/h soll in weniger als fünf Sekunden möglich sein, voll beladen bei in weniger als 20 Sekunden. Innovativ ist auch der Innenraum, mit einem mittig angeordnetem Fahrersitz und zwei großen Displays für die Bedienung des LKWs.

Auch wenn es noch ein paar Jahre dauern wird, bis der LKW auf der Straße zu sehen sein wird, konnte das amerikanische schon Bestellungen von einigen Unternehmen verzeichnen.

Viele Kunden, die den Tesla Elektro-LKW vorbestellt haben, kommen erwartungsgemäß aus den USA. Ein paar europäische Kunden sind aber auch dabei.

  • Walmart: Eine der ersten Bestellungen kam von der Kaufhaus-Kette Walmart. Walmart investiert viel in neue Technologien und will die Trucks für den Transport zwischen Lagern und Märkten nutzen. Insgesamt sollen 15 Tesla Semi getestet werden.
  • Pepsi: Der Produzent von Erfrischungsgetränken hat mit 100 Fahrzeugen eine der größten Reservierungen für den Elektro-LKW ausgelöst
  • Anheuser-Busch: Die Brauerei hat im Dezember 40 Semi Trucks reserviert.
  • Sysco: Der Lebensmittelproduzent, einer der größten weltweit, hat 50 Tesla Trucks Reserviert.
  • UPS: Der Paketdienst hat noch vor Pepsi die größte Order platziert. Insgesamt 125 Elektro-LKW sollen eingesetzt werden.
  • DHL: UPS Konkurrent DHL will erstmal weniger Fahrzeuge testen. Insgesamt wurden 10 Fahrzeuge reserviert, um damit Erfahrung zu sammeln.
  • Meijer: Die Supermarktkette aus den USA hat eine kleine Flotte von vier Zugmaschinen platziert.
  • Die Spedition Ryder hat sich ebenfalls für den Tesla LKW entschieden, gibt aber nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge bestellt wurden.
  • Asko: Der norwegische Lebensmittel-Produzent hat insgesamt 10 Elektro-LKW bestellt. Norwegen ist bei der Elektromobilität enorm weit, deswegen ist es wenig verwunderlich, dass die Nachfrage für Elektro-LKWs hoch sein wird.
  • Fercam: Die Spedition aus Italien hat einen Elektro-LKW reserviert.
  • Loblaw: Die kanadische Supermarktkette hat 25 Zugmaschinen bestellt und angekündigtigt, alle LKWs bis 2030 durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen.

Neben den genannten Unternehmen haben auch Flexport, J.B. Hunt, JK Moving, Girteka Logistics, Best Transportation und Mecca & Son Trucking bei Tesla reserviert. Viele Unternehmen nutzten die Möglichkeit, ihre Order publik zu machen, um die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zu ziehen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Unternehmen eine Reservierung für den LKW getätigt haben, das aber nicht kommuniziert haben.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Didi Chuxing testet autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr

Die chinesische Mobility Plattform testet seit mehreren Monaten autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr. Bisher war wenig über die Ambitionen von Didi im Bezug auf selbstfahrende Taxen bekannt, es war aber anzunehmen, dass die Plattform daran arbeitet.

Qoros stellt Testflotte

Die Informationen über die Tests kommen von dem Automobilhersteller Qoros, der auch die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat. Die Testflotte ist übersichtlich, nur zwei entsprechend ausgestattete Qoros 5 SUVs sind in Shanghai und auf einer nahegelegenen Teststrecke aktiv.

Autonome Fahrzeuge: Weiterer Baustein in der Strategie von Didi Chuxing

Im Moment fokussiert sich Didi darauf, seine Plattform mit Fahrer-basierten Diensten und zusätzlichen Angeboten auszubauen. Durch Investments und Übernahmen will die Mobilitätsplattform global eine dominierende Stellung einnehmen. Um das Geschäftsmodell langfristig profitabel zu gestalten, wird auch Didi Chuxing nichts anderes übrig bleiben, als selbstfahrende Autos einsetzten. Da kein Fahrer benötigt wird und die Fahrzeuge besser ausgelastet werden können, werden die Kosten pro gefahrenen Kilometer sinken.

Einsatz in Shanghai generiert wichtige Erfahrungswerte

Es ist wichtig, dass autonome Fahrzeuge in realen Umgebungen eingesetzt werden, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Viele Situationen lassen sich zwar mittels Datensätzen simulieren, das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern muss in realen Umgebungen erprobt werden.

Autonome Fahrzeuge bisher nicht im Vordergrund

Bisher wurde von Didi wenig über die Pläne mit autonomen Fahrzeugen kommuniziert. Mit dem  Automobilhersteller Qoros arbeitet das Unternehmen anscheinend schon seit ein paar Monaten zusammen. Qoros liefert die Fahrzeuge und Didi die Software und nötige Sensoren. Ein Team aus Mitarbeitern beider Unternehmen rüsten die Fahrzeuge auf und führen die Tests durch.

Konkurrent Uber will schon im kommenden Jahr die ersten Flotten an vollautomatisierten Fahrzeugen auf der Straße haben. Bisher testet das Unternehmen in unterschiedlichen Städten selbstfahrende Fahrzeuge, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Lenkrad sitzt. Der Wettbewerber Grab aus Südostasien will bis 2022 die ersten Fahrdienste mit vollautomatisierten Fahrzeugen anbieten.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)