Category Archives: Entertainment

Volvo und Audi setzen auf Android als Betriebssystem

Google geht den nächstem Schritt, indem zwei Automobilkonzerne davon überzeugt wurden, Android als Betriebssystem für kommende Fahrzeuge zu nutzen. Bisher konnte Android Auto als Zusatz zu den verbauten Systemen genutzt werden und es war immer ein Smartphone notwendig.

Google verankert Android in der Automobilindustrie

Für Google ist das ein großer Schritt, um sich in der Automobilindustrie zu verankern. Die beiden Hersteller Volvo und Audi werden eine zukünftige Version von Google Android Auto direkt als Betriebssystem einsetzen. Bei Erfolg werden bestimmt weitere Volkswagen Konzernmarken folgen. Bei Volvo soll die Integration in den kommenden zwei Jahren erledigt sein. Audi hat bisher nur einen Prototypen in München vorgestellt, ein Datum, ab wann Android Auto zum Einsatz kommen soll, steht nicht fest. Beider Hersteller werden sich durch den Einsatz regelmäßige Updates und ein flexibleres Setup erwarten.

Klimaanlage und co. über Android steuern

Die Infotainment Systeme der beiden Hersteller werden auf einer angepassten und individualisierten Version von Android 7.0 Nougat basieren. Das Google Betriebssystem wird das zentrale Touchscreen Display in der Mittelkonsole und die digitale Armaturentafel steuern. Darüber lassen sich die Entertainment Funktionen steuern, aber auch grundlegende Fahrzeugfunktionen. Zum Beispiel kann darüber die Klimaanlage geregelt werden oder die Fenster bedient und die Sitze verstellt werden. Sicherheitsrelevante Funktionen, wie Bremsen, werden von Google Auto nicht angefasst.
Das System soll weiterhin offen bleiben und das Einbinden von iPhones über CarPlay soll problemlos machbar sein. Laut Volvo ändert sich auch nichts an der Möglichkeit, weitere Geräte anderer Hersteller einzubinden.

Erst Entertainment, dann vollautomatisiertes Fahren

Für Google ist dieser Schritt sehr wichtig und dürfte dem ursprünglich geplanten Ziel für Google Auto entsprechen. Für den Konzern ist es äußerst wichtig, gute Kontakte mit Autoherstellern aufzubauen. Die Branche befindet sich in den nächsten Jahren im Wandel und Google will sich als starker Player für In-car Systeme etablieren und auch die Lösungen für autonome Fahrzeuge an die Konzerne verkaufen. Diese werden von der Google Tochter Waymo derzeit entwickelt und getestet. Die Projekte mit Volvo und Audi werden Google dabei helfen.

Bild: Volvo Cars (alle Rechte vorbehalten)

Connected Cars: Samsung kauft Harman

Der Technologiekonzern Samsung hat bekanntgegeben, dass der Hersteller von Infotainment und Audiokomponenten Harman für 8 Milliarden US$ übernommen wird. Harman ist einer der führenden Zulieferer von Infotainment und Audio-Komponenten für die Automobilindustrie.

Größte Übernahme für Samsung

Für Samsung ist es die bisher größte Übernahme im Ausland. Bisher ist der Konzern vor allem für seine Smartphones und Elektronikprodukte bekannt. Der südkoreanische Konzern ist auch ein führender Zulieferer von anderen Technologiekonzernen, wie Apple.

Immer mehr Elektronik in Fahrzeugen

Die on-board Elektronik und Infotainment-Ausstattung in Fahrzeugen hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und somit auch das Interesse von Technologiekonzernen geweckt. Samsung möchte mit den Kauf von Harman einen Fuß in die Automobilindustrie bekommen. Für das übernommene Unternehmen sollen sich durch die Expertise von Samsung neue Wachstumsmöglichkeiten ergeben. Samsung verfügt über wertvolle Erfahrungen bei Displays, Benutzeroberflächen und Halbleitern. All diese Bereiche spielen in den aktuellen und auch zukünftigen Fahrzeuggeneration eine immer wichtigere Rolle.

Umsatz soll verdoppelt werden

Harman will in den nächsten fünf Jahren seinen Umsatz verdoppeln. Zu dem Konzern gehören auch die Marken AKG und JBL und die high-end Marke Harman Karton. Zu den Kunden von Harman gehören fast alle Automobilkonzerne, vor kurzem wurden neue Deals mit Fiat Chrysler und General Motors abgeschlossen.

Die Autos der nächsten Generation werden noch mehr auf Digitalisierung setzen, als bestehende Modelle. Dafür werden noch mehr Bildschirme, Software und Prozessoren benötigt. Das sind alles Bereiche, in denen Samsung eine starke Position vorweisen kann. Harman hat eine starke Marktposition unter den Infotainment-Zulieferern in der Automobilindustrie. Somit passt die Übernahme gut in das Portfolio des Technologiekonzerns und Samsung erhält sofort eine starke Basis in der Automobilindustrie, die in den nächsten Jahren ausgebaut werden soll. Bis zum Jahr 2025 soll der Markt für Autoelektronik auf mehr als 100 Milliarden US$ anwachsen. Trends wie Connected Cars und autonomes Fahren werden dabei entscheidende Rollen spielen. Auch Apple will dabei eine Rolle spielen.

Bild: Harman (alle Rechte vorbehalten)

Berliner Startup German Autolabs entwickelt digitalen Beifahrer

Das Berliner Startup  German Autolabs will einen digitalen Beifahrer auf den Markt bringen, der das Autofahren in Zeiten von Smartphones sicherer macht. Gegründet wurde das Unternehmen von Holger G. Weiss und Patrick Weissert. Target Partners und einige Business Angels haben sich kürzlich mit einer Summe von zwei Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt.

Der intelligente Beifahrer von German Autolabs soll das Autofahren sicherer machen, bis in einigen Jahren autonome Fahrzeuge zum Standard geworden sind und sich die Mitfahrer entspannt zurück lehnen können, um Inhalte auf den digitalen Geräten zu konsumieren. Heute greifen die Autofahrer während der Fahrt häufig verbotenerweise zum Smartphone, um Emails zu lesen oder um schnell eine WhatsApp Nachricht zu verschicken. Den dadurch entstehenden Sicherheitsrisiken will das Startup mit seinem intelligenten Beifahrer entgegenwirken.

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz, die Dienste auf dem Smartphone sinnvoll verbindet und über Sprache und Gestik gesteuert wird. Das Telefon bleibt dabei in der Hosentasche. German Autolabs entwickelt eine Lösung, mit der Autofahrer wichtige Apps und Dienste intuitiv nutzen und steuern können – und zwar in jedem Fahrzeug, unabhängig von Alter und Marke. Dieser digitale Beifahrer erledigt alle Aufgaben auf Zuruf, informiert und spricht situationsabhängig mit dem Fahrer, so dass seine Hände zu jeder Zeit da bleiben können, wo sie für die größte Sicherheit sorgen – am Steuer. Die Vision des Auto-Start-ups ist ein digitaler Assistent, der dem Fahrer genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zur Verfügung stellt und die richtigen Angebote macht.

Der Markt dafür scheint riesig zu sein. Allein in Europa und Nordamerika sind Laut Berthold von Freyberg, Partner bei Target Partners, mehr als 500 Mio. Fahrzeuge unterwegs, die mit der Technologie ausgestattet werden können. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2015 über 360.000 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer in Deutschland gezählt. Dabei handelt es sich nur um die geahndeten Fälle, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Konkurrenz durch Apple, Google und co.

Die Entwicklung und Produktion des digitalen Beifahrers findet in Deutschland statt, der Unternehmenssitz ist in Berlin. Das erste Produkt für den Endkunden soll bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit den Systemen von Apple (CarPlay mit Siri Unterstützung), Google (Android Auto mit Google Assistent) und den Systemen der Autohersteller. Autokonzerne von BMW, über Daimler, bis hin zu Tesla entwickeln ihre eigenen Assistenten. German Autolabs kann sich auch vorstellen, die Technologie an Autokonzerne zu lizenzieren.

Erfahrenes German Autolabs Gründerteam

Beide Gründer verfügen über langjährige Erfahrung im Mobility und Digital-Bereich. Holger G. Weiss war bei gate5 mit dabei. Gate5 hat eine Navigationssoftware entwickelt, das Unternehmen wurde 2006 von Nokia aufgekauft. Gate5 hat den Grundstein für HERE gelegt, der digitale Karten- und Navigationssystemanbieter wurde 2015 von drei deutschen Automobilherstellern für fast 3 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Nach gate5 hat Weiss den Musik-Streaming Dienst Aupeo gegründet und aufgebaut und schließlich an Panasonic Automotive North America verkauft. Patrick Weigert verantwortete zuletzt beim digitalen Karten- und Navigationssystemanbieter HERE als Consumer Director das gesamte digitale Endverbrauchergeschäft mit mehr als 25 Millionen Nutzern pro Monat, von der Produktentwicklung bis zu Vertrieb, Partnering und Monetarisierung, inklusive der Wachstums- und Umsatzziele für das Geschäftsfeld. Dabei führte er ein 100-köpfiges Team von Entwicklern, Produktmanagern, Designern, Marketing-, Partnering- und Monetarisierungs-Experten. Vor den Stationen bei HERE arbeitete Weissert in unterschiedlichen Führungspositionen in der globalen Produktentwicklung und Konzernstrategie von Vodafone.

Bild: German Autolabs (alle Rechte vorbehalten)

Google stellt Android Auto vor

Der amerikanische IT-Konzern hat auf der jährlichen I/O Entwicklerkonferenz Android Auto vorgestellt. Ähnlich wie bei CarPlay von Apple, wird das Android Smartphone mit dem Auto Verbunden und über das Display im Auto lassen sich dann die wichtigsten Funktionen abrufen und steuern.

So lässt sich Google Maps über Android Auto abrufen oder Google Play Music und Musik Streaming Dienste, wie Pandora oder Spotify. In einer ersten Übersicht an Apps, die von Android Auto unterstützt werden, sind auch Sport und Padcast Apps. Messaging und Telefonieren wird natürlich auch möglich sein. Gesteuert werden die Apps entweder über das Display selbst, über Sprachbefehle oder über die Knöpfe am Lenkrad.

Als erste Autohersteller sind unter anderem Audi, Volkswagen und Volvo mit dabei und bis Ende des Jahres sollen die ersten Modelle mit Android Auto unterwegs sein. Das Pendant von Apple, CarPlay, kann schon in neuen Modellen von Mercedes, Honda oder Ferrari bestellt werden. Sets zum Nachrüsten von Fahrzeugen werden aktuelle von Panasonic und Alpine entwickelt.

Bleibt spannend, ob es für Uber, Lyft und co. auch eine Möglichkeit geben wird, ihre Fahrerapps über das Autodisplay steuern zu lassen. Die Fahrer müssen dann nicht mehr ihr Smartphone im Blickfeld haben, sondern könnten einfach über das zentrale Display oder einen Knopf am Lenkrad eine Fahrt annehmen.