Archiv der Kategorie: Elektromobilität

Selbstfahrendes Auto in Großbritannien getestet

Zum ersten mal wurde in den vergangenen Wochen ein selbstfahrendes Auto in Großbritannien getestet. Das selbstfahrende Gefährt wurde von dem Oxford Robotics Institut und dem Spinout Oxbotica entwickelt. Bei dem Test war das Fahrzeug eher gemächlich unterwegs, mit weniger als 10 Km/h is es auf einer abgesperrten Strecke unterwegs gewesen. Das Fahrzeug wird von einem Elektromotor angetrieben und verfügt über zwei Sitzplätze. Die Form erinnert an einen Kabinenroller mit Glastüren. Das selbstfahrende Auto basiert auf dem Elektroauto Renault Twizy.

Der Prototyp verfügt noch über ein Lenkrad, damit die Insassen im Notfall eingreifen können. Um autonom fahren zu können, ist das Auto mit Radar und Lidar-Systemen ausgestattet und verfügt über mehrere Kamerasysteme, um eine vollumfassende Überwachung der Fahrzeugumgebung zu gewährleisten. Im kommenden Jahr sollen bis zu 40 autonome Fahrzeuge zu dem Pilotprojekt hinzugefügt werden, um genügend Daten zu sammeln und um die Technologien weiterzuentwickeln. Zu einem späteren Zeitpunkt können die Komponenten dann auch mit anderen Fahrzeugen verknüpft werden, zum Beispiel Shuttle-Busse.

Unterstützt wird das Projekt von der Regierung, die Technologieunternehmen und Autohersteller dazu ermutigen möchte, selbstfahrende Autos in Großbritannien zu entwickeln und zu testen. Damit will das europäische Land den Zug nicht verpassen und an der Marktentwicklung partizipieren. Um eine entscheidende Rolle in diesem neuen Markt einnehmen zu können, hat die britische Regierung eine Initiative gestartet um möglichst schnell einen legalen Rahmen für selbstfahrende Autos zu schaffen. Bis Ende des Jahrzehnts sollen die Änderungen umgesetzt sein, im kommenden Jahr sollen die Tests auf den britischen Autobahnen beginnen.

Neben den Universitäten beschäftigen sich auch die Hersteller Jaguar Landrover und Ford mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos in Großbritannien. Weltweit sind Autohersteller, Technologiekonzerne und Startups auf den Zug aufgesprungen, um möglichst schnell ein selbstfahrendes Auto auf den Markt zu bringen. Es wir erwartet, dass selbstfahrende Fahrzeuge in den nächsten 20 Jahren einen Milliardenmarkt erschließen werden.

Uber hat im vergangenen Monat die erste Version der selbstfahrenden Autos vorgestellt, die in Pittsburgh getestet werden. Das Startup Nutomoy aus Besten testet erste selbstfahrende Taxis zusammen mit Grab in Singapur. In dem Londoner Stadtteil Greenwich wurden bisher schon selbstfahrende Lieferroboter von Starship Technologies getestet.

Bild: Oxbotica (alle Rechte vorbehalten)

Berliner Startup German Autolabs entwickelt digitalen Beifahrer

Das Berliner Startup  German Autolabs will einen digitalen Beifahrer auf den Markt bringen, der das Autofahren in Zeiten von Smartphones sicherer macht. Gegründet wurde das Unternehmen von Holger G. Weiss und Patrick Weissert. Target Partners und einige Business Angels haben sich kürzlich mit einer Summe von zwei Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt.

Der intelligente Beifahrer von German Autolabs soll das Autofahren sicherer machen, bis in einigen Jahren autonome Fahrzeuge zum Standard geworden sind und sich die Mitfahrer entspannt zurück lehnen können, um Inhalte auf den digitalen Geräten zu konsumieren. Heute greifen die Autofahrer während der Fahrt häufig verbotenerweise zum Smartphone, um Emails zu lesen oder um schnell eine WhatsApp Nachricht zu verschicken. Den dadurch entstehenden Sicherheitsrisiken will das Startup mit seinem intelligenten Beifahrer entgegenwirken.

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz, die Dienste auf dem Smartphone sinnvoll verbindet und über Sprache und Gestik gesteuert wird. Das Telefon bleibt dabei in der Hosentasche. German Autolabs entwickelt eine Lösung, mit der Autofahrer wichtige Apps und Dienste intuitiv nutzen und steuern können – und zwar in jedem Fahrzeug, unabhängig von Alter und Marke. Dieser digitale Beifahrer erledigt alle Aufgaben auf Zuruf, informiert und spricht situationsabhängig mit dem Fahrer, so dass seine Hände zu jeder Zeit da bleiben können, wo sie für die größte Sicherheit sorgen – am Steuer. Die Vision des Auto-Start-ups ist ein digitaler Assistent, der dem Fahrer genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zur Verfügung stellt und die richtigen Angebote macht.

Der Markt dafür scheint riesig zu sein. Allein in Europa und Nordamerika sind Laut Berthold von Freyberg, Partner bei Target Partners, mehr als 500 Mio. Fahrzeuge unterwegs, die mit der Technologie ausgestattet werden können. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2015 über 360.000 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer in Deutschland gezählt. Dabei handelt es sich nur um die geahndeten Fälle, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Konkurrenz durch Apple, Google und co.

Die Entwicklung und Produktion des digitalen Beifahrers findet in Deutschland statt, der Unternehmenssitz ist in Berlin. Das erste Produkt für den Endkunden soll bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit den Systemen von Apple (CarPlay mit Siri Unterstützung), Google (Android Auto mit Google Assistent) und den Systemen der Autohersteller. Autokonzerne von BMW, über Daimler, bis hin zu Tesla entwickeln ihre eigenen Assistenten. German Autolabs kann sich auch vorstellen, die Technologie an Autokonzerne zu lizenzieren.

Erfahrenes German Autolabs Gründerteam

Beide Gründer verfügen über langjährige Erfahrung im Mobility und Digital-Bereich. Holger G. Weiss war bei gate5 mit dabei. Gate5 hat eine Navigationssoftware entwickelt, das Unternehmen wurde 2006 von Nokia aufgekauft. Gate5 hat den Grundstein für HERE gelegt, der digitale Karten- und Navigationssystemanbieter wurde 2015 von drei deutschen Automobilherstellern für fast 3 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Nach gate5 hat Weiss den Musik-Streaming Dienst Aupeo gegründet und aufgebaut und schließlich an Panasonic Automotive North America verkauft. Patrick Weigert verantwortete zuletzt beim digitalen Karten- und Navigationssystemanbieter HERE als Consumer Director das gesamte digitale Endverbrauchergeschäft mit mehr als 25 Millionen Nutzern pro Monat, von der Produktentwicklung bis zu Vertrieb, Partnering und Monetarisierung, inklusive der Wachstums- und Umsatzziele für das Geschäftsfeld. Dabei führte er ein 100-köpfiges Team von Entwicklern, Produktmanagern, Designern, Marketing-, Partnering- und Monetarisierungs-Experten. Vor den Stationen bei HERE arbeitete Weissert in unterschiedlichen Führungspositionen in der globalen Produktentwicklung und Konzernstrategie von Vodafone.

Bild: German Autolabs (alle Rechte vorbehalten)

Apple fährt sein Project Titan zurück – keine selbstfahrenden Autos von Apple

Vor ein paar Wochen haben wir schon einmal über die Änderungen bei Project Titan von Apple berichtet. Project Titan wurde ins Leben gerufen, um ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln und zu produzieren. Jetzt wurden weitere Informationen bekannt, was sich bei der Ausrichtung des Projekts verändert hat. Hunderte Angestellte vom Projekt abgezogen und die Ausrichtung wurde geändert. Die Entwicklung von kompletten Fahrzeugen steht nicht mehr im Vordergrund.

Project Titan Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt

Entweder wurden die Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt, gekündigt oder sind von selber gegangen. Schätzungsweise arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt für das selbstfahrende Elektroauto, auch nach der Umstrukturierung. Es hat ein Austausch durch Mitarbeiter stattgefunden, die besser zu dem neuen Fokus passen.

Fokus auf Systemen für andere Hersteller

Der Fokus liegt jetzt auf der Entwicklung eines Systems, das anderen Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen kann. Dadurch hat Apple eine höhere Flexibilität und kann entweder mit etablierten Automobilherstellern zusammenarbeiten oder später zu dem Plan zurückkehren, sein eigenes Auto zu entwickeln.

Apple Manager sollen sich anscheinend eine Dead Line für Ende kommenden Jahres gesetzt haben. Bis dahin muss erwiesen sein, dass das System für selbstfahrende Autos realisierbar ist. Anschließend wird eine finale Entscheidung getroffen. Apple wollte sich nicht zu den Gerüchten äußern.

In den letzten Monaten scheint es bei Apple einige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten im Bezug auf das Projekt gegeben zu haben. Dabei ist Apple nicht der einzige Technologiekonzern, der die Herausforderungen unterschätzt haben dürfte, ein eigenes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Auch um das von Google entwickelte Projekt ist es ruhiger geworden. Bisher konnten keine Partner gefunden werden, die das Fahrzeug bauen und führende Angestellte haben das Unternehmen verlassen. Eine neue Herausforderung für die Technologiekonzerne ist auch die Kette der Zulieferer. Bei den Elektronikgeräten, wie iPhone oder MacBooks kann Apple seine extreme Marktposition ausspielen, um gute Preise und individuelle Bauteile zu bekommen. Für das Projekt Titan müsste sich Apple diese Postion erst erarbeiten, was länger dauert.

Investoren dürften die Bestrebungen der Technologieunternehmen auch kritisch sehen. Auf der einen Seite aufgrund der hohen Investitionen, die nötig sind und auf der anderen Seite aufgrund der niedrigen Margen der Automobilhersteller, die auf eine Marge von etwa 10% kommen. Der Wandel in der Automobilindustrie dürfte aber dafür sorgen, dass Apple eher daran interessiert ist, einen Mobilitätsservice mit den selbstfahrenden Autos anzubieten. Da würde dann die Marge durch den Verkauf nicht mehr so relevant sein, da das Geld mit der Auslastung der Fahrzeuge verdient wird.

Apple hat das Projekt im Jahr 2014 gestartet, um ein Apple Auto bis 2020 zu entwickeln. Ende 2015 kam es zu ersten Unstimmigkeiten, Anfang 2016 wurde der Projektleiter ausgetauscht und durch den erfahreneren Apple-Manager Bob Mansfield ersetzt. Unter Mansfield wurde der Strategieschwenk ausgearbeitet und verkündet. Daraufhin startete die Umstrukturierung. Entweder haben Mitarbeiter das Projekt von sich aus verlassen oder mussten in einer der beiden Runden gehen. Vor allem Mitarbeiter, die für Fahrzeugkomponenten, wie Karosserie, Federung usw. verantwortlich waren, mussten gehen.

Das verbleibende Team arbeitet an den Sensoren,  der Software und weiteren Komponenten für das System für autonome Autos. Ein Teil des Teams kümmert sich um die nötigen Genehmigungen, die benötigt werden, um die Systeme auf öffentlichen Straßen zu testen.

Bild: allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Autopilot 2.0: Teslas neues System für selbstfahrende Autos

Tesla hat angekündigt, dass alle zukünftigen Fahrzeuge mit Hardwarekomponenten ausgestattet sind, die vollautonomes Fahren ermöglichen. Auch alle Fahrzeuge der Model S und Model X Reihe, die sich bereits in der Produktion befinden, werden mit der neuen Autopilot Hardware ausgestattet, das zukünftige günstigere Model 3 auch.

Die Änderungen wurden auf einem Tesla Event am letzten Mittwoch vorgestellt. Tesla Chef Elon Musk ist der Meinung, dass dadurch die Grundlage für vollautonome Teslas gelegt ist, die doppelt so sicher sein werden, wie von Menschen gefahrene Fahrzeuge.

Bis die Teslas autonom fahren können, wird es aber noch etwas dauern. Die nächsten Monate sollen genutzt werden, um Daten zu sammeln. Die Funktionen werden erst nach und nach freigeschalten, wenn die Sicherheit bewiesen ist. Es scheint, als hätte Tesla aus der Vergangenheit gelernt.

Was genau hat sich geändert?

Das neue Angebot von Tesla wird zwei unterschiedliche Modi beinhalten. Kunden können später zwischen einem erweiterten Autopiloten oder einem vollautonomen System wählen. Der verbesserte Autopilot fügt weitere Eigenschaften zu dem besehenen Autopiloten hinzu. Mit der neuen Version können die Fahrzeuge automatisch die Autobahn verlassen, die Geschwindigkeit an die Verkehrsbedingungen anpassen und die Fahrspuren ohne Eingreifen wechseln.

Das vollautonome System soll der Stufe 5 entsprechen. Das heißt, dass kein menschlicher Fahrer mehr eingreifen muss, sobald die Software fertig entwickelt ist und das System von den Behörden abgesegnet ist.

Was sind die Unterschiede der beiden Varianten?

Alle Tesla Fahrzeuge, die ab jetzt produziert werden, werden mit der Hardware ausgestattet sein, die vollautonomes Fahren ermöglicht. Dieses Set beinhaltet acht Kameras, 12 Ultraschall-Sensoren, ein vorwärtsgerichtetes Radar-System und einen onboard Computer, der 40 mal so schnell ist, wie der Computer, der bei der ersten Generation verbaut wurde. Die Sensoren und Kameras ermöglichen es, dass eine Distanz von 250 Metern überwacht und analysiert werden kann. Nach hinten kann nur eine Distanz von 100 Metern überwacht werden, was auf deutschen Autobahnen zu wenig sein dürfte. Schließlich muss das System in der Lage sein, ein Fahrzeug zu erkennen, das mit einer Geschwindigkeiten von bis zu 300 Km/h überholt. Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den unterschiedlichen Fahrspuren können in Deutschland verhältnismäßig hoch sein.

Die Kunden können entscheiden, ob sie nur den Preis für den verbesserten  Autopiloten bezahlen oder ob sie für die vollautonomen Eigenschaften tiefer in die Tasche greifen. Je nach bezahlten Paket werden dann die unterschiedlichen Eigenschaften freigeschalten.

Für den Fahrgast hört sich die Nutzung des Autopiloten mit vollautonomen Eigenschaften einfach an. Entweder gibt man bei Fahrtantritt das Ziel ein oder das Fahrzeug fragt den Kalender des Nutzers ab und navigiert zur hinterlegen Adresse des nächsten Termins. Nach dem Aussteigen park der Tesla mit vollautonomen System selbstständig und lässt sich per Knopfdruck wieder vorfahren.

Was kostet der neue Autopilot? 

Tesla hat bereits bekanntgegeben, was das neue System kostet. Findet die Aktivierung beim Kauf statt, kostet der erweiterte Autopilot 5000 US$ und das System für vollautonomes Fahren 8000 US$. Beide Systeme können auch zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert werden, aber zu erhöhten Kosten. Bei einer nachträglichen Aktivierung werden 6000 US$ bzw. 10000 US$ fällig.

Auch wenn die Hardware schon in jedem neuen Tesla verbaut wird, können die neuen Funktionen noch nicht sofort genutzt werden. Es wird erwartet, dass die Funktionen des erweiterten Autopiloten im Dezember verfügbar sind. Die Käufer des Pakets für vollautonomes Fahren müssen sich zuerst auch mit den Features des verbesserten Autopiloten zufriedengeben. Bisher ist noch völlig unklar, wann das System für vollautonomes Fahren freigeschalten wird. Zuerst müssen noch Hürden in der Entwicklung und Zulassung überwunden werden. Es ist davon auszugehen, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis das vollautonome System genutzt wird.

Teslas Carsharing Plattform

Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Käufer des vollautonomen Systems ihre Fahrzeuge auch anderen Fahrgästen mittels geplantem Carsharing-Service von Tesla zur Verfügung stellen können.

Tesla wird eine Fahrdienst-Plattform starten, wenn die selbstfahrenden Autos auf der Straße unterwegs sind. Tesla Käufer können dann mit ihren Fahrzeugen auf dieser Plattform Geld verdienen, wenn sie ihr Fahrzeug nicht benötigen.

Mit der Ankündigung am Mittwoch hat Tesla verkündet, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge nur auf der eigenen Plattform Tesla-Network vermittelt werden können. Vermittlungen von Fahrten auf externen Ridesharing-Plattformen, wie Uber und Lyft sollen nicht möglich sein. Tesla wird im kommenden Jahr weitere Informationen über den eigenen Carsharing-Dienst veröffentlichen.

Anders als Volvo will Tesla keine Haftung dafür übernehmen, wenn ein vollautonomes Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist. Dafür ist die individuelle Versicherung eines jeden Fahrzeugbesitzers zuständig.

Bild: Tesla Motors (alle Rechte vorbehalten)

Bosch zeigt selbstfahrendes Auto

Bosch hat in Australien einen Prototypen eines selbstfahrenden Autos gezeigt. Der Prototyp kann einen Ausblick auf die von Tesla geplante zweite Version des Autopiloten geben.

Der Zulieferer für die Automobilindustrie hat das selbstfahrende Auto auf dem ITS World Congress in Melbourne vorgestellt. Damit ist auch zum ersten mal ein selbstfahrendes Auto auf dem australischen Markt unterwegs. Der deutsche Zulieferer hat an den Systemen für autonomes Fahren in den letzten 5 Jahren gearbeitet. Die Komponenten können in jedem beliebigen Fahrzeugmodell verbaut werden.

Tesla als Systemträger für Bosch

Für die Demonstration auf der Messe hat Bosch einen Tesla verwendet. Die im Tesla serienmäßig verbaute Hardware wurde durch Komponenten von Bosch ersetzt. Die beiden Unternehmen arbeiten schon länger zusammen. Bosch liefert die Radar-Sensoren für das teilautonome System, das in den aktuellen Tesla Modellen verbaut ist.

Tesla hat auch mit Mobileye zusammengearbeitet, von diesem Unternehmen wurde die Software und Hardware-Chips bezogen. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Tesla, der im Autopilot-Modus unterwegs war, wurde die Kooperation beendet.

Das Bosch System kann in Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller verbaut werden. Das Tesla S wurde ausgewählt, das es den Mobilitätsgedanken von Bosch am besten verdeutlicht: automatisiert, elektrisch, vernetzt.

Autopilot 2.0 mit gleichen Eigenschaften

Insidern zufolge verfügt der Autopilot 2.0 über die gleichen autonomen Fähigkeiten, wie der von Bosch vorgestellte Prototyp. Der Autopilot 2.0 soll sich auch durch verbesserte Hardware auszeichnen. Dem Setup sollen weitere Radar-Sensoren hinzugefügt werden, außerdem eine weitere Kamera. Bosch wollte nicht kommentieren, ob das Fahrzeug etwas mit dem Autopiloten 2.0 von Tesla zu tun hat.

Das selbstfahrende Auto ist mit sechs Radarsensoren, sechs Lidar Sensoren, einer stereo Video Camera und einem extrem genauen GPS-Sensor ausgestattet. Laut dem Unternehmen verfügt das Fahrzeug über autonome Eigenschaften der Kategorie 4. Das bedeutet, dass das Fahrzeug ohne Fahrer fahren kann und keine Übernahme der Kontrolle durch den Fahrer notwendig ist. Der aktuelle Autopilot ist in der Kategorie 2 anzusiedeln. Das heißt, dass dass Fahrzeug über autonome Eigenschaften verfügt, der Fahrer aber weiterhin die Kontrolle über das Auto hat. Insgesamt wurden 5 Kategorien im Bezug auf autonomes Fahren definiert.

Tesla hat für den 17. Oktober eine neues Produkt angekündigt, vielleicht handelt es sich dabei ja schon um den Autopiloten 2.0.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

Mercedes-Benz will Tesla in 10 Jahren schlagen

Mercedes-Benz sieht im Moment Tesla als Markführer im Bereich von premium Elektrofahrzeugen. Das soll sich innerhalb der kommenden zehn Jahre ändern. Mercedes Benz will bis dahin Tesla als führenden Anbieter ablösen.

Neue Marke von Mercedes-Benz

In der vergangenen Woche hat Mercedes seine neue Marke für Elektroautos und passenden Angebote mit dem Namen EQ vorgestellt. In dem Rahmen wurde auch die Studie Generation EQ vorgestellt, die in den nächsten Jahren zur Serienreife entwickelt werden soll. Bei dem Konzeptfahrzeug Generation EQ handelt sich sich um einen SUV der über eine Reichweite von 500 Kilometern verfügen soll. Das Auto soll als Konkurrenzmodell zum Tesla Model X platziert werden und im Jahr 2019 auf den Markt kommen. Tesla hat seinen elektrischen SUV mit vergleichbarer Reichweite seit dem vergangenen Jahr im Angebpt.

Marktführerschaft im Premiumsegment

In einem Interview für Bloomberg hat Daimler Chef Zetsche eingeräumt, dass Tesla Marktführer und wichtigster Konkurrent im Markt der Elektrofahrzeuge in der gehobenen Klasse ist. In den nächsten zehn Jahren will Mercedes diese Position übernehmen. Vor fünf Jahren hat sich Mercedes-Benz das Ziel gesetzt, bis 2020 führender Anbieter im Premiumsegment zu sein. Diese Position wird wahrscheinlich schon drei Jahre eher erreicht und damit wir Mercedes den Rivalen BMW von der Spitze verdrängen. Diese frühe Zielerreichung ermöglicht es dem Konzern, ein neues ambitioniertes Ziel zu setzten, das in den kommenden zehn Jahren erreicht werden soll. Zetsche sieht sich in zehn Jahren weiterhin vor etablierten Automobilkonzernen im Premiumbereich und auch vor den Neueinsteigern, wie Tesla.

Konkurrenz durch Startups und Autokonzerne

Neben Tesla wird  Mercedes-Benz auch etablierte Konzerne als Wettbewerber auf dem Weg zum führenden Anbieter für Elektrofahrzeuge haben. Die Hersteller Audi, Porsche, BMW, Volvo und weitere planen in Elektromobilität weiter zu investieren und bis zum Jahr 2020 Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2025 sollen 15% bis 25% aller Mercedes Neuwagen mit Elektroantrieb ausgestattet sein.

Elektroauto Chevrolet Bolt soll weniger als 27.000 Euro kosten

General Motors hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass das Elektroauto Chevrolet Bolt nach Steuervergünstigungen weniger als 27.000 Euro (30.000 US$) kosten soll. Das ist ein neuer Maßstab für Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite und der Preis ist auch niedriger als der durchschnittliche Kaufpreis für Neuwagen in den USA.

Die Erwartung dahinter ist, dass die Nachfrage für Elektroautos steigen wird. Bisher haben Elektrofahrzeuge eher ein Nischendasein geführt. Auf der einen Seite war der Preis bisher zu hoch, um einen Durchbruch auf de Massenmarkt zu finden. Auf der anderen Seite hat die geringe Reichweite die Käufer abgeschreckt.

Hoher Zuschuss in den USA

In der günstigsten Version wird der Bolt ca. 33.000 Euro kosten (37.495 US$). Die amerikanische Regierung bezuschusst im Moment den Kauf von Elektrofahrzeugen mit ca. 6.700 Euro (7500 US$) pro Fahrzeug, deswegen liegen die tatsächlichen Anschaffungskosten bei 27.000 Euro.

Der Bolt wird mit einer Reichweite von ca. 380 Kilometern pro Batterieladung auf den Markt kommen. Für diese Reichweite war bisher vor allem Tesla bekannt. Tesla bietet bisher nur seine Oberklasse-Fahrzeugen Model S und Model X an, für beide muss der Kunde mindestens das Doppelte auf den Tisch legen. Tesla arbeitet im Moment an dem Model 3. Das Model 3 soll günstiger angeboten werden, als der Chevrolet Bolt. Die Reichweite soll sich auf ähnlichem Niveau bewegen.

Bolt soll zunächst Nischenfahrzeug bleiben

Analysten gehen davon aus, dass General Motors in den ersten Jahren nicht mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen wird, da die Bevölkerung noch nicht bereit ist, das Angebot anzunehmen. Tesla hingegen hat laut eigenen Angaben mehr als 370.000 Vorbestellungen für das Model 3 in den Auftragsbüchern.

Die deutsche General Motors Tochter Opel wird den Bolt auch in Deutschland auf den Markt bringen und mit dem Namen Opel Ampera-e verkaufen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist anscheinend auch eine selbstfahrende Variante geplant, die auf der Ridesharing-Plattform Lyft eingesetzt werden soll.

Bild: Chevrolet (Rechte vorbehalten)

Volkswagen mit neuer Marke für Mobilitätsdienste

Auf einer Veranstaltung im Rahmen des Pariser Autosalons hat Volkswagen Vorstandschef Michael Müller angekündigt, dass eine neue Konzern-Marke gegründet wurde, unter deren Dach die Mobilitätsdienste angesiedelt werden sollen. Das neue Geschäftsfeld der Mobilitätsdienste soll die 13. Marke des Autokonzerns aus Wolfsburg werden. Der endgültige Name soll erste im November präsentiert werden, bis zum Jahr 2025 soll die Marktführerschaft angestrebt werden.

Der Konzern möchte mit dem Vorstoß vom Skandal um die Dieselmotoren ablenken und außerdem signalisieren, dass auf die Bedrohungen reagiert wird, die von Neueinsteigern im Mobilitätsbereich ausgehen. Startups und Technologieunternehmen wie Uber, Lyft oder Tesla sorgen dafür, dass der individuelle Fahrzeugbesitz weniger wichtig wird. Dieser Trend ist eine Bedrohung für die etablierten Konzerne.

Das Angebot der neuen Marke soll Carsharing, Fahrdienste und später auch autonome Shuttle-Dienste umfassen. Bis 2025 soll das Angebot der neuen Marke Marktführer bei innerstädtischen Mobilitäsdienstleistern sein, weltweit soll eine Spitzenposition erreicht werden. Bisher war der Konzern wenig aktiv, wenn es um innovative Mobilitätsservices ging. Ein eigenes Carsharing-Programm wurde wieder eingestampft und mit dem Angebot von GreenWheels verschmolzen.

Im Mai diesen Jahres war Volkswagen mit einer Summe von 300 Mio. US$ bei der Fahrdienst-Plattform Gett eingestiegen. Volkswagen hat sich den Einstieg einiges kosten lassen, um den Trend der Fahrdienste nicht komplett zu verpassen. Gett betreibt in mehreren Städten einen Fahrdienst, der per App bestellt werden kann. In London werden herkömmliche Taxis vermittelt, in anderen Städten auch Chauffeure und Privatfahrer. In Moskau können die Gett-Fahrer demnächst bestimmte VW und Skoda Fahrzeuge zu Sonderkonditionen erhalten.

Teil der neuen Strategie soll auch der Fokus auf die Entwicklung von Elektroautos sein. Bis zum Jahr 2015 sollen 30 neue Fahrzeugmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt kommen. Mit diesem ambitionierten Ziel ist VW nicht alleine. Auch der Daimler-Konzern hat sein CASE-Strategie für Mercedes-Benz bekanntgegeben. CASE soll die Themen Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing (Ridesharing und Carsharing) und Elektrifizierung vorantreiben.

Müller bekräftigte nun das Ziel des Konzerns, bis 2025 mehr als 30 neue Elektromodelle auf die Straße zu bringen. Einen Vorgeschmack auf die Elektro-Offensive liefert die Hauptmarke VW, die auf dem Autosalon ein Konzeptfahrzeug mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern präsentiert.

Die Autobauer übertrumpfen sich in Paris mit neuen batteriebetriebenen Modellen und Studien. Die Messe in der französischen Hauptstadt soll den zweiten Anlauf in eine umweltschonendere Mobilität einläuten.

Bild: Volkswagen (alle Rechte vorbehalten)

CASE: Mercedes-Benz passt seine Unternehmensstrategie an

Auf dem Automobilsalon in Paris hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche mehr Details zur neuen Unternehmensstrategie CASE vorgestellt. Der Konzern will sich neu ausrichten, um auf die Herausforderungen aus neuen Mobilitätsbereichen zu reagieren. Dazu zählen unter anderem Fahrdienste, weitere Mobilitätsdienstleistugen und Elektromobilität. CASE steht für die vier Bereiche Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Alle vier Säulen stehen für die Zukunft von Mercedes-Benz und werden die strategische Ausrichtung prägen. Die Säulen werden konsequent vorangetrieben, außerdem sollen sie intelligent verbunden werden. Mercedes-Benz versucht damit auf die Bedrohungen zu reagieren, die die bisherigen Automobilkonzernen auf den Kopf stellen könnten. Startups und Technologieunternehmen, wie Uber oder Tesla treiben die Bereiche seit Unternehmensgründung voran und haben diese tief in der Unternehmensphilosophie verankert. Mercedes-Benz versucht mit der CASE Strategie aufzuholen.

C für Connectivity

Die Marke Mercedes me wird eine zentrale Rolle im Bereich Vernetzung (connectivity) spielen. Die Kunden haben per App, Website oder direkt im Auto Zugriff auf ein umfassendes und personalisiertes Dienstleistungsangebot. So kann direkt ein Termin bei einem Servicepartner vereinbart werden. In Zukunft soll auch die Suche nach einem Parkplatz dank „Community-based Parking“ vereinfacht werden, das zusammen mit Bosch vorangetrieben wird. Über Sensoren erkennen die Mercedes-Benz Fahrzeuge freie Parkplätze und übermitteln die Daten an andere Fahrzeuge in der Umgebung. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

A für Autonomes Fahren

Mercedes-Benz treibt seine Entwicklungen weiter voran, um in naher Zukunft ein selbstfahrendes Auto im Angebot zu haben. Bereits heute sind in manchen Modellen Technologien verbaut, die teil-autonome Fahrfunktionen ermöglichen. Heute wird dadurch der Fahrer unterstützt, spätestens 2021 soll der Fahrer danke Weiterentwicklungen komplett ersetzt werden können. Ermöglicht wird das durch die Verknüpfung und Auswertung von Daten unterschiedlicher Sensoren, wie Kameras, Ultraschall oder Radar. Hinzu kommt ein extrem genaues Kartenmaterial.

S für Sharing & Service

In dem Bereich siedelt Mercedes seine Tätigkeiten in den Bereichen Sharing und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Konzern betreibt bereits mit car2go ein eigenes Carsharing-Programm. Außerdem gehören die Taxi- und Fahrdienst Anbieter mytaxi, Hailo und Blacklane zum Portfolio. Mercedes will diesen Bereich weitere vorantreiben da in den nächsten Jahren die Nachfrage nach individuellem Fahrzeugbesitz vor allem in Städten weiter rückläufig sein wird. Bisher hat sich Daimler noch nicht dazu geäußert, wie es die Themen rund um autonomes Fahren mit den Fahrdienst-Plattformen verknüpfen wird. Da die Taxi-Fahrer im Moment noch zu einer nicht zu unterschätzenden Kundengruppe von Daimler zählen, wird sich der Konzern erwartungsgemäß mit konkreten Äußerungen zurückhalten.

E für Elektrifizierung

In Paris hat der Konzern die erste Studie der neuen Marke EQ vorgestellt. Unter dem Dach der neuen Marke soll ein umfassendes Angebot rund um Elektromobilität entwickelt werden. Neben Fahrzeugen sollen intelligente Lösungen für Energiespeicher und innovative Ladetechnologien sowie nachhaltige Recycling-Lösungen angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu einen sein. Bei der Studie “Generation GQ” handelt es sich um einen elektrisch angetriebenen SUV, der über eine Reichweite von 500 km verfügen soll.

Bleibt abzuwarten, wie schnell der Konzern seine Strategie umsetzt. Mercedes-Benz ist damit nicht allein. Auch der Volkswagen Chef Müller hat angekündigt, dass eine weitere Marke gegründet wird, unter der die neuen Mobilitätsangebote des Konzerns gebündelt werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Studie von einem Elektroauto präsentiert. Der Volkswagen I.D. soll bis zum Jahr 2021 zur Serienreife entwickelt werden.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Pariser Autosalon: Die neuen Elektrofahrzeuge der Autokonzerne

In Paris haben die europäischen Automobilhersteller die neusten Versionen ihrer Elektrofahrzeuge vorgestellt. Mercedes-Benz und Volkswagen präsentieren Studien. Die Hersteller Opel, Smart und Renault präsentieren Serienversionen. Klicken Sie durch die Präsentation.

Bild: Opel (alle Rechte vorbehalten)