Archiv der Kategorie: Elektromobilität

Selbstfahrende Autos: Honda will mit Waymo von Google zusammenarbeiten

Anfang des Monats hat Google angekündigt, dass die Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos in die Tochtermarke Waymo ausgegliedert werden. Bei der Ankündigung wurden auch weitere Details über die Kooperation mit Fiat Chrysler bekanntgegeben. Fiat Chrysler ist der erste Autobauer, der die Technologie für autonome Autos von Google verbaut. Wie jetzt bekannt wurde, ist Fiat Chrysler nicht der einzige Autokonzern, der mit Waymo von Google zusammenarbeitet. Der japanische Autobauer Honda befindet sich in Gesprächen mit Waymo, um Honda Fahrzeuge mit den Komponenten für selbstfahrende Autos auszustatten. Fiat Chrysler und Google haben bereits im May ihre Kooperation bekanntgegeben.

In der Automobilindustrie zeichnen sich zur Zeit zwei Trends ab. Einige Automobilhersteller wie Ford und General Motors entwickeln die Technologien für selbstfahrende Autos intern und tragen auch die Kosten für die Entwicklung. General Motors hat auch bereits fast eine Milliarde für die Übernahme von Cruise ausgegeben. Eine andere Gruppe von Autokonzernen, darunter Fiat Chrylser, Honda oder BMW gehen Kooperationen mit Zulieferern und Technologieunternehmen ein, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Die Kooperationen dürften den Autokonzernen auch dabei helfen, die Innovationen rund um das autonome Fahren schneller zur Marktreife zu entwickeln. Google beschäftigt sich schon mit Hochdruck seit mehreren Jahren mit dem Thema voll-autonome Fahrzeuge und zählt zu einem der Anbieter mit dem besten Fachwissen. Durch die Kooperation erhalten die Konzerne einen Einblick in eine der besten Lösungen, die ständig weiterentwickelt wird.

Der japanische Automobilkonzern hat sich in der Vergangenheit schon mit der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge beschäftigt und wird auch in Zukunft eigene Entwicklungsprojekte rund um das Thema vorantreiben. Im Jahr 2020 will der Konzern teilautonome Fahrzeuge auf den Markt bringen, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Steuer sitzen muss.

Die Kooperation zwischen Honda und Waymo wird zunähst ähnlich aussehen, wie zwischen Fiat und Waymo. Honda wird Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die mit der Software und Hardware von dem Google Unternehmen ausgestattet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Honda- und Waymo-Ingenieure und Experten enger zusammenarbeiten.

Honda hat sich zuletzt auch in den Bereich der Fahrdienste vorgewagt. Mit einem strategischen Investment hat sich der Automobilkonzern an der Mitfahrplattform Grab beteiligt. In einem ersten Schritt sollen Fahrer mit günstigen Angeboten für Motorräder und Autos versorgt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte Honda das Netzwerk von Grab auch für Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos nutzen.

Bild: Honda (alle Rechte vorbehalten)

NuTonomy testet in Boston autonome Fahrzeuge

Das amerikanische Startup nuTonomy, das selbstfahrende Autos entwickelt, weitet sein Testprogramm aus. Bisher wurden die autonomen Taxis in Singapur getestet, jetzt kommt Boston hinzu. nuTonomy hat die Genehmigung erhalten, die Prototypen der autonomen Fahrzeuge in Boston zu testen.

Renault Zoe mit mehr Technik

Die Fahrzeuge von dem Startup, das eine Ausgründung der Elite-Universität MIT ist, sind modifizierte Renault Zoe Modelle. Die Fahrzeuge wurden mit Sensoren und Kameras ausgestattet, um autonom agieren zu können.

Wie auch in Singapur ist das Testgebiet eingeschränkt. In Boston werden die Fahrzeuge in einem Industriegebiet in South Boston getestet. Dort ist der Verkehr eingeschränkt und die Zahl der Fußgänger ist auch überschaubar. Auch in Singapur werden die Fahrzeuge nur in einem kleinen Gebiet getestet, das wenige Quadratkilometer groß ist.

Boston: Unterstützung von lokalen Behörden

Auch in Boston wird der Test von den Behörden unterstützt. Auf der einen Seite zeigt dies, dass Startups und Konzerne, die selbstfahrende Autos testen wollen, einen engen Kontakt zu den politischen Entscheidungsträgern haben müssen. Auf der anderen Seite sehen die lokalen Entscheidungsträger auch, dass autonome Fahrzeuge die Zukunft sein werden und dass es sinnvoll ist, sich frühzeitig zu positionieren, um den Trend nicht zu verschlafen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass so eine hohe Anzahl and Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn sich die neue Industrie positiv entwickelt.

nuTonomy wurde 2013 gegründet und ist in Boston angesiedelt. Bis Ende des Jahres sollen in Singapur ein Dutzend Autos unterwegs sein. Im kommenden Jahr soll eine Flotte vollautonomer Fahrzeuge etabliert werden. Im Moment sitzt noch ein Fahrer hinterm Steuer, um im Notfall eingreifen zu können. Ein Experte fährt auf der Rückbank mit und überwacht die operativen Systeme permanent.

Fähigkeiten weiterentwickeln

Mit dem Test in Boston sollen vorwiegend die Fähigkeiten der Fahrzeuge weiterentwickelt werden, um Markierung und Straßenschilder erkennen zu können. Die Software soll Außerdem für die Erkennung von Fahrradfahrern, Fußgängern und komplexen Situationen im urbanen Umfeld optimiert werden. Eine Kooperation wie in Singapur ist anscheinend nicht geplant. Dort arbeitet nuTonomy mit der Taxi-App Grab zusammen. Grab Nutzer können sich so ein autonomes Taxi buchen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Waymo: Google gliedert autonome Fahrzeuge aus – Rideshring mit Fiat Chrysler

Heute hat Google bekanntgegeben, dass der Bereich der selbstfahrenden Autos ausgegliedert wird. Dafür wird eine neue Einheit gegründet, die Waymo heißt. Laut Pressebericht plant Google einen Ridesharing Service mit Fiat Chrysler Fahrzeugen.

Bisher waren die Entwicklungsaktivitäten für die autonomen Fahrzeuge im Google X Lab angesiedelt. In den letzten Jahren wurden die Technologien für autonomes Fahren in Modellen unterschiedlicher Hersteller getestet. Für Aufmerksamkeit hat Google mit dem Prototyp eines selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale gesorgt.

Nun wird der Bereich in einen neuen Geschäftsbereich ausgegliedert. Waymo steht für “a new way forward in Mobility”. Geleitet wird der Bereich von John Krafcik, der zuvor das Geschäft von Hyundai in Nordamerika geleitet hat. Als unabhängige Unternehmen unter dem Alphabet-Dach, wird wahrscheinlich nicht mehr alles unter Verschluss gehalten. Über die nächsten Schritte, den Entwicklungsstand, zukünftige Partnerschaften oder Lizenzen wird mehr an die Öffentlichkeit geraten. Das wird spannend zu verfolgen sein.

Zuvor wurde klar, dass Google von dem Plan abstand genommen hat, ein komplettes Auto zu entwickeln. Damit folgt der Technologiekonzern dem Rivalen Apple. Apple hat in den letzten Monaten sein Project Titan neu ausgerichtet. Anstatt eines kompletten selbstfahrenden Autos, will Apple nur noch Systems entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Waymo CEO Krafcik hat deutlich gemacht, dass das Unternehmen kein Autoproduzent ist, sondern ein Unternehmen, das Technologien für selbstfahrende Autos entwickelt. Waymo will keine besseren Fahrzeuge entwickeln, sondern bessere Fahrer.

Vor ein paar Monaten wurde bekannt, dass Google und Fiat Chrysler zusammenarbeiten und 100 Chrysler Pacifica mit der Technologie für autonomes Fahren von Google ausgestattet werden sollen. Jetzt erscheint die Partnerschaft in einem anderen Licht. Bis Ende 2017 soll ein Fahrservice mit den teilautonomen Chrysler Minivans gestartet werden. Zur Zeit werden die ersten 100 Fahrzeuge mit der neusten Version von Sensoren ausgestattet, danach sollen die Fahrzeuge auf der Straße getestet werden. Wir haben auch schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass Google einen Ridesharing-Dienst plant.

Für einen skalierbaren Fahrservice wird Google mehr Fahrzeuge benötigen. Fiat Chrysler ist ein Massenhersteller, deshalb dürfe ein Fahrzeugnachschub kein Problem sein, sofern die Ausstattung mit der Technologie für autonomes Fahren auch reibungslos funktioniert. Im Januar will Chrysler auch einen rein elektrischen Pacifica auf der Elektronikmesse CES vorstellen, der noch geeigneter für einen autonomen Ridesharing Service sein wird.

Automobilhersteller, Startups und Technologieunternehmen treiben die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien voran. In Fahrdiensten mit selbstfahrenden Autos sehen viele Experten die Zukunft des innerstädtischen Individualverkehrs. Uber testet seit Oktober aufgerüsteten Volvo SUVs, das Startup nuTonomy erprobt seine Prototypen in Singapur und Boston. General Motors hat sich an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt und Cruise übernommen. Gemeinsam werden autonome Fahrzeuge für einen Fahrdienst entwickelt. Ford, Daimler und BMW wollen bis 2021 die ersten Serienversionen auf dem Markt haben.

Bild: Waymo.com (alle Rechte vorbehalten)

BMW steckt mehr Geld in iVentures – iVentures zieht ins Silicon Valley

Der Automobilkonzern BMW will sein Engagement bei neuen Mobilitätsstartups erweitern und steck deshalb mehr Geld in den Venture-Arm iVentures. Außerdem zieht das Unternehmen von New York City ins Silicon Valley.

530 Mio. US$ für iVentures

Der Ableger von BMW wurde im Jahr 2011 mit dem Ziel gegründet, die Themen innovative Mobilität und elektrisches Fahren anzukurbeln. Jetzt kommen weitere Themenfelder hinzu, die die Automobilindustrie in den nächsten Jahren verändern werden. Dazu zählen unteranderem die Bereiche autonomes Fahren und künstliche Intelligenz im Straßenverkehr. Um diese Ausweitung zu finanzieren, wird ein neuer Fond mit 530 Mio. US$ gestartet. Das Geld soll in der nächsten Dekade investiert werden.

Umzug von New York City nach Palo Alto

Bisher war iVentures in New York City angesiedelt. In den kommenden Wochen steht aber ein Umzug nach Palo Alto an. Der Grund dafür ist die Nähe zu potentiellen Investments. Die meisten Startups, die sich mit künstlicher Intelligenz, autonomen Fahren und Mobilitätsdienstleistungen befassen, sind im Silicon Valley angesiedelt. In Palo Alto betreibt BMW bereits ein Design Lab. Auch die weltweite Präsenz soll ausgebaut werden.

Mehr Schlagkraft für BMW

BMW will durch die Stärkung von iVentures schneller und schlagkräftiger werden. Es ein Zugang zu neuen Technologien etabliert werden und die Implementierung von neuen Trends soll beschleunigt werden. Die Entwicklung zeigt auch, dass Automobilkonzerne wie BMW davon ausgehen, dass die nächsten innovativen Entwicklungssprünge in der Automobilindustrie von außerhalb kommen werden.

iVentures wird unabhängig von der BMW Group sein und von einer Gruppe an Investmentpartnern geführt. Bisher hat iVentures unter anderem in RideCell und weitere Startups investiert. BMW ist nicht der einzige Autokonzern, der seine Fühler nach Mobilitätsstartups ausstreckt. Vor kurzem hat Toyota in GetAround investiert. General Motors treibt seine eigene Strategie mit Lyft und Cruise voran. Daimler hat Moovel und myTaxi und flirtet außerdem mit Uber.

Bild: Frank Derks (bestimmte Rechte vorbehalten)

Volkswagen startet Moia – die Marke für Mobilitätsdienstleistungen

Volkswagen hat auf dem Event TechCrunch Disrupt in London die weitere Konzernmarke Moia vorgestellt. Moia wird unter dem VW-Dach angesiedelt und soll alle Mobilitätsdienstleistungen des Konzerns bündeln. Die Unternehmensorganisation rund im die neue Marke soll als Startup mit der Finanzkraft und dem Knowhow des führenden Automobilkonzerns aufgebaut werden. Konkrete Projekte wurden noch nicht vorgestellt. Es ist aber davon auszugehen, dass unter dem Namen Moia Ridesharing Services, Shuttle Dienste und innovative Lösungen rund um autonomes Fahren angesiedelt werden.

Standort in Berlin und Hamburg

Moia soll sich darauf fokussieren, Verkehrsprobleme mittels neuartiger Transportdienstleistungen in den Städten zu lösen. Geleitet wird die neue Marke von Ole Harms. Außerdem ist Robert Henrich mit an Board, der von Daimler kommt und dort car2go und Moovel in leitender Position mit aufgebaut hat. Harms war zuvor beim Volkswagen Konzern direkt angestellt und hat sich dabei um die Bereiche New Business und Mobility Services gekümmert. Er bezeichnet die Mobilität als entscheidend, um die Städte am Leben zu erhalten. Um dazu beizutragen, wird Moia on-demand Shuttle Services anbieten. Dafür sollen elektrische Mini-Busse eingesetzt werden, die später an die Bedürfnisse der Fahrgäste angepasst werden sollen.

Mobiliätsdienstleistugen für effizienteren Verkehr in Städten

Die neue VW Marke will die neuen Dienstleistungen wahrscheinliche an Partner auslagern. Unternehmen wie Gett oder andere Startups können dafür in Frage kommen, die neuen Mobilitätsdienstleistungen operative umzusetzen. Bei Gett ist Volkswagen vor ein paar Monaten mit einer Summe von 300 Mio. Euro eingestiegen. Gett hat während der TC Disrupt angekündigt, dass ein Carpooling Service mit dem Namen Gett Together gestartet wird, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi oder Minibus teilen können. Das Konzept ist bereits von Uber und Lyft bekannt. Ziel von Moia ist auch die Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen und Verkehrsbetrieben. Gemeinsam soll eine kostengünstige und effiziente Alternative zum öffentlichen Nahverkehr etabliert werden.

Moia: Genaue Ausrichtung unklar

Zusammengefasst hat Volkswagen seine neue Marke präsentiert, ohne wirklich konkret zu werden, wie der genaue Plan aussieht. Es ist nicht klar, welche Mobilitäts-Konzepte die neue Marke umsetzten soll und wie die Differenzierung zu bestehenden Akteuren auf dem Markt sein soll. Wird sich der Konzern an weiteren Startups beteiligen oder Kooperation eingehen. Wie viel Geld steht der 13. Konzernmarke für den Aufbau zur Verfügung?

Volkswagen startet spät in das Rennen um die Führungsposition bei innovativen Mobilitätsdienstleistungen. Das Unternehmen aus Wolfsburg nutzt die Gelegenheit auch, um von den Problemen rund um den Dieselskandal abzulenken. Andere Automobilkonzerne sind schon weiter. General Motors ist Seit Anfang des Jahres bei Lyft mit an Board und BMW treibt in den USA mit ReachNow eine eigene Mobilitätsplattform voran. Alle Hersteller haben gemeinsame, dass sie den Vorsprung von Uber und andere Startups aufholen müssen.

Bild: Volkswagen (alle Rechte vorbehalten)

Hochleistungsladenetz: BMW, Daimler, Ford, Porsche und Audi schließen sich zusammen

Die Automobilkonzerne Daimler, BMW, Ford und Volkswagen planen ein Joint Venture, um ein europaweites Hochleistungsladenetz aufzubauen. Entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa sollen 400 ultraschnelle Ladestationen installiert werden. Das Hochleistungsladenetz wird auf dem Combined Charging System (CCS) basieren und ist damit kompatibel mit den meisten Elektrofahrzeugen.

Mit dem Hochleistungsladenetz soll die Nachfrage für Elektrofahrzeuge angekurbelt werden. Durch die Schnellladestationen mit bis zu 350 kW soll die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität deutlich erhöht werden. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt, um die Elektromobilität im Massenmarkt zu etablieren. Alle beteiligten Automobilkonzerne sehen das Schnellladenetz als Voraussetzung für einen Durchbruch der Elektromobilität. Für Porsche ist die richtige Platzierung der Stationen und das schnelle Laden ausschlaggebend.

Der Aufbau soll im kommenden Jahr beginnen und in einer ersten Phase sollen 400 Stationen in Europa gebaut werden. Bis 2020 soll das Hochleistungsladenetz auf tausende Ladestationen haben. Platziert werden die Hochleistungsladepunkte an Autobahnen und frequentierten Durchgangsstraßen.

Die CCS Technik erlaubt eine schnelles Laden der Fahrzeuge, sofern die nötige Ausstattung an Board ist. Alle Fahrzeuge, die mit dem CCS Standard ausgerüstet sind, sollen markenunabhängig das Ladenetz nutzen können. Dies soll helfen, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in Europa deutlich zu erhöhen.

Bereits heute betreibt Tesla ein Hochleistungsladenetz mit Schnellladestationen. An Autobahnen  in Europa und den USA hat der amerikanische Konzern bereits mehrere hundert Stationen installiert. Tesla Besitzer, die ihr Auto vor dem 1.1.2017 bestellt haben, können das Ladenetz kostenfrei nutzen. Ab dem neuen Jahr erhält jeder neue Tesla-Kunde nur noch ein begrenztes Kontingent an freier Kapazität. Ist das Kontingent aufgebraucht, muss zugezahlt werden. Anders als bei dem geplanten Hochleistungsladenetz ist das Tesla SuperCharger Netz nur für Tesla Fahrzeuge ausgelegt. Es wird aber an einem Adapter gearbeitet, der die Supercharger für den CCS Standard kompatibel machen soll. Das amerikanische Unternehmen setzt beim Aufbau und Betrieb des Netzes auf die Deutsche Bahn. Bleibt abzuwarten, ob das zu gründende Joint Venture ebenfalls auf einen Partner setzt oder das Netz in Eigenregie aufbaut.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Hyundai startet werbefinanziertes Carsharing

Mit Hyundai wird der nächste Automobilhersteller auf dem Carsharing Markt aktiv. Hyundai kooperiert dabei mit dem Startup WaiveCar. Die Besonderheit an dem Angebot ist, dass das es werbefinanziert ist.

Elektrofahrzeuge mit Werbung

Hyundai setzt dabei auf elektrische IONIQ Fahrzeuge, die mit Werbung beklebt sind und eine Wertetafel auf dem Dach haben. Dank der Werbung können Kunden das Carsharing Angebot bis zu zwei Stunden kostenlos nutzen. Die Werbebanner auf dem Dach sind mit einer Datenverbindung ausgestattet, damit die Werbung der Umgebung angepasst werden kann. Die Werbung wird lokal ausgespielt und ändert sich auch im Tagesverlauf. So soll die Werbung attraktiver für Betrachter sein und zu höheren Conversions führen.

Sollten die Kunden den Carsharing Service länger als zwei Stunden nutzen, werden 5.99 US$ pro Stunde fällig. Bei dem Angebot handelt es sich um einen stationsgebunden Carsharing Service. Das heißt, die Autos müssen an festgelegten Stationen abgeholt und wieder zurückgebracht werden.

150 Hyundai Fahrzeuge geplant

Hyundai wird mit WaiveCar ab Anfang 2017 eine Flotte mit 150 Fahrzeugen auf die Straßen von Santa Monica in Kalifornien bringen. Hyundai wird sich von dem Versuch auch erhoffen, dass potentielle Kunden das Carsharing-Angebot für eine Testfahrt nutzen und schließlich ein Fahrzeug der Marke kaufen. Die Flotte ist überschaubar. DriveNow und Car2go haben in Städten wie Berlin jeweils mehr als 1000 Fahrzeuge auf der Straße, um einen flächendeckenden und attraktiven Service anbieten zu können.

Car2Go hat Werbung getestet

Daimlers Car2go hat vor mehr als 2Jahren Werbung auf Smarts in Berlin getestet. Das Pilotprojekt wurde aber bereits nach einer Kampagne wieder eingestellt. Dabei wurde die Werbung mit einer gelochten Folie auf der Heckscheibe platziert, so dass die Sicht nicht beeinträchtigt ist. Der Test dürfte nicht erfolgreich gewesen sein, da die Werbefläche zu klein war und die Werbung wenig auffällig war. Bei Car2go haben die Kunden nicht von der Werbung profitiert.

Bild: Hyundai (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrendes Auto in Großbritannien getestet

Zum ersten mal wurde in den vergangenen Wochen ein selbstfahrendes Auto in Großbritannien getestet. Das selbstfahrende Gefährt wurde von dem Oxford Robotics Institut und dem Spinout Oxbotica entwickelt. Bei dem Test war das Fahrzeug eher gemächlich unterwegs, mit weniger als 10 Km/h is es auf einer abgesperrten Strecke unterwegs gewesen. Das Fahrzeug wird von einem Elektromotor angetrieben und verfügt über zwei Sitzplätze. Die Form erinnert an einen Kabinenroller mit Glastüren. Das selbstfahrende Auto basiert auf dem Elektroauto Renault Twizy.

Der Prototyp verfügt noch über ein Lenkrad, damit die Insassen im Notfall eingreifen können. Um autonom fahren zu können, ist das Auto mit Radar und Lidar-Systemen ausgestattet und verfügt über mehrere Kamerasysteme, um eine vollumfassende Überwachung der Fahrzeugumgebung zu gewährleisten. Im kommenden Jahr sollen bis zu 40 autonome Fahrzeuge zu dem Pilotprojekt hinzugefügt werden, um genügend Daten zu sammeln und um die Technologien weiterzuentwickeln. Zu einem späteren Zeitpunkt können die Komponenten dann auch mit anderen Fahrzeugen verknüpft werden, zum Beispiel Shuttle-Busse.

Unterstützt wird das Projekt von der Regierung, die Technologieunternehmen und Autohersteller dazu ermutigen möchte, selbstfahrende Autos in Großbritannien zu entwickeln und zu testen. Damit will das europäische Land den Zug nicht verpassen und an der Marktentwicklung partizipieren. Um eine entscheidende Rolle in diesem neuen Markt einnehmen zu können, hat die britische Regierung eine Initiative gestartet um möglichst schnell einen legalen Rahmen für selbstfahrende Autos zu schaffen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen die Änderungen umgesetzt sein, im kommenden Jahr sollen die Tests auf den britischen Autobahnen beginnen.

Neben den Universitäten beschäftigen sich auch die Hersteller Jaguar Landrover und Ford mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos in Großbritannien. Weltweit sind Autohersteller, Technologiekonzerne und Startups auf den Zug aufgesprungen, um möglichst schnell ein selbstfahrendes Auto auf den Markt zu bringen. Es wir erwartet, dass selbstfahrende Fahrzeuge in den nächsten 20 Jahren einen Milliardenmarkt erschließen werden.

Uber hat im vergangenen Monat die erste Version der selbstfahrenden Autos vorgestellt, die in Pittsburgh getestet werden. Das Startup Nutomoy aus Besten testet erste selbstfahrende Taxis zusammen mit Grab in Singapur. In dem Londoner Stadtteil Greenwich wurden bisher schon selbstfahrende Lieferroboter von Starship Technologies getestet.

Bild: Oxbotica (alle Rechte vorbehalten)

Berliner Startup German Autolabs entwickelt digitalen Beifahrer

Das Berliner Startup  German Autolabs will einen digitalen Beifahrer auf den Markt bringen, der das Autofahren in Zeiten von Smartphones sicherer macht. Gegründet wurde das Unternehmen von Holger G. Weiss und Patrick Weissert. Target Partners und einige Business Angels haben sich kürzlich mit einer Summe von zwei Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt.

Der intelligente Beifahrer von German Autolabs soll das Autofahren sicherer machen, bis in einigen Jahren autonome Fahrzeuge zum Standard geworden sind und sich die Mitfahrer entspannt zurück lehnen können, um Inhalte auf den digitalen Geräten zu konsumieren. Heute greifen die Autofahrer während der Fahrt häufig verbotenerweise zum Smartphone, um Emails zu lesen oder um schnell eine WhatsApp Nachricht zu verschicken. Den dadurch entstehenden Sicherheitsrisiken will das Startup mit seinem intelligenten Beifahrer entgegenwirken.

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz, die Dienste auf dem Smartphone sinnvoll verbindet und über Sprache und Gestik gesteuert wird. Das Telefon bleibt dabei in der Hosentasche. German Autolabs entwickelt eine Lösung, mit der Autofahrer wichtige Apps und Dienste intuitiv nutzen und steuern können – und zwar in jedem Fahrzeug, unabhängig von Alter und Marke. Dieser digitale Beifahrer erledigt alle Aufgaben auf Zuruf, informiert und spricht situationsabhängig mit dem Fahrer, so dass seine Hände zu jeder Zeit da bleiben können, wo sie für die größte Sicherheit sorgen – am Steuer. Die Vision des Auto-Start-ups ist ein digitaler Assistent, der dem Fahrer genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zur Verfügung stellt und die richtigen Angebote macht.

Der Markt dafür scheint riesig zu sein. Allein in Europa und Nordamerika sind Laut Berthold von Freyberg, Partner bei Target Partners, mehr als 500 Mio. Fahrzeuge unterwegs, die mit der Technologie ausgestattet werden können. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2015 über 360.000 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer in Deutschland gezählt. Dabei handelt es sich nur um die geahndeten Fälle, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Konkurrenz durch Apple, Google und co.

Die Entwicklung und Produktion des digitalen Beifahrers findet in Deutschland statt, der Unternehmenssitz ist in Berlin. Das erste Produkt für den Endkunden soll bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit den Systemen von Apple (CarPlay mit Siri Unterstützung), Google (Android Auto mit Google Assistent) und den Systemen der Autohersteller. Autokonzerne von BMW, über Daimler, bis hin zu Tesla entwickeln ihre eigenen Assistenten. German Autolabs kann sich auch vorstellen, die Technologie an Autokonzerne zu lizenzieren.

Erfahrenes German Autolabs Gründerteam

Beide Gründer verfügen über langjährige Erfahrung im Mobility und Digital-Bereich. Holger G. Weiss war bei gate5 mit dabei. Gate5 hat eine Navigationssoftware entwickelt, das Unternehmen wurde 2006 von Nokia aufgekauft. Gate5 hat den Grundstein für HERE gelegt, der digitale Karten- und Navigationssystemanbieter wurde 2015 von drei deutschen Automobilherstellern für fast 3 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Nach gate5 hat Weiss den Musik-Streaming Dienst Aupeo gegründet und aufgebaut und schließlich an Panasonic Automotive North America verkauft. Patrick Weigert verantwortete zuletzt beim digitalen Karten- und Navigationssystemanbieter HERE als Consumer Director das gesamte digitale Endverbrauchergeschäft mit mehr als 25 Millionen Nutzern pro Monat, von der Produktentwicklung bis zu Vertrieb, Partnering und Monetarisierung, inklusive der Wachstums- und Umsatzziele für das Geschäftsfeld. Dabei führte er ein 100-köpfiges Team von Entwicklern, Produktmanagern, Designern, Marketing-, Partnering- und Monetarisierungs-Experten. Vor den Stationen bei HERE arbeitete Weissert in unterschiedlichen Führungspositionen in der globalen Produktentwicklung und Konzernstrategie von Vodafone.

Bild: German Autolabs (alle Rechte vorbehalten)

Apple fährt sein Project Titan zurück – keine selbstfahrenden Autos von Apple

Vor ein paar Wochen haben wir schon einmal über die Änderungen bei Project Titan von Apple berichtet. Project Titan wurde ins Leben gerufen, um ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln und zu produzieren. Jetzt wurden weitere Informationen bekannt, was sich bei der Ausrichtung des Projekts verändert hat. Hunderte Angestellte vom Projekt abgezogen und die Ausrichtung wurde geändert. Die Entwicklung von kompletten Fahrzeugen steht nicht mehr im Vordergrund.

Project Titan Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt

Entweder wurden die Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt, gekündigt oder sind von selber gegangen. Schätzungsweise arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt für das selbstfahrende Elektroauto, auch nach der Umstrukturierung. Es hat ein Austausch durch Mitarbeiter stattgefunden, die besser zu dem neuen Fokus passen.

Fokus auf Systemen für andere Hersteller

Der Fokus liegt jetzt auf der Entwicklung eines Systems, das anderen Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen kann. Dadurch hat Apple eine höhere Flexibilität und kann entweder mit etablierten Automobilherstellern zusammenarbeiten oder später zu dem Plan zurückkehren, sein eigenes Auto zu entwickeln.

Apple Manager sollen sich anscheinend eine Dead Line für Ende kommenden Jahres gesetzt haben. Bis dahin muss erwiesen sein, dass das System für selbstfahrende Autos realisierbar ist. Anschließend wird eine finale Entscheidung getroffen. Apple wollte sich nicht zu den Gerüchten äußern.

In den letzten Monaten scheint es bei Apple einige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten im Bezug auf das Projekt gegeben zu haben. Dabei ist Apple nicht der einzige Technologiekonzern, der die Herausforderungen unterschätzt haben dürfte, ein eigenes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Auch um das von Google entwickelte Projekt ist es ruhiger geworden. Bisher konnten keine Partner gefunden werden, die das Fahrzeug bauen und führende Angestellte haben das Unternehmen verlassen. Eine neue Herausforderung für die Technologiekonzerne ist auch die Kette der Zulieferer. Bei den Elektronikgeräten, wie iPhone oder MacBooks kann Apple seine extreme Marktposition ausspielen, um gute Preise und individuelle Bauteile zu bekommen. Für das Projekt Titan müsste sich Apple diese Postion erst erarbeiten, was länger dauert.

Investoren dürften die Bestrebungen der Technologieunternehmen auch kritisch sehen. Auf der einen Seite aufgrund der hohen Investitionen, die nötig sind und auf der anderen Seite aufgrund der niedrigen Margen der Automobilhersteller, die auf eine Marge von etwa 10% kommen. Der Wandel in der Automobilindustrie dürfte aber dafür sorgen, dass Apple eher daran interessiert ist, einen Mobilitätsservice mit den selbstfahrenden Autos anzubieten. Da würde dann die Marge durch den Verkauf nicht mehr so relevant sein, da das Geld mit der Auslastung der Fahrzeuge verdient wird.

Apple hat das Projekt im Jahr 2014 gestartet, um ein Apple Auto bis 2020 zu entwickeln. Ende 2015 kam es zu ersten Unstimmigkeiten, Anfang 2016 wurde der Projektleiter ausgetauscht und durch den erfahreneren Apple-Manager Bob Mansfield ersetzt. Unter Mansfield wurde der Strategieschwenk ausgearbeitet und verkündet. Daraufhin startete die Umstrukturierung. Entweder haben Mitarbeiter das Projekt von sich aus verlassen oder mussten in einer der beiden Runden gehen. Vor allem Mitarbeiter, die für Fahrzeugkomponenten, wie Karosserie, Federung usw. verantwortlich waren, mussten gehen.

Das verbleibende Team arbeitet an den Sensoren,  der Software und weiteren Komponenten für das System für autonome Autos. Ein Teil des Teams kümmert sich um die nötigen Genehmigungen, die benötigt werden, um die Systeme auf öffentlichen Straßen zu testen.

Bild: allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)